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Alle reden über Wertschätzung. Doch viele Unternehmer spüren sie längst im Hals stecken. Work-Life-Balance, Feelgood-Kultur, Achtsamkeit – alles schön und gut. Aber was, wenn die "neue Sensibilität" im Betrieb zur Einbahnstrasse wird? Wenn Führung nur noch bedeutet, Emotionen zu managen, statt Ergebnisse zu erzielen? Dieses Buch spricht aus, was viele denken, aber kaum jemand laut sagt: Dass Wertschätzung wichtig ist – aber nicht verweichlicht. Dass Verantwortung keine Zumutung ist – sondern Respekt. Und dass Unternehmen keine Therapiezentren sind, sondern Orte, an denen Menschen etwas schaffen, was grösser ist als sie selbst. Ein ehrliches, kritisches eBook aus Unternehmersicht – für alle, die Führung wieder mit Haltung leben wollen. Ohne Weichspüler. Ohne Angst. Mit Rückgrat.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 28
Veröffentlichungsjahr: 2025
Vorwort
Alle reden über Wertschätzung. Doch viele Unternehmer spüren sie längst
im Hals stecken.
Work-Life-Balance, Feelgood-Kultur, Achtsamkeit – alles schön und gut.
Aber was, wenn die „neue Sensibilität“ im Betrieb zur Einbahnstrasse wird?
Wenn Führung nur noch bedeutet, Emotionen zu managen, statt Ergebnisse
zu erzielen?
Dieses Buch spricht aus, was viele denken, aber kaum jemand laut sagt:
Dass Wertschätzung wichtig ist – aber nicht verweichlicht. Dass
Verantwortung keine Zumutung ist – sondern Respekt. Und dass
Unternehmen keine Therapiezentren sind, sondern Orte, an denen
Menschen etwas schaffen, was grösser ist als sie selbst.
Ein ehrliches, kritisches eBook aus Unternehmersicht – für alle, die Führung
wieder mit Haltung leben wollen. Ohne Weichspüler. Ohne Angst.
Mit Rückgrat.
Kapitel 1
Die neue Blume im Betrieb - Die Mimose
Es gibt sie in fast jedem Unternehmen. Früher hiess sie vielleicht einfach „Kollege mit dünner Haut“. Heute hat sie einen Namen, einen Begriff, fast schon eine Daseinsberechtigung: die Mimose.
Früher wurde ein rauer Ton als normal empfunden. Heute reicht ein schärferer Blick, um eine Grundsatzdiskussion über Kommunikation, Achtsamkeit und Empathie auszulösen. Und natürlich meinen es alle gut. Wir sollen rücksichtsvoll, sensibel, menschlich sein. Doch irgendwann stellt sich die Frage: Wie viel Sensibilität verträgt ein Betrieb, der am Ende auch funktionieren muss?
Vom Mitarbeitenden zum empfindsamen Wesen
In vielen Teams ist die Stimmung heute eine seltsame Mischung aus Rücksicht, Unsicherheit und unterschwelligem Druck. Ein falsches Wort – und schon steht die Welt kurz still. Ein ehrliches Feedback – und jemand fühlt sich persönlich angegriffen. Ein Hinweis auf Verbesserung – und es wird als „fehlende Wertschätzung“ interpretiert.
Wertschätzung ist wichtig, keine Frage. Aber sie ist nicht dasselbe wie ständige Bestätigung. Wenn ein Unternehmer seinem Team jeden Tag versichern muss, wie grossartig es ist, dann läuft etwas schief – nicht, weil Lob schlecht wäre, sondern weil Arbeit ihren Sinn verliert, wenn sie nur noch von aussen validiert wird.
Der neue Leistungskonflikt
Unternehmerinnen und Unternehmer stecken heute in einem Dilemma. Sie
sollen wirtschaftlich stark, sozial kompetent, empathisch, modern und
wertschätzend führen – und dabei bitte noch jeden Einzelnen individuell
abholen. Klingt schön in der Theorie. In der Praxis heisst das oft: ständige
Rücksicht, ständiges Erklären, ständiges Deeskalieren. Dabei war Führung
einmal etwas anderes: Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen,
Richtung geben. Heute gleicht es eher einem emotionalen Seiltanz über
einem Minenfeld. Zu streng – unmenschlich. Zu weich – unglaubwürdig. Zu
direkt – verletzend. Zu indirekt – unklar.
Der Preis? Viele Unternehmer verlieren die Lust, überhaupt noch ehrlich zu
kommunizieren. Sie filtern jedes Wort, überlegen dreimal, ob sie jemanden
kränken könnten – und sagen am Ende lieber gar nichts.
Die paradoxe Kultur der Wertschätzung
Interessanterweise reden wir heute mehr über Wertschätzung als je zuvor –
und gleichzeitig fühlen sich so viele Menschen so wenig wertgeschätzt wie
nie. Das Paradox ist offensichtlich. Je mehr Wertschätzung gefordert wird,
desto inflationärer wird sie verteilt. Und was inflationär wird, verliert an
Wert. Wahre Wertschätzung entsteht nicht durch tägliche Nettigkeiten
oder Teamevents. Sie zeigt sich in Vertrauen, in Verantwortung, in der
Freiheit, Fehler zu machen – ohne dass gleich ein Drama daraus wird.
Doch genau hier liegt der Knackpunkt. Viele Mitarbeitende wollen heute das
Gefühl der Sicherheit, ohne den Preis der Verantwortung zu zahlen. Sie
wollen das Lob, ohne Risiko. Die Anerkennung, ohne Kritik. Die Freiheit,
ohne Konsequenzen. Und das, so ehrlich muss man sein, kann kein
Unternehmen langfristig tragen.
