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Die Protokolle aus dem Jenseits zeigen eine erstaunlich wirkliche Welt der Menschen, die aus der Sicht unserer Welt gestorben sind. Der Hauptgrund der Durchführung solcher Durchgaben war, den Menschen hier auf der Erde mitzuteilen, dass es nach dem irdischen Tod ein Weiterleben gibt, und zwar ein Leben in Wahrheit, Licht, Schönheit, Harmonie und vor allem in göttlicher Liebe. Ebenso sollen diese Mitteilungen all jenen Trost bringen, die hinübergegangene liebe Menschen verloren haben – ein Wiedersehen mit ihnen ist möglich. Das Buch ist auch ein Wegweiser zum wahren Sinn des Lebens auf Erden: das Entwickeln einer immer tiefer werdenden Gottesliebe und ein in moralischen Grundsätzen verankerter Lebenswandel. Es lohnt sich, denn auf der anderen Seite bereut es jeder bitter, der ein gottfernes Leben geführt hat. Es ist zu berücksichtigen, dass diese Durchsagen aus einer Sphäre gemacht wurden, wo die sog. Geister auch nicht alles wissen. Daher gibt es auch Widersprüche oder Aussagen, z.B. zur Reinkarnation, die heutzutage wissenschaftlich gegenteilig bewiesen sind. Doch wichtig ist die Grundbotschaft dieses Buches: Gottes Liebe ist unendlich und jedes Geschöpf wird von Ihm geliebt, als wäre es Sein einziges Kind. Dieses Werk von Dr. Schwarz wird fortgesetzt in zwei weiteren Bänden. Sie enthalten weitere authentische Protokolle bzw. direkte Äußerungen hochentwickelter Jenseitiger zu einer Fülle von Themen, die auch für unser irdisches Leben bedeutsam sind.
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Seitenzahl: 211
Veröffentlichungsjahr: 2012
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Wie die »TOTEN« leben
Protokolle aus dem Jenseits
empfangen von Ph. Landmann
Herausgegeben als Versuch einer vergleichenden Jenseitsforschung von Dr. Rudolf Schwarz
HEINRICH SCHWAB VERLAG
ISBN: 978-3-7964-0507-5
3., überarbeitete Auflage 2012
© 1954 Heinrich Schwab Verlag/
Lebensweiser-Verlag
Alle Rechte vorbehalten
Heinrich Schwab Verlag GmbH & Co. KG
Eglofstal 44, D-88260 Argenbühl
Tel. 0049-7566-941957
www.heinrichschwabverlag.de
Vorwort des Herausgebers
Vom Hinübergehen
Über das Sterben
Gibt es nach dem Tod ein Wiedersehen?
Welche Erlebnisse hattest du bei deinem Hinübergang?
Wie erlebtest du, als Kind, die jenseitige Welt?
Vom menschlichen Leben im Jenseits
Wie sieht es im Jenseits aus?
Stimmt das Jenseits mit dem von der Kirche verkündeten „Himmel“ überein?
Frage nach dem Ergehen im Jenseits
Hat der jenseitige Geistleib dieselben inneren Organe wie der fleischliche Leib?
Hat der Geistleib, den wir in der jenseitigen Welt haben, auch die Rassenmerkmale wie auf der Erde?
Welche Kleidung tragt ihr?
Welche Rolle spielt die Kleidung im Jenseits?
Gibt es im Jenseits auch Städte?
Arbeitet ihr auch, und worin besteht eure Arbeit?
Welcher Art ist eure Arbeit?
Welche Rolle spielt die Kunst im jenseitigen Leben?
Habt ihr Kenntnis von moderner Kunst, und wie beurteilt ihr sie?
Ist sogenannte leichte Musik wie von Joh. Strauß, Franz Lehàr usw. im Jenseits nicht zu finden? Gehört sie zu den rein weltlichen, Gott nicht verbundenen Dingen?
Sind die Bauwerke im Jenseits künstlerisch ausgeführt?
Wohnen die Nationen im Jenseits zusammen oder sind sie untereinander gemischt?
Wie sehen die Häuser der Menschen nicht weißer Rasse aus? Wie bietet sich ihre Kultur und ihre Kunst dar?
Wie verständigen sich die Jenseitigen miteinander?
Wie verständigen sich die Jenseitigen untereinander?
Gibt es im Jenseits auch so etwas wie „dienende Geister”, so wie wir sogenannte dienstbare Geister in unserem Dienstpersonal haben?
Gibt es Bücher im Jenseits? Kann sie jeder lesen oder nur der, der die Sprache versteht, in der sie geschrieben sind?
Wie kommt irdische Literatur zu euch?
Wie lange ist es her, dass die ältesten Geister, die sich in der dritten Sphäre befinden, auf der Erde gelebt haben?
Von der Natur im Jenseits
Wo ist die jenseitige Welt?
Gibt es bei euch auch den Wechsel zwischen Tag und Nacht?
Habt ihr auch die Gesetze der Schwerkraft, so dass etwas, das eurer Hand entgleitet, zu Boden fällt?
Wie ist die Erschaffung des Universums zu denken? Ist es vergänglich?
Gibt es im Jenseits einen Wechsel, eine Erneuerung in irgendeiner Form?
Wie sieht die Natur im Jenseits aus? Habt ihr auch Freude an ihr?
Würdest du als ehemaliger Botaniker etwas über das Pflanzenleben im Jenseits mitteilen?
Wie verhält sich die Zeit im Jenseits zur irdischen Zeit?
Ist euer Leben ein Dasein in einer wirklichen, objektiven Welt oder mehr nur ein subjektives in der Art eines Traums?
Irdische Welt und geistige Welt in Beziehung zueinander
Wie ist der Geisterverkehr im Lichte der Kirchenlehren, seiner Gottgewolltheit und seiner Gefahren zu beurteilen?
Wie seht ihr unsre Welt? Ist lichtundurchlässige Materie für euch durchsichtig?
Nehmen Geister, die vor langer Zeit verstorben sind, an modernen Erfindungen und moderner Kunst teil?
Wie seht ihr verdeckte Gegenstände, wie seht ihr im Dunkeln?
Wodurch unterscheidet sich das Leben und Denken im Jenseits im Wesentlichen gegenüber dem der Erde?
Welchen Zweck hat die irdische Welt?
Ist Fleischgenuss grundsätzlich zu verurteilen?
Gibt es ein Lebenslicht oder ist das nur ein sprichwörtlicher Ausdruck?
Können Erdenmenschen während des Schlafs zuweilen ihren Leib verlassen und sich im Jenseits aufhalten, dort auch mit Jenseitigen sprechen?
Wie ist ein moralisch gutes Erdenleben zu führen? Ist dabei Gebet sinnvoll?
Welche Folge ist aus der Existenz der geistigen Welt für das Erdenleben zu ziehen?
Kommen nur die, welche hier an Gott glauben, in den Himmel?
Warum glauben auf der Erde viele sonst gute und rechtschaffene Menschen nicht an Gott? Kommen sie im Jenseits zur Gotterkenntnis und wie?
Welches ist die richtige geistige Einstellung zum Erdenleben?
Wie ist das Problem der Wunderkinder zu erklären? Die Reinkarnisten sehen in ihnen eine wesentliche Stütze ihrer Theorie
Von höheren Dingen
Frage betreffend Schutzgeister
Frage bezüglich der „Stufen” und „Sphären”
Gibt es im Jenseits auch Gottesdienste?
Ist euch eine persönliche Zusammenkunft mit Jesus Christus möglich? Entspricht sein Äußeres dem Bild, das man sich von Ihm auf der Erde macht?
Kann man im Jenseits geistig vorwärts schreiten? Kann man tiefere Erkenntnisse erwerben und wie?
Inwieweit haben Sie die Lehren der Kirche, die Sie vertraten, im Jenseits bestätigt gefunden? Sie sind mir immer eine Autorität gewesen, lieber Herr Superintendent
Haben die Menschen vor ihrer Geburt schon in der geistigen Welt existiert? Gibt es also eine Präexistenz (vorgeburtliches Leben) und Reinkarnation (Wiederverkörperung)?
Eine Stimme aus der Finsternis
Nachwort der Herausgebers
Literaturnachweis
Jetzt sehen wir die göttlichen Dinge nur wie ein rätselvolles, unklares Spiegelbild, einst aber von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt ist mein Erkennen Stückwerk, einst aber werde ich erkennen so vollkommen, wie ich von Gott erkannt bin.
(1. Kor. 13, 12)
Das Titelbild in der vorliegenden Form wurde vom Hauptkommunikator S. G. der nachstehenden Protokolle aus dem Jenseits selbst angeregt. Es ist gleichzeitig ein Beweis dafür, wie eingehend die Jenseitigen an unserem Leben teilnehmen. S. G. schrieb am 23.6.1950, 21 Uhr:
„Ich habe beobachtet, dass du die Blätter, die dein lieber Mitarbeiter dir geschickt hat, durchsahest. Das hat einen Gedanken in mir aufsteigen lassen, den ich dir weitergeben möchte. Das Buch würde guten Erfolg haben, wenn es gleich durch die äußere Aufmachung in die Augen fiele. Ich meine, man könnte ein himmlisches Licht, das durch dunkles Gewölk bricht, als Einbandzeichnung anbringen. Darunter die Erdkugel, die im Lichtkegel erhellt ist, während daneben Finsternis lagert ...
Für diesen Vorschlag habe ich wichtige Gründe. Für alle, die „Licht“ mit Licht in irdischem Sinn gleichsetzen, ist das Leben in Wirklichkeit finster. Das wahre Licht ist unserer Welt zu eigen, und wo eine Gelegenheit sich bietet, wie sie durch deine Verbindung mit uns gegeben ist, nehmen wir sie mit Freuden wahr, um das wahre Licht in die Finsternis eurer Welt hineinstrahlen zu lassen. Wir möchten, dass recht Viele das Licht, das uns leuchtet, kennen lernen und durch seine Strahlen aus Zweifel, Todesfurcht und irdischer Gesinnung geführt werden.
Sie finden, wenn sie das hören, was wir mitzuteilen haben, den rechten Halt in aller Mühsal des irdischen Lebens, den einzigen wirksamen Trost im Schmerz des Abschiednehmens, wenn liebe Menschen sie verlassen; die einzige Hoffnung, wenn das irdische Leben zu Ende geht; und die Gewissheit, dass Gottes Liebe über alle menschlichen Gedanken und Vorstellungen weit hinausreicht und ihnen eine Zukunft vorbehalten hat, die selbst mit größter Fantasie in keinem Fall auch nur entfernt richtig vorgestellt werden kann. Darum ist meine Freude so groß, dass auch durch meine Hilfe mancher etwas hierüber erfahren kann.
Ich schließe mich dem herzlichen Wunsche an, dass Licht aus unserer Welt in manches dunkle Herz strahle, wie es das Titelblatt nach meinem Vorschlag andeuten soll.“
Der Entwurf wurde nach diesen Angaben von Grafiker P. W. Müller in Unterheutal bei Münsingen (Württ.) ausgeführt.
Auch das Titelblatt der vorliegenden 3. Auflage wurde in diesem Sinn neu gestaltet.
Es ist nicht wahr, dass die Toten tot sind. Sie leben!
Es ist nicht wahr, dass noch kein „Toter“ zurückgekehrt sei, um zu berichten, wie es im Jenseits aussieht. Tausende sogenannter „Toter“ sind in Wirklichkeit in den letzten hundert Jahren zurückgekehrt und haben ausführlich darüber berichtet!
Dass der Mensch – jeder Mensch – den Tod persönlich überlebt, ist heute eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache. Da das Leben nach dem Tod also weitergeht, ist es nur logisch zu fragen: Wie?
Dr. Emil Mattiesen, der verdienstvolle psychische Forscher, schreibt in seinem Werk „Das persönliche Überleben des Todes“ (Berlin, 1936-1939):
„Müssen wir jene ersteren Kommunikatoren zum Zeugnis über sich und ihr Erdenleben zulassen, so können wir ihnen nicht jeden Glauben versagen, sobald sie etwas über ihr gegenwärtiges Leben und seine Umwelt mitteilen. Es wäre Willkür, gerade diese Aussagen – und sie allein – als fantastische Zutaten des Mediums beiseitezuschieben. Vielmehr müssen wir umgekehrt zugeben, dass die Lieferung solcher Angaben durch gut identifizierte Jenseitige die Glaublichkeit verwandter Aussagen durch an sich fragwürdige Kommunikatoren sehr verstärkt.“ An anderer Stelle: „Das Problem der Jenseitsgestaltung entsprang dem gelungenen Beweis, dass es Jenseitige an sich wirklich gibt, die dann in irgendeiner Welt doch leben müssen; warum also sollen wir nicht Schilderungen Glauben schenken, die von an sich beglaubigten Jenseitsbewohnern ausgehen?“
Bei den nachfolgenden „Protokollen aus dem Jenseits“ können wir von zwei gesicherten Tatsachen ausgehen. Erstens sind die betreffenden Kommunikatoren gut beglaubigt, das heißt, es handelt sich um Persönlichkeiten, die dem Medium Ph. Landmann entweder in ihrem Leben gut bekannt waren und die ihm gute Identitätsbeweise gaben oder deren Richtigkeit er durch nachträgliche Nachforschung und das Zeugnis Dritter feststellen konnte.
Zweitens stimmt der Inhalt der Jenseitsbeschreibungen weitgehend, ja bis in nebensächliche Einzelheiten mit fremden, insbesondere englischen Jenseitsschilderungen (z.B. der Bücher von Rev. Drayton C. Thomas, Geraldine Cummins u.a.) überein. Mit Recht schreibt Dr. Mattiesen:
„Die Tatsache bleibt bestehen und muss nachdenklich stimmen, dass in allgemeinen Zügen die Vereinbarkeit der Schilderungen vom Altertum bis in unsere Tage eine unverkennbare ist; dass ein Kenner wie Bozzano, der ihrer Durchforschung einige Jahre gewidmet hat, sich anheischig machte, in einem künftigen Werk ihre durchgängige Vereinbarkeit zu erweisen; ja dass ein Denker vom Range Bergsons die Möglichkeit ernsthaft ins Auge fassen konnte, aus Angaben über das Leben im Jenseits, ‚wenn sie gleich Reiseberichten genau durchforscht würden, am Ende einen zwingenderen Beweis für das Überleben zu gewinnen als durch den Nachweis der bloßen Zugänglichkeit von irdischen Erinnerungen.‘ “
Während die englische Literatur sehr reich an derartigen Jenseitsschilderungen ist, sind sie in deutscher Sprache sehr spärlich und nur in längst vergriffenen Büchern zu finden. Das beweist einerseits die Notwendigkeit einer solchen Sammlung und ist andererseits eine wichtige Stütze für die Echtheit. Denn das deutsche Medium Ph. Landmann ist der englischen psychischen Literatur, wie ich mich überzeugt habe, unkundig. Selbst wenn er also die spärliche deutsche Literatur auf diesem Gebiet kennen würde, wäre es ausgeschlossen, dass die hier vorliegenden Protokolle nur eine unterbewusste Wiedergabe wären.
Wer ist Ph. Landmann? Ich bin da in Verlegenheit, denn es ist mir nicht gestattet, über seine Person Näheres mitzuteilen. Der Name ist ein von mir gewähltes Pseudonym. Es ist aber selbstverständlich, dass ich seinen wirklichen Namen und seine Adresse kenne. Ich darf nur so viel sagen, dass es sich um einen alten Herrn in einer geachteten Position handelt, dessen Beruf und Lebenslauf jede Täuschung oder Unehrenhaftigkeit völlig ausschließt.
Die vergleichende Quellenforschung bezüglich der Mitteilungen über das Leben im Jenseits ist genauso wissenschaftlich wie etwa diejenige der Bibelforschung, der Historik, der Erdbeschreibung, der Völkerkunde, der Astronomie und der Kriminalistik. Es handelt sich um den Vergleich und die wertende Abwägung von Zeugnissen, die nicht nach Willkür reproduzierbar sind. Aber die Häufung gleich lautender Zeugenaussagen, unabhängig und ohne Wissen voneinander abgegeben, verleiht ihnen eine hohe Wahrscheinlichkeit.
Es muss hier aber die Einschränkung gemacht werden, dass die Zeugnisse entkörperter Menschen, die im Volksmund nicht ganz richtig „Geister“ genannt werden (denn auch wir lebende Menschen sind Geister), mit solchen lebender Menschen nicht ohne weiteres gleich zu werten sind. Irdische Zeugen leben und denken in den gleichen Verhältnissen und Begriffen wie wir. Jenseitige Zeugen dagegen müssen zwar ebenfalls unsere Worte und Begriffe verwenden, da wir sie sonst ja nicht verstehen würden; diese Worte und Begriffe können aber etwas anderes bedeuten. Ein bedeutender amerikanischer Forscher, Hudson Tuttle (1836-1910), schreibt in seinem Buch „The Arcana of Spiritualism“ darüber sehr treffend:
„Wenn ein mit der Gabe der Sprache begabter Schmetterling zu seinen ehemaligen Raupenbrüdern, die sich von rohen Kräutern nähren, zurückkehren und versuchen würde, ihnen von den neu entdeckten Blumengenüssen zu erzählen, von dem Schweben von Blüte zu Blüte auf Zephyrflügeln, von dem Nektartrinken aus duftenden Kelchen, wie wenig würden seine Zuhörer ihn begreifen und wie völlig würde er missverstanden werden! Die Welt der Schmetterlinge ist ihnen unbekannt und die wenigen Worte, die ihnen zur Verfügung stehen, beziehen sich nur auf ihre Nährpflanzen und ihr Hungergefühl. Sie haben keine Worte für Dinge, die sie nie sahen, und keine Empfindungen für noch nie gemachte Erfahrungen. In noch stärkerem und vollständigerem Sinn trifft dies zu, wenn ein Geist sein Leben in der Geisterwelt zu beschreiben versucht. Kein irdisches Auge hat diese Herrlichkeiten je gesehen. Kein einziges Wort unserer Sprache passt dafür. Gewiss besteht ein gewisser Zusammenhang zwischen der irdischen und jenseitigen Welt, und doch sind beide so verschieden wie nur möglich. Wenn also ein Geist versucht sein Reich, in dem er sich befindet, zu beschreiben, muss er unsere Worte in einem neuen Sinn verwenden. Es besteht dann stets die Gefahr, dass seine Worte wörtlich, das heißt in dem uns geläufigen Sinn, genommen werden, und daraus entsteht ein völliges Missverstehen.“
Hudson Tuttle weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in den Anfangszeiten des Spiritismus, also um die Mitte des 19. Jahrhunderts, wörtlich genommene mediale Mitteilungen die Forschung in Verruf brachten. So veröffentlichte der New Yorker Richter Edmonds eine Beschreibung einer Molkerei(!) im Jenseits mit der Aufzählung aller dazu verwendeten Gerätschaften bis zu den zinnernen Kannen, die zum Trocknen in die Sonne gestellt würden, und forderte dadurch natürlich endloses Gelächter und Spott heraus. Dazu gehören auch die „Planetenreisen“ der frühen deutschen Somnambulen mit den fantastischen Schilderungen über Lebewesen auf dem Saturn usw.
„Richter Edmonds“, sagt Hudson Tuttle, „hielt es für ausgemacht, dass alles, was das Medium sieht, auch tatsächlich so in der Geisterwelt vorhanden sein müsse, und merkte nicht, dass er irdische Verhältnisse beschrieb. Der eine Geist mag behaupten, dass Geister weder essen noch trinken, ein anderer, dass sie es tun, und beide können die Wahrheit sprechen: Denn während nicht anzunehmen ist, dass Geister großen Appetit zu stillen haben, muss doch zugegeben werden, dass Geisterwesen irgendwoher Lebenskraft beziehen müssen in einer Weise, die vielleicht uns Irdischen nicht verständlich ist.“
Dieser Vorbehalt, den wir hier machen müssen, bedeutet aber nicht, dass alles, was hier beschrieben ist, etwa nur traumhaft, gleichnishaft oder allegorisch zu verstehen ist. Geistig eingestellte Menschen – andere interessieren sich für diese Dinge nicht – sind leicht geneigt zu verlangen, dass ein jenseitiges Leben irgendwie „ganz anders“ als das irdische, nur „rein geistig“ vorgestellt werden müsse. Das trifft aber durchaus nicht zu. Ein Tisch, ein Baum oder ein Haus ist dem Jenseitigen ebenso real wie uns, wenn auch der „Stoff“, aus dem diese „Dinge“ bestehen, ein ganz anderer ist als unsere Materie. Der Jenseitige lebt durchaus nicht in einer bloß eingebildeten Ideen- oder Traumwelt. Schon die einfachste philosophische Betrachtung zeigt uns, dass das Leben in einer solchen Ideen- oder Traumwelt kein wirkliches Leben wäre. Man komme nicht mit dem Einwand, dass die Traumwelt dem Schlafenden auch „Wirklichkeit“ ist. Er kann über sie nicht reflektieren, wie es der Jenseitige sehr wohl vermag. Und tut er es dennoch gelegentlich, so ist es das sicherste Zeichen, dass er im Begriff ist aufzuwachen.
Wenn ich den Unterschied zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt auf einen kurzen Nenner zu bringen versuchen will, so möchte ich dies so tun:
Die diesseitige Welt unterwirft das Leibliche völlig unabänderlichen Naturgesetzen, lässt aber das Moralische frei.
Die jenseitige Welt unterwirft die Materie weitgehend dem menschlichen Willen, gestaltet aber dafür umgekehrt seine Umgebung weitgehend nach moralischen Gesetzen.
Das erfordert ein völliges Umdenken des irdischen Lesers beim Aufnehmen jenseitiger Mitteilungen. Doch wird man mit einigem guten Willen beim Lesen der Protokolle begreifen, was ich meine. Daher kommt es auch, dass ständig äußerliche Beschreibungen mit moralischen Lehren und Mahnungen gekoppelt sind. Das ist die Welt der Jenseitigen, wenigstens derjenigen, die auf einer einigermaßen gehobenen geistigen Stufe stehen.
Wir heutigen Menschen können Ähnliches nur finden und verstehen, wenn wir an unser Mittelalter zurückdenken. Wenn damals eine Arbeit verrichtet, ein Haus gebaut, ein Kunstwerk geschaffen wurde usw., geschah es „zu Gottes Ehre“, wie man sich ausdrückte. Alles Irdische war irgendwie auf das Höhere, Geistige, Göttliche bezogen. Die moderne Zeit hat sich von dieser Art der Weltanschauung weit entfernt; sie bezeichnet das Mittelalter gerne als „finster“. Es ist aber nicht finster, sondern nur völlig unverständlich geworden.
Damit hätte sich also der moderne Mensch vom Geistigen entfernt? Nun, es gibt wohl niemand, der das bezweifeln wird. Aber diese Geistferne hat, wie Dr. Rudolf Steiner oft überzeugend ausgeführt hat, auch ihr Gutes, nämlich sie allein erlaubte dem Menschen, in die Geheimnisse der Natur einzudringen, die technischen Wunder zu schaffen und die Natur zu beherrschen. Das kann aber wieder nur den Zweck haben, das irdische Leben zu erleichtern und dem Menschen mehr Muße und Freizeit zu geben, sich mit geistigen Dingen zu befassen. Dass der Mensch statt dessen Sklave der Technik geworden ist und seine Entdeckungen zur Selbstvernichtung anzuwenden im Begriff steht, ist die große Tragik.
Die Protokolle werden nicht veröffentlicht, um eine bloße Sensationsneugier zu befriedigen. Selbstverständlich hat jeder Mensch das Recht zu fragen und zu erfahren, wie es im Jenseits wirklich aussieht, und es werden manche erstaunt sein, weder den traditionellen Kirchenhimmel mit geflügelten, auf Wolken sitzenden, auf goldenen Harfen spielenden und Hallelujah singenden Engeln zu finden, noch einen Traumhimmel oder einen Ort der „ewigen Ruhe“ oder des Nichtstuns. Sie alle wären auch genau gesehen auf die Dauer unerträglich.
Die nachstehenden Protokolle widerlegen auch in deutscher Sprache endgültig die von den spiritistischen Gegnern immer von Neuem gegen besseres Wissen vorgebrachte Unwahrheit, dass jenseitige Kommunikationen sich in Plattheiten erschöpfen würden. Selbst ein so erfahrener Forscher wie Dr. Rudolf Tischner schreibt in seinem neuesten Buch ‚Ergebnisse okkulter Forschung‘ (Stuttgart, 1950, S. 176): „Zumal muss betont werden, dass die Geister so gar nichts Greifbares über das Jenseits zu sagen wissen und versagen oder ausweichen, wenn man Genaueres darüber wissen will, obwohl sie vorher über andere Dinge gute Auskunft gegeben haben.“ Die vorliegenden Protokolle beweisen genau das Gegenteil und werden nun hoffentlich endgültig mit jenem oft kolportierten Märchen aufräumen.
Diesem Buch folgt ein zweiter Band nach mit dem Titel ‚Mehr Licht aus dem Jenseits‘, dessen Protokolle sich vorwiegend mit ethischen und religiösen Fragen befassen, um den auf diesem Gebiet Weitersuchenden weiteren Stoff zum Nachdenken zu geben.
Aber der Leser darf nicht bei der Neugierde stehen bleiben, sondern soll ernste Folgerungen aus dem Gelesenen für sein ihm noch verbleibendes irdisches Leben ziehen. Das Erdenleben ist ja nichts anderes als eine Vorstufe, eine Schule für das Jenseits. „Der Wahn ist kurz, die Reu‘ ist lang“, möchte man in abgewandelter Anwendung eines Schillerwortes auch hier sagen. Der Wahn nämlich, dass es die Aufgabe sei, das kurze Erdenleben zu „genießen“, solange „das Lämpchen glüht“ und ehe „alles aus ist“. Und die Reue über ein falsch angewandtes Erdenleben nachher im Jenseits. Die Bibel hat ganz Recht, wenn sie mahnt, man solle sich während des Erdenlebens „Schätze im Himmel sammeln, die die Motten und der Rost nicht fressen“.
Tag: 02.10.1947 Kommunikator: S. G.
Frage:
Antwort:
Beim Sterbeakt löst sich der Geistleib vom fleischlichen Leib1). Manchmal geschieht das recht leicht und das Geistige wird vom Fleischlichen gelöst, wie wenn man ein verbrauchtes Kleid2) ablegt. Manchmal „geht“ es auch nicht so leicht, dann nämlich, wenn der Mensch im Leben ganz irdisch eingestellt war. Es haftet dann, was ihn bindet, sehr gefährlich und verderblich an seinem geistigen Wesen und macht ihm das Sterben schwer. Er mag das, was er auf der Welt hat, nicht verlassen, und da er von dem andern nichts Gewisses weiß und sich während seines Lebens auf der Erde nicht darum gekümmert hat, hängt er am Irdischen und mag es nicht missen.
Was wird nun beim Sterben erlebt? Es ist, als wollte das deutliche Bewusstsein, das uns im Leben begleitete, weniger deutlich werden. Dann erlischt es ganz3) und im nächsten Augenblick befindest du dich außerhalb deines fleischlichen Leibes, den du dann auf seinem Platze siehst wie etwas, das dir nicht gehört. Du meinst, das gehe dich gar nichts an. Liebe Menschen weinen vielleicht. Aber du kannst das weder begreifen noch dich darüber aufregen, da du ja lebst und dich äußerst wohl fühlst.4) Leider kannst du ihnen das nicht sagen, denn, da du jetzt eine andere Leiblichkeit hast, kannst du ihnen keine weiteren Mitteilungen machen. Alles, was du ihnen mitteilen möchtest, können sie nicht hören.
Dann wird dein treuer Lebensbegleiter (Schutzgeist) dich begrüßen und du darfst, was Gott bereitet hat, sehen.Im nächsten Augenblick hast du eine ganz neue Welt betreten, du machst ganz neue Erfahrungen, und deine Leiche, die du zurückgelassen hast, verliert jede Anziehungskraft für dich.
So musst du dir dein Sterben vorstellen und brauchst wirklich keine Furcht davor zu haben.
Tag: 18.02.1947 Kommunikator: M., Freund von Ph. L., 1944 hinübergegangen
Frage:
Antwort:
M. schaut auf dich. Du hast lange mit einem Ruf gezögert.5) Heute sagte mir dein Schutzgeist6), dass er mich rufen werde, gab aber keine weitere Nachricht. Jetzt hörte ich, dass mehrmals Störungen dazwischenkamen.7) Das macht nichts. Meine Hoffnung hat sich ja nun noch erfüllt. Ich habe die Freude, mal wieder mit meinem lieben Ph. Verbindung haben zu können. Nun zu deiner Frage über das Wiederfinden im Jenseits.
Hier finden sich alle wieder, die innere Beziehungen zueinander hatten. Das äußere Verhältnis kommt nicht in Frage. Es ist ja nur eine zufällige, wieder aufgelöste Gemeinschaft gewesen, da der Tod sie beendete. Menschen, die nur in solcher äußeren Gemeinschaft lebten, ohne innere Bindung der Herzen, finden hier nicht wieder zusammen, es sei denn, dass sie es wünschen, um das Vergangene vielleicht wieder gutzumachen.8) Im anderen Fall haben sie ein Wiederzusammenkommen nicht zu befürchten.
Gemeinschaft, die nicht von innerster, liebeverbundener Art war, wird hier nicht fortgesetzt. Eine Ehe also, die nicht harmonisch war, ist hier nicht mehr verpflichtend. Die Ehegatten kommen nicht wieder zusammen nur deshalb, weil sie im irdischen Leben verheiratet waren. Sie finden sich hier nur wieder, wenn sie innerlich verbunden waren, aber auch dann nur, wenn sie den Wunsch haben, zusammen zu wohnen.9)
Das Zusammenwohnen hat hier nicht die Bedeutung wie auf der Erde, da es keine räumlichen Schranken gibt. Jeder kann so wohnen, wie es seinen Wünschen entspricht. Der eine wohnt mit seiner früheren Familie zusammen, der andere hat ein Haus für sich allein. Aber eine Trennung bedeutet das nicht für die, die innerlich zusammengehören. Sie sind genauso zusammen wie auf der Erde im gemeinsamen Haushalt.
Die nicht innerlich Verbundenen aber brauchen sich das Leben nie mehr schwer zu machen durch Aufeinanderangewiesensein wie im irdischen Leben. Sie können sich treffen oder nicht, ganz wie sie es wünschen. Aber hier sind ja die Missverständnisse beseitigt und die Verstimmungen behoben, die vielleicht auf der Erde das Zusammenleben erschwerten. Deshalb finden manche hier erst in Liebe höherer Art aneinander Gefallen, und das ist dann erst eine Gemeinschaft, die diesen Namen verdient.
Was auf der Erde zusammenführte, war oft lediglich geschlechtliche Reizung. Das gibt es hier nicht mehr. Nur das Edle, das in einem Menschen wohnt, macht hier Eindruck! Darum ist unsere Liebe wahre Liebe, wie Gott sie hat; nicht eine Leidenschaft, die nicht standhält, wenn die äußeren Reize sich abgestumpft haben. Wir lieben uns mit größerer Hingabe, einerlei, ob es Mann und Frau ist oder Mann und Mann oder Frau und Frau, die innerlich zusammengehören. Das Geschlechtliche ist hier nicht mehr vorhanden.10) Die Liebe hat ihre höchste Vollendung ja nicht in der geschlechtlichen Liebe, sondern in der innersten Übereinstimmung mit Gott, welche die Herzen derer erfüllt, die innerlich zueinander gehören. Es ist das tiefste Glück, das es gibt, immer mit Gott in Einklang zu sein. Niemals gibt es eine Störung dieses Einklangs mit Gott. Immer steigert sich die hingebende Liebe, die empfängt, was Gott ihr verheißen hat, nämlich das herrliche Leben in Seiner Gemeinschaft.
Wahre Liebe tut das Gott-Gefällige aus innerstem Antrieb. Das ist unsere Gesinnung und darum gibt es keine Gegensätze wie auf der Erde. Wer eine andere Gesinnung hat, ist eben nicht hier.11) Es ist eine genaue Ordnung12), dass nur Liebe gilt; was lieblos ist, hat hier nichts zu suchen. Darum sind alle, die ohne Liebe sind, hier nicht zu finden, sondern in der Finsternis der tiefen Stufen.
Am liebsten hat es Gott, wenn Menschen schon auf der Erde ihr Herz ganz Ihm übergeben. Ich weiß, dass das wohl nur selten der Fall ist. Wenn sie dann hierher kommen und erleben, was Gottes Liebe ihnen zugedacht hat, sind sie für Ihn gewonnen. Sie brauchen ja jetzt nicht mehr an Gottes Liebe zu glauben, sondern sehen und erfahren sie. Was ihnen zuteil wurde, übertraf alle Erwartungen, so dass sie in tiefster Ehrfurcht und Dankbarkeit Gott nur anbeten können und es nie begreifen, dass Gott so groß ist, wie sie Ihn jetzt kennenlernten. Ihre Vorstellungen waren weitaus andere. Was uns hier zum Bewusstsein kommt, ist so gewaltig, dass wir nie damit fertig werden, sondern wohl in alle Ewigkeit daran zu lernen haben.
Auch wir werden uns wiederfinden, um nie wieder eine Trennung zu erleben. Alte Freunde, die sich innerlich verstanden, gehören für immer zusammen, genau wie Eheleute, die wahre Herzensgemeinschaft miteinander hatten. Auch wenn sie nicht beieinander wohnen, haben sie eine immerwährende Verbindung durch ihre gemeinsame Liebe zu Gott und zueinander.
Das ist das herrliche Glück unseres Lebens: Alle, die wir uns lieb haben, bleiben für immer vereint, und jeder findet im andern sein eigenes Selbst wieder, so wie Gott es haben will: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Tag: 07.12.1947 Kommunikator: Schwester der Mutter von Ph. L., prächtiger, pflichtbewusster Mensch, tüchtige Geschäftsfrau, kirchlich und religiös nicht sehr interessiert, gestorben Ende der 20er Jahre
Frage:
Antwort: