Wie geht Beziehung? - Ursina Donatsch - E-Book

Wie geht Beziehung? E-Book

Ursina Donatsch

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Beschreibung

Worauf kommt es beim Daten wirklich an? Warum haben Paare immer wieder denselben Streit? Was sind die größten Hürden beim Zusammenziehen? Warum sind manche Menschen monogam, während andere es nicht sind? Die Paartherapeutin Ursina Donatsch hat in ihrer langjährigen Praxis unzählige Fragen zu den unterschiedlichsten Beziehungsthemen gehört und beantwortet. Dieses Buch ist eine Sammlung dieser Fragen und ihrer Antworten – prägnant, fundiert und praktisch anwendbar. Und das Beste daran? Sie müssen das Buch nicht von Anfang bis Ende lesen. Sie können es jederzeit zur Hand nehmen, eine Frage herauspicken und sofort Antworten und Anleitungen finden, die Ihnen weiterhelfen. Es ist so konzipiert, dass es Ihnen schnelle und leicht umsetzbare Hilfestellungen bietet, egal wo Sie sich gerade in Ihrem Beziehungsleben befinden.

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Seitenzahl: 138

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Ursina Donatsch

Wie geht Beziehung?

63 Antworten auf Fragen rund um Liebe und Partnerschaft

Wie geht Beziehung?

Ursina Donatsch

Dr. Ursina Donatsch

[email protected]

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Verantwortliche Person in der EU: Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Merkelstraße 3, 37085 Göttingen, [email protected]

Anregungen und Zuschriften bitte an den Hersteller:

Hogrefe AG

Lektorat Psychologie

Länggass-Strasse 76

3012 Bern

Schweiz

Tel. +41 31 300 45 00

[email protected]

www.hogrefe.ch

Lektorat: Dr. Susanne Lauri

Bearbeitung: Tobias Gaudin, Gießen

Herstellung: René Tschirren

Umschlaggestaltung: Hogrefe AG, Bern

Umschlagabbildung: Getty Images/franckreporter

Satz: Mediengestaltung Meike Cichos, Göttingen

Format: EPUB

1. Auflage 2025

© 2025 Hogrefe Verlag, Bern

(E-Book-ISBN_PDF 978-3-456-96355-6)

(E-Book-ISBN_EPUB 978-3-456-76355-2)

ISBN 978-3-456-86355-9

https://doi.org/10.1024/86355-000

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Diese Bestimmungen gelten gegebenenfalls auch für zum E-Book gehörende Download-Materialien.

Zitierfähigkeit: Dieses EPUB beinhaltet Seitenzahlen zwischen senkrechten Strichen (Beispiel: |1|), die den Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe und des E-Books im PDF-Format entsprechen.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Beziehungsanfang

Wie viel soll man vor dem ersten Date über das Gegenüber in Erfahrung bringen?

Hat Online-Dating Nachteile für die darauffolgende Beziehung?

Wie schnell muss man beim Daten kommunizieren, dass man Kinder will?

Was, wenn sich eine gute Freundin in einer neuen Beziehung stark verändert?

Wie nimmt man sich eine Abfuhr nicht zu stark zu Herzen?

Haben Dating-Apps unsere Fähigkeit zur Verbindlichkeit untergraben?

Soll ich eine Beziehung trotz unterschiedlicher Vorstellungen überhaupt eingehen?

2 Äußere Einflüsse

Scheitern Paare immer an denselben Situationen?

Wie gelingt eine Fernbeziehung?

Wie gehen wir als Paar mit weltpolitisch belastenden Situationen um?

Weshalb streiten wir immer wieder über die gleichen Dinge?

Was tun, wenn der Partner ständig Pornos schaut?

Ab wann ist Alkohol gefährlich für die Beziehung?

Was hilft gegen Beziehungsalltags-Blues nach erlebnisreichen Sommerferien?

Gehen meine Finanzen den Partner etwas an?

Mein Umfeld mag meinen Partner nicht. Wie gehe ich damit um?

Ist es sinnvoll, als Paar langfristig getrennt zu wohnen?

Soll ich mich in die schwierige Beziehung zwischen meinem Freund und seinen Eltern einmischen?

Wie nähere ich mich dem Familienalltag meines Partners?

3 Riskantes Beziehungsverhalten

Wie schaffen wir es als Paar, uns gegenseitig weniger zu kritisieren?

Wie übe ich mich in Toleranz bei Geräuschen des Partners?

Finden wir nach einem Seitensprung wieder zusammen?

Wie erkenne ich eine toxische Beziehung?

Ich kann meine Partnerin nicht mehr riechen. Wie teile ich ihr das mit?

Frisch zusammen und bereits Streit – sollen wir in die Paartherapie?

Wie erteilt man Ratschläge an den Partner, ohne ihn zu bevormunden?

Darf ich vor anwesenden Personen einen Beziehungsstreit austragen?

4 Unsicherheiten in Beziehungen

Wie werde ich ein schlechtes Selbstwertgefühl innerhalb der Beziehung los?

Wie viel Hilfe muss ich meiner Partnerin bei psychischen Problemen geben?

Wie vermittelt man in einer Beziehung Sicherheit?

Wie überwindet man die Bindungsangst?

Was sagt ein Schweigen wirklich aus?

Warum wird Single-Dasein oft als Beziehungsunfähigkeit verstanden?

Wie kann ich meinem Mann klar machen, wie er mich berühren soll?

Gilt Flirten schon als Betrügen?

Muss ich ein traumatisches Erlebnis aus der Ex-Beziehung zwingend aufarbeiten?

5 Beziehungsphasen

Was sind die größten Hürden, wenn ein Paar zusammenzieht?

Die Leidenschaft ist weg – lässt sich körperliches Begehren wieder aufbauen?

Kann das Verliebtsein vom Anfang einer Beziehung auch nach Jahren noch da sein?

Ich habe seit der Geburt meines Kindes keine Lust mehr auf Sex – was kann ich tun?

Verliebt in den besten Freund – kann das gut gehen?

Muss mein Partner meine veränderten sexuellen Vorlieben kennen?

Ist ein „marriage sabbatical“ sinnvoll?

Kann ein Besuch im Swingerclub den Sex wieder aufregender machen?

6 Unterschiede zwischen Partnern

Wie entscheidend ist der Altersunterschied in einer Beziehung?

Wie schaffen wir Paar-Zeiten trotz unterschiedlicher Arbeitszeiten?

Was, wenn nur einer von beiden Kindern möchte?

Was bedeutet es, keine gemeinsame Liebessprache zu haben?

Muss ich alle Weihnachtstraditionen meines Partners mitmachen?

Meine Partnerin ist ein Messie: Wie gehe ich damit um?

Mein Freund ist nicht so sportlich wie ich – wie kann ich ihn zu mehr Bewegung motivieren?

Konflikt in den Ferien: Wie wird man unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht?

Muss man Paare immer gemeinsam einladen?

7 Beziehungsende

Sind einseitige Trennungen schlimmer?

Wie gelingt das Beziehungs-Comeback?

Was hilft gegen Liebeskummer?

„Conscious uncoupling“: Wie geht das?

Meine Ex hat einen Neuen, ich liebe sie aber noch – was soll ich tun?

Findet man die große Liebe ein zweites Mal?

8 Alternative Beziehungsformen

Weshalb sind gewisse Menschen monogam und andere nicht?

Beziehung ohne Sex: Muss man sich dafür rechtfertigen?

Beziehungshopping: Was sagt das über eine Person aus?

Was tun, wenn die Partnerin eine offene Beziehung wünscht?

Literaturverzeichnis

Danksagung

Die Autorin

|9|Vorwort

In meiner vieljährigen Praxis als Paartherapeutin habe ich unzählige Fragen zu den unterschiedlichsten Beziehungsthemen gehört und beantwortet. Über die Jahre habe ich die wichtigsten und elementarsten Fragen gesammelt, die immer wieder in meinen Sitzungen aufkamen. Sie berühren grundlegende Aspekte des menschlichen Miteinanders und spiegeln die universellen Herausforderungen wider, die Paare in Beziehungen erleben. Dieses Buch ist eine Sammlung dieser Fragen und meiner Antworten – prägnant, fundiert und praktisch anwendbar.

Sie werden zum Beispiel erfahren, worauf es beim Daten wirklich ankommt, warum Paare immer wieder denselben Streit haben und wie Sie als Paar lernen können, sich weniger zu kritisieren. Außerdem werden Sie entdecken, wie man Untreue oder emotionale Abhängigkeit bewältigen kann. Sie erhalten Antworten auf Fragen wie: Was sind die größten Hürden beim Zusammenziehen? Sind einseitige Trennungen schlimmer? Warum sind manche Menschen monogam, während andere es nicht sind? Manchmal endet eine Beziehung, und es stellt sich die Frage, wie man am besten mit diesem Verlust umgeht.

Ich habe die vielfältigen Fragen, die Paare an mich herantragen, in übersichtliche Kategorien geordnet:

Beziehungsanfang

äußere Einflüsse auf Beziehungen

riskantes Beziehungsverhalten

Unsicherheiten in Beziehungen

Beziehungsphasen

Unterschiede zwischen Partnern

Beziehungsende

alternative Beziehungsformen

|10|Jeder Abschnitt wird durch psychologische Theorien eingeleitet, die die Grundlagen meiner Antworten bilden.

Dieses Buch ist mehr als nur ein Ratgeber: Die Antworten sind theoretisch fundiert und enthalten konkrete Handlungsanleitungen für Ihren Alltag. Ob Sie sich in einer Beziehungskrise befinden, sich fragen, wie Sie eine neue Beziehung am besten beginnen, oder einfach nur Ihre Beziehungskompetenz verbessern möchten – dieses Buch bietet Ihnen wertvolle Einsichten und praxisnahe Lösungen.

Und das Beste daran? Sie müssen das Buch nicht von Anfang bis Ende lesen. Sie können es jederzeit zur Hand nehmen, eine Frage herauspicken und sofort Antworten und Anleitungen finden, die Ihnen weiterhelfen. Es ist so konzipiert, dass es Ihnen schnelle und leicht umsetzbare Hilfestellungen bietet, egal wo Sie sich gerade in Ihrem Beziehungsleben befinden.

Als Paartherapeutin ermutige ich Sie, sich mit den Themen dieses Buches auseinanderzusetzen. Sie werden nicht nur erfahren, was zu tun ist, sondern auch verstehen, warum bestimmte Handlungen sinnvoll sind. Dieses Verständnis gibt Ihnen die Kraft, Ihre Beziehungen aktiv zu gestalten und zu verbessern. Sie sind ein wertvoller Mensch, der das Recht hat, ein erfülltes und glückliches Leben zu führen – und eine erfüllte und glückliche Beziehung.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und wertvolle Erkenntnisse beim Lesen.

|11|1  Beziehungsanfang

Wenn Beziehungen entstehen – und was Sie dabei beachten sollten

Der Beginn einer Beziehung ist oft von Aufregung, Hoffnung und Unsicherheit geprägt. Wenn zwei Menschen sich ineinander verlieben und beschließen, eine romantische Partnerschaft einzugehen, stehen sie vor einer Vielzahl von Fragen und Herausforderungen. Was müssen sie voneinander wissen, bevor sie sich auf eine Beziehung einlassen? Welche Themen sollten sie ansprechen und klären, um Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden? Wie können sie sicherstellen, dass ihre Bedürfnisse und Erwartungen im Einklang stehen und sie auf dem richtigen Weg sind, eine gesunde und erfüllende Beziehung aufzubauen?

Als Paartherapeutin habe ich festgestellt, dass der Beziehungsanfang eine Phase ist, die ich in meiner Praxis selten miterlebe. Es ist verständlich, dass frisch verliebte Paare nicht unbedingt den Wunsch haben, sofort eine Therapie zu beginnen. Doch immer wieder beobachte ich, wie Menschen in Dating-Situationen an ähnlichen Hürden scheitern – genau dort, wo Liebe blind macht. Denn das Verliebtsein führt oft dazu, dass Menschen die Realität aus den Augen verlieren.

Um diesen Aspekt des Beziehungsanfangs näher zu beleuchten, ist es hilfreich, auf psychologische Theorien zurückzugreifen. Die Forschung über romantische Liebe, wie sie Helen Fisher (2004) in ihrem Buch „Why we love“ beschreibt, legt nahe, dass das Verliebtsein von neurochemischen Prozessen im Gehirn begleitet wird. Diese Prozesse können dazu führen, dass wir den Partner idealisieren und mögliche Probleme übersehen. Dadurch entsteht eine Art Verklärung, die es uns schwer macht, die Risiken und Herausforderungen einer Partnerschaft klar zu erkennen.

Zusätzlich dazu betont die kognitive Dissonanztheorie von Leon Festinger (1957), dass Menschen dazu neigen, ihre Überzeugungen und Entschei|12|dungen so anzupassen, dass sie mit ihrem Verhalten übereinstimmen. Jack Brehm (1956) hat anhand der kognitiven Dissonanztheorie im Kontext des Verliebtseins und romantischer Beziehungen argumentiert, dass verliebte Menschen dazu neigen, die Wahrnehmung zu verzerren, und potenziell negative oder widersprüchliche Informationen über ihren Partner ignorieren oder relativieren. Diese Verzerrung kann durch das Bedürfnis entstehen, das eigene Selbstbild als liebesfähig und begehrenswert aufrechtzuerhalten sowie die positive Bewertung der Beziehung zu schützen. Zum Beispiel könnte jemand die häufige Unpünktlichkeit seines Partners herunterspielen oder entschuldigen, indem er sich einredet, dass dieser einfach einen kreativen und spontanen Lebensstil hat.

Auch Elliot Aronson (1969) hat in seiner Arbeit gezeigt, wie Verliebte dazu neigen, ihre Partner oder Partnerinnen zu idealisieren und positive Eigenschaften zu überbetonen, um die kognitive Dissonanz zu reduzieren. Sie machen dies, um die innere Diskrepanz zwischen ihren Gefühlen und Handlungen zu verringern. Aronson argumentiert, dass das Verliebtsein eine Art von Selbstbestätigung ist und Menschen dazu bringt, ihr eigenes Verhalten zu rechtfertigen, indem sie die Attraktivität ihres Partners oder ihrer Partnerin überbewerten. Ein Beispiel dafür wäre, dass eine Person die mangelnde Aufmerksamkeit ihres Partners als Zeichen dafür interpretiert, dass dieser einfach sehr unabhängig ist, und dies als positive Eigenschaft umdeutet, um ihre eigenen Gefühle der Vernachlässigung zu minimieren.

Wenn wir uns stark in jemanden verlieben, kann dies dazu führen, dass wir bestimmte Warnsignale ignorieren oder rationalisieren, um unsere Entscheidung zu rechtfertigen, mit dieser Person eine Beziehung einzugehen. Dies kann uns dazu bringen, bestimmte wichtige Diskrepanzen zu übersehen oder zu bagatellisieren, die später zu ernsthaften Problemen in der Beziehung führen könnten.

Deshalb ist es wichtig, den Beziehungsanfang als eine kritische Phase zu betrachten, die eine sorgfältige Selbstreflexion und eine realistische Bewertung der Situation erfordert. Paare sollten sich bewusst sein, dass das Verliebtsein sie dazu bringen kann, die Realität zu übersehen. Sie sollten sich bemühen, objektiv und rational zu bleiben, während sie entscheiden, ob eine Beziehung für sie geeignet ist. Es ist wichtig, offen über Erwartungen, Bedürfnisse und Lebensziele zu kommunizieren und darauf zu achten, dass beide Partner eine realistische Einschätzung der Beziehung haben, um Enttäuschungen und Konflikte in der Zukunft zu vermeiden.

|13|Die nächsten Schritte in einer Beziehung können entscheidend dafür sein, ob sie langfristig erfolgreich ist oder nicht. Daher ist es wichtig, von Anfang an auf eine solide Grundlage zu achten und die notwendigen Gespräche zu führen, um Missverständnisse und Enttäuschungen zu vermeiden. In den folgenden Texten werden wir uns mit verschiedenen Aspekten des Beziehungsanfangs befassen. Dabei erhalten Sie praktische Tipps für eine erfolgreiche und erfüllende Partnerschaft.

Im Folgenden beantworte ich Fragen zu verschiedenen Aspekten des Beziehungsanfangs: wie viel man vor dem ersten Date über das Gegenüber in Erfahrung bringen sollte, die möglichen Nachteile von Online-Dating für darauffolgende Beziehungen, das richtige Timing für die Kommunikation von Kinderwünschen beim Daten, der Umgang mit der Veränderung einer guten Freundin in einer neuen Beziehung, wie man eine Abfuhr nicht zu stark zu Herzen nimmt, ob Dating-Apps unsere Fähigkeit zur Verbindlichkeit untergraben haben und ob man eine Beziehung trotz unterschiedlicher Vorstellungen eingehen sollte. Diese Themen bieten wertvolle Einsichten und Strategien, um den Grundstein für eine stabile und glückliche Beziehung zu legen.

Wie viel soll man vor dem ersten Date über das Gegenüber in Erfahrung bringen?

Neugierig sein wie eine Katze?

Online lässt sich über fast jede Person etwas herausfinden. Aber ist das förderlich, um jemanden kennenzulernen? Oder vergibt man sich dadurch die Möglichkeit auf den ersten persönlichen Eindruck?

Am liebsten würde ich sagen: Gehen Sie vollkommen unvoreingenommen an ein erstes Date. Machen Sie sich selbst ein Bild. Ein Bild ohne Filter. Lernen Sie Ihr Gegenüber von null auf kennen. Oder möchten Sie, dass beim ersten Apéro bereits für Sie bestellt wird, weil Ihr Date schon weiß, dass Campari Soda Ihr Lieblingsgetränk ist, Sie letztes Jahr auf den Malediven waren und Ihr Hund Leo heißt?

Wenn wir aber schon die Möglichkeit haben, mit ein paar wenigen Klicks durch das World Wide Web zu scrollen, dann lassen Sie uns das nutzen. Der digitale Fußabdruck gibt uns einen kleinen Hinweis darüber, ob dieser |14|Mensch existiert und in dem Land wohnt, wo er vorgibt zu wohnen. Bevor wir auf Reisen gehen, informieren wir uns schließlich auch, ob das Land bereisbar ist. Völlig normal also, gewisse Unsicherheiten zu minimieren. Trotzdem sollte man sich vor Ort nicht ganz auf das Gegoogelte verlassen: Bleiben Sie wachsam und hören Sie in sich, sollte sich ein komisches Bauchgefühl einstellen.

Sämtliche Social-Media-Profile im Vorfeld zu durchforsten, würde ich aber trotzdem nicht empfehlen. Ganz im Sinne von: Je weniger wir wissen, desto spannender und echter ist das erste Kennenlernen. Wäre doch schade, diesen magischen Moment nur wegen ein bisschen Neugier zu zerstören.

Geben Sie Ihrem Date die Chance, sein wahres Gesicht zu zeigen. Lassen Sie sich den potenziellen Traum-Menschen nicht entgehen, nur weil Sie ihn im Rahmen Ihrer Internetrecherche wegen ein paar unvorteilhafter Partyfotos aussortiert haben. Lassen Sie sich ohne Vorurteile auf Ihr Gegenüber ein. Der erste Eindruck zählt. Der zweite ebenfalls. Bei der Frage, ob es passt oder nicht, können Sie ganz auf Ihre Intuition hören.

|15|Hat Online-Dating Nachteile für die darauffolgende Beziehung?1

Online-Dating erhöht die Chancen, Menschen außerhalb der eigenen Bubble zu begegnen.

Ob online oder offline: Die Art und Weise, wie man sich kennenlernt, ist weniger relevant als die Gründe, wieso man sich auf etwas Festes einlässt.

Ich beobachte kein anderes Verhalten bei meinen Paaren in der Praxis als vor 15 Jahren. Auch erlebe ich keinen Unterschied in der Arbeit mit ihnen, ob sie sich nun online oder offline kennengelernt haben. Entscheidend ist, wie sich die zwei Menschen bei den ersten Begegnungen fühlen. Welchen Bezug sie zueinander haben und was die Gründe für die Auswahl sind. Damit ist aber nicht die Wahl gemeint, ob es zu einem ersten Date kommt oder nicht, sondern, ob man sich auf eine Beziehung einlässt oder eben nicht.

Online-Dating ist einfach eine Form des Kennenlernens und erhöht die Chancen, Menschen außerhalb der eigenen Bubble zu begegnen. Auf diese Weise können Kontakte relativ einfach geknüpft werden. Das allein macht noch lange keine Beziehung aus.

Was nach dem ersten Kontakt passiert, ist erst ausschlagend für die Beziehung: Entstehen Gefühle? Fühlen sich beide sicher? Gibt es Zweifel? Bleibt das Interesse aneinander auch nach der ersten Begegnung bestehen oder verläuft es sich?

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