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Das Beste, was dir passieren kann Jesus spricht in der Bibel ständig vom Reich Gottes, das wir bauen sollen. Das jetzt schon da ist und das noch kommen wird. Vielleicht fragst du dich: Was ist dieses Reich eigentlich? Und was genau hat das mit mir zu tun? Lukas Gotter erklärt dir die Basics. Humorvoll und verständlich geht es um die Prinzipien des Reiches Gottes, die du anwenden kannst, damit dein Christsein konkret und erlebbar wird. Denn dadurch holst du den Himmel auf die Erde - ganz praktisch, im Hier und Jetzt. Bist du bereit, dich auf dieses Fundament zu stellen?
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Seitenzahl: 259
Veröffentlichungsjahr: 2022
Lukas Gotter
WIE IMHIMMEL SO AUFJEDEN FALL
Das Königreich Gottesverstehen, lebenund erwarten
SCM R.Brockhaus ist ein Imprint der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.
ISBN 978-3-417-27054-9 (E-Book)
ISBN 978-3-417-00027-6 (lieferbare Buchausgabe)
Datenkonvertierung E-Book: CPI books GmbH, Leck
© 2022 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH
Max-Eyth-Str. 41 · 71088 Holzgerlingen
Internet: www.scm-brockhaus.de · E-Mail: [email protected]
Die Bibelzitate sind folgenden Ausgaben entnommen:
Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen, Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft, wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten. (NGÜ)
Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. (LUT 84)
Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. (LUT)
Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe, © 2016 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart.
Alle Rechte vorbehalten. (EÜ – nur ein einziges Zitat: Jer 29,7)
Und eigene Übersetzungen
Umschlaggestaltung: Kathrin Spiegelberg, www.spika-design.de
Titelbild: stocksy
Autorenfoto: © Helge Eisenberg
Satz: typoscript GmbH, Walddorfhäslach
Über den Autor
Vorwort
Der Einleiter – Oder: Was ist eigentlich mein Problem?
1. REICHT’S?! – Oder:Was ist das Reich Gottes?
2. TOR FÜR DEUTSCHLAND! – Was ist das Evangelium, das Jesus verkündigt hat?
3. KÖNISCH! – Wer hat das Sagen im Königreich Gottes?
4. DO THEY KNOW IT’S CHRISTMAS? – Oder: Warum Weihnachten so wichtig für uns ist
5. HOCH HINAUS! – Die Bergpredigt als »Regierungserklärung« des Königreiches Gottes
6. NUR NICHT SCHLAPPMACHEN! – Zweite Etappe unserer Wandertour durch die Bergpredigt
7. IST MIR GLEICH! – Prinzipien des Königreiches Gottes aus und in Gleichnissen
8. ANKREUZEN – Warum wird mit dem Kreuz und dem Tod Jesu alles anders?
9. ZWÖLF FREUNDE MÜSST IHR SEIN – Wie wir Jünger werden, sind und bleiben. Und warum das so wichtig ist!
10. GOTTES GELIEBTE ZONE – Oder: Wie wir Gottes Königreich in der Welt repräsentieren können
11. UND WAS MACHST DU EIGENTLICH BERUFLICH? – Wenn aus Beruf Berufung wird und das Königreich Gottes in meinem Leben sichtbar wird
12. VORSTANDSSITZUNG – Die Kirche und das Königreich
13. DIE »OFFEN-BAR« – Wie aus dem »Noch nicht« das »Für alle Ewigkeit« wird
14. PARADEBEISPIEL – Oder: August Hermann Francke und die »Stadt Gottes«
Epilog: Gemeinsam für Halle! – Wie aus einer Schnapsidee Großes erwuchs
Danke! – Für alles!
Anmerkungen
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Lukas Gotter (Jg. 1987) gewann 750 000 € bei Wer wird Millionär und gründete daraufhin eine Stiftung. Er ist Pastor in Halle an der Saale, wo er mit seiner Frau Ute und seiner Tochter Luise lebt. Gemeinden, die einen Unterschied in dieser Welt machen, begeistern ihn. Jetzt schreibt er über sein Herzensthema: Eine von Jesus geprägte Welt.www.lukasgotter.de
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Ein Buch über das Reich Gottes – was für eine steile Ansage! Das Reich Gottes ist Lukas zum Herzensthema geworden und das spürt man seinem Buch in allen Facetten ab.
Seit Jahren sind wir als Freunde und als Gemeinde an diesem Thema dran. Wir haben viel gelernt und haben einiges dabei erreicht. Doch wie heißt es so schön: »Es ist schon da, aber auch noch nicht vollendet.« Es liegen gleichzeitig noch ganz viele Schritte vor uns, das ist allerdings ganz okay so. Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind, das Reich Gottes Stück für Stück sichtbarer zu machen.
Aber was meint Jesus eigentlich, wenn er vom Evangelium des Reiches Gottes spricht? Hätte er nicht einfach nur vom Evangelium, also von der guten Nachricht sprechen können? Warum dieser Zusatz? Gibt es etwa auch ein anderes Evangelium? Eine andere gute Nachricht, die etwas einfacher und kürzer ist? Zum Beispiel: »Glaube an Jesus. Bekenne ihn als Herrn und fertig!«? Oder geht es danach vielleicht tatsächlich noch weiter?
Viele Fragen, die alle in dieser einen münden: Was ist das Reich Gottes und welche Auswirkungen hat es auf Gemeinde und darauf, wie wir denken und leben?
Je mehr man über das Thema nachliest, darüber betet und philosophiert, desto mehr erkennt man, wie einfach das Reich Gottes auf der einen und wie herausfordernd und komplex es auf der anderen Seite ist!
In diesem Buch begegnen sich Theologie und Lebensalltag. Erstaunlicherweise duellieren sie sich gar nicht, sondern gehen Hand in Hand und zeigen dem Betrachter, wie Nachfolge im Reich Gottes gelingen kann. Jesus hat vor 2000 Jahren genau dafür die Grundlage gelegt.
Gerade die praktischen Beispiele auf den folgenden Seiten holen den Himmel ein Stück auf die Erde, ohne dabei eine heile Welt vorzutäuschen, nur weil man zu Gottes Bodenpersonal gehört.
Viele namhafte Personen kommen zu Wort. Zuerst natürlich Gott! Denn schließlich ist es sein Reich. Jesus. Er setzt den Rahmen für das Königreich Gottes. Paulus natürlich. Und Martin Luther. August Hermann Francke und ein 500-Euro-Schein …
Am Ende geht es beim Reich Gottes um jeden Einzelnen. Es geht darum, wie wir leben und ein Teil dieses grandiosen göttlichen Masterplans sein können. Vielleicht wirst du herausgefordert sein, deine bisherige Theologie zu hinterfragen? Vielleicht sogar dein Lebenskonzept zu überdenken?
Für uns und für unsere Gemeinde können wir auf jeden Fall sagen, dass ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat. Vor einigen Jahren haben wir unsere Gemeindevision neu geschrieben, um den Wandlungsprozess deutlich zu machen. Wir sehnen uns nach einer »von Jesus geprägten Welt«: in unserer Gemeinde, in Halle, in unserem eigenen und auch in deinem Leben.
Zum Glück haben uns dabei liebe und treue Wegbegleiter auf dieser Reise begleitet und den Blick für das Reich Gottes geöffnet. Unser Dank gilt diesen unermüdlichen Helden, die an uns geglaubt und uns geholfen haben, das Reich Gottes in unserem Kontext sichtbar zu machen. Danke Keith und Marion Warrington, dass eure Liebe stärker ist als unsere Schwachheit. Danke Michael Winkler, dass du uns in all den Jahren ermutigt hast, einen Schritt nach dem anderen zu gehen.
Ein ganz großes Dankeschön geht natürlich auch an Lukas Gotter, der als Student nach Halle kam und Gottes Berufung angenommen hat. Mir wurde nach einiger Zeit klar, dass Lukas der richtige Mann ist, die begonnene Gemeindearbeit weiterzuentwickeln. So fiel es mir leicht, unsere Gemeinde in seine Hände zu legen. Er hat in den letzten Jahren die »Reich-Gottes-Vision« konsequent weiterentwickelt und in diesem Buch auf den Punkt gebracht.
Ein letztes Dankeschön geht jetzt an alle, die dieses Buch in die Hand genommen haben. Ich wünsche euch, dass ihr herausgefordert und ordentlich geflasht werdet und euch beim Lesen ganze Kronleuchter vor eurem inneren Auge aufgehen.
Henry MartenHalle im Februar 2022
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Jesus redet über nichts mehr als über das Reich Gottes.
Über nichts mehr? Redet er nicht viel mehr von der Liebe Gottes? Oder von Israel? Oder davon, wie wir anderen Menschen begegnen sollen? Nicht viel mehr gegen die Pharisäer, Gesetzeslehrer oder Sadduzäer? Oder über Nachfolge?
Ein paar Dinge, die manche unserer heutigen Diskussionen klären würden, hat Jesus jedenfalls ausgespart. Zum Beispiel eine klare Tauftheologie mit Angabe des Alters des Täuflings. Das wäre was gewesen. Oder die Frage, welche Musik wir Sonntag für Sonntag im Gottesdienst spielen sollten. Oder überhaupt zum Thema Gottesdienst – wie genau soll der eigentlich aussehen?
Jesus hat auch nicht gesagt, welche frommen Schubladen es noch alles braucht, um unser Christsein richtig einzuordnen. Also nicht: Wer hat recht? Welche Konfession? Welche Gemeinde? Wer glaubt jetzt »richtig«, nachdem wir den Klein-und-groß-getauften-neo-liberalen-post-evangelikalen-missionalen-ICF-grün-Charismatiker im evangelischen Gottesdienst haben. Ach ja, natürlich ist er oder sie ursprünglich katholisch.
Das sind Themen, über die hat Jesus überhaupt nichts gesagt. Wir sagen darüber aber recht viel, habe ich manchmal den Eindruck. Mit wir meine ich wir Christinnen und Christen. Wir Jüngerinnen und Jünger. Wir Glaubensgeschwister. Wir reden viel über so etwas: Dinge, die Jesus offengelassen hat, die aber einen gewissen Redebedarf erzeugen.
Was Jesus allerdings immer wieder und ständig besprochen hat, war tatsächlich das Reich Gottes. Dass wir das nicht tun, hat sicherlich seine Gründe. Denn ich glaube, und das ist einer meiner Grundannahmen in diesem Buch, dass kaum einer weiß, was das eigentlich ist, dieses Reich Gottes.
Ich weiß nicht, wie du groß geworden bist. Ich selbst bin getauft und konfirmiert. Christlich aufgewachsen, durfte ich meine Kindheit und Jugend in einem Elternhaus verbringen, in dem es üblich war, jeden Sonntag zur Kirche zu gehen. Mehr noch: sein Leben in Gottes Dienst zu stellen. Nicht selten gestaltet noch heute jemand aus meiner Familie den Gottesdienst in meiner Heimat mit. Mal an der Orgel, mal beim Predigen, mal in der Band.
Dazu kommt, dass meine Eltern einen christlichen Buchladen haben und ich deswegen nahezu jedes christliche Hörspiel aus meiner Kindheit kenne, Superzwei-Alben auswendig mitsingen und sprechen kann und viele Gegenstände unseres Alltags mit einer schönen frommen Botschaft versehen sind.
Manche sagen von sich, sie seien christlich groß geworden. Aber ich bin es wirklich. Unsere Familie hat sich schon immer viel in der Gemeinde engagiert, und die Sonntage sind oft so voll, als wären wir »Berufschristen«. Genau so einer bin ich dann auch geworden. Der erste in der Familie, und es ist wundervoll, heute auf diesem geistlichen Fundament aufbauen zu können.
In diesem engagierten Umfeld also, da fiel immer mal wieder der Halbsatz »… das Reich Gottes bauen …«. Mal im Gebet, mal in einer der vielen Mitarbeiterrunden, vor oder nach einem Gottesdienst oder in Gesprächen, in denen es darum ging, wie wir Gemeinde gestalten können.
Ehrlich gesagt, war mir früher nie so richtig klar, was damit gemeint war. Und ich hatte nicht selten den Eindruck, dass der- oder diejenige, die das sagte, auch nur eine ganz schwache Ahnung davon hatte.
Es klingt jedenfalls echt fromm und gut. Damit kann man »geistlich« schon ganz viel abräumen, wenn die Begrifflichkeit an der richtigen Stelle auftaucht. Aber was genau bedeutet das überhaupt?
Irgendwann dachte ich immer an den Vers: »Wenn der Herr nicht das Haus baut, dann bauen die Arbeiter umsonst« (Psalm 127,1; eigene Übersetzung).
Vielleicht ist das Reich Gottes bauen so was wie Hausbau. Wäre eine denkbare Analogie. Damit man nicht umsonst arbeitet (was ja viele der Menschen taten, mit denen ich zu tun hatte – Stichwort: Ehrenamt!), baut man sich also dieses ominöse Haus, genauer: dieses Reich. Muss wohl was Geistliches sein. Etwas für fortgeschrittene Superfromme.
Aber was es eigentlich ist, habe ich früher nie wirklich verstanden.
Das änderte sich auch nur wenig mit meinem Theologiestudium. Dort lernte ich, dass der Begriff »Reich Gottes« ganz zentral bei Jesus und dass es sein »Programm« gewesen sei. Paulus nutze den Begriff viel weniger. Nur eine Stelle aus den Paulusbriefen ist recht bekannt: »Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist« (Römer 14,17; LUT). Das war’s aber eigentlich schon fast.
Immerhin fiel mir auf, dass der Begriff Reich zweimal im Vaterunser vorkommt: »Dein Reich komme, wie im Himmel so auf Erden« und »Dein ist das Reich …«, kurz vor Schluss. (So viele Worte sind es übrigens nicht, die sich in diesem Gebet doppeln.)
Ansonsten sind mir in meinem Leben immer mal wieder Leute begegnet, die meinten, dass der Himmel das Reich Gottes sei. Damit meinen sie das Leben nach dem Tod, das Paradies, das neue Jerusalem oder einfach nur die Ewigkeit. Das ist mir ein wenig zu naiv gedacht. Zumal wir ja feurig und mit Glauben beten: »Dein Reich komme.«
Also soll es jetzt kommen. Jesus selbst macht ja deutlich, dass das Reich Gottes schon mitten unter uns ist.
Verwirrt? Ich war es auf jeden Fall. Denn so richtig hängen geblieben ist mir von alldem nichts. Widersprüchlich ist es auch noch. Jeder scheint damit was anderes zu meinen.
Für jemand wie mich, der aus Deutschland kommt, ist es sowieso schon schwierig, über etwas Erstrebenswertes nachzudenken, das mit »Reich« verbunden ist. Zu diesem Wort haben wir eine ambivalente, also zwiespältige Beziehung. Von daher: Wir könnten den Begriff also auch einfach meiden, und fertig.
Aber dann … irgendwann … bekam ich allmählich eine Ahnung davon, was damit gemeint sein könnte. Mit der Zeit sammelten sich auch richtig gute Reich-Gottes-Erfahrungen in meinem Leben: Momente, in denen ich das Gefühl hatte, dass der Himmel auf die Erde kommt. Und ich merkte: Das Reich Gottes hat so viele Aspekte!
Reich Gottes. Jesus redet über nichts mehr. Dem musste ich mich erst mal stellen.
Sollte ich, sollten wir dann nicht ebenfalls beginnen, mehr darüber zu reden? So wie Jesus? Es scharf und gut definieren, in die Gemeinden tragen, darüber predigen, was das Zeug hält, und dann so richtig praktisch werden?
In gewisser Hinsicht machen wir das ja schon. Denn nahezu jedes Gleichnis Jesu hat mit diesem Thema zu tun. Seine Bergpredigt wird auch »das Programm des Reiches Gottes« genannt. Von daher drehen sich viele Predigten im Grunde um das Reich Gottes. Wir reden also – indirekt – schon jetzt viel darüber. Doch, denke ich, könnte unser Bild schärfer, genauer und gleichzeitig größer und weiter sein. Am Ende dieses Buches, das ist meine Hoffnung, wissen wir konkreter etwas damit anzufangen.
Du merkst es vielleicht beim Lesen dieser Zeilen: Ich bin unzufrieden damit, wie wir mit diesem Thema umgehen. Der Satz »Wir bauen das Reich Gottes« verschiebt nämlich auch den entscheidenden Akzent: Am Ende ist es ja immer Gott, der baut, der tut, der macht. Und er baut, tut und macht schon eine ganze Menge.
Doch meiner Meinung nach würde er das auch gerne mit uns in Partnerschaft tun. Das ist so seine Art, wie ich in der Bibel lese. Er ist ja in sich selbst Beziehung und will das auch mit uns sein. Denn wenn ich mir die Geschichten der Bibel ansehe, dann handelt Gott immer wieder durch Menschen. Durch sie hat er diese Welt verändert.
Also, Gottes Reich zu bauen, heißt nichts anderes, als mit dem Erfinder der Welt gemeinsam diese Welt weiterzubauen. Was das bedeutet und wie das aussehen kann, darüber werden wir uns im Folgenden Gedanken machen.
Ich möchte dich mit auf diese Reise nehmen, und ich hoffe, dass du dabei entdeckst, wo du selbst Reich Gottes leben kannst. Es ist eine Reise zu unserer Berufung. Zur Kern-Botschaft Jesu. Zu den Auswirkungen in dieser Welt.
Mich hat dieses Thema gepackt – von meinen wenigen Haarspitzen bis zu meinen beiden kleinen Zehen. Ich beschäftige mich immer wieder damit, ohne dass es mir langweilig wird. Und meine Hoffnung ist, dass du beim Lesen eine Ahnung davon bekommst, was das Gebet »Wie im Himmel so auf Erden« in deinem Leben wirklich bedeuten könnte. Wäre das nicht was?
PS: Darf ich Sie euchen? Also, ich hoffe, du störst dich nicht am Du in diesem Buch. Wir duzen uns auch in unserer Gemeinde. Da du sicherlich auch schon bei Ikea warst, kennst du es ja von dort. Also mach ich’s in dem Fall schwedisch und bleibe beim Du. Bitte nicht übel nehmen.
[ Zum Inhaltsverzeichnis ]
Viele Menschen in meiner Stadt wissen eigentlich gar nichts über Gott, die Kirche oder die Bibel. Gleichzeitig meinen sie aber, recht genau zu wissen, wer diese Christen sind und was sie glauben. Es herrschen einige Vorurteile über uns, die gar nicht ohne Weiteres stimmen. So was wie: Christinnen und Christen haben nie Spaß, sind sexuell eher verklemmt, und Alkohol ist verboten. Pastor, Pfarrer, Priester – alles ein und derselbe Job, und alle leben unverheiratet.
Gut, durch die Kirche haben wir viele Feiertage. Immerhin. Christinnen und Christen gelten als die größten – weil einzigen – Fans von Orgelmusik, Blasmusik und deutschsprachigen Gospelchören. Sie lesen die Bibel. Gehen zum Gottesdienst. Haben ihren Nächsten lieb. Zumindest sagen sie das gerne. Das ist nämlich en vogue.
Manche Leute kommen in diesem Zusammenhang auch sehr schnell zu eher kritischen Themen wie Kindes- oder Machtmissbrauch, Inquisition oder Kreuzzüge. Das ist besonders bitter, wenn einem dann so ein Etikett anhaftet. Ach ja, und Christinnen und Christen beten. Das machen sie auch.
Begegne ich Menschen im Alltag, höre ich dann gerne den Satz: »So sieht also ein Pastor aus!?« Jemand sagte letztens ironischerweise über mich, ich sei ein »phänotypischer Pastor«. Wir mussten beide schmunzeln.
Mein Problem mit der Schublade »Christ« ist: All diese Vorurteile malen ein Bild von einem der Gegenwart abgewandten Christsein, das wenig(er) mit der »Welt« zu tun hat. Und hat man erst einmal diesen Stempel, ist es sehr schwer, ihn wieder loszuwerden.
Da ich aus dem oft unterschätzten und wunderschönen Osten Deutschlands komme, wo »naturbelassene Heiden« die Regel sind, ist es hier völlig normal, nicht Christ zu sein. Und wenn ich Leuten begegne, die Gott nicht kennen, darf ich immer wieder erleben, dass einige feststellen: »Diese Christen sind ja eigentlich ganz nett und völlig in Ordnung. Das mit dem Gottesdienst probiere ich demnächst mal aus.«
Es herrscht also eine Vorstellung von uns Christen, die nicht die Realität widerspiegelt. Ein Bild, das unscharf ist.
So geht es mir auch oft, wenn Leute über das Reich Gottes sprechen. Sie meinen, etwas darüber sagen zu können, was vielleicht klug wirkt, aber letztendlich mit Halbwahrheiten gefüllt ist. Am Ende wird nicht deutlich, was genau sie damit meinen. Es wird nicht lebenspraktisch.
Umso wichtiger ist es deshalb, eine gute Definition abzugeben, und ich möchte dich und mich ermutigen, mal wirklich zu fragen: Was ist das Reich Gottes?
Das zu beantworten, ist gar nicht so einfach. Wo fange ich an? Wo höre ich auf?
Denn schon liegt das erste Problem auf der Hand: Definiert man, was das Reich Gottes ist, dann definiert man im Kern auch, wer Gott ist.
An diesem Punkt hakt es schon. Gott zu definieren, ist schwierig, ja eigentlich unmöglich. Wer sind wir Menschen schon, dass wir wissen könnten, wer Gott ist?
Das sogenannte Bilderverbot in den Zehn Geboten warnt uns sogar ausdrücklich davor: Du sollst dir kein Bild machen – damit du Gott nicht auf dein menschliches Bild reduzierst. Ich persönlich neige in diesem Zusammenhang zu der Ergänzung: auch nicht auf ein Bild!
Gott bleibt Geheimnis; er ist kein Rätsel, das du lösen kannst und am Ende den Jackpot gewinnst. Nein, Gott bleibt geheimnisvoll, manchmal unscharf und unverständlich, aber auch nahe, intim, intensiv und noch ganz viel mehr.
Ich hoffe, du verstehst, was ich meine, und siehst auch mein konkretes Problem: Wie soll ich das beschreiben, was eigentlich nicht zu beschreiben ist?
Antwort: Gar nicht.
Und trotzdem will ich einen Versuch starten: Ich möchte starke Bilder für das finden, was wir wissen, glauben, lieben und hoffen dürfen. Ohne Gott einzuschränken.
Auch Jesus selbst hat ja Gleichnisse verwendet, um wichtige Wahrheiten deutlich zu machen. Es ist also durchaus legitim, dass wir Vergleiche benutzen, die ein biblisches Prinzip veranschaulichen sollen. Auch auf solche Weise kann Gott reden!
Denn eins ist mir ganz wichtig zu sagen, nämlich dass ich felsenfest daran glaube, dass Gott sich offenbart!
Er ist mir gegenüber ganz persönlich. Er teilt sich mit. Redet mal laut und mal leise. Begegnet mir im Gebet, in der Bibel oder im Gespräch mit anderen.
Gott ist der sich offenbarende Gott. Ich glaube, dass sein Sohn Jesus gestorben und auferstanden ist, dass der Heilige Geist begabt, begeistert und inspiriert und dass wir in der Bibel das beste, wichtigste und überzeugendste Zeugnis dieses wundervollen Gottes haben. Das ist immer meine Grundannahme.
Deswegen werde ich meinen Blick im Folgenden auf die Bibel richten. Ich liebe es, diese alten Geschichten neu zur Sprache zu bringen! Dafür brauche ich jedoch Bilder, die wir heute verstehen; ich brauche diese »Bilder« von Gott, um überhaupt sprachfähig zu werden. Aber natürlich lässt sich Gott nicht in ein Bild pressen. Keine Angst, Gott steht immer über den Bildern, über mir und über dir.
Doch kommen wir wieder zurück zum Reich Gottes. Dieses Thema muss so gut in die Zeit Jesu reingepasst haben, dass er nicht aufhören konnte, davon zu reden. Wenn man die Evangelien liest, springt einem dauernd dieser Begriff ins Gesicht. Im Neuen Testament kommt der Begriff »Reich Gottes« und Abwandlungen davon etwa zweihundertmal vor. Das ist richtig oft!
Jetzt mal die Frage: Wann hast du das letzte Mal etwas dazu gehört oder gelesen?
Meiner Beobachtung nach tun sich bei diesem Thema verschiedene Lager auf: Bei dem einen geht’s nur um die Ewigkeit, bei dem anderen darum, politische Verantwortung zu übernehmen. Wieder beim Nächsten um die Liebe zu den Mitmenschen, wieder beim anderen merkt man die Ahnungslosigkeit, nicht greifen zu können, was das eigentlich ist.
Ich habe auch etwas gebraucht, bis meine Vorstellung klarer wurde. Und ich bin weder fertig mit dem Thema, noch kann ich dir auf alles eine Antwort geben. Manches muss noch in meinem Herzen und meinem Kopf schärfer werden. Ich will noch mehr Geschichten dazu hören und mehr Erlebnisse machen.
Doch ich habe mich intensiver mit dieser Sache auseinandergesetzt und merke: Gute Lehre ist pure Seelsorge. Sie gibt Orientierung. Beim Thema Reich Gottes fehlt das oft. Oder das, was gut ist, wird nicht wahrgenommen, oder es ist zu intellektuell.
Ich bin überzeugt: Wenn wir verstehen oder zumindest annähernd begreifen könnten, was das Reich Gottes ist, würde sich unser Blick auf Gott, auf die Kirche, ja auf die ganze Welt grundlegend ändern. Wir würden merken: Das ist eigentlich ganz schön genial, dieses Reich! Und wenn wir danach streben würden, dieses Reich zu bauen, würde sich auch das Bild ändern, das viele von uns Christen haben. Also: Lasst uns neu und frisch darauf schauen!
Ich möchte dir eine Frage stellen: Wann hattest du das letzte Mal einen 500-Euro-Schein in der Hand? Überleg mal. Vielleicht noch nie? Vielleicht vor langer Zeit? Vielleicht ist es dein großer Traum, mal einen in der Hand zu halten?
Ich kann es selbst nicht mehr genau sagen, wann es bei mir so war. Ich meine, dass wir mal in einer Sammlung beziehungsweise Kollekte im Gottesdienst einen hatten. Aber das ist alles andere als die Regel bei uns – nicht, dass wir uns falsch verstehen!
Dazu muss man wissen, dass es 500-Euro-Scheine bald nicht mehr geben wird, denn sie werden abgeschafft. Bargeld ist so oder so ein Konzept, das mehr und mehr zurückgeht. Aber darauf will ich gar nicht hinaus.
Ein 500-Euro-Schein steht für Reichtum. Digitales Geld kann das niemals in der Form – im wahrsten Sinne des Wortes! – greifbar machen wie ein Geldschein.
Wenn ich einen 500-Euro-Schein in der Hand habe, gibt er mir das Gefühl, dass ich damit etwas bewirken und erreichen kann. Ich kann meinen Reichtum zu meinem eigenen Vorteil nutzen, für mich und andere Menschen Dinge kaufen, die gut sind, oder das Geld sparen. Oder meine Rechnungen bezahlen.
Ich könnte sofort ins beste Restaurant der Stadt gehen und das Geld für ein XXL-Menü rauspulvern. Oder mich neu einkleiden. Ich könnte damit auch jemanden beschenken oder das Geld einfach weggeben. In die Kollekte zum Beispiel. Oder den Geldschein verbrennen, was echt dämlich wäre. Aber: Auch das wäre machbar!
Das Tolle an einem Geldschein ist: Es funktioniert alles sofort. Ich bestelle nicht etwas online und warte, bis es »endlich« da ist. Sondern ich kann direkt etwas bewirken, und wer einen (oder mehrere) 500-Euro-Scheine hat, dem ist klar: »Ich bin reich! Ich habe Geld, das ich ausgeben kann!«, und das finden wir in der Regel ganz dufte.
Wie wäre also folgendes Bild für das Reich Gottes, das ein Bekannter letztens benutzt hat: Das Reich Gottes ist wie ein 500-Euro-Schein. Es symbolisiert Reichtum und Besitz. Allerdings nicht mein persönliches, sondern Gottes Eigentum.
Überall dort, wo der Reichtum oder, besser gesagt, die Reichtümer Gottes sicht- und erlebbar sind, ist das Reich Gottes. Dort, wo ich Gottes Liebe spüren und sehen kann, wird Gottes Reichtum real. Greifbar.
Jeder ist eingeladen, ein Teil davon zu sein: Arme bekommen göttliche 500-Euro-Scheine und sind reich. Kranke bekommen eine 500-Euro-Gesundheit, die es in sich hat. Menschen, die vaterlos groß geworden sind, dürfen endlich ihren 500-Euro-Papa umarmen. Und nein: Er kauft damit kein Spielzeug, sondern Zeit und Gemeinschaft.
Gut, das ist ein recht einfacher Gedanke. Aber stell dir mal vor, das wäre das Evangelium Jesu gewesen! Ich sehe ihn schon Prolo-Rapper-mäßig mit Geldscheinen in der Hand herumlaufen. Dann wischt er die einzelnen Scheine, die er in der Hand hat, heraus, und jeder, der will, muss nur zugreifen.
Natürlich verteilt Gott keine irdischen 500-Euro-Scheine. Sondern was du von ihm bekommst, ist Glaube, Liebe, Hoffnung. Gott verteilt Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Schönheit! Aber auch Heilung, Trost und Wiederherstellung.
Gott gibt dir, mir, uns – im übertragenen Sinne – seine 500-Euro-Scheine. Nur sind diese nicht irdisch und materiell, sondern übernatürlich und geistlich. Überall, wo ich das auf dieser Erde erleben kann, wird Reich Gottes für mich greifbar.
Das ist doch mal ein genialer Gedanke, oder? Reich Gottes heißt: reich an Gott sein.
Gott kann so handeln, weil er ganz anders ist als wir. So ganz anders als unsere verkappte, elende, zerrüttete Welt, in der diese Dinge manchmal so fern scheinen. Gott schenkt uns etwas von seinem Reichtum. Besser noch: Er schenkt es dieser ganzen Welt und verändert sie komplett. Sie wird neu und schön und der Wunder ganz voll.
Kommt man wie ich aus Deutschland, zuckt man bei diesem Wort automatisch erst mal zusammen. Das Dritte Reich Adolf Hitlers hat sich tief in unsere Geschichte eingebrannt. Zu Recht. Dort herrschte ideologischer, menschenverachtender »Reichtum«: Reichtum an Machtgehabe, Paraden, Hass auf Juden, Schwule, Behinderte. Geilheit auf Krieg, Waffen und willkürliche Autoritäten.
Kurzum: Reichtümer so fern von Gott wie der Hallesche FC vom Champions-League-Titel.
Deswegen verstehe ich auch jeden, der beim Thema »Reich« nicht voll miteinstimmt beziehungsweise nicht sofort eine positive Verbindung dazu hat. Der Begriff ist vorbelastet. Das finde ich nachvollziehbar und bitter zugleich.
In anderen Sprachen heißt es allerdings nicht einfach nur »Reich«. Basileía toũ theoũ (altgriechisch), Malcut Jahwe (althebräisch) oder auf Englisch Kingdom of God haben eine kleine, entscheidende Nuance mit drin, die mir im Deutschen oft fehlt.
Richtig übersetzt heißen diese Worte nämlich KÖNIGreich Gottes. Damit wird deutlich: Gott ist König. Das finde ich viel stärker.
Ein Königreich ist ja erst mal ein Gebiet, ein Ort oder ein Bereich, in dem einer das Sagen hat. Ein Reich hat einen Herrscher. Jemand, der weiß, wo es langgeht, und der die Verantwortung trägt. Jemand, der die Autorität hat.
Eine ganz andere Frage ist, ob dieser Jemand dann auch autoritär regiert. Aber jedenfalls »gehört« ihm die Macht, oder er darf sie stellvertretend eine Zeit lang ausüben. Er ist reich an Macht und, ja, er kann sie missbrauchen, wie manche Diktatoren und Tyrannen es tun, die viel Unheil anrichteten.
Vielleicht hast du auch andere Machthaber vor Augen. Solche, die das eigentlich ganz gut gemacht haben. An die erinnert man sich vielleicht nicht so intensiv, aber es gibt sie. Ganz bestimmt.
Das Königreich Gottes ist also das Gebiet oder der Staat Gottes. Er ist dort König, und dort können wir seine Reichtümer sehen. Die Bibel spricht von Gottes Gegenwart, die wir genau da erleben können. Veränderung findet statt. Ich merke, Gott widmet sich mir und meinem Nächsten.
Aber ist das nicht komisch? Vor allem, wenn wir davon ausgehen, dass Gott doch überall ist? Wie kann er dann irgendwo »mehr« sein? Oder stärker spürbar werden?
Auch das gehört für mich zum Reich Gottes: Es ist etwas Übernatürliches, Unerklärliches, Unfassbares. Ist Gott wirklich Gott, dann muss er übernatürlich sein. Es geht gar nicht anders.
Aber genau das ist oft ein schwieriger Gedanke für uns Menschen. Weil wir das so überhaupt nicht sind, nicht kennen und nicht einordnen können.
So oder so, Königreich Gottes heißt: Gott ist mit seinen Reichtümern gegenwärtig. Er ist da!
Schaut man in diese Welt, kommen sehr schnell Fragen auf: Gehört Gott nicht die ganze Welt? Wenn ja, warum wirkt es dann so, als würde er sie gar nicht regieren?
Betrachtet man die Corona-Krise und ihre Auswirkungen oder diverse andere schlimme Krankheiten, die Naturkatastrophen und Kriege, Gewalt, Hunger, Terror und Hass, dann überkommt einen das Gefühl, dass Gott seinen Job nicht macht.
Die vielen Einzelschicksale will ich dabei nicht ausklammern, denn die kommen ja immer noch dazu. Wer kennt keine tragischen Geschichten? Unfassbar schlimme Tode, Menschen, die unsägliches Leid erfahren, Krankheiten, die unheilbar sind?
Da kann man schnell auf die Idee kommen: Gott regiert nicht. Dieser anscheinend so liebevolle Gott zeigt nichts von seinem Reichtum. Wir fragen: Wenn es einen Gott gibt, wieso greift er nicht ein? Warum ändert er das alles nicht?
Ohne um den heißen Brei herumzureden: Ich kenne die Antwort auf diese Fragen nicht. Vielleicht werde ich sie eines Tages erfahren.
Aber bisher habe ich selbst große Fragen und keine klaren Antworten darauf. Ich habe nur eine leise Ahnung, wie das alles gedacht sein könnte, beziehungsweise einen Weg für mich entdeckt, der mir hilft. Ein Teil dieses Weges besteht in der Erkenntnis, dass das Warum nicht die beste und hilfreichste Frage ist. Das reißt mich manchmal aus dem Strudel der quälenden Überlegungen heraus.
Was mich an dieser Stelle trösten kann, ist Folgendes: Stellen wir uns mal kurz vor, es würde ein Ort existieren, an dem es kein Leid gibt. Eine Welt ohne Corona, ohne Krebs, ohne Tsunamis, Erdbeben oder Hurrikans. Oder um es noch weiter zu denken: eine Welt, in der niemand mehr sterben muss. In der es keinen Tod mehr gibt.
Okay, die Welt wäre schnell voll, wenn gleichzeitig immer noch Kinder geboren würden, das ist mir schon klar. Aber ich versuche, mich einem Idealbild zu nähern: eine Welt ohne Tod. Ohne Schmerz. (Weder am Knie, im Herz oder im Kopf. Keine!) Ein Ort ohne Tränen. Oder wenn es welche gibt, dann sind es Freudentränen.
Die Menschen, die dort leben, würden auch nicht so was wie Kriege, Unterdrückung, Ausbeutung, soziale Ungerechtigkeit etc. anzetteln. Alle wären auf Augenhöhe. Jeder hätte gesunde Beziehungen. Keiner wäre einsam, hätte aber die Erlaubnis, allein zu sein. Alle hätten einen echten Sinn im Leben, der an keine veränderlichen Bedingungen geknüpft wäre.
Es wäre eine Gesellschaft ohne verzweifelte Proteste, denn es gäbe einen wunderbaren, souveränen und liebevollen Herrscher, der jeden hört, sieht und sich um jeden kümmert. Es gäbe nichts, was uns Angst machen würde. Wir wären alle mutig, würden zu uns selbst stehen, würden uns und die anderen als wunderbare Geschöpfe wahrnehmen.
Kreativität, Schönheit, Vertrauen wären ungezügelt da. Fehler, wenn es sie denn gäbe, hätten keine Auswirkungen. Und die Musik! Die Musik erst. Wie himmlisch wäre die, bitte schön? Klänge, die du noch nie gehört hast, unbekannte Melodien, aber schöner als alles von Bach, Queen oder Stevie Wonder zusammen.
Wie sähe dieser unbeschreiblich schöne Ort aus? Vielleicht ja so:
Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.
Offenbarung 21,1-4; LUT 84
