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Für Bernd Karl Hoffman haben Tiere von Kind an alles bedeutet. So war es die glücklichste Fügung seines Lebens, dass er über vier Jahrzehnte im Niedersächsischen Landesnaturschutz arbeiten durfte. Er schildert in den ersten beiden Teilen die vielfältige berufliche Tätigkeit. Diese reichte von der Errichtung von Betreuungsstationen für verletzte Tiere bis hin zum Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel und zur Wiederansiedlung des Luchses im Harz. Besonders bewegt ihn das Schicksal der ausgerotteten Großtiere wie Urwildpferd und Urrind mit ihrer entscheidenden Rolle für die Entwicklung unserer Zivilisation. Er äußert sich weiterhin zu aktuellen naturschutzpolitischen Themen wie dem Umgang mit dem Wolf oder dem Missbrauch des Artenschutzes zur Verhinderung von großen Bauprojekten. Im Teil III betrachtet er die Widersprüche zwischen Klima- und Naturschutz, die Folgen der Gewinnung erneuerbarer Energie für die Natur und die Instrumentalisierung des Klimaschutzes. Den seit Ende der letzten Eiszeit belegten Anstieg der globalen Temperatur bestreitet er nicht. Der Behauptung der "Klimaaktivisten", dass allein der Mensch durch die Industrialisierung dafür verantwortlich ist, widerspricht er jedoch energisch. Der Autor verdeutlicht, dass das Wachstum der Weltbevölkerung die wesentliche Ursache für die Verdrängung der Natur ist und auch für den Klimawandel, soweit durch den Menschen beeinflusst. Politisch ruft Hoffmann als liberaler Demokrat vor dem Hintergrund seiner Lebenserfahrung und seiner spannenden Ost-West-Biografie dazu auf, unsere Westliche Demokratie basierend auf der Sozialen Marktwirtschaft zu verteidigen. Denjenigen, die diese Gesellschaftsordnung aus vorgeschützten Gründen des Klimaschutzes wahlweise durch eine ökologische oder sozialistische Planwirtschaft ersetzen wollen, erteilt er eine Abfuhr.
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Seitenzahl: 329
Veröffentlichungsjahr: 2020
Bernd Karl Hoffmann
WILDTIERE IN NOT
Naturschutz und Klimaschutz sind keineFreunde
© 2020 Bernd Karl Hoffmann
Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg
ISBN
Paperback:
978-3-347-09055-2
Hardcover:
978-3-347-09056-9
e-Book:
978-3-347-09057-6
Covergestaltung: Uta Naumann und Olaf Hoffmann
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
Bernd Karl Hoffmann
Für Bernd Karl Hoffman haben Tiere von Kind an alles bedeutet. So war es die glücklichste Fügung seines Lebens, dass er über vier Jahrzehnte im Niedersächsischen Landesnaturschutz arbeiten durfte. Er schildert in den ersten beiden Teilen die vielfältige berufliche Tätigkeit. Diese reichte von der Errichtung von Betreuungsstationen für verletzte Tiere bis hin zum Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel und zur Wiederansiedlung des Luchses im Harz. Besonders bewegt ihn das Schicksal der ausgerotteten Großtiere wie Urwildpferd und Urrind mit ihrer entscheidenden Rolle für die Entwicklung unserer Zivilisation. Er äußert sich weiterhin zu aktuellen naturschutzpolitischen Themen wie dem Umgang mit dem Wolf oder dem Missbrauch des Artenschutzes zur Verhinderung von großen Bauprojekten.
Im Teil III betrachtet er die Widersprüche zwischen Klima- und Naturschutz, die Folgen der Gewinnung erneuerbarer Energie für die Natur und die Instrumentalisierung des Klimaschutzes. Den seit Ende der letzten Eiszeit belegten Anstieg der globalen Temperatur bestreitet er nicht. Der Behauptung der „Klimaaktivisten“, dass allein der Mensch durch die Industrialisierung dafür verantwortlich ist, widerspricht er jedoch energisch. Der Autor verdeutlicht, dass das Wachstum der Weltbevölkerung die wesentliche Ursache für die Verdrängung der Natur ist und auch für den Klimawandel, soweit durch den Menschen beeinflusst. Politisch ruft Hoffmann als liberaler Demokrat vor dem Hintergrund seiner Lebenserfahrung und seiner spannenden Ost-West-Biografie dazu auf, unsere Westliche Demokratie basierend auf der Sozialen Marktwirtschaft zu verteidigen. Denjenigen, die diese Gesellschaftsordnung aus vorgeschützten Gründen des Klimaschutzes wahlweise durch eine ökologische oder sozialistische Planwirtschaft ersetzen wollen, erteilt er eine Abfuhr.
Bernd Karl Hoffmann wurde 1950 in Himbergen (Kreis Uelzen) geboren. Als Kleinkind kam er mit seinen Eltern in die DDR nach Sachsen. Nach Abitur in Zwickau und Studium in Leipzig gelang ihm 1975 die Ausreise in die Bundesrepublik. Von 1978 bis 1994 arbeitete er als Dezernatsleiter in der Niedersächsischen Landesnaturschutzbehörde. 1994 wechselte er in das Niedersächsische Umweltministerium. Dort war er zunächst als Referent für Artenschutz tätig und letztlich als leitender Ministerialrat für den Naturschutz des Landes Niedersachsen insgesamt verantwortlich. 2013 schied er auf eigenen Wunsch aus dem Amt. Er lebt noch heute in Hannover.
Bernd Karl Hoffmann 2020
Dieses Buch ist meinen Eltern gewidmet
Inhaltsverzeichnis
Prolog
Im zerrissenen und schließlich wiedervereinigten Nachkriegsdeutschland
Wie wird man Naturschützer?
Teil I - Im Niedersächsischen Landesamt für Naturschutz
Vorwort
Stationen für die Aufnahme verletzter Wildtiere
Kampf gegen die Artenschutzkriminalität
Wohin mit beschlagnahmten Wildtieren?
Mindestgrößen für Tiergehege
Ein Rückblick
Teil II - Im Niedersächsischen Umweltministerium
Vorwort
Wie die Luchse in den Harz kamen
Wildgänse und Bauern
Ein Einschub
„Weiße Listen“
Sind Wildtiere störungsanfällig?
Arche Niedersachsen
Megaherbivoren
Natura-2000
Der Wolf
Was es außerdem zu tun gab
Teil III - Naturschutz und Klimaschutz sind keine Freunde
Vorwort
Warum Naturschutz und Klimaschutz keine Freunde sind
Von der Anbetung der Kälte
Die Verteufelung des CO2
Moderner Ablasshandel
Wird die Erderwärmung zum Aussterben von Tierarten führen?
Klimawandel und Bevölkerungswachstum
Samstags für die Zukunft
Klimaschutz und Sozialismus
Klimaschutz und Soziale Marktwirtschaft
Fazit
Quellenverzeichnis
Prolog
Im zerrissenen und schließlich wiedervereinigten Nachkriegsdeutschland
Meine Mutter, Jahrgang 1930, ist bei ihren Eltern in Mosel bei Zwickau in Sachsen aufgewachsen. Mein Vater, Jahrgang 1925, entstammt der Gärtnerei Hoffmann, die meine Großeltern in den 1920er-Jahren in Himbergen (Kreis Uelzen) aufgebaut hatten. Anders als sein älterer Bruder, der in Stalingrad verschollen ist, hat mein Vater den Zweiten Weltkrieg überlebt, wenn auch mehrfach schwer verwundet. Als seine Kompanie auf dem Weg von der West- an die Ostfront in Zwickau eine Pause einlegte, lernte er meine Mutter durch Zufall kennen. Aus einer Brieffreundschaft wurde nach dem Krieg mehr und so wurde ich 1950 im väterlichen Elternhaus geboren. Da meine Mutter Krankheit und Heimweh plagten, zogen meine Eltern ein halbes Jahr später nach Mosel in den Heimatort meiner Mutter. Sie taten das, obwohl sie, wie auch meine sächsischen Großeltern, das DDR-Regime strikt ablehnten. Meine Eltern haben sich nie verziehen, dass sie den Bau der Mauer nicht vorhergesehen haben und nicht rechtzeitig geflüchtet sind.
So war ich von 1957 bis 1965 gezwungen, acht Jahre lang die Grundschule in Mosel zu besuchen, die als „Disziplinschule Mosel“ wegen ihres Drills selbst in der DDR einen speziellen Ruf hatte. Ganz anders die Erweiterte Oberschule „Käthe-Kollwitz“ in Zwickau, an der ich 1969 mein Abitur ablegte. Diese Schule war in unglaublicher Weise geradezu liberal. Dieser Zustand wurde kurze Zeit nach meinem Abschluss von SED und Stasi rigoros beendet. Der Schulalltag war hart: Neben den Hauptfächern waren drei Fremdsprachen – in unserer Klasse Russisch, Französisch und Latein – die musischkünstlerischen Fächer bis hin zu Kunstgeschichte sowie das gesamte naturwissenschaftliche Programm zu bewältigen. Sogar Astronomie war ein eigenes Fach. Abwählen konnten wir nichts und es gab auch kein Sitzenbleiben. Wer in einem Hauptfach eine 5 im Zeugnis hatte, musste die Schule verlassen. Damit nicht genug: Im Rahmen eines DDR-weiten Großversuchs mussten wir neben dem Abitur einen Facharbeiterbrief ablegen. So erwarb ich 1969 nicht nur das Abitur, sondern wider Willen auch einen Facharbeiterbrief für Textilveredelung. Wie manches in der DDR wurde dieser Versuch bald eingestellt. Mein zwei Jahre jüngerer Bruder Dieter, der ebenfalls auf die „Käthe-Kollwitz-Schule“ ging, musste diesen Unsinn nicht mehr mitmachen. An der „Käthe-Kollwitz-Schule“ selbst hatten wir meist hochkarätige und gleichzeitig sehr strenge Lehrer, eine bewährte Kombination. Diesen verdanke ich eine umfassende Allgemeinbildung, die zwar unter Zwang entstand, von der ich jedoch Zeit meines Lebens profitiert habe. Mein Interesse galt aber seit dem Vorschulalter in erster Linie den Tieren und so hätte ich liebend gern Biologie studiert. Man hat mir aber bedeutet, dass meine so genannten gesellschaftlichen Leistungen dafür nicht ausreichend seien. Zwar hatte ich mich als Leichtathlet im Sport, als Sänger im Schulchor und mit meiner ornithologischen Tätigkeit im Kulturbund der DDR so durchgemogelt, denn dies alles galt als „gesellschaftliche Leistung“. Aber vor der FDJ-Arbeit oder gar einem Eintritt in die SED hatte ich mich konsequent gedrückt. So tat ich das Nächstliegende und studierte Tierproduktion und Veterinärmedizin an der Universität Leipzig. Diese Zeit von 1969 bis 1974 war für mich äußerst bedrückend und freudlos. Vom verhassten System in diese Lebensbahn gezwungen, war mir klar, dass ich niemals unter den 1960 nach der Zwangskollektivierung der Bauern entstandenen Bedingungen in der Landwirtschaft arbeiten wollte. Ein anderer Aspekt war aber noch schwerwiegender – ich wollte gar nicht in der DDR bleiben. Ein erster Fluchtversuch gemeinsam mit meinen Eltern und meinen beiden Brüdern von Rumänien nach Jugoslawien im Mai 1970 war gescheitert. Mein Vater, mein damals 17-jähriger Bruder Dieter und ich landeten im rumänischen Timişoara (Temeschburg) im Gefängnis, während meine Mutter mit meinem damals 2-jährigen Bruder Olaf ausgesetzt und von einer rumäniendeutschen Familie aufgenommen und damit gerettet wurde. Mein Onkel aus Himbergen konnte uns dann freikaufen. Erst nach der Wende habe ich in meiner Stasiakte gelesen, dass die Securitate tatsächlich Wort gehalten und die Stasi nicht über unseren Fluchtversuch informiert hat. Meine Eltern und mein Bruder resignierten vorerst. Ich dagegen habe 1972 noch einmal versucht in den Westen zu kommen, indem ich durch das Schwarze Meer von Bulgarien in die Türkei schwimmen wollte. Ich scheiterte erneut und wäre um ein Haar ums Leben gekommen. Aufgegeben habe ich den Fluchtgedanken jedoch nie und so habe ich an dem Tag, an dem ich mein Diplomzeugnis erhielt, einen Antrag auf Ausreise in die Bundesrepublik gestellt. Dabei habe ich die Tatsache genutzt, dass die DDR in die Vereinten Nationen aufgenommen worden war und ich mich somit auf die Menschenrechtscharta berufen konnte. Ich war damals mit dem Mut der Jugend zu allem entschlossen und hatte keine Angst, obwohl mir die Verhaftung drohte, weil ich weiterhin illegal in meinem privaten Studentenzimmer wohnte und keine Arbeit hatte. Die Evangelische Kirche hat mir dann entscheidend geholfen, indem sie mir eine Stelle als Hilfsarbeiter im Zoo Leipzig vermitteln konnte. Abgesehen von meiner Kinderzeit war dieses Jahr im Zoo merkwürdigerweise für mich die glücklichste Zeit in der DDR. Ich musste zwar aufgrund meines Ausreiseantrags ständig mit der Verhaftung rechnen, hatte mich aber ansonsten von allen Zwängen befreit. Nach harten Auseinandersetzungen wurde ich dann für mich völlig überraschend im Frühjahr 1975 in „Unehren“ aus der Staatsbürgerschaft der DDR entlassen. Der 16. Mai 1975, der Tag meiner Ausreise, war der Tag meiner zweiten Geburt.
Die ersten drei Monate in der Bundesrepublik lebte ich bei Onkel, Tante und meiner Großmutter in Himbergen in meinem Geburtshaus. Mit dem ersten ersparten Arbeitslosengeld zog ich dann im Herbst 1975 nach Hannover, da ich nur dort eine berufliche Perspektive hatte. Der Start im Westen war beruflich schwer. Das hat mich aber nicht belastet, denn mein Glück endlich frei zu sein, überstrahlte alles. Für mich stand fest, dass ich entweder im Bereich Naturschutz oder in einem Zoologischen Garten als wissenschaftlicher Assistent arbeiten wollte. Einem Rat des damaligen Direktors des Zoologischen Gartens Hannover Prof. Dittrich folgend, versuchte ich zunächst an der Universität Tübingen zu promovieren. Das scheiterte jedoch am Geldmangel, weil ich vor dem Hintergrund eines bereits abgeschlossenen Studiums kein Stipendium bekam. Nach Hannover zurückgekehrt setzte ich im Frühjahr 1976 meine Bewerbungsbemühungen fort. Auf mein Fachwissen, insbesondere meine umfangreichen Kenntnisse über Vogel- und Säugetierarten weltweit, konnte ich mich verlassen. Aber bis dahin hatte ich keine Gelegenheit erhalten, mich zu beweisen. Nach Vorsprache bei der Obersten Naturschutzbehörde erhielt ich dann endlich die Chance der Bewährung und zwar mit einem Zeitvertrag für drei Monate bei der Staatlichen Vogelschutzwarte (damals im Niedersächsischen Landesverwaltungsamt, Sonderdezernat Naturschutz angesiedelt) bei meinem hochverehrten Vorgesetzten Herrn Heckenroth. Und das Glück stand mir zur Seite: Am 15. Juni 1976 war mein erster Arbeitstag und am 20. Juni 1976 trat das Gesetz zum „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“ in der Bundesrepublik in Kraft. Für die Durchführung dieses Gesetzes in der Bundesrepublik Deutschland sind die Bundesländer zuständig und manches Bundesland war von diesen neuen Aufgaben geradezu überrascht. Aufgrund meiner umfassenden Artenkenntnisse war ich für dieses Spezialgebiet prädestiniert und meine Vorgesetzten erkannten das. So wurde ich zum 01. Januar 1978 fest eingestellt und dann auch sehr schnell Leiter des Dezernats für Internationalen Artenschutz. Zum 01. Januar 1994 wechselte ich in das wenige Jahre zuvor gegründete Niedersächsische Umweltministerium. Dort war ich fast zehn Jahre als Artenschutzreferent tätig. Nachdem die Leitung des Ministeriums 2003 an den FDP-Minister Sander übergegangen war, wurde ich zunächst Referatsleiter für Grundsatzangelegenheiten des Naturschutzes und anschließend Leiter der unmittelbar der Behördenleitung unterstellten Referatsgruppe für Naturschutz.
Nach dem Wahlsieg von „Rot-Grün“ im Jahr 2013 ging die Leitung des Ministeriums an Herrn Minister Wenzel und Frau Staatssekretärin Kottwitz über. Sie beschlossen gegen meinen Rat die Auflösung der selbstständigen Referatsgruppe für Naturschutz und deren Eingliederung in die Abteilung für Wasserwirtschaft. Weiterhin musste ich erkennen, dass die im Wahlkampf in Aussicht gestellte Gründung eines eigenständigen Landesamtes für Naturschutz, für das ich mich sehr eingesetzt hatte, nicht realisiert wurde. Beides war meiner Meinung nach nachteilig für den niedersächsischen Naturschutz. Am 01. August 2013 ging ich vor allem deshalb auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Ich ging nicht im persönlichen Streit, aber in der Sache auch nicht im Frieden. Um Missverständnissen vorzubeugen: menschlich war der Umgang mit Minister Wenzel und Staatssekretärin Kottwitz immer angenehm, wir waren nur sehr unterschiedlicher Meinung, was die organisatorische und inhaltliche Ausrichtung des Naturschutzes betraf. Vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen in der DDR hielt ich nichts von Plänen aller Art und von der zeitfressenden Ausarbeitung von Strategiepapieren. Ich wollte immer Aktionen, die den Zustand der Natur vor Ort nachweisbar, messbar und zeitnah verbesserten. Das konnte ich im Rahmen meiner Tätigkeit in vielen Fällen auch durchsetzen. Ein intern ausgetragener Dauerkonflikt zwischen Behördenleitung und einem an Weisungen gebundenen Spitzenbeamten konnte dem Naturschutzgedanken, dem ich mein Leben verschrieben hatte, nur schaden. Und so zog ich die Konsequenz. Bereut habe ich das nie.
Bernd Karl als Abiturient 1969
Wie wird man Naturschützer?
Das kann jeder Naturschützer eigentlich nur für sich selbst beantworten, aber irgendetwas muss uns, die wir uns alle Naturschützer nennen, doch auch verbinden. In meinem langen Berufsleben und auch schon davor, als ich ehrenamtlich ornithologisch tätig war, habe ich mit vielen Menschen über dieses Thema gesprochen. Immer interessierten mich die Motive, die Mitstreiter und interne Gegner bewegt haben, sich dem Naturschutz zu widmen oder diesen gar zu ihrer Lebensaufgabe zu machen. Dabei meine ich nur den Naturschutz und nicht den Tierschutz, obwohl es zwischen Tierschutz und Tierartenschutz, der wiederum nur ein Teil des gesamten Naturschutzes ist, durchaus Überschneidungen gibt. Dagegen gibt es zwischen Naturschutz und Umweltschutz, der völlig andere Motive hat, zwar auch eine Schnittmenge, aber nach meinem Dafürhalten auch Gegensätze. Ich werde darauf zurückkommen. Der Tierschutz wiederum verfolgt das Ziel jedes einzelne Tier in Menschenhand vor Schäden zu bewahren, und zwar ganz gleich, ob es sich um ein Wildtier oder ein Haustier handelt. Leider werfen die Medien mit den Begriffen Naturschutz, Umweltschutz und Tierschutz oft so manches durcheinander. Selbst wenn man sich auf die Betrachtung des Naturschutzes beschränkt, gibt es Probleme. Im Grunde habe ich noch nie zwei Naturschützer getroffen, die sich vollständig über die Definition des Naturschutzbegriffs einig gewesen wären.
Viele haben mir jedoch gesagt, dass ihnen ihre Naturverbundenheit praktisch in die Wiege gelegt worden sei. Diese sei durch kindliche oder spätestens durch Prägung in der frühen Jugendzeit entstanden. Das auf diese Weise erlangte Wissen über die Natur habe zu der Erkenntnis geführt, dass die Natur vor uns Menschen geschützt werden müsse. Und so war es auch bei mir. Bereits im frühkindlichen Alter, lange vor meiner Schulzeit, interessierte ich mich nur für Tiere. Sie faszinierten mich einfach. Und Gelegenheiten Tiere zu sehen, gab es in dem wunderschönen sächsischen Dorf Mosel, das damals in seinem oberen Ortsteil fast ausschließlich bäuerlichen Charakter hatte, mehr als genug. Dort gehörte zu jedem der herrlichen Vierseitenhöfe eine Streuobstwiese mit Hochstammobstbäumen. In nahezu jedem Garten liefen Ziegen, Schafe, Hühner, Gänse und Enten. Das war besonders reizvoll, wenn im Frühling die Jungtiere auf natürliche Weise von den Elterntieren ausgeführt wurden. Damit nicht genug: Viele, die auch nur ein kleines Grundstück mit Garten ihr Eigentum nannten, hielten Hühner zur Selbstversorgung und über den Dächern flogen Haustauben. Es gibt noch Fotos, auf denen zu sehen ist, wie ich als Vierjähriger die Tauben des Nachbarn füttere. Der Taubenschlag eines weiteren Nachbarn, dessen Haus in einem tief eingeschnittenen Tal lag, befand sich praktisch auf Augenhöhe. Schon in meiner Vorschulzeit habe ich Stunde um Stunde dort allein gesessen und die Tauben beobachtet, aber auch bereits die ersten Wildvögel. Wenn ich zeichnen könnte, könnte ich die einzelnen Tauben noch heute zu Papier bringen. Was ich damals noch nicht wusste und was mir erst sehr viel später klar wurde: Ich war und bin für Dinge, die mich interessieren, und das sind fast ausschließlich Tiere, mit einem fotografischen Gedächtnis ausgestattet. Auch die Wildvögel interessierten mich schon sehr. Und zwar zuerst dort, wo sie für ein Kleinkind erfassbar sind – bei der Wintervogelfütterung auf dem Fensterbrett.
An dieser Stelle möchte ich etwas einflechten. Als es dem Zeitgeist folgend Ende der 1970er- und in den 1980er-Jahren im deutschen Naturschutz Mode war, die Wintervogelfütterung als unerlaubten Eingriff in die Natur und Quelle für Vogelkrankheiten zu verteufeln, habe ich das schon damals nicht mitgetragen. Ich habe bis heute immer wieder darauf hingewiesen, dass sich der Naturschutz durch derart ideologisches und pseudowissenschaftlich begründetes Vorgehen seine Zukunft selbst verbaut. Wie will man Nachwuchs gewinnen, wenn man Kindern und Jugendlichen eine der besten Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit Wildtieren nimmt? Heute bin ich aus diesen Gründen ein Verfechter der Ganzjahresfütterung von Wildvögeln an den Häusern und in den Gärten. Anders als früher stehe ich heute mit dieser Auffassung nicht mehr allein. Auf diese Weise kann jeder, der mithelfen möchte, praktisch etwas für den Artenschutz tun. In den Großstädten werden Ganzjahresfütterungen, Vogeltränken und Nistkästen sogar auf Balkonen von den Vögeln gern angenommen. Wer einen Garten hat, kann zusätzlich durch das Pflanzen von Hecken und beerentragenden Sträuchern und Bäumen für viele Arten Gutes bewirken.
Meine Tierliebe, ja Besessenheit, wurde weder von meinen Großeltern noch von meinen Eltern gefördert. Im Gegenteil, sie machten sich Sorgen, dass ich in meiner Entwicklung sehr einseitig ausgerichtet sein würde, was nicht von der Hand zu weisen war. Mein Vater als Bauingenieur versuchte alles, um mir irgendwelche technischen oder handwerklichen Fähigkeiten beizubringen. Die Ergebnisse waren und sind bis heute katastrophal. Erst im Erwachsenenalter formten sich meine Interessen für Literatur, Politik und Architektur. Aber diese blieben immer im Schatten meiner Tierbesessenheit. Meinen Eltern bin ich bis heute dankbar, dass sie letztlich meine Neigung akzeptiert und unterstützt haben.
Als ich sieben Jahre alt war, erwarben meine Eltern ein Grundstück in unmittelbarer Nähe zu unserer Wohnung. Mein Vater baute mir einen Taubenschlag, einen Hühnerstall und später auch eine Voliere für Goldfasane. In den Taubenschlag hielten von meinem alten Biologielehrer Fritz Wagner gestiftete Sächsische Feldfarbentauben Einzug, die ich bis heute mit Begeisterung züchte. In den Hühnerstall zogen nacheinander verschiedene Hühnerrassen ein. Es war in der DDR für Privatpersonen ausgesprochen teuer und schwierig, geeignetes Futter zu bekommen. Dass mein Vater das immer geschafft hat, grenzt an ein Wunder. Die Haustiere waren aber erst der Anfang. Zu meinem elften Geburtstag hatte ich die Wahl: entweder einen Fotoapparat oder ein Fernglas geschenkt zu bekommen. Ich entschied mich für das Fernglas. Ich kannte niemanden, der mir wildlebende Vogelarten geschweige denn ihre Stimmen hätte erklären können. Es waren aber kurz zuvor die wunderschönen Bände von Wolfgang Makatsch Die Vögel in Haus, Hof und Garten, Die Vögel in Wald und Heide, Die Vögel in Feld und Flur und Die Vögel der Seen und Teiche erschienen. Meine Eltern beschenkten mich stets reich mit Tierliteratur, nachdem sie erkannt hatten, dass man mir mit anderen Dingen kaum eine Freude machen konnte. Auf der Grundlage dieser Vogelbände und mit meinem Fernglas machte ich mich nun auf in die Natur und brachte mir selbst bei, die Vogelarten, die es in den Wäldern und Feldern um Mosel gab, und ihre Stimmen zu erkennen. Dieses Wissen ist mir bis heute erhalten geblieben. Ich hatte später als Erwachsener größere Schwierigkeiten, mir die Stimmen neuer Vogelarten zu merken.
Der Anfang in Mosel in den 1950ern: Bernd Karl, Bruder Dieter (mit Sonnenbrille) – und die Tauben
Bis zu meinem 14. Lebensjahr wusste ich tatsächlich nicht, dass es noch andere Menschen gab, die sich ebenfalls für Wildvögel interessierten. Digitale Medien gab es zu dieser Zeit selbstverständlich noch nicht und meine Eltern hatten nicht einmal ein Telefon genehmigt bekommen.
An Ostern 1965 besuchte ich wieder einmal meinen Biologielehrer Fritz Wagner. Zu Gast war dessen Sohn Sigmund Wagner, der damals Biologie studierte und später wegen seiner umfassenden Artenkenntnisse ein weithin anerkannter Fachmann war. Er erkannte mein großes Interesse und nahm mich mit zu einem Treffen der Zwickauer Ornithologen, das traditionell am Karfreitag am Glauchauer Stausee stattfand. Damit hatte ich endlich Anschluss an Menschen gefunden, die sich ebenfalls für den Vogelschutz und den Naturschutz begeisterten. Die Gruppe wurde von meiner mütterlichen Freundin Herta Schneemann, der damaligen Leiterin des Zwickauer Naturkundemuseums, geleitet. Seit diesem Treffen und bis zu ihrem Tod waren wir in tiefer Freundschaft verbunden.
Bis zu meiner Ausreise aus der DDR blieb ich mit der Gruppe der Zwickauer Ornithologen in enger Verbindung. Ich konnte von den hervorragenden ehrenamtlich tätigen Mitgliedern sehr viel lernen. Nach der Wende bin ich dann sofort nach dessen Neugründung in den „Verein sächsischer Ornithologen“ eingetreten, der in der DDR verboten war.
Pflanzen blieben, obwohl auch Teil und Gegenstand des Naturschutzes, immer am Rande meines Interesses. Dagegen machte mein Wissensdrang bei den einheimischen Tierarten nicht halt. Meine Eltern hatten 1960 ein Fernsehgerät angeschafft und wir konnten mit einer Antenne hinter der Zimmergardine heimlich West-Fernsehen empfangen. Wenn Grzimeks Fernsehsendungen Ein Platz für Tiere oder die Sendungen von Heinz Sielmann oder Eugen Schumacher liefen, kannte meine Begeisterung keine Grenzen. Insbesondere die Beiträge, in denen Filme über ihre Forschungsreisen ins Ausland gezeigt wurden, inspirierten geradezu, mich auch mit den weltweit vorkommenden Säugetieren, Vögeln und Reptilien zu beschäftigen.
Das Fernseherlebnis endete mit Beginn des Studiums in Leipzig. Mein Mitbewohner, Freund und Kommilitone Bernhard Eichler und ich hatten zwar das Glück, bei unserer Wirtin in der William-Zipperer-Straße ein privates Zimmer bewohnen zu dürfen. Aber Fernsehen gab es nicht. Wir hatten nicht einmal ein Radio.
Außerdem hatten wir an der Universität täglich zehn Unterrichtsstunden Anwesenheitspflicht. Wir mussten jeden Morgen um 06: 30 Uhr aufstehen, um 07: 15 Uhr war Vorlesungsbeginn. Es gab dann jeweils drei Doppelstunden Vorlesungen vormittags und nach einer Stunde Mittagspause zwei Doppelstunden Seminar, in denen ständig Leistungskontrollen durchgeführt wurden. Auch am Samstag hatten wir bis mittags Vorlesungen. Dann fuhren wir nach Hause, natürlich um Eltern und Geschwister zu sehen, aber insbesondere um wenigstens einmal in der Woche unter eine Dusche oder in eine Badewanne zu kommen. Unsere Wirtin ging jede Woche freitags in ein „Öffentliches Wannenbad“.
Die Anwesenheit bei den Vorlesungen musste jeden Morgen durch eigene Unterschrift bestätigt werden. Dies wurde heimlich von der Stasi überwacht. Wer mehrmals schwänzte, wurde unwiderruflich von der Universität entfernt. Ich hatte aber herausgefunden, dass unser Universitätsgebäude einen rückwärtigen Ausgang besaß. Auf diesem Weg habe ich mich nach der ersten Doppelstunde oft heimlich verdrückt und bin in die Universitätsbibliothek gegangen, um Grzimeks Tierleben förmlich zu verschlingen. Denn erstaunlicherweise war dieses Werk dort vorhanden. In diesem Zusammenhang entdeckte ich außerdem, dass ich mir Tierbeschreibungen hervorragend merken kann, und zwar noch besser, wenn Abbildungen der Tiere dabei waren. So legte ich den Grundstein für meine umfangreichen Artenkenntnisse weltweit, obwohl ich die meisten Arten bis dahin niemals lebend gesehen hatte. Gebüßt habe ich meinen Vorwitz dann doch: Ich fiel nämlich in der Hauptprüfung für Maschinentechnik prompt durch. So aufgeschreckt habe ich dann für dieses für mich geradezu abstoßende Wissensgebiet gelernt und die Nachprüfung mit der Note 2 bestanden. Dies erklärt das große „N“ in meinem Diplomzeugnis.
Im August 1974 kam ich in den Zoo Leipzig und das war ein Glücksfall in mehrfacher Hinsicht. Ich schloss dort Freundschaften, die bis heute Bestand haben. Einige Tierpfleger waren, so wie ich, vom DDR-Regime verfolgt oder geschädigt. Für mein weiteres Berufsleben war jedoch ausschlaggebend, dass ich dort meinen Freund Bruno Schneider traf, der im wahrsten Sinne des Wortes ein wandelndes Lexikon für Tierarten aus aller Welt war. Da er mein Interesse erkannte, nahm er sich meiner an, so dass ich die mir noch fehlenden Artenkenntnissen im Zoo Leipzig mit seiner Hilfe erwerben konnte. Ich bin Bruno bis heute dafür unendlich dankbar.
Was mein Fachwissen betraf, war ich nun als Naturschützer gerüstet. Mir fehlte „nur“ noch eine Aufgabe zur Anwendung. Diese fiel mir dann nach dem Inkrafttreten des „Washingtoner Artenschutzübereinkommens“ in der Niedersächsischen Naturschutzverwaltung zu.
Dabei habe ich mich ständig weitergebildet. Denn es ging nicht nur darum, lebende Tiere zu bestimmen, sondern auch ihre Pelze und Häute. Im Kampf gegen die weltweite Artenschutzkriminalität spielen diese Kenntnisse eine große Rolle. In Niedersachsen war ich aufgrund meiner Artenkenntnisse für diejenigen, die sich mit Tierhandel auf kriminellem Weg beschäftigten, eine Heimsuchung. Während in anderen Bundesländern Verwaltungsbeamte mit Hilfe externer Berater gegen die Kriminellen vorgehen mussten, war ich den Gesetzesbrechern aufgrund meiner Artenkenntnisse jederzeit ein zumindest ebenbürtiger Gegner.
Mit meinen Ausführungen habe ich aber immer noch nicht die Frage beantwortet, wie man von einem Tierartenkenner zu einem Naturschützer wird. Es gibt sicher auch Menschen, die sich im Lehrbetrieb oder an anderer Stelle weitreichende Artenkenntnisse erworben haben, ohne sich veranlasst zu sehen, für den Schutz dieser Arten praktisch etwas zu tun. Andere wiederum, beispielsweise die Professoren Bergmann und Schröpfer, haben für den Naturschutz in Niedersachsen in der Praxis Außerordentliches geleistet.
Manchmal bin ich Menschen in der Naturschutzverwaltung und in den Naturschutzverbänden begegnet, die von sich behaupteten, Naturschützer zu sein, ohne die Gegenstände ihrer Schutzbemühungen, nämlich die wildlebenden Tiere und Pflanzen näher zu kennen. Diese sind nach meiner Einschätzung für den Naturschutz eher eine Last als ein Gewinn. Nach meinem Dafürhalten ist das Wissen um Tiere und Pflanzen und auch die unbelebte Natur für jemanden, der sich als Naturschützer einbringen möchte, unabdingbar.
Über die grundsätzliche Faszination der Arten hinaus hat mich bei den höheren Tieren zutiefst beeindruckt, dass sie sich im wahrsten Sinne des Wortes „verhalten“. Einige bilden sogar Sozialstrukturen. Und je höher die Arten entwickelt sind, desto mehr sinkt der Anteil des genetisch instinktiv bedingten Verhaltens und steigt der Anteil der Verhaltensmerkmale, die erlernt werden müssen. Am weitesten auf diesem Weg vorangeschritten ist der Mensch. Wir haben in den letzten Jahrzehnten jedoch immer deutlicher erkennen müssen, dass andere Lebensformen uns sehr viel näherstehen, als wir lange Zeit angenommen haben. Ob wir unsere Mitgeschöpfe als Ergebnis eines immerwährenden Schöpfungsaktes betrachten oder als das Ergebnis der Evolution, ist aus meiner Sicht ohne Belang. Entscheidend ist, dass alle Tier- und Pflanzenarten unabhängig von uns Menschen entstanden sind. Der Naturschutz bejaht das Recht der wildlebenden Tiere und Pflanzen als Arten zu überleben. Im Gegensatz zum Umweltschutz ist er in seinem Grundansatz nicht auf menschliche Bedürfnisse im existenziellen Sinne ausgerichtet. Er degradiert anders als der Umweltschutz die anderen Lebewesen nicht lediglich zu einem Teil der menschlichen Umwelt.
Die Naturschutzbewegung ist entstanden, weil Wildtiere und Pflanzen in der Vergangenheit von uns Menschen ausgerottet wurden und bis heute in einem immer stärkeren Maße bedroht sind. Die Ausrottung insbesondere großer Tierarten begann bereits lange vor der Einführung des Ackerbaus und der Entstehung der Hochkulturen. Sie verstärkte sich aber im Zusammenhang mit dem Wachstum der menschlichen Bevölkerung auf der Grundlage des Ackerbaus und noch einmal mit Beginn der Industrialisierung. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts hat sich diese Entwicklung aufgrund des enormen Anstiegs der Zahl der Menschen auf der Welt weiter verschärft. Ich zähle mich zu dem Kreis der Menschen, die erkannt haben, was die Menschheit mit der Ausrottung jeder einzelnen Art an wertvollem Gut verliert. Wir Naturschützer stemmen uns gegen die Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten und fordern den Erhalt ihrer Lebensräume. Das ist unsere ausschließliche Aufgabe. Wege gibt es dafür viele. Inhaltlich ist die Arbeit des Naturschutzes so vielfältig, wie es die Vielfalt der Arten erfordert.
Freund Bruno Schneider mit einem zahmen Mähnenwolf im Leipziger Zoo
Teil I - Im Niedersächsischen Landesamt für Naturschutz
Vorwort
Meine Tätigkeit in der Fachbehörde für Naturschutz begann am 15. Juni 1976 zunächst mit Zeitverträgen und ab dem 01. Januar 1978 wurde ich fest angestellt. Die Behörde wurde anfangs noch von Prof. Preißing geleitet. Ihm folgte Herr Lüderwaldt, der nach dem Wahlsieg von „Rot-Grün“ 1990 noch vor mir ins Niedersächsische Umweltministerium wechselte. Beide haben mich sehr gefördert, wofür ich ihnen immer dankbar sein werde. Während meiner Dienstzeit in der Landesverwaltung wechselte die Fachbehörde für Naturschutz dreimal ihren Dienstsitz und erhielt von den jeweiligen Landesregierungen drei verschiedene Namen. Diese sind geradezu ein Spiegel für die Denkweise der jeweils Regierenden. Während der Zeit der CDU-Regierung von 1976 bis 1990 war die Fachbehörde für Naturschutz ein Sonderdezernat im Niedersächsischen Landesverwaltungsamt. Nach dem Wahlsieg von „Rot-Grün“ wurde die Landesnaturschutzverwaltung in das neu gegründete „Landesamt für Ökologie“ eingliedert und nach Hildesheim verlegt. Nach dem erneuten Regierungswechsel 2003 wurde das Landesamt für Ökologie aufgelöst. Das Naturschutzdezernat wurde in den Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz eingegliedert, der seitdem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz heißt (NLWKN). Das ist leider bis heute so geblieben. Beide Umorganisationen haben nach meinem Dafürhalten dem Naturschutz in Niedersachsen nicht gutgetan. 1990 war ökologisches Denken sehr in Mode. Ökologie ist vereinfacht ausgedrückt die Lehre davon, dass in der Natur alles mit allem zusammenhängt und das sollte sich nun in der Behördenstruktur spiegeln. In der Realität verlor die Fachbehörde für Naturschutz aber aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Personalstärke innerhalb der beiden neuen Behörden stark an Bedeutung und wurde auch aufgrund eigener Fehler gleichsam zur Zielscheibe verschiedener politisch einflussreicher Interessengruppen, die der Arbeit der Behörde ohnehin kritisch gegenüberstanden. Das hatte zur Folge, dass nach dem Regierungswechsel 2003 nicht nur die Bezirksregierungen, sondern auch das Landesamt für Ökologie aufgelöst wurde. Die FDP vertrat damals und vertritt wohl noch heute grundsätzlich die Auffassung, dass die private Wirtschaft effektiver und kostengünstiger arbeite als Behörden. Vor diesem Hintergrund mag die Einrichtung eines Betriebes für Wasserwirtschaft und Küstenschutz, die übrigens schon vor 2003 erfolgte, vernünftig sein. Der Betrieb baut in eigener Verantwortung Deiche, Sperrwerke und andere technische Einrichtungen oder erteilt zumindest die Aufträge dafür. Er nimmt damit wie ein gewerblicher Betrieb an der materiellen Wertschöpfung teil. Das trifft aber auf den Naturschutz gar nicht zu. Die Behörde hat die Aufgabe, den Zustand der Natur in Niedersachsen zu analysieren und die Landesregierung, die kommunale Ebene und Dritte zu beraten. Jede einzelne dieser Beratungstätigkeiten ist heute im NLWKN ein „Produkt“, obwohl gar nichts produziert wird. Der Inhalt und der Umfang all dieser sogenannten Produkte werden in umständlichen Verhandlungen zwischen dem Umweltministerium und dem Landesbetrieb alljährlich in einer „Zielvereinbarung“ ausgehandelt. Mich hat das sehr an die Aufstellung der Jahrespläne und Fünfjahrespläne in der DDR erinnert. So habe ich mich meiner damaligen Behördenleitung gegenüber auch geäußert und diese Zielvereinbarungen spöttisch als eine „Kreuzung zwischen Karl Marx und Klippschule“ bezeichnet. Genützt hat es nichts. Doch zuletzt, vor der Wahl 2013, habe ich bei meinem von mir hochgeschätzten Minister Dr. Birkner und bei Frau Staatssekretärin Ihnen doch offene Ohren gefunden. Der Minister signalisierte mir gegenüber Bereitschaft, sich im Falle eines Wahlsieges von CDU und FDP für die Errichtung eines eigenständigen Landesamtes für Naturschutz einsetzen zu wollen.
Es war für mich dann eine große Enttäuschung, dass sowohl die „Rot-Grüne“ als auch die darauffolgende „Rot-Schwarze“ Landesregierung die jeweils angedachte Errichtung eines solchen Landesamtes für Naturschutz nicht realisiert haben. Die Fachbehörde für Naturschutz wurde somit bis heute nicht von den Fesseln der betrieblichen Organisationsform befreit. Ich hoffe sehr, dass die Naturschutzverbände mit ihrer Forderung nach einem Landesamt für Naturschutz nicht nachlassen werden. Ich möchte nun aber über meine Tätigkeit in der Niedersächsischen Landesfachbehörde für Naturschutz berichten. Dabei beschränke ich mich auf einige aus meiner Sicht wesentliche Themen.
Stationen für die Aufnahme verletzter Wildtiere
Als ich im Juni 1976 als Neuling mit einem Zeitvertrag an meine Arbeitsstelle kam, war die Fachbehörde für Naturschutz noch sehr klein. Ungefähr ein Dutzend Mitarbeiter hatten ihre Büros in einer Villa in der Richard-Wagner-Straße in Hannover. Mein erster Vorgesetzter Herr Heckenroth residierte in einigen kleinen Zimmern über der ehemaligen Garage, die wohl vor dem Zweiten Weltkrieg die Wohnung von Bediensteten waren. 1972 war die bis dahin eigenständige Staatliche Vogelschutzwarte aufgelöst und in das Niedersächsische Landesverwaltungsamt integriert worden. Herr Heckenroth war nicht nur Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte, sondern damals ganz allein für den gesamten Tierartenschutz in Niedersachsen zuständig und entsprechend überlastet. Nachdem ich zunächst auftragsgemäß seine Unterlagen über die Ergebnisse der niedersächsischen Weißstorchenbestandserfassung aufgearbeitet hatte, erhielt ich einen weiteren Auftrag: Herr Heckenroth hatte erkannt, dass landesweit immer mehr Wildtiere, insbesondere Vögel, durch die Einwirkung des Menschen also den Straßenverkehr, Anfliegen an Glasscheiben und Stromleitungen und anderes zu Schaden kamen.
In der Regel mussten diese Tiere dann sterben, weil niemand da war, der sich fachgerecht um sie kümmern konnte. Herr Heckenroth hatte bereits Erkundigungen darüber eingezogen, wo es im Lande ehrenamtlich Tätige gab, die sich mit der Pflege von verletzten Wildtieren beschäftigten und hatte zu einigen bereits auch Kontakt aufgenommen. Die Idee für das Projekt stammte also nicht von mir. Das Problem war aber nicht gelöst. Ich hatte von meinem Vorgesetzten alle Freiheiten erhalten, um eine praktikable Lösung zu finden. Das lag mir. Nachdem ich alle bis zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Informationen analysiert hatte, kam ich zu dem Schluss, dass es zwei alternative Lösungsmöglichkeiten geben könnte.
Die erste hätte darin bestanden, eine zentrale Betreuungsstation für verletzte Tiere mit staatlich angestellten Mitarbeitern zu betreiben. Dementsprechend hatte ich in Hannover Gebäude besichtigt, in denen eine solche Station hätte eingerichtet werden können. Baden-Württemberg hatte diesen Weg beschritten und ich war dorthin gereist, um mir die entsprechende Station vor Ort anzusehen. Im Ergebnis habe ich diese Lösungsmöglichkeit verworfen, weil ich keine Möglichkeit sah, wie aus dem riesigen Flächenland Niedersachsen alle verletzten Tiere in möglichst kurzer Zeit fachgerecht in diese zentrale Station gebracht werden könnten. Außerdem misstraute ich einer staatlichen Lösung. Und ich habe damit Recht behalten: Die damalige Station in Baden-Württemberg existiert nach meiner Information längst nicht mehr. Sie ist sehr bald einer der sich ständig wiederholenden Verwaltungsreformen zum Opfer gefallen.
Also entschied ich mich für die zweite Möglichkeit: Es musste ungefähr zehn möglichst gleichmäßig über das Land verteilte kleinere, ehrenamtlich betreute Stationen geben, um das Problem flächendeckend zu lösen. Als sich herumsprach, was ich vorhatte, geschah Erstaunliches: Es meldeten sich viel mehr Einzelpersonen und Institutionen, als für das Projekt erforderlich waren. Die Zoologischen Gärten Hannover und Osnabrück sowie Springe waren geradezu beleidigt, dass ich zunächst nicht an sie gedacht hatte. Also machte ich mich auf den Weg und besuchte alle, die Bereitschaft signalisiert hatten, denn als Einziger in meiner Behörde verstand ich etwas von Tierhaltung. Wer die Wahl hat, hat die Qual. Und wer auswählt, macht sich Freunde und Feinde. Besonders schwierig war es, wenn in einer Region mehrere geeignete Einrichtungen vorhanden waren, aber aus systematischen Gründen nur eine ausgewählt werden konnte. Was die Qualität der Stationen angeht, so kann ich im Rückblick sagen, dass ich mich nur in wenigen Fällen geirrt habe, sodass nur bei sehr wenigen nach einiger Zeit die Aberkennung des Stationsstatus notwendig wurde. Schließlich konnte ich meinem Vorgesetzten einen Vorschlag für die staatliche Anerkennung von zehn niedersächsischen ehrenamtlich betriebenen Wildtierbetreuungsstationen vorlegen, der dann auch akzeptiert wurde. Nun galt es, die Oberste Naturschutzbehörde, damals das Landwirtschaftsministerium, zu überzeugen. Der Widerstand dort war zunächst groß, denn man ahnte schon, dass es bei einem rein ehrenamtlichen Betrieb der Stationen ohne die Unterstützung mit öffentlichen Naturschutzgeldern auf Dauer nicht gehen würde. Ob man nun aus sachlichen Überlegungen handelte oder weil man ein Vorhaben, das von allen Seiten mit so viel Idealismus angegangen wurde, nicht sterben lassen wollte, sei dahingestellt – das Ministerium traf schließlich eine zustimmende Entscheidung. 1978 wurden mit Erlass des Ministeriums alle von mir vorgeschlagenen Personen und Institutionen als Betreuungsstationen für Wildtiere staatlich anerkannt und eingesetzt. Das System dieser Stationen besteht im Prinzip bis heute unverändert und es hat sich glänzend bewährt. Es gilt immer noch als Vorbild in ganz Deutschland, denn kein anderes Bundesland hat meines Wissens mangels systematischer Herangehensweise Ähnliches vorzuweisen. Eine ganze Reihe Stationen der ersten Stunde bestehen noch, andere sind aus verschiedenen Gründen durch Nachfolgeeinrichtungen ersetzt worden. Es kam so, wie es das Ministerium vorausgesehen hatte: Ich habe immer darauf geachtet, dass die Stationen ehrenamtlich betreut blieben und Personalkosten nicht erstattet wurden. Sachaufwendungen wie Tierarztkosten, Transportkosten, Heizung werden allerdings inzwischen vom Land im Rahmen getroffener Vereinbarungen erstattet. Es kann schließlich nicht verlangt werden, dass Privatleute zusätzlich zu ihrem Einsatz diese Aufwendungen selbst tragen.
Inzwischen ist im Bundesnaturschutzgesetz verankert, dass die Bundesländer solche Einrichtungen vorzuhalten haben. Die meisten der niedersächsischen Stationen haben inzwischen über ihre ursprüngliche Aufgabenstellung hinaus große Bedeutung für ihre Region. Das Gesundpflegen jedes verletzten oder leidenden Tieres ist ein Akt des Tierschutzes. Mit der Wiederauswilderung gesund gepflegter, oft seltener Tiere, dient man dem Artenschutz. Darüber hinaus haben die Stationen weitergehende Aufgaben, indem sie ein breites Publikum über den Naturschutz informieren. Und besonders wichtig ist, dass sie mit Kindern und Jugendlichen thematisch arbeiten. Als herausragend möchte ich die großen Stationen in Leiferde und Sachsenhagen, die Seehundaufzuchtstation in Norddeich und die Station Herkt in Osnabrück nennen, was die Leistungen der anderen Stationen in keiner Weise schmälern soll. Die Schaffung dieses Stationssystems war meine erste große Aufgabe und sozusagen mein Gesellenstück. Wer würde sich nicht freuen, wenn etwas, das so große Mühe bereitet hat, jahrzehntelang Früchte trägt?
Kampf gegen die Artenschutzkriminalität
Nach dem Zweiten Weltkrieg stiegen mit dem wachsenden Wohlstand der Bevölkerung in der westlichen Welt die materiellen Bedürfnisse, aber auch Scheinbedürfnisse der Menschen. Das äußerte sich unter anderem leider auch in Exzessen in der Mode: Seit den 1960er-Jahren wurden Hunderttausende, ja Millionen Wildtiere wie Krokodile, gefleckte Wildkatzen, Reptilien, Affen und Vögel in den meist tropischen Gebieten ihres Vorkommens abgeschlachtet, um als Schlangenlederschuhe, Krokodillederhandtasche oder Leopardenmantel in nordamerikanischen oder westeuropäischen Luxusläden zu enden. Ähnliches vollzog sich im Handel mit lebenden Wildtieren und Pflanzen. Von den seltensten Vogelarten bis hin bis zu Menschenaffenbabys wurden Wildtiere in unvorstellbaren Mengen und oft mit überaus grausamen Methoden der Natur entnommen, um sie mit hohem Gewinn an Liebhaber und Tierhalter zu verkaufen. Das führte innerhalb kürzester Zeit dazu, dass zahlreiche Arten an den Rand der Ausrottung gebracht oder ausgelöscht wurden, wie es beispielsweise dem Spixara in der freien Natur erging.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erstarkte aber auch die Naturschutzbewegung. Die Menschen mussten nicht mehr täglich ums Überleben kämpfen und hatten Zeit und Geld, sich mit Themen zu befassen, die ihnen ideell wichtig waren.
Dazu kam, dass sich ab Mitte der 1950er-Jahre die Wirkung des Fernsehens in einer vorher nicht vorstellbaren Weise entwickelte. Vor diesem Hintergrund kam es zu einer weltweiten Protestbewegung gegen die Ausrottung von Arten, die letztlich mit ihren politischen Forderungen durchdrang. Im Jahr 1973 wurde das „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“ zur Begrenzung des Handels mit bedrohten Wildtieren und Wildtierprodukten sowie Pflanzen beschlossen. Nachdem die ersten zehn Staaten – darunter auch die damaligen beiden deutschen Staaten – dieses Übereinkommen ratifiziert hatten, trat es 1975 in Kraft. Inzwischen sind fast alle Staaten der Welt dem Übereinkommen beigetreten. Jeder Mitgliedstaat verpflichtete sich mit seinem Beitritt, das Übereinkommen in nationales Recht umzusetzen. Das ist für die Bundesrepublik Deutschland am 20. Juni 1976 geschehen. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass laut unserer Verfassung die Bundesebene mit ihren Bundes- und Zollämtern zwar für die Überwachung der Außengrenzen zuständig ist, die Umsetzung des Gesetzes zum „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“, also die Kontrolle des Handels und der Haltung von Wildtieren und Wildtiererzeugnissen im Inland, jedoch als Naturschutzaufgabe in die Kompetenz der einzelnen Bundesländer fällt.
Ich hatte 1976 noch einen befristeten Arbeitsvertrag bei der Fachbehörde und es gab keine freien Stellen. Für den Fall, dass Stellen geschaffen würden, befand ich mich in starker Konkurrenz zu mehreren jungen weiblichen und männlichen Biologen und Landespflegern, die ebenfalls auf der Basis von Zeit- oder Werkverträgen bei der Fachbehörde tätig waren. Auch sie hofften verständlicherweise alle auf die Möglichkeit einer festen Einstellung. Da ich nicht, wie die meisten anderen, in Hannover studiert hatte und über kein auch damals schon hilfreiches Beziehungsnetzwerk verfügte, waren meine Chancen denkbar schlecht, in der Niedersächsischen Naturschutzverwaltung tatsächlich Fuß zu fassen. Als nun die Fachbehörde für Naturschutz von der Obersten Naturschutzbehörde den Auftrag erhielt, ein Konzept für die Umsetzung des Gesetzes zum „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“ für Niedersachsen zu erarbeiten, stellte sich heraus, dass ich im Gegensatz zu den meisten meiner Mitbewerber über umfassende Artenkenntnisse der Säugetiere, der Vögel und zum Teil auch der Reptilien in aller Welt verfügte. Deshalb erhielt ich den Auftrag, dieses Konzept zu entwickeln. In dessen Entwicklung bestand dann meine eigentliche Leistung. Die Artenkenntnisse und mein Wissen um das weltweite Geschehen im Hinblick auf die Bedrohung von Tierarten war nur die Basis, denn es ging vielmehr darum, einen Vorschlag zu erarbeiten, wie die in vielen Facetten betriebene Artenschutzkriminalität wirksam bekämpft werden könnte.
Der auch damals in Deutschland schon vorhandene Hang zwar viel zu reden und viel zu schreiben, aber ansonsten den Dingen letztlich ihren Lauf zu lassen, war meine Sache nicht. Die Niedersächsische Naturschutzverwaltung war dreistufig gegliedert in die Oberste Naturschutzbehörde, damals das Landwirtschafts- und heute das Umweltministerium, die vier inzwischen aufgelösten Bezirksregierungen als Obere Naturschutzbehörden und die Landkreise und kreisfreien Städte als Untere Naturschutzbehörden. Die Fachbehörde für Naturschutz, in der ich tätig war, war dem Ministerium direkt unterstellt und hatte rein beratende Funktion für die drei vorgenannten Ebenen der Verwaltung und keinerlei hoheitliche Zuständigkeit. Erste Vorstellungen im Ministerium sahen vor, dass alle Zuständigkeiten für die Umsetzung des „Washingtoner Artenschutzübereinkommens“ entsprechend den Grundsätzen der Landesverwaltung auf die untere Ebene, also auf die Landkreise und kreisfreien Städte übertragen werden müssten. Zum großen
