Willkommen, Generationenvielfalt! - Nadine Nordmann - E-Book

Willkommen, Generationenvielfalt! E-Book

Nadine Nordmann

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Beschreibung

Generationen und ihre Werte, Prägungen und Bedürfnisse: Wie sind sie entstanden und was bedeuten sie für Haltung und Verhalten in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft? Das Buch beleuchtet den Generationen-Dschungel von Generation Z bis Babyboomer und entlarvt ganz bewusst und spielerisch typisches Schubladen-Denken: von "vergnügungssüchtigen Smartphone-Junkies" bis "machtbesessenen Workaholics", von Netflix bis Tatort, von Kanban-Board bis Post-Its. Die Autorinnen zeigen auf, wie die verschiedenen Generationen voneinander profitieren können und konzentrieren sich auf ihre gemeinsamen Stärken, statt auf Unterschiede. Sie erklären, warum jede Generation anders tickt und schaffen so die Basis für ein besseres Verständnis füreinander und einen besseren Workflow im Arbeitsalltag. Das Buch bietet konkrete Lösungen und Handlungsempfehlungen für Personaler:innen, Manager:innen, Führungskräfte und ihre Teams. Es gibt Orientierung in einer Arbeitswelt, in der drei bis vier Generationen mit unterschiedlichen Vorstellungen (z. B. von Digitalisierung, Homeoffice, Leistungsbereitschaft, Work-Life-Balance) aufeinandertreffen. Ziel ist eine nachhaltige, vertrauensvolle Zusammenarbeit und Förderung von Führungskräften im Bereich New Work.   Die digitale und kostenfreie Ergänzung zu Ihrem Buch auf myBook+: - Zugriff auf ergänzende Materialien und Inhalte - E-Book direkt online lesen im Browser - Persönliche Fachbibliothek mit Ihren Büchern Jetzt nutzen auf mybookplus.de.  

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Seitenzahl: 154

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhaltsverzeichnis

InhaltsverzeichnisHinweis zum UrheberrechtmyBook+ImpressumVorwortEinleitung1 Generation X1.1 Gesellschaftliche und politische Prägungen1.2 Werte und Eigenschaften1.3 Vorurteile vs. Wirklichkeit1.4 Bedürfnisse und Anforderungen im Arbeitsleben1.5 Innere Motivation1.6 Ein Blick in die Lebenswelt2 Generation Y2.1 Gesellschaftliche und politische Prägungen2.2 Werte und Eigenschaften2.3 Vorurteile vs. Wirklichkeit2.4 Bedürfnisse und Anforderungen im Arbeitsleben2.5 Innere Motivation2.6 Ein Blick in die Lebenswelt3 Generation Z3.1 Gesellschaftliche und politische Prägungen3.2 Werte und Eigenschaften3.3 Vorurteile vs. Wirklichkeit3.4 Bedürfnisse und Anforderungen im Arbeitsleben3.5 Innere Motivation3.6 Ein Blick in die Lebenswelt4 Generationen erfolgreich verbinden: Schnittmenge, Gemeinsamkeiten und Handlungsempfehlungen4.1 Schnittmenge und Gemeinsamkeiten4.2 Handlungsempfehlungen5 Konkrete Lösungen für Generationenkonflikte: Praxistipps und wirksame Strategien für eine optimale, generationenübergreifende Zusammenarbeit5.1 Typische Generationenkonflikte und intergenerative Herausforderungen5.1.1 Himmel & Hölle der Generation X5.1.2 Himmel & Hölle der Generation Y5.1.3 Himmel & Hölle der Generation Z5.2 Konfliktfelder zwischen den Generationen und konkrete Lösungen und Praxistipps für eine optimale, generationenübergreifende Zusammenarbeit5.2.1 Konfliktfelder Generation X vs. Generation Y und konkrete Lösungsansätze5.2.2 Konfliktfelder Generation X vs. Generation Z und konkrete Lösungsansätze5.2.3 Konfliktfelder Generation Y vs. Generation Z und konkrete Lösungsansätze5.3 Das PMAZF-Modell5.4 Generationenkonflikte konstruktiv ansprechen, deeskalieren und lösen5.4.1 Aktives Zuhören5.4.2 Gewaltfreie Kommunikation5.5 Fallbeispiel Generationenkonflikt6 Fazit und ZukunftsausblickQuellen- und LiteraturverzeichnisIhre Online-Inhalte zum Buch: Exklusiv für Buchkäuferinnen und Buchkäufer!Stichwortverzeichnis

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ISBN 978-3-7910-6053-8

Bestell-Nr. 10989-0150

Nadine Nordmann, Ulla Drewitz

Willkommen, Generationenvielfalt!

1. Auflage, November 2023

© 2023 Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft · Steuern · Recht GmbH

www.schaeffer-poeschel.de

[email protected]

Bildnachweis (Cover): Groothuis. Gesellschaft der Ideen und Passionen mbH für Kommunikation und Medien, Marketing und Gestaltung. www.groothuis.de

Produktmanagement: Dr. Frank Baumgärtner

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, insbesondere die der Vervielfältigung, des auszugsweisen Nachdrucks, der Übersetzung und der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, vorbehalten. Alle Angaben/Daten nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Vollständigkeit und Richtigkeit.

Schäffer-Poeschel Verlag Stuttgart Ein Unternehmen der Haufe Group SE

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Einleitung

Nicht nur unsere persönlichen beruflichen Erfahrungen in der Verlagswelt haben uns mit der nachweislichen Wirksamkeit von Generationenentwicklung in Berührung gebracht. Auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext gewinnt diese Thematik immer mehr an Bedeutung.

Warum also JETZT dieses Buch?

Die differierenden Haltungen und Verhaltensweisen der einzelnen Generationen sind an sich kein neues Thema. Die veränderten Rahmenbedingungen allerdings schon. Die Verkürzung der Ausbildungszeiten in Kombination mit der Erhöhung des Rentenalters spitzt die Situation deutlich zu: Die Dauer der gemeinsamen Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen in einem Unternehmen wird sich um ca. zehn Jahre verlängern, die Mehr-Generationen-BelegschaftMehr-Generationen-Belegschaft als Normalität wird in Unternehmen zur Normalität werden. »Dies impliziert auch eine längere Parallelität von unterschiedlichen Werten und Vorstellungen im Arbeitsleben.«1 Aus dieser Altersvielfalt dürfen wir vielfältige positive Effekte wie eine höhere Kreativität und eine gesteigerte Problemlösefähigkeit erwarten – dazu später mehr. Allerdings können durch die AltersdiversitätAltersdiversität durchaus Reibungsflächen zwischen den einzelnen Gruppen (und damit auch Produktivitätseinbußen) entstehen. Denn unterschiedliche Prägungen der einzelnen Generationen und damit unterschiedliche Einstellungen, Werte und Bedürfnisse, bedeuten im beruflichen Kontext auch unterschiedliche Erwartungen im Hinblick auf Führung, Kommunikation, Zusammenarbeit und Leistung.

Die aus unserer Sicht wichtigsten Hebel, um trotzdem eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu garantieren: informieren, aufklären, verstehen und verbinden. Miteinander reden statt übereinander. Wer nachvollzieht, warum ein*e Kolleg*in bestimmte Erwartungen und Arbeitsweisen hat (beispielsweise lieber per E-Mail als per Telefon kommuniziert), kann sich besser darauf einstellen und wird sich im Zweifelsfall weniger über eine Herangehensweise ärgern, weil sie nicht der eigenen entspricht. Wenn wir die Gründe für vermeintlich »seltsames« Verhalten unseres Gegenübers erkennen, »[…] sind wir in der Lage, neugierig, neutral, respektvoll und wertschätzend zu reagieren. […] Es gilt also, sich die Hintergründe für das eigene Verhalten und das der anderen klarzumachen, dazu gehört Bewusstsein für die eigene Geschichte und die anderen Generationen und dieses ermöglicht erst, neugierig auf das Gegenüber zuzugehen.«2

Auch wenn das Thema DiversityDiversity in den letzten Monaten und Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, spielte die Förderung eines altersdiversen Miteinanders in Unternehmen bislang eine sehr untergeordnete Rolle. Ob sich Mitarbeiter langfristig an ein Unternehmen binden, hängt allerdings ganz entscheidend davon ab, inwiefern ihre Wünsche und Erwartungen erfüllt werden. Die von uns anvisierte GenerationenentwicklungGenerationenentwicklung will also die ArbeitgeberattraktivitätArbeitgeberattraktivität erhöhen und die unternehmerischen Rahmenbedingungen so optimieren, dass alle Altersgruppen in einem Unternehmen fähig und bereit sind, ihren vollen Arbeitseinsatz zu leisten. Dies kann Regelungen zu Arbeitszeit und Arbeitsplatz genauso betreffen wie Fragen zu Karriere und Entwicklung.3

Die Vielfalt der Belegschaft am Arbeitsplatz ist dabei kein Wert an sich, also per se weder gut noch schlecht. Der Wert der Mitarbeitervielfalt ergibt sich vielmehr aus dem Beitrag, den eine diverse Mitarbeiterschaft bei der Erreichung der Unternehmensziele spielen kann.4 Für manche Unternehmen wird das Thema sicher eine bedeutendere Rolle einnehmen als für andere.

Für alle Unternehmen relevant ist allerdings die Tatsache, dass sie sich heute schon schwertun, qualifizierten Nachwuchs zu finden. Gerade die junge Generation ZGeneration Z, die jetzt in das Erwerbsleben eintritt, verhält sich ersten Studien zufolge dabei ganz anders als Mitarbeiter vorheriger Generationen.5 Für die Generation Z ist alles Digitale essenziell. Sie kombiniert virtuelle und reale Kontakte und findet es selbstverständlich, von jedem Ort und zu jeder Zeit Zugang zu Gütern jeglicher Art zu haben. Für Arbeitgeber stellt sich hier die Herausforderung, auf die digitale Geschicklichkeit der jungen Generation einzugehen und sie an der Entwicklung neuer Angebote zu beteiligen.

Hinzu kommt, dass die Mehrheit der Angehörigen der Generation Z in stabilen finanziellen Verhältnissen aufgewachsen ist und im Unterschied zu ihrer Vorgängergeneration Y hervorragende Perspektiven in Ausbildung und Beruf vorfindet. »Denn der Ausbildungs- und der Arbeitsmarkt haben sich deutlich verändert. Die jungen Leute müssen nicht mehr wie ihre Vorgänger als Bittsteller bei Unternehmen auftreten, sondern sie können zwischen verschiedenen Ausbildungs- und Berufsangeboten wählen […]. Die demographische Entwicklung spielt den jungen Leuten in die Hände.«6

Der demografische WandelDemografischer Wandel der Gesellschaft und die Veränderung der Altersstruktur führen bei der jungen Generation Z dementsprechend zu veränderten Ansprüchen, Vorstellungen und Erwartungen. Im Vergleich zu ihrer Vorgängergeneration Y hat sie ihre Angst verloren, einen Arbeitsplatz zu finden. Zler zeichnen sich durch eine Selbstsicherheit und ein Selbstverständnis aus, welches stark von der Lebenswirklichkeit der älteren Generationen abweicht: Laut des Workmonitors 2022 der globalen Personalvermittlung Randstad würde mehr als die Hälfte der Befragten aus der Generation Z ihren Job kündigen, wenn die Stelle sie daran hindere, das Leben zu genießen. Ungefähr 40 % gaben an, schon einmal gekündigt zu haben, weil die Arbeit nicht zum Privatleben gepasst habe.7

Die jungen Menschen, die gerade beginnen, in den Arbeitsmarkt einzutreten, können sich diesen Komfort leisten. In den kommenden Jahren werden die geburtenstarken Babyboomer in Rente gehen und eine riesige Lücke hinterlassen: Auf 1,4 Millionen Babyboomer pro Geburtsjahrgang kommen nicht einmal 750.000 Angehörige der Generation Z.8 Und noch etwas stärkt das Selbstbewusstsein der Jüngeren: Sie sind in einer Welt der stärkeren Kinderzentrierung aufgewachsen. Kinder und Jugendliche der Generation Z wurden »[…] viel bewusster als früher als eigenständige Subjekte, als Akteure und Co-Produzenten ihrer eigenen Entwicklung inmitten einer globalisierten und medial geprägten Welt wahrgenommen.«9 Natürlich wirkt dieser Umstand werte- und verhaltensprägend und wird somit auch Einfluss auf die Erwartungen der Generation Z an das Arbeitsleben haben. Die Folge: Arbeitgeber müssen sich besonders bemühen, diese junge Generation zu gewinnen und zu halten. Hinzu kommt: Kolleg*innen aus älteren Generationen, die früher ihre letzten Jahre vor der Rente vielleicht einfach »abgesessen« und die Eigenheiten der Nachfolgegenerationen ignoriert hätten, werden sich heute durch die längere gemeinsame Arbeitszeit aktiv mit ihren jüngeren Kolleg*innen auseinandersetzen müssen.

Deutlich wird: GenerationenentwicklungGenerationenentwicklung, als Herausforderung ist eine große Herausforderung, mit der es sich zu beschäftigen lohnt. Wir konzentrieren uns in diesem Buch auf die Generationen, die in den kommenden Jahren die arbeitende Bevölkerung Deutschlands ausmachen werden: X, Y und Z. Die Generation der Babyboomer soll dabei nicht vernachlässigt werden – sie ist jedoch bereits zu einem Großteil in Rente gegangen oder wird dies in den nächsten Jahren tun. Gleichwohl ist es lohnenswert, an entscheidenden Stellen einen Blick auf die Eigenschaften und Eigenheiten der Babyboomer zu werfen, da sie die Arbeitswelt von heute maßgeblich geprägt haben (auch wenn diese gerade im Wandel ist und sich zukünftig stark verändern wird).

In den Kapiteln 1 bis 3 möchten wir zunächst spannende Einblicke in die Lebenswelten der Generationen X, Y und Z geben und detailliertes Wissen zu den unterschiedlichen Generationen vermitteln. Wir zeigen typische Generationenkonflikte und deren Lösungen auf, um neben den Unterschieden vor allem auch die Schnittmenge und Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen zu verdeutlichen (Kapitel 4). Im Anschluss geben wir in Kapitel 5 konkrete Lösungen, Handlungsempfehlungen und Praxistipps für eine optimale Zusammenarbeit. Folgende Fragen (und weitere) werden wir dabei klären:

Welche Generationen gibt es derzeit im Arbeitsmarkt und was zeichnet sie aus? Wir nehmen hier Bezug auf die drei Generationen X, Y und Z, die aktuell die wichtigste Rolle im Arbeitsmarkt spielen.

Mit welchen Vorurteilen begegnen wir häufig den Generationenvertreter*innen und halten diese Vorurteile der Wirklichkeit stand? Von der »hierarchiehörigen« Generation X über die »ichbezogene« Generation Y bis zur »handysüchtigen« Generation Z haben nicht zuletzt die Medien Klischees von Generationen geprägt, die nicht automatisch der Realität entsprechen.

Welche typischen Eigenschaften besitzen die Vertreter*innen der einzelnen Generationen? Hier werden wir uns unter anderem genauer ansehen, wieso die Generation X einen so hohen Leistungsanspruch an sich und andere hat und deswegen auch häufig »Generation Burn-out« genannt wird. Wir werden verstehen, weshalb sich die Generation Y oft zerrissen und widersprüchlich fühlt und handelt. Und wir wollen erkunden, warum eine Generation Z Themen wie Diversität und Inklusion als erste Generation wirklich lebt und trotz ihres Wunschs nach Selbstbestimmung und Freiheit ein so großes Bedürfnis nach Stabilität, Ordnung und Struktur hat.

Besonders wichtig ist es uns, in diesem Kontext darauf hinzuweisen, dass selbstverständlich nicht jede*r Vertreter*in einer Generation zu 100 % der dargestellten Charakterisierung entspricht. Keine Generation ist homogen, innerhalb jeder gibt es Unterschiede und auch die Grenzen zwischen Generationsmerkmalen sind fließend – das schmälert jedoch nicht die Aussagekraft. Es lohnt der Versuch, das Gegenüber besser zu verstehen – im Einklang mit Verständnis für sich selbst und einer bewussten Wahrnehmung von sich und anderen. Dabei ist es entscheidend und hilfreich, auf die Unterschiede zu achten, ohne sie zu bewerten.10 Die von uns genannten Eigenschaften von GenerationenGenerationen, Eigenschaften dienen vielmehr dazu, die Unterschiede und unterschiedlichen Prägungen und Werte der einzelnen Generationen wie unter einem Brennglas zu verdeutlichen, um die Komplexität des Sachverhaltes bewusst zu reduzieren. Trotz der Zugehörigkeit zu einer Generation sind wir selbstverständlich alle Individuen mit verschiedensten persönlichen Prägungen und Eigenschaften.

Apropos:

Was verstehen wir überhaupt unter GenerationGenerationen, Definitionen, wenn wir im Folgenden diesen Begriff verwenden? Die Sozialwissenschaft spricht seit den 1920er Jahren von Generationen. »Damals konzipierte der Soziologe und Philosoph Karl Mannheim diesen Begriff. Seine Annahme: Menschen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums aufwachsen, werden in ihrer Jugendzeit von den Zuständen ihrer Gesellschaft in einer solchen Weise geprägt, dass sich auffällig viele gemeinsame Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen ausbilden. Besonders deutlich wirke sich diese Prägung bei Menschen aus, die in Krisen- und Kriegszeiten erwachsen werden.«11

Da sich die Geburtsjahrgänge, mit denen die Generationen in der wissenschaftlichen Literatur definiert werden, zum Teil deutlich unterscheiden, haben wir uns für die Definition mit der größten Schnittmenge entschieden. Wir ordnen die Generationen wie folgt zu: Generation X, geboren 1966–1980; Generation Y, geboren 1981–1994; Generation Z, geboren 1995–2010.

Natürlich ändern sich Werte und Einstellungen zu Leben und Arbeit nicht schlagartig an der Grenze von einer Generation zur nächsten. Generationen sind vielmehr dynamische Konstrukte, das heißt, Angehörige unterschiedlicher Generationen können sich durchaus ähnlich verhalten und ähnliche Werte besitzen. Ohnehin tauchen manche Eigenschaften in der übernächsten Generation wieder auf – nicht sehr verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Kinder der Generation X unsere heutige junge Generation Z sind und natürlich nicht nur von den gesellschaftlichen Ereignissen, sondern auch von den Wertvorstellungen ihrer Eltern geprägt wurden.

Durch welche gesellschaftlichen, sozialen und politischen Ereignisse wurde die jeweilige Generation beeinflusst? Die Allgegenwärtigkeit von Social Media, die Herausforderungen der »Generation Praktikum«, »Schlüsselkinder«, Kalter Krieg und Massenarbeitslosigkeit sind nur einige Schlagworte – im Hauptteil werden wir jede Generation genauer unter die Lupe nehmen.

Welche Werte sind den einzelnen GenerationGenerationen, Werteen besonders wichtig? Welcher Generation Ehrgeiz und Durchhaltevermögen, welcher Selbstoptimierung und Begeisterungsfähigkeit und welcher Diversität und Individualität zugeschrieben werden – und woher diese Wertorientierungen stammen – werden wir im Hauptteil konkret erläutern. Mit den Werten von Generationen eng verbunden ist auch die Frage: Was ist die innere Motivation einer GenerationGenerationen, innere Motivation – und welche Bedürfnisse und Anforderungen resultieren daraus für das Arbeitsleben?

Zum Abschluss werfen wir einen Blick in die Lebenswelt der Generationen X, Y und Z: Mit jeweils zwei Visionboards eines männlichen und eines weiblichen Vertreters jeder Generation versinnbildlichen wir im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur die Lebenswelt, sondern auch die im Vorfeld erläuterten Eigenschaften, Wünsche und Bedürfnisse der Generationenvertreter*innen.

Doch so groß die Unterschiede zwischen den Generationen scheinen mögen – und manchmal vielleicht auch sind: Uns ist es besonders wichtig, den Fokus auf die verbindenden Elemente zwischen den GenerationenGenerationen, verbindende Elemente zu legen. Der Schnittmenge und den Gemeinsamkeiten widmen wir deshalb ebenfalls ein eigenes Kapitel (4).

Auf diesen Grundlagen aufbauend betrachten wir in Kapitel 5 typische Konfliktfelder zwischen den Generationen sowie intergenerative Herausforderungen. Abgerundet wird dieser Part durch konkrete Lösungen und Handlungsempfehlungen für eine optimale, generationenübergreifende Zusammenarbeit.Wir geben Ihnen zudem zwei wirksame Methoden an die Hand und erklären mittels eines typischen Fallbeispiels im Detail, wie Sie Generationenkonflikte konstruktiv ansprechen, deeskalieren und lösen können.

Mit einem Fazit und Zukunftsausblick schließen wir ab. Um die eingangs gestellte Frage wieder aufzugreifen:

Warum gerade JETZT dieses Buch?

Weil besonders die vergangenen drei Jahre deutlich gezeigt haben, wo genau die Missverhältnisse liegen und wie unterschiedlich schnell und offen sich die Generationen auf stetig veränderte Rahmenbedingungen (Homeoffice, Remote Work, Digitalisierung, Ängste, Kontrollverlust etc.) einstellen können. Die PandemiePandemie als Katalysator war und ist ein Katalysator für fundamentale Veränderungen – gleichzeitig birgt sie auch die enorme Chance auf eine positive Um- und Neugestaltung. Seit einigen Jahren verändert sich unsere Welt so rasant wie nie zuvor (Digitalisierung, VUCA etc.). Die Coronakrise hat diesen Wandel noch um ein Vielfaches potenziert. Alle Teams, alle Unternehmen, alle Branchen mussten ad hoc Veränderungen umsetzen. Dieses Tempo hat viele an ihre Grenzen gebracht und wird sie auch zukünftig weiter fordern, teilweise überfordern.