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Das Buch beschäftigt sich mit den Auswüchsen der Bürokratie und deren negativen Folgen für die Gesellschaft. Es wird auch darauf eingegangen, dass die Bürger selbst zu viel Bürokratie vom Staat fordern. Ein "gesundes" Zusammenleben ist dadurch in der Gesellschaft kaum noch möglich. Der Bürokratie- und Paragraphenwahnsinn verhindert sinnvolle Regelungen für die Zukunft. Die Menschen sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
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Seitenzahl: 52
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Zur Person des Autors
Jahrgang 1962, Diplomkaufmann, seit 2003 Hausmann, verheiratet, 5 Kinder.
Immer im Nahkampf mit den Windmühlen der Bürokratie, vom BAföG-Antrag bis zur Steuerklärung.
Gerne können Sie Ihre Kritik, Anregungen und Kommentare loswerden unter [email protected].
Vorwort
Kapitel A
Einführung – Im Würgegriff der Bürokratie
Kapitel B
Das Mäntelchen des Rechtsstaats
Kapitel C
Ohne Gesetze geht es nicht
Kapitel D
Der Glaube, dass uns Gesetze weiterhelfen
Kapitel E
Alles geregelt und nichts ist klar!
Kapitel F
Iudex non calculat
Kapitel G
Der Kampf gegen Windmühlen
Kapitel H
Die Steuerbürokratie – Im Auge des Hurrikans
Kapitel I
Besitzstände in der Bürokratie
Kapitel J
Soziale Missstände der Bürokratie
Kapitel K
Wer braucht schon unsere Industrie?
Kapitel L
Tricks von oben und von unten
Kapitel M
Computer sind doof!
Kapitel N
Warum wächst uns die Bürokratie über den Kopf?
Kapitel O
Weniger Bürokratie wagen!
Kapitel P
Bürokratieabbau – bla, bla, bla
Kapitel Q
Fazit – Stillstand im Paragraphenland
Kapitel R
Ausklang
Die Kultur geht unter in der Menge, in Buchstabenlawinen, im Wahnsinn der Masse.
Milan Kundera
Von der Wiege bis zur Bahre – Formulare, Formulare!
Die meisten von uns werden zustimmen, dass wir uns mitten im Dschungel der Bürokratie befinden.
Wer kennt nicht den Frust mit Formularen, den nervigen Umgang mit Behörden und das Gefühl der Ohnmacht, dem Staat ausgeliefert zu sein?
Es scheint so, als ob der Wahnsinn ausgebrochen ist.
Niemand kann das staatliche Chaos mehr überblicken! Man unterschreibt Formulare, die man nicht einmal verstanden hat, und ist für das, was man in diesen Vordrucken angegeben hat, voll verantwortlich.
Doch Bürokratie ist mehr als die in Formulare gepresste Welt!
Wörtlich bedeutet sie die Herrschaft der Verwaltung.
Hier in diesem Buch soll eher die umgangssprachliche Bedeutung verstanden werden, also der Wust an Gesetzen, Paragraphen, Vorschriften, Ausnahmen und Gerichtsurteilen, der gesamte Irrgarten unseres Rechtssystems und natürlich der Formularkrieg mit den Behörden.
Neben der staatlichen Bürokratie wächst auch die private Bürokratie, denken Sie nur einmal an die fünfzig Seiten Versicherungsbedingungen, wenn Sie eine x-beliebige Versicherung abschließen. Auch hier hat der Wahnsinn Methode und kennt kein Zurück mehr.
Leider hat die Bürokratie den Hang, sich ständig auszudehnen und das tägliche Zusammenleben zu verkomplizieren. Ein Gesetz, eine Vorschrift und ein Gerichtsurteil jagt das nächste und wir fragen uns, wer das eigentlich alles so will.
Bürokratie ist die Vervielfältigung von Problemen durch die Einstellung weiterer Beamter.
Cyril Parkinson
Theoretisch dienen das Recht und die Verwaltung zur Vereinfachung und Erleichterung des Zusammenlebens der Menschen, praktisch kann davon schon lange nicht mehr die Rede sein.
Im Gegenteil, die Bürokratie in Deutschland und auch europaweit hat sich von dem Alltagsleben der Menschen völlig abgekoppelt. Sie führt ein Eigenleben, so dass man sich sogar fragen muss, ob so ein Staat im Staate noch in eine Demokratie passt.
Mittlerweile ist unsere davongaloppierte Bürokratie nur noch ein Abschreckungsbeispiel, wie ein moderner Staat nicht aufgebaut sein sollte.
Unser Recht hat sich nach und nach mit seinen wuchernden Gesetzen in alle Lebensbereiche so hineingefressen, dass es uns zu ersticken droht. Wir sind so überreguliert, dass wir uns vor lauter Paragraphen kaum noch retten können.
Das Thema, warum wir die Bürokratie und damit dieses Chaos sogar wollen, soll auch nicht zu kurz kommen.
Es ist kaum zu glauben, aber wir sind persönlich schon so bürokratieverkorkst, dass wir nach noch mehr Gesetzen und Vorschriften schreien, wenn irgendetwas nicht so läuft, wie es unseren Vorstellungen entspricht.
Mit dem rasanten technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel führt uns die Bürokratie geradewegs in eine Sackgasse. Sie verzettelt sich immer weiter und hinkt hoffnungslos der schnelllebigen Entwicklung hinterher.
Nachdem wir das Ziel aus den Augen verloren haben, verdoppelten wir unsere Anstrengungen.
Mark Twain
Laut Wikipedia ist ein Rechtsstaat ein Staat, dessen verfassungsmäßige Gewalten durch Recht und Gesetz geregelt und beschränkt werden, womit staatlicher Willkür vorgebeugt werden soll.
Aber haben wir überspitzt formuliert überhaupt noch einen Rechtsstaat? Wir haben doch »dank« unserer Bürokratie eher ein Rechtschaos als einen Rechtsstaat.
Ironischerweise wird die Bürokratie bei jeder Kritik an ihren Auswüchsen mit dem Hinweis verteidigt, dass dadurch unser Rechtsstaat gefährdet sei.
Dabei ist es genau umgekehrt, der Rechtsstaat wird durch die Bürokratie zerfressen und schwebt in akuter Gefahr, seinem Namen nicht mehr gerecht zu werden.
Mehr und mehr Willkür liegt auf Seiten der Bürokratie, die monströser und unberechenbarer wird.
Jede Änderung des Systems wird als Angriff auf den Rechtsstaat wahrgenommen und nicht als notwendige Eindämmung hemmungsloser Bürokratie.
Fordert man beispielsweise eine Reduzierung der aufgeblähten Gesetze, wird von vielen Seiten vehement darauf verwiesen, dass damit unser Rechtsstaat in Gefahr kommt.
Würden wir unser Steuersystem auch nur ein bisschen vereinfachen, so würden unzählige Anwälte, Steuerberater, Richter und auch so manche Bürger darin einen Anschlag auf unseren Rechtsstaat sehen und mit allen rechtlichen Mitteln dagegen vorgehen.
Schließlich ist es unvermeidbar, dass es bei Änderungen der Gesetzeslage zu bestimmten Nachteilen und zur Abschaffung von Privilegien für einzelne Gesellschaftsschichten kommt. Reformen durchzuführen, bei denen es nur Gewinner gibt, ist praktisch unmöglich.
Folglich müssen wir unseren Rechtsstaat vor der Bürokratie schützen! Ansonsten wird unser Rechtsstaat mehr und mehr zurückgedrängt.
Die Bürokratie versteckt sich also geschickt unter dem Mäntelchen des Rechtsstaats. Damit macht sie sich schwer angreifbar, denn der Rechtsstaat steht zu Recht außerhalb jeder Kritik.
Weniger Bürokratie und mehr Rechtsstaat, so muss die Losung heißen!
Möchten doch diejenigen, welche in steter Angst davor leben, es könnte in Zukunft in der Welt zu viel Demokratie und Individualismus geben und zu wenig Autorität und Schätzung des Amts, sich endlich beruhigen: Es ist nur allzu sehr dafür gesorgt, dass die Bäume der Freiheit nicht bis in den Himmel wachsen.
Max Weber
Sehnen wir uns nicht alle nach Klarheit, Verlässlichkeit und Stabilität? Da ist doch eine »moderate« Bürokratie, also feste Regeln für viele Alltagssituationen, genau das Richtige! Es macht unser Leben einfacher und verbindlicher.
