Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
In der DDR wurden Kay Lutter, Michael Rhein, Reiner Morgenroth und Thomas Mund verfolgt, verhaftet, ihre Musik wurde verboten. Zeitgleich beging Folkmusiker Andre Strugala Fahnenflucht, raus aus der Armee des Arbeiter- und Bauernstaats, schulterte statt eines Gewehrs lieber seinen Dudelsack und zog mit Kumpel Marco Zorzytzky von Stadt zu Stadt, um illegal folkloristische Straßenmusik zu spielen. Ihre Wege kreuzten sich und 1995 gründeten sie IN EXTREMO. Dieses Buch handelt von großen Erfolgen, schmerzhaften Niederlagen, gefährlichen Unfällen und verrückten Abenteuern, die man nur im Schmelztiegel des Rock erleben kann. Wir werden niemals knien ist die Geschichte von sieben Vagabunden, die mit Dudelsäcken, Gitarren, mit ihrer originellen Mischung aus mittelalterlichen Überlieferungen und modernem Gespür für Rock-Hits und vor allem mit jeder Menge Mut die große Welt eroberten.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 380
Veröffentlichungsjahr: 2012
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Für Fragen und Anregungen:
2. Auflage 2016
© 2012 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, sind vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Umschlaggestaltung: Marco Slowik
Satz: HJR, Manfred Zech, Landsberg am Lech
EPUB: Grafikstudio Foerster, Belgern
ISBN Print 978-3-86883-879-4
ISBN E-Book (PDF) 978-3-86413-145-5
ISBN E-Book (EPUB; Mobi) 978-3-86413-179-0
KAPITEL 1: »Ein Fuß war im Grab, ein Fuß im Knast«
KAPITEL 2: Lumpenkönige auf LSD
KAPITEL 3: »Ich will ihn reich und berühmt machen!«
KAPITEL 4: »Der Kerl war eine lebende Fackel!«
KAPITEL 5: Meskalin in Mexiko
KAPITEL 6: »Du mixt diese Platte niemals!«
KAPITEL 7: »Mit so einem Asozialen fahre ich nicht!«
KAPITEL 8: »Die Strolche lernen aufrecht stehen«
KAPITEL 9: Flugverbot auf Lebenszeit
KAPITEL 10: Hitze, Haschisch, Hakenkreuze
KAPITEL 11: Sieben flogen übers Kuckucksnest
KAPITEL 12: »Foxterrier schmeckt besser als Windhund«
KAPITEL 13: Zu Besuch bei Bill Clinton
KAPITEL 14: »Verdammt! Wir haben unser Glück, Genossen!«
EPILOG
(Wie sich wilde Rockmusiker mit der DDR anlegten)
Schlagersänger wollte er werden. Und dazu Gitarre spielen. Und natürlich berühmt sein. Was denn sonst?
Bereits in seiner Kindergartenzeit wusste der fünfjährige Brandenburger Kay Lutter ganz genau, dass das Showgeschäft und die großen Bühnen sein Arbeitsplatz werden mussten. Ein normaler, bürgerlicher Beruf kam für den 1965 in Henningsdorf geborenen Jungen nicht infrage, und mit dem Gedanken, dass es mit einem Musikerberuf vielleicht nichts werden könnte, beschäftigte er sich in seinem Leben nicht eine einzige Sekunde lang. Kays Mutter Jutta war leidenschaftliche Sammlerin von Schallplatten, und zwar ausschließlich Schlagermusik. So nach und nach verschwanden große Teile der Sammlung, wie auch der Plattenspieler, im Kinderzimmer. Zur Einschulung bekam Kay von seinen Eltern eine Gitarre geschenkt, und schon bald war klar: Ich werde Gitarrist! Logisch, denn die sahen auf den Covers der Schlagerplatten immer cooler aus als die geschniegelten Sänger.
Im gleichen Ort, nur wenige Häuser entfernt, wohnte ein Berufsmusiker, mit dessen Kindern Kay befreundet war. Der Mann spielte Klavier in einer Big Band. Als der Musiker und seine Bandkollegen eines Tages auf dem Wilhelmshorster Tennisplatz auftauchten, war Kay wie elektrisiert, denn diese Typen sahen einfach aus wie aus einer anderen Welt. Sie hatten lange Haare, gefährliche Vollbärte, und sie qualmten eine Zigarette nach der anderen. Völlig abgefahren!
Einige Wochen später lungerten Kay und sein Bruder Axel mal wieder in der von ihren Eltern betriebenen Drogerie des Kleinstadtnestes herum, als die Ladentür aufflog und zwei düstere Gestalten mit geflickten Jeans hereinkamen. Sie trugen selbstgemachte Ketten und Lederarmbänder und sie hatten die mit Abstand längsten Haare, die Kay jemals an einem Mann gesehen hatte. Schwer beeindruckt rannten die zwei Rotzlöffel nach Hause und eröffneten ihrer Mutter feierlich, dass sie sich von nun auch die Haare wachsen lassen würden. Acht Jahre später trugen die beiden Brüder extrem lange Matten, und die düsteren Typen von damals wären vermutlich vor Neid erblasst.
Eines Tages steckte Jutta ihrem Sohn eine Grifftabelle für die Gitarre zu, die sie »von einem Bekannten« bekommen hatte – und zwar von Kays künftigem Stiefvater Peter. Und dieser hatte zwei Leben, von denen den Jungen besonders das zweite interessierte: Peter war Gitarrist und Sänger in einer Band! Dass es sich dabei nicht um eine Rockgruppe, sondern um eine Tanzmusikcombo handelte, spielte für Kay keine Rolle, denn welcher Teenager in seinem Freundeskreis konnte schon damit prahlen, dass im elterlichen Wohnzimmer eine feuerrote E-Gitarre nebst Verstärker zu finden war? Richtig, keiner.
Wenig später durfte Kay dann bei einer Bandprobe live dabei sein und stellte fest, dass sein Stiefvater den obercoolen Spitznamen Zonen-Elvis trug. Im wahren Leben war Zonen-Elvis Chef einer Firma für Landschaftsgartenbau. Er entwarf Sportplätze und Gärten und viele andere Dinge, für die sich Kay nicht die Bohne interessierte – aber er war es auch, der den Jungen zum Eignungstest an der Musikschule anmeldete. Als achtjähriger Bengel marschierte Kay also in die Musikschule, um seine Karriere als Gitarrist anzukurbeln, doch beim Eignungstest erklärte man ihm, dass der Gitarrenkurs leider schon komplett ausgebucht wäre. Okay, dachte Kay, dann halt Schlagzeug. Dummerweise lag das Mindestalter für Schlagzeugschüler bei zehn Jahren. Was nun? Zwei Jahre auf einem Apfelbaum sitzen und warten? »Wie sieht es denn bei der Bassgitarre aus?«, fragte daraufhin Zonen-Elvis den Schulleiter. Gut sah es da aus! Kay machte den Test, bestand mit Bravour – und hatte auf dem Nachhauseweg mit seinem Stiefvater nur noch eine einzige Sache zu klären: »Was ist eigentlich eine Bassgitarre?« Peter antwortete: »Sie ist elektrisch.« Damit war auch das geklärt, und der achtjährige Kay Lutter hatte seinen Platz im Leben gefunden. Zu seinem neunten Geburtstag bekam er seine erste Bassgitarre!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
