Wochenend und Wohnmobil - Kleine Auszeiten Schwäbische Alb - Susi Reiser - E-Book

Wochenend und Wohnmobil - Kleine Auszeiten Schwäbische Alb E-Book

Susi Reiser

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Beschreibung

Egal ob Wanderer, Radfahrer, Wasserratten, Genießer, Kulturliebhaber oder Hobby-Geologen – die Schwäbische Alb ist vielseitig. Kleinstadtperlen wie Münsingen ziehen Besucher ebenso in den Bann wie die schroffen Felsen des Wentals oder die traditionelle Schäferei. Erkunden Sie diese abwechslungsreiche Gegend mit dem Wohnmobil! Zahlreiche Wochenendtrips führen Sie zu den schönsten Zielen der Region und geben ausreichend Tipps für Ihren Aufenthalt.

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ZIELE IM ÜBERBLICK

Aalen / Schwäbisch Gmünd

Heidenheim / Giengen / Steinheim

Göppingen / Geislingen

Westerheim / Laichingen

Ehingen / Blaubeuren

Nürtingen / Beuren / Neuffen

Bad Urach

Münsingen / Großes Lautertal

Pfullingen / Metzingen / Reutlingen

Lichtenstein / Sonnenbühl

Zwiefalter Alb / Riedlingen

Hechingen / Mössingen

Albstadt / Balingen / Meßstetten

Sigmaringen

Mengen / Meßkirch

Schömberg / Dietingen / Rottweil

Donautal / Beuron

Tuttlingen / Donaubergland

KLEINE AUSZEITEN

-SCHWÄBISCHE ALB-

INHALT

EINLEITUNG

Baden-Württemberg

Zwischen Stuttgart und dem Bodensee

1 Aalen und Schwäbisch Gmünd

Bei Bergmännern, Römern und Kräuterhexen

2 Heidenheim, Giengen, Steinheim

Tiefe Einblicke und malerische Ausblicke

3 Göppingen und Geislingen

Heilende Quellen und Metallwaren für alle

4 Westerheim und Laichingen

Familienspaß tief im Herzen der Alb

5 Ehingen und Blaubeuren

Die Schöne Lau, Bierkultur und Eiszeitkunst

6 Nürtingen, Beuren und Neuffen

Vielfalt am Fuße der Blauen Mauer

7 Bad Urach, eine Stadt im Ermstal

Wo Wasser sprudelt und fällt

8 Münsingen und das Große Lautertal

Strukturwandel im 21. Jahrhundert

9 Pfullingen, Metzingen und Reutlingen

Zwischen Weinbergen und Unterhosen

10 Lichtenstein und Sonnenbühl

Nudelberge am Kältepol der Alb

11 Zwiefalter Alb und Riedlingen

Himmel und Höhle an der Jungen Donau

12 Hechingen und Mössingen

Auf und ab zwischen Zollern und Streuobst

13 Albstadt, Balingen und Meßstetten

Outdoor Action und historisches Gleichgewicht

14 Sigmaringen, die Stadt im Donautal

Fürstliche Anwesen und hippe Abenteuer

15 Mengen und Meßkirch

Handwerkliche Mühen, Kelten und viele Eier

16 Schömberg, Dietingen und Rottweil

Kristallklare Aussichten und bunte Narren

17 Göttliches im Schwäbischen

Grand Canyon

18 Tuttlingen und Donaubergland

Wo die Alb am höchsten ist

Orts- und Sachregister

Impressum

Auf der Schwäbischen Alb kann man unzählige Burgen und Ruinen erkunden.

BADEN-WÜRTTEMBERG

Zwischen Stuttgart und dem Bodensee

Lieblingsplätze mit toller Aussicht auf die Natur gibt es viele.

Hier befindet sich das Hochplateau der Schwäbischen Alb. Ein Mittelgebirge mit einer Fläche von ca. 6 800 Quadratkilometern, mit unzähligen Streuobstwiesen an der teils schroffen Hangkante und einem riesigen Erlebnisangebot. Wanderfreunde, E-Biker, Entdecker vergangener Kulturen und besonderer Landschaftsformen finden hier ein Paradies. Rau, majestätisch, sonnig und immer wieder geheimnisvoll öffnet sich das »Land des Löwenmenschen« Stück für Stück seinen Besuchern.

Zahlreiche kleine und größere Orte, Burgen, Schlösser, Flüsse, Schauhöhlen, Türme, Heimat- und Urzeitmuseen und Mitmachangebote wie Kletterparks, Thermalbäder, Bobbahnen und multimediale Stadttouren machen die Alb zu einer Reiseregion für die ganze Familie, auch über die Dauer eines Wochenendes hinaus. Es gibt die bekannten Besuchermagnete, die man an sonnigen Sommersonntagen besser meidet, dafür aber auch viele versteckte Perlen.

ENTSTEHUNG UND BESIEDLUNG DER SCHWÄBISCHEN ALB

Einst von Wasser durchflutet, ist das Felsenmeer heute ein Trockental.

Um ein Gefühl für die Region zu bekommen, ist ein Blick in die Entstehung der Alb empfehlenswert. Vor ca. 200 Millionen Jahren war dort, wo wir heute die Alb sehen, ein tropisches Meer mit Korallenriffen, Stränden und Palmen, das sogenannte Jurameer. Das Wasser zog sich über die Jahre zurück und es blieben Ablagerungen aus Kalk, die das Juragestein bilden, aus welchem die Alb zum größten Teil besteht. Immer wieder begegnen uns daher Fossilien im Gestein. Weitere bedeutende Ereignisse der Erdgeschichte waren diverse Vulkanausbrüche und Meteoriteneinschläge. Wegen der Löchrigkeit des Karstgesteins der Alb zählt die Region zu den höhlenreichsten Deutschlands. Viele lassen sich besichtigen, per Boot, zu Fuß, teilweise schwimmend, andere sind nur Höhlenforschern zugänglich. Sechs Höhlen im Lone- und Achtal wurden 2017 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Grund dafür sind zahlreiche Funde von eiszeitlichen Kunstwerken und Werkzeugen, die beweisen, dass bereits vor 40 000 Jahren Menschen in der Region gelebt haben. Diese Funde sind in verschiedenen Museen ausgestellt. Zu ihnen zählt auch der Löwenmensch, welcher für den Tourismusverband der Schwäbischen Alb zum Maskottchen wurde. In Gestalt des Alberich lädt er Familien zu Entdeckertouren ein. Weitere Spuren haben die Kelten, Römer und Alemannen hinterlassen. Auf Basis ihres Lebens gibt es Orte wie das Limesmuseum, die Heuneburg und viele Ausgrabungsstätten zu besichtigen. Von geistlichen Zentren zeugen die Klöster und Kirchen, und auch die beiden Kaisergeschlechter Hohenzollern und die Staufer haben mit zahlreichen Burgen und Schlössern ihre Spuren hinterlassen. Viele davon sind heute entweder als Ruinen oder rekonstruiert für die Öffentlichkeit zugänglich.

Dank ehrenamtlichem Engagement konnten Burgruinen erhalten werden.

GEOPARK UND BIOSPHÄRENGEBIET SCHWÄBISCHE ALB

Seit 2005 ist die Alb Europäischer und Globaler UNESCO Geopark. Zum Geopark werden Regionen ernannt, die ein besonderes geologisches, archäologisches sowie kulturhistorisches Erbe tragen. Im Vordergrund steht die Bewusst- und Erlebbarmachung dieses Erbes für die Bevölkerung und für Gäste. Dafür werden sogenannte Geopoints geschaffen, die Wissenswertes über spezielle Themen vermitteln.

Ausgehend vom ehemaligen Truppenübungsplatz bei Münsingen wurde das Biosphärengebiet Schwäbische Alb mit einer Größe von 850 Quadratkilometern 2009 von der UNESCO zertifiziert und 2010 das Biosphärenzentrum geschaffen. Ziel ist die Vernetzung und dadurch der Schutz der einzigartigen Kulturlandschaft für die heutige und nächste Generation. Der Slogan »Modellregion für nachhaltige Entwicklung«, ökologische, ökonomische und soziale Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle.

Der Löwenmensch

Viele Türme kann man besteigen

Schafe sind maßgeblich für die Erhaltung der Landschaftsform Wacholderheide.

SCHÄFEREI UND WACHOLDERHEIDEN

Eine für die Alb typische Landschaftsform ist die Wacholderheide. Sie besteht aus dunklem Wacholder, Weidbuchen und kargen Weideflächen und ist durch die Nutzung der Albhochflächen für die Schäferei entstanden. Da das Schafmaul wählerisch ist, lässt es alles stehen, was stachelig, nicht bekömmlich oder giftig ist. So wachsen in dieser Landschaftsform zum Beispiel die Silberdistel, Enzianarten, Thymian, die Küchenschelle oder die Zypressen-Wolfsmilch. Bleibt die Schäferei aus und kümmert sich auch sonst niemand um den Erhalt dieser Flächen, so siedeln sich rasch andere Sträucher und Bäume an und die Verwaldung nimmt zu. Daher ist die Schäferei so essentiell und damit verbunden auch die Nutzung der Schafprodukte, sei es Wolle oder das Fleisch der Tiere.

EINKEHREN AUF DER ALB

Natürlich dürfen Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle, Maultaschen, Wurstsalat und Zwiebelrostbraten auf der Speisekarte einer schwäbischen Wirtschaft nicht fehlen. Wer Wert auf Regionalität bei der Auswahl der verarbeiteten Zutaten legt, der kann sich an dem Markenlogo »Schmeck den Süden« orientieren. Gastronomen, die sich den Kriterien der Auszeichnung verschrieben haben, erkennt man an den Löwensymbolen am Eingang und in der Speisekarte. Zwischen einem und drei Löwen werden vergeben.

WANDERN AUF DER SCHWÄBISCHEN ALB

Die Alb hält eine Vielzahl an zertifizierten Wanderwegen bereit. Auf allen kann man sich darauf verlassen, dass die Wege in beide Richtungen begehbar und ausgeschildert sind. Die Wege haben meist am Start eine Tafel mit der Erklärung des Weges und einer Karte. Man findet Parkmöglichkeiten und GPX-Tracks auf den jeweiligen Websites. Grund für diese Touren ist die Besucherlenkung. Durch die Vielfalt der Wege soll für jeden etwas dabei sein, der Wanderer soll eine schöne Zeit erleben, muss keine Karten wälzen, kommt an Gasthäusern vorbei und die Natur wird nur an bestimmten Orten vom Mensch besucht – Thema Naturschutz. Daher ist es wichtig, sich an die Wege zu halten!

Eine Wanderweg-Marke, die das komplette Biosphärengebiet umfasst, sind die »hochgehberge«: 21 Prädikatswander- und Spazierwege sorgen für höchsten Wandergenuss. Die meisten anderen Marken beziehen sich jeweils auf einen Landkreis.

Wanderwege sind meist gut markiert und ohne Karte zu finden.

Heil- und Gewürzpflanze – der Wacholder

Das Symbol der Alb – die Silberdistel

Verantwortlich für die Pflege und Beschilderung aller Wanderwege sind zum Teil die Touristikorganisationen und der Schwäbische Albverein. Unzählige ehrenamtliche Wegewarte schneiden Wege frei und sind dankbar für jeden Tipp, wo etwas gemacht werden sollte, wo beispielsweise Schilder fehlen. Zusätzlich zu den Wanderwegen verfügen viele Ortschaften über Themenrundwege, die mit einem gelben Ring markiert sind.

ALBCARD – DIE GÄSTEKARTE DER SCHWÄBISCHEN ALB

Seit 2020 bekommen alle Übernachtungsgäste (ab sieben Jahren) bei teilnehmenden Gastgebern (auch Betreibern von Wohnmobilstell- und Campingplätzen) die AlbCard geschenkt. Sie berechtigt zur kostenfreien Nutzung des ÖPNV und zum kostenfreien oder vergünstigten Eintritt zu vielen Attraktionen. Beispiele sind das Steiff-Museum, die Burg Hohenzollern, eine Tour in die Falkensteiner Höhle, das Limesmuseum und der Campus Galli. Weitere Informationen findet man unter www.albcard.de.

PRAKTISCHE REISETIPPS

ÜBERNACHTEN: Die Alb bietet zahlreiche Wohnmobilstellplätze für autarke Camper. Die Anzahl der Campingplätze mit sanitären Einrichtungen ist begrenzt. Die Stellplätze sind nicht immer zentral gelegen, daher bietet es sich an, ein Fahrrad oder E-Bike (wegen der Höhenunterschiede) mitzunehmen, um nicht überall mit dem WoMo hinfahren zu müssen.

MUSEEN, WANDERHEIME, TÜRME UND HÖHLEN: Viele Ziele werden von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern betreut und haben daher nur am Wochenende geöffnet. Die Öffnungszeiten sollte man unbedingt vorab prüfen. Manchmal kann man auch an zentralen Stellen einen Schlüssel für eine Turmbesteigung ausleihen.

HÖHLEN: Da viele Höhlen Winterquartier für Fledermäuse und andere Tiere sind, bleiben sie von Oktober/November bis April/Mai für Besucher geschlossen.

REGIONALE PRODUKTE KAUFEN: Unter der Marke »Albgemacht« haben sich einige Erzeuger aus dem Biosphärengebiet zusammengeschlossen und vermarkten ihre Produkte. Zusätzlich gibt es sehr viele kleine regionale Erzeuger, die ihre Produkte ab Hof verkaufen, von denen einige hier im Buch genannt sind. Während die Läden geschlossen haben, stehen mancherorts Produkte in Regiomaten (Automaten) zum Kauf bereit.

Entdeckertour mit Maskottchen Alberich

Steine und Fossilien zum Verlieben

BRAUCHTUM UND FESTE: Wenn die Schwaben feiern, dann sind die jeweiligen Orte außer Rand und Band und mit der Ruhe ist es vorbei. Daher ist es ratsam, sich vorab zu informieren und zum Beispiel Bad Urach während des Schäferlaufs, Ulm in der Schwörwoche, Neuhausen ob Eck während des Southside Festivals und die Karnevalshochburgen zu Jahresbeginn zu meiden oder gerade deswegen zu besuchen. Außerdem finden unzählige Stadt- und Weinfeste statt.

AALEN UND SCHWÄBISCH GMÜND

Bei Bergmännern, Römern und Kräuterhexen

Knapp 40 Meter hoch: Aussichtsturm Himmelsstürmer bei Schwäbisch Gmünd

1

Aalen bietet die meisten Schlechtwetter-Attraktionen der Alb. Auf den Spuren des römischen Grenzwalles Limes kann in die Geschichte sowie in Thermalwasser eingetaucht werden. Das Sonnenschein-Pendant bietet Schwäbisch Gmünd mit dem Himmelspark, schmucken Gebäuden, dem Weleda Erlebniszentrum und dem archäologischen Wanderweg.

ZEITREISEN IN AALEN

Beginnt man die Erkundung der Stadt an der Tourist-Information am Marktplatz, kann man direkt eintauchen in die Urgeschichte der Alb. Information sowie das Urweltmuseum befinden sich im Alten Rathaus. Seit 1977 wird hier, im größten städtischen Museum für Geologie und Paläontologie in Baden-Württemberg, der Aufbau des schwäbischen Schichtstufenlandes vorgestellt. Zahlreiche Ausstellungsstücke wie Fischsaurier, Ammoniten, Seeigel, Seesterne, Tintenfische und Korallen sind Relikte des einstigen Urmeeres, welches die Alb überzog. Fast alle Ausstellungsstücke wurden im Aalener Raum vom Amateurgeologen Fritz Sauter gesammelt.

Zurück im Aalen des 21. Jahrhunderts kann man durch die Gassen schlendern, shoppen und schlemmen. Dabei begegnen einem der Marktbrunnen mit der Figur des Kaisers Joseph I., beim Blick nach oben der Spionturm auf dem historischen Rathaus (genau hinschauen, über der Uhr zieht er seine Grimassen) und unzählige Fachwerkhäuser zum Beispiel in der Radgasse. Dort befindet sich die älteste Fachwerkfassade der Stadt aus den Jahren um 1660.

Weiter geht die Zeitreise zu den Römern. Nur wenige Kilometer von Aalen entfernt, verlief der 550 km lange Obergermanisch-Raetische Limes – die Außengrenze des Römischen Reiches. Seit 2005 zählt dieser zum UNSECO Welterbe. In Aalen haben die Römer besondere Spuren hinterlassen: das größte Kastell, in dem vor 1800 Jahren 1000 Reitersoldaten mit ihren Pferden stationiert waren. Auf diesem Gelände wurde das bedeutendste Limesmuseum Süddeutschlands angelegt. Hier kann man sich über den Aufbau des Limes mit seinen Türmen und Kastellen informieren, etwas über das Leben am Grenzwall sowie das römische Militär lernen und im archäologischen Park selbst mitten in der Rekonstruktion einer Reiterkaserne samt Pferdestall und Wohnstube stehen.

Die Museums-Trilogie rundet das explorhino Science Center auf dem Campus der Hochschule Aalen ab. Hierbei handelt es sich um ein Mitmachmuseum für alle Altersklassen. Es geht um Fragen des Alltags und um naturwissenschaftliche, mathematische und technische Phänomene. Auf 1200 Quadratmetern kann man erkunden und ausprobieren.

KRAFT SCHÖPFEN UND ENTSPANNEN

Zur Verarbeitung all dieser Eindrücke und des Wissens bietet sich ein Aufenthalt in den Limes-Thermen an. Der im römischen Stil gehaltene Badetempel mit Schwimmbecken, Saunen, Solarien, Dampfbad, Kneippanlage und Lichttherapieraum liegt etwas oberhalb der Stadt und bietet Wohnmobilisten sogar das Übernachten »vor der Tür« auf einem Stellplatz ohne Infrastruktur. Zwei fluoridhaltige Calcium-Natrium-Sulfat-Thermen aus 650 Metern Tiefe mit 36,4 °C warmem Wasser tragen zur staatlichen Anerkennung als Heilquellen teil.

NUR ETWA ZWEI KILOMETER Fußweg entfernt, befindet sich der 21 Meter hohe Aussichtsturm Aalbäumle. Er wurde 1992 als bereits dritter Turm an dieser Stelle erbaut. Die Aussicht von 702 Meter ü. NN auf die Stadt und das Umland ist fantastisch. Den Namen bekam der Turm von der einst auf der kahlen Höhe gepflanzten Fichte, die den Wanderern als Schattenspender diente.

Archäologischer Park des Limesmuseums

Limes-Thermen im römischen Stil

Im historischen alten Rathaus befindet sich das Urweltmuseum.

Vom Aalbäumle hat man eine prima Aussicht.

Unter Tage im Besucherbergwerk

GLÜCK AUF – TIEFER STOLLEN MIT HEILKRÄFTEN

Der Tiefe Stollen, das einzige Besucherbergwerk der Alb, befindet sich im Braunenberg von Wasseralfingen. Hier wurde von 1608 bis 1939 Eisenerz abgebaut. Um 1865 lieferten die hiesigen Hüttenwerke 80 Prozent der Landesproduktion an Eisen und somit trug das Wasseralfinger Erz maß-geblich zur industriellen Revolution Württembergs bei. Heute kann man mit der Grubbahn in die Schächte und Gänge hineinfahren und sich bei einer Führung über die frühere, sehr harte Arbeit informieren. Die kühlen 11 °C sorgen an warmen Sommertagen für Erfrischung und die hohe Luftfeuchtigkeit sowie die nahezu völlige Staubfreiheit im Stollen begünstigen zusätzlich die Gesundheit der Atemwege und der Haut, die Stärkung der Abwehrkräfte und die Entspannung. Darum wird ein Teil des Stollens als Heilstollen im Kurbetrieb genutzt.

Nach dem Besuch das Stollens kann man die Themenwege des Bergbaupfads erwandern. Die Kombination der drei Runden ist 5,6 Kilometer lang, hält 23 Infotafeln und verfallene Grubeneingänge parat und führt am Waldgasthof Erzgrube vorbei.

Marktbrunnen von Aalen mit Kaiser Joseph I. und Spionturm

Imposante Felsenkapelle St. Salvator in Gmünd

Rokokoschlösschen im Stadtgarten

DER LIMES TRENNTE, DER LIMES VERBINDET

Folgt man dem Deutschen Limes-Wanderweg im Ostalbkreis Richtung Westen, so gelangt man nach Schwäbisch Gmünd. Am Wanderparkplatz Rotenbachtal kann man sich in einem Informations-Pavillon ausgiebig belesen und die Nachbauten des Obergermanischen Limes aus Holz-Palisaden und des Raetischen Limes aus Stein anschauen. Auf einem Wanderweg ca. 900 Meter ins Tal hinein wurden Nachbildungen bedeutender römischer Steindenkmale aufgestellt und man stößt auf die einstige Provinzgrenze am Limes. Nur wenige Schritte entfernt, befinden sich das Kleinkastell Freimühle sowie das Kleinkastell Kleindeinbach. Auf der anderen Rems-Seite zeugen das Lager Schirenhof und ein Badegebäude von den früheren Bewohnern der Region. Folgt man dem knapp acht Kilometer langen archäologischen Rundwanderweg mit dem Römerhelm als Wegmarkierung, kommt man an allen genannten Sehenswürdigkeiten vorbei.

ERLEBNISSE FÜR DIE GANZE FAMILIE IN WETZGAU

Auf dem ehemaligen Gartenschaugelände von Schwäbisch Gmünd mit dem Namen Himmelsgarten warten unzählige Attraktionen. Besonders stechen der Aussichtsturm Himmelsstürmer mit seinen über 124 Fenstern auf 38,6 m Höhe und die Carina-Vogt-Schanze heraus. An der Schanze startet die Waldkugelbahn, die in den 3,3 Kilometer langen ErlebnisWaldpfad mündet. An 33 Stationen kann hier gespielt und viel über den Wald gelernt werden. Auch der LebensWeg mit sieben Kunstinstallationen startet im Himmelsgarten, führt hinab zur Felsenkapelle St. Salvator und über den Kreuzweg in die Innenstadt von Schwäbisch Gmünd.

Am Himmelsgarten haben außerdem Blumenfreunde und Wasserspieler ihre Freude. Eine Minigolfanlage und ein Kiosk runden das Freizeitangebot ab. Für die »großen« Kinder und sportliche Gäste bietet der Skypark epia Kletterwald spannende Herausforderungen.

Direkt angrenzend befindet sich das Weleda Erlebniszentrum. Hier kann man nicht nur Kosmetik-Artikel einkaufen, sondern auch an Workshops und Führungen in Europas größtem biologisch-dynamischen Heilpflanzengarten teilnehmen.

AN DER FELSENKAPELLE kann man in den Sommermonaten am Wochenende auf ein kühles Bier in der Salvator Klause (www.salvator-freundeskreis.de) einkehren. Geschützt unter großen Schirmen sitzend, genießt man die herrliche Aussicht auf Gmünd.

EINE STADT MIT LANGER GESCHICHTE

Nach Aalen ist Schwäbisch Gmünd die zweitgrößte Stadt im Ostalbkreis und die älteste Stauferstadt. Geprägt wird das Stadtbild von Gebäuden aus acht Jahrhunderten und durch Handwerke verschiedenster Art. In die Welt der Silberwarenherstellung kann man im Silberwaren- und Bijouteriemuseum eintauchen. Im Jahr 1793 waren 250 Gold- und Silberschmiedemeister in Gmünd ansässig. Hübsche Sitzmöglichkeiten laden an der Rems zum Verweilen ein, der Stadtgarten besticht durch sein Rokokoschlösschen und das Museum im Dominikanerkloster zeigt Kunstwerke aus diversen Epochen.

AUF EINEN BLICK

Info

LANDKREIS: Ostalb

BESTE REISEZEIT: Ganzjährig

OPTIMALE REISEDAUER: 3–4 Tage

TOURISTINFO: Reichsstädter Str. 1, 73430 Aalen, Tel. 07361/52 23 58, www.aalen-tourismus.de Marktplatz 37/1, 73525 Schwäbisch Gmünd, Tel. 07171/6 03 42 50, www.schwaebisch-gmuend.de

SEHENSWÜRDIGKEITEN

LIMESMUSEUM AALEN: St.-Johann-Str. 5, 73430 Aalen, Tel. 07361/5 28 28 70, www.limesmuseum.de

LIMES-THERMEN AALEN: Osterbucher Platz 3, 73431 Aalen, Tel. 07361/9 49 30, www.limes-thermen.de

URWELTMUSEUM AALEN: Reichsstädter Str. 1, 73430 Aalen, Tel. 07361/5 28 28 70

EXPLORHINO AALEN: