0,99 €
Um ihr Studium in Paris zu finanzieren, jobbt Josephine als Dienstmädchen im Haus der Gauthiers. Eines Tages stiehlt sie aus einer Laune heraus eine kostbare Halskette der Madame. Als sie auf frischer Tat ertappt wird, glaubt sie schon, alles wäre vorbei. Doch die Madame macht Josephine ein Angebot: Drei Nächte lang soll die junge Frau alles tun, was das reiche Ehepaar von ihr verlangt. Josephine geht darauf ein und taucht ab in ein erotisches Abenteuer, das sie bis an ihre Grenzen treibt. Dieses E-Book entspricht circa 40 Taschenbuchseiten. Für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 34
Veröffentlichungsjahr: 2017
Josephine saß zusammengesunken auf dem Sofa im großen Salon und starrte auf ihre Schuhe. Ihre Gedanken wirbelten durcheinander. Doch in all dem Chaos, das ihrem Kopf ausgebrochen war, gab es einen Gedanken, der immer wieder kehrte: Was hab ich mir nur dabei gedacht? Was hab ich mir nur dabei gedacht?
Josephine fand keine Antwort. Sie hatte die Halskette der Madame eingesteckt, ohne es wirklich zu wollen. Einfach so.
Was hab ich mir nur dabei gedacht?
Nervös rieb Josephine ihre Hände aneinander. Dabei spürte sie den Blick der Madame. Sie sah es nicht, aber sie spürte, wie ihre Augen sie vom Sessel, der ihr gegenüberstand, förmlich durchbohrten. Niemals im Leben hätte Josephine diesen Blick erwidern können. Also starrte sie weiter auf ihre schwarzen Lackschuhe, die zu ihrer Dienstmädchenuniform gehörten.
Absurderweise erinnerte sich Josephine daran, wie sie diese Schuhe zum ersten Mal angezogen hatte. Sie hatte in ihrem Zimmer gesessen und sehr darüber gelacht, eine Dienstmädchenuniform anzuziehen.
Es war jetzt knapp drei Wochen her, seit Josephine angefangen hatte, im Haus der Gauthiers zu arbeiten. Der Job als Dienstmädchen war für sie ein wahrer Glückgriff gewesen. Ihr Gehalt war durchaus ansehnlich – zumal für eine Studentin. Außerdem nahm er erstaunlich wenig Zeit in Anspruch. Josephine konnte sich neben der Arbeit im Haushalt problemlos darum kümmern, ihre Aufsätze für die Uni zu schreiben. Dazu kam, dass sie im Haus der Gauthiers ein eigenes Zimmer hatte. Die horrenden Mietpreise in Paris brauchten ihr so keine Sorgen mehr zu machen. Als Dienstmädchen der Gauthiers hatte sie Geld, ein Zimmer mitten in der Großstadt und Zeit für sich.
Und das alles hatte sie in einem Augenblick weggeschmissen. Für eine dämliche Halskette!
Was hab ich mir nur dabei gedacht?
Ein leises Rascheln verriet Josephine, dass Madame Gauthier ihre Beine übereinander schlug. Wie so oft trug die Madame auch heute eines ihrer schwarzen Kostüme, dazu Nylonstümpfen. Sie war recht groß für eine Frau, knapp 1,80 Meter. Josephine schätze sie auf Mitte oder Ende Dreißig. Ihr langes Haar war schwarz wie die Nacht. Sie trug es hochgestreckt, was die Strenge, die von ihrer Person ausging, noch unterstrich. Ihr Mund war immer tief rot geschminkt.
Als Josephine sie bei ihrem Vorstellungsgespräch zum ersten Mal gesehen hatte, war ihr spontan der Gedanke gekommen, dass die Madame ein bisschen etwas von einer Domina hatte. Damals hatte sie über ihren Einfall geschmunzelt.
Hier und jetzt war ihr ganz und gar nicht nach Schmunzeln zumute.
Sie starrte weiter auf ihre Schuhe und sank noch ein bisschen mehr in sich zusammen.
Eine der versteckten Videokameras im Haus hatte aufgezeichnet, wie Josephine die Halskette der Madame in ihren Ausschnitt gesteckt hatte. Das nannte man »auf frischer Tat ertappt«. Vor wenigen Minuten hatte die Madame Josephine deswegen zur Rede gestellt.
Was hab ich mir nur dabei gedacht?
»Also«, vernahm sie die strenge Stimme der Madame, »ich höre. Was hast du zu dieser Geschichte zu sagen?«
»Madame«, setzte Josephine kleinlaut an. Sie stockte aber gleich wieder. Das Sprechen fiel ihr endlos schwer.
»Ja?«
»Werden Sie mich entlassen?« Kaum hatte Josephine das gesagt, kam ihr ihre Frage sehr dumm vor. Natürlich würde die Madame sie entlassen! Schließlich hatte Josephine sie bestohlen. Sie konnte von Glück sagen, wenn ihre Chefin nicht die Polizei rief.
Plötzlich schlug Josephines Phantasie eine neue Richtung ein. Vor ihrem geistigen Auge sah sie sich auf der Anklagebank in einem riesigen Gerichtsaal sitzen. Sie würde zusammengesunken da hocken und auf ihre Schuhe starren.
Erst das Kichern von Madame Gauthier riss sie aus dieser Vision heraus. Vorsichtig hob sie ihren Kopf und blickte zu ihr hinüber. Tatsächlich, die Madame kicherte und lächelte sie süffisant an.
»Nun«, sagte sie genüsslich, »wir werden sehen.«
Josephine spürte, wie ihr Herzschlag, der ohnehin schon raste, noch einmal an Tempo zunahm.
»Es hängt einzig und allein von dir ab, meine liebe Josephine.«
Vor Erstaunen zog Josephine eine Augenbraue hoch. Was hatte das zu bedeuten?
»Natürlich muss ich auf einer gewissen Wiedergutmachung bestehen, schließlich hast du eine schwerwiegende Verfehlung begangen, nicht war?«
Josephine nickte. Gab es etwa doch noch eine Möglichkeit, aus diesem Schlamassel wieder herauszukommen? Ein nervösen Lachen platzte aus ihr heraus.
»Ob du diese Wiedergutmachung leisten willst, oder nicht, liegt ganz bei dir.«
Josephine nickte wieder – als hätte sie verstanden, was allerdings keineswegs der Fall war.
