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Nach außen hin führen Katrin und Christopher eine Ehe wie aus dem Bilderbuch. Doch im Inneren sieht es anders aus. Als Katrin von ihrem Mann beim Fremdgehen erwischt wird, scheint alles aus zu sein. Doch Christopher gibt ihr eine letzte Chance: Wenn sie dabei zusieht, wie er mit der jungen Celia Sex hat, wird er ihr verzeihen. Katrin geht darauf ein. Aber wird das wirklich ihre Ehe retten? Und was führt Celia im Schilde? Für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet!
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Seitenzahl: 30
Veröffentlichungsjahr: 2018
Katrin sah Christopher, ihrem Ehemann, dabei zu, wie er sich vorm Badezimmerspiegel stehend ein paar Mal durch seine Haare strich. Er trug den schwarzen Anzug, den sie vor knapp einem halben Jahr gemeinsam ausgesucht hatten, dazu ein feines dunkles Hemd. In der Luft hing der Geruch seines After Shaves. Man hätte meinen können, er hätte vor, auszugehen. Das galt auch für Katrin. Christopher hatte von ihr verlangt, dass sie sich eines ihrer Abendkleider anzog. Das hatte sie getan.
Christopher beendete seines Selbstkontrolle im Spiegel und sah streng zu ihr hinüber. Langsam entstand ein Lächeln auf seinen Gesicht. Es war weder freundlich, noch gemein, sondern durch und durch kalt. Katrin konnte diesem Lächeln kaum standhalten. Sie senkte ihren Blick. Trotzdem sah sie, wie ihr Mann langsam seine linke Hand hob, seinen Ehering umfasste und ihn von seinem Zimmer zog.
Es brauchte keiner Worte, damit Katrin diese Geste begriff. Für diese nächsten Stunden war ihre Ehe unterbrochen – im Standby-Modus.
Katrin schluckte und spürte einen Stich in der Brust. Natürlich wusste sie, was sie auf sie zukam. Sie hatte sich dazu bereit erklärt, es zu ertragen. Aber Wissen und Fühlen sind zwei unterschiedliche Dinge – und hier und jetzt fühlte es sich schrecklich an. Ihr war zum Weinen zumute.
»Ich bin gleich soweit«, sagte Christopher mit ausdruckloser Stimme. »Du kannst schon ins Wohnzimmer gehen und dich um den Wein kümmern. Nimm den Merlot.«
Katrin spürte, wie sie nickte. Dann drehte sie sich um und ging den Flur hinunter in die Küche.
Christopher war ein Weinliebhaber. Als sie die Wohnung bezogen hatten, hatte er in der Küche ein Weinregal eingebaut, das vom Boden bis zur Decke reichte und seitdem ein paar Dutzend ganz und gar nicht billige Weinflaschen beherbergte. Ihre Augen schweiften über die Fächer, bis sie den Merlot, den Christopher verlangt hatte, gefunden hatte. Sie nahm ihn heraus, öffnete ihn und stellte die Flasche zusammen mit drei Gläsern auf ein Tablett, mit dem sie anschließend ins Wohnzimmer ging.
Kaum hatte sie das Tablett auf dem Tisch abgestellt, griff sie die Flasche, goss ein großes Glas ein und stürzte es hinunter. Der Wein schmeckte schwer, stark nach Alkohol, aber irgendwie tat er gut. Für einen Augenblick waren die Nervosität und Unruhe, die jetzt schon seit Wochen in ihr brodelten, vergessen. Katrin wiederholte die Prozedur und stürzte ein weiteres, etwas weniger gefülltes Glas Wein hinunter.
Aus dem Bad war die Stimme von Christopher zu hören. Katrin stellte ihr Glas ab und lauschte. Ihr Mann summte fröhlich vor sich hin. Das hatte sie lange nicht mehr gehört und bescherte ihr ein weiteres Stechen in der Herzgegend. Denn sie wusste genau, warum ihr Mann so fröhlich war. Es war die Vorfreude auf Sex – Sex mit einer anderen Frau. Und Katrin würde jede Sekunde dabei zusehen müssen!
Wie automatisch schnellte ihre Hand erneut zur Weinflasche. Doch sie zog sie gleich wieder zurück. Mit Alkohol hatte sie in letzter Zeit weiß Gott genug schlechte Erfahrungen gemacht. Statt also zu trinken, begann sie nervös ihren Ehering um den Finger zu drehen. Dabei rasten Erinnerungen durch ihren Kopf.
