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Ein junger Mann wartet in seinem Hotelzimmer auf seine Freundin. Geile Gedanken und ein unbändiges Verlangen nach ihr machen ihn schier wahnsinnig. Dann steht sie vor der Tür, süß und verlockend und - wie er schnell merkt - ebenfalls voller Wolllust.
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Seitenzahl: 20
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Sarah Jenkins
Zart Eingeritten
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Inhaltsverzeichnis
Titel
Zart Eingeritten
Impressum neobooks
Drei Wochen hatte er Sarah nicht mehr gesehen. Auch telefoniert hatten die beiden nicht. Inzwischen fiel es ihm schwer, sich überhaupt ihr Gesicht oder ihre Stimme vorzustellen.
Er lag in diesem miesen, lächerlich winzigen Zimmer im 90er-Jahre-Stil mit hässlicher Tapete, Baumarkt-Möbeln und einem antiquierten Röhren-Fernseher, den anzuschalten ihm der Antrieb fehlte. Über allem lag die Patina schmuddeliger Ranzig- und Lieblosigkeit: Dies war definitiv kein Ort, an dem man eine Dame empfangen sollte. Wegen der blöden Messe, die wieder Zehntausende von Besuchern in die Stadt gelockt hatte, musste er sich aber glücklich schätzen, überhaupt noch ein überteuertes Loch in dieser schäbigen Pension am finstersten Ende der Stadt ergattert zu haben.
Zumindest war das Bett breit genug, weder knarrte noch quietschte es, und die Wäsche machte einen relativ frischen Eindruck.
'Danke', dachte er mit geschlossenen Augen, das Gesicht zum Himmel gewandt.
Er starrte die ganze Zeit über an die Decke, dann wieder auf sein Handy und las nochmals die SMS, die er seit gestern schon dreihundert Mal gelesen hatte und die er natürlich inzwischen im Schlaf mitsprechen konnte: "Wir sehen uns morgen Abend. Ich freue mich! Sarah."
Es war jetzt 18 Uhr. Also noch eine Stunde. Drei hatte er bereits hinter sich in diesen vier Wänden. Er lag einfach nur da und wartete, unfähig etwas zu tun.
Langsam blitzten aus seiner Erinnerung winzigste Sequenzen auf: eine ebenmäßige, weiße Zahnreihe in einem lachenden Mund, ein Fuß mit schönen, rot lackierten Nägeln, ein freiliegender Nacken mit im Ansatz nach oben geschobenen, langen, braunen Haaren, eine rasierte Achselhöhle und ein nackter, praller Hintern, der ihm entgegengestreckt wurde.
Er musste lächeln, Wohligkeit breitete sich in seinem Körper aus. Er schloss die Augen und stellte sich vor, wie Sarah das Zimmer betreten, sich mit dem Rücken an die Wand neben der Tür lehnen, er sich - auf sie zuschreitend - tief in ihrer grünen Iris mit braunen Sprenkeln verlieren, mit den Fingerspitzen seiner linken Hand die Innenseite ihrer rechten entlangfahren, gleichzeitig mit seiner rechten ihren nackten, schlanken Nacken streicheln und zum Ohr weiterwandern würde, um schließlich seine Hand auf ihrer Wange ruhen zu lassen.
Er stellte sich Sarahs Lächeln vor, die tiefrot geschminkten, sinnlichen Lippen, so voll und aufgeworfen, die weißen Zähne, die dahinter hervor schienen, während ihr erregter Atem sich in der Stille ausbreitete.
