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Es geht um Werte, Erfolg, Umwelt, Wahrheit, Informationsblasen, Kidnapping, Liebe, Anarchie, Mobbing, Abgaswerte, Digitalisierung, Humor, Schule, die Spinat-Lüge und natürlich Weihnachten und vieles, vieles mehr. 46 zu Papier gebrachte Gedanken aus der Zeit von Dezember 2016 bis Dezember 2021
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Seitenzahl: 116
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Werte, Erfolg, Umwelt, Wahrheit, Informationsblasen, Kidnapping, Liebe, Anarchie, Mobbing, Abgaswerte, Digitalisierung, Humor, Schule, die Spinat-Lüge und natürlich Weihnachten und vieles, vieles mehr.
46 zu Papier gebrachte Gedanken aus der Zeit von Dezember 2016 bis Dezember 2021.
Ursprünglich geschrieben als Vorwort für das Magazin Reporter Lippe.
Auch für mich ist es immer wieder interessant, noch einmal nachzulesen, was mich bewegte und was ich dachte.
Vieles ist noch aktuell, einiges betrachte ich mit etwas Abstand vielleicht differenzierter, aber alles steht im Kontext seiner Zeit.
Eines ist sicher: Fortsetzung folgt!
Dezember 2016
Januar 2017
Februar 2017
März 2017
April 2017
Juni 2017
Juli 2017
August 2017
September 2017
November 2017
Dezember 2017
Februar 2018
März 2018
April 2018
Mai 2018
Juni 2018
August 2018
September 2018
Oktober 2018
November 2018
Dezember 2018
März 2019
April 2019
Juni 2019
Juli 2019
September 2019
November 2019
Dezember 2019
Februar 2020
April 2020
Juni 2020
August 2020
Oktober 2020
Dezember 2020
Januar 2021
Februar 2021
März 2021
April 2021
Mai 2021
Juni 2021
Juli 2021
August 2021
September 2021
Oktober 2021
November 2021
Dezember 2021
Sprechen wir wieder mehr über Werte...
Ich möchte an dieser Stelle etwas sehr unpopuläres sagen: Obwohl viele Lipper die Sparsamkeit für eine lippische Tugend halten, ist Geiz nicht geil!
Gerade jetzt zum Jahreswechsel schließen wieder einige Geschäfte für immer ihre Ladentür. Der Schuldige ist schnell ausgemacht: "Die Mieten sind zu hoch!" Aber ist das wirklich der einzige Grund? Sind nicht vielmehr oft die Umsätze zu niedrig? Und liegt das nicht oft auch an der fehlenden Wertschätzung für diese Geschäfte? Viele Kunden nutzen gerne die kompetente Beratung und bestellen dann mit ihren "neuen Fachkenntnissen" etwas im Internet, während der Fachhandel in den Innenstädten leer ausgeht.
Natürlich kaufe auch ich das eine oder andere Schnäppchen im Internet, aber ich bin auch gerne bereit etwas mehr auszugeben, und meine Geschenke und auch alles andere vor Ort zu kaufen. Und sei es auch nur aus Wertschätzung für die Arbeit und die Beratung, die in diesen Geschäften geleistet wird.
Sprechen wir doch lieber einmal über den Wert der Dinge und weniger über den Preis.
Zum Beispiel bei einem Schmuckstück. Bewerten Sie dies nur nach dem Materialwert, oder vielmehr nach der Freude, die es beim Beschenkten erzeugt? Diesen Wert hat es noch lange, nachdem der Preis längst in Vergessenheit geraten ist. Auch die Weihnachtsgans macht eben nicht nur satt, sondern bietet bei richtiger Zubereitung ebenso ein geschmackliches Erlebnis. Für diesen Wert haben der Koch und viele andere lange gearbeitet. Wer diesen Wert zu schätzen weiß, der sollte auch etwas Wertschätzung dafür zeigen.
Diese Wertschätzung der Dinge, Leistungen und Gesten sollte auch nicht im Privaten halt machen. Es ist doch so leicht, einfach mal Danke zu sagen. Danke an die, die den Festtagsbraten zubereiten. Danke an die, die den Weihnachtsschmuck entstauben und die Wohnungen, Häuser und Straßenzüge festlich Schmücken. Danke an die, die zur Adventszeit ein Gedicht aufsagen oder auch das Bühnenprogramm auf dem Weihnachtsmarkt ermöglichen. Und natürlich Danke an alle die, die auch an den Feiertagen arbeiten, damit wir unbeschwert feiern können.
Das Personal im Krankenhaus, in der Seniorenbetreuung, bei der Polizei und den Rettungsdiensten. Aber auch die Paketboten und die Verkäufer/innen im Einzelhandel, die mit vielen Überstunden dafür sorgen, dass unsere Geschenke rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum liegen. Einfach mal Danke an Alle!
Wann ist man eigentlich erfolgreich?
Anfang des Jahres ist oft die Zeit, in der wir uns Gedanken darüber machen, wie wir so im Leben klarkommen. Wir denken nach, ob wir im letzten Jahr wirklich so viel geschafft haben, wie wir schaffen wollten (meistens nicht) und formulieren neue Vorsätze, die diese Bilanz irgendwie verbessern sollen (meistens tun sie es nicht).
Ich mag keine Neujahrs-Vorsätze. Alleine die Vorstellung, dass der erste Tag des Jahres einen speziellen Wert haben soll, um das Leben zu ändern, kommt mir allmählich spanisch vor. Lebensänderungen sollten doch nicht auf Grund von externen Impulsen kommen. Sie müssen aus unserem Inneren, aus unseren Wünschen entstehen. Aus der eigenen Erkenntnis, dass es in unserem Leben etwas anders läuft, als es soll. Und das kann doch auch an Ostern oder im Sommerurlaub passieren. Und wir sollten die Verbesserungen auch gleich dann umsetzen, wenn uns deren Notwendigkeit klar wird. Und nicht wieder bis zum 1. Januar warten. Denn so kommen wir unserem ganz persönlichen Erfolg auch ein Stück näher.
Aber was ist überhaupt Erfolg? Und wann sind wir erfolgreich?
Es gibt Menschen, die mit dem Fahrrad einmal um die ganze Welt fahren. Trotzdem liest man davon nie einen Reisebericht und auch nichts in der Presse. Es gibt Menschen, die mit Fleiß und Schweiß einen Roman schreiben, um später nur Schlimmes in den Kritiken zu erfahren. Es gibt Menschen, die ein Unternehmen gründen und nach einiger Zeit wieder schließen müssen. Nur wenige würden diese Menschen als erfolgreich bezeichnen, und doch sind es Menschen, die etwas bewegt haben. Die sich vielleicht sogar einen Traum erfüllt haben.
Diese Menschen sind trotz allem Vorbilder, denn sie sind Macher und vielleicht noch viel wichtiger: es sind Optimisten.
Ein Pessimist kommt nicht mal aus dem Haus, weil es ja vielleicht regnen könnte. Er schreibt nie ein Buch, weil es vielleicht Niemanden gibt, dem es gefallen würde. Er gründet keine Firma, weil er Bankrott gehen könnte. Dadurch kann ein Pessimist in Wirklichkeit aber auch nie Erfolg haben, weil er sein Schicksal niemals in die Hand nimmt.
Optimismus ist ein Widerstand. Ein Widerstand gegen die Wahrscheinlichkeit, gegen die Statistik. Optimismus ist eine evolutionäre Kraft, durch die die meisten Unannehmlichkeiten und Pannen entstehen. Aber auch neue und unwahrscheinliche Sachen. Wie der Faustkeil, das Rad, Penizillin oder vielleicht Kloßpommes.
Ich werde auch in 2017 meinen eigenen kleinen Widerstand gegen die Wahrscheinlichkeit und Statistik leisten. Optimismus ist Bewegungskraft. Und kann auch richtig glücklich machen.
Mögen auch Sie optimistisch sein, damit Ihre Taten zu Ihren ganz persönlichen Erfolgen werden! Ich wünsche Ihnen viel Optimismus und Energie.
Wie ein bullernder Ofen an einem frostklaren Morgen...
Kommt Ihnen die Überschrift bekannt vor? Es handelt sich um ein Zitat aus einem Hollywoodklassiker mit Doris Day und Rock Hudson. Es beschreibt das unglaublich sanfte, wärmende und beruhigende Gefühl, das einem nur der eine ganz besondere Mensch vermitteln kann, dem wir unser Herz schenken.
Aber auch andere Menschen beeinflussen unser Leben Tag für Tag.
Die Menschen, die die Weltpolitik beherrschen und die Nachrichten dominieren. Aber mehr noch haben die Personen in unserer direkten Umgebung großen Einfluss auf das, was wir denken und tun. Auf das, was wir sind.
Hierzu fällt mir immer wieder eine alte Weisheit ein: Wer glaubt, dass er zu klein ist, um etwas zu bewirken, muss sich nur mal eine Nacht mit einer Mücke in einem Zimmer aufhalten.
Es sind die einzelnen Menschen, die viel bewirken: Die Lehrerin oder der Jugendtrainer, die unseren Kindern die Freude am Lernen oder am Sport vermitteln. Der Feuerwehrmann, der unter Einsatz seines Lebens in die Flammen rennt, um andere zu retten. Die Krankenschwester, die uns unermüdlich umsorgt, wenn wir am verletzlichsten sind.
Die Liste könnte ich ewig fortsetzen. Und vergessen wir nicht unsere Eltern, die uns die Welt gezeigt haben, mit uns lachten und weinten, die Gespenster unter unseren Betten verscheuchten und niemals aufhören werden, sich um uns zu sorgen.
Es sind immer einzelne Menschen, die unser Leben beeinflussen. Mit ihrer Liebe, Freundschaft oder auch Hass. Sie können uns aufbauen oder zerstören. Unterstützen oder im Weg stehen. Es ist an uns zu erkennen, wem wir welche Rolle in unserem Leben zugestehen wollen. So bestimmen wir selbst, welche Menschen ein Teil unseres eigenen Lebens und unserer eigenen Geschichte werden.
An Tagen wie dem Valentinstag, Muttertag oder zu Weihnachten erinnern wir uns gerne daran, aber auch im Rest des Jahres sollten wir uns mehr für die Menschen interessieren. Was sie bewegt, was sie antreibt. Mit Verständnis und Respekt für den Anderen gewinnen wir nicht nur neue Eindrücke, sondern auch wertvolle Momente unserer eigenen Geschichte.
Und dann fühlen wir uns vielleicht auch öfter wie vor einem bullernden Ofen, an einem frostklaren Morgen.
Wie erhalten wir am besten unsere Umwelt?
Täglich erleben wir den Spagat zwischen Infrastrukturmaßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen, der Schaffung von Freizeitanlagen und dem Umweltschutz zur Erhaltung unserer Natur.
Das alles muss jedoch nicht im Widerspruch zueinanderstehen, denn eine intakte und erlebbare Natur hat nicht nur einen hohen Freizeitwert, sondern ist eben auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Nicht nur weil Lippe als Wanderregion bei zahlreichen Touristen bekannt ist, sondern auch, weil sich viele junge Familien gerne hier ansiedeln.
Aber was verstehen wir eigentlich unter dem Begriff Natur?
Sicherlich gut gemeint sind die immer wieder aufkeimenden Bestrebungen, große Teile Lippes nicht nur unter Naturschutz zu stellen, sondern als Nationalpark jegliche Nutzung auszuschließen. Wie gesagt: Gut gemeint, aber nicht gut durchdacht.
Ich liebe Waldspaziergänge, bei denen man so wunderbar die Seele baumeln lassen kann. Erst neulich nahm ich an einer geführten Wanderung durch das Augustdorfer Dünenfeld teil. Die Geschichte der Landschaft, der Duft des Waldes und des Heidekrauts, und nicht zuletzt die Begegnung mit den wieder angesiedelten Senner Pferden, werden mir lange in Erinnerung bleiben. Die hier praktizierte Bewirtschaftung des Waldes ist gelebter Heimat- und Naturschutz. Und nicht zu vergessen: Ein echtes Erlebnis!
Die Senne und der Teutoburger Wald sind seit Jahrhunderten vom Menschen geprägte Naturlandschaften und keine Wildnis. Diese Landschaft und damit ein Stück Heimat zu erhalten, bedeutet auch, sich aktiv um dieses wunderschöne Fleckchen Erde zu kümmern.
Den Wald abriegeln und die Natur sich selbst überlassen? Dann würde sich das von uns so geliebte Naturerlebnis bis zur Unkenntlichkeit verändern. Ein Zustand, den wir vermutlich nicht mehr mitbekommen, weil wir nur noch sehr selten die Möglichkeit hätten, den Wald und die einmalige Sennelandschaft zu betreten.
Das käme einem Verlust der Heimat gleich. Für mich undenkbar. Was denken Sie?
Was ist Wahrheit?
Wie stehen Sie persönlich eigentlich zur Meinungsfreiheit? Eine andere Meinung als Ihre? Halten Sie das aus? Können Sie es akzeptieren, dass es mehr als eine Wahrheit gibt? Das glauben Sie nicht? Es gibt nur eine Wahrheit, und Sie kenne diese ganz genau? Sind Sie sicher?
Bereits wenn zwei Personen die gleiche Sache beschreiben sollen, wird man feststellen, dass sich die Angaben zumindest geringfügig unterscheiden. Das liegt einfach daran, dass jede Erkenntnis, jede Erfahrung und jedes Wissen in uns immer nur eine Reflexion des Momentes sind. So wie die Reflexion des Sonnenlichtes von jeder Oberfläche anders widergespiegelt, so nehmen wir alle jede einzelne "Wahrheit" anders wahr.
Wenn das Licht auch noch durch eine Linse oder ein Prisma fällt, ergibt das nochmal ein ganz anderes Bild. Die Wahrheit liegt im wahrsten Sinne des Wortes also immer im Auge des Betrachters.
Im letzten Monat äußerte ich meine Bedenken und meine Ablehnung zur Einrichtung eine Nationalparks Senne. Prompt bekam ich eine E-Mail mit dem Vorwurf "Fake-News" zu verbreiten. Der Schreiber wohnt laut seinem Absender selbst in Berlin und schwärmte davon, wie wunderbar es im Müritz Nationalpark sei. Außerdem wollen 75% der Bevölkerung sehr wohl einen Nationalpark auch bei uns.
Ich bin gerne lernbereit und verschließe mich auch nicht sachlichen Argumenten, aber ich muss leider sagen, dass meine Wahrheit eine andere ist. In meiner Lebenswirklichkeit drängen nicht 75% der Menschen auf die Einrichtung eines solchen Parks. Aber ich gestehe ein, dass ich auch nicht jeden Menschen in Ostwestfalen persönlich kenne. Und schon gar nicht alle Berliner, die am Wochenende gerne am Müritzsee in Mecklenburg-Vorpommern spazieren gehen.
Sei es drum. Jeder darf ja seine Meinung haben. Zu allem. Auch zu lippischen und ostwestfälischen Themen. Auch wenn er woanders wohnt oder woanders wandert.
Eine alte Weisheit sagt: Meinungsfreiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.
Und wie ist es bei Ihnen? Gilt das auch, wenn jemand etwas anderes denkt als Sie? Oder ist das dann gleich ein Populist, Extremist oder noch Schlimmeres?
Ist Ihre Weltsicht gefestigt und haben Sie den Anspruch auf die einzig wahre Definition und Bewertung der Dinge? Fleischfresser oder Veganer? Kommunisten oder Kapitalisten? Schwarz oder weiß? Lego oder Playmobil? Ist es wirklich immer so einfach?
Ich weiß, wie ich meine Umwelt wahrnehme und beurteile. Dabei nehme ich gerne die Einschätzungen und Argumente meiner Gesprächspartner auf. Denn auch das gehört zum Prozess der eigenen Meinungsbildung.
Es gibt keine alternativen Fakten, aber durchaus verschiedene Betrachtungsweisen und Deutungen. Das ist gut so und bereichert unser Leben und unsere Gesellschaft. Wichtig ist dabei nur, dass wir im Gespräch bleiben, um uns gegenseitig besser zu verstehen.
Wem nützt es?
Hilfe, wir werden alle so furchtbar diskriminiert! Echt jetzt? Kann uns nur eine völlig neue, geschlechtsneutrale Sprache retten? Und müssen wir dazu alle Bücher ändern? Gendern? Oder was auch immer?
Der „Negerkönig“ ist bereits aus dem Märchen verschwunden. OK. Aber sind Bücher, Gesetze und Gesangsbücher nur dann politisch korrekt, wenn man die Sprache zur Unkenntlichkeit verzerrt? Gesangsbücher? Ja, Sie haben richtig gelesen: Gesangsbücher werden gegendert, damit sich auch alle 67 Geschlechter (und mehr) angesprochen fühlen. Glauben Sie nicht? Ist aber so. Für den letzten Kirchtag wurden die Gesangsbücher umgeschrieben, und dabei haben die Texter*innen auch vor dem Klassiker „Der Mond ist aufgegangen“ nicht Halt gemacht. Oh Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
Fangen wir jetzt an die komplette Literatur umzukrempeln? Um sie gerechter zu schreiben? Gerechter für wen? Und was ist denn dabei mit den Autorenrechten?
In 2013 haben solche Änderungen bereits unser Rechtssystem erreicht. Auf die Welt kam eine geschlechtsneutrale Ausgabe der Straßenverkehrsordnung. Aus „Radfahrern“ wurden „Rad Fahrende“, aus „Fußgängern“ wurden „zu Fuß Gehende“. Keiner konnte mir bis jetzt erklären, was passiert, wenn der zu Fuß Gehende an der roten Ampel stehen bleibt. Wird er dann umbenannt? Ist er dann der „an der Ampel Stehende“?
