Zu Hause pflegen - Gabriele Wilz - E-Book

Zu Hause pflegen E-Book

Gabriele Wilz

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Beschreibung

In Deutschland erfolgt die häusliche Versorgung von mehr als fünf Millionen pflegebedürftigen Menschen überwiegend durch An- und Zugehörige. Die Übernahme der Pflegeverantwortung für eine nahestehende Person ist eine vielschichtige Aufgabe, die häufig mit erheblichen körperlichen, seelischen und finanziellen Belastungen für die pflegenden Angehörigen verbunden ist. Dieser Ratgeber möchte pflegende Angehörige bei der Bewältigung von Alltagsanforderungen, Belastungen und Krisen unterstützen. An zahlreichen Praxisbeispielen werden Wege aufgezeigt, die helfen können, mit belastenden Gefühlen und Zuständen der Erschöpfung oder Hoffnungslosigkeit umzugehen. Es werden Hinweise gegeben, wie es pflegenden Angehörigen gelingen kann, sich weniger oft aufgrund von Sorgen schlaflos im Bett zu wälzen und das Miteinander mit der gepflegten Person stressfreier zu gestalten. Hierzu gehört auch der Umgang mit Wut und Ärger auf die zu pflegende Person oder mit ungewollten Reaktionen wie Drohen oder Anschreien. Zudem möchte dieser Ratgeber dazu motivieren, die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren und Möglichkeiten zu finden, neue Energie im Alltag zu tanken. Hierzu gehören sowohl das Erkennen eigener Belastungsgrenzen als auch der Blick auf die Selbstfürsorge, welche bei der Pflege eines Angehörigen häufig zu kurz kommt. Inhaltlich werden in diesem Band hauptsächlich Themen aus der Pflege älterer Menschen aufgegriffen, wobei jeweils auf die speziellen Anforderungen bei der Pflege von Menschen mit Demenz eingegangen wird. Praktische Pflegeanleitungen wie zur Körperpflege oder Ernährung sind hingegen nicht Gegenstand dieses Buches. Der Ratgeber verweist in jedem Kapitel auf Internetseiten mit weitergehenden Materialien, Informationen und hilfreichen Adressen.

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Veröffentlichungsjahr: 2026

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Cover for EPUB

Gabriele Wilz

Klaus Pfeiffer

Zu Hause pflegen

Psychologische Unterstützung und Entlastung für pflegende Angehörige

Ratgeber zur Reihe Fortschritte der Psychotherapie

Band 62

Zu Hause pflegen

Prof. Dr. Gabriele Wilz, Dr. Klaus Pfeiffer

Die Reihe wird herausgegeben von:

Prof. Dr. Martin Hautzinger, Prof. Dr. Tim Klucken, Prof. Dr. Tania Lincoln,

Prof. Dr. Jürgen Margraf, Prof. Dr. Winfried Rief, Prof. Dr. Brunna Tuschen-Caffier

Die Reihe wurde begründet von:

Dietmar Schulte, Klaus Grawe, Kurt Hahlweg, Dieter Vaitl

Prof. Dr. Gabriele Wilz, geb. 1966. Seit 2009 Professorin für Klinisch-Psychologische Intervention an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dort auch Leitung der Hochschulambulanz und des Weiterbildungsprogramms Psychologische Psychotherapie.

Dr. Klaus Pfeiffer, geb. 1966. Seit 1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Geriatrie am Robert Bosch Krankenhaus Stuttgart (RBK). Seit 2006 Leitung von Forschungsprojekten und Lehrbeauftragter an verschiedenen Universitäten und Hochschulen.

Wichtiger Hinweis: Der Verlag hat gemeinsam mit den Autor:innen bzw. den Herausgeber:innen große Mühe darauf verwandt, dass alle in diesem Buch enthaltenen Informationen (Programme, Verfahren, Mengen, Dosierungen, Applikationen, Internetlinks etc.) entsprechend dem Wissensstand bei Fertigstellung des Werkes abgedruckt oder in digitaler Form wiedergegeben wurden. Trotz sorgfältiger Manuskriptherstellung und Korrektur des Satzes und der digitalen Produkte können Fehler nicht ganz ausgeschlossen werden. Autor:innen bzw. Herausgeber:innen und Verlag übernehmen infolgedessen keine Verantwortung und keine daraus folgende oder sonstige Haftung, die auf irgendeine Art aus der Benutzung der in dem Werk enthaltenen Informationen oder Teilen davon entsteht. Geschützte Warennamen (Warenzeichen) werden nicht besonders kenntlich gemacht. Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann also nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.

Alle Rechte, auch für Text- und Data-Mining (TDM), Training für künstliche Intelligenz (KI) und ähnliche Technologien, sind vorbehalten. All rights, including for text and data mining (TDM), Artificial Intelligence (AI) training, and similar technologies, are reserved.

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Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG

Merkelstraße 3

37085 Göttingen

Deutschland

Tel. +49 551 999 50 0

[email protected]

www.hogrefe.de

Umschlagabbildung: © iStock / PIKSEL

Satz: Franziska Stolz, Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen

Format: EPUB

1. Auflage 2026

© 2026 Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG, Göttingen

(E-Book-ISBN [PDF] 978-3-8409-3086-7; E-Book-ISBN [EPUB] 978-3-8444-3086-8)

ISBN 978-3-8017-3086-4

https://doi.org/10.1026/03086-000

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Die Inhalte dürfen nicht zur Entwicklung, zum Training und/oder zur Anreicherung von KI-Systemen, insbesondere von generativen KI-Systemen, verwendet werden. Das Verbot gilt nicht, soweit eine gesetzliche Ausnahme vorliegt.

Zitierfähigkeit: Dieses EPUB beinhaltet umrandete Seitenzahlen (Beispiel: 1) und in einer Seitenliste, die den Seitenzahlen der gedruckten Ausgabe und des E-Books im PDF-Format entsprechen.

Übersicht

Cover

Titel

Über die Autor:innen

Impressum

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Inhalt

Hilfsangebote

Inhalt

Zu Hause pflegen

Vorwort

1  

Pflege betrifft uns alle

2  

Alltag gestalten

2.1  

Planung der Versorgung

2.2  

Schöne (gemeinsame) Momente

2.3  

Selbstständigkeit fördern und erhalten

2.4  

Probleme wahrnehmen und besprechen

2.5  

Körperliche Nähe und Sexualität

3  

Schwierigkeiten im Umgang mit Menschen mit Demenz

3.1  

Menschen mit Demenz versuchen zu verstehen

3.2  

Menschen mit Demenz in Gespräche und den Alltag einbeziehen

3.3  

Menschen mit Demenz Unterstützung, Orientierung und Sicherheit geben

3.4  

Menschen mit Demenz mit Respekt und Wertschätzung begegnen

3.5  

Lösungen für herausfordernde Situationen finden

3.6  

Umgang mit selbstschützendem („aggressivem“) Verhalten

3.7  

Wohlfühlmomente

4  

Psychische Belastungen und Krisen bewältigen

4.1  

Belastende Gedanken

4.1.1  

Erkennen und Verändern von nicht hilfreichen Gedanken

4.1.2  

„Im Moment sein“ – ohne bewertende Gedanken

4.1.3  

Wohltuende und stärkende Gedanken

4.2  

Belastende Gefühle

4.2.1  

Veränderbare und nicht veränderbare Situationen

4.2.2  

Nicht veränderbare Situationen und Gefühlsvermeidung

4.2.3  

Annehmen von leidvollen Gefühlen

4.2.4  

Umgang mit Wut und Ärger

5  

Entlastung und Erholung finden

5.1  

Lebensinhalte, die neben der Pflege bedeutsam sind

5.2  

Erholung und Entspannung trotz Pflege

5.3  

Beachten von Grundbedürfnissen

5.4  

Zeit für eigene Interessen, Genuss und Wohlbefinden

5.5  

Positive Erlebnisse trotz Zeitmangel

5.6  

Positive Erlebnisse trotz Erschöpfung oder schlechtem Gewissen

5.7  

Unterstützung annehmen und finden

6  

Belastungsgrenze und Abgabe der Pflegeverantwortung

6.1  

Auswahl und Organisation eines Pflegeheims

6.2  

Bewältigung der neuen Lebenssituation

7  

Abschied, Tod und Trauer

7.1  

Der „lange“ Abschied

7.2  

Letzte Lebensphase

7.3  

Trauer nach dem Tod

8  

Beratung und Unterstützung

8.1  

Beratung, Schulung und Selbsthilfe

8.1.1  

Pflegeberatung (§ 7a SGB XI)

8.1.2  

Beratungsbesuche (§ 37.3 SGB XI)

8.1.3  

Pflegekurse und -schulungen (§ 45 SGB XI)

8.1.4  

Kommunale und sonstige Fachberatungsstellen

8.1.5  

Wohnraumberatung

8.1.6  

Hospiz- und Palliativberatung (§ 39b SGB V)

8.1.7  

Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen und ehrenamtliche Begleitung

8.1.8  

Psychotherapie

8.1.9  

Schnelle Hilfe bei einer akuten psychischen Krise

8.2  

Unterstützung zu Hause

8.2.1  

Pflegerische Hilfe

8.2.2  

Hauswirtschaftliche Hilfen

8.2.3  

Besuche, Betreuung und Begleitung

8.2.4  

Ausländische Haushalts- und Betreuungskräfte

8.2.5  

Mittagstische und Mahlzeitendienste

8.2.6  

Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel

8.2.7  

Hausnotruf und digitale Assistenzsysteme

8.2.8  

Wohnraumanpassung

8.2.9  

Ambulante Hospizdienste

8.3  

Unterstützung außer Haus

8.3.1  

Betreuungsgruppen

8.3.2  

Tages- und Nachtpflege

8.3.3  

Kurzzeitpflege

8.3.4  

Service-Wohnen und betreutes Wohnen

8.3.5  

Vollstationäre Pflege (Pflegeheim, Pflege-Wohngemeinschaft)

8.3.6  

Hospiz- und Palliativversorgung

8.4  

Pflege und Beruf

8.5  

Krankheits- und Pflegewissen

8.6  

Vollmachten

Anhang

Zitierte Literatur

Weiterführende Literatur

Hilfsangebote

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1:  Auszug aus dem Tagesplan am Beispiel eines Vaters mit Demenz

Abbildung 2:  Gründe für die Förderung der Selbstständigkeit oder die Abnahme von Alltagsaktivitäten

Abbildung 3:  Zusammenhang zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten

Abbildung 4:  Hilfreiche Gedanken verändern das Verhalten

Abbildung 5:  Mit veränderbaren und nicht veränderbaren Problemen bzw. Situationen umgehen

Abbildung 6:  Fünf Schritte zum Spannungsabbau

Abbildung 7:  Eigene Werte und Ziele formulieren und die konkrete Umsetzung im Alltag planen

Abbildung 8:  Notfallplan

Abbildung 9:  Beratung und Unterstützung – Kapitelüberblick

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9Vorwort

Was pflegende Angehörige in der häuslichen Versorgung von derzeit über fünf Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland täglich leisten, verdient unsere höchste Anerkennung und Unterstützung. Mit diesem Ratgeber wollen wir hierfür einen kleinen Beitrag leisten.

Uns ist bewusst, dass die Pflege einer nahestehenden Person eine äußerst vielschichtige Aufgabe mit vielen individuellen Facetten ist. Trotz dieser Unterschiede hat unsere langjährige Arbeit in diesem Feld gezeigt, dass es eine Reihe von Herausforderungen und psychischen Belastungen gibt, die viele pflegende Angehörige teilen. Anhand von Beispielen aus unserer Arbeit mit pflegenden Angehörigen wollen wir Sie dazu anregen, pflegebedingte Herausforderungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Hierzu gehört auch ein Blick auf die bereichernden Aspekte der Pflege, deren Wahrnehmung im anstrengenden Alltag leicht untergehen kann. Wir wollen Sie mit dem Ratgeber ermutigen, neue Herangehensweisen zur Bewältigung von Schwierigkeiten auszuprobieren, Ihre eigenen Ressourcen und Kräfte zu stärken sowie die eigenen Grenzen wahrzunehmen und anzuerkennen.

Im Buch greifen wir Pflegesituationen auf, in denen ältere Menschen (z. B. mit Demenz, Morbus Parkinson, nach Schlaganfall) gepflegt oder betreut werden. Leser, die Kinder, Jugendliche oder jüngere Erwachsene pflegen, mögen uns diesen Fokus nachsehen. Wenn wir einfachheitshalber von pflegenden Angehörigen sprechen, meinen wir alle Personen, die sich in der Pflege und Betreuung engagieren, ganz gleich, ob sie nun mit der pflegebedürftigen Person verwandt sind oder nicht. Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher, weiblicher und diverser Personenbezeichnungen verzichtet. Alle männlichen Personenbezeichnungen im Text beziehen sich gleichermaßen auf alle Geschlechter.

Neben anderen Informationsquellen zum Thema Pflege werden Sie in diesem Ratgeber immer wieder Verweise auf den Familiencoach Pflege finden. Dieses kostenlose und frei zugängliche Online-Angebot des AOK-Bundesverbandes wurde von uns, zusammen mit Frau Prof. Dr. Susanne Zank, entwi10ckelt und bietet ergänzende Informationen zu diesem Ratgeber (z. B. Filme, Interviews, konkrete Übungen oder Anleitungen).

Wir hoffen, dass Sie dem Ratgeber ein paar hilfreiche Anregungen für sich, Ihren Alltag und die Pflege Ihres Angehörigen entnehmen können, und wünschen Ihnen alles Gute bei der Bewältigung dieser Aufgabe.

Jena und Stuttgart,

Gabriele Wilz und

Oktober 2025

Klaus Pfeiffer

111  Pflege betrifft uns alle

Die Pflege eines Familienangehörigen ist eine Aufgabe, mit welcher sich praktisch jeder von uns im Lauf seines Lebens auseinandersetzen muss. Rosalynn Carter, die frühere First Lady der USA, brachte dies mit folgender Aussage trefflich zum Ausdruck (Rosalynn Carter Institute for Caregivers1):

„Es gibt nur vier Arten von Menschen auf der Welt – diejenigen, die pflegende Angehörige waren, diejenigen, die gerade pflegende Angehörige sind, diejenigen, die zukünftige pflegende Angehörige sein werden, und diejenigen, die aktuell die Pflege durch pflegende Angehörige benötigen.“

Mit diesem Ratgeber sollen die drei von Carter genannten unterschiedlichen Gruppen von Angehörigen angesprochen werden:

Diejenigen, die neu oder auch schon seit längerer Zeit pflegen, finden Anregungen für den Umgang mit belastenden Gefühlen und herausfordernden Situationen im Alltag.

Angehörige, die sich mit zukünftigen Pflegeaufgaben konfrontiert sehen, können sich mithilfe des Ratgebers bereits vorab und vorbereitend mit dem Thema und möglichen Auswirkungen auf das eigene Leben auseinandersetzen.

Für diejenigen, die bereits einen Angehörigen gepflegt haben, kann der Ratgeber helfen, zurückliegende Pflegeerfahrungen zu reflektieren und möglicherweise neu zu bewerten (z. B. bei Trauer oder anhaltenden Schuldgefühlen gegenüber der gepflegten Person).

Die Übernahme der Pflegeverantwortung bedeutet für die meisten Angehörigen eine gravierende Veränderung ihres bisherigen Lebensalltags, mit der zahlreiche organisatorische, zeitliche, finanzielle, körperliche und psychische Herausforderungen einhergehen. Dabei wird die Übernahme der Pflege von den Ehe- und Lebenspartnern überwiegend als Selbstverständlichkeit betrachtet, manchmal auch als alternativlose Notwendigkeit. Kinder und Schwiegerkinder übernehmen ebenfalls häufig die Unterstützung 12für ihre pflegebedürftigen Eltern, oftmals neben eigener Berufstätigkeit und gleichzeitiger Fürsorge für die eigenen Kinder. Für die Betroffenen bedeutet dies nicht selten eine völlige Veränderung des Lebensalltags mit unerwarteten Herausforderungen und geringer Planbarkeit.