Zucker is(s) nicht! - die Festtagsedition - Andrea Ballschuh - E-Book

Zucker is(s) nicht! - die Festtagsedition E-Book

Andrea Ballschuh

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Beschreibung

Wer so wenig Zucker wie möglich isst, geht leichter durchs Leben und vermeidet viele Krankheiten. Besonders an Festtagen fällt der Verzicht jedoch schwer. Dieses Buch schafft Abhilfe! 110 Rezepte ohne Haushaltszucker für Weihnachten, Geburtstage und Co. Tipps zum Thema Kinder und Süßigkeiten Tipps zum Sieg über "Emotionales Essen" Schluss mit Heißhungerattacken, Energietiefs und unruhigem Schlaf.

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Seitenzahl: 194

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DIEFESTTAGS-EDITION

Zucker

IS(S) NICHT!

110 Rezepte ohne Haushaltszuckerzum gemeinsamenGenießen der schönstenMomente

Copyright 2019:© Börsenmedien AG, Kulmbach

Fotos der Autorinnen: Tom LanzrathRezeptfotos: Sergej PreisFoodstyling: Florian BallschuhStyling: Teresa MahlerRezepte: Florian Ballschuh, Robert GambillSonstige Fotos und Illustrationen: Shutterstock, iStock

Gestaltung, Satz und Herstellung: Johanna WackLektorat: Petra Teetz, Karla SeedorfDruck: Himmer GmbH, Augsburg

ISBN 978-3-86470-645-5eISBN 978-3-86470-646-2

Die Informationen und Rezepte in diesem Buch wurden von der Autorin und vom Verlag sorgfältig geprüft, dennoch kann eine Gewähr für die Vollständigkeit und Korrektheit nicht übernommen werden. Eine Haftung der Autorin bzw. des Verlags und seiner Beauftragten für Schäden ist ausgeschlossen.

Alle Rechte der Verbreitung, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen Wiedergabe und der Verwertung durch Datenbanken oder ähnliche Einrichtungen vorbehalten.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.d-nb.de> abrufbar.

Postfach 1449 • 95305 KulmbachTel: +49 9221 9051-0 • Fax: +49 9221 9051-4444E-Mail: [email protected]/books4success

Inhalt

Unser ‚Warum‘ für dieses Buch

WENN DIE EMOTIONEN UNS IN DEN ZUCKERWAHNSINN TREIBEN

ZUCKER – DER WOLF IM SCHAFSPELZ

Zuckermythen und warum sie nicht stimmen

Warum ist es sinnvoll, den Zuckerkonsum zu reduzieren?

Isolierte Fruktose – gefährlicher als Zucker

Süßstoffe als Alternative?

DARF MAN ALKOHOL TRINKEN, WENN MAN AUF ZUCKER VERZICHTEN MÖCHTE?

So viel Zucker steckt in Alkohol

SIND UNSERE KINDER NICHT SCHON SÜß GENUG?

Kann ich mein Kind heutzutage überhaupt zuckerfrei erziehen?

Leckere zuckerfreie Pausensnacks für Kinder

SÜßE ERFOLGSGESCHICHTEN

ZUCKERFREI-REZEPTE

Geburtstag

Kinderparty

Liebevolles für Valentinstag, Muttertag oder Vatertag

Ostern

Weihnachten

Silvester

Snacks

DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK

ZUCKERALTERNATIVEN

Danksagung

Über die Autorinnen

Rezeptverzeichnis

Unser ‚Warum‘ für dieses Buch

Wusstest du, dass man für ein Pfund Zucker im Mittelalter so viel bezahlen musste wie für ein gutes Pferd? Deswegen wurde er damals nur selten verwendet. Wäre es dabei geblieben, dann wäre er heute keine so große Gefahr für unsere Gesundheit und dieses Buch gäbe es nicht. Doch mittlerweile versteckt er sich fast überall.

Das wurde uns klar, als wir am 1. Januar 2016 das erste Mal in unsere „90 Tage ohne Zucker“-Challenge starteten und uns bewusst mit den Lebensmitteln, die wir bis dahin konsumiert hatten, auseinandersetzten. Wir hatten uns nicht besonders gut vorbereitet. Und die ersten Wochen waren für uns eine Achterbahnfahrt der Gefühle und Erfahrungen.

Oft fragte man uns: „Warum gleich so radikal? Reicht es nicht, einfach weniger zu essen?“ Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt maximal 25 Gramm Zucker am Tag – damit kommt der Körper klar. Die 100 Gramm jedoch, die die meisten Deutschen täglich verspeisen, machen auf Dauer krank. Wer aber schon immer viel Süßes genascht hat (so wie Andrea), dem fällt es sehr schwer, den Zuckerkonsum aus Vernunftgründen „nur“ zu reduzieren. Um von der Zuckersucht loszukommen, brauchen viele einen Reset. Und das geht nur über einen Entzug. Danach ist es viel leichter, unter 25 Gramm Zucker am Tag zu bleiben, weil sich dein Geschmackssinn und Bedürfnis nach Süßem radikal geändert hat. Das ist zum Beispiel der Moment, in dem du feststellst, wie süß rohe Paprika sein kann, und du nach dem ersten Löffel Eis das Gesicht verziehst, weil es zu süß ist. Wir kamen damals aus dem Staunen nicht mehr raus, insbesondere als wir feststellten, dass Zucker in 80 Prozent aller Fertigprodukte ist!

OB IN SOJASOßE, TIEFKÜHLPIZZA, SAUREN GURKEN ODER ROTEN BETEN IM GLAS, IN KONSERVEN, IN SOßEN, DRESSINGS, DOSENSUPPEN, WÜRZMITTELN, SUSHIREIS, KRAUTSALAT, MÜSLIS ODER FRUCHTJOGHURTS – SELBST IN BROT IST ZUCKER ENTHALTEN.Denn das macht die Lebensmittel haltbarer, geschmacksintensiver und farblich schöner.

Wir waren vor allem überrascht, dass Fruchtzucker in isolierter Form, wie er in vielen Fertigprodukten enthalten ist, noch schädlicher als Haushaltszucker ist. Das manipuliert nämlich unser Sättigungsgefühl kräftig. Viele Eltern geben ihren Kindern Apfelschorle, weil sie die für gesünder halten als Softdrinks. Doch Obstsäfte sind in Bezug auf den Zuckergehalt für den Körper genauso schädlich wie Cola. Diese und andere Erkenntnisse motivierten uns zu unserem ersten Buch „Zucker is(s) nicht! – Unsere 90-Tage-Challenge mit 66 genialen Rezepten ohne Industriezucker“. Wir wollten darüber aufklären und den Menschen zeigen, wie viel besser es uns ohne das „weiße Gift“ geht. Diese Sucht, von der vor allem Andrea glaubte nie loszukommen, kann auf jeden Fall besiegt werden!

In den letzten Jahren haben wir Zehntausenden Menschen zu einem gesünderen und besseren Leben verholfen, denn mit unserer Facebook-Community von „Zucker is(s) nicht!“ bestreiten wir jedes Jahr ab 1. Januar gemeinsam die Challenge. Einige der Erfolgsgeschichten kannst du ab Seite 47 lesen.

Diese 90-Tage-ohne-Zucker-Challenge ist aber nicht an ein Datum gebunden. Du kannst jederzeit damit starten. In unserer Facebook-Gruppe „Zucker is(s) nicht“ sind mehrere Tausend Gleichgesinnte und wir beide füreinander da zum gegenseitigen Motivieren, Mutmachen und Austauschen. Eine Frage, die uns gegen Ende der Challenge in dieser Facebook-Gruppe immer wieder gestellt wird, lautet: Wie geht es danach weiter? So entstand die Idee für dieses Buch. In unserer Community haben nämlich viele die Sorge, dass sie ohne Zucker die Festtage nicht überstehen werden. Weihnachten, Ostern und Geburtstag ohne Zucker – geht das? Sehr gut sogar! Mit diesem Buch bist du bestens ausgerüstet mit leckeren herzhaften und süßen Rezepten für deine Lieblingsfeiern. Wir würden uns freuen, dich durch das Jahr zu begleiten – unabhängig davon, ob du die Challenge gemacht hast oder nicht oder ob du einfach nur deinen Zuckerkonsum reduzieren willst und hier nach Inspirationen suchst.

Hast du Kinder oder planst, welche zu haben, und möchtest sie weitgehend zuckerfrei erziehen? Wir beraten dich dabei. Dieses Thema wird in unserer Facebook-Gruppe intensiv besprochen. In diesem Buch widmen wir ein ganzes Kapitel der Frage: Wie bekomme ich meine Kinder dazu, weniger Süßes zu essen? Ab Seite 37 bekommst du wertvolle Tipps unserer Family-Lab-Beraterin Eva Klein, wie du „zuckerfrei“ in der Familie etablierst, ohne saure Gesichter zu ernten. Du erfährst außerdem, wie du mit den Großeltern eine gemeinsame Lösung findest.

Hast du gerade erst angefangen, dich mit Zucker auseinanderzusetzen, und bist auf der Suche nach Fakten? Ab Seite 20 findest du wichtige Informationen zur bitteren Wahrheit dieser süßen Droge und was zu viel davon in unserem Körper anrichten kann. Hier fühlen wir einigen der hartnäckigen Mythen mal auf den Zahn. Zu wissen, warum es sich lohnt, für eine Weile auf Zucker zu verzichten oder zu versuchen, ihn ganz aus dem Leben zu streichen, ist das eine. Doch jeder weiß, wie gut mehr Bewegung einem täte, trotzdem gewinnt der blöde Schweinehund immer wieder und man bleibt zu Hause auf dem Sofa sitzen. Warum beherrscht er uns so? Warum will er uns immer wieder dazu verführen, sich auf Süßigkeiten zu stürzen? Weil das ein entscheidender Erfolgsfaktor für deine Zuckerfreiheit ist, lernst du hier (wie schon im ersten Buch), mit deinem inneren Schweinehund zu tanzen. Ab Seite 14 zeigen wir dir die „Tanzschritte“ für dein Erfolgs-Mindset. Ist es immer leicht, sich mit sich und seinen Emotionen auseinanderzusetzen? NEIN! Nebenwirkungen davon können ein Lebensgefühl von Freiheit, Leichtigkeit und Freude sein!

Dieses Buch ist MEHR ALS EIN KOCHBUCH.

Wir verlassen hier das Genre Kochbücher und laden dich ein, beim Ausprobieren der Rezepte auf Entdeckungsreise zu gehen, was den jeweiligen Anlass betrifft. Stell dir vor, du bereitest ein leckeres Essen für einen Freund oder eine Freundin vor. Während du darauf wartest, dass das Menü oder der Kuchen gar werden, nimmst du dir ein paar Minuten Zeit, über diese Person oder dich selbst nachzudenken. Damit verfeinerst du das Menü auf emotionaler Basis und wirst es dadurch noch mehr genießen! Probiere es mal aus und lass uns durch eine E-Mail an [email protected] wissen, wie dir das gefallen hat.

AN DIESER STELLE MÖCHTEN WIR UNS VON HERZEN BEI DIR BEDANKEN, dass du dich für unser Buch entschieden hast.

Wir wollen dich und vielleicht auch deine Mitleser inspirieren, bewusster mit dem Zucker umzugehen. Auf jeden Fall hoffen wir, dass du genau wie wir die Erfahrung machst, wie leicht es ist, auch ohne den weißen Stoff genussvoll zu leben. Jeder Mensch, der sich für seine Gesundheit starkmachen will, ist ein Licht, eine Inspiration für andere. Wenn wir uns dieses Lichtermeer vorstellen, erfüllt uns das mit purer Freude!

Alles Liebe, deine

Andrea und Fabienne

Wenn die Emotionen uns in den Zuckerwahnsinn treiben

Kennst du das? Du kommst nach einem anstrengenden Tag im Büro nach Hause und fühlst dich total ausgelaugt. Die Akkus sind leer und müssen dringend aufgeladen werden. Also greifst du automatisch zu einem kleinen süßen Snack oder dem Feierabendbier vor dem Abendessen. Abends auf der Couch schiebst du noch einen (oder zwei) Schokoriegel hinterher. Auch nach einem Streit mit deinem Partner oder Chef überfällt dich oft der Drang, etwas Süßes in dich hineinzustopfen. Die Schokolade ist da ein willkommenes Trostpflaster. Willkommen in der Welt, die auf Neudeutsch „Emotional Eating“, also emotionales Essen, heißt.

Jedes Mal, wenn du nicht aus einem natürlichen Hungergefühl heraus nach Essen greifst, SONDERN WEIL DEINE EMOTIONEN BEZIEHUNGSWEISE DEINE SEELE „BETÄUBT“ WERDEN SOLL, UM DEN SCHMERZ, DIE LEERE, DIE WUT ODER AUCH LANGEWEILE NICHT AUSHALTEN ZU MÜSSEN, erfüllst du die Kriterien eines emotionalen Essers.

Ständiges Grübeln, die ellenlange To-do-Liste oder der Depp im Auto vor dir, der seinen Wagen abgewürgt hat, weswegen du zu spät zum Meeting kommst – in manchen (emotionalen) Momenten steht unser Gehirn unter Stress. Überschlage doch mal kurz im Kopf, wie viele Minuten oder gar Stunden das am Tag bei dir sind. Genau dann kommt das Stresshormon Cortisol zum Einsatz. Es wird ausgeschüttet und verteilt sich im ganzen Körper. Um sich gegen diese ständige Cortisolflut zu schützen, reguliert unser Gehirn das Stress-System herunter. Diesen Effekt zahlt das Gehirn mit einem erhöhten Verlangen nach Zucker. Je süßer, desto besser! Und wenn wir gelernt haben, mit Essen die aufkommenden Emotionen zu deckeln, ist der Wahnsinn perfekt! Wir sind emotionale Esser. Sobald du in diesem Kreislauf steckst, schleichen sich schnell ein paar Pfunde zu viel auf die Hüften. Du wirst unzufrieden mit dir selbst. (Was wieder Stress für das Gehirn bedeutet.) Irgendwann machst du dich auf die Suche nach einer Lösung und findest eine passende Diät. Du legst los. Du misst, wiegst und zählst in der Hoffnung, dass die Pfunde schnell purzeln. (Was sie in der Regel in den ersten Wochen auch tun.) Was wir dabei nicht merken: Der „Verzicht“, den eine Diät mit sich bringt, bedeutet Stress für den Körper und das Gehirn. Die sich daraus ergebende Konsequenz kennst du ja jetzt.

Die Lösung: an die Wurzel der Sache zu gehen! DAS SIND DEINE EMOTIONEN UND TIEF SITZENDEN ÜBERZEUGUNGEN, DIE, WEIL SIE SO SCHWER AUSZUHALTEN SIND, DICH ANTREIBEN, IMMER WIEDER ZUM ZUCKER ODER ZUM ESSEN ZU GREIFEN.

In unserem ersten Buch haben wir dem inneren Mindset deswegen ein ganzes Kapitel gewidmet. Dort zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deinen Zuckerglaubenssätzen auf die Schliche kommst und sie transformierst. Genau das, was du für eine erfolgreiche Challenge brauchst.

Vielleicht möchtest du aber keine Challenge machen oder dir unser erstes Buch nicht kaufen oder du brauchst nur ein paar konkrete Schritte beziehungsweise eine Strategie, um dein emotional getriggertes Essen in den Griff zu bekommen. Die bekommst du gleich hier.

Eines vorab: Erwarte keine großen Sprünge! Wenn du in den letzten Jahrzehnten ein bestimmtes ungesundes Essmuster entwickelt hast, ist Geduld mit dir selbst das Erfolgsrezept. Deswegen ermutigen wir unsere Facebook-Gruppe immer, jede noch so kleine Veränderung, jeden noch so kleinen Erfolg zu feiern und wertzuschätzen. Denn jedes Mal, wenn du deine alte Routine durchbrichst und durch eine andere Handlung ersetzt, werden in deinem Gehirn neue neuronale Verbindungen geschaffen. Das kannst du dir wie eine Autobahn vorstellen: Die anfangs noch sechsspurige „Ich belohne mich immer mit etwas Süßem, weil ich es verdient habe“-Autobahn wird mit der Zeit immer schmaler und die, die dich vom emotionalen Essen wegbringt, wird solide ausgebaut. Doch das braucht Zeit. Geduld ist also dein größter Hebel.

Wir sind während unserer ersten Challenge auf viel Ablehnung und fragende Gesichter gestoßen. Heute hat unser Umfeld unsere Entscheidung akzeptiert. Wir haben gelernt, die Kommentare nicht persönlich zu nehmen. Leben und leben lassen. Oft reagieren Leute kritisch, weil sie ihr „falsches“ Verhalten durch dich wie in einem Spiegel sehen. Ein Anblick, den sie in dem Moment vielleicht nicht toll finden. Doch das hat nichts mit dir zu tun!

Wenn du also ein emotionaler Esser bist, dann konfrontiere dich Schritt für Schritt mit deinen Emotionen. Hol dir Hilfe, denn eine neutrale äußere Perspektive in Form eines Therapeuten oder Coaches kann dich bei dem Prozess effektiv unterstützen. Auch offene Gespräche mit lieben Freunden können einiges bewegen. Aber vor allem ist es wichtig, dass du lernst, dich auf diesem Weg zu akzeptieren. Dann kann das Thema im nächsten Schritt nämlich bearbeitet und geheilt werden.

Fast immer bekommen wir bei Lesungen oder Vorträgen als Reaktion auf unsere Challenge zu hören: „Das schaffe ich nie!“ Gott sei Dank haben wir in der Zwischenzeit bei vielen sehen können, dass sie es eben doch geschafft haben. Und bei allen hat sich ihre Lebensqualität enorm verbessert. Einige dieser Erfolgsgeschichten kannst du ab Seite 47 lesen.

Mach dir immer wieder bewusst, wie kraftvoll deine Worte sind beziehungsweise sein können. DAS GILT FÜR SELBSTGESPRÄCHE, ABER AUCH FÜR GESPRÄCHE MIT ANDEREN. Worte haben die Macht zum Wachstum, ABER EBEN AUCH ZUM ZERSTÖREN.

UND HIER DIE vier Schritte ZU MEHR emotionaler Freiheit:

(Schnapp dir ein Blatt Papier und einen Stift und mach dir Notizen.)

1) MACH DIR DEINE ERNÄHRUNGSGEWOHNHEITEN BEWUSST. Wann genau kommt das Bedürfnis nach Süßem hoch? Wo bist du? Was hast du gemacht? Welche Gedanken gingen dir durch den Kopf?

2) BEOBACHTE DEINE EMOTIONALEN TRIGGER. Ist es Stress? Langeweile? Überforderung? Ohnmacht? Streitigkeiten? Orientierungslosigkeit? Und was fühlst du genau und (besonders wichtig): Wo in deinem Körper sitzt das Gefühl? Ist es ein Kloß im Hals, ein Wackerstein im Bauch, ein nervöses Zittern der Beine? Nimm dir ein paar Tage Zeit zum Beobachten, ohne dich selbst zu bewerten.

3) STOPP! UNTERBRICH GANZ BEWUSST DEN KREISLAUF, SOBALD ER DIR BEWUSST IST. Anstatt nun zum Riegel zu greifen oder das „emotionale Drama“ abzuspulen, lenke deine Aufmerksamkeit um. Atme fünf- bis zehnmal tief ein und spüre, wie der Bauch sich hebt und senkt. Oder hol dir ein Glas Wasser und trinke es ganz langsam, Schluck für Schluck. Am effektivsten ist es, die Emotion beziehungsweise das Gefühl mit allen Sinnen zu registrieren: Wo macht sich beispielsweise die Wut in deinem Körper bemerkbar? Das kann ein Knoten im Hals oder eine Verkrampfung im Bauch sein. Lege deine Hand an die Stelle und atme bewusst dorthin. Mehr nicht. Ganz wichtig ist, dass du nicht in das Gedankenkarussell einsteigst. Also einfach nix denken! (In meiner Facebook-Gruppe „Auszeit für Alltagshelden“ unterstütze ich dich dabei, deine Emotionen in den Griff zu bekommen, und du bekommst weitere Tipps, die dir helfen, mit Power und Energie den Alltag zu meistern.) Falls du bereits das Teilchen oder den Schokoriegel in der Hand hast, frage dich ganz ehrlich: Wird es mich langfristig glücklich machen? Und leg es weg!

4) FREU DICH ÜBER DEN ERFOLG, DAS MUSTER DURCHBROCHEN ZU HABEN. Mach dir bewusst, dass wir zu jeder Zeit die Kontrolle über unsere Geschichte, die wir schreiben, haben. Das gilt auch für Schicksalsschläge, beim Verlust eines geliebten Menschen, wenn uns gekündigt wird oder wir einen Unfall hatten. Wenn wir solche Momente emotional verarbeitet haben, entscheiden wir, wie uns dieses Ereignis prägen wird. Wird es ein schwerer Stein in deinem Rucksack oder der Wind, der dein Segelboot antreibt? Der Tod meines Vaters vor ein paar Jahren hat mir beispielsweise geholfen, den Mut zu fassen, meine Festanstellung aufzugeben und meiner Berufung zu folgen. Andrea könnte immer noch ihrer Schwester grollen, die ihr damals den Spitznamen „Fettu“ verpasst hat, und sich in dem Schmerz von damals suhlen. Aber was würde ihr das bringen? Sie hat sich entschieden, die Überzeugungen Außenstehender über ihr Essverhalten nicht mehr zu ihrer Wahrheit werden zu lassen. Sie hat diese Story hinter sich gelassen und zu verstehen versucht, welche Emotionen sie nach dem süßen Zeug haben greifen lassen – ein Prozess, der nicht immer angenehm war. Dass wir jetzt dieses Buch zusammen schreiben, zeigt: Wir haben uns beide dafür entschieden, unser Leben nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Unser „Warum“ ist stärker als unsere Ängste, dass jemand das Buch dumm finden könnte. Jeder Mensch, dem wir mit unseren Büchern oder durch die Facebook-Gruppe dazu verhelfen, gesünder und freier zu werden, ist für uns ein Geschenk und ein Beitrag zu einer bewusster lebenden Gesellschaft. Werde auch du dir deiner Kraft bewusst. Das macht es einfacher, negative Reaktionen und Gegenwind im Freundes- und Familienkreis gelassen auszuhalten. Es geht einzig und allein um dich und deine Gesundheit! Wenn also deine Oma extra einen Kuchen für dich gebacken hat und sich ärgert, dass du nichts davon isst: Bleib dir selbst treu und nimm ihre Reaktion nicht persönlich.

Vielleicht kennst du das: Du hast einen bestimmten Traum oder Plan. Du möchtest beispielsweise endlich deine Traumreise machen und brauchst dafür 30 Tage Urlaub am Stück. Noch bevor du deinen Chef gefragt hast, wirst du schon zig Gründe gefunden haben, warum dein Chef Nein sagen wird. Du sprichst mit Freunden darüber, die gleich abwinken: „Das wird nie was!“ Was, glaubst du, wird passieren? Genau: Entweder hast du dir die Reise selbst so madig gemacht, dass du gar nicht erst fragst, da du die Antwort schon zu kennen glaubst, oder du gibst dir einen Ruck, gehst zum Chef und bittest mit leiser und ängstlicher Stimme um Urlaub. Er sagt natürlich Nein. Das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung hat zugeschlagen. Ich weiß aus eigener Erfahrung: Das hätte auch anders laufen können. Ich habe selbst einmal um unbezahlten Urlaub gebeten. Nachdem sowohl meine innere Stimme als auch Freunde gesagt hatten, dass das niemals klappen würde, dachte ich mir: „Wenn mein Arbeitgeber diesen Wunsch ablehnt, will ich dann wirklich weiter hier arbeiten?“ Die Antwort war ein Nein. Mein „Warum“ für diese Auszeit war größer als jede Angst. Und mit dieser Haltung habe ich in das Gespräch geführt – und erhielt meinen Urlaub!

UNSERE GEDANKEN WERDEN UNSERE WORTE. UNSERE WORTE WERDEN UNSERE TATEN. Und unsere Taten beeinflussen unsere Erfahrungen, Glaubenssätze und inneren Überzeugungen.

Deine Gedanken sind bei diesem Prozess das Entscheidende! Das Tolle daran ist: Du kannst an jeder der vier Stellschrauben drehen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. In unserem „Ich verzichte mal 90 Tage auf Zucker“-Beispiel könntest du etwa sagen: „Ich probiere es einfach mal!“ oder du schreitest gleich zur Tat und machst es einfach. Du wirst andere Erfahrungen machen (besserer Schlaf, mehr Energie etc.) und damit gleichzeitig deine inneren Überzeugungen transformieren. „Ich schaffe alles, was ich mir vornehme!“ Auch im Hinblick auf sämtliche Familienfeste kannst du dieses Modell übrigens anwenden. Denn es darf leicht sein! Und du hast nur das Beste verdient.

Zucker – der Wolf im Schafspelz

„Ich esse gar nicht so viel Zucker!“ Würdest du das auch von dir behaupten? Das glauben nämlich die meisten, wenn sie nicht gerade zuckersüchtig sind und keinen einzigen Tag ohne Schokolade, Kuchen oder Gummibärchen auskommen. Aber auch diejenigen, die nicht jeden Tag Unmengen naschen, essen sehr wahrscheinlich zu viel Zucker. Nur merken sie es nicht, weil er sich in den meisten verarbeiteten Lebensmitteln versteckt. Morgens ein Brötchen mit Marmelade, dazu Cappuccino mit einem Stück Zucker oder Tee mit Honig. Auf dem Weg ins Büro holst du dir noch schnell einen Chai Latte. Zum Mittagessen genießt du den Rinderbraten aus der Kantine mit Soße, dazu ein Salat mit Dressing, begleitet von einer kleinen Cola, abgerundet mit einem kleinen Dessert. Nachmittags kommt der Kollege vorbei und spendiert ein Eis anlässlich seines Geburtstags. Abends isst du nur noch eine Kleinigkeit: ein Brot mit Wurst, Gewürzgurken und Krautsalat. Und vor dem Schlafengehen gönnst du dir noch ein paar Chips oder Schokolade. Was glaubst du, wie viel Zucker hast du an diesem Tag zu dir genommen? In all diesen Nahrungsmitteln ist Zucker enthalten. So essen die meisten Deutschen, ohne dass es ihnen bewusst wäre, jeden Tag 33 Würfelzucker. Pro Jahr sind das 35 Kilogramm. Würdest du diese Zuckermenge in einen Koffer packen und im Flieger mitnehmen, müsstest du dafür zwölf Kilogramm Übergepäck zahlen. Dauerhaft zu viel Zucker kann zu unzähligen Gesundheitsproblemen und Krankheiten führen. Welche das sind, erfährst du auf den nächsten Seiten.

Glaubst du auch, dass du ohne Zucker nicht durch den Tag kommst? Dass du ihn brauchst, um dich konzentrieren zu können, um wieder Energie zu tanken? Das dachten wir viele Jahre. Das Gegenteil ist der Fall. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes „vom Glauben abgefallen“, als wir während der ersten Challenge, nach den ersten Detox-Tagen, feststellten, wie viel mehr Energie wir hatten. Ohne Zucker bist du viel wacher, hast nachmittags keinen Durchhänger mehr, die Heißhungerattacken gehören der Vergangenheit an, Karies ist kein Thema mehr, die Haut sieht schöner aus, der Schlaf ist erholsamer und die Verdauung funktioniert besser. DIE GLUKOSE, DIE WIR FÜR UNSERE KÖRPERFUNKTIONEN BRAUCHEN, BEKOMMEN WIR IN AUSREICHENDER MENGE AUS GETREIDE, OBST UND GEMÜSE.

Aus diesem Grund fühlen wir nun einigen tief verwurzelten Zuckermythen auf den Zahn.

Info

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass wir nicht mehr als 25 Gramm Zucker pro Tag zu uns nehmen sollten. Dazu zählt Speisen und Getränken zugesetzter Zucker ebenso wie der in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten. Saft ist kein Lebensmittel für jeden Tag; Kinder sollten ihn nur zu besonderen Anlässen trinken, so wie Erwachsene Champagner.

Zuckermythen und warum sie nicht stimmen

MYTHOS 1:Der Mensch braucht Zucker.

Falsch. Wie hätten sonst die Menschen bis zum 18. Jahrhundert überleben sollen? Bis 1750 war Zucker in Europa ein Luxusgut. Nur die Reichen konnten ihn sich leisten. Richtig ist: Unsere Zellen brauchen Glukose. Ohne Glukose könnten wir nicht atmen, nicht denken, nicht laufen. Und die bekommen wir ausreichend mit Getreide (Vollkorn), Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse. Mehr Glukose als aus diesen Lebensmitteln wird nicht benötigt. Der Körper kann auch Fette und Eiweiße in Energie umwandeln. Obwohl viele davon überzeugt sind, dass Zucker ihnen Energie gibt (weil die Glukose ja Energielieferant für die Zellen ist), ist er tatsächlich ein Energieräuber. Wenn du viel davon isst, fühlst du dich nach einem kurzen Energiehoch oft müde, schlapp, antriebslos und träge. Oft ist auch der Schlaf schlechter. Außerdem besteht bei zu viel Zuckerkonsum über einen längeren Zeitraum ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle.

Der beste Energielieferant ist und bleibt ein ausgewogenes Essen mit Ballaststoffen, Eiweißen und Vitaminen. Und das hält auch am längsten satt.

MYTHOS 2:Honig ist gesund und besser als Zucker.

Falsch: Auch wenn Honig ein reines Naturprodukt ist, entzündungshemmende Enzyme und Antioxidantien, Spuren von Vitaminen und Mineralstoffen enthält, sorgt er im Körper für die gleichen Probleme wie Zucker. Honig besteht zu 80 Prozent aus Traubenzucker, Fruchtzucker, anderen Zuckerarten und zu 20 Prozent aus Wasser. Er ist also eine übersättigte Zuckerlösung, die den Blutzuckerspiegel ansteigen lässt und durch den hohen Fruchtzuckeranteil die Leber belastet. Außerdem fördert Honig Karies und ist sogar schädlicher für die Zähne als weißer oder brauner Zucker, weil er durch seine klebrige Beschaffenheit länger an den Zähnen haftet.

MYTHOS 3:Zuckerfreie Lebensmittel enthalten keinen Zucker.

Falsch. „Zuckerfreie Lebensmittel“ enthalten weniger als 0,5 Gramm pro 100 Gramm oder 100 Milliliter. Manche Hersteller werben mit „zuckerfrei“, dafür stehen in der Zutatenliste andere „Decknamen“ für Zucker wie zum Beispiel Maltodextrin, Magermilchpulver, Fruchtsaftkonzentrat, Isoglukose oder Glukose-Fruktose-Sirup. Der Aufdruck „Ohne Zuckerzusatz“ hingegen darf nur verwendet werden, wenn kein süßender Stoff, d.h. auch keine andere Zuckerart, zugesetzt wird.

MYTHOS 4:Fruchtzucker ist gesund.