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Zwergbarsche gehören zu den attraktivsten Fischen, die man im Aquarium halten kann. Sie sind nicht nur schön, sondern entwickeln auch hochinteressantes Verhalten und sind vor allem ausgesprochen schlau. Natürlich erfordert die Aquarienpflege eines jeden Tieres artgerechte Bedingungen, doch gerade die Vertreter der Familie der Zwergbarsche (Pseudochromidae) stellen hier besonders hohe Anforderungen. Dieses Bändchen soll helfen, für diese farbenfrohen Kobolde ein besseres Verständnis zu entwickeln sowie Anregungen zur optimalen Pflege geben. Den einen oder anderen unter meinen Lesern möchte ich auch gern dazu anregen, sich an der Nachzucht zu versuchen, die mit den Anleitungen aus diesem Buch gar nicht so schwierig ist. Art für Art stellen Ihnen die Bücher dieser Reihe die beliebtesten Meerwasser-Aquarientiere vor. Jeder Band bietet leicht verständliche Informationen über eine bestimmte Tiergruppe, erläutert Körperbau sowie Lebensweise und beschreibt die Aquarienhaltung. Experten mit langjähriger Erfahrung geben detaillierte, praxisnahe Pflegeanleitungen, und Sie finden alle Informationen, die Sie brauchen, um Ihre Tiere erfolgreich zu halten und oft auch zu vermehren. Das alles durchgängig farbig, großzügig bebildert und attraktiv gestaltet - Art für Art.
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Seitenzahl: 53
Veröffentlichungsjahr: 2016
Bildnachweis
Titelbild: Pseudochromis aldabraensis, Foto: D. Knop
Bild Seite 1: Pseudochromis fridmani
Fotos ohne Bildnachweis vom Autor
Die in diesem Buch enthaltenen Angaben, Ergebnisse, Dosierungsanleitungen etc. wurden vom Autor nach bestem Wissen erstellt und sorgfältig überprüft. Da inhaltliche Fehler trotzdem nicht völlig auszuschließen sind, erfolgen diese Angaben ohne jegliche Verpflichtung des Verlages oder des Autors. Beide übernehmen daher keine Haftung für etwaige inhaltliche Unrichtigkeiten.
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eISBN: 978-3-86659-363-3
© 2009 Natur und Tier - Verlag GmbH
An der Kleimannbrücke 39/41
48157 Münster
www.ms-verlag.de
Geschäftsführung: Matthias Schmidt
Lektorat: Daniel Knop & Kriton Kunz
Layout: Tanja Denker
Vorwort
Aquarienpflege
Unterschiedliche Zwergbarsch-Arten im selben Aquarium?
Paarbildung
Pflegeleichte Zwergbarsch-Arten
Cypho purpurascens
Pseudochromis aldabraensis
Pseudochromis flavivertex
Pseudochromis springeri
Pseudochromis fridmani
Nachzucht
Beleuchtung der Aufzuchtaquarien
Larvenaufzucht
Brachionus als Erstfutter
Kultivierung von Brachionus
Entwicklung der Larven
Futterzusammensetzung für Larven und Jungfische
Algenkonzentrate
Selbst hergestellte Anreicherungsmixtur
Käufliche Anreicherungslösungen
Schlupf und Anreicherung von Artemien
Artemia salina
Artemia-Zysten
Schlupfmethoden
Flaschen-Anreicherung von Artemien
Kühlschrank-Anreicherung frisch geschlüpfter Artemien
Kühlschrank-Anreicherung älterer Artemien
Technische Hilfsmittel für die Larvenaufzucht
Larvenfalle
Absaughilfe
Absaugschlauch
Zum Schluss
Literatur
Ein Paar Pseudochromis fridmani eilt zur Bruthöhle, und das Weibchen verliert auf dem Weg bereits erste Eier.
Zwergbarsche gehören zu den attraktivsten Fischen, die man im Aquarium halten kann. Sie sind nicht nur schön, sondern entwickeln auch hochinteressantes Verhalten und sind vor allem ausgesprochen schlau. Natürlich erfordert die Aquarienpflege eines jeden Tieres artgerechte Bedingungen, doch gerade die Vertreter der Familie der Zwergbarsche (Pseudochromidae) stellen hier besonders hohe Anforderungen. Dieses Bändchen soll helfen, für diese farbenfrohen Kobolde ein besseres Verständnis zu entwickeln sowie Anregungen zur optimalen Pflege geben. Den einen oder anderen unter meinen Lesern möchte ich auch gern dazu anregen, sich an der Nachzucht zu versuchen, die mit den Anleitungen aus diesem Buch gar nicht so schwierig ist.
Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei meiner Frau, ohne deren großartige Unterstützung und Hilfe mir die Aquaristik in dieser umfassenden Form ebenso unmöglich wäre wie das Schreiben von Nachzuchtberichten und anderen Manuskripten, bei dem sie mir ebenfalls tatkräftig unter die Arme greift.
Mönchengladbach, im Herbst 2009
Wolfgang Mai
Zwergbarsche passen eigentlich in jedes Riffaquarium. Wichtig für eine problemlose Haltung ist jedoch ein gut strukturiertes Becken. Verschieden angelegte Bruthöhlen in passender Größe sind absolut entscheidend. Die Tiere bilden Reviere, die meist mehrere Höhlen umfassen. Hierhin werden sich die Fische immer wieder kurz zurückziehen. Auch die Nacht verbringen sie gerne darin. Wenn die Höhleneingänge unterschiedliche Größen haben, erleichtert das den Rückzug eines schwächeren Tieres, dem das kräftigere dann nicht überall folgen kann. Das ist besonders wichtig, wenn man unterschiedliche Arten im selben Becken pflegen will. Die schlanken Pseudochromis fridmani etwa brauchen ein Einschlupfloch mit einem Durchmesser von lediglich 7–9 mm. Ein ausgewachsener P. aldabraensis oder P. flavivertex dagegen kann den Höhleneingang erst ab 15–20 mm Durchmesser passieren. Es ist immer wieder verblüffend, wie schnell diese neugierigen Fische eine gerade erst eingebrachte Bruthöhle inspizieren und den Eingang genau „vermessen“. Passen Größe und Form und wird die neue Behausung nicht von einem stärkeren Männchen beansprucht, kann man damit rechnen, dass die Höhle sofort bezogen wird und die Tiere dann binnen weniger Tage ein Gelege darin bewachen. Normalerweise wird eine einmal als Bruthöhle angenommene Behausung zwar immer wieder genutzt, aber ein neuer, vielleicht besser geschützter Unterschlupf kann durchaus zum Wechseln anregen. Je nachdem, welche Fangmethode man für eventuelle Fischbruten nutzt, kann eine für den Aquarianer günstiger gelegene Höhle, bei der er mehr Einblickmöglichkeiten hat, von großem Nutzen sein. Aber davon später mehr.
Ein kleiner Tipp!
Wenn eine vorgefertigte, komplette Riffkeramikrückwand als Dekoration eingesetzt wird, ist es zum Schutz der neugierigen Pseudochromiden vieler Gattungen wichtig, sie gewissenhaft und so dicht schließend wie möglich einzubauen. Viele Fische suchen immer nach neuen Versteckmöglichkeiten und klemmen dann irgendwann zwischen Dekoration und Rückscheibe fest. Dort verenden sie schließlich unrettbar und meist auch unbemerkt.
Die Familie der Zwergbarsche umfasst insgesamt 24 Gattungen, und es werden mehr als 140 Arten unterschieden. Meist handelt es sich dabei um sehr auffällige und farbintensive Fische, die aber eine relativ zurückgezogene, um nicht zu sagen, versteckte Lebensweise haben. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass immer noch neue Arten (z. B. im Jahr 2008 Pictichromis caitlinae) und sogar Gattungen (im Jahr 2007: Manonichthys) entdeckt und beschrieben werden.
Pseudochromis, Cypho und Pictichromis zählen zu den aquaristisch beliebtesten Gattungen. Ebenfalls recht bekannt sind Ogilbyina, Labracinus, Manonichthys und viele andere, doch diese sind selten bis gar nicht im aquaristischen Fachhandel zu finden. Daher möchte ich das Thema dieses Buchs auf die die Gattungen Pseudochromis und Cypho beschränken, zumal diese erfolgreich nachgezogen werden können.
Pseudochromis fridmani ist für ein Riffaquarium gut geeignet.
Ein gut strukturiertes Riffbecken bietet vielen Korallenfischarten Lebensraum.
Der Arten- und Biotopschutz greift bei diesen Gattungen schon recht gut. So wurden z. B. für das Rote Meer schon seit Jahren immer wieder Fangverbote einzelner Arten durchgesetzt, um die Riffe und ihre Bewohner zu schützen. Nachzuchterfolge bei dieser Gruppe gibt es glücklicherweise ebenfalls seit einigen Jahren, und diese sollten den Wildfang eigentlich überflüssig machen. Aus Zuchtfarmen wie auch von privaten Züchtern werden viele Jungfische der beliebtesten Arten aufgezogen und regelmäßig in den Handel gebracht.
Viele Fische kommen aber immer noch als Wildfänge zu uns, weil der Fang offensichtlich billiger ist als die Nachzucht. Zu den am häufigsten angebotenen Zwergbarschen zählen Pseudochromis fridmani, P. splendens, P. springeri, P. pflavivertex, P. aldabraensis und mit Abstrichen auch P. sankei und Cypho purpurascens.
Pseudochromis springeri Foto: E. Thaler
Fische aus der Gruppe der Zwergbarsche sind seit den Anfängen der Meerwasseraquaristik als seltene Juwele zwar immer sehr begehrt, zugleich aber wegen ihrer angeblichen Aggressivität gegen andere Aquarienbewohner auch in Verruf gekommen. Der Vorwurf aggressiven Verhaltens stammt jedoch meist von Aquarianern, die Pseudochromiden einzeln pflegen, nicht paarweise, so dass diese bedauernswerten Tiere ihre Verhaltensanlagen nie richtig ausleben können und beinahe zwangsläufig unnatürliche Verhaltenstendenzen entwickeln. Allerdings waren Zwergbarsche bis in die 1990er-Jahre so teuer und tauchten auch so selten im Fachhandel auf, dass sich die meisten Aquarianer tatsächlich kaum mehr als ein Exemplar leisten konnten. Außerdem waren verpaarte Pseudochromiden im Handel eine echte Seltenheit. Erst durch die Nachzuchterfolge von Robert BRONS