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10 Dinge für ein gutes Leben Der Werkzeugkasten für ein bewusstes, erfülltes Leben. Was macht ein gutes Leben wirklich aus? Nicht mehr Erfolg, mehr Geld oder mehr Leistung, sondern mehr Bewusstsein, Klarheit und Mut zum Wesentlichen. In diesem Buch teilt der Autor zehn essenzielle Erkenntnisse, die zwischen bloßem Funktionieren und echtem Leben unterscheiden. In eindringlichen, wahren Geschichten zeigt er, wie wir lernen, das Jetzt zu nutzen, Balance zu finden, Beziehungen zu pflegen, unsere Angst zu verwandeln und die eigene Endlichkeit als Kraftquelle zu begreifen. Ehrlich. Berührend. Transformierend. Kein leerer Motivationsratgeber, sondern ein praktischer Begleiter für Herz und Verstand, voller Geschichten, die bleiben.
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Seitenzahl: 110
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Inhalt
10 Dinge für ein gutes Leben
Der Werkzeugkasten für dein Leben
Haftungsausschluss: Dieses Buch ersetzt keine psychologische, medizinische oder therapeutische Beratung. Die dargestellten Geschichten dienen der Inspiration und persönlichen Reflexion. Alle Personen und Ereignisse sind – sofern nicht anders angegeben – frei erfunden oder verfremdet. Der Autor übernimmt keine Haftung für Handlungen, die aus der Anwendung der beschriebenen Inhalte resultieren. Leser werden ermutigt, bei schwerwiegenden persönlichen Problemen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Einleitung: Der Werkzeugkasten für dein Leben
Kapitel 1: Du bist sterblich - Die befreiende Kraft der Endlichkeit
Vorwort: Der Tag, an dem mir meine eigene Vergänglichkeit bewusst wurde
Die Geschichte: Marcus und die drei Monate, die alles änderten
Die Essenz: Wie du die Klarheit der Sterblichkeit nutzt, ohne in Panik zu verfallen
Kapitel 2: Balance statt Dauer-High - Das Prinzip der vier Jahreszeiten
Vorwort: Warum ich aufhörte, dem nächsten Kick hinterherzujagen
Die Geschichte: Sarah und der weise Gärtner in der Reha
Die Essenz: Dein persönlicher Rhythmus zwischen Anspannung und Entspannung
Kapitel 3: Beziehungen als wahres Kapital - Was bleibt, wenn alles andere fällt
Vorwort: Die Nacht, in der ich verstand, was Reichtum wirklich bedeutet
Die Geschichte: Alexander, der alles verlor - außer das Wichtigste
Die Essenz: Wie du in Menschen investierst statt nur in Dinge
Kapitel 4: Selbstbild als Navigationsgerät - Werde, wer du sein willst
Vorwort: Das Experiment, das mich selbst überraschte
Die Geschichte: Clara, die schüchterne Bibliothekarin auf Mut-Mission
Die Essenz: Die praktische Anleitung zur Selbst-Neuerfindung
Kapitel 5: Leid kommt, Schmerz ist optional - Die Macht deiner Geschichte
Vorwort: Wie ich lernte, zwischen unvermeidbar und selbstgemacht zu unterscheiden
Die Geschichte: Die zwei Nachbarn und der Brand, der alles veränderte
Die Essenz: Dein Werkzeugkasten für schwere Zeiten
Kapitel 6: Lernen als beste Investition - Neugier kennt kein Verfallsdatum
Vorwort: Mit 40 noch mal Anfänger sein - meine beste Entscheidung
Die Geschichte: Opa Heinrich und Enkelin Lena erobern die digitale Welt
Die Essenz: Wie du dir eine Lernroutine aufbaust, die Spaß macht
Kapitel 7: Sparsamkeit erhöht Freiheit - Weniger Ballast, mehr Möglichkeiten
Vorwort: Der Tag, an dem ich meinen Konsum hinterfragte
Die Geschichte: Tom und Lisa’s Weg vom Hamsterrad ins Sabbatjahr
Die Essenz: Dein persönlicher Weg zu finanzieller Gelassenheit
Kapitel 8: Natur als kostenlose Therapie - Die vergessene Medizin
Vorwort: Warum ich meine Mittagspause im Park verbringe statt im Büro
Die Geschichte: Katrin’s Rezept - Waldspaziergänge statt Tabletten
Die Essenz: Deine tägliche Dosis Grün
Kapitel 9: “Genug” ist eine eigene Zahl - Die Kunst des rechtzeitigen Aufhörens
Vorwort: Als ich begriff, dass mehr nicht automatisch besser ist
Die Geschichte: Robert und die Frage seines Sohnes, die alles änderte
Die Essenz: Wie du dein persönliches “Genug” findest und verteidigst
Kapitel 10: Präsenz schafft Erinnerungen - Das Geheimnis der vollen Aufmerksamkeit
Vorwort: Der Moment, der mir zeigte, was ich jahrelang verpasst hatte
Die Geschichte: Marie und das Tagebuch ihrer Großmutter
Die Essenz: Deine Übung für mehr Präsenz im Alltag
Epilog: Der erste Schritt
Anhang
Die 10-Punkte-Checkliste: Wo stehst du?
30-Tage-Challenges
Bücher und Ressourcen
Das Lebens-Manifest: Deine persönlichen Erkenntnisse
Der Werkzeugkasten für dein Leben
Haftungsausschluss:
Dieses Buch ersetzt keine psychologische, medizinische oder therapeutische Beratung. Die dargestellten Geschichten dienen der Inspiration und persönlichen Reflexion. Alle Personen und Ereignisse sind – sofern nicht anders angegeben – frei erfunden oder verfremdet. Der Autor übernimmt keine Haftung für Handlungen, die aus der Anwendung der beschriebenen Inhalte resultieren. Leser werden ermutigt, bei schwerwiegenden persönlichen Problemen professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Einleitung: Der Werkzeugkasten für dein Leben
Stell dir vor, du sitzt mir gegenüber. Zwischen uns steht dampfender Kaffee, draußen regnet es leicht, und wir haben Zeit. Richtig viel Zeit. Die Art von Zeit, die man heute kaum noch hat – ohne Blick aufs Handy, ohne den nächsten Termin im Nacken. Und in dieser Zeit möchte ich dir etwas erzählen. Nicht belehren, nicht predigen. Einfach teilen, was ich gerne früher gewusst hätte.
Weißt du, es gibt Tausende von Selbsthilfebüchern da draußen. Vermutlich hast du selbst ein paar im Regal stehen. Manche halb gelesen, andere mit Post-its vollgeklebt, die meisten vergessen. Dieses Buch hier ist anders. Es will dir nicht 100 neue Gewohnheiten beibringen oder dich zu einem anderen Menschen machen. Es will dir nur zehn Dinge zeigen. Zehn verdammt wichtige Dinge, die zwischen einem Leben unterscheiden, das du erträgst, und einem, das du bewusst gestaltest.
Ich verwende gerne das Bild eines Werkzeugkastens. Kennst du diese Heimwerker, die für jede noch so absurde Eventualität ein Spezialwerkzeug haben? Deren Keller aussehen wie ein Baumarkt? Die meisten dieser Werkzeuge verstauben. Was du wirklich brauchst, sind ein guter Hammer, ein Schraubenzieher, eine Zange, ein Maßband – die Basics, die immer funktionieren. Genau das sind diese zehn Punkte: dein Grundwerkzeugkasten fürs Leben.
Ich habe Jahre gebraucht, um diese Werkzeuge zu sammeln. Manche habe ich in Büchern gefunden, andere in Gesprächen mit Menschen, die klüger waren als ich. Die meisten aber habe ich auf die harte Tour gelernt – durch Fehler, Umwege, schmerzhafte Erkenntnisse mitten in der Nacht. Du kennst diese Momente, oder? Wenn du um drei Uhr morgens wach liegst und dir plötzlich etwas klar wird, was du jahrelang nicht sehen wolltest.
Was du hier findest, sind keine revolutionären Geheimnisse. Es sind eher diese Wahrheiten, die so offensichtlich sind, dass wir sie übersehen. Wie die Brille, die man überall sucht, während sie auf der eigenen Nase sitzt. Aber hier ist der Trick: Es reicht nicht, diese Dinge zu wissen. Du musst sie fühlen, erleben, in deinen Knochen spüren. Deshalb erzähle ich dir zu jedem Punkt eine Geschichte. Geschichten von echten Menschen – na gut, die Namen habe ich geändert, aber die Essenz ist wahr. Menschen wie du und ich, die an einem Punkt ihres Lebens eine dieser Wahrheiten nicht nur verstanden, sondern verinnerlicht haben.
Du musst nicht perfekt sein, um diese Werkzeuge zu nutzen. Ich bin es auch nicht. Manchmal vergesse ich selbst, was ich weiß. Manchmal handle ich gegen besseres Wissen. Das ist okay. Ein gutes Leben ist keine Prüfung, die man ein für alle Mal besteht. Es ist eine Praxis, wie Zähneputzen – man macht es täglich, mal besser, mal schlechter, aber man bleibt dran.
Noch etwas: Diese zehn Dinge sind keine Rangfolge. Nummer eins ist nicht wichtiger als Nummer zehn. Sie sind wie die Speichen eines Rades – jede trägt ihren Teil dazu bei, dass das Ganze rund läuft.
Für dich mag gerade Kapitel sieben das Wichtigste sein, während dein Nachbar bei Kapitel drei aufhorcht. Das ist gut so. Nimm dir, was du gerade brauchst.
Und falls du dich fragst, warum ausgerechnet ich dir diese Dinge erzähle: Ich bin niemand Besonderes. Kein Guru, kein Erleuchteter, kein Millionär, der dir erklärt, wie einfach alles ist. Ich bin jemand, der genug gelebt hat, um ein paar Muster zu erkennen. Der genug Fehler gemacht hat, um zu wissen, was nicht funktioniert. Und der das Glück hatte, von Menschen zu lernen, die es besser wussten.
Also, lehn dich zurück. Nimm einen Schluck von deinem Kaffee (oder Tee, oder was auch immer du gerade trinkst). Lass uns über das Leben reden. Nicht das Instagram-Leben, nicht das LinkedIn-Leben, sondern das echte Leben. Das mit den Zweifeln um drei Uhr morgens, den kleinen Siegen, die niemand sieht, den Momenten der Klarheit zwischen all dem Chaos.
Bereit? Dann lass uns mit der wichtigsten Erkenntnis beginnen, die gleichzeitig die ungemütlichste ist: Du bist sterblich. Und das ist eine gute Nachricht.
Es war ein Dienstagnachmittag im Oktober. Ich weiß das noch so genau, weil Dienstage immer meine vollen Tage waren – Meetings von morgens bis abends, keine Minute zum Durchatmen. Ich saß gerade in Konferenzraum 3, diskutierte über Quartalszahlen, als mein Telefon vibrierte. Eine Nachricht von meiner Mutter: “Papa ist im Krankenhaus. Herzinfarkt. Komm schnell.”
Die nächsten Stunden verschwimmen in meiner Erinnerung. Die Fahrt zum Krankenhaus, der Geruch von Desinfektionsmittel, das Piepen der Maschinen. Papa hat es geschafft, das vorweg. Aber in den drei Tagen, die ich an seinem Bett saß, während er zwischen Bewusstsein und Schlaf pendelte, wurde mir etwas klar, was ich jahrelang verdrängt hatte: Wir haben nicht unendlich Zeit.
Klingt banal, oder? Natürlich wissen wir alle, dass wir sterblich sind. Theoretisch. Aber leben wir auch so? Ich tat es jedenfalls nicht. Ich verschob alles Wichtige auf “später”. Den Besuch bei den Eltern, den Anruf beim alten Freund, die Reise, von der ich seit Jahren träumte. Später, wenn ich mehr Zeit habe. Später, wenn die Kinder größer sind. Später, wenn das Projekt abgeschlossen ist.
An Papas Krankenbett wurde mir klar: Später ist eine Illusion. Es gibt nur jetzt. Und dieses Jetzt ist begrenzt, kostbar und unwiederbringlich. Seltsamerweise war das keine bedrückende Erkenntnis. Es war befreiend. Wie wenn man nach Jahren endlich seine Wohnung entrümpelt und merkt, wie viel Raum man eigentlich hat.
Marcus war 45, als sein Leben aus den Fugen geriet. Eigentlich lief alles perfekt – zumindest sah es von außen so aus. Geschäftsführer einer mittelständischen IT-Firma, Haus im Grünen, zwei Kinder auf Privatschulen, die Frau, die er vor zwanzig Jahren geheiratet hatte, immer noch an seiner Seite. Das Einzige, was nie reichte, war die Zeit.
Siebzig Stunden die Woche war sein Normal. Samstage im Büro waren keine Ausnahme, sondern Regel. “Noch zwei, drei Jahre”, sagte er immer zu Sabine, seiner Frau, “dann können wir es ruhiger angehen lassen.” Sie nickte dann, sagte nichts mehr dazu. Hatte aufgehört zu diskutieren.
Der Zusammenbruch kam an einem Montagmorgen. Marcus war gerade dabei, seine dritte Tasse Kaffee zu trinken und die Präsentation für das Board durchzugehen, als die Welt anfing, sich zu drehen. Nicht metaphorisch – wirklich zu drehen. Der Boden schwankte, sein Herz raste, kalter Schweiß brach aus. Panikattacke, dachte er. Stress. Normal in seinem Job.
Aber die Untersuchung im Krankenhaus zeigte etwas anderes. Der Schatten auf der Lunge war nicht zu übersehen. “Wir müssen weitere Tests machen”, sagte der Arzt mit diesem Gesicht, das Ärzte machen, wenn sie schlechte Nachrichten haben, aber noch nicht alles sagen wollen.
Eine Woche später saß Marcus wieder in diesem Büro. Diesmal mit Sabine. Der Onkologe, Dr. Brenner, war ein Mann Mitte sechzig, der aussah, als hätte er schon zu viele dieser Gespräche geführt. “Es tut mir leid”, begann er, und Marcus wusste, dass alles, was nach diesen drei Worten kam, sein Leben zertrümmern würde. “Der Tumor ist inoperabel. Stadium IV. Wir können palliativ behandeln, aber...”
“Wie lange?” Marcus hörte seine eigene Stimme wie aus weiter Ferne.
“Drei Monate. Vielleicht vier, wenn die Behandlung anschlägt.”
Sabine weinte. Marcus nicht. Er saß nur da und dachte an die Präsentation, die in zwei Stunden stattfinden sollte. An das Projekt, das nächsten Monat abgeschlossen werden musste. An die Expansion nach Österreich, die er seit Monaten plante. Drei Monate. Neunzig Tage. 2.160 Stunden.
Die erste Woche lebte Marcus wie in Trance weiter. Er ging ins Büro, führte Meetings, unterschrieb Verträge. Als ob nichts wäre. Aber nachts, wenn Sabine schlief, saß er im Wohnzimmer und machte Listen. Was musste geregelt werden? Versicherungen, Testament, Firmennachfolge. Effizient bis zum Schluss.
Es war sein Sohn Tim, 16 Jahre alt, der ihn wachrüttelte. “Papa”, sagte er eines Abends, “wenn du wirklich nur noch drei Monate hast, willst du die im Büro verbringen?”
Die Frage traf Marcus wie ein Schlag. Was wollte er eigentlich? Er wusste es nicht. Vierzig Jahre lang hatte er gewusst, was zu tun war: Abitur, Studium, Karriere, Familie, Erfolg. Aber was wollte er?
Am nächsten Tag kündigte Marcus seine eigene Position. Die Verwunderung im Board war groß, aber er erklärte nichts. Nur Sabine und die Kinder wussten Bescheid. Dann begann er zu leben. Wirklich zu leben.
Er frühstückte. Nicht hastig einen Kaffee im Stehen, sondern richtig. Mit frischen Brötchen, selbstgemachter Marmelade, und vor allem: mit seiner Familie. Er entdeckte, dass Tim ein unglaubliches Talent fürs Zeichnen hatte – wie hatte er das nie bemerkt? Seine Tochter Lisa, 14, spielte ihm Klavierstücke vor, die sie komponiert hatte. Sabine und er gingen spazieren, stundenlang, und redeten über alles und nichts. Über ihre erste Begegnung vor 22 Jahren, über die Träume, die sie mal hatten, über die kleinen Momente, die sie fast vergessen hatten.
Marcus reiste. Nicht zu Geschäftsterminen, sondern an Orte, die er immer sehen wollte. Der Sonnenaufgang am Grand Canyon. Die Nordlichter in Island. Der kleine Ort in Italien, aus dem seine Großeltern stammten. Er nahm sich Zeit. Saß stundenlang in Cafés, beobachtete Menschen, las Bücher – echte Bücher, keine Geschäftsberichte.
Er versöhnte sich mit seinem Bruder, mit dem er seit fünf Jahren nicht gesprochen hatte. Der Streit? Um Geld, natürlich. Lächerlich, im Angesicht von drei Monaten. Sie weinten beide, als sie sich umarmten.
Marcus lernte Klavier. “Dafür ist es doch zu spät”, hatte er früher immer gesagt. Jetzt war alles zu spät, und gerade deshalb der perfekte Zeitpunkt. Lisa war seine Lehrerin. Nach sechs Wochen konnte er “Für Elise” spielen. Schlecht, aber mit Hingabe.
Er schrieb Briefe. An jeden Menschen, der ihm wichtig war. Nicht E-Mails, richtige Briefe, mit der Hand. An alte Freunde, ehemalige Kollegen, seinen ersten Chef, der an ihn geglaubt hatte. Dankesbriefe, Entschuldigungsbriefe, Ich-denke-an-dich-Briefe.
