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Histaminarm aufgetischt Histamin-Intoleranz – was bedeutet das eigentlich? Was können Betroffene essen? Was gilt es bei Einkauf und Zubereitung der Lebensmittel zu beachten? Und wie schafft man es, die neuen Ernährungsgewohnheiten im Alltag umzusetzen? Daniela Mainzer, die selbst von Histamin-Intoleranz betroffen ist, zeigt, wie man durch eine histaminarme Ernährung die Symptome der Erkrankung auf ein Minimum reduzieren kann und welche Grundregeln man beachten sollte, um gut und nahezu beschwerdefrei zu leben. Praktischer Ratgeber einer Betroffenen – mit vielen Alltagstipps Neben wissenswerten Informationen über Histamin-Intoleranz zeigt Daniela Mainzer, was in keiner Küche fehlen darf, in der histaminarm gekocht werden soll, Sie gibt Tipps für den Einkauf und erklärt, wie man in drei Schritten – der Karenzzeit, der Testphase und dem neuen Alltag – zu einer histaminarmen Ernährung gelangt. Ihre 111 Rezepte – darunter Espresso-Müsli, Kartoffelbrötchen, Kartoffelsalat, Gulaschsuppe, Lauch-Hack-Pfanne, Lammfilet oder Streuselkuchen – beweisen zudem, dass eine Ernährung mit Histamin-Intoleranz alles andere ist als fades Diätessen.
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Seitenzahl: 136
Veröffentlichungsjahr: 2020
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Das Wichtigste auf einen Blick!5 Regeln, die Ihnen helfen, mit Ihrer Histamin-Intoleranz umzugehen
Die Frische der Lebensmittel ist das A und O
Kaufen Sie immer nur sehr frische Ware und gehen Sie lieber regelmäßig einkaufen als Lebensmittel lange zu lagern. Regionale und saisonale Lebensmittel sollten Sie dabei bevorzugen. Lebensmittel mit sehr langen Haltbarkeitsdaten besser meiden.
Gerichte nur dann wieder aufwärmen, wenn sie vegan sind
Histamin entwickelt sich bei vermeintlich histaminarmen Lebensmitteln auch durch Aufwärmen des darin enthaltenen tierischen Eiweißes. Wärmen Sie daher das Essen nur dann nochmal auf, wenn es vegan ist.
Entschleunigen Sie und versuchen Sie positiv zu denken
Auch mit einer Histamin-Intoleranz können Sie das Leben genießen. Versuchen Sie dem Leben positiv entgegenzusehen und sorgen Sie für möglichst wenig Stress – physisch wie psychisch.
Planen Sie Ihr Essen für eine Woche vor
Um den Alltag stressfrei zu meistern, ist eine gute Planung besonders wichtig. Nutzen Sie einen Tag in der Woche, um Ihre Gerichte für die kommenden 7 Tage zu planen. Wie genau ein Wochenplan aussieht, können Sie ab Seite 19 nachlesen.
Lernen Sie mit einem Ernährungstagebuch, was Sie vertragen
Eine Histamin-Intoleranz ist immer auch ein Stück weit individuell. Mit Hilfe eines Ernährungstagebuchs können Sie Ihre persönliche Verträglichkeit herausfinden. Wie genau, erfahren Sie ab Seite 17.
VORWORT
HISTAMIN-INTOLERANZ – WICHTIG ZU WISSEN
Histamin-Intoleranz – was verbirgt sich hinter dieser Diagnose?
Was ist eine Histamin-Intoleranz?
Mögliche Symptome
Ist histaminarm auch gleich histaminfrei?
Was sind Liberatoren und Hemmer?
Die individuelle Toleranzgrenze
Was kann ich jetzt noch essen?
Das darf in keiner Küche fehlen
Grundsätzlich verträglich
Verträglichkeit gezielt testen
Nicht geeignete Lebensmittel
Was bei der Zubereitung zu beachten ist
Drei Schritte zu einem neuen Alltag
1. Schritt: die Karenzzeit
2. Schritt: die Testphase
3. Schritt: der neue Alltag mit Wochenplan
Tipps für den Einkauf
Zusatzstoffe
Grundnahrungsmittel
Fleisch- und Wurstwaren
Fisch
Gemüse und Obst
Milchprodukte und Eier
Brot und Brötchen
Gewürze und Kräuter
Getränke
Süßwaren und Knabberartikel
Fertigprodukte und Konserven
111 LECKERE REZEPTE
Einige Hinweise zu den Rezepten
Grundrezepte
Frühstück
Brot und Brötchen
Salate
Suppen
Vegetarisches
Pasta
Fleisch und Fisch
Fingerfood und Dips
Kuchen und Muffins
Kekse und kleines Gebäck
Nachtisch
ANHANG
Liebe Leserinnen und Leser,
es freut mich, dass Sie sich für dieses Buch entschieden haben und mit meiner Hilfe Ihre Histamin-Intoleranz in den Griff bekommen und in ein beschwerdefreies Leben starten wollen.
Ich selbst erfuhr 2013 durch eine Provokationstestung von meiner Histamin-Intoleranz. Davor bedurfte es vieler Arztbesuche, diverser Krankenhausaufenthalte und viel eigener Recherche, bis die Abbaustörung tatsächlich offiziell diagnostiziert wurde.
Nach der Diagnose war ich zum einen erleichtert, endlich den Grund für meine Symptome zu kennen. Zugleich wurde mir bewusst, dass sich nun einiges in meinem Leben ändern muss. Durch eine konsequent histaminarme Ernährung und dank meiner Nachforschungen zum Thema Histamin-Intoleranz, kann ich heute gut damit umgehen und ein fast beschwerdefreies Leben führen.
Das auch zu erreichen, dabei möchte ich Sie unterstützen!
Ich bin weder Ernährungsberaterin noch Ärztin, aber ich habe in den letzten Jahren als Betroffene viel ausprobiert und dazugelernt. Seit 2014 gebe ich mein Wissen auch auf meinem Blog www.danielas-foodblog.de weiter und veröffentliche dort regelmäßig histaminarme Rezepte.
Den Alltag mit Histamin-Intoleranz zu meistern ist sicherlich eine Umstellung, aber auch bei eingeschränkter Lebensmittelauswahl lassen sich schmackhafte Gerichte zubereiten. Wie das möglich ist, erfahren Sie in diesem Buch.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren neuen, histaminarmen Alltag aktiv angehen und dass Sie mithilfe dieses Buchs Freude am histaminarmen Kochen und Backen haben.
Ihre
Daniela Mainzer
Bitte bedenken Sie: Bei einem Verdacht auf Histamin-Intoleranz und insbesondere vor einer Ernährungsumstellung sollte die Ursache von einem Arzt professionell diagnostiziert werden, da viele verschiedene Auslöser zu einer Histamin-Intoleranz führen können.
In diesem Kapitel erfahren Sie, was die Diagnose Histamin-Intoleranz bedeutet, und vor allem wie Sie lernen können, konstruktiv damit umzugehen. Was können Sie problemlos essen? Was gilt es bei Einkauf und Zubereitung der Lebensmittel zu beachten? Wie lässt sich die Ernährung so umstellen, dass sich die Beschwerden bessern? Wie schaffen Sie es, die neuen Ernährungsgewohnheiten im Alltag umzusetzen? Beachtet man ein paar Grundregeln, die hier vorgestellt werden, lässt sich mit Histamin-Intoleranz gut und nahezu beschwerdefrei leben!
Nicht selten geht der Diagnose Histamin-Intoleranz ein längerer Leidensweg voraus. Vielleicht haben Sie es auch so erlebt: Betroffene gehen etliche Male zum Hausarzt und meist auch zu verschiedenen Fachärzten, bevor klar ist, warum sie unter ihren Beschwerden leiden. Denn die Symptome einer Histamin-Intoleranz beschränken sich keineswegs immer auf Magen und Darm, sondern sind vielfältig und könnten immer auch von anderen Erkrankungen herrühren.
Durch Bluttest, Ernährungsberatung, Darmspiegelung oder Provokationstest lässt sich eine Histamin-Intoleranz ermitteln.
Ob durch einen Bluttest, eine Ernährungsberatung, eine Darmspiegelung oder einen Provokationstest – es gibt viele Möglichkeiten, eine Histamin-Intoleranz zu ermitteln. Ist die Diagnose einmal gestellt, können Sie endlich aufatmen, denn nun wissen Sie, wo Sie ansetzen können, damit sich Ihre Beschwerden bessern.
Eine Histamin-Intoleranz ist eine Lebensmittelunverträglichkeit. Histamin ist eine chemische Verbindung, die praktisch in allen Lebensmitteln vorkommt, allerdings in unterschiedlicher Menge. Wir nehmen Histamin täglich über die Nahrung auf (durchschnittlich etwa 4 Milligramm am Tag). Für die meisten Menschen ist dies unproblematisch. Bei manchen Menschen kann der Körper das Histamin jedoch gar nicht oder nicht in ausreichendem Maße abbauen. Sie haben eine Abbaustörung. Dadurch entsteht ein Überschuss an Histamin im Körper und daraus resultiert die Intoleranz.
Histamin kommt aber auch als Gewebehormon im Körper vor und erfüllt wichtige Aufgaben, z. B. das Anregen der Magensaftproduktion, die Steigerung der Darmbewegung, Senkung des Blutdrucks, Regulation des Schlaf-wach-Rhythmus. Der Körper ist also nie komplett histaminfrei. Darüber hinaus ist Histamin an Entzündungsprozessen im Körper beteiligt. Bei Menschen, die von Histamin-Intoleranz betroffen sind, können auch die Mastzellen, bestimmte Entzündungszellen, im Körper mehr Histamin freisetzen, als der Körper vertragen kann.
Ist das Histaminlevel im Körper zu hoch, treten bei Menschen mit Histamin-Intoleranz allergieähnliche Symptome auf. Es ist daher unumgänglich, den Histaminspiegel durch eine histamin-arme Ernährung konsequent niedrig zu halten. Denn letztlich ist der Körper ohnehin nie völlig histaminfrei.
Die Symptome bei einer Histamin-Intoleranz sind vielfältig. Es gibt nicht das eine Symptom. Jeder Mensch mit Histamin-Intoleranz hat mit anderen Beschwerden zu kämpfen als andere Betroffene. Das macht eine Diagnose nochmals schwieriger. Weil das Immunsystem an dieser Lebensmittelunverträglichkeit nicht beteiligt ist, spricht man übrigens von einer Pseudoallergie.
Da der Darm oft von der Histamin-Intoleranz betroffen ist, sind Magen-Darm-Beschwerden häufig Anzeichen für die Unverträglichkeit. Allerdings gibt es durchaus Betroffene, die keinerlei Symptome im Magen-Darm-Bereich haben.
Folgende Beschwerden können durch eine Histamin-Intoleranz ausgelöst werden:
• Atemwegsbeschwerden
• Migräne
• Triefnase
• Kreislaufstörungen
• Nesselsucht
• Erschöpfung
• Angstzustände
• Herzrasen
Die Vielfältigkeit der Symptome machen es Arzt und Patient oft schwer, auf eine Histamin-Intoleranz zu schließen.
Die Beschwerden können sowohl unmittelbar als auch bis zu 72 Stunden nach dem Verzehr histaminreicher Lebensmittel auftreten. Diese Tatsache und die Vielfältigkeit der Symptome machen es Arzt und Patient oft schwer, auf eine Histamin-Intoleranz zu schließen. Eine Triefnase könnte doch auch eine Pollenallergie sein. Und starke Kopfschmerzen kann man in stressigen Situationen eben auch mal haben.
Dass sich all diese Beschwerden durch eine histaminarme Kost und konsequente Ernährung bessern lassen, erscheint den meisten Betroffenen kaum möglich. Doch können Sie mit der richtigen Ernährung genau das tun und die Symptome deutlich mildern.
Histaminfreie Lebensmittel gibt es nicht.
Wenn Sie nach Informationen zu histaminarmen Lebensmitteln oder Rezepten suchen, werden Sie sicherlich dabei oft auch auf das Wort „histaminfrei“ stoßen. Diese Bezeichnung führt zwar oft zu passenden Suchergebnissen, histaminfreie Lebensmittel gibt es allerdings nicht.
Jedes Lebensmittel enthält Histamine, sodass diese Bezeichnung irreführend ist. Je nach Lagerung und Zubereitung entwickeln sogar histaminarme Lebensmittel mehr Histamine. Histaminfrei bedeutet also lediglich histaminarm.
Neben histaminreichen Lebensmitteln, die Sie unbedingt meiden sollten, gibt es noch sogenannte Liberatoren und Hemmer.
Liberatoren sorgen für eine zusätzliche Freisetzung von Histamin im Körper. Leider lässt sich die Unverträglichkeit von Liberatoren oftmals schwerer nachweisen als die von histaminreichen Lebensmitteln, da das Histamin über einen längeren Zeitraum freigesetzt wird. Als Liberatoren bezeichnete Lebensmittel machen Ihnen also über einen längeren Zeitraum das Leben schwer. Sie sollten deshalb auf jeden Fall auf sie verzichten, um Ihr Histaminlevel niedrig zu halten.
Als Liberatoren gelten unter anderem:
• Avocado
• Kakao/Schokolade
• Zitrusfrüchte
• Bohnen
• Soja
• Erdbeeren
• Tomaten
Zudem gibt es Histamin-Hemmer, die den Abbau des Histamins zusätzlich hemmen. Da Sie mit der Histamin-Intoleranz ohnehin schon eine Abbaustörung haben, sollten Sie keine Nahrungsmittel zu sich nehmen, die den Histaminabbau zusätzlich behindern.Zu Histamin-Hemmern zählen:
• Alkohol
• Schwarztee
• einige Medikamente
Jeder von Histamin-Intoleranz Betroffene hat eine individuelle Toleranzgrenze. Jeder muss deshalb selbst austesten, auf welche Lebensmittel er reagiert. Genauso müssen Sie für sich auch herausfinden, ab welchem Histaminlevel im Körper die Symptome auftreten.
So können bei einem Betroffenen bereits nach einer Erdbeere Magen-Darm-Beschwerden auftreten, ein anderer kann dagegen vielleicht sogar drei oder vier Erdbeeren essen, ohne Probleme zu bekommen.
Die individuelle Toleranzgrenze hängt auch immer vom momentanen Histaminlevel im Körper ab.
Die individuelle Toleranzgrenze hängt auch immer vom momentanen Histaminlevel im Körper ab. Haben Sie sich längere Zeit konsequent histaminarm ernährt, dürfen Sie auch mal kleine Sünden begehen. Aber auch hier ist wichtig: Jeder reagiert anders. Testen Sie daher immer nur vorsichtig und in kleinen Mengen, um Ihre individuelle Toleranzgrenze herauszufinden.
Weitere Tipps zur Verträglichkeit bestimmter Lebensmittel finden Sie auch im Kapitel „Tipps für den Einkauf“.
Welche Lebensmittel vertragen werden, hängt immer auch von der individuellen Toleranzgrenze ab. Trotzdem gibt es einige generelle Dinge, die Sie beachten können und die Ihnen helfen, nach der Diagnose den richtigen Weg bei Ihrer Ernährung einzuschlagen.
Da es bei Histamin-Intoleranz enorm wichtig ist, dass die Lebensmittel ganz frisch sind, sollten Sie regelmäßig einkaufen gehen. So haben Sie immer frische Produkte im Haus. Dennoch ist es natürlich sinnvoll, einige Lebensmittel stets vorrätig zu haben.
Dazu zählen Grundnahrungsmittel wie Mehl, Reis und Kartoffeln. Aber auch Haferflocken sind gut verträglich und vielseitig einsetzbar. Neben Meersalz, weißem Pfeffer und Rapsöl sollten Sie Süßrahmbutter und frische Milch (aus dem Kühlregal) stets im Haus haben. Zum Backen gehören Zucker oder Agavendicksaft sowie Weinstein-Backpulver ins Vorratsregal.
Auch wenn Sie bei einer Histamin-Intoleranz auf einiges verzichten müssen, gibt es auch viele gut verträgliche Lebensmittel, mit denen Sie in der Küche kreativ werden können und die eine abwechslungsreiche Ernährung garantieren.
Regelmäßig einkaufen können Sie deshalb histaminarmes Gemüse und histaminarmen Salat wie:
Blumenkohl
Kürbis
Rote Bete
Brokkoli
Mangold
Salatgurke
Eisbergsalat
Möhren
Sellerie
Feldsalat
Paprika
Spargel
Fenchel
Radieschen
Zucchini
Kopfsalat
Rettich
Pak Choi
Folgende Obstsorten sind histaminarm und daher ebenfalls empfehlenswert:
Äpfel
Cranberrys
Pfirsiche
Aprikosen
Johannisbeeren
Quitten
Blaubeeren
Kirschen
Rhabarber
Brombeeren
Nektarinen
Kaki
Bei Fleisch und Fisch sollten Sie ganz besonders auf die Frische achten. Hier empfiehlt sich:
Ente
Pute
Lachs
Hähnchen
Rindfleisch
Zander
Kalbfleisch
Forelle
Auf die Frage, ob ein bestimmtes Lebensmittel verträglich ist, gibt es leider nicht immer eine klare Antwort. Einige Lebensmittel müssen Sie deshalb im Rahmen einer Testphase (siehe S. 17) ausprobieren, um herauszufinden, ob sie für Sie verträglich sind und in welcher Menge.
Umstritten und daher vorsichtig zu testen sind unter anderem folgende Lebensmittel:
Eier
Eigelb ist verträglich, Eiweiß leider nicht, daher ausprobieren
Mandeln
Auch wenn Nüsse eher unverträglich sind, werden Mandeln hin und wieder vertragen
Essig
Meist nur in kleinen Mengen verträglich, am besten Apfelessig verwenden
Mango
Je nach Reifegrad, als Tiefkühlware meist verträglicher
Hefe
Grundsätzlich verträglich, kann aber je nach Zubereitung Probleme machen. Nicht mit dem unverträglichen Hefeextrakt verwechseln!
Marzipan
So wie Mandeln kann auch Marzipan in kleinen Mengen verträglich sein. Vorsichtig probieren!
JoghurtundButtermilch
Je nach Säuregärung des individuellen Produkts sehr unterschiedlich verträglich
Vanille
Schoten sind fermentiert, eventuell wird künstliches Vanillin sogar besser vertragen. Vorsichtig testen!
Knoblauch
Gekocht besser verträglich als frisch
Zwiebeln
Je nach Sorte tolerierbar, am besten mit weißen Zwiebeln beginnen
Leider müssen einige Lebensmittel vom Speiseplan gestrichen werden. Ist Ihre Unverträglichkeit hinreichend geklärt, sollten Sie in jedem Fall darauf verzichten. Selbstverständlich kommt es auch bei diesen Lebensmitteln auf die Menge und Ihre individuelle Toleranzgrenze an. Ein Test empfiehlt sich jedoch erst, wenn die Diagnose feststeht und Sie sich schon eingehend damit beschäftigt haben, was Sie vertragen und was nicht.
Unbedingt verzichten sollten Sie auf:
Bananen, Erdbeeren und Himbeeren
Fischkonserven wie Sardellen und Thunfisch
Zitrusfrüchte (Orangen, Limetten, Zitronen)
Meeresfrüchte aller Art
Tomaten in allen Varianten (ob frisch, als Mark oder getrocknet)
Nüsse, insbesondere Walnüsse und Haselnüsse
Fermentiertes oder eingelegtes Gemüse
Scharfe Gewürze wie Chili oder Senf
Pilze
Schokolade (auch Kakao)
Geräuchertes oder gepökeltes Fleisch oder entsprechende Wurst
Alkohol in allen Varianten (auch beim Kochen!)
Lange gereifte Käsesorten und Hartkäse
Um Ihren Histaminspiegel niedrig zu halten, sollten Sie möglichst frisch kochen und Lebensmittel nur dann wieder erwärmen, wenn kein tierisches Eiweiß enthalten ist, sie also vegan sind. Sonst können sich auch Lebensmittel, die eigentlich hista-minarm sind, zu echten Histaminbomben entwickeln. Machen Sie sich daher im Vorfeld Gedanken, ob das Gericht, das Sie kochen, erneut erwärmt werden soll, und verwenden Sie dann keine tierischen Produkte bei der Zubereitung.
Soll ein Gericht noch mal erwärmt werden, dann bereiten Sie es ohne tierische Produkte zu.
Grundsätzlich ist es nicht zu empfehlen, gekochte Gerichte lange aufzubewahren. Haben Sie ein Rezept gekocht, das Sie am Folgetag noch mal essen wollen, sollten Sie es zügig abkühlen – also schnellstmöglich, eventuell sogar noch warm, in den Kühlschrank stellen.
Auch das Auftauen von tiefgekühlten Lebensmitteln sollte schnell passieren. Geben Sie tiefgekühltes Gemüse direkt in den Topf oder braten Sie tiefgekühlten Fisch langsam in der Pfanne. Lassen Sie TK-Lebensmittel nicht langsam über mehrere Stunden auftauen, da sie sich sonst zu Histaminbomben entwickeln können.
In drei Schritten lassen sich die Symptome lindern.
Um Ihren Alltag mit Histamin-Intoleranz zu meistern, sind nach der Diagnose zunächst drei Schritte nötig. Sie helfen Ihnen dabei, herauszufinden, auf welche Lebensmittel Sie reagieren und welche Symptome sie auslösen.
Oftmals sind die Symptome nach der ersten Diagnose nur schwer auf bestimmte Lebensmittel zurückführbar. Daher ist es wichtig, ganz genau zu analysieren und so den eigenen Weg zu finden. Das mag mühsam erscheinen. Doch die Belohnung für diese Arbeit ist, ein symptomarmes, wenn nicht sogar symptomfreies Leben zu führen. Wenn das kein Anreiz ist …
Der erste Schritt ist die sogenannte „Kartoffel-Reis-Diät“. Der Name lässt schon ahnen, worum es geht. Es werden ausschließlich Kartoffeln, Reis und Meersalz gegessen – zu jeder Mahlzeit. Diese Lebensmittel haben ein niedriges Allergielevel und lösen nur sehr selten Unverträglichkeiten aus, daher beginnen Sie damit.
Kochen Sie zum Beispiel morgens Kartoffeln und geben Sie etwas Salz darüber, mittags essen Sie gekochten Reis, der leicht gesalzen wurde, und abends wieder Salzkartoffeln. Im Tagesverlauf können Sie die genannten Lebensmittel selbstverständlich austauschen, nur weitere sollten Sie in der Karenzzeit nicht zu sich nehmen. Trinken Sie dazu stilles Wasser mit einem niedrigen Sulfatgehalt.
Zugegebenermaßen ist das keine genussvolle Zeit. Hier geht es darum, durch Weglassen praktisch aller Lebensmittel, Ihr Histaminfass zu leeren. Das Histaminlevel in Ihrem Körper wird dabei so weit wie möglich reduziert.
Die Karenzzeit sollte mindestens 3 Tage betragen und 5 Tage nicht überschreiten.
Die Karenzzeit sollte mindestens 3 Tage betragen und 5 Tage nicht überschreiten. Wenn Sie auf Histamin reagieren, ist eine Verbesserung Ihrer Symptome in dieser Zeit sehr wahrscheinlich.
Haben Sie die Karenzzeit erfolgreich gemeistert, können Sie in die Testphase gehen. In dieser Zeit dürfen Sie neue, histaminarme Lebensmittel zu Kartoffeln, Reis, Meersalz und Wasser in Ihren Speiseplan integrieren. Sehr wichtig ist dabei, dass Sie dies aber nach und nach tun.
Testen Sie alle 3 Tage ein neues Lebensmittel. Es empfiehlt sich zunächst ein Rapsöl oder Süßrahmbutter zuzufügen; im Anschluss Zucchini oder Hähnchen. Auch diese Phase der Ernährungsumstellung ist nicht einfach und etwas langwierig, lohnt sich aber, damit Sie schließlich einen beschwerdefreien Alltag führen können.
Da bei Histamin-Intoleranz die Symptome nach maximal 72 Stunden auftreten, können Sie nur durch Einhaltung der 3-Tage-Regel wirklich herausfinden, worauf Sie reagieren. Dabei hilft Ihnen Ihr persönliches Ernährungstagebuch, das Sie akribisch führen sollten. Notieren Sie darin alle Lebensmittel, die Sie zu sich nehmen, mit genauer Uhrzeit sowie Hersteller oder Marke.
Nur durch Einhaltung der 3-Tage-Regel lässt sich herausfinden, auf welche Lebensmittel Sie reagieren.
