111 Gründe, Darts zu lieben - Gordon Shumway - E-Book

111 Gründe, Darts zu lieben E-Book

Gordon Shumway

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6,99 €

Beschreibung

Gordon Shumway erzählt die Entstehungsgeschichte des Darts-Sports, er erklärt die Regeln und die Finessen des Spiels. Er kennt das beste Spielgerät und weiß um die täglichen Übungseinheiten, ohne die kein Pfeil trifft, wie sein Werfer will. Er erklärt, was der Darts-Spieler meint, wenn er '7 Leben' oder 'Shanghai' sagt. Er kennt alle Tricks und die Geschichten um das Spiel herum. Er berichtet von den legendären Helden wie Leighton Rees, Eric Bristow und John Lowe. Er porträtiert auch die aktuellen Stars der Szene: Phil 'The Power' Taylor und 'Barney' Raymond van Barneveld, mit denen er seit Jahren befreundet ist. Er erzählt die mythischen Geschichten, berichtet von den Hintergründen des Sports und wirft mit Anekdoten, Fakten und Kenntnissen um sich, die jeden Zuhörer fesseln müssen. Und das alles in einer flotten Schreibe, der man den Ursprung des alten englischen Kneipenspiels anmerkt: rau und schnörkellos, direkt und treffsicher, mit Humor und Leidenschaft. Wer nach der Lektüre des Buches nicht den Drang verspürt, mit Pfeilen nach einer Scheibe zu werfen, sollte zum Arzt gehen.

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Seitenzahl: 420

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Gordon Shumway

111 GRÜNDE, DARTS ZU LIEBEN

Eine Liebeserklärung an den großartigsten Sport der Welt

Vorwort

LIEBE DARTERINNEN, LIEBE DARTER, LIEBE DARTFANS, LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER,

ich freue mich ganz arg und bedanke mich sehr, dass ihr euch für mein Buch 111 Gründe, Darts zu lieben! entschieden und das andere zum Glück wieder zurückgestellt habt. Ich möchte Euch in diesem Buch erklären, warum Darts für mich nicht nur ein Spiel, Spaß und Kampf, sondern schlichtweg mein Leben ist. Die Faszination, die von Darts ausgeht, ist nur äußerst schwierig in Worte zu fassen. Auf der einen Seite sind die Regeln so einfach, das Werfen aber so verdammt schwierig. In Deutschland gibt es bereits einige Bücher über das »Pfeilwurfspiel«, wohlgemerkt auch in unserer Muttersprache, aber trotzdem konnte mich keiner davon abhalten, selbst eines zu verfassen.

Sicherlich besteht Darts auch aus Regelwerk und Statistiken, jedoch ist das bei keinem von euch der Grund gewesen, mit dem Dartsport zu beginnen. Eher war es die Neugier, ob man es wirklich schaffen würde, die drei kleinen Pfeile dahin zu werfen, wo man sie auch hinhaben wollte. Ich habe versucht, so gut wie möglich auf Statistiken zu verzichten, aber einige lassen sich einfach nicht vermeiden, wenn man zum Beispiel über die großen Sieger des Dartsports und die größten Turniere der Welt sprechen möchte. Aber Gott sei Dank ist Darts zum größten Teil reiner Spaß, und den will ich euch durch meine 111 Gründe, warum ich Darts so liebe, näherbringen. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist.

Seit knapp 30 Jahren spiele ich nun Darts, seit 22 Jahren bin ich »Master Caller« und »Master of Ceremonies«. Und ich schwöre, nicht ein einziger Tag war langweilig! Darts ist für mich eine Sucht … Also, jetzt ’ne Tüte Chips, Glotze aus und los geht’s …

»Game On …«

Euer Gordon Shumway

FOREWORD

A few weeks after my switch from the BDO system to the Professional Darts Corporation I had the pleasure to meet with Gordon Shumway in Munich, Germany.

The months following, Gordon became a good friend, not only as a person and darts lover, but also as somebody who knew a lot about our game. The advises Gordon gave me where very useful and helped me a lot during my career.

After winning the PDC World Title our friendship became even closer and it is really refreshing for me to talk with him about darts and my profession. I hope Gordons book will be a success and I can advise everybody to read this book, learn the in and outs of the game of darts, and also become a darts lover.

»Barney« Raymond van Barneveld

VORWORT

Ein paar Wochen nach meinem Wechsel von der British Darts Organisation zur Professional Darts Corporation, hatte ich das Vergnügen Gordon in München kennenzulernen.

In den folgenden Monaten wurde Gordon ein guter Freund, nicht nur als Mensch und Darts-Liebhaber, sondern auch als jemand, der eine Menge über unser Spiel wusste. Die Ratschläge die mir Gordon in meiner Karriere gab, waren sehr hilfreich für mich.

Nach dem Gewinn der PDC-Weltmeisterschaft wurde unsere Freundschaft noch enger, und es ist wirklich erfrischend für mich mit ihm über Darts und meinen Beruf zu sprechen. Ich hoffe, dass Gordons Buch ein großer Erfolg wird, und kann nur jedem raten es zu lesen. Lerne die »In« and »Outs« des Dartsports und werde auch ein Darts-Liebhaber!

»Barney« Raymond van Barneveld

FOREWORD

I met Gordon for the first time in February 1993 – 20 years ago – during the WDF Berlin Open which I won. Gordon is not just a normal darts fan because he finally followed my career now for three decades. Again I met him from time to time at the World Championships at the Circus Tavern. In 2005 when darts become really popular in Germany Gordon was the first »Master of Ceremonies« of the GDC »German Darts Corporation«, which later became the PDC Europe. In this time we have met regularly not only on the big tournaments but also at different exhibitions and tournaments where he was the Master Caller. In 2008 I visited Gordons darts pub the »House of Darts« near Frankfurt which is the most special darts place I’ve ever been. If you have the chance to visit the pub – do it! You will also see a lot of my original darts stuff there.

Some years ago Gordon gave me two pair of customized shoes as a present. These shoes were really special because there was my name on it. In these shoes, I won about one million British Pounds prize money. These shoes are now with my wax figure at Madame Tussauds in Blackpool.

There are probably not many people who love the sport of darts even more than he did. For Gordon it’s easy to name 111 reasons why you will love our sport. If you read this book you will understand why darts is Gordons life. If you talk about darts knowledge in Germany you have to name Gordon first.

And now have fun and enjoy – see you soon in Germany!

Phil »The Power« Taylor

VORWORT

Zum ersten Mal traf ich Gordon während der WDF Berlin Open, welche ich übrigens gewann, im Februar 1993. Gordon ist nicht nur ein normaler Dartsfan, schließlich verfolgt er meine Karriere seit drei Jahrzehnten. Danach habe ich ihn hin und wieder bei den Weltmeisterschaften in der Circus Tavern getroffen. In 2005, als Darts in Deutschland populär wurde, war Gordon der erste »Master of Ceremonies« der GDC (German Darts Corporation), welche später die PDC Europe wurde. In dieser Zeit habe ich Gordon regelmäßig auf den großen Turnieren und Exhibitions getroffen, wo er auch als Master Caller arbeitete. 2008 besuchte ich Gordons Pub, das House of Darts in der Nähe von Frankfurt, welches in meinen Augen die außergewöhnlichste Dartslocation ist, die ich jemals gesehen habe. Wenn Du die Chance hast das House of Darts zu besuchen – tue es! Du wirst auch eine Menge meiner Sachen dort finden.

Vor einigen Jahren bekam ich von Gordon zwei Paar extra angefertigte Schuhe geschenkt. Das Besondere ist, dass mein Name auf diesen eingestickt ist. In diesen Schuhen habe ich ungefähr eine Million Britische Pfund an Preisgeld gewonnen. Diese Schuhe trägt nun meine Wachsfigur bei Madame Tussauds in Blackpool.

Es gibt wahrscheinlich nicht viele Menschen, die den Dartsport so sehr lieben wie er es tut. Gordon fällt es leicht, 111 Gründe zu nennen, warum er ihn so liebt. Wenn Du dieses Buch liest, wirst Du verstehen, warum Darts Gordons Leben ist. Wenn Du in Deutschland über Dartwissen sprichst, dann musst Du Gordons Namen zuerst nennen.

Und nun viel Spaß und genieß es – bis bald in Deutschland!

Phil »The Power« Taylor

KAPITEL 1

EIN NEUES HOBBY MUSS HER!

GRUND NR. 1

WEIL NEULINGE NUR BAHNHOF VERSTEHEN!

Selbstverständlich gibt es beim Darts, wie bei jedem anderen Hobby auch, ein gewisses Vokabular, bei dem Anfänger sich verwundert die Augen reiben. Ich möchte den Anfängern unter euch die wichtigsten Begriffe kurz erläutern, ohne dass ihr vor Langeweile mit der Stirn auf die Tischplatte knallt. Vielleicht versuche ich es einmal so zu erklären …

WELCHE AUSDRÜCKE KÖNNTE MAN HÖREN, WENN MAN ZUM ERSTEN MAL EINE DARTKNEIPE BETRITT:

•»Der Tag hätte so schön werden können …!« – Na, da freut sich aber jemand über euren Besuch!

•»Blödmannsgehilfe« – Richtig, hier spricht euch ein Dartspieler freundlich an, weil ihr ihm gerade in seinen Wurf gerannt seid. Also, beim Betreten einer Dartkneipe immer schauen, ob die Dartscheiben im Eingangsbereich hängen. Wenn ja, bitte warten, bis der Spieler seine Darts geworfen hat.

•»Ja, leck mich doch!« – Das Wurfergebnis eines Spielers war suboptimal!

•»Bitte einen Pfefferminztee!« – Ein Dartspieler bestellt sich sein Lieblingsgetränk.

•Darts – So nennt man das Spiel, oder den Wurfpfeil selbst.

•Barrel – Das schwere Stück Metall des Darts, also das Teil, an dem ihr das Pfeilchen festhaltet. Vorne ist da, wo die Spitze ist!

•Shaft – Gegenüber von der Spitze ist ein Loch mit Gewinde, da dreht man den Shaft rein. Der Shaft kann aus Plastik, Nylon, Aluminium, Titanium, etc. bestehen. In den Shaft steckt man das Flight.

•Flight – Der Flügel des Darts. Es gibt Flights in den verschiedensten Formen, alle haben jedoch eine gewisse Auswirkung auf das Flugverhalten des Darts. Bitte sagt nie »Flys«, sonst brauche ich gleich einen Grappa! Wer das sagt, outet sich als Vollhorst, den König der Inkompetenz! Die Dinger heißen nicht Flies, Flys, Flügel, sondern nur Flights!

•Point und/oder Tip – Bezeichnet die Spitze des Darts.

•Oche – Die Abwurfmarkierung, an die man sich stellt. Meistens ein Stück Kantholz. (Für E-Darter ein Streifen aus feinstem Klebeband.)

•»Kommaherganzkurz!« – Flo und Gregor sind auch da.

•Board – Ein anderer Ausdruck für »Dartscheibe«, man kann auch »Dartboard« sagen.

•Spider – Der Bandstahl, der in die Scheibe eingelassen ist und die Scheibe in seine Felder unterteilt.

•Single – Nicht der Beziehungsstatus des hässlichen Idioten am Tresen, sondern die großen Felder des Dartboards zwischen dem äußeren Ring (den Doppeln) und dem inneren Ring (Dreifach) und zwischen dem inneren Ring und dem Single-Bull. Diese Felder zählen die Punkte einfach!

•Triple – Der innere Ring der Scheibe. Hier zählen die Punkte dreifach.

•»Was kostet eine Flasche Bacardi?« – Jyhan verhandelt!

•Double – Der äußere Ring der Scheibe. Hier zählen die Punkte zweifach (doppelt).

•Single-Bull – Der äußere Kreis in der Mitte der Scheibe. Meistens ist seine Farbe Grün und zählt 25 Punkte. ACHTUNG … Gerade der Nordrhein-Westfale sagt hier gerne einmal »Halbbull« oder auch »Grünbull«. Bitte nicht nachmachen oder sogar angewöhnen, es heißt Single-Bull!!!

•Geiler Arsch – Die neue Bedienung kommt immer dienstags.

•Bulls-Eye – Das Feld in der Mitte der Scheibe; ein kleiner roter Punkt mit großer Bedeutung. Das Feld zählt 50 Punkte und ist ein Doppelfeld. Auch hier schlägt der Nordrhein-Westfale aus der Art und nutzt Äußerungen wie »Dickbull«, »Vollbull« oder »Rotbull«. Liebe Anfänger, sagt »Bulls-Eye«! Oder ihr zieht besser gleich ins Ruhrgebiet …

•Segmente – Stimmt’s, ihr schaut Eurosport mit Rolf Kalb? Streicht das Wort »Segment« oder »Segmente« bitte ganz schnell aus eurem Sprachschatz, das sagt nämlich nur Rolf Kalb. Sagt meinetwegen »das Feld«. Aber bitte, bitte nicht »Segment«!

•Rolf Kalb – Die Stimme des Dartsports auf Eurosport.

•»Drück ab!« –Hier wird auch E-Dart gespielt!

•Chalker / Marker – Steht für Schreiber, also die Person, die rechts oder links vorm Board vor der Schreibtafel steht und eure Würfe notiert. Wenn kein Caller anwesend ist, ist der Schreiber auch der Schiedsrichter!

•Caller – Der Herr rechts von euch, der ohne Rücksicht auf Peinlichkeiten jeden eurer Würfe ins Mikro brüllt. Auch wenn es 3, 5, 7 oder 11 Punkte sind. Meist handelt es sich bei Callern um Herren mittleren Alters, die ein wenig mit Übergewicht zu kämpfen haben.

•Leg – Es bezeichnet ein Spiel: 301, 501, 701, 1001, und so weiter. Für richtige Dartspieler gibt es eigentlich nur »501 Double Out«.

•Bouncer – Ein aus dem Board fallender Dart.

•501 Double Out – Das Standardspiel. Jeder Spieler hat zu Beginn 501 Punkte und muss mit einem Wurf in den äußeren Kreis (siehe »Double«) das Spiel beenden. Die Kunst hierbei ist, dass man exakt auf null kommen muss.

•Three in a bed – Ihr müsst jetzt ganz tapfer sein, das hat jetzt nichts mit eurer Frau, dem UPS-Fahrer und dem Typen von Bofrost zu tun. »Three in a bed«, also »Drei in einem Bett«, bedeutet, drei Darts in ein Triple-Feld zu werfen. Das können drei Triple 5er, drei dreifache 19er oder eine 180 sein.

•Short-Leg – Als »Short-Leg« bezeichnet man ein Spiel »501 Double Out«, das man mit weniger als 18 Darts beendet.

•Pfefferminztee – Das Lieblingsgetränk aller Dartspieler – ohne Ausnahme! In manchen Gegenden nennt man den Pfefferminztee gerne auch Bier, Bacardi, Wodka, Jack Daniels, Jim Beam, Havanna Club, Jägermeister, und so weiter. Manche Darter mischen den Tee gerne auch mit Cola … Aber ganz egal, wie man es auch nennt, es bleibt immer Pfefferminztee.

•High-Finish – Ab einer Restpunktzahl von 170 (außer 169, 168, 166, 165, 163, 162 und 159) kann man ein Spiel im Modus »Double Out« mit 2 oder 3 Darts beenden. Als »High-Finish« bezeichnet man das Beenden eines Legs ab einer Restpunkzahl von 101!

•»Es ist zu laut!« – Bernd Roith ist da!

•Score – Die Punktzahl, die ihr geworfen habt!

•High-Score – So wird ein Spiel genannt, bei dem jeder Spieler versucht, mit 30 Darts (also 10 Runden à 3 Darts) so viele Punkte wie möglich zu werfen.

•Shanghai – Einfach bei einer Dartübertragung Sport1 einschalten. Elmar Paulke erklärt diesen Begriff an diesem Abend bestimmt gerne!

•»Ich mach jetzt mal den Taylor!« – Ein Gast leidet nach dem Genuss von vier bis fünf Tassen Pfefferminztee unter maßloser Selbstüberschätzung. Taylor ist der beste Dartspieler aller Zeiten und der, der jetzt gleich wirft, wahrscheinlich eine absolute Vollnull!

•»Das hab ich von McDart!« – McDart ist für die meisten Deutschlands Darthändler-Nummer 1 und dafür habe ich jetzt kein Geld bekommen. Ich kenne noch andere Darthändler, aber die Namen kann ich mir nie merken.

•»Zaunbier?« – Ein stark angetrunkener Gast fragt euch, ob ihr auch ein Bier wollt.

•D:SF und/oder Sport1 – Der Sender, der Darts in Deutschland salonfähig machte!

•Englische Runde – Zwei Darter spielen ein Leg »501 Double Out«, ein Dritter schreibt das Match. Der Verlierer der Partie geht schreiben, der Schreiber spielt gegen den Gewinner der letzten Partie. Der Verlierer aus diesem Match geht wieder schreiben und der Schreiber spielt. Der Verlierer der Partie geht schreiben, der Schreiber spielt gegen den Gewinner der letzten Partie. Der Verlierer aus diesem Match geht wieder schreiben und der Schreiber spielt. Der Verlierer der Partie geht schreiben, der Schreiber spielt gegen den Gewinner der letzten Partie. Der Verlierer aus diesem Match geht wieder schreiben und der Schreiber spielt. Der Verlierer der Partie geht schreiben, der Schreiber spielt gegen den Gewinner der letzten Partie. Der Verlierer aus diesem Match geht wieder schreiben und der Schreiber spielt. Der Verlierer der Partie geht schreiben, der Schreiber spielt gegen den Gewinner der letzten Partie. Der Verlierer aus diesem Match geht wieder schreiben und der Schreiber spielt. Der Scheiß nervt wie Sau, oder?

•PDC – Der Verband, bei dem die Guten spielen!

•BDO – Der Verband, bei dem die Schl… die Amateure spielen!

•Check –Das Wort bedeutet, dass man ein Leg durch den Wurf in das richtige Doppel beendet hat. Wenn ein Caller vorhanden ist, sagt dieser »Check«, sobald der Dart das Doppel getroffen hat, ansonsten übernimmt der Schreiber diese Aufgabe.

•»Game On« – Das sagt der Caller, wenn das Spiel beginnt.

•»Practise / Practice« – So wird das Training der Darter genannt.

•»Hast’n Freund?« – Ein Gast mittwochs morgens um 01:42 Uhr zur neuen Bedienung.

•»Game shot« – Das sagt der Caller, wenn das Spiel beendet wurde.

GRUND NR. 2

WEIL ES DAS FAIRSTE SPIEL DER WELT IST!

Ein Darts-Match beginnt und endet immer mit einem Handschlag. Das ist so. Überall. Auf der ganzen Welt. Immer. Ohne Ausnahme. Das alte Spiel mit den drei Pfeilen beginnt mit dieser höflichen und respektvollen Geste. Meist ist es kein echtes »Händeschütteln«, eher berühren sich die Spieler kurz, indem sie die Fäuste aneinanderhalten. Da alle Spieler bezüglich ihrer Wurfhand sehr eigen sind, vermeidet man den Hautkontakt, im Speziellen der Handinnenflächen (Linkshänder dürfen an dieser Stelle mit ihrer rechten Hand gerne machen, was sie wollen). Dabei äußern sie Floskeln wie »Good Darts«, »Schöne Pfeile«, oder auch »die Allerschönsten« (Der Russe hingegen sagt an dieser Stelle gerne »Хорошо Дартс«).

Natürlich wünscht man seinem Gegenspieler nicht wirklich, dass er möglichst alles trifft. Wie bescheuert müsste man auch sein? Eigentlich wünscht man ihm, dass er möglichst am Board vorbeiwirft, ihm bei jedem Wurf zwei Darts wieder herausfallen, oder sieben Wochen Durchfall und ganz kurze Arme, dass er die Hose nicht herunterbekommt. Darts ist zwar fair, aber dass ich meinem Gegner wünsche, dass er super spielt – so weit kommt’s noch! Im Leben nicht!

Jeder Darter – können wir uns darauf verständigen, dass »Darter« ab sofort für Mann und Frau gleichermaßen gilt? Danke … – Also noch mal, jeder Darter bevorzugt für seine Wurfhand einen ganz bestimmten Zustand. Die einen mögen die Hand gerne etwas trocken, die anderen wünschen sich die feuchtere, also klebrigere Variante. Dazu jedoch später mehr. Durch das Aneinanderhalten der Fäuste vermeidet der Spieler die Berührung der Hand seines Gegenübers. Nicht auszudenken, wenn der Gegner sich Rheumasalbe an die Finger geschmiert hätte! Wie schnell hat man mal die Finger an den Augen, oder am Mund, oder man ist später auf der Toilette! Und schon hätte man ein Problem …

Darts benötigt keine Schiedsrichter, Linienrichter, keine Punktrichter oder sonstige Personen, die über das Schicksal der Spieler entscheiden. Darts lässt keinen Raum für Diskussionen und Spekulationen. Entweder das verdammte Ding ist drin, oder eben auch nicht. Man kann nicht wie in anderen Spiel- und Sportarten lügen und betrügen. Jeder kann sehen, ob die Spitze des Darts im richtigen Doppelfeld steckt, vorausgesetzt, man spielt die Variante »Doppel aus«! Kannst du dir ein Fußball-, Basket- oder Handballspiel ohne Schiedsrichter vorstellen? Beim Eishockey wären alle nach zehn Minuten zahnlos … Okay, das sind die meisten Eishockeyspieler auch so, aber ansonsten wäre es NOCH schlimmer! Oder Eiskunstlauf, ohne die streng dreinblickenden Punktrichterinnen, geschweige denn die Sportarten, in denen man verliert, weil einem Schieds- oder Punktrichter deine Nase nicht gefällt. Mit fällt immer wieder Boxen ein. Da haut der eine Typ dem anderen so oft in die Schublade und am Ende gewinnt der, der aussieht, als wäre er mit einem Lachen in die Kreissäge gelaufen, weil der Verband vorher festlegte, wer am Ende den Lorbeerkranz bekommt.

Oder die Schiedsrichter, die einen Elfer pfeifen, weil bei Media Markt ein neuer, noch größerer Panasonic-3D-Fernseher steht. Hoyzer … Gesundheit! Das gibt es beim Darts alles nicht. Am Ende des Spiels bleibt ein bestimmtes Feld übrig, welches es zu treffen gilt. Ohne Wenn und Aber. Entweder man trifft es, oder man verliert! Aus diesem Grund kann man Darts auch spielen, ohne einen Referee bemühen zu müssen.

Aber Darts wäre das blutigste und brutalste aller Spiele, würde es die Drähte nicht geben, welche die Felder voneinander trennen. Felder? Moooooment, da war doch was! Richtig, der echte und wahre Dartsexperte spricht hierbei von Segmenten – ich vergaß! Also, die Felder einer Dartsscheibe werden durch Drähte unterteilt. Bei neueren Versionen ist dies mittlerweile ein Bandstahl, der die einzelnen Felder trennt – ja ja, meinetwegen auch die Segmente. Im Darts gibt es nicht dieses dämliche »Der Ball war noch nicht mit einer vollen Umdrehung, also mit vollem Umfang, hinter der Linie«! Drin, oder nicht drin – keine Diskussion!

Im E-Dart, der elektronischen Variante des Dartsports, ist es mit der Fairness ähnlich, nur gibt es hier einen entscheidenden Regelunterschied. Dieser lautet: »Der Automat hat immer recht!« Dies bedeutet, dass, wenn ein Dart zwar im richtigen Doppelfeld steckt und das Spiel eigentlich beendet wäre, dies der Automat aber nicht registriert, dann hat der Werfer Pech gehabt. Der Wurf wird nicht gewertet. In dieser Situation kann man nur auf die Fairness seines Gegners hoffen. Nur wenn der Gegner den Wurf akzeptiert, kann das Spiel als gewonnen gewertet werden. Wenn der Gegner dies aber nicht tut und den Wurf nicht anerkennt, dann muss weitergespielt werden und der Gegner hat zukünftig einen Freund weniger …

Sicherlich kommt es auch mal vor, dass sich zwei Spieler auf der Bühne nicht ganz so wohlgesinnt sind. Das ist aber nur von kurzer Dauer. Mir ist in all den Jahren nie zu Ohren gekommen, dass der eine den anderen Spieler von der Bühne geschmissen hätte oder es Ohrfeigen gab. Der Respekt untereinander ist einfach zu groß.

Egal wie schlecht eure Laune auch ist, denkt daran: Jeder Einzelne von euch vertritt den Dartsport.

GRUND NR. 3

WEIL ES DAS SCHWERSTE SPIEL DER WELT IST!

Was heißt hier »vielleicht«? Darts ist das schwerste Spiel! Warum? Wer schon einmal ein Elfmeterschießen vorm Fernseher oder im Stadion verfolgt hat, der weiß, wie einfach es ist, sich äußerst dämlich anzustellen. Schließlich ist ein Fußballtor 7,32 Meter breit und 2,44 Meter hoch. Wie oft saß ich schon vor der Glotze und konnte es nicht fassen, wie die angeblich besten Fußballer der Welt zu blöd waren, einen handelsüblichen Ball in ein Ding zu kriegen, das die Größe einer geräumigen Doppelgarage hat. Besonders witzig finde ich das Torwandschießen im Aktuellen Sportstudio. Hier kann der überbezahlte Fußball-Millionär sein Unvermögen gänzlich zur Schau stellen. Da ist nix zu sehen von irgendeiner Koordination, geschweige denn einer Fuß-Auge-Koordination! Pfff …

Die »dreifache 20«, also die 60, das Feld mit der höchsten Wertung, ist – wie alle anderen Triple auch – in der Mitte gemessen 3,1 Zentimeter lang und 0,9 Zentimeter breit. 0,9? Ich weiß, ich weiß, im Fernsehen sagen sie immer 0,8 Millimeter, stimmt aber seit der Verwendung von Bandstahl nicht mehr. Früher, also als wir noch tolle Figuren und Haare hatten, da bestand der Spider – die Drahtspinne – aus normalem, fast »daumendickem« Draht und lag auf der Scheibe auf. Heute ist es, wie bereits erwähnt, Bandstahl, welcher ins Board eingelassen ist. Der Bandstahl bewirkt, dass das die Triple- und Double-Felder um circa einen Millimeter größer wurden – ohne Ausnahme bei allen Herstellern.

Ein Triple-Feld ist also ungefähr genauso groß wie die kleine, schmale Seite einer Streichholzschachtel. Genau das einem Fußballer zu erklären, der auf dem Weg zum Elfmeterpunkt einen Haufen in der Hose hat, ist extrem schwierig. Eine 180, also drei Darts in dieses Feld zu platzieren, ist für jeden Darter das höchste der Gefühle. Eine 180 kann – je nach Partner – besser sein als Sex! Wie gesagt, KANN! Sollte man mit einer Person sprechen, die niemals mit drei Darts vor einem Board stand, hört man meist immer das Gleiche … »Na ja, so schwer kann das doch nicht sein!« Oder wie Stefan Raab sagte: »Bisschen Pfeilchen werfen!« All diesen Spezialisten wird schlagartig bewusst, wie schwer es ist, drei Darts auf eine Stelle der Scheibe zu werfen. Wenn der erste nicht ansatzweise dort steckt, wo man ihn hinhaben wollte, schwindet bei vielen die Lust ganz schnell. Oder es macht Lust auf mehr, vorausgesetzt, es packt einen der Ehrgeiz.

Sofern man vor Spielbeginn die Variante »Double Out« wählt, endet jedes Darts-Match mit dem Wurf aufs Doppel-Feld. Den größten Spaß macht das Spiel allerdings erst, wenn man derjenige ist, der zuerst darauf werfen darf. Möglichst sollte man dann aber auch treffen. Ansonsten macht es dem Gegner ein klein wenig mehr Freude. Sobald es jedoch beim Darts um eine Siegprämie geht – und sei es nur ein Bier, welches man im Fall einer Niederlage seinem Kontrahenten bezahlen muss –, wird man merken, wie Stress und psychischer Druck einer ruhigen Wurfhand übel mitspielen können. Das Herz schlägt einem bis zum Hals, die Hand fängt an zu zittern und das verflixte Doppel-Feld wird immer kleiner.

Aus einer Entfernung von 2,37 Metern versucht man also nun, den Dart in diesem kleinen Feld unterzubringen. Voraussetzung beim Dartsport ist eine sehr gute Hand-Auge-Koordination. Im Gegensatz zu einem Sportschützen, der über Kimme und Korn zielt, zielt der Spieler in der Regel nicht mit der Spitze seines Darts. Ein Dartspieler kneift beim Zielen auch nicht ein Auge zu (das passiert meistens nur, wenn er zwei bis drei Dartboards sieht, obwohl nur eines an der Wand hängt). Die meisten Darter haben beim Abwurf den Dart nicht vor Augen, sondern seitlich neben dem Kopf, oder unter dem Kinn. Die Augen und die Hand des Darters sind quasi unmittelbar miteinander verbunden. Der Spieler sieht quasi zusätzlich auch mit seiner Hand … Man stelle sich mal vor, der Tennisspieler würde nicht die kleine gelbe Filzkugel mit seinen Augen fixieren, sondern sich einfach auf seinen Arm verlassen. Was dabei herauskommt, wenn man den Ball vorm Elfmeter nicht mit den Augen anvisiert, kann man sich regelmäßig bei der englischen Fußball-Nationalmannschaft ansehen …

Nun heißt es also, den Blutdruck möglichst unter Kontrolle zu halten und das Zittern einzustellen. Wenn das so einfach wäre!

»Ein Dartmatch wird im Kopf entschieden!« Das hat man auch schon 1000 Mal gehört, diesmal stimmt es aber. Darts wäre so einfach, wäre es kein mentales Spiel. Ein Spiel, welches oft durch negative Gedanken verloren oder durch positive gewonnen wird. Immer in den Momenten, in denen man sie am wenigsten braucht, kommt die Stimme oder der Gedanke aus dem Nichts. Das ist fast so wie die Immodium-Akut-Reklame. »Für die Situationen, in denen man Durchfall am wenigsten braucht!« Ich habe noch keinen kennengelernt, der sagte: »Och, jetzt hätte ich richtig Bock auf Durchfall!« – egal …

Da waren sie nun, die drei Probleme. Drei Darts in der Hand und ein kleines Doppel vor Augen. Und immer der fiese Gedanke, der wie ein Spruchband hinter der Stirn abläuft … »Du darfst nicht verkacken!« Zu scoren, also möglichst viele Punkte zu werfen, um so schnell wie möglich von 501 auf null zu kommen, ist irgendwann Routine, aber das Finish, also der entscheidende Moment, das Spiel zu den eigenen Gunsten beenden zu können, ist immer wieder eine neue nervenaufreibende Herausforderung. Vor allen Dingen, wenn der Gegner ebenfalls danach die Chance hat, das Spiel für sich zu entscheiden. Mein lieber Schwan, da kann einem schon hübsch der Stift gehen, ganz besonders sogar, wenn man für sein Team auf Punktejagd geht.

Ein viel größeres Problem als das Treffen des passenden Doppelfeldes ist in besonderen Situationen des psychischen Drucks das Treffen eines Singlefeldes, das heißt, das Treffen eines »großen« Segmentes (da ist es wieder), um sich ein Doppel übrig zu lassen. Man hat zum Beispiel eine Restpunktzahl in Höhe von 57 und versucht, durch den Wurf in die »einfache 17« sich 40, also die Doppel 20, zu stellen. Der Darter sagt »stellen«, ist so. Auch bei den alten Hasen und Profis kann man es immer und immer wieder erleben, dass in Ausnahmesituationen auch ein großes Feld zum Hindernis werden kann. Da wird der Arm schwer oder die Hand zittert und, peng, fliegt das Pfeilchen ins Nachbarfeld. Ätsch!

Darts kann das tollste Spiel überhaupt sein, aber gepaart mit großer Nervosität kann es die reinste Hölle sein. Training, Training und nochmals Training ist hier der beste Ratgeber. Und ich meine nicht nur alleine, sondern gerade im Wettkampf lernt man am meisten. Derjenige, der Turniere gewinnen will, sollte sich über eines im Klaren sein – man lernt aus der Niederlage! Je mehr Turniererfahrung man hat, umso mehr hat man seine Nerven unter Kontrolle.

Wer mal ein Finish mit dem Bulls-Eye beendet hat, während der Gegner bereits auf dem Doppel wartete, der weiß aber auch – Darts ist geil und jedes Training lohnt sich. Ab ans Board!

GRUND NR. 4

WEIL ES SPORT IST, ALSO VIELLEICHT!

Ist Darts wirklich ein Sport? Um diese Frage beantworten zu können, müsste man sich mit der Definition des Begriffes »Sport« beschäftigen und auseinandersetzen. Aber hat da überhaupt jemand Lust zu? Ich eher weniger, aber was soll ich machen, schließlich schreibe ich das Buch … Also dann, ich geh mal nachschauen …

Während ich suche, muss ich aber noch loswerden, dass mich solche Diskussionen fürchterlich nerven, weil sie so fürchterlich deutsch sind. Ist es das oder das? Der typisch Deutsche versucht, für alles Schubladen zu finden. Das wurde uns mit der Muttermilch oder durch Claus Hipp so eingetrichtert! Ist Darts Sport, oder nicht? Eigentlich scheißegal, Hauptsache es macht Spaß. »Falls Darts ein Sport wäre und die Aufnahme in den DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) gelingen sollte, dann könnte man mit Unsummen an Fördergeldern rechnen!«, so die Stimmen einiger Dartsfunktionäre vor einigen Jahren. Blablablabla … Darts wurde als Sport vom DOSB anerkannt und seitdem ist absolut nichts passiert. Darts muss weder Mitglied des »Deutschen Olympischen Sportbundes« sein, noch brauche ich das »Silberne Lorbeerblatt« oder überhaupt eine Anerkennung dieser rüstigen Rentnertruppe. Ich muss diese ganzen deutschen Bürokraten enttäuschen, es gibt einfach keine Schublade für Darts, denn Darts ist eine Einstellung, schlichtweg eine Religion!

So, da bin ich wieder! Laut Wikipedia werden unter dem Begriff Sport verschiedene Bewegungs-, Spiel- und Wettkampfformen zusammengefasst, die meist im Zusammenhang mit körperlichen Aktivitäten des Menschen stehen. Und jetzt? Darts ist definitiv ein Spiel, bei dem man sich bewegt. Beim Werfen der Arm und beim Pfeilchenholen die Beine! Ist das eine körperliche Aktivität? Also ich für meinen Teil verbrenne schon beim Aufheben eines herausgefallenen Darts mehr Kalorien als ein Schachspieler, dessen Hobby ebenfalls als Sport gilt. Skat ist, wie normalerweise immer blöd dahergelabert, kein Sport. Da beim Skat die Karten gemischt werden, haben nicht alle Spieler die gleichen Voraussetzungen, diesbezüglich kann Skat – rein rechtlich gesehen – kein Sport sein. Pokern ist auch kein Sport. Aber Angeln.

Ich möchte euch jetzt hier überhaupt nicht mit langweiliger Rechnerei und trockenen Zahlen nerven, aber pro drei Darts läuft der Spieler mindestens 4,74 Meter. Ich sage »mindestens«, da man ja noch an seinem Gegner vorbeiläuft und sich hinter ihm anstellt. Ich würde sagen, dass man meist circa 5,50 Meter läuft. Jeder von euch kann sich jetzt gerne ausrechnen, welche Strecken man beim Training, im Ligaspiel oder auf einem Turnier zurücklegt. Wer ein Leg mit 18 Darts beendet, ist circa 33 Meter weit gelaufen! Bei drei Legs wäre es auf jeden Fall eine größere Wegstrecke, als Mario Gomez gegen Portugal gelaufen ist. Egal, ein Darter läuft mehr als zum Beispiel ein Springreiter während eines kompletten Turniers oder ein Schwimmer wie zum Beispiel Michael Phelps!

Spaß beiseite, den meisten Dartspielern ist es sowieso völlig egal, ob man sie als Sportler bezeichnet oder nicht. Darts ist ein Konzentrations(sport)spiel, bei dem man mit seinem Sportgerät möglichst sicher umgehen können sollte.

Was ist eigentlich mit »Sport«-Schützen, also Schießen? Ist das Sport? Ach ja, wirklich? Arm hoch, zielen und peng. Was macht der Darter denn großartig anders? Arm hoch, zielen und nicht ganz so laut peng … Im Gegensatz zum Schützen muss der Darter aber seinem Sportgerät hinterherlaufen. Der Darter bewegt sich also wesentlich mehr als ein Schütze.

Voraussetzungen, um ein guter Dartspieler zu werden, sind:

•gute Hand-Auge-Koordination

•Nervenstärke

•die Fähigkeit, sich auch über einen langen Zeitraum konzentrieren zu können

•einen verständnisvollen Partner bzw. einen guten Fachanwalt für Scheidungsrecht

Ich persönlich vergleiche Darts meist mit Wrestling, nur dass beim Darts der Gewinner nicht schon vorher feststeht. Darts bedeutet großartige Leistung, gepaart mit Show und Party. Wer sich heute ein Ticket für ein Darts-Event kauft, der weiß, was ihn erwartet. Der Großteil des Publikums verkleidet sich, es wird getrunken, getanzt und gefeiert. Man muss nicht nach England reisen, um das Flair einer solchen Veranstaltung erleben zu können. Seit einigen Jahren kehren die besten Dartspieler der Welt regelmäßig nach Deutschland zurück, schließlich gibt es mittlerweile fünf bis sechs große Turniere hierzulande.

Lasst euch bitte nicht von den Anti-Dartern euer Hobby und den Spaß am Dartspielen vermiesen. Diese ewig Negativen mit ihren blöden Sprüchen wie »Alle Darter sind fett, tätowiert und saufen wie die Kühe« haben wir alle mehr als einmal gehört. Klischee … (Übrigens ist der Autor des Buches tätowiert, hat 15 Kilo Übergewicht und trinkt gerne mal ein Bier.)

Darts hat Atmosphäre, lebt von Spannung und Stimmung. Darts ist wie ein guter Thriller, nie langweilig, ganz im Gegenteil, es fördert die Durchblutung der Herzkranzgefäße!

Darts ist die am schnellsten boomende Indoor-Sportart der Welt! Das sollte jetzt aber als Argument wirklich genügen, oder? Am wichtigsten ist es jedoch, dass man ganz für sich alleine entscheidet, ob man Sport treibt, wenn man Darts wirft. Auf jeden Fall ist Darts im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als Sportart aufgenommen und gelistet. FAKT!

GRUND NR. 5

WEIL ES DEFINITIV KEIN GLÜCKSSPIEL IST!

Wäre ja auch noch schöner! Gar nicht auszudenken, wenn beim Darts auf Dauer auch die Unfähigen gewinnen könnten. Darts ist vieles, aber definitiv kein Glücksspiel. Es kommt einem sicherlich hin und wieder so vor, als ob Glück im Spiel ist, wenn man zum Beispiel auf einem Turnier oder während eines Ligaspiel wieder gegen so eine Blindschleiche spielen muss, die dann urplötzlich einen lichten Moment hat. Am besten sind die, die sich dann auch noch mit Sätzen wie »Oh, das habe ich ja noch nie getroffen!« fürchterlich beliebt machen. Auch immer wieder gerne genommen sind Äußerungen wie »Das geht?!«.

Zum Glück setzt sich aber beim Darts am Ende doch meist der Bessere durch. Darts ist hin und wieder komisch. Da hat man einen Mördertag und spielt wie ein junger Gott und am Ende trifft man das entscheidende Doppel nicht. Jedem von uns ist das schon passiert, leider meist nicht nur einmal. 140, 100, 135, 85, der Gegner steht bei 300irgendwas. Man selbst hat 32 Rest und der Spaß beginnt … »Vorbei, vorbei, vorbei …« Der Gegner wirft 45, oder ’ne geschmeidige 26 … Man selbst wieder »vorbei, vorbei, einfache 16«. Der Blutdruck steigt, nicht nur weil man nervös wird, nein, eher weil man sich am liebsten diesen beschissenen Pfeil gerne selbst ins Hirn rammen würde. Im Training 60 Millionen Mal getroffen und jetzt ist man einfach zu doof! Aaaaaaarrrrrrrrrrggggggghhhhhhhhh!!!

Egal, der Kontrahent ist ja noch bei über 170 Punkten. Und wieder halbiert man seine Restpunktzahl und langsam wird es ungemütlich. Nicht dass man mich hier falsch versteht, aber es gibt Niederlagen und Niederlagen. Ein tolles Match gegen den Besseren zu verlieren ist okay, aber saudumm zu verlieren und jeder hatte 25 Darts auf Doppel ist grausam. Ich hasse Niederlagen so oder so, aber die doofen tun besonders weh. Tage. Wochen. Manche für immer …

Glücksspiel ist Darts aber nicht. Ganz früher war Darts aber mal verboten. Das kann man in jedem Buch über den Pfeilwurfsport nachlesen. In jedem, kein Spaß! Früher dachte man wirklich, dass man einfach wirft und wo der Pfeil landet, einfach auf Glück und Zufall basiert. Wenn ich so manche Spieler in meiner Liga sehe, dann denke ich immer, die hatten damals recht. Ihr könnt ja mal abends in eurer Kneipe den Besten rausdeuten und ihm anbieten, dass man ihm ein Bier bezahlt, wenn er fünf Runden lang jeden Pfeil in die »große 20« wirft. Also das Feld, welches zwischen Triple und Double liegt. Das wird ein Spaß, sage ich euch. Aber nicht für ihn! 15 Darts hintereinander in die 20 zu werfen hat nichts mit Glück zu tun, sondern nur mit reinem Können. Sollte euer Kollege es wirklich schaffen, zwölf Darts in die 20 zu werfen, dann startet spätestens jetzt der »Dicke Haufen«-Modus. Den hat er nämlich in der Hose, wenn er zum letzten Mal an der Abwurflinie steht. Sollte er es wirklich schaffen, dann hat er sich das Getränk redlich verdient.

In England widerlegte damals ein Gastwirt, dass Darts nichts mit Glück und Zufall zu tun hatte. Er nahm kurzerhand ein Dartboard mit in den Gerichtssaal und ließ den besten Spieler seines Pubs dreimal in die 20 werfen. Der Gerichtsdiener konnte das natürlich nicht und nach weiteren Demonstrationen fällte der vorsitzende Richter sein Urteil, dass Darts ab sofort ein legales Spiel sei. Dieses Urteil verhalf nun dem Spiel zum Siegeszug durch die englischen Kneipen.

Es gibt viele Möglichkeiten zu demonstrieren, dass Darts definitiv nichts mit Glück oder Dusel zu tun hat. Wenn man einem erfahrenen und guten Dartspieler – ich rede jetzt nicht von einem Profi oder gar Weltmeister – die Dartscheibe mit einem Stück Papier verdeckt, dann sollte er immer noch in der Lage sein, ein bis zwei Darts in den Bull, also in die Mitte der Scheibe, werfen zu können. Kann er es nicht, dann ist er eine Pfeife – ha ha ha … Genau das Gleiche gilt für die Triple- und Double-Felder. Mit geschlossenen oder verbundenen Augen geht es nicht! Wir erinnern uns, wir sprechen von Hand-Auge-Koordination. Wenn man die Augen vor einem Match schließt, wird man hinterher feststellen, dass sich der Schreiber leise aus dem Staub gemacht hat, zumindest beim Steel Dart würde keiner freiwillig neben dem Board stehenbleiben. Mit geschlossenen Augen fehlt jede Koordination, jedes Gefühl für Höhe und Weite.

GRUND NR. 6

WEIL MAN NEULINGE SO SCHÖN VERARSCHEN KANN!

Und das macht sogar richtig Spaß! Aber mal Ernst beiseite, da mussten wir doch alle irgendwann im Leben ein- oder mehrmals durch, oder? Egal ob in der Lehre, im neuen Job, oder wenn man einfach nur der »Neue« war. Irgendeiner hat einen verarscht und am Ende war es gar nicht so schlimm. Das geht natürlich auch beim Darts …

In Zeiten, als es noch die D-Mark gab, war es besonders einfach. Eine 180, also den höchstmöglichen Wurf beim Darts, nennt man bekanntlich auch »Mark 80«, eine 100 nennt man »Mark«. Wie man eine 140 nennt, könnt ihr euch jetzt denken. Nee, egal … Wenn mir morgens auf Turnieren besonders langweilig wurde, dann habe ich mir einen dieser »Ich habe gerade vor fünf Wochen angefangen, bin aber hier in dieser Halle der Allerschlauste«-Typen rausgesucht und habe mich neben ihn gestellt und gesagt:

»Ich wette mit dir um ein großes Bier, dass ich mich jetzt hier hinstelle und eine ›Mark 80‹ werfe!« – »Nie im Leben!«, war meistens die Antwort. Dann gab man sich die Hand und die Wette war besiegelt. Dann habe ich in meine Hosentasche gegriffen und abgezählt eine Mark und 80 Pfennig aus der Tasche geholt und diese auf den Fußboden geworfen. »Und jetzt geh Bier holen!« Das dämliche Gesicht war wesentlich mehr wert als seine Wettschulden. Eine Kultnummer bei vorlauten Newbies ist diese verdammt lustige Verarsche, dass man dem Gegner anbietet, dass die Punkte seines Wurfes verdoppelt werden. Natürlich spielt man die Variante »501 Double Out«. Leider kommt man bei dieser Variante aber nie in den Genuss, aufs Doppel werfen zu dürfen, da man am Ende nie auf eine gerade Zahl kommt. So’n Pech und doch so schön – für die anderen! Prominentestes Opfer dieser Nummer wurde Elmar Paulke, Darts-Kommentator bei Sport1 im Practice-Bereich des Thistle Hotels, dem Spielerhotel bei der PDC-Weltmeisterschaft im Jahr 2008.

Ich schlage Elmar vor, dass er ein Leg »501 Double Out« gegen Roland Scholten spielen soll, wobei seine Punktzahl doppelt gewertet wird. Er ist Feuer und Flamme und geht die Wette ein. Der Unwissende … Der Verlierer bezahlt eine Runde. Na dann … Elmar startet mit T20, S20, D20, also mit einem von ihm immer wieder gern zitierten Shanghai! 120 bedeutet in seinem Fall 240 Punkte! Was nun folgt, muss als legendär bezeichnet werden. Elmar zelebriert das Ergebnis seines Wurfs ganz im Stil der großen Sportstars dieser Welt. Mit der typischen Becker-Faust rennt er durch die Bar und schreit: »Da isser wieder! Immer da, wenn man ihn braucht!« Wir biegen uns vor Lachen und Elmar lässt seiner Freude freien Lauf. »Den mach ich weg, da lach ich doch!« Seine Freude kennt keine Grenzen, weicht aber neun Darts später der Erkenntnis, dass er das Spiel niemals auf einem Doppel beenden kann. Da steht er nun, der Herr D:SF-Dart-Kommentator (damals war es noch das D:SF), und ruft: »Ihr Schweine habt mich verarscht!« Roland Scholten krümmt sich vor Lachen und wir liegen auf den Tischen und haben Bauchschmerzen und bekommen keine Luft. Elmar bezahlt. Später sagt er: »Wenn das einer erfährt, dass der Dart-Kommentator, der sogenannte Fachmann, auf so einen Scheiß reinfällt, dann lachen die sich doch alle tot!«

Natürlich haben es damals alle erfahren und in der Zwischenzeit hat er ja die Geschichte in seinem Buch selbst erzählt.

KAPITEL 2

OH GOTT, ES IST JA NUR EIN KNEIPENSPIEL!

GRUND NR. 7

WEIL KEINER WEISS, WER DARTS WIRKLICH ERFUNDEN HAT!

Wer hat’s erfunden? Auf jeden Fall nicht die Schweizer, obwohl sie mit Wilhelm Tell auch einen hatten, der anscheinend über eine gute Hand-Auge-Koordination verfügte. Wer Darts nun wirklich erfunden hat, weiß eigentlich keiner zu 100 Prozent. Einige sagen die Franzosen, andere wiederum behaupten die Engländer. Angeblich sollen die Franzosen kleine speerähnliche Pfeile als Waffen in Schlachten benutzt haben. Auch den Engländern sollen diese Waffen nicht unbekannt gewesen sein. In Frankreich nennt man Darts jedoch »Fléchettes« (steht für »kleine Pfeile«). Ich muss gestehen, dass ich an diesen ganzen Geschichtchen zwei Dinge nicht verstehe:

1. Die Darts wurden in Schlachten als Waffe verwendet? Wie soll man sich das vorstellen? Da saßen und lagen irgendwelche Franzosen in der Gegend rum oder hockten auf Bäumen und warteten, bis der böse Feind kam. Und frei nach dem Motto »Da, du pöser Pursche!« warf man ein kleines Pfeilchen nach ihm. Sicherlich tut es höllisch weh, wenn man einen Dart ins Bein, den Arm oder den Bauch bekommen würde, aber um daran zu sterben, oder jemanden wirklich kampfunfähig zu machen, bedarf es meiner Meinung nach anderer Dinge, oder? Die Franzosen sind schon ein lustiges Völkchen …

2. Wenn die Franzosen tatsächlich die Erfinder der Darts waren, warum gibt es dann nicht einen, der mal irgendwo etwas gerissen hat? Komisch, oder? Ich müsste jetzt schon Weltranglisten der WDF nach einem Franzosen durchforsten, denn nicht ein einziger französischer Dartspieler fällt mir persönlich jetzt ein.

Heinrich VIII. von England bekam (angeblich) von der zweiten seiner sechs Ehefrauen (der Typ ist mir sympathisch) namens Anne Boleyn ein Set dieser kleinen Pfeile geschenkt. Das brachte ihr aber wenig Glück, denn 1536 ließ er der Guten – aufgrund von irgendwelchen außerehelichen Liebeleien – die Rübe abhauen (auch sympathisch). Da waren’s nur noch fünf! »Unlucky«, wie der Darter zu sagen pflegt.

Jetzt aber mal im Ernst: Was man definitiv sagen kann, ist, dass Darts eines der ältesten etablierten Kneipenspiele Englands ist und in den späten 70er-Jahren zu einer der populärsten Indoor-Sportarten geworden ist. Wenn man eine billige Dartscheibe aus gerolltem Papier kauft, dann findet man auf der Rückseite der Scheibe noch ein anderes Bild, welches der Zielscheibe der Bogenschützen sehr ähnelt. Diesbezüglich kann man schon annehmen, dass Darts seinen Ursprung im Bogenschießen hat. Man sollte wissen, dass Darts in England eher als »Arrows« bezeichnet wird.

Das Dartspiel, wie wir es heute kennen und betreiben, ist noch nicht so alt, wie wir vielleicht denken. Im 16. Jahrhundert wurden kleine Pfeile mittels eines Blasrohrs gepustet. Auf der Suche nach etwas Neuem importierte man Mitte des 19. Jahrhunderts kleine Holzpfeile aus Frankreich, die man nicht pustete, sondern versuchte zu werfen. Wie oben bereits erwähnt, wurden diese »Fléchettes« später »French Darts« genannt.

Egal welche Geschichten ich jetzt noch aus dem Hut ziehe, es sieht so aus, als stamme Darts zur Hälfte aus Frankreich (die Pfeile) und zur anderen Hälfte aus England (die Scheibe). Die Wahrheit liegt also irgendwo in der Mitte und dabei wollen wir es belassen. Auf jeden Fall haben wir Deutschen nichts damit zu tun … Moment, vielleicht waren wir Deutsche ja doch zu einem kleinen, aber entscheidenden Punkt an der erfolgreichen Geschichte des Dartsports beteiligt! Ich zumindest kenne fast keinen, der beim Darts einen französischen Rotwein trinkt. Was trinken nämlich alle beim Darts? Richtig! Bier und am liebsten deutsches Bier. Der Vorteil liegt hier eindeutig auf unserer Seite, schließlich vertragen wir mehr. Deshalb ist der Engländer, wenn er in Deutschland zu Gast ist, meist hackenbreit.

GRUND NR. 8

WEIL ES GÜNSTIG IST!

Während es Tennis- oder Golfspieler in puncto Kosten bei ihrem Hobby nicht gerade glücklich getroffen haben, kann der Dartspieler eigentlich beruhigt aufatmen. Für den Darter beginnen die Kosten eigentlich erst dann, wenn er sich dafür entscheidet, an weiter entfernten Turnieren teilnehmen zu wollen. Dafür hat der Anfänger aber noch ein wenig Zeit. Wem der Dartsport zu teuer ist, dem kann ich nicht mehr helfen. Außer Bierdeckel-, Kronkorken- oder Unterhosensammeln gibt es eigentlich kein Hobby, das noch preiswerter ist. Eine Komplettausstattung gibt es sicherlich für circa 50 Euro. Dazu zähle ich ein paar Darts, ein Dartboard, Shafts und Flights. Mehr braucht es nicht, um monatelang trainieren zu können.

Darts ist ein Hobby, das den Spieler finanziell definitiv nicht ruiniert. Sicherlich hat man bei der elektronischen Variante des Spiels noch den Einwurf, also das Spielgeld, zu berücksichtigen, aber dies entfällt beim Steeldart gänzlich. Wer Darts spielen möchte, der kann es erlernen, kein Problem! Ein gebrauchtes Dartset kann man für zehn bis 15 Euro bekommen, bei Shafts und Flights reden wir über einen oder zwei Euro pro Set. Man muss zu Beginn nicht Titanium-Shafts auf seine Darts schrauben, die knapp 20 Euro kosten. Handelsübliche Shafts aus Nylon sollten es tun. Eine gebrauchte Dartscheibe kann man in Dartkneipen und/oder Vereinsheimen für ebenfalls 5-15 Euro erstehen. Vielleicht hat das Board ein paar Beulen und hier und da schauen ein paar Sisalfasern heraus, alles kein Problem, für den Anfang reicht es völlig aus. Ein Dartshirt muss eigentlich auch noch nicht sein, vorausgesetzt, man spielt nicht für ein Team. Wenn man für eine Mannschaft spielt, sollte ein einheitliches Shirt auf jeden Fall Pflicht sein. Ansonsten könnt ihr ganz hervorragend in einem kurzärmligen Hemd, einem Polo- oder T-Shirt spielen. Ihr müsst euch dafür nicht extra neue Klamotten anschaffen. Trainieren kann man wunderbar in einer Jeans, sobald das Spiel aber einen offiziellen Charakter hat, sind eine schwarze Stoffhose und schwarze Straßenschuhe ebenfalls Pflicht. Ordentliche Kleidung sollte beim Dartsport eine Selbstverständlichkeit werden. Dies ist leider bisher noch nicht der Fall, sollte aber einem Anfänger so beigebracht werden.

Kommen wir zum wichtigsten Kleidungsstück eines Dartspielers. Die Schuhe! Die Schuhe eines Dartspielers dürfen ruhig mehr kosten als die Darts, mit denen er spielt. Gerne auch das Doppelte. Sehr gute, bequeme Schuhe gibt es nicht für ganz wenig Geld. Viele ältere Menschen sagen gerne »Billig kauft zweimal!« und das stimmt. Denkt daran, ihr benötigt einen Schuh, der nach eventuell zehn Stunden immer noch bequem sein soll. Beim Dartspielen darf euch gerne alles wehtun, aber nicht die Füße. Diesen Schuh solltet ihr sowohl beim Training als auch während eines Turniers oder Ligaspiels tragen. Tragt im Training nie Schuhe, die wesentlich flacher oder höher sind als die Schuhe, die ihr während eines Matches tragt. Wenn ein Schuh etwas teurer ist, dann verträgt er es auch, wenn man ihn sehr oft anzieht.

Ich habe zum Beispiel zweimal das gleiche Paar Schuhe zum Dartspielen. Das eine Paar ziehe ich im Training an, dass andere für Ligaspiele oder Turniere. Denkt daran, das Hobby Darts kostet ansonsten fast nichts, also müsst (sollt) ihr beim Schuh nicht sparen. Aldi-, Lidl- und Penny-Schlappen bringen euch beim Darts nicht weiter. Die Sohle ist meist geklebt und die Füße fangen aufgrund der ganzen hübschen Chemie nach kurzer Zeit an zu brennen. Ein Fußbett ist in diesen Latschen sowieso nicht vorhanden, also schmerzen die Haxen nach spätestens vier Stunden wie Hölle. Dies hat zur Folge, dass ihr euch nicht mehr wie gewohnt an die Oche stellen könnt. Eine schwarze Stoffhose kann man im Werksverkauf für 40 Euro bekommen, ein paar sehr gute Schuhe aber nicht. Bei der Geburt habt ihr ein paar (hoffentlich) gesunde Füße mitbekommen, deshalb kann ich es nicht verstehen, warum die meisten Männer beim Thema Schuhe sparen wollen. Man hat nur dieses eine Paar Füße und wenn sie kaputt sind, dann nützen gute Schuhe auch nichts mehr. Fragt Spieler wie Taylor oder van Barneveld! Sie werden euch das Gleiche erzählen. Und wenn ihr die ersten Turniere gewinnt, haben sich die Schuhe schon ausgezahlt. Denkt daran, wenn ihr euch das nächste Mal ein Paar Schuhe zum Dartspielen kauft: Sie müssen schwarz sein und dürfen ruhig ein wenig mehr kosten! Ich werde immer blöde angeschaut, wenn ich mich im Schuhgeschäft hinstelle, als würde ich einen Dart werfen wollen. Wenn du dann auch noch sagst, dass eigentlich nur der rechte Schuh bequem sein muss, dann denken sie sowieso, dass du sie nicht mehr alle hast. Natürlich muss der linke Schuh auch bequem sein, schließlich wollt ihr ja nicht schief vorm Tresen stehen, oder?

GRUND NR. 9

WEIL ES EGAL IST, WOHER DU KOMMST!

Jeder von uns kennt diese spontanen Abende, an denen man keine Lust verspürt, nach Hause zu gehen. Durch Zufall hat man sich getroffen und bleibt einfach sitzen, unabhängig von der Uhrzeit oder vermeintlichen Terminen am nächsten Morgen. Es kann auch schon mal vorkommen, dass die Sonne aufgeht, bevor man den Weg nach Hause antritt. Auch der direkte Weg von der Kneipe zur Arbeit ist kein seltenes Unterfangen. Sicherlich werden solche Nächte seltener, wenn man ein wenig älter wird. Persönlich bin ich aber in der glücklichen Lage, sagen zu können, dass ich Leute in meinem Leben habe, mit denen ich hin und wieder solche Momente erlebe. In diesen Situationen genießt man einfach den Moment, ohne dabei Rücksicht auf die Striche und Kreuze auf dem eigenen Deckel zu nehmen. Man quatscht, klönt, tratscht und hin und wieder lästert man sich auch das Ohr blutig. Ein Fremder in einer Dartkneipe ist kein Fremder! Du wirst immer freundlich und herzlich empfangen werden. Es ist mir nicht bekannt, dass jemals ein Dartspieler nicht hätte mitspielen dürfen, wenn er freundlich fragte. Ich bin fest der Überzeugung, dass solche Abende nur unter Männern möglich sind. Nichts gegen die Mädels oder Frauen, aber Männer können zusammensitzen, trinken und lachen, ohne dabei beste Freunde sein zu müssen. Bei Frauen ist das völlig ausgeschlossen. Hier beginnt nach kürzester Zeit die typische Grüppchenbildung und diejenige mit drei Speckringen lästert über die, die vier davon hat. Männern sind solche Fragen völlig Latte, schließlich redet man über weltbewegende Dinge wie Darts, Averages, das vergangene und das kommende Ligaspiel, Turniere, 180er, High-Finishes und natürlich diskutiert man die Frage aller Fragen: Wer zur Hölle gibt als Nächstes einen aus?