111 Rezepte - Gesunde Schilddrüse - Irene Rosinski - E-Book

111 Rezepte - Gesunde Schilddrüse E-Book

Irene Rosinski

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Beschreibung

 

· 111 hormonfreundliche Rezepte für eine entzündungshemmende Ernährung, die die Schilddrüse gezielt unterstützt

· Fundiertes Wissen zu Hashimoto, Unter- und Überfunktion – verständlich erklärt und alltagstauglich umgesetzt

· Klar strukturierter Ernährungsansatz mit 2-Wochen-Plan, Praxistipps und leicht umsetzbaren Rezepten

Mit der richtigen Ernährung raus aus der Erschöpfung – und zurück in deine Energie und Balance

Wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät, können vielfältige Symptome deinen Alltag bestimmen: Müdigkeit, Gewichtszunahme, emotionale Schwankungen oder Schlafstörungen gehören zu den typischen Begleiterscheinungen. In „111 Rezepte – Gesunde Schilddrüse“ verbindet die Ernährungsexpertin Irene Rosinski medizinisches Hintergrundwissen mit einer konsequent entzündungshemmenden Ernährung, die gezielt auf die Bedürfnisse der Schilddrüse abgestimmt ist.

Der Ratgeber erklärt verständlich, wie Schilddrüsenhormone wirken, welche Rolle Nährstoffe wie Jod, Selen, Eisen oder Zink spielen und warum stille Entzündungen den Krankheitsverlauf bei Hashimoto und anderen Schilddrüsenerkrankungen beeinflussen können. Du erfährst, welche Lebensmittel unterstützen und welche eher belasten.

Herzstück des Buches sind 111 alltagstaugliche Rezepte, die bewusst zuckerarm, entzündungshemmend und mit frischen, unverarbeiteten Zutaten entwickelt wurden. Ob Frühstücke, Salate, Hauptgerichte, Snacks oder Desserts: Die Rezepte sind klar strukturiert, leicht nachzukochen und so konzipiert, dass sie sich gut in deinen Alltag integrieren lassen. Ergänzt wird das Buch durch konkrete Ernährungstipps, einen zweiwöchigen Ernährungsplan sowie Hinweise für unterschiedliche Schilddrüsensituationen – von Unter- bis Überfunktion.

Dieses Buch eignet sich besonders für Menschen mit Hashimoto, Schilddrüsenunter- oder -überfunktion sowie für alle, die ihre Schilddrüsenwerte über Ernährung positiv beeinflussen möchten.

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Seitenzahl: 157

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Mit Ernährung zurück in deine Energie

Eine entzündungshemmende, zuckerfreie Ernährung hilft, stille Entzündungen zu beruhigen, den Blutzucker zu stabilisieren und die Schilddrüse optimal mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Sie bringt dein Hormonsystem ins Gleichgewicht – ohne Verzicht, aber mit Achtsamkeit und Genuss.

Wenn Entzündungen im Körper abklingen, kann die Schilddrüse wieder gut arbeiten: Die Hormonproduktion läuft gleichmäßiger, der Stoffwechsel wird stabiler, und auch Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen können sich spürbar bessern.

Entscheidend ist, den Körper regelmäßig mit dem zu versorgen, was er braucht. Dazu gehören vor allem:

•eine stabile Blutzuckerregulation durch vollwertige, ballaststoffreiche Mahlzeiten,

•gesunde Fette aus Fisch, Nüssen, Samen und hochwertigen Ölen,

•pflanzenbetonte, frische Kost, die reich an sekundären Pflanzenstoffen ist,

• sowie ausreichend Eiweiß, um die Bildung von Schilddrüsenhormonen zu unterstützen.

Ebenso wichtig ist, entzündungsfördernde Faktoren zu reduzieren – etwa stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker, Transfette oder übermäßigen Alkoholkonsum. Auch chronischer Stress kann das Hormonsystem aus dem Gleichgewicht bringen: Das Stresshormon Cortisol hemmt die Hormonproduktion, schwächt den Darm und beeinflusst das Zusammenspiel zwischen Schilddrüse, Nebennieren und Geschlechtshormonen.

Dieses Buch begleitet dich dabei, deine Ernährung bewusst zu gestalten und Schritt für Schritt zu deiner natürlichen Energie zurückzufinden.

INHALT

Herzlich willkommen!

GESUNDE SCHILDDRÜSE: DAS SOLLTEST DU WISSEN

Die Aufgaben der Schilddrüse

Zusammenspiel im Hormonsystem

Die Wirkweise der Schilddrüsenhormone

Wenn die Schilddrüse krank wird

Schilddrüsenunterfunktion

Hashimoto-Thyreoiditis

Schilddrüsenüberfunktion

Morbus Basedow

Struma

Nährstoffe in Balance

Die entzündungshemmende Ernährung

Wenn du eine Schilddrüsenunterfunktion hast

Wenn du eine Schilddrüsenüberfunktion hast

Was deiner Schilddrüse schadet

10 Tipps für eine schilddrüsengesunde Ernährung

Dein Zwei-Wochen-Ernährungsplan

111 REZEPTE FÜR DEINE SCHILDDRÜSENGESUNDE ERNÄHRUNG

Frühstücke

Salate und Suppen

Hauptgerichte

Meal Prep und Snacks

Dressings und Dips

Desserts und süße Snacks

Quellen

Rezeptregister

HERZLICH WILLKOMMEN!

Liebe Leserin, lieber Leser,

Gesundheit ist unser wertvollstes Gut. Das wurde mir erst bewusst, als ich meine eigene verlor. Lange Zeit hatte ich mich als berufstätige Mutter zwischen Job und Familie zerrissen und dabei mich selbst vergessen. Ich aß, was schnell verfügbar war, und bewegte mich zu wenig. Spätestens nach meinen Schwangerschaften begleiteten mich Übergewicht, Rückenschmerzen und ein Gefühl der ständigen Erschöpfung.

Der Wendepunkt war die Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Histaminunverträglichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Wortfindungsstörungen und emotionale Schwankungen bestimmten meinen Alltag. Zusätzlich litt ich seit meiner Kindheit an Allergien und hatte immer wieder Hautprobleme und atopische Ekzeme. Ich schob das auf meinen stressigen Alltag. Sicher hatte der Stress auch einen Anteil am Ausbruch der Erkrankung. Aber es waren noch weitere Faktoren im Spiel, wie ich später herausfand.

Mit der Diagnose hatten all die Beschwerden endlich einen Namen! Ich begann, mich intensiv mit meiner Erkrankung auseinanderzusetzen. Dabei wurde mir klar, wie entscheidend die Ernährung für das Wohlbefinden und die Genesung sein kann. Ich erkannte, dass ich mich lange nicht so gesund ernährte, wie ich dachte, und begann, meine Ernährung genauer unter die Lupe zu nehmen.

An einem Thema kam ich nicht vorbei: entzündungshemmende Ernährung. Wenn ich an einer Erkrankung litt, der ein entzündlicher Prozess zugrunde liegt, dann war es für mich nur logisch, mich so zu ernähren, dass ich die Entzündung möglichst beruhigen konnte.

Die Umstellung nahm ich Schritt für Schritt vor. Der erste Meilenstein war der Verzicht auf Zucker, Zuckerersatzstoffe und Ähnliches. Das war ein wirklich großer Schritt, denn Zucker ist sehr vielen Lebensmitteln beigesetzt. Plötzlich fielen enorm viele Lebensmittel aus meinem Speiseplan. Also kochte ich nur noch mit frischen einzelnen Zutaten. Dadurch fühlte ich mich energiegeladener und ausgeglichener.

Nach und nach eliminierte ich auch Milchprodukte und glutenhaltige Lebensmittel, setzte auf frische, unverarbeitete Lebensmittel, selbst gebackenes Brot und eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse und Pseudogetreiden wie Hirse und Buchweizen, auf Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Die positiven Veränderungen waren verblüffend: weniger Kopfschmerzen, ein deutlich besseres Hautbild, keine Pollenallergie mehr, bessere Schilddrüsenwerte und insgesamt ein neues Lebensgefühl.

Dieses Wissen und meine Erfahrungen möchte ich dir mit diesem Kochbuch weitergeben. Es richtet sich an alle, die ihre Schilddrüse unterstützen und ihre Gesundheit aktiv in die Hand nehmen möchten. Die Rezepte sind alltagstauglich, nahrhaft und lecker, weil ich finde, dass Gesundheit kein Verzicht, sondern ein Gewinn ist.

Mit diesem Ratgeber möchte ich dir Mut machen, mit einer natürlichen Ernährung zu deiner Gesundheit entscheidend beizutragen.

GESUNDE SCHILDDRÜSE: DAS SOLLTEST DU WISSEN

Die Schilddrüse ist zwar ein kleines Organ, doch steuern die Schilddrüsenhormone eine Menge Stoffwechsel-prozesse. Im Folgenden beschreibe ich die Aufgaben der Schilddrüse und was es für Auswirkungen hat, wenn sie chronisch krank wird. Du erfährst, welche Nährstoffe für die Schilddrüse wichtig sind und was ihr schadet und wie du dich im Urlaub verhalten kannst. Und du erhältst einen zweiwöchigen Ernährungsplan mit Rezepten aus dem Buch, mit dem du einen leichten Einstieg in deine Ernährungsumstellung findest.

Die Aufgaben der Schilddrüse

Die Schilddrüse, fachsprachlich Thyreoidea, ist ein völlig zu Unrecht unterschätztes Organ. Sie ist an sehr vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt und hat einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden, weil sie Hormone bildet, die viele Stoffwechselprozesse steuern. Zu ihren wichtigsten Aufgaben zählen die Hormonproduktion und -regulation. Sie bildet die Schilddrüsenhormone T4 und T3 und setzt sie frei. Diese Hormone sind für viele lebenswichtige Funktionen verantwortlich:

• Regulation des Stoffwechsels und Energiehaushalts

• Steuerung des Wachstums und der Entwicklung, besonders in der Kindheit

• Zell- und Haarwachstum

• Beeinflussung der Herzaktivität und des Blutdrucks

• Kontrolle der Körpertemperatur

• Grad der Wachheit bzw. Müdigkeit

• Regulation der Verdauungs- und Darmtätigkeit

• Einlagerung von Nährstoffen in das Gewebe

Die Schilddrüsenhormone wirken auf nahezu alle Organsysteme und beeinflussen:

• Nervensystem und Gehirnfunktion

• Muskel- und Knochenstoffwechsel

• Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel

• Libido und Fortpflanzungsfunktionen

Zusätzlich produziert die Schilddrüse, genauer die Nebenschilddrüse, das Hormon Kalzitonin, das den Kalziumstoffwechsel reguliert und zum Knochenaufbau beiträgt.

Zu den wichtigsten Aufgaben der Schilddrüse zählen die Hormonproduktion und -regulation. Sie bildet die Schilddrüsenhormone T4 und T3 und setzt sie frei. Diese Hormone sind für viele lebenswichtige Funktionen verantwortlich.

Zusammenspiel im Hormonsystem

Die Schilddrüse arbeitet eng mit zwei Bereichen im Gehirn zusammen: der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und dem Hypothalamus. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass genau die richtige Menge an Schilddrüsenhormonen gebildet und ausgeschüttet wird – damit der Körper im Gleichgewicht bleibt. Die Schilddrüse ist dabei wie ein „Gaspedal“: Sie beeinflusst, wie schnell der Stoffwechsel arbeitet. Funktioniert sie gut, fühlen wir uns gesund und leistungsfähig.

Die Schilddrüse arbeitet eng mit der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und dem Hypothalamus zusammen.

Kurz gesagt: Die Hirnanhangdrüse produziert ein Hormon namens TSH (thyreoideastimulierendes Hormon). Dieses regt die Schilddrüse dazu an, die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin, meist als Thyroxin bezeichnet) zu bilden und ins Blut abzugeben. Wenn der Körper mehr davon braucht, schickt die Hypophyse mehr TSH. Wird zu viel Hormon gebildet, wird die TSH-Produktion gedrosselt.

Der Hypothalamus kontrolliert diesen Prozess, indem er misst, wie viel T3 und T4 im Blut vorhanden sind. Je nach Bedarf gibt er der Hypophyse das Signal, mehr oder weniger TSH zu produzieren. Diesen Regelkreis nennt man Feedback-Mechanismus. In der Medizin lässt sich so über den TSH-Wert im Blut erkennen, wie gut die Schilddrüse arbeitet: Ein hoher TSH-Wert bedeutet meist, dass die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert. Ein niedriger Wert weist darauf hin, dass zu viele Hormone im Umlauf sind.

Wie du siehst, ist über diese Feinabstimmung zwischen den Hormondrüsen eine präzise Anpassung der Schilddrüsenhormonproduktion an den aktuellen Bedarf des Körpers möglich. Dieser komplexe Mechanismus gewährleistet, dass der Körper stets die optimale Menge an Schilddrüsenhormonen zur Verfügung hat, um wichtige Stoffwechselprozesse zu regulieren und aufrechtzuerhalten.

Wenn die Hormonkonzentration unausgewogen ist

Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung der Schilddrüse für die individuelle Persönlichkeit. Eine nicht ausgewogene Hormonkonzentration führt dazu, dass wir entweder überreizt und überhitzt sind oder uns abgeschlagen und depressiv fühlen. Wir können also nicht unser volles Potenzial ausschöpfen. Eine gestörte Schilddrüsenfunktion kann dazu führen, dass wir uns nicht mehr wie wir selbst fühlen und im wahrsten Sinne des Wortes neben uns stehen, da sowohl körperliche als auch geistige Prozesse beeinträchtigt werden. Daher ist es essenziell, einen ausgewogenen Hormonhaushalt herzustellen, um unser persönliches Wohlbefinden und unsere Lebensqualität zu sichern.

Die Wirkweise der Schilddrüsenhormone

Wie schon erwähnt, bildet die Schilddrüse zwei wichtige Hormone: T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin). Die Zahlen stehen für die Anzahl der Jodatome im Hormon – T3 hat drei, T4 vier. Etwa 90 % der Hormone, die die Schilddrüse herstellt, sind T4. Dieses wird dann zum Teil in der Leber und anderen Körperzellen in die aktive Form, T3, umgewandelt.

T3 wirkt stärker, bleibt aber nur wenige Stunden im Körper. T4 wirkt schwächer, bleibt aber mehrere Tage im Blut. Deshalb wird bei Erkrankungen wie Hashimoto oft T4 als Medikament eingesetzt, weil es sich besser dosieren lässt als das kurzlebige T3. Trotzdem ist meist ein Mangel an T3 die Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion.

Darum ist es wichtig, bei Blutuntersuchungen nicht nur den TSH-Wert anzusehen, sondern auch die Werte für freies T3 (fT3) und freies T4 (fT4). Das kleine „f“ steht für „frei“ – also die Menge der Hormone, die nicht an ein Transporteiweiß gebunden ist. Nur diese freie Form kann in die Körperzellen aufgenommen und dort wirksam werden. Werden alle drei Werte gemeinsam betrachtet, lässt sich gut beurteilen, ob die Schilddrüse richtig arbeitet oder nicht. Deshalb sollten sie immer zusammen bestimmt werden.

Wenn die Schilddrüse krank wird

Wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet, kann es zu verschiedenen Erkrankungen kommen. Zu den häufigsten gehören die Schilddrüsenunterfunktion, die Hashimoto-Thyreoiditis, die Schilddrüsenüberfunktion, Morbus Basedow sowie Struma.

Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) steigt der TSH-Spiegel an. Kommt die Schilddrüse der Hormonproduktion nicht mehr nach, schickt die Hypophyse vermehrt das Hormon TSH aus, um die Produktion anzuregen. Wenn die Schilddrüse nicht reagiert, bleibt der TSH-Wert erhöht, was im Blutbild sichtbar wird und auf die Unterfunktion hinweist.

Die Hypothyreose ist gekennzeichnet durch einen hohen TSH-Wert und niedrige fT3- sowie fT4-Werte. Es ist ganz wichtig, alle drei Werte bestimmen zu lassen, denn nur dann kann man sich ein Gesamtbild der Lage machen. Wird nur der TSH-Wert bestimmt, ist er allein nicht aussagekräftig genug.

Wenn die Schilddrüse ihren Aufgaben nicht mehr nachkommt, können folgende Symptome auftreten:

• Übergewicht, obwohl das Essverhalten unverändert ist, und Neigung zu Verstopfung

• ständige Müdigkeit und „verwaschenes“ Denken, Wortfindungsstörungen

• schnelles Frieren, oft kalte Hände und Füße, auch im Sommer

• vermehrter Haarausfall sowie struppiges, glanzloses Haar, auch brüchige Nägel

• eine niedrige Herzfrequenz, ein niedriger Puls sowie Blutdruckoder Durchblutungsstörungen

• schlechtes oder langsames Abheilen von Wunden, Neigung zu blauen Flecken

• Muskelverspannungen sowie -krämpfe und Gelenkbeschwerden

• auf psychischer Ebene depressive Verstimmung bis zu Depressionen

• Schluckbeschwerden sowie Druckgefühl im vorderen Halsbereich (etwa werden Rollkragenpullover oder enge Halsketten als unangenehm empfunden)

• Zyklusstörungen, unerfüllter Kinderwunsch, verminderte Libido, vermehrte Fehlgeburten im ersten Trimester

• Zysten in Ovarien und Brüsten

• verminderte Entgiftungsleistung der Leber, etwa schlechte Verträglichkeit von Alkohol und Anstieg des Cholesterinspiegels

• bei Kindern und Jugendlichen Entwicklungsstörungen und Aufmerksamkeitsdefizite

Zu einer Hypothyreose kommt es, weil wichtige Nährstoffe fehlen. Generell führen Nährstoffmängel in unserer Ernährung zu Ungleichgewichten im Körper. Die Schilddrüse und die anderen Zellen benötigen für die Produktion von Schilddrüsenhormonen bestimmte „Baustoffe“, um viele Stoffwechselvorgänge und Funktionen aufrechterhalten zu können. Fehlen diese Nährstoffe, kommt es zu einer Fehllage und in diesem Fall zu einer Unterfunktion der Schilddrüse:

• Jod

• Eisen

• Selen

• das Eiweiß L-Tyrosin

• Chrom

• B-Vitamine

• Zink

Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind sehr typische Begleiter der Schilddrüsenunterfunktion. Durch die fehlenden Schilddrüsenhormone kommen die Kraftwerke in unseren Zellen, die Mitochondrien, nicht in Fahrt. Denn sie benötigen das Schilddrüsenhormon T3, um Adenosintriphosphat (ATP) bilden zu können. ATP ist der Stoff, der uns mit Energie versorgt. Es ist vergleichbar mit dem Strom, der aus der Steckdose kommt, um deine Geräte zum Laufen zu bringen. Allerdings benötigt der Körper auch für die Produktion von ATP Nährstoffe, die wir idealerweise ausreichend mit unserer Ernährung zu uns nehmen. Doch bei einer einseitigen und unausgewogenen Ernährung versorgen wir uns nicht ausreichend mit den Nährstoffen, die der Körper braucht.

Wenn darüber hinaus weitere Erkrankungen (z. B. Darmerkrankungen) vorliegen oder du bestimmte Medikamente (z. B. Pille) nimmst oder unter Dauerstress stehst, kannst du die Nährstoffe nicht gut aufnehmen. Hinzu kommt, dass bei einem Entzündungsgeschehen der Körper deutlich mehr Nährstoffe „verbraucht“. Bei Dauerstress geht der Hypothyreose häufig eine unerkannte Nebennierenschwäche voraus. Oft ist bei Frauen auch eine Hormonstörung der Steroidhormone in Form von Testosteronüberschuss (PCOS) oder Progesteronmangel (PMS) ursächlich.

Therapie

Die Maßnahmen, die zur Linderung einer Schilddrüsenunterfunktion getroffen werden, ähneln denen bei der Hashimoto-Thyreoiditis. Du findest sie auf S. 22.

Häufige Schilddrüsenerkrankungen: Hypothyreose (Unterfunktion), Hyperthyreose (Überfunktion), Neoplasien (Geschwulste)

Hashimoto-Thyreoiditis

Die wohl bekannteste Form der autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen ist die Hashimoto-Thyreoiditis, kurz Hashimoto genannt, benannt nach einem japanischen Arzt, der die Erkrankung 1912 als Erster beschrieb. Zu etwa 80 % sind Frauen davon betroffen. Inzwischen ist die Zahl der Erkrankten in Deutschland auf ca. 5 % der Bevölkerung angewachsen.

Bei Hashimoto ist die Schilddrüse dauerhaft entzündet. Die Ursache dafür ist eine Autoimmunreaktion: Das eigene Immunsystem richtet sich gegen die Schilddrüse. Für Hashimoto gibt es einige Ursachen, die besonders in Kombination immer wieder auftreten:

• erbliche Vorbelastung durch die Eltern (die bereits eine oder mehrere Autoimmunerkrankungen haben)

• dauerhafter Stress, beruflich und/oder privat

• die Einnahme der Anti-Baby-Pille

• Hormonungleichgewicht, gerade in Phasen hormoneller Umstellung wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre

• Hormondysbalancen anderer Hormondrüsen (Nebennieren, Eierstöcke)

• Infektionskrankheiten (durch Viren oder Bakterien ausgelöst)

• Entgiftungsstörungen der Leber (z. B. durch Umweltgifte oder freie Radikale)

Um einen Hashimoto sicher zu bestimmen, sollten neben den bereits erwähnten Werten TSH, fT3 sowie fT4 auch die Antikörper MAK/TPO-AK sowie TAK/Tg-AK getestet werden. Sind diese erhöht, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Hashimoto-Autoimmunerkrankung. Die Symptome sind dieselben wie die weiter oben bei der Schilddrüsenunterfunktion genannten, denn die Unterfunktionsstörung ist ein Leitsymptom des Hashimoto und eine Folge der Auswirkungen der Antikörper, die vom Immunsystem ausgelöst werden: Die Produktion der Schilddrüsenhormone wird durch den Angriff der Antikörper gestört, sodass nicht mehr ausreichend T3 und T4 gebildet werden. In der Folge kommen viele Stoffwechselvorgänge zum Erlahmen. Man fühlt sich nicht mehr wohl oder erkennt sich teilweise nicht mehr wieder. Denn auch das seelische Gleichgewicht wird durch die Hormonmangellage aus dem Tritt gebracht. Häufiges Vergessen, sich abgeschlagen, überfordert oder gestresst fühlen, Stimmungsschwankungen oder eine Alles-egal-Haltung, die du so vielleicht gar nicht von dir kennst, kann einer Unterfunktion geschuldet sein.

Therapie

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wie auch bei Hashimoto werden nach Bedarf die Hormone T4 und T3 eingesetzt, das heißt, Medikamente wie Levothyroxin bzw. L-Thyroxin (also T4), Thybon (also T3) oder neuerdings NDT (Natural Desiccated Thyroid) oder auch Thyreoidea siccata, das aus der Schweineschilddrüse gewonnen wird. Sie gleichen die Unterversorgung mit den Schilddrüsenhormonen aus, sodass die Stoffwechselprozesse wieder gut funktionieren und zahlreiche Symptome zurückgehen. Auch mir ging es deutlich besser, nachdem ich mit der Therapie von L-Thyroxin angefangen hatte. Ich konnte mich wieder konzentrieren, meine Wortfindungsstörung verschwand, ich schlief besser und war tagsüber nicht mehr so müde und erschöpft.

Wenn man mit dieser Therapie beginnt, steigt man immer mit einer kleinen Dosis ein und steigert dann langsam, damit sich der Körper an die verbesserte Hormonlage gewöhnen kann und eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Nährstoffen und Medikamenten besser gesteuert werden können.

Die medizinischen Leitlinien empfehlen die Einnahme von Schilddrüsenhormonen immer auf nüchternen Magen, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück oder abends vor dem Schlafengehen und mindestens eine Stunde nach dem letzten Essen.

Eisen- und Kalziumpräparate (dazu zählen auch eisen- oder kalziumreiche Lebensmittel wie Milchprodukte) sollten mit einem Abstand von zwei bis vier Stunden zu Levo- oder L-Thyroxin eingenommen werden. Manche Fachgesellschaften empfehlen sogar einen Abstand von drei bis vier Stunden, um auf der sicheren Seite zu sein.

Insbesondere bei Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch in Milchprodukten oder Milchersatzprodukten enthaltenes Aluminium, Kalzium, Zink, Eisen, Magnesium oder Vitamin B7 (Biotin), Protonenpumpenhemmer bei Magenbeschwerden und Sodbrennen, Antidiabetika und Blutgerinnungshemmer sollten zeitlich getrennt von L-Thyroxin eingenommen werden.

Schilddrüsenüberfunktion

Wie du bereits weißt, ist es die Aufgabe der Schilddrüsenhormone, den Grundumsatz im Körper zu regulieren. Dabei kann sie nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel arbeiten. Dann findet eine Überproduktion von Hormonen statt, die Stoffwechselprozesse sind „überdreht“. Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zeichnet sich vorrangig durch einen zu niedrigen TSH-Wert bei anhaltend hohen T3- und T4-Werten aus und hat folgende Symptome:

• vermehrtes Schwitzen, Wärme wird schlecht vertragen

• erhöhte Herzfrequenz und damit erhöhter Puls und höherer Blutdruck

• Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafstörungen)

• Durchfälle, vermehrter Stuhlgang und Gewichtsabnahme trotz gleichbleibender Nahrungszufuhr

• innere Unruhe, Nervosität, Rastlosigkeit

• Ängste bis hin zu Panikattacken

• Zyklusstörungen (zu kurze Zyklen, Zwischenblutungen), Fehlgeburten im ersten Trimester

• erhöhter Knochenstoffwechsel mit Gefahr von Knochenbrüchen und Osteopenie sowie Osteoporose

Oftmals tritt die Hyperthyreose in Verbindung mit Morbus Basedow auf oder im Anfangsstadium eines sich ausbildenden Hashimoto, sogenannten heißen Knoten, unter der Gabe von jodhaltigen Medikamenten zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) oder bei einem Krebsgeschehen.

Therapie

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) stehen drei Hauptsäulen der Therapie zur Verfügung. Erstens werden medikamentöse Thyreostatika eingesetzt, um die Hormonproduktion zu hemmen. Zweitens kann eine Radiojodtherapie erfolgen, die überaktive Schilddrüsenzellen dauerhaft zerstört. Drittens ist eine operative Entfernung von Teilen oder der gesamten Schilddrüse möglich, besonders bei großen Knoten oder Unverträglichkeit von Medikamenten.

Morbus Basedow

Diese Autoimmunkrankheit weist grundsätzlich alle Symptome einer Überfunktion auf, ist aber nicht dasselbe. Der Unterschied ist der Auslöser der Erkrankung (wie auch bei Hashimoto), bedingt durch Antikörper, die das Immunsystem bildet. Doch die vorhandenen Antikörper, sogenannte Entzündungszellen, zerstören nicht wie bei Hashimoto die Schilddrüsenzellen, sondern besetzen die Rezeptoren für das Hormon TSH, sodass die Schilddrüse unreguliert zu viele Hormone produziert. Wir erinnern uns, TSH wird von der Hypophyse losgeschickt, um die Produktion der Hormone in der Schilddrüse anzukurbeln oder zu senken. Das TSH kommt nun aber nicht mehr zum Zug, weil quasi alle Plätze besetzt sind.

Um die erhöhte Hormonbildung zu bremsen, schüttet die Hypophyse deutlich weniger TSH aus, was dann in der Diagnose als Richtwert gilt. Neben dem zu hohen T3 und T4 wird außerdem der Antikörper TRAK gemessen. Liegt dieser über dem Referenzbereich, spricht das für Morbus Basedow. Doch die Entzündungszellen docken nicht nur an den Rezeptoren der Zellen an, sondern halten das Entzündungsgeschehen in den Zellen aufrecht.

Therapie

Bei Morbus Basedow werden – im Gegensatz zu Hashimoto – keine Hormone eingenommen, sondern medikamentös behandelt und sogenannte Thyreostatika gegeben, die die entzündungsauslösenden Immunzellen ausbremsen. Diese Medikamente hemmen gezielt die Bildung von Schilddrüsenhormonen und helfen, die Überfunktion zu kontrollieren. Aufgrund der teilweise gefährlichen Nebenwirkungen sind sie aber nicht zur Langzeittherapie geeignet, sondern werden nach etwa anderthalb Jahren wieder abgesetzt. Weitere unterstützende Maßnahmen können eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen und das Vermeiden von Stress sein. Die genaue Therapie sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin erfolgen.

Struma

Eine Struma, im Volksmund Kropf genannt, eine krankhaft vergrößerte Schilddrüse, entsteht aufgrund von jahrelangem Jodmangel. Zunächst verkleinert sich die Schilddrüse, bevor sie dann beginnt zu wachsen, weil mehr Zellen gebildet werden. Das ist dann meist auch tast- und sichtbar. Normalerweise verhindert der Körper das ungehemmte Wachstum von Zellen, doch unter Jodmangel versucht die Schilddrüse, mit mehr Zellen das wenige Jod im Körper „einzufangen“.

Das Entzündungsgeschehen in der Schilddrüse oder auch Krebs können die Kropfbildung auslösen. Diese Erkrankung kann sowohl ohne (Struma diffusa) als auch mit Knötchenbildung (Struma nodosa) einhergehen.

Therapie