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· 111 hormonfreundliche Rezepte für eine entzündungshemmende Ernährung, die die Schilddrüse gezielt unterstützt
· Fundiertes Wissen zu Hashimoto, Unter- und Überfunktion – verständlich erklärt und alltagstauglich umgesetzt
· Klar strukturierter Ernährungsansatz mit 2-Wochen-Plan, Praxistipps und leicht umsetzbaren Rezepten
Mit der richtigen Ernährung raus aus der Erschöpfung – und zurück in deine Energie und Balance
Wenn die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht gerät, können vielfältige Symptome deinen Alltag bestimmen: Müdigkeit, Gewichtszunahme, emotionale Schwankungen oder Schlafstörungen gehören zu den typischen Begleiterscheinungen. In „111 Rezepte – Gesunde Schilddrüse“ verbindet die Ernährungsexpertin Irene Rosinski medizinisches Hintergrundwissen mit einer konsequent entzündungshemmenden Ernährung, die gezielt auf die Bedürfnisse der Schilddrüse abgestimmt ist.
Der Ratgeber erklärt verständlich, wie Schilddrüsenhormone wirken, welche Rolle Nährstoffe wie Jod, Selen, Eisen oder Zink spielen und warum stille Entzündungen den Krankheitsverlauf bei Hashimoto und anderen Schilddrüsenerkrankungen beeinflussen können. Du erfährst, welche Lebensmittel unterstützen und welche eher belasten.
Herzstück des Buches sind 111 alltagstaugliche Rezepte, die bewusst zuckerarm, entzündungshemmend und mit frischen, unverarbeiteten Zutaten entwickelt wurden. Ob Frühstücke, Salate, Hauptgerichte, Snacks oder Desserts: Die Rezepte sind klar strukturiert, leicht nachzukochen und so konzipiert, dass sie sich gut in deinen Alltag integrieren lassen. Ergänzt wird das Buch durch konkrete Ernährungstipps, einen zweiwöchigen Ernährungsplan sowie Hinweise für unterschiedliche Schilddrüsensituationen – von Unter- bis Überfunktion.
Dieses Buch eignet sich besonders für Menschen mit Hashimoto, Schilddrüsenunter- oder -überfunktion sowie für alle, die ihre Schilddrüsenwerte über Ernährung positiv beeinflussen möchten.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2026
Mit Ernährung zurück in deine Energie
Eine entzündungshemmende, zuckerfreie Ernährung hilft, stille Entzündungen zu beruhigen, den Blutzucker zu stabilisieren und die Schilddrüse optimal mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Sie bringt dein Hormonsystem ins Gleichgewicht – ohne Verzicht, aber mit Achtsamkeit und Genuss.
Wenn Entzündungen im Körper abklingen, kann die Schilddrüse wieder gut arbeiten: Die Hormonproduktion läuft gleichmäßiger, der Stoffwechsel wird stabiler, und auch Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Stimmungsschwankungen können sich spürbar bessern.
Entscheidend ist, den Körper regelmäßig mit dem zu versorgen, was er braucht. Dazu gehören vor allem:
•eine stabile Blutzuckerregulation durch vollwertige, ballaststoffreiche Mahlzeiten,
•gesunde Fette aus Fisch, Nüssen, Samen und hochwertigen Ölen,
•pflanzenbetonte, frische Kost, die reich an sekundären Pflanzenstoffen ist,
• sowie ausreichend Eiweiß, um die Bildung von Schilddrüsenhormonen zu unterstützen.
Ebenso wichtig ist, entzündungsfördernde Faktoren zu reduzieren – etwa stark verarbeitete Lebensmittel, Zucker, Transfette oder übermäßigen Alkoholkonsum. Auch chronischer Stress kann das Hormonsystem aus dem Gleichgewicht bringen: Das Stresshormon Cortisol hemmt die Hormonproduktion, schwächt den Darm und beeinflusst das Zusammenspiel zwischen Schilddrüse, Nebennieren und Geschlechtshormonen.
Dieses Buch begleitet dich dabei, deine Ernährung bewusst zu gestalten und Schritt für Schritt zu deiner natürlichen Energie zurückzufinden.
Herzlich willkommen!
GESUNDE SCHILDDRÜSE: DAS SOLLTEST DU WISSEN
Die Aufgaben der Schilddrüse
Zusammenspiel im Hormonsystem
Die Wirkweise der Schilddrüsenhormone
Wenn die Schilddrüse krank wird
Schilddrüsenunterfunktion
Hashimoto-Thyreoiditis
Schilddrüsenüberfunktion
Morbus Basedow
Struma
Nährstoffe in Balance
Die entzündungshemmende Ernährung
Wenn du eine Schilddrüsenunterfunktion hast
Wenn du eine Schilddrüsenüberfunktion hast
Was deiner Schilddrüse schadet
10 Tipps für eine schilddrüsengesunde Ernährung
Dein Zwei-Wochen-Ernährungsplan
111 REZEPTE FÜR DEINE SCHILDDRÜSENGESUNDE ERNÄHRUNG
Frühstücke
Salate und Suppen
Hauptgerichte
Meal Prep und Snacks
Dressings und Dips
Desserts und süße Snacks
Quellen
Rezeptregister
Liebe Leserin, lieber Leser,
Gesundheit ist unser wertvollstes Gut. Das wurde mir erst bewusst, als ich meine eigene verlor. Lange Zeit hatte ich mich als berufstätige Mutter zwischen Job und Familie zerrissen und dabei mich selbst vergessen. Ich aß, was schnell verfügbar war, und bewegte mich zu wenig. Spätestens nach meinen Schwangerschaften begleiteten mich Übergewicht, Rückenschmerzen und ein Gefühl der ständigen Erschöpfung.
Der Wendepunkt war die Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, Histaminunverträglichkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Wortfindungsstörungen und emotionale Schwankungen bestimmten meinen Alltag. Zusätzlich litt ich seit meiner Kindheit an Allergien und hatte immer wieder Hautprobleme und atopische Ekzeme. Ich schob das auf meinen stressigen Alltag. Sicher hatte der Stress auch einen Anteil am Ausbruch der Erkrankung. Aber es waren noch weitere Faktoren im Spiel, wie ich später herausfand.
Mit der Diagnose hatten all die Beschwerden endlich einen Namen! Ich begann, mich intensiv mit meiner Erkrankung auseinanderzusetzen. Dabei wurde mir klar, wie entscheidend die Ernährung für das Wohlbefinden und die Genesung sein kann. Ich erkannte, dass ich mich lange nicht so gesund ernährte, wie ich dachte, und begann, meine Ernährung genauer unter die Lupe zu nehmen.
An einem Thema kam ich nicht vorbei: entzündungshemmende Ernährung. Wenn ich an einer Erkrankung litt, der ein entzündlicher Prozess zugrunde liegt, dann war es für mich nur logisch, mich so zu ernähren, dass ich die Entzündung möglichst beruhigen konnte.
Die Umstellung nahm ich Schritt für Schritt vor. Der erste Meilenstein war der Verzicht auf Zucker, Zuckerersatzstoffe und Ähnliches. Das war ein wirklich großer Schritt, denn Zucker ist sehr vielen Lebensmitteln beigesetzt. Plötzlich fielen enorm viele Lebensmittel aus meinem Speiseplan. Also kochte ich nur noch mit frischen einzelnen Zutaten. Dadurch fühlte ich mich energiegeladener und ausgeglichener.
Nach und nach eliminierte ich auch Milchprodukte und glutenhaltige Lebensmittel, setzte auf frische, unverarbeitete Lebensmittel, selbst gebackenes Brot und eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse und Pseudogetreiden wie Hirse und Buchweizen, auf Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Die positiven Veränderungen waren verblüffend: weniger Kopfschmerzen, ein deutlich besseres Hautbild, keine Pollenallergie mehr, bessere Schilddrüsenwerte und insgesamt ein neues Lebensgefühl.
Dieses Wissen und meine Erfahrungen möchte ich dir mit diesem Kochbuch weitergeben. Es richtet sich an alle, die ihre Schilddrüse unterstützen und ihre Gesundheit aktiv in die Hand nehmen möchten. Die Rezepte sind alltagstauglich, nahrhaft und lecker, weil ich finde, dass Gesundheit kein Verzicht, sondern ein Gewinn ist.
Mit diesem Ratgeber möchte ich dir Mut machen, mit einer natürlichen Ernährung zu deiner Gesundheit entscheidend beizutragen.
Die Schilddrüse ist zwar ein kleines Organ, doch steuern die Schilddrüsenhormone eine Menge Stoffwechsel-prozesse. Im Folgenden beschreibe ich die Aufgaben der Schilddrüse und was es für Auswirkungen hat, wenn sie chronisch krank wird. Du erfährst, welche Nährstoffe für die Schilddrüse wichtig sind und was ihr schadet und wie du dich im Urlaub verhalten kannst. Und du erhältst einen zweiwöchigen Ernährungsplan mit Rezepten aus dem Buch, mit dem du einen leichten Einstieg in deine Ernährungsumstellung findest.
Die Schilddrüse, fachsprachlich Thyreoidea, ist ein völlig zu Unrecht unterschätztes Organ. Sie ist an sehr vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt und hat einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden, weil sie Hormone bildet, die viele Stoffwechselprozesse steuern. Zu ihren wichtigsten Aufgaben zählen die Hormonproduktion und -regulation. Sie bildet die Schilddrüsenhormone T4 und T3 und setzt sie frei. Diese Hormone sind für viele lebenswichtige Funktionen verantwortlich:
• Regulation des Stoffwechsels und Energiehaushalts
• Steuerung des Wachstums und der Entwicklung, besonders in der Kindheit
• Zell- und Haarwachstum
• Beeinflussung der Herzaktivität und des Blutdrucks
• Kontrolle der Körpertemperatur
• Grad der Wachheit bzw. Müdigkeit
• Regulation der Verdauungs- und Darmtätigkeit
• Einlagerung von Nährstoffen in das Gewebe
Die Schilddrüsenhormone wirken auf nahezu alle Organsysteme und beeinflussen:
• Nervensystem und Gehirnfunktion
• Muskel- und Knochenstoffwechsel
• Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel
• Libido und Fortpflanzungsfunktionen
Zusätzlich produziert die Schilddrüse, genauer die Nebenschilddrüse, das Hormon Kalzitonin, das den Kalziumstoffwechsel reguliert und zum Knochenaufbau beiträgt.
Zu den wichtigsten Aufgaben der Schilddrüse zählen die Hormonproduktion und -regulation. Sie bildet die Schilddrüsenhormone T4 und T3 und setzt sie frei. Diese Hormone sind für viele lebenswichtige Funktionen verantwortlich.
Die Schilddrüse arbeitet eng mit zwei Bereichen im Gehirn zusammen: der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und dem Hypothalamus. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass genau die richtige Menge an Schilddrüsenhormonen gebildet und ausgeschüttet wird – damit der Körper im Gleichgewicht bleibt. Die Schilddrüse ist dabei wie ein „Gaspedal“: Sie beeinflusst, wie schnell der Stoffwechsel arbeitet. Funktioniert sie gut, fühlen wir uns gesund und leistungsfähig.
Die Schilddrüse arbeitet eng mit der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und dem Hypothalamus zusammen.
Kurz gesagt: Die Hirnanhangdrüse produziert ein Hormon namens TSH (thyreoideastimulierendes Hormon). Dieses regt die Schilddrüse dazu an, die Hormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Tetrajodthyronin, meist als Thyroxin bezeichnet) zu bilden und ins Blut abzugeben. Wenn der Körper mehr davon braucht, schickt die Hypophyse mehr TSH. Wird zu viel Hormon gebildet, wird die TSH-Produktion gedrosselt.
Der Hypothalamus kontrolliert diesen Prozess, indem er misst, wie viel T3 und T4 im Blut vorhanden sind. Je nach Bedarf gibt er der Hypophyse das Signal, mehr oder weniger TSH zu produzieren. Diesen Regelkreis nennt man Feedback-Mechanismus. In der Medizin lässt sich so über den TSH-Wert im Blut erkennen, wie gut die Schilddrüse arbeitet: Ein hoher TSH-Wert bedeutet meist, dass die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert. Ein niedriger Wert weist darauf hin, dass zu viele Hormone im Umlauf sind.
Wie du siehst, ist über diese Feinabstimmung zwischen den Hormondrüsen eine präzise Anpassung der Schilddrüsenhormonproduktion an den aktuellen Bedarf des Körpers möglich. Dieser komplexe Mechanismus gewährleistet, dass der Körper stets die optimale Menge an Schilddrüsenhormonen zur Verfügung hat, um wichtige Stoffwechselprozesse zu regulieren und aufrechtzuerhalten.
Wenn die Hormonkonzentration unausgewogen ist
Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung der Schilddrüse für die individuelle Persönlichkeit. Eine nicht ausgewogene Hormonkonzentration führt dazu, dass wir entweder überreizt und überhitzt sind oder uns abgeschlagen und depressiv fühlen. Wir können also nicht unser volles Potenzial ausschöpfen. Eine gestörte Schilddrüsenfunktion kann dazu führen, dass wir uns nicht mehr wie wir selbst fühlen und im wahrsten Sinne des Wortes neben uns stehen, da sowohl körperliche als auch geistige Prozesse beeinträchtigt werden. Daher ist es essenziell, einen ausgewogenen Hormonhaushalt herzustellen, um unser persönliches Wohlbefinden und unsere Lebensqualität zu sichern.
Wie schon erwähnt, bildet die Schilddrüse zwei wichtige Hormone: T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin). Die Zahlen stehen für die Anzahl der Jodatome im Hormon – T3 hat drei, T4 vier. Etwa 90 % der Hormone, die die Schilddrüse herstellt, sind T4. Dieses wird dann zum Teil in der Leber und anderen Körperzellen in die aktive Form, T3, umgewandelt.
T3 wirkt stärker, bleibt aber nur wenige Stunden im Körper. T4 wirkt schwächer, bleibt aber mehrere Tage im Blut. Deshalb wird bei Erkrankungen wie Hashimoto oft T4 als Medikament eingesetzt, weil es sich besser dosieren lässt als das kurzlebige T3. Trotzdem ist meist ein Mangel an T3 die Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion.
Darum ist es wichtig, bei Blutuntersuchungen nicht nur den TSH-Wert anzusehen, sondern auch die Werte für freies T3 (fT3) und freies T4 (fT4). Das kleine „f“ steht für „frei“ – also die Menge der Hormone, die nicht an ein Transporteiweiß gebunden ist. Nur diese freie Form kann in die Körperzellen aufgenommen und dort wirksam werden. Werden alle drei Werte gemeinsam betrachtet, lässt sich gut beurteilen, ob die Schilddrüse richtig arbeitet oder nicht. Deshalb sollten sie immer zusammen bestimmt werden.
Wenn die Schilddrüse nicht richtig arbeitet, kann es zu verschiedenen Erkrankungen kommen. Zu den häufigsten gehören die Schilddrüsenunterfunktion, die Hashimoto-Thyreoiditis, die Schilddrüsenüberfunktion, Morbus Basedow sowie Struma.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) steigt der TSH-Spiegel an. Kommt die Schilddrüse der Hormonproduktion nicht mehr nach, schickt die Hypophyse vermehrt das Hormon TSH aus, um die Produktion anzuregen. Wenn die Schilddrüse nicht reagiert, bleibt der TSH-Wert erhöht, was im Blutbild sichtbar wird und auf die Unterfunktion hinweist.
Die Hypothyreose ist gekennzeichnet durch einen hohen TSH-Wert und niedrige fT3- sowie fT4-Werte. Es ist ganz wichtig, alle drei Werte bestimmen zu lassen, denn nur dann kann man sich ein Gesamtbild der Lage machen. Wird nur der TSH-Wert bestimmt, ist er allein nicht aussagekräftig genug.
Wenn die Schilddrüse ihren Aufgaben nicht mehr nachkommt, können folgende Symptome auftreten:
• Übergewicht, obwohl das Essverhalten unverändert ist, und Neigung zu Verstopfung
• ständige Müdigkeit und „verwaschenes“ Denken, Wortfindungsstörungen
• schnelles Frieren, oft kalte Hände und Füße, auch im Sommer
• vermehrter Haarausfall sowie struppiges, glanzloses Haar, auch brüchige Nägel
• eine niedrige Herzfrequenz, ein niedriger Puls sowie Blutdruckoder Durchblutungsstörungen
• schlechtes oder langsames Abheilen von Wunden, Neigung zu blauen Flecken
• Muskelverspannungen sowie -krämpfe und Gelenkbeschwerden
• auf psychischer Ebene depressive Verstimmung bis zu Depressionen
• Schluckbeschwerden sowie Druckgefühl im vorderen Halsbereich (etwa werden Rollkragenpullover oder enge Halsketten als unangenehm empfunden)
• Zyklusstörungen, unerfüllter Kinderwunsch, verminderte Libido, vermehrte Fehlgeburten im ersten Trimester
• Zysten in Ovarien und Brüsten
• verminderte Entgiftungsleistung der Leber, etwa schlechte Verträglichkeit von Alkohol und Anstieg des Cholesterinspiegels
• bei Kindern und Jugendlichen Entwicklungsstörungen und Aufmerksamkeitsdefizite
Zu einer Hypothyreose kommt es, weil wichtige Nährstoffe fehlen. Generell führen Nährstoffmängel in unserer Ernährung zu Ungleichgewichten im Körper. Die Schilddrüse und die anderen Zellen benötigen für die Produktion von Schilddrüsenhormonen bestimmte „Baustoffe“, um viele Stoffwechselvorgänge und Funktionen aufrechterhalten zu können. Fehlen diese Nährstoffe, kommt es zu einer Fehllage und in diesem Fall zu einer Unterfunktion der Schilddrüse:
• Jod
• Eisen
• Selen
• das Eiweiß L-Tyrosin
• Chrom
• B-Vitamine
• Zink
Müdigkeit und Antriebslosigkeit sind sehr typische Begleiter der Schilddrüsenunterfunktion. Durch die fehlenden Schilddrüsenhormone kommen die Kraftwerke in unseren Zellen, die Mitochondrien, nicht in Fahrt. Denn sie benötigen das Schilddrüsenhormon T3, um Adenosintriphosphat (ATP) bilden zu können. ATP ist der Stoff, der uns mit Energie versorgt. Es ist vergleichbar mit dem Strom, der aus der Steckdose kommt, um deine Geräte zum Laufen zu bringen. Allerdings benötigt der Körper auch für die Produktion von ATP Nährstoffe, die wir idealerweise ausreichend mit unserer Ernährung zu uns nehmen. Doch bei einer einseitigen und unausgewogenen Ernährung versorgen wir uns nicht ausreichend mit den Nährstoffen, die der Körper braucht.
Wenn darüber hinaus weitere Erkrankungen (z. B. Darmerkrankungen) vorliegen oder du bestimmte Medikamente (z. B. Pille) nimmst oder unter Dauerstress stehst, kannst du die Nährstoffe nicht gut aufnehmen. Hinzu kommt, dass bei einem Entzündungsgeschehen der Körper deutlich mehr Nährstoffe „verbraucht“. Bei Dauerstress geht der Hypothyreose häufig eine unerkannte Nebennierenschwäche voraus. Oft ist bei Frauen auch eine Hormonstörung der Steroidhormone in Form von Testosteronüberschuss (PCOS) oder Progesteronmangel (PMS) ursächlich.
Therapie
Die Maßnahmen, die zur Linderung einer Schilddrüsenunterfunktion getroffen werden, ähneln denen bei der Hashimoto-Thyreoiditis. Du findest sie auf S. 22.
Häufige Schilddrüsenerkrankungen: Hypothyreose (Unterfunktion), Hyperthyreose (Überfunktion), Neoplasien (Geschwulste)
Die wohl bekannteste Form der autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen ist die Hashimoto-Thyreoiditis, kurz Hashimoto genannt, benannt nach einem japanischen Arzt, der die Erkrankung 1912 als Erster beschrieb. Zu etwa 80 % sind Frauen davon betroffen. Inzwischen ist die Zahl der Erkrankten in Deutschland auf ca. 5 % der Bevölkerung angewachsen.
Bei Hashimoto ist die Schilddrüse dauerhaft entzündet. Die Ursache dafür ist eine Autoimmunreaktion: Das eigene Immunsystem richtet sich gegen die Schilddrüse. Für Hashimoto gibt es einige Ursachen, die besonders in Kombination immer wieder auftreten:
• erbliche Vorbelastung durch die Eltern (die bereits eine oder mehrere Autoimmunerkrankungen haben)
• dauerhafter Stress, beruflich und/oder privat
• die Einnahme der Anti-Baby-Pille
• Hormonungleichgewicht, gerade in Phasen hormoneller Umstellung wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre
• Hormondysbalancen anderer Hormondrüsen (Nebennieren, Eierstöcke)
• Infektionskrankheiten (durch Viren oder Bakterien ausgelöst)
• Entgiftungsstörungen der Leber (z. B. durch Umweltgifte oder freie Radikale)
Um einen Hashimoto sicher zu bestimmen, sollten neben den bereits erwähnten Werten TSH, fT3 sowie fT4 auch die Antikörper MAK/TPO-AK sowie TAK/Tg-AK getestet werden. Sind diese erhöht, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Hashimoto-Autoimmunerkrankung. Die Symptome sind dieselben wie die weiter oben bei der Schilddrüsenunterfunktion genannten, denn die Unterfunktionsstörung ist ein Leitsymptom des Hashimoto und eine Folge der Auswirkungen der Antikörper, die vom Immunsystem ausgelöst werden: Die Produktion der Schilddrüsenhormone wird durch den Angriff der Antikörper gestört, sodass nicht mehr ausreichend T3 und T4 gebildet werden. In der Folge kommen viele Stoffwechselvorgänge zum Erlahmen. Man fühlt sich nicht mehr wohl oder erkennt sich teilweise nicht mehr wieder. Denn auch das seelische Gleichgewicht wird durch die Hormonmangellage aus dem Tritt gebracht. Häufiges Vergessen, sich abgeschlagen, überfordert oder gestresst fühlen, Stimmungsschwankungen oder eine Alles-egal-Haltung, die du so vielleicht gar nicht von dir kennst, kann einer Unterfunktion geschuldet sein.
Therapie
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wie auch bei Hashimoto werden nach Bedarf die Hormone T4 und T3 eingesetzt, das heißt, Medikamente wie Levothyroxin bzw. L-Thyroxin (also T4), Thybon (also T3) oder neuerdings NDT (Natural Desiccated Thyroid) oder auch Thyreoidea siccata, das aus der Schweineschilddrüse gewonnen wird. Sie gleichen die Unterversorgung mit den Schilddrüsenhormonen aus, sodass die Stoffwechselprozesse wieder gut funktionieren und zahlreiche Symptome zurückgehen. Auch mir ging es deutlich besser, nachdem ich mit der Therapie von L-Thyroxin angefangen hatte. Ich konnte mich wieder konzentrieren, meine Wortfindungsstörung verschwand, ich schlief besser und war tagsüber nicht mehr so müde und erschöpft.
Wenn man mit dieser Therapie beginnt, steigt man immer mit einer kleinen Dosis ein und steigert dann langsam, damit sich der Körper an die verbesserte Hormonlage gewöhnen kann und eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Nährstoffen und Medikamenten besser gesteuert werden können.
Die medizinischen Leitlinien empfehlen die Einnahme von Schilddrüsenhormonen immer auf nüchternen Magen, mindestens 30 Minuten vor dem Frühstück oder abends vor dem Schlafengehen und mindestens eine Stunde nach dem letzten Essen.
Eisen- und Kalziumpräparate (dazu zählen auch eisen- oder kalziumreiche Lebensmittel wie Milchprodukte) sollten mit einem Abstand von zwei bis vier Stunden zu Levo- oder L-Thyroxin eingenommen werden. Manche Fachgesellschaften empfehlen sogar einen Abstand von drei bis vier Stunden, um auf der sicheren Seite zu sein.
Insbesondere bei Nahrungsergänzungsmitteln, aber auch in Milchprodukten oder Milchersatzprodukten enthaltenes Aluminium, Kalzium, Zink, Eisen, Magnesium oder Vitamin B7 (Biotin), Protonenpumpenhemmer bei Magenbeschwerden und Sodbrennen, Antidiabetika und Blutgerinnungshemmer sollten zeitlich getrennt von L-Thyroxin eingenommen werden.
Wie du bereits weißt, ist es die Aufgabe der Schilddrüsenhormone, den Grundumsatz im Körper zu regulieren. Dabei kann sie nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel arbeiten. Dann findet eine Überproduktion von Hormonen statt, die Stoffwechselprozesse sind „überdreht“. Die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zeichnet sich vorrangig durch einen zu niedrigen TSH-Wert bei anhaltend hohen T3- und T4-Werten aus und hat folgende Symptome:
• vermehrtes Schwitzen, Wärme wird schlecht vertragen
• erhöhte Herzfrequenz und damit erhöhter Puls und höherer Blutdruck
• Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafstörungen)
• Durchfälle, vermehrter Stuhlgang und Gewichtsabnahme trotz gleichbleibender Nahrungszufuhr
• innere Unruhe, Nervosität, Rastlosigkeit
• Ängste bis hin zu Panikattacken
• Zyklusstörungen (zu kurze Zyklen, Zwischenblutungen), Fehlgeburten im ersten Trimester
• erhöhter Knochenstoffwechsel mit Gefahr von Knochenbrüchen und Osteopenie sowie Osteoporose
Oftmals tritt die Hyperthyreose in Verbindung mit Morbus Basedow auf oder im Anfangsstadium eines sich ausbildenden Hashimoto, sogenannten heißen Knoten, unter der Gabe von jodhaltigen Medikamenten zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) oder bei einem Krebsgeschehen.
Therapie
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) stehen drei Hauptsäulen der Therapie zur Verfügung. Erstens werden medikamentöse Thyreostatika eingesetzt, um die Hormonproduktion zu hemmen. Zweitens kann eine Radiojodtherapie erfolgen, die überaktive Schilddrüsenzellen dauerhaft zerstört. Drittens ist eine operative Entfernung von Teilen oder der gesamten Schilddrüse möglich, besonders bei großen Knoten oder Unverträglichkeit von Medikamenten.
Diese Autoimmunkrankheit weist grundsätzlich alle Symptome einer Überfunktion auf, ist aber nicht dasselbe. Der Unterschied ist der Auslöser der Erkrankung (wie auch bei Hashimoto), bedingt durch Antikörper, die das Immunsystem bildet. Doch die vorhandenen Antikörper, sogenannte Entzündungszellen, zerstören nicht wie bei Hashimoto die Schilddrüsenzellen, sondern besetzen die Rezeptoren für das Hormon TSH, sodass die Schilddrüse unreguliert zu viele Hormone produziert. Wir erinnern uns, TSH wird von der Hypophyse losgeschickt, um die Produktion der Hormone in der Schilddrüse anzukurbeln oder zu senken. Das TSH kommt nun aber nicht mehr zum Zug, weil quasi alle Plätze besetzt sind.
Um die erhöhte Hormonbildung zu bremsen, schüttet die Hypophyse deutlich weniger TSH aus, was dann in der Diagnose als Richtwert gilt. Neben dem zu hohen T3 und T4 wird außerdem der Antikörper TRAK gemessen. Liegt dieser über dem Referenzbereich, spricht das für Morbus Basedow. Doch die Entzündungszellen docken nicht nur an den Rezeptoren der Zellen an, sondern halten das Entzündungsgeschehen in den Zellen aufrecht.
Therapie
Bei Morbus Basedow werden – im Gegensatz zu Hashimoto – keine Hormone eingenommen, sondern medikamentös behandelt und sogenannte Thyreostatika gegeben, die die entzündungsauslösenden Immunzellen ausbremsen. Diese Medikamente hemmen gezielt die Bildung von Schilddrüsenhormonen und helfen, die Überfunktion zu kontrollieren. Aufgrund der teilweise gefährlichen Nebenwirkungen sind sie aber nicht zur Langzeittherapie geeignet, sondern werden nach etwa anderthalb Jahren wieder abgesetzt. Weitere unterstützende Maßnahmen können eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen und das Vermeiden von Stress sein. Die genaue Therapie sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin erfolgen.
Eine Struma, im Volksmund Kropf genannt, eine krankhaft vergrößerte Schilddrüse, entsteht aufgrund von jahrelangem Jodmangel. Zunächst verkleinert sich die Schilddrüse, bevor sie dann beginnt zu wachsen, weil mehr Zellen gebildet werden. Das ist dann meist auch tast- und sichtbar. Normalerweise verhindert der Körper das ungehemmte Wachstum von Zellen, doch unter Jodmangel versucht die Schilddrüse, mit mehr Zellen das wenige Jod im Körper „einzufangen“.
Das Entzündungsgeschehen in der Schilddrüse oder auch Krebs können die Kropfbildung auslösen. Diese Erkrankung kann sowohl ohne (Struma diffusa) als auch mit Knötchenbildung (Struma nodosa) einhergehen.
Therapie
Da wir in der Regel inzwischen gut mit Jod versorgt sind (jodhaltiges Speisesalz), tritt heutzutage kaum noch Struma-Bildung auf, und wenn, kann sie in der Regel mit der Gabe von Jod behandelt werden.
So behandelt dein Arzt oder deine Ärztin
Wenn du den Verdacht hast, dass mit deiner Schilddrüse etwas nicht stimmt, solltest du immer zuerst deine Hausärztin oder deinen Hausarzt aufsuchen. Sie oder er kann die ersten Untersuchungen einleiten und dich bei Bedarf an eine Fachärztin für Endokrinologie oder Radiologie überweisen. Diese Spezialisten sind auf hormonelle Erkrankungen und bildgebende Diagnostik der Schilddrüse spezialisiert.
Für eine solide Abklärung werden in der Regel folgende Werte im Blut bestimmt:
• TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)
• fT3 und fT4 (freie Schilddrüsenhormone)
• Antikörper wie TRAK, TPO-AK und ggf. TG-AK
Zusätzlich kann eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Schilddrüse sinnvoll sein, um Größe, Struktur und eventuelle Knoten zu beurteilen. In manchen Fällen wird auch eine Szintigrafie (Strahlungsmessung ähnlich wie ein Röntgenbild) durchgeführt, um die Funktion der Schilddrüse genauer zu bewerten.
Du solltest mit einer Ernährungsumstellung warten, bis eine gesicherte Diagnose vorliegt. Die Therapie solltest du individuell mit deinem Arzt bzw. deiner Ärztin absprechen. So stellst du sicher, dass alle Maßnahmen optimal auf deine persönliche Situation abgestimmt sind und keine Risiken entstehen.
Das Ziel einer gezielten Ernährungsweise ist es, die Lebensqualität zu erhalten und die medizinische Behandlung – etwa durch Medikamente – bestmöglich zu unterstützen. Denn mit der richtigen Auswahl an Nährstoffen und einer ausgewogenen Ernährung kannst du nicht nur deine Schilddrüse, sondern deinen gesamten Organismus positiv beeinflussen. Du gibst deinem Körper gewissermaßen einen Schubs, damit er wieder ins Gleichgewicht findet.
Ein guter erster Schritt ist es, ein Ernährungsprotokoll zu führen. So bekommst du einen klaren Überblick darüber, was du täglich isst und trinkst. Häufig erkennst du dabei Muster oder Zusammenhänge, die dir zuvor gar nicht bewusst waren. Als ich selbst vor der Entscheidung stand, meine Ernährung umzustellen, habe ich zunächst genau hingesehen: Was esse ich den ganzen Tag über? Dabei fiel mir auf, dass ich viel zu viele verarbeitete Lebensmittel mit nur wenigen Nährstoffen zu mir nahm. Ich hatte ständig Appetit und häufig Heißhungerattacken. Entweder fühlte ich mich nach dem Essen nicht wirklich satt oder so müde, dass ich mich am liebsten gleich schlafen gelegt hätte.
Also beschloss ich, als ersten Schritt konsequent auf Zucker zu verzichten. Später ließ ich auch Gluten und Milchprodukte weg. Stattdessen begann ich, frisch zu kochen, aß viel Gemüse und entdeckte viele neue Lebensmittel für mich. Diese Form der Ernährung – eine entzündungshemmende Ernährung – tat mir gut. Meine Blutwerte verbesserten sich deutlich. Und auch meine Kundinnen und Kunden berichten mir oft schon nach zwei Wochen von einer spürbar besseren Verdauung und mehr Lebensqualität.
Unser Körper ist auf Nährstoffe angewiesen – sie sind im wahrsten Sinne des Wortes seine Baustoffe. Jeder einzelne erfüllt bestimmte Funktionen, viele wirken miteinander im Team. Sind einzelne Nährstoffe im Übermaß oder zu wenig vorhanden, geraten wichtige Prozesse aus dem Gleichgewicht. Nehmen wir beispielsweise zu viele Kohlenhydrate zu uns, aber zu wenig Eiweiß und gesunde Fette, passiert Folgendes: Wir fühlen uns nicht richtig satt. Die überschüssigen Kohlenhydrate werden als Fett gespeichert. Gleichzeitig fehlt den Zellen das gesunde Fett, das sie für ihre Arbeit brauchen. Die Muskeln werden abgebaut, weil nicht genug Eiweiß vorhanden ist. Die Schilddrüse kann nicht genügend Hormone produzieren. Reparaturprozesse im Körper laufen nicht mehr richtig ab.
Die Folge sind häufig stille Entzündungen im Körper, die langfristig zu Übergewicht, Erschöpfung und anderen Beschwerden führen können. Ein Teufelskreis entsteht: Wir essen mehr, sind aber dennoch unterversorgt. Anfangs versucht der Körper noch, diese Mängel auszugleichen. Doch irgendwann schafft er das nicht mehr. Dann fährt er bestimmte Funktionen herunter, z. B. die Schilddrüsenaktivität, etwa bei einer Diät oder chronischem Stress. Wenn dann auch noch die Ernährung zu einseitig ist und wichtige Nährstoffe fehlen, geht es uns insgesamt zunehmend schlechter. Entscheidend ist deshalb nicht, wie viel wir essen, sondern was wir essen. Wenn du deinen Körper mit hochwertigen Lebensmitteln versorgst, unterstützt du alle seine lebenswichtigen Prozesse.
Die Ursachen für chronische und Autoimmunerkrankungen können im Darm begründet liegen und stehen oft in direktem Zusammenhang mit der Ernährung. Denn rund 80 % des Immunsystems sitzt im Darm. Es sorgt dafür, dass Krankheitserreger, die über die Nahrung in den Körper gelangen, unschädlich gemacht und direkt ausgeschieden werden können. Daher kommt der Darmgesundheit eine Schlüsselrolle bei der Stärkung des Immunsystems zu.
Immunsystem und Darmgesundheit
Eine entzündungshemmende Ernährung kann Entzündungsprozesse im Körper gezielt beruhigen und das Immunsystem entlasten. Wissenschaftlich ist längst belegt, dass Ernährung und Darmgesundheit eng mit unserem Immunsystem verknüpft sind und dass bestimmte Nährstoffe den Heilungsprozess bei Entzündungen fördern. Entzündungshemmende Ernährung basiert vor allem darauf, sich frisch und vollwertig zu ernähren. Es kommen hauptsächlich Lebensmittel zum Einsatz, von denen wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass sie entzündungshemmend wirken. Eine beson-dere Bedeutung kommt den folgenden Nährstoffen zu: sekundäre Pflanzenstoffe, Probiotika, gesunde Fette wie Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Ballaststoffe.
Entzündungshemmende Ernährung …
•reduziert chronische Entzündungen: Entzündungshemmende Lebensmittel, reich an Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren, tragen dazu bei, chronische Entzündungen im Körper zu reduzieren. Diese sind oft mit einer geschwächten Immunfunktion verbunden, eine Ernährungsumstellung kann hier einen bedeutenden Unterschied machen.
•fördert ein gesundes Darmmikrobiom: Das Darmmikrobiom spielt eine zentrale Rolle für die Immunantwort. Eine entzündungshemmende Ernährung, die ballaststoffreiche Lebensmittel und probiotische Nahrungsmittel wie fermentierte Produkte einschließt, schafft eine günstige Umgebung für die Vielfalt und das Gleichgewicht der Darmbakterien. Und ein gesundes Darmmikrobiom wiederum stärkt die Abwehrkräfte.
•unterstützt die Immunantwort: Zahlreiche entzündungshemmende Lebensmittel sind reich an Nährstoffen, die für eine optimale Funktion des Immunsystems notwendig sind. Diese Lebensmittel liefern Antioxidantien, Vitamine und Mineralstoffe, die die Immunzellen stärken.
•reguliert das Immunsystem: Entzündungshemmende Ernährung trägt dazu bei, das Gleichgewicht im Immunsystem aufrechtzuerhalten. Dies ist wichtig, um entzündliche und Autoimmunreaktionen zu verhindern und sicherzustellen, dass das Immunsystem angemessen auf Bedrohungen reagiert, ohne überaktiv zu werden.
•ist ein ganzheitlicher Ansatz für die Gesundheit: Eine entzündungshemmende Ernährung ist nicht nur auf die Unterstützung des Immunsystems ausgerichtet, sondern fördert generell die Gesundheit. Sie kann helfen, das Risiko von chronischen Krankheiten zu reduzieren und das Wohlbefinden zu steigern.
Kurz gesagt: Eine entzündungshemmende Ernährung ist der Schlüssel, um das Immunsystem zu entlasten und gleichzeitig die Darmgesundheit zu fördern, um so chronische Entzündungen nachhaltig zu lindern. Im Folgenden sehen wir uns die einzelnen Nährstoffe und ihre Wirkung auf den Körper mal genauer an.
Mineralstoffe und Spurenelemente
Mineralstoffe und Spurenelemente sind lebenswichtige anorganische Nährstoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann, daher müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden. Sie übernehmen viele wichtige Aufgaben im Körper, etwa beim Aufbau von Zellen, Knochen und Zähnen oder bei der Regulation des Wasser- und Elektrolythaushalts.
Selen ist wie ein Schutzmantel für die Schilddrüse. Bei der Hormonproduktion entstehen immer freie Radikale, die unsere Zellen belasten können. Selen wirkt hier als Radikalfänger und schützt einerseits die Schilddrüsenzellen, andererseits ist es an der Umwandlung des Schilddrüsenhormons T4 in die aktive Form T3 in sämtlichen Körperzellen beteiligt.
Eisen und Jod sind die Grundbausteine für die Bildung der Schilddrüsenhormone. Da wir in Deutschland in einem Jodmangelgebiet leben, ist es sinnvoll, regelmäßig jodiertes Salz zu verwenden, um die Versorgung sicherzustellen. Ja, auch mit einer Schilddrüsenunterfunktion kannst du jodiertes Salz essen, nur supplementieren solltest du es nicht. Eisen ist vor allem für Frauen während der Periode ein Thema, da der Bedarf steigt und ein Mangel schnell zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit führen kann. Entweder kannst du an diesen Tagen besonders eisenhaltige Lebensmittel essen oder in Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ein Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.
Kalzium ist nicht nur für starke Knochen und Zähne wichtig, sondern spielt auch eine zentrale Rolle bei der Signalübertragung in den Zellen, der Muskelkontraktion, der Hormonausschüttung und der Blutgerinnung. Außerdem kann es sogar die Stimmung positiv beeinflussen. Wenn du auf Milchprodukte verzichtest, gibt es viele pflanzliche Kalziumquellen wie grünes Blattgemüse, Brokkoli, Mandeln, Sesam und kalziumreiches Mineralwasser.
Zink unterstützt das Immunsystem, hilft bei der Wundheilung, ist an der Bildung von Schilddrüsenhormonen beteiligt und wirkt entzündungshemmend. Ein Zinkmangel kann das Immunsystem schwächen und Entzündungen begünstigen. Gute Zinkquellen sind Kürbiskerne, Hülsenfrüchte, Nüsse und Haferflocken.
Magnesium ist der „Entspannungs-Mineralstoff“ schlechthin. Es sorgt dafür, dass Muskeln und Nerven richtig arbeiten, unterstützt die Energieproduktion in den Zellen und hilft, Entzündungen zu regulieren. Gerade bei Stress, Sport oder chronischen Erkrankungen steigt der Magnesiumbedarf. Magnesium hat außerdem eine entspannende Wirkung, kann PMS-Beschwerden lindern und Wassereinlagerungen vorbeugen. Viel Magnesium steckt in grünem Gemüse, Nüssen, Samen, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Sojaprodukten, Mandeln, Erdnüssen, Haferflocken, Linsen, Bananen, Rosinen und Kartoffeln.
Mineralstoffmangel
Oft passiert der Griff zur Schokolade nicht aus einem Heißhungergefühl heraus, sondern aus einem Mangel an Mineralien, genauer Magnesium und Zink. Denn Kakao enthält besonders viel Magnesium und Zink. Doch neben den Mineralien bringt herkömmliche Schokolade auch jede Menge Zucker mit, der wiederum ein absoluter Nährstoffräuber ist. Schokolade war auch bei mir lange eines meiner liebsten Nahrungsmittel. Was ich nicht wusste, war, dass ich mit meinen Nährstoffen in der Unterversorgung war! Dieser lässt sich zum Glück mit leckeren Alternativen begegnen.
Vitamine und Cofaktoren
Vitamine und Cofaktoren sind organische Verbindungen, die der Körper für lebenswichtige Funktionen braucht, aber meist nicht selbst herstellen kann. Deshalb müssen wir sie über die Nahrung aufnehmen. All diese Nährstoffe sind wie kleine Bausteine, die zusammen das Fundament für eine gesunde Schilddrüse und ein starkes Immunsystem legen.
Vitamin D ist bei chronischen und Autoimmunerkrankungen ein absolutes Muss, denn wir können es nicht in wirklich ausreichender Menge selbst bilden. Vitamin D wirkt wie ein Dirigent für das Immunsystem: Es reguliert Immunreaktionen, kann überschießende Entzündungen bremsen und ist direkt an der Funktion der Schilddrüse beteiligt. Studien zeigen, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel mit einem erhöhten Risiko für Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow einhergeht. Deshalb lohnt es sich, den eigenen Vitamin-D-Status regelmäßig checken zu lassen und gegebenenfalls gezielt zu supplementieren – vor allem in den dunklen Monaten.
Vitamin C ist ein wertvolles Antioxidans und schützt die Schilddrüsenzellen vor oxidativem Stress, der bei Entzündungen und Autoimmunprozessen im Körper entsteht. Es unterstützt außerdem die Eisenaufnahme, was gerade bei Schilddrüsenerkrankungen wichtig ist, da Eisen für die Hormonbildung gebraucht wird. Ein weiteres Plus: Vitamin C kann die Umwandlung von T4 in das aktive T3 fördern und so die Schilddrüsenfunktion unterstützen. Gute Quellen sind Beeren, Zitrusfrüchte, Paprika, Brokkoli und Petersilie.
Vitamin E ist ein echter Alleskönner, wenn es um Entzündungshemmung und Zellschutz geht. Es unterstützt das Immunsystem, schützt die Nerven und kann sogar das Risiko für bestimmte Krebsarten senken. Für die Schilddrüse ist Vitamin E besonders wertvoll, weil es die Zellen vor oxidativem Stress bewahrt – ein wichtiger Faktor, da bei Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto oder Morbus Basedow vermehrt freie Radikale entstehen. Außerdem kann Vitamin E helfen, Entzündungsprozesse im Schilddrüsengewebe zu bremsen. Besonders reich an Vitamin E sind Pflanzenöle wie Oliven- und Sonnenblumenöl, aber auch Bohnen, Tomaten, Brokkoli und Karotten.
B-Vitamine sind ein echtes Powerpaket für die Schilddrüse. Besonders wichtig sind Vitamin B2 (Riboflavin), B6 (Pyridoxin), B12 (Cobalamin) und Folsäure (B9). Sie sind an der Energieproduktion in den Zellen beteiligt, unterstützen die Hormonbildung und helfen, Homocystein abzubauen, ein Stoff, der bei erhöhten Werten Entzündungen fördern kann. Ein Mangel an B-Vitaminen kann die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen und zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder Stimmungsschwankungen führen. Wenn du dich pflanzenbasiert ernährst, solltest du vor allem auf eine ausreichende Versorgung mit B12 achten.
Vitamin B6 spielt eine zentrale Rolle im Aminosäurestoffwechsel und bei der Glukoseproduktion. Für die Schilddrüse ist B6 wichtig, weil es an der Bildung von Neurotransmittern beteiligt ist, die wiederum die Hormonregulation beeinflussen. In Kombination mit Magnesium kann Vitamin B6 helfen, den Hormonhaushalt auszugleichen und PMS-Beschwerden zu lindern. Außerdem unterstützt es den Serotoninstoffwechsel und sorgt so für mehr Wohlbefinden, was gerade bei Schilddrüsenunterfunktion und Stimmungsschwankungen hilfreich sein kann. Gute Quellen sind Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Bananen, Kohl und grüne Bohnen.
Vitamin B12 ist für die Schilddrüse und das gesamte Hormonsystem unverzichtbar. Es ist essenziell für die Blutbildung, die Funktion des Nervensystems und die Zellteilung. Ein Mangel an B12 kann zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und sogar neurologischen Beschwerden führen – Symptome, die sich bei Schilddrüsenerkrankungen noch verstärken können. Da Vitamin B12 fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt, solltest du, wenn du dich vegan ernährst, unbedingt auf angereicherte Produkte oder ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen, um deine Schilddrüse und dein Nervensystem optimal zu versorgen.
Coenzym Q10 wirkt als Antioxidans, schützt die Schilddrüsenzellen vor Schäden durch freie Radikale und kann laut Studien die erhöhte Aktivität der TRAK-Antikörper (TSH-Rezeptor-Antikörper) bei Morbus Basedow positiv beeinflussen. Das kann helfen, die Entzündungsaktivität zu senken und die Schilddrüse zu entlasten. Q10 steckt vor allem in Nüssen, Samen, Spinat, Brokkoli und fettem Fisch. Bei erhöhtem Bedarf kann auch eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein.
Enzyme: Biokatalysatoren für die Verdauung
Was viele nicht wissen: Die Schilddrüse benötigt für die Herstellung der Schilddrüsenhormone auch Enzyme. Sie sind sogenannte Biokatalysatoren, die chemische Reaktionen im Körper beschleunigen und ohne die viele Prozesse wie Atmung und Verdauung nicht funktionieren würden.
Für die Bildung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 braucht der Körper spezielle Enzyme, die dafür sorgen, dass das Hormon T4 in das aktive T3 umgewandelt wird. Dieser Prozess ist für unseren Energiehaushalt, die Zellfunktion und das Immunsystem essenziell. Fehlen diese Enzyme oder sind sie in ihrer Aktivität gestört, kann das weitreichende Folgen haben: von Müdigkeit und Antriebslosigkeit bis hin zu chronischen Entzündungen und Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto.
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass ein Enzymmangel nicht nur die Verdauung beeinträchtigt, sondern auch die Schilddrüsenfunktion aus dem Gleichgewicht bringen kann. Besonders relevant ist dabei die Versorgung mit Mikronährstoffen wie Selen und Zink. Ein Mangel an diesen Spurenelementen kann die Umwandlung von T4 zu T3 hemmen und so zu einer Unterfunktion führen, selbst wenn die Schilddrüse an sich gesund ist.
Auch Stress, Umweltgifte und hoch verarbeitete Lebensmittel können die Enzymproduktion im Körper drosseln. Das betrifft nicht nur die Verdauungsenzyme, sondern auch die Enzyme, die für die Hormonaktivierung und -regulation zuständig sind. Gerade bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse ist das ein Teufelskreis: Die chronische Entzündung schwächt die Enzymaktivität, was wiederum die Hormonproduktion und das Immunsystem weiter aus dem Gleichgewicht bringt.
Mit einer enzymfreundlichen Ernährung kannst du aktiv gegensteuern. Frische, unverarbeitete Lebensmittel liefern nicht nur wertvolle Nahrungsenzyme, sondern auch die nötigen Mikronährstoffe für die körpereigene Enzymproduktion. Rohkost, fermentierte Lebensmittel und gezielte Enzympräparate können helfen, die Verdauung zu entlasten und die Schilddrüsenfunktion zu unterstützen. Besonders bei Hashimoto und anderen Autoimmunerkrankungen empfehle ich, auf eine ausreichende Enzymzufuhr zu achten und regelmäßig die Mikronährstoffversorgung zu überprüfen.
Aminosäuren: Bausteine des Körpers
Aminosäuren sind die Grundbausteine aller Eiweiße (Proteine) und damit unersetzlich für den menschlichen Körper. Sie sind nicht nur für den Aufbau und Erhalt von Muskeln, Haut, Haaren und Organen notwendig, sondern auch für die Bildung von Enzymen, Hormonen (auch den Schilddrüsenhormonen), Immunzellen und Botenstoffen. Einige Aminosäuren sind essenziell, das heißt, sie müssen regelmäßig mit der Nahrung aufgenommen werden, weil der Körper sie nicht selbst herstellen kann.
Eine ausreichende Eiweißzufuhr ist daher für die Gesundheit und insbesondere für die Schilddrüsenfunktion wichtig. Eine proteinreiche Ernährung unterstützt den Stoffwechsel, stärkt das Immunsystem und ist an der Produktion von Hormonen beteiligt.
Bausteine der Schilddrüsenhormone: Die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) werden aus der Aminosäure L-Tyrosin und Jod gebildet. L-Tyrosin ist damit der zentrale Ausgangsstoff für die Hormonproduktion. Ein Mangel an Tyrosin oder Jod kann die Synthese der Schilddrüsenhormone beeinträchtigen und zu einer Unterfunktion führen.
L-Tyrosin – Schlüsselaminosäure: L-Tyrosin ist eine nicht essenzielle Aminosäure, das heißt, der Körper kann sie selbst herstellen. Sie ist nicht nur für die Schilddrüsenhormone, sondern auch für die Bildung von Neurotransmittern wie dem „Glückshormon“ Dopamin und den stressregulierenden Hormonen Noradrenalin und Adrenalin notwendig.
Tyrosinmangel kann mit einer verminderten Schilddrüsenhormonproduktion einhergehen. Besonders bei einer proteinarmen Ernährung kann die Tyrosinversorgung kritisch werden. Eine ausgewogene, eiweißreiche Ernährung mit hochwertigen Proteinquellen aus Fisch, Fleisch, Eiern, Milchprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen stellt in der Regel eine ausreichende Versorgung mit Tyrosin und anderen wichtigen Aminosäuren sicher.
