24 x Weihnachten neu erleben - Oskar König - E-Book
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24 x Weihnachten neu erleben E-Book

Oskar König

5,0

Beschreibung

Hier finden Sie 24 einmalige Einladungen: Mit jedem Kapitel öffnen Sie eine neue Tür, wie bei einem Adventskalender. Wohin führen diese Türen? Mitten hinein in die größte Geschichte aller Zeiten, die uns in der Weihnachtszeit überall umgibt. Sie sind eingeladen, Schritt für Schritt, Tür für Tür einzutauchen, in den wahren Sinn von Weihnachten. Und dann zu erleben, wie sich eine neue Freude ausbreitet ... Diese Erfahrung kann Ihr Leben verändern. Lassen Sie sich neu begeistern! "Dieses Buch ist wie ein Reiseführer, der den Leser in eine tiefe Begegnung mit Weihnachten hineinführt. Unsere grundlegende Frage nach dem Sinn des Lebens findet dort an der Krippe eine Antwort. Das Buch begeistert mich." Steffen Beck, leitender Pastor ICF Karlsruhe und Vorsitzender des Forums Evangelischer Freikirchen Karlsruhe "Es ist gut, wenn die christliche Botschaft von der Menschwerdung Gottes auch mit neuen zeitgemäßen Formaten weitergegeben wird. Toll!" Dr. Thomas Schalla, Dekan der evangelischen Kirche in Karlsruhe "Dieses Buch kann Leser und Leserinnen über alle konfessionellen Grenzen hinweg inspirieren." Hubert Streckert, Dekan der katholischen Kirche in Karlsruhe

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Erleben Sie Weihnachten nochmal ganz neu

Vor Ihnen liegen 24 einmalige Einladungen: Mit jedem Kapitel öffnen Sie eine neue Tür, wie bei einem Adventskalender. Wohin führen diese Türen? Mitten hinein in die größte Geschichte aller Zeiten, die uns in der Weihnachtszeit überall umgibt. Erleben Sie den wahren Sinn von Weihnachten und wie sich eine neue Freude ausbreitet. Schritt für Schritt. Tür für Tür.

Diese Erfahrung kann Ihr Leben verändern. Lassen Sie sich begeistern!

»Ich freue mich, dass die Botschaft von Weihnachten so neu entdeckt und erfahren werden kann. Das wird begeistern, quer durch alle Generationen hinweg.«

Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.

»Dieses Buch ist ein Reiseführer, der den Leser in eine tiefe Begegnung mit Weihnachten hineinführt.«

Steffen Beck, leitender Pastor ICF Karlsruhe und Vorsitzender des Forums Evangelischer Freikirchen Karlsruhe

»Es ist gut, wenn die christliche Botschaft von der Menschwerdung Gottes auch mit neuen, zeitgemäßen Formaten weitergegeben wird. Toll!«

Dr. Thomas Schalla, Dekan der evangelischen Kirche in Karlsruhe

»Dieses Buch kann Leser und Leserinnen über alle konfessionellen Grenzen hinweg inspirieren.«

Hubert Streckert, Dekan der katholischen Kirche in Karlsruhe

OSKAR KÖNIG

24x

WEIHNACHTEN neu

ERLEBEN

SCM R.Brockhaus ist ein Imprint der SCM Verlagsgruppe, die zur Stiftung Christliche Medien gehört, einer gemeinnützigen Stiftung, die sich für die Förderung und Verbreitung christlicher Bücher, Zeitschriften, Filme und Musik einsetzt.

ISBN 978-3-417-22987-5 (E-Book)

ISBN 978-3-417-26942-0 (lieferbare Buchausgabe)

Datenkonvertierung E-Book: CPI books GmbH, Leck

10. Auflage 2021

© 2020 SCM R.Brockhaus in der SCM Verlagsgruppe GmbH

Max-Eyth-Str. 41 · 71088 Holzgerlingen

Internet: www.scm-brockhaus.de · E-Mail: [email protected]

Soweit nicht anders angegeben, sind die Bibelverse folgender Ausgabe entnommen:

Neues Leben. Die Bibel, © der deutschen Ausgabe 2002 und 2006 in der SCM Verlagsgruppe GmbH Witten/Holzgerlingen.

Weiter wurde verwendet:

Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtschreibung, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart (LUT).

Umschlaggestaltung: Grafikbüro Sonnhüter, www.grafikbuero-sonnhueter.de

Titelbild: lavendertime (shutterstock.com)

Satz: typoscript GmbH, Walddorfhäslac

INHALT

Stimmen zum Buch

Wer ist Oskar König?

24-mal Weihnachten neu erleben

GLAUBE ALS HERAUSFORDERUNG

Tag  1

Die ganze Geschichte – Von Anfang bis zum Ende

Tag  2

Josef  – Der untergeschobene Glaube

Tag  3

Johannes (der Täufer)  – Vom Inhalt und der Verpackung

Tag  4

Der Weihnachtsbaum  – Warum wir den Tannenbaum aus dem Fenster werfen

Tag  5

Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas  – Verstand bitte draußen lassen?

Tag  6

Der Weihnachtsmann  – Wenn wir aufhören, daran zu glauben

GLAUBE ALS GESCHENK

Tag  7

Knecht Ruprecht  – Sind Sie schön artig gewesen?

Tag  8

Die Weihnachtsgeschichte nach Johannes  – Mehr Licht und mehr Liebe

Tag  9

Geschenke  – Vom Geben und Nehmen

Tag 10

Die Weihnachtsgeschichte nach Matthäus  – Jesus allein zu Haus

Tag 11

O du fröhliche  – Ein Fest der Familie

Tag 12

Wunschzettel  – Wie Gott unsere Gebete erhört

GLAUBE ALS WENDEPUNKT

Tag 13

Die Hirten  – Wenn wir nicht mit Gott rechnen

Tag 14

Stille Nacht  – Auf der Suche nach dem Weihnachtsfrieden

Tag 15

Der Stern  – Wie führt uns Gott heute?

Tag 16

Macht hoch die Tür  – Knockin’ on Heaven’s Door

Tag 17

Advent  – Der Wendepunkt

Tag 18

Die Heiligen Drei Könige  – Neue Wege gehen

GLAUBE ALS LEBENSSTIL

Tag 19

Das Christuskind  – Siehe, dein König kommt zu dir

Tag 20

Gloria in Excelsis Deo  – Zur Anbetung geschaffen

Tag 21

Maria(h)  – All I Want For Christmas Is You

Tag 22

Das Weihnachtsmusical  – Warum wir über den Glauben sprechen

Tag 23

Simeon  – Perspektive Ewigkeit

Tag 24

Die Krippe  – Weihnachten neu erleben

Danke

Anmerkungen

WER IST OSKAR KÖNIG?

Siehe, dein König kommt zu dir. Sacharja 9,9

Dieser Name ist ein Pseudonym und steht für alle Menschen, die das Projekt »Weihnachten neu erleben« gestalten, planen, umsetzen und feiern. Dieser Name hat für uns als Team viele Dimensionen. Der Vorname Oskar bedeutet ursprünglich »Der, den Gott schützt«. Darüber hinaus steht Oskar in unseren Bühnenproduktionen immer für Menschen, die auf der Suche nach der wahren Bedeutung von Weihnachten sind. Der Familienname König steht für unsere innere Überzeugung, dass wir zu Gottes Familie gehören, und dass an Weihnachten ein König geboren wurde.

Dieses Buch wurde geschrieben von:

Michael Hoffmann

Leitung, Idee und Autor

Theresa Mirkes

Leitung, Konzeption und Autorin

Christian Seeger

Assistenz, »Recherchen und Archiv« und Autor

Sandra Daub

Finalisierung, Standards und Autorin

Vanessa Friesen

Finalisierung und Autorin

Katharina Große

Autorin

Marlene Kaupa

Autorin

Annett Liebe

Autorin

Ina Marinov

Autorin

Julia Sailer

Autorin

Lara Wirsch

Autorin

24-MAL WEIHNACHTENNEU ERLEBEN

Die meisten von uns haben in ihrem Leben schon mindestens einmal »Stille Post« gespielt. Am Ende einer Runde »Stille Post« werden meist komische Sätze wie zum Beispiel »Anna stiehlt blaue Autos« verkündet, die sehr wenig bis gar nichts mit der ursprünglichen Nachricht zu tun haben. Dafür amüsieren sich die Teilnehmer umso mehr über das skurrile Ergebnis. Und über Anna.

Genauso ist es mit Weihnachten. Die Weihnachtsgeschichte wurde über zahlreiche Generationen, Kulturkreise und Kontinente hinweg weitererzählt. Wichtige Dinge wurden über die Jahrhunderte weggelassen und andere einfach hinzugefügt. Jede Generation feierte ihr eigenes Weihnachtsfest, welches sich von dem Fest der Generation zuvor unterschied. Herausgekommen ist heute ein wirklich unvergleichliches, wunderbares Fest mit viel Kitsch, Lebkuchen und dem ultimativen Weihnachts-Hit »All I Want For Christmas Is You«.

Doch ein Teil der Schönheit und der Relevanz für uns hier und heute ist über die vielen Stationen hinweg verloren gegangen. Wenn wir Weihnachten nur feiern, wie es die Generation vor uns getan hat, können wir die ursprüngliche Schönheit häufig nur noch erraten oder bestenfalls erahnen – genau wie bei der »Stillen Post«.

Was stand denn nun am Anfang von »Anna stiehlt blaue Autos«?

Wir wissen es nicht genau. Wir könnten es nur herausfinden, wenn wir einige Stationen zurückgehen und versuchen würden, möglichst nahe an den Anfang zu kommen.

Genau das möchten wir in diesem Buch mit Ihnen zusammen tun: möglichst nahe an den Anfang herankommen, um zu verstehen, warum wir Weihnachten feiern, wie wir es nun einmal feiern. Denn an Weihnachten gibt es – wie bei der »Stillen Post« – Worte und Geschichten, von denen wir überzeugt sind, dass Sie diese noch nicht kennen. Daher wollen wir versuchen, persönlich und ganz nah an Weihnachten heranzukommen »und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, und die uns der Herr kundgetan hat« (Lukas 2,15b).

Oder anders gesagt: Um uns selbst ein Bild von diesem Fest zu machen. Von dem echten, realen und für uns heute noch relevanten Weihnachten.

Wir verwenden im Laufe dieses Buches einige Zitate aus der Bibel. Die Klammer liest sich »Lukas 2, Vers 15b«, was bedeutet, dass dieses Zitat im Buch Lukas der Bibel, im zweiten Kapitel und im zweiten Teil (b) von Vers 15 steht. Wir sind überzeugt: Diese Erfahrung kann Ihr und unser Leben verändern!

Als sich die Heiligen Drei Könige auf ihre eigene Suche nach Weihnachten machten, »erschien ihnen der Stern und führte sie nach Bethlehem. Er zog ihnen voran und blieb über dem Ort stehen, wo das Kind war« (Matthäus 2,9b). Eigentlich waren es gar keine Könige, sondern Sterndeuter, oder besser gesagt Weisen aus dem Morgenland, aber … Stille Post! Der Stern führte sie also direkt zu Maria und Josef und dem Kindlein im Stroh. Und genau diese ganz persönliche Begegnung mit Weihnachten, dieser einzelne Moment brachte Freude, Staunen und Anbetung in das Leben jener drei Männer.

Unser Gebet ist es, dass dieses Buch für Sie zu solch einem besonderen Stern wird. Dass die nachfolgenden 24 Kapitel, die wie ein Adventskalender gelesen werden können, Sie zu einer persönlichen Begegnung mit Weihnachten führen. Und dass Freude, Staunen und Anbetung in Ihr Leben Einzug halten. Es kann sein, dass Sie davon überzeugt sind, bereits alles über Weihnachten und den christlichen Glauben zu wissen, aber vielleicht sind Freude, Anbetung und Staunen in Ihrem Leben verloren gegangen. Dann wünschen wir Ihnen von Herzen, dass Sie mit diesem Buch Weihnachten neu erleben.

In jedem Kapitel geht es um eines von vier zentralen Weihnachtsthemen. Dazu finden Sie als Orientierung im Inhaltsverzeichnis die folgenden vier Symbole:

Biblische Figuren oder Elemente der Weihnachtsgeschichte

Alte und neue Weihnachts-Traditionen

Die Weihnachtsgeschichte aus verschiedenen Evangelien der Bibel

Weihnachts-Lieder

GLAUBE ALSHERAUSFORDERUNG

TAG 1

Die ganze Geschichte – Von Anfang bis zum Ende

Jede gute Story lebt davon, dass ihre ganze Geschichte erzählt wird – nicht nur ein Teil oder eine einzelne Episode. Wer bei House of Cards, einer amerikanischen Netflix-Serie mit insgesamt sechs Staffeln, nur Folge drei in der fünften Staffel gesehen hat, weiß nicht wirklich, wer Frank Underwood ist und was ihn antreibt. Man hat keine Ahnung von seinem langen Weg an die Macht und man kann seine Motive nur erahnen. Wer in seinem Leben nur eine Folge der Lindenstraße, der ältesten deutschen Seifenoper, gesehen hat, weiß nicht wirklich, wer gerade mit wem und warum zusammen ist. Das komplexe Beziehungsgeflecht dieser Serie bleibt bei fast zweitausend Folgen und nach 34 Jahren Sendezeit auch dem cleversten Zuschauer verborgen, wenn er sich nur eine einzelne Folge ansieht.

Das leuchtet uns allen ein. Bei der Weihnachtsgeschichte allerdings denken wir anders. Wir glauben, dass wir mit einem einzigen Kapitel (»Es begab sich aber zu der Zeit …« aus Lukas 2,1a) die ganze Geschichte und ihre Bedeutung erfasst haben. Wir glauben, dass wir alle Beziehungsdimensionen, die in der Weihnachtsgeschichte vorkommen, in einer einzigen Folge erkennen können. Die Sache aber ist die: Wenn wir nur eine Folge kennen, haben wir keine Ahnung von dem langen Weg an die Macht, den das Christuskind gegangen ist (und können seine Motive in dieser einen Episode Weihnachten bestenfalls erahnen). Die Weihnachtsgeschichte wurde von einer Story mit 1189 Kapiteln in 66 Büchern der Bibel und einer »Sendezeit« von mehreren Tausend Jahren auf wenige, einzelne Sätze und Worte reduziert. Wie bei einem großen »Stille Post«-Spiel sind dabei viele Informationen auf der Strecke geblieben. Deshalb wollen wir uns auf den Weg machen und diese Geschichte von Anfang bis zum Ende erzählen.

Am Anfang

Die Weihnachtsgeschichte ist im Prinzip die Geschichte von Gott und uns Menschen. Dieser Bericht begann jedoch nicht erst vor gut zweitausend Jahren in der einen Nacht in Bethlehem. Nein, der Anfang ist auch der Beginn unseres Seins, also der Menschheitsgeschichte. Auf den ersten Seiten der Bibel wird Gott als der Schöpfer des Himmels und der Erde beschrieben. Heute würde man sagen: Die Bibel beschreibt Gott als den Schöpfer des Universums und des Lebens. Und alles, was Gott geschaffen hatte, war sehr gut. Alles war am richtigen Platz und lebte in vollständiger Harmonie miteinander. Das waren paradiesische Zustände!

Es gab einen Schöpfer, es gab eine Schöpfung und uns Menschen. Die Schöpfung, also diese von Gott geschaffene neue Welt, war der Lebensraum der Erdenbewohner. Wir hatten von Gott den Auftrag, uns um diese Kreation zu kümmern. Es war unsere Aufgabe, das Feld zu beackern und den Garten zu pflegen. Doch schon nach drei Folgen haben wir diesen Job ordentlich vermasselt.

Zunächst einmal war jedoch alles sehr gut. Wirklich guuuuut (Erinnern Sie sich an diese Szene mit Morgan Freeman als Gott in »Bruce Allmächtig«1?). Wir sollten diese Welt, in der jeder Tag Neues hervorbrachte, ordnen und bewahren. Und Gott segnete alles. Wirklich alles: die Erde, die Tiere, die Pflanzen und uns Menschen mit unseren Beziehungen. Wir lebten im Einklang mit unserem Schöpfer und mit der Schöpfung und auch untereinander herrschte ein harmonischer Klang. Es gab diesen »Frieden auf Erden«, der in der Weihnachtsgeschichte von den Engeln besungen wurde (Lukas 2,14). Das war also der Anfang und der Ursprung der Weihnachtsgeschichte. Die erste Folge der ersten Staffel, um im Bild zu bleiben.

Und das Ende der Geschichte?

Um nun einen Ausblick auf die letzte Folge der letzten Staffel zu geben (Achtung: Spoiler-Alarm!), können wir Ihnen versichern: Am Ende wird auch wieder »Frieden auf Erden« sein! Doch am Schluss der Weihnachtsgeschichte stehen nicht etwa kirchliche Feste wie Ostern oder Pfingsten. Nein, das Ende hat eine erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Anfang. Die Bibel zeigt uns auf den letzten Seiten ihres allerletzten Buches einen Ausblick, worauf sich alles hin entwickeln wird: »Er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein und Gott selbst wird bei ihnen sein. Er wird alle ihre Tränen abwischen, und es wird keinen Tod und keine Trauer und kein Weinen und keinen Schmerz mehr geben« (Offenbarung 21,3b-4a).

Genau wie der Anfang dieser Geschichte wird auch das Ende werden. Gott wird wieder bei den Menschen sein. Himmel und Erde werden wieder eins. Es wird wieder diesen Frieden auf Erden geben, mit dem alles angefangen hat. Die Frage, die sich nun aufdrängt, wenn alles bei Gott begann und alles zu Gott hinlaufen wird, ist: Warum entdecken wir so wenig von Gott und von diesem göttlichen Frieden in unserer Welt? Warum spüren wir so wenig von Weihnachten in den elf Monaten nach Dezember? Was ist in unserer Geschichte schiefgegangen?

Der »Apfel« und seine Folgen

Sicher kennen Sie die Geschichte von Adam und Eva. Diese eine Episode in der ersten Staffel mit der verbotenen Frucht (die fälschlicherweise immer als Apfel bezeichnet wird). Sie ist schnell erzählt und beinhaltet eine tief sitzende Wahrheit über Gott, den Schöpfer, und seine Geschöpfe. Gott schuf uns Menschen ja bekanntlich »nach seinem Bilde« (vgl. 1. Mose 1,27). Das heißt, er machte uns zu einem Gegenüber von sich selbst. Mann und Frau sind sozusagen eine Art Abbild von ihm. Und darum haben wir Menschen eine unglaubliche und unantastbare Würde. Gott hatte so viel Respekt vor seinen Geschöpfen, dass er ihnen eine Wahlmöglichkeit gab (diese erste Wahlmöglichkeit der Menschen ist in 1. Mose 2,9 nachzulesen). Wir haben seitdem die Möglichkeit, uns nach freiem Willen zu entscheiden, wie wir leben möchten. Eine unglaubliche Würde, aber auch eine hohe Bürde. Wir haben die Möglichkeit zu wählen, aber damit verbunden auch die Qual der Wahl und infolgedessen auch die Bürde, mit allen Konsequenzen unserer Entscheidungen leben zu müssen. In vielen Episoden der großen Geschichte ist davon die Rede. Unglaublich spannende Folgen!

Und wir Menschen haben uns entschieden. Wir haben uns entschieden, nach unseren eigenen Regeln zu leben und unsere eigene Geschichte zu schreiben. Wie Kinder wollten wir »selbst groß« sein und selbstbestimmt nach unserem freien Willen leben. Seitdem Adam und Eva sich stellvertretend für alle Menschen entschieden hatten, von der verbotenen Frucht zu essen und sich damit von Gott abzuwenden, hatten wir eine über die Maßen herausfordernde Aufgabe. Wir mussten zwischen Gut und Böse unterscheiden. Und wir entschieden uns nicht immer für das Richtige. Dieser Wendepunkt der Geschichte war wie eine gewaltige Zäsur in der damaligen heiligen, friedvollen Welt. Die Menschen, die bisher keine Geheimnisse voreinander und vor ihrem Schöpfer hatten, fingen an, sich voreinander und vor Gott zu schämen. Die Scham führte zur Distanz. Die Distanz führte zu Missverständnissen und Konflikten. Sie fingen an, sich zu misstrauen und zu rebellieren. Schon in der dritten Episode der ersten Staffel kam es zu Mord und Totschlag. Kain traf die Entscheidung, seinen Bruder Abel umzubringen (vgl. 1. Mose 4). In der Bibel wird beschrieben, wie Kain als Folge dieser Entscheidung auf der Flucht war. Er wurde von seiner Schuld und seinem schlechten Gewissen getrieben. Er hatte sein inneres Gleichgewicht verloren und entfernte sich immer mehr von Gott. Und damit von dem Ort seiner Bestimmung (vgl. 1. Mose 4,16).

Diesen einen Ort gab es wirklich. Dort war alles am richtigen Platz, und Gottes Frieden ruhte auf allem was war. Kain verließ diesen Ort, und mit Kain waren wir Menschen nicht mehr dort, wo wir eigentlich sein sollten. Bis heute entfernen wir uns immer weiter davon. Das Besondere an dieser Geschichte (die mit Adam, Eva, Kain und Abel ihren Anfang nahm) ist aber, dass die tiefe Wahrheit nicht in ihrer historischen Bedeutung liegt, sondern in ihrem Bezug zur Gegenwart und zu unserem eigenen Leben. Jetzt, gerade in diesem Augenblick, wenn Sie diese Zeilen lesen, ereignet sich diese Geschichte neu. Denn auch wir haben heute eine Wahlmöglichkeit. Wir können uns entscheiden, wie wir leben möchten. Entweder selbstbestimmt und von Gott, unserem Schöpfer, unabhängig nach unseren eigenen Regeln mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Oder so, wie es unserer ursprünglichen Bestimmung entspricht: mit Gott, unserem Schöpfer, vertrauensvoll verbunden.

Vielleicht fühlen Sie sich ein wenig so wie Kain und Sie spüren, dass Sie den Ort Ihrer Bestimmung verloren haben. Dass Sie irgendwie auf der Flucht sind und getrieben werden. Dann haben wir eine gute Nachricht für Sie: Gerade dann kann die Weihnachtsgeschichte zu Ihrer Geschichte werden, zu Ihrer ganz persönlichen Heilsgeschichte: »Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren (…)« (Lukas 2,10b-11; LUT).

Zurück zum Anfang

Wenn wir also verstehen wollen, wer dieser Heiland wirklich ist, müssen wir die Weihnachtsgeschichte von Anfang an erzählen. Es ist wie bei der »Stillen Post«. Wir müssen zu dem Spieler kommen, der sich den Satz: »Anna stiehlt blaue Autos« ausgedacht hat. Nur so können wir komplett verstehen, worum es eigentlich geht. Wenn wir die Weihnachtsgeschichte aber erst an der berühmten Stelle »Es begab sich aber zu der Zeit …« beginnen lassen, gehen wir zu wenige Spieler zurück. Die Weihnachtsgeschichte würde dann mit einer frustrierten, verbitterten und von Gott getrennten Welt beginnen. Die Menschen der damaligen Zeit waren hoffnungslos und fühlten sich weit entfernt von Gott. Es war über 400 Jahre her, dass Gott durch einen Propheten zu ihnen gesprochen hatte. In jener Zeit lebten die Menschen unter der brutalen Herrschaft Roms. Sie sehnten sich nach einem Eingreifen Gottes. Sie hofften auf einen Retter. Auf jemanden, der sie und ihr Land zu alter Größe und Schönheit zurückführen und sie von der Unterdrückung Roms befreien würde – »make Judäa great again«. Sie sehnten sich nach einem Messias.

Würden wir die Weihnachtsgeschichte von dieser Situation ausgehend erzählen, dann wäre Weihnachten »nur« eine Geschichte von Befreiung und Erlösung. Es ginge darum, die bösen Menschen zu bestrafen und die guten Menschen zu belohnen. Es wäre die Geschichte von Knecht Ruprecht (zu dem wir im 7. Kapitel noch etwas mehr schreiben werden), der die bösen Kinder mit der Rute bestraft und die lieben Kinder mit Geschenken belohnt. Es wäre nur eine moralisch religiöse Geschichte. Wie die meisten Menschen der damaligen Zeit würden wir nicht erkennen und verstehen, wer oder was dieses Christuskind wirklich ist.

Was für eine Vorstellung haben Sie von diesem Christuskind? Nach welchem Heiland sehnen Sie sich? Die Menschen damals träumten jedenfalls von einem großen politischen Führer, von einem Kriegsherrn und Befreier, der die Römer ein für alle Mal aus dem Land werfen und Gerechtigkeit üben würde.

Aber Gott sprach von einem »Friedensfürst« (vgl. Jesaja 9,5).

Etwas Neues beginnt

Die Weihnachtsgeschichte ist wie ein neuer Anfang, eine neue Staffel in der Geschichte zwischen Gott und uns Menschen. Es war und ist sein tiefster Wunsch, diesen ursprünglichen Frieden wiederherzustellen. Der Schöpfer wollte und will die ganze Schöpfung und jedes einzelne Geschöpf wieder zum Ort seiner Bestimmung zurückführen, in den »Garten Eden«, in dem wieder uneingeschränkte Gemeinschaft mit Gott und tiefer Frieden mit ihm möglich ist.

Es geht an Weihnachten nicht um unsere moralischen Fehler und Defizite und dass dafür jemand seinen Kopf hinhalten muss. Es geht um etwas viel Größeres: Es geht darum, sich wieder selbst als Geschöpf eines liebevollen Schöpfers zu verstehen und zu erleben, was es bedeutet, im Frieden mit Gott zu leben. Wir haben uns im scheinbar endlosen Lauf der Zeit so weit von dieser ursprünglichen Bestimmung entfernt, dass wir nicht mehr allein zum »Garten Eden« zurückfinden. Sie kennen das sicher: Eine falsche Entscheidung führt oft automatisch zur nächsten, und am Ende stehen wir da und fragen uns, wie wir nur hierhergekommen sind. Wir sind auf unserer Reise verloren gegangen und brauchen jemanden, der uns findet und zurück nach Hause bringt. Darum geht es an Weihnachten.

»Der Menschensohn (das Christuskind – Anmerkung des Autors) ist nämlich gekommen, um Verlorene zu suchen und zu retten« (Lukas 19,10).

TAG 2

Josef – Der untergeschobene Glaube

Haben Sie Ihre Weihnachtskrippe schon aufgebaut? Wenn nicht, lassen Sie sich inspirieren, wie Sie Ihre Figuren aufstellen können: Maria können Sie in den Stall neben das Christuskind in der Krippe stellen, die Engel passen je nach Ausführung auf das Dach oder auf eine Erhöhung hinter den Stall mit Sichtkontakt zu den Hirten auf dem Weg. Vielleicht haben Sie auch noch ein paar Schafe bei den Hirten stehen und die Heiligen Drei Könige im Eingang aufgereiht. Ach ja, und Josef sollten Sie nicht vergessen, vermutlich die größte Figur mit dem grau-braunen Mantel (falls Sie ihn schon zu den Hirten gestellt haben, kleiner Tipp: Josef hält meistens eine Laterne in der Hand), und er macht sich ganz gut im Stall neben dem Ochsen im Hintergrund, etwa hinter dem goldenen Heiligenschein an der Krippe.

Bei den traditionell handgeschnitzten Krippenfiguren orientiert sich die Größe der übrigen Krippenfiguren am Josef, da er in der aufrecht stehenden Position die größte Figur im Krippen-Set darstellt. Sie schmunzeln jetzt vielleicht. Aber selbst in den ausgeschmücktesten Versionen der Weihnachtsgeschichte ist Josef nur Nebendarsteller ohne Redeanteil.2 Josef findet allgemein sehr wenig Erwähnung in der Bibel. Um genau zu sein 25 Nennungen bei Lukas, 17 bei Matthäus, 2 bei Johannes, und bei Markus steht gar nichts über ihn. Zu Wort kommt er auch nicht. Maria, das Baby in der Krippe, die Engel. Sie alle begegnen uns in verschiedensten Ausführungen in Weihnachtsdekorationen oder werden in Weihnachtsliedern besungen. Aber eigentlich ist dieser Umstand auch nicht verwunderlich. Denn wenn man etwas darüber nachdenkt, war die Weihnachtsgeschichte für Josef insgesamt auch nicht sonderlich rosig.

Alles fing damit an, dass Maria Josef gestand, schwanger zu sein. Die beiden waren zu dem Zeitpunkt erst verlobt. Und als ob das zu jener Zeit nicht schon schlimm genug gewesen wäre, wusste Josef ganz sicher, dass es nicht mal sein Kind sein konnte. Er konnte nichts für das Kind, er bekam es einfach untergeschoben.

Im Jahr 2017 wurden 41,9 % der Neugeborenen evangelisch oder katholisch getauft, während der Anteil der regelmäßigen Gottesdienstbesucher der evangelischen und katholischen Kirchen im Verhältnis zu Kirchenmitgliedern bei etwa 6,7 % liegt.3 Nun werden die wenigsten von uns ein Kind zugeschustert bekommen haben. Aber vielleicht geht es Ihnen in einem etwas anderen Aspekt doch sehr ähnlich: Wurden in Ihrem Leben Entscheidungen über Ihre religiöse Identität getroffen, für die Sie gar nichts können? Wurden Ihnen Traditionen weitergegeben, nach denen Sie eigentlich nie gefragt haben? Haben Sie vielleicht ganz ungefragt (und eventuell auch ungewollt) den christlichen Glauben untergeschoben bekommen wie Josef das Christuskind?

Es folgt eine Auflistung von Glaubenstraditionen, die Ihnen vermutlich bekannt vorkommen (Sie können gerne einen mentalen Haken hinter die Punkte setzen, die auf Sie zutreffen):

• Vielleicht sind Sie getauft. Die Taufkerze steht auch noch hinten im Schrank (weil es Oma arg wäre, wenn man sie ganz wegtut).

• Vielleicht sind Sie zusätzlich konfirmiert oder gefirmt.

• Freitags gibt es bei Ihnen Fisch.

• In den Wochen von Fasching bis Ostern verzichten Sie womöglich auf Alkohol.

• Bei den Großeltern steht sonntagmorgens der Radiogottesdienst auf dem festen Programm (und den Sender zu wechseln wäre eine sehr unkluge Entscheidung).

Haben Sie sich in einem der Punkte wiedergefunden?

Jetzt spricht nichts gegen religiöse Traditionen an sich, genauso wie auch ein Kind an sich etwas Wunderbares ist. Aber im Kontext der Weihnachtsgeschichte wird sich Josef sicher gefragt haben: Im Ernst, Maria? Hast du mich betrogen?

Genauso könnten auch Sie fragen: »Mutter, Vater, habt ihr mich hintergangen?« als Ihre Familie Ihnen diesen Glauben zugeschoben hat, für den Sie sich unter Umständen nie selbst entschieden haben.

Stillschweigend verlassen

Lassen Sie uns an dieser Stelle noch mal zurückschauen, wie Josef mit seiner Situation umgegangen ist.

»Josef, ihr Verlobter, war ein aufrechter Mann. Um sie nicht der öffentlichen Schande preiszugeben, beschloss er, die Verlobung in aller Stille zu lösen« (Matthäus 1,19). Zwar nicht glücklich mit dem Umstand, aber immer ehrenhaft, nahm sich Josef vor, Maria heimlich zu verlassen. Ohne ein großes Thema daraus zu machen, ohne Anschuldigungen und öffentliche Diskussion.

Nun, zurück zu unserer Situation. Wenn Sie den Konfirmandenunterricht besucht oder eine Firmung erhalten haben, erinnern Sie sich bestimmt noch an die verpflichtenden Gottesdienstbesuche. Und auch an die darauffolgenden Sonntage, nachdem Sie Ihr Soll erfüllt hatten und dann still und leise die Kirchenbank wieder gemieden haben. Ohne ein großes Thema daraus zu machen, ohne Erklärung und emotionale Diskussion. Vielleicht haben Sie auch wie Josef das Thema einfach stillschweigend auslaufen lassen.

Dass es freitags Fisch gibt, ist keine Erfindung der Cafés und Restaurants, sondern eine christliche Tradition: im Gedenken an Karfreitag wurde jeden Freitag Fleisch gefastet. Damals waren die Grenzen zwischen Pescetarier und Vegetarier offensichtlich noch fließend. Der Fisch war außerdem ein Geheimsymbol der ersten Christen. Aber die Geschichte geht für Josef offensichtlich noch weiter (immerhin steht er auch an diesem Weihnachten wieder neben Maria und dem Ochsen an der Krippe). Die große Frage ist: Warum hat sich Josef gegen eine stillschweigende Trennung entschieden? Warum hat er nicht den leichten Weg gewählt, sich aus der Affäre zu ziehen? Die Antwort ist einfach. Josef hatte den entscheidenden Vorteil, dass er die Situation und alle Hintergründe von einem Engel erklärt bekam: Das Kind war von Gott, er sollte Maria nicht verlassen und die ganze Affäre (darf man das überhaupt so nennen?) war Teil eines größeren Plans. Das sind in jedem Fall starke Argumente – und dann auch noch präsentiert von einer übermenschlichen Gestalt. Kein Wunder, dass der Engel seine Ansprache mit »Fürchte dich nicht« (vgl. Matthäus 1,20) einleiten musste.

Den wenigsten von uns wird ein Engel persönlich erscheinen, außer man zählt die Weihnachtschöre, die mit engelsgleichen Stimmen ihr lang gezogenes Glooooria in Excelsis Deo aus dem Radio in der Küche der Großeltern trällern. Aber wenn schon kein Engel gute Gründe aufzählt, warum auch wir unser »untergeschobenes Kind« nicht einfach stillschweigend links liegen lassen sollten, lassen Sie uns doch gemeinsam betrachten, was Josef weiterhin erlebt hat.

Dem Kind einen Namen geben

Josef entschied sich für das Kind und nahm es wie sein eigenes in seine neue Familie mit Maria auf. Auch wenn er praktisch nicht mit dem Kind verwandt war, wird am Anfang der Weihnachtsgeschichte im Buch Matthäus Josefs Stammbaum durchbuchstabiert (um die Weihnachtsgeschichte im Buch Matthäus geht es im 10. Kapitel dieses Buches). Er stand fest zu dem Kind mit seinem Namen.

Auch wir können den christlichen Glauben nicht einfach nur von unseren Eltern oder Großeltern »erben«. Wenn wir wirklich glauben wollen, wenn wir mehr wollen, als nur ein paar nette Traditionen mitzunehmen, müssen auch wir »dem Kind einen Namen geben«.

Nur was erwartet uns, wenn wir den Glauben bewusst annehmen?

Kennen Sie die Geschichte, in der Jesus mit zwölf Jahren bei einer Pilgerfahrt verloren ging? Nach langem Suchen fanden Josef und Maria das Kind wieder, das einfach am Ende der Pilgerreise in Jerusalem zurückgeblieben war. Die Eltern waren fassungslos, als sie ihn dort fanden. Maria fragte: »›Kind! (…) Wie konntest du uns das antun? Dein Vater und ich waren in schrecklicher Sorge. Wir haben dich überall gesucht.‹ ›Warum habt ihr mich gesucht?‹, fragte er (Jesus). ›Ihr hättet doch wissen müssen, dass ich im Haus meines Vaters bin‹« (Lukas 2,48-49). Über diese Aussage wunderten sich die Eltern noch länger.