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Es geht hier im Teil 1 zunächst um die Gründung einer Familie sowie das liebevolle Zusammenleben, als auch um die Entwicklung und Erziehung eines Kindes dieser Familie. Der Text enthält aber auch einige Beispiele für Dinge, um die es hauptsächlich in Teil 2 geht. Frank Degelmann hat sich nach einer handwerklichen Ausbildung auf den Fitnessbereich konzentriert und dort auch als Trainer gearbeitet. Er wurde später Betreiber eines eigenen Fitnesscenters. Daraufhin erlitt er mit 36 Jahren einen Schlaganfall und ist seitdem arbeitsunfähig. Er hat allerdings die Entwicklung seines Sohnes stets begleitet. Nach tollem familiären Zusammenleben hat sich seine Frau von ihm getrennt und lebt seitdem mit ihrem gemeinsamen Sohn bei ihrem neuen Freund. Frank war immer positiv dazu eingestellt. Sie haben auch danach noch alle gemeinsam für den Sohn gesorgt und somit seine Entwicklung positiv beeinflusst. Auch nach der Trennung blieb der Kontakt zu meinem Sohn stets aufrechterhalten und der ist bis heute phänomenal. Im Jahr 2017 habe ich eine Sinnesumwandlung erleben dürfen. Diese ist auch verantwortlich für den Teil 2 der Reihe 50 Jahre. Mit Sinnesumwandlung ist hier gemeint, dass ich inzwischen dank derselben die Welt mit ganz anderen Augen sehen kann. Es handelt sich hier um eine Rückschau auf mein gelebtes Leben, sowie die daraus entstandenen Rückschlüsse, als auch die freudige Erwartung auf folgende Erlebnisse, jetzt allerdings mit einer völlig anderen Einstellung zu den Dingen. In der Hoffnung, dass dieselbe möglichst vielen Menschen helfen werde, habe ich die Teile 1 + 2 nun zusammengefügt. Denn sie gehören zusammen. In Teil 1 habe ich schon viele Dinge aufgeschrieben, ohne die neue Lebenseinstellung überhaupt zu kennen. Trotzdem sind es Beispiele für die in Teil 2 näher beschriebene Denkweise. Jeder Traum lässt sich realisieren! Vielen Dank das ich dieses Buch schreiben konnte und viel Spaß beim Lesen!
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Seitenzahl: 199
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Vorwort
So fing alles an
Mitten im Leben
Krankheit
Zufriedenheit
Zukunft
Die zweiten 50
-
Die Gedanken sind frei -
Vorwort
Wie die Zeit vergeht
Rock or bust Tour
Veränderungen
Zwei Sichtweisen
Die Zeit geht weiter
Sowieso
Der elementare Vorgang
geschrieben und eingefügt Januar 2018 von Frank Degelmann
Ich habe dieses Buch eigentlich nur für meinen Sohn geschrieben, und nicht veröffentlicht. Fertiggestellt habe ich es im Jahr 2014, als ich 50 wurde.
Ich bin inzwischen, wir haben das Jahr 2018, auf eine neue Sichtweise gestoßen, und schreibe deshalb noch ein zweites Buch. Das ist auch vor allem der Grund, warum ich jetzt dieses Buch doch veröffentliche.
Es ist nämlich so, das mir bei wiederholtem lesen dieses Buches auffiel, das ich in diesem Buch bereits einige Beispiele aufgeschrieben hatte. Unbewusster Weise, denn ich habe die Geheimnisse erst viele Jahre später wiederentdeckt und habe hier „nur“ meine Vergangenheit erzählt.
Irgendwie ist es so als gehörten die einfach zusammen.
Ich denke das ich im Leben durch meine Erlebnisse, zu dem Punkt wo ich jetzt gerade stehe, geführt werden sollte.
Aus diesem Grund glaube ich, das es wichtig ist das ich auch dieses Buch veröffentliche.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmal bei meinem Sohn bedanken, das er mir dafür die Genehmigung erteilt hat. Ich gebe zu ich habe ihn erst recht spät darum gebeten.
Aber daran kannst du sehen was für einen tollen Sohn ich habe.
Ich bleibe übrigens hier beim du, denn ich finde das einfach viel persönlicher. Ich hoffe „du“ hast nichts dagegen, denn das macht uns die Sache wesentlich einfacher.
Vielen Dank
Ich schreibe diese Zeilen,
in erster Linie für meinen Sohn und Iris.
Also mein lieber Sohn und Iris,
ich danke Euch für
die Liebe und die schönen Zeiten,
die wir schon zusammen erleben durften.
Mögen noch einige davon folgen.
Ich habe eine Serviette bei Timo im
Zimmer aufgehängt, darauf steht.
Wenn wir zusammen sind ist alles andere Pupsegal!!
Ich schaue auf die Bilder an meiner Wand, fast auf jedem lächelt er mich an, und ich bekomme gute Laune. Es sind Bilder von meinem Sohn, ich habe sie fast überall in meiner Wohnung verteilt, in jeder Altersklasse. Es gibt nichts auf der Welt was ich mehr lieb habe als meinen Sohn. Und es erfreut mich, das es ihm so gut geht.
Es gibt auf der Welt nur wenige Dinge die zählen.
Die Heimat und
vor allem die Menschen die man liebt.
...1964 In diesem Jahr war alles noch ziemlich dunkel, und dreckig waren die Häuser. Frank wurde geboren. In Hamm am Randruhrgebiet waren damals auch noch viele Zechen. Es wurde noch Kohle abgebaut.
“Die 50 sieht zuerst bedrohlich aus,
aber ich lasse mich davon nicht unterkriegen .“
Henry Maske.
Es ist tatsächlich alles irgendwie besser geworden. Unpolitisch, angstfrei und wohlstandsgenährt, die Kinder des deutschen Wirtschaftswunders gelten als Generation ohne große Charakteristika, der Jahrgang der Thomase, Sabines, Michas und Susannes. Anders als die achtundsechziger mussten sie nicht gegen ihre Eltern rebellieren.
Dennoch wählten sie neue Lebensentwürfe. Rumgammeln, Studium anfangen und wieder abbrechen, nach Griechenland trampen, arbeiten und es wieder sein lassen, heiraten, sich wieder scheiden lassen, Patchwork Familien gründen oder gleich lieber Single bleiben, die Babyboomer leben ganz anders als ihre Eltern.
Und sie altern anders als ihre Eltern. Das ist an sich natürlich noch keine Leistung. Aber es ist eine Lebenshaltung. Denn die vierundsechziger, sind ein Produkt der Zuversicht, vor allem in Westdeutschland. Doppelhaushälfte, Neuwagen, Urlaub im Ausland, unsere Eltern waren Kriegskinder, die ihre Entbehrungen vergessen wollten und dafür fleißig arbeiteten.
Wir wuchsen nicht im Überfluss auf, aber in einem nie gekannten Wohlstand. Vor allem waren wir immer viele. Und das werden wir auch noch sein, wenn wir in etwa fünfzehn Jahren in Rente gehen.
Die vierundsechziger sind der geburtenstärkste Jahrgang der deutschen Geschichte. So voll sind die Klassen vorher nie gewesen. Und danach sind sie es nie mehr geworden. Genau 1.357.304 „Lebendgeborene“ wurden neunzehnhundert und vierundsechzig vom Statistischen Bundesamt für die Bundesrepublik und die DDR registriert. Zweitausendundzwölf waren es nur noch die Hälfte: 673.500.
Es gab im Gegensatz zu heute kein Facebook, kein You Tube, kein Internet, es gab noch gar keine Computer, keine Videospiele, keine Playstation, keine SMS, kein FAX, es gab auch keine Mobil Phones. Ja es gab noch nicht einmal Telefon. Es gab auch keine elektrischen Zahnbürsten und es gab auch noch keine Heizung für jeden. Die meisten Häuser hatten zu dieser Zeit Kohleöfen im Wohnzimmer. Die musste man immer selbst befeuern. Deswegen hatten die meisten einen schwarzen Kohlenkeller, indem man die Kohle gelagert hat. Es gab noch keine Jeanshosen. Neunzehn hundertundeinundsiebzig hat er seine erste Wranglerhose bekommen. Es gab Schallplatten, CD's gab es noch nicht. Es gab auch zu der Zeit noch lange nicht so viele Autos wie heute, die Menschen fuhren viel mit dem Fahrrad. So pendelte der Frank immer von einer Wohnung zur anderen.
Als Frank 1964 geboren wurde wohnte er zuerst in Hamm - Westen, damals ein ziemlich dreckiger Stadtteil von Hamm/Westf., bei seinen Eltern in der Roßbachstrasse. Seine Mutter war die ersten Wochen bei ihm, aber nur so lange es gar nicht anders ging, danach wurde er meist schon morgens zur Oma gebracht, und sie konnte arbeiten. Nach sechs Wochen ging sie wieder arbeiten.
Ja es waren harte Zeiten, man musste Geld verdienen und sich alles erst erarbeiten. So verbrachte der Frank den ganzen lieben langen Tag bei der Großmutter, obwohl die ersten Jahre als ganz kleines Baby hat er davon noch nicht allzu viel mitbekommen. Dann als er etwas größer wurde konnte er so langsam das Haus erkunden.
Freunde hatte er nicht. Den einzigsten Kontakt den er damals hatte war der im Haus seiner Oma, alle Leute die dort wohnten. Also alles damals noch nicht ganz so alte, aber für Frank damals schon sehr alte Leute.
Über der Großmutter wohnte Großvater sein Bruder, der war schon Frührentner, mit seiner Frau. Er züchtete Vögel, hatte einen großen Käfig auf dem Dachboden. Außerdem hatte er einen Schäferhund Namens Ella. Er rauchte Zigarren. Er musste sich zum rauchen immer auf der Toilette einschließen, weil seine Frau hatte was dagegen. Sie war besorgt um seine Gesundheit. Frank hat ihm oft auf der Toilette Gesellschaft geleistet.
Er ging mit ihm auch öfter auf den Dachboden, wenn sie nicht gerade auf der Toilette eingeschlossen waren, da hatte er seinen großen Vogelkäfig. Dort haben sie dann zusammen die Vögel gefüttert. Ella war auch immer dabei, die hatte der Frank total gern. Hin und wieder waren sie auch im Garten. Dort wurde auch noch viel Gemüse und Obst angebaut.
Am Nachmittag brachte die Oma ihn im Kinderwagen zu Fuß zum Westen. Eine Strecke von ungefähr sieben Kilometern. In dem Haus seiner Eltern wohnten auch nur alte Leute. Die Nachbarn hatten eine Tochter. Mit der hat sich der Frank als Kind oft durch den Zaun unterhalten, denn Freunde waren das keine. Dafür war der Kontakt viel zu selten.
Um sechzehn Uhr hatte seine Mutter Feierabend. Oma Mienchen hat ihn meist dort hin gebracht. Die Wohnungen waren auch noch ganz anders als heute. Sie waren riesengroß und hatten auch ganz hohe Räume, Altbau eben. Anfangs hatten sie auch dort keinen Fernseher. Aber bei der Großmutter gab es damals auch keinen.
Eine Nacht Frank, er war damals erst drei Jahre alt, er wurde
wach und ging durch die Wohnung, nachdem er nach Mama und Papa gerufen hat und keiner kam. Es kam keiner weil keiner da war. Frank hatte Panik, wusste nicht was er tun sollte. Er zog eine Schallosie hoch, wobei die einzigste die er kraftmäßig hochbekam war die in der Toilette. Da ist er dann raus geklettert und hat sich auf den Weg nach seiner Oma gemacht. Er kam aber allerdings nicht weit, denn nach vierhundert Metern hat ihn schon ein Nachbar aufgelesen und gefragt wo er denn noch hinwolle, so spät, allein? Er hat gesagt „zu meiner Oma.“ Da hat ihn der Nachbar mit nach Haus genommen und auf ihn aufgepasst bis die Eltern kamen. Die wohnten im selben Eingang und waren in der Kneipe drei Straßen weiter.
Als der Frank dann etwas älter wurde, durfte er Milch holen im Milchladen, mit eigener Kanne. Ja du liest richtig, damals wurde die Milch noch abgefüllt im Geschäft. Seine Mama hatte ihm erklärt wie man sich auf der Straße verhalten muss.
„Du musst immer nach rechts und links schauen“ hat sie gesagt „und rechts ist da wo der Daumen links ist und jetzt los.“ Auf dem Weg dorthin sah der Frank verdammt viele Kinder, zu denen er gern ein Verhältnis aufgebaut hätte, aber dafür war er ja nie lange genug an einem Ort.
Ein paar Tage später, Frank seine Mutter war krank und ging zum Arzt. Da nahm sie den Frank mit. Unterwegs kamen sie an einem Laden vorbei, wo sie ihm eine Wasserpistole kaufte, die wollte er dort unbedingt haben, am liebsten hätte er sie direkt ausprobiert, aber er durfte nicht.
Danach gingen sie in die Post am Bahnhof, wo die Mutter noch einige Briefe einschmeißen wollte. Sie musste nur noch Briefmarken darauf kleben und die Adresse darauf schreiben. Also hat sie zum Frank gesagt „ du darfst aber nicht hier in der Post mit der Wasserpistole schießen. Warte hier ich hole eben zwei Briefmarken, und dann kannst du gleich draußen schießen. Dann ging sie los. Der Frank war so beeindruckt von der Wasserpistole, das er gar nicht mehr alles gehört hat. Kurze Zeit später, drehte er sich um und konnte sie nicht mehr sehen. Da ist er schon mal raus gegangen und hat seine Mama gesucht, aber er konnte sie nicht finden, war aber von seiner Wasserpistole so abgelenkt, das er die erst einmal ausprobiert hat. Als seine Mutter zurück kam war er nicht mehr da. Sie war voll der Panik und hat nach ihm gesucht. Da sie ihn drinnen nicht sehen konnte, ist sie raus gegangen und hat nach ihm Ausschau gehalten aber auch ohne Erfolg.
Es standen schon damals einige Taxifahrer am Bahnhof, und so fragte sie die ob einer von ihnen einen kleinen Jungen gesehen hat. Hatten sie aber nicht. Daraufhin ist die Mutter nach Oma und Opa gelaufen, voller Panik, aber ihr viel nichts anderes mehr ein. Bei ihrer Schwiegermutter angekommen fragte die sie direkt „wo ist denn der Frank.“ Worauf die Mutter die Geschichte erzählte und sagte sie habe gehofft das er bei ihr sei. War er aber nicht. Daraufhin ist die Mutter nach Hause gelaufen, weil sie ja dachte er könne auch nach Hause gelaufen sein. Die Oma auch schon voller Panik blieb zu Hause, weil er ja da hin kommen könnte.
Das viel ihr damals ganz schön schwer, denn das war eigentlich gar nicht ihre Art, lieber wäre sie ihn suchen gegangen, aber er konnte ja zu ihr kommen und dann sollte jemand da sein. Da sie dort alleine war, ihr Mann war ja noch arbeiten, musste sie also schweren Herzens zu Hause bleiben. Kurze Zeit später ist der Frank tatsächlich bei ihr angekommen. Er ist den Weg vom Bahnhof in der Stadt bis zum Nordenstiftsweg allein gelaufen. Etwa drei Kilometer. Über eine lange Eisenbahnbrücke, am Friedhof vorbei. Nun, jedenfalls die Oma war tierisch erleichtert. Sie ist dann erst einmal mit dem Frank zum Westen gelaufen. Die Mama saß inzwischen auch schon voller Sorge zu Hause und war froh als beide kurze Zeit später dort ankamen.
Der Umzug zum Nordenstiftsweg war neunzehnhundertacht undsechzig. Als der Frank etwas größer wurde kam er in den Tageskindergarten im Kurpark. Dort hat ihn auch der Großvater oft abgeholt, der arbeitete bei der Bahn, er war Schaffner. Großmutter, also Oma Mienchen ihre Verwandtschaft wohnte in Hameln. Da sind sie dann auch oft hingefahren, mit dem Zug.
Sein Großvater hatte damals immer Freifahrtscheine. Die Züge hatten damals noch lange nicht soviel Komfort wie heute. Der Großvater hatte als Schaffner aber einen Schlüssel für die Toiletten. Damit hat er immer eine Toilette abgeschlossen und die konnten sie dann mit dem Schlüssel ganz allein benutzen. Die andern Fahrgäste haben immer nur gedacht, Mensch ist das lange besetzt. In Hameln bei Omas Verwandten gab es auch einen Sohn. Mit dem hätte der Frank gern mehr Kontakt gehabt, aber er war schon zwei Jahre älter und außerdem traf er sich mit seinen Freunden, der hatte nämlich welche. Frank blieb dann meist allein zurück bei Opa und Oma und ihrer Verwandtschaft. Dann haben alle Verwandten immer gesagt, wie schön das ist, das der Frank soviel Spaß daran hat. Der Frank hätte eigentlich so gern andere Sachen getan. Er hat es nur niemandem gesagt, hätte ja auch nichts genutzt.
Nach dem Kindergarten kam der Frank in die Schule. Erst Martin Luther Kindergarten dann Grundschule. Zu Anfang wo er noch klein war hat ihn meist die Oma abgeholt vom Kindergarten, Nachmittags gegen 16:00 Uhr konnte er dann wieder nach Hause.
Als er in der Grundschule war, ist Oma mit Opa umgezogen. In die Parallelstrasse Nordenstiftsweg, da konnte er dann allein hingehen. Seine Eltern wohnten ja inzwischen auch dort, da brauchte die Oma dann nicht mehr so weit gehen. Sie begleitete ihn aber vorher all die Jahre treu und lieb.
Nach der Schule blieb er sowieso meist noch bei Oma zum Schularbeiten machen. Die hat ihn dann am Nachmittag gegen sechzehn Uhr wieder rauf gebracht. Wenn die Mama noch nicht zu Hause war, hat die Oma die Wohnung sauber gemacht. Ja sie war schon ein fleißiges Bienchen, nur der Frank konnte sich dann wieder allein beschäftigen.Wenn die Mama nach Hause kam hat sie sich dann meist noch mit der Oma unterhalten und der Frank war allein in seinem Zimmer. Wenn die Oma dann ging, ging der Frank dann auch schon ins Bett. Sein Vater war ja zu der Zeit schon in Saarbrücken auf der Technikerschule.
Schön war es eigentlich nur, wenn der Opa Zeit hatte und mitkam, wenn er schon frei hatte.
Er hat damals nämlich auch noch tapeziert, schwarz bei anderen Leuten. Er hat aber auch oft den Frank dorthin mitgenommen.
Silvester war der Frank öfter bei Oma und Opa, als Opa noch lebte. Opa hat dann um 21:00 Uhr zum Frank gesagt „geh ruhig ins Bett, ich wecke dich um 23:30 Uhr. Der Frank hat ihm vertraut und ist direkt müde eingeschlafen. Dann um 23:30 Uhr hat der Opa ihn wie versprochen geweckt. Sie sind dann gemeinsam rausgegangen und haben ein paar Knaller gestartet. Nun gut, die meisten hat der Opa gestartet, der Frank war ja noch zu klein. Nur ein paar kleine Chinakracher durfte er anstecken. Wenn die brannten, ist er aber direkt losgelaufen.
Jedenfalls haben sie so zusammen das neue Jahr begrüßt. Dann hat der Opa gesagt „so Frank jetzt wird es aber Zeit fürs Bett.“ Dann sind sie zusammen hoch und der Frank ist auch sofort eingeschlafen.
Zum Rodeln ist der Frank damals mit seiner Oma und einem Schlitten zu einem nahegelegenen Hügel gewandert. Er war damals noch so klein, das sie sich zusammen auf den Schlitten setzen konnten. Dann sind sie lustig runter gerodelt. Frank saß immer vorn.
Dann als sie wieder oben waren sagte der Frank „ Oma, jetzt musst du aber mal vorn sitzen.“ Das tat sie dann auch. Frank wollte von hinten noch ein wenig anschieben und dann drauf springen.
Aber die Oma war schon zu schnell und so ist sie allein runter gerodelt. Da haben die beiden dann jahrelang darüber gelacht.
Direkt gegenüber bei Oma und Opa war eine Kneipe, da war Opa Stammkunde. Im Sparklub, so nannte man das damals, dort hat man sich regelmäßig getroffen.
Nebenbei hat jeder ein bisschen Geld gespart. Dafür hing dort ein großer Stahlkasten, auf dem jedes Mitglied seine Nummer hatte. Da wurde dann das Geld eingeworfen.
Die Kneipe hatte auch einen großen Garten, da haben sie einmal im Jahr eine Grillparty gemacht und der Opa war immer der Grillmeister. Da hat er den Frank dann mitgenommen, der durfte hinterm Grill helfen, das hat ihm gefallen.
Im Sommer ging die Oma oft mit ihm in ihrem Garten, da war sie auch schon als sie noch auf dem Bockumer Weg wohnten. Sie hatte einen Garten am Nordenstiftsweg, da steht heute ein Haus drauf. Da wurde dann Gemüse angebaut. Er hatte keine Freunde zu der Zeit, war ja eigentlich nirgends richtig zu Hause. Also war er meist mit Oma im Garten und hat Gemüse angebaut. Zu Hause wurden dann die frischen dicke Bohnen ausgedrückt. Die wurden dann eingekocht. Ja so etwas machte man damals noch.
Frank half gern, sonst hatte er ja nicht viel zu tun. Am Wochenende wenn sein Vater wiederkam sind sie oft zum Trimm Dich Pfad im Heesener Wald gefahren, der war nicht weit, den gibt es allerdings heute nicht mehr. Dort war es aber eigentlich ganz lustig, vor allem wenn Opa mit fuhr. Aber meistens sind sie allerdings am Wochenende wenn sein Vater kam gemeinsam zur Möhne gefahren, spazieren gehen. Frank musste meistens mit. Er wollte oft gar nicht, wollte endlich Freunde finden, er wurde ja auch älter. Die Eltern haben immer nur gesagt wie schön sie das finden „ das er das alles so gerne macht.“ Aber man kann die Eltern auch verstehen, wo sie schon mal zusammen waren, wollten sie auch das alle mitkommen. Na ja, also fuhr man halt meist gemeinsam und oft nahm man auch Oma und Opa mit.
Richtige Freunde bekam er eigentlich erst mit neu. Es wurden für damalige Verhältnisse einige große Mehrfamilienhäuser gebaut. Die Länder waren ja alle noch frei, heute ist das alles zugebaut und man findet kein freies Land mehr. Sie zogen in eins von diesen Dingern und aus seinem Kinderzimmerfenster, konnte er über eine freie Wiese auf die Werbung der Isenbeck Brauerei schauen. Das war ein großes Bierglas. Abends wenn es beleuchtet war sah es echt cool aus. Es war erst leer, dann lief es voll und Schaum lief über den Rand. Sicher es war nur eine Leuchtreklame, aber in dem Alter war das schon sehr beeindruckend. Außerdem war das zu seiner Zeit völlig hipp, deshalb hat das der Frank das dann abends oft durchs Fenster angeschaut.
Ja richtig, er hatte damals sein erstes Kinderzimmer. Heute gibt es dort keine freien Wiesen mehr und auch die Brauerei ist aus diesem Ort verschwunden. Er hat damals mit seinem Opa sogar noch eine Dampflok besichtigt, die auch noch in Betrieb war. Die letzte fuhr 1977., man ist das schon lange her. Der Opa hat immer viel mit ihm unternommen, wenn er konnte. Er hat ihm damals sogar einen Flitzebogen geschenkt. Damit sind sie dann in die Lippewiesen gegangen und haben Pfeil und Bogen geschossen.
Leider ist er schon neunzehnhundertundvierundsiebzig verstorben.
Es klingelte zu Hause das Telefon. Es war so ein altes mit Wählscheibe zum drehen. Ja so eins hatten sie da schon, andere gab es noch nicht. Frank war als erster da, das Telefon stand ja auch ordentlich in der Ecke vor seinem Zimmer. Er sagte nur „Degelmann“. Am andern Ende sagte dann jemand „Hier ist Krankenhaus sowieso es tut mir leid, aber ich muss ihnen mitteilen das Herr Erich Degelmann heute verstorben ist.“ Erich hieß der Opa von Frank.
Frank sagte gar nichts gab nur den Hörer seiner Mutter, die war inzwischen auch da und ging in sein Zimmer. Er war doch erst zehn, das kann doch nur ein böser Scherz sein, aber es war keiner.
In ihrem Hauseingang gab es zwei Familien mit mehreren Kindern. Eine Familie direkt unter ihnen hatte vier Kinder, die haben sich eigentlich alle ganz gut verstanden, wenn auch hin und wieder mal gestritten. Jedenfalls dort hatten alle vier Kinder zusammen ein Zimmer. Genau das selbe Zimmer das der Frank oben allein hatte.
Darauf haben seine Eltern immer zu ihm gesagt. „ Denk an die Familie unter uns, sei froh das du dein Zimmer nicht mit so vielen teilen musst.“ Dabei hätte er das gern getan, hätte ihm aber damals eh keiner geglaubt, deshalb sagte er nichts. Seine Eltern haben immer gedacht sie könnten ihn mit solcher Aussage drohen. Kontakt zu anderen hatte er nicht. Und richtige Freunde hatte er da auch noch nicht. Das lag wahrscheinlich auch daran
das er nie jemanden in sein Zimmer holen durfte. Aber meistens war er ja eh die meiste Zeit woanders, nämlich bei Oma. In ihrem Hauseingang wohnte auch eine Familie mit vielen Kindern. Richtig Kontakt hatte er zu denen aber erst mit dreizehn.
Ausländer kamen nach Deutschland. Sie wurden von der Regierung gebeten zu kommen, da man Industriearbeiter brauchte. Die Länder der Gastarbeiter hatten weniger Arbeitslose und Deutschland brauchte Arbeitskräfte in der Industrie. Damals fingen wir langsam an international zu werden.
Die Ausländer hatten es gerade am Anfang, in den ersten Jahren noch sehr schwer.
…. 1975 kam er auf das Galilei Gymnasium. Seitdem er auf der Grundschule in den meisten Fällen allein nach Oma ging, begleiteten ihn vom Gymnasium immer zwei Jungs, von denen er damals erst dachte sie wären seine Freunde. Aber er hat nach relativ kurzer Zeit festgestellt das dem nicht so war. Die beiden waren wohl untereinander sehr befreundet, aber nicht unbedingt mit ihm, das lag vielleicht auch an ihm, er hatte das ja nie richtig gelernt Freundschaften zu schließen. Anfangs hatte er ja auch keine Möglichkeit dazu Sie haben oft so getan als sei er gar nicht da, aber dabei hatten sie den selben Weg, das war ganz schön demütigend.
Hin und wieder machten sie Besuche bei Tante und Onkel. Die hatten eine Tochter die war ein Jahr jünger als Frank, und einen
Sohn der war ein Jahr älter. So manches mal hat der Frank auch dort geschlafen und der Sohn hat ihn mitgenommen in seinen Fußballverein. Er war nämlich dort Mitglied. Frank war dann Zuschauer, allerdings ein sehr kleiner. Wenn sie dann wieder allein waren, hatten der Frank und sein Cousin viel Spaß. Aber leider durfte der Frank nicht allzu oft da bleiben, die wohnten nämlich in einer anderen Stadt.
Richtige Freunde bekam er eigentlich erst ab zehn Jahre. Das dumme war nur bei vielen Dingen durfte er nicht dabei sein. Seine Eltern haben ihm damals beispielsweise verboten beim Zelten teil zu nehmen.. „Dafür bist du noch viel zu klein.“ Und so waren oft die Freundschaften schnell vorbei, bzw. wurden stark getrübt.
Er war zwar nicht im Fußballverein aber sie hatten eine Straßenfußballmanschaft, damals war die Zeit wo soviel Kinder draußen waren, das man einfach irgendwo mitspielen konnte. Also wurde sozusagen aus der Not eine Tugend gemacht. Wenn man gut war und es einem gefiel kam man halt wieder. Frank war meist Torwart. Die meisten hatten mehr Freunde in echt als viele heute auf Facebook haben. Er hatte keine richtigen. Die Eltern sagten damals meist “Geh raus spielen!“ Das tat er dann auch. Irgendwer war immer auf dem Spielplatz. Da hat er dann die ersten Freunde gefunden.
Neben ihren Mehrfamilienhäusern gab es einige Reihenhäuser. Von dort kam ein Freund von Frank, dort war er oft. Er hatte ein Zimmer auf dem Dachboden das war riesengroß, es war ja auch der ganze Dachboden. Den hat er gern besucht, seine Mutter war auch fast immer zu Hause. Nur Frank seine Mutter hat immer gesagt „da darfst du nicht hin. Das sind böse Menschen.“
Frank hat allerdings nie darauf gehört und das war auch der Grund warum dieser Freund nie bei ihm war. Frank war aber so oft er konnte bei ihm. Zusammen sind sie in der Gegend herum gelaufen und haben noch einige andere Freunde gefunden.
