52 Verträge mit mir selbst - Petra Schmidt-Decker - E-Book

52 Verträge mit mir selbst E-Book

Petra Schmidt-Decker

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Beschreibung

Jeder einzelne Vertrag des vorliegenden Werkes enthält Stoff für ein ganzes Buch. Da Zeit kostbar ist, hat Petra Schmidt-Decker 52 Themen in einem Buch untergebracht. Leicht verständlich, einfach umzusetzen. 52 VERTRÄGE MIT MIR SELBST wirken wie eine unerwartet positive Nachricht: Sie bekommen bereits beim Lesen gute Laune, werden zuversichtlich, strahlen aus, dass auch Sie das Gewinner-Gen in sich tragen. Dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie es aktivieren können. Das lang gehütete Geheimnis, wie man Angst, Unsicherheit, Niedergeschlagenheit in Zuversicht, Optimismus, Lebensfreude, in Mut, Energie und Anerkennung umwandelt, wird hier zum ersten Mal gelüftet.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Seitenzahl: 151

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Über dieses Buch

Sie haben mehr oder minder freiwillig mehrere Versicherungen abgeschlossen. Sie besitzen einen Ehe-, Miet- und diverse andere Verträge. Das heißt, Sie und der jeweilige Partner haben sich dahingehend geeinigt, sich aufgrund klarer Abmachungen das Leben zu erleichtern, oder – anders ausgedrückt – sich zu vertrag-en.

Ist es da nicht an der Zeit, Verträge mit dem wichtigsten Menschen Ihres Lebens, mit sich, zu schließen? Sie stimmen zu? Dann werden Sie ab jetzt aus eigener Kraft erreichen, was Sie sich wünschen. Zudem werden Sie sich von Vertrag zu Vertrag daran gewöhnen müssen, zu den Zufriedenen, Gefragten, Bevorzugten, den Gewinnern zu gehören, von denen Bekannte, Freunde, Partner übereinstimmend behaupten: »Der hat sich so zu seinem Vorteil verändert. Seine gute Laune ist geradezu ansteckend.«

Über die Autorin

Petra Schmidt-Decker ist ein Multitalent. Sie schrieb die Arktis-Novelle Der Verlorene Blitz, ein Kultbuch. Das Motivationsbuch Der Schildkröteninstinkt – dem Leben eine klare Richtung geben, den Roman Die Seherin, die Sachbücher Das große Buch des guten Benehmens und Die jungen Bosse, die zu Bestsellern wurden. Ferner die Komödie Casanova bevorzugt, Lieder für Daliah Lavi, Kristina Bach u.v.a. Ihre Kinderhörbücher – stets zeichnete sie für Buch, Regie und Produktion verantwortlich – wurden über 10.000.000-mal verkauft. Dafür erhielt Petra Schmidt-Decker vielfach Doppelplatin, Platin und Goldene CDs. Unter ihrer Regie sprachen Karlheinz Böhm, Loriot, Senta Berger, Lilli Palmer, Horst Buchholz und andere Stars.

Petra Schmidt-Decker

52 VERTRÄGE MIT MIR SELBST

Das Geheimnis der Gewinner

Alle Rechte – auch die des auszugsweisen Nachdrucks, der fotomechanischen Wiedergabe, der Übersetzung und der Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen – vorbehalten.

© Verlag »Die Silberschnur« GmbH

ISBN 978-3-89845-997-6

1. Auflage 2010

Gestaltung & Satz: XPresentation, Güllesheim

Druck: Finidr, s.r.o. Cesky Tesin

Verlag »Die Silberschnur« GmbH · Steinstraße 1 · D-56593 Güllesheim

www.silberschnur.de · E-Mail: [email protected]

Vertragsgegenstände:

Nr.   1: Maßhalten

Nr.   2: In vier Sekunden gewinnen

Nr.   3: Nichts für selbstverständlich halten

Nr.   4: Eigenmotivation durch sich selbst erfüllende Voraussagen

Nr.   5: Glaubwürdigkeit

Nr.   6: Schluss mit unnötigen Sorgen

Nr.   7: Durch Verzicht zum Ziel

Nr.   8: Eine Woche ohne Fernsehen

Nr.   9: Alkohol – nein danke

Nr. 10: Bitten – Beten, Gebet – gebet

Nr. 11: Zivilcourage

Nr. 12: Zuhören

Nr. 13: Ich verzichte auf äh, ähm, sozusagen, also & Co.

Nr. 14: Humor

Nr. 15: Differenzieren statt pauschalisieren

Nr. 16: Gefühle zulassen

Nr. 17: Alternativen aufzeigen

Nr. 18: Keine Kritik

Nr. 19: Loben und verwöhnen

Nr. 20: Diskretion

Nr. 21: Tagebuch schreiben

Nr. 22: Geheimnisvoll sein

Nr. 23: Eu-Stress, ja bitte

Nr. 24: Pflicht und Kür

Nr. 25: Vergessen statt wiederkäuen

Nr. 26: Entscheidungen treffen

Nr. 27: Verzeihen

Nr. 28: Ordnung

Nr. 29: Ambiente

Nr. 30: Haltung bewahren

Nr. 31: Auf Vergleiche verzichten

Nr. 32: Bescheidenheit

Nr. 33: Spiel & Sport

Nr. 34: Neue Wege zulassen

Nr. 35: Vorurteile vermeiden

Nr. 36: Trösten statt wegsehen

Nr. 37: Den Augenblick nutzen

Nr. 38: Toleranz

Nr. 39: Tabus achten

Nr. 40: Kompromisse eingehen

Nr. 41: Ethik, Werte & Moral

Nr. 42: Faul sein

Nr. 43: Wunder suchen, Wunder finden

Nr. 44: Nichts erwarten

Nr. 45: Keine Rechtfertigungen

Nr. 46: Erfolge teilen und feiern

Nr. 47: Traditionen hinterfragen

Nr. 48: Selbstdisziplin

Nr. 49: Fehler zugeben

Nr. 50: Höflichkeit

Nr. 51: Ich sage Nein

Nr. 52: Selbstsicherheit

Liebe Leserin, lieber Leser,

viele Menschen fassen zu Beginn eines neuen Jahres oder Lebensabschnitts eine Menge guter Vorsätze, die sich alle darin gleichen, den persönlichen Status quo zu verändern. Und dann zieht, wie schon so oft, ein weiteres Turbojahr an uns vorbei, und alles ist beim Alten geblieben. Warum? Wir haben uns zu viel auf einmal vorgenommen und kapitulieren vor der Riesenaufgabe.

Auch ein Weg von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt, wusste Laotse schon vor vielen hundert Jahren. Und genau diesen einen ersten Schritt werden wir ab jetzt gehen, bevor wir uns dem nächsten zuwenden. Viele Ziele ähneln sich, andere wiederum unterscheiden sich von Mensch zu Mensch.

Sie haben mehr oder weniger freiwillig mehrere Versicherungen abgeschlossen, Sie besitzen einen Ehe-, Miet- und diverse andere Verträge. Gut so. Das heißt, Sie und der jeweilige Partner haben sich dahingehend geeinigt, sich aufgrund klarer Abmachungen das Leben zu erleichtern beziehungsweise – anders ausgedrückt – sich zu vertrag-en.

Ist es da nicht an der Zeit und naheliegend, Verträge mit dem wichtigsten Menschen Ihres Lebens, mit sich, zu schließen?!

Pacta sunt servanda – Verträge müssen eingehalten werden, heißt es schon im römischen Recht, das zur Grundlage unseres Rechts wurde.

Der gregorianische Kalender, der unserer Zeitrechnung zugrunde liegt, teilt 365 Tage in 52 Wochen ein. Deshalb biete ich Ihnen 52 Verträge mit sich selbst an.

So unterschiedlich wie die Vertragsgegenstände, so unterschiedlich ist demzufolge deren Länge.

Noch ein Tipp und eine Anmerkung. Sie erreichen Ihre Ziele leichter, wenn Sie niemandem davon erzählen. Ich gebe Ihnen hierfür ein vielen Menschen bekanntes Beispiel: Sie machen eine Diät, bei der Sie sich, wenn Sie konsequent durchgehalten haben, jeden Freitag mit einem Stück Torte belohnen. Ausgerechnet an Ihrem heiligen Freitag begegnet Ihnen Ihre dürre Freundin und spottet: »Oh, meine Süße, du hast dich zur Hüftgold-Diät entschlossen?« Allein dieser Spruch demotiviert Sie so, dass Sie sich ein zweites Stück Torte bestellen, eine cremige Streicheleinheit für die Seele, die Sie anschließend wütend macht. Hätten Sie geschwiegen, hätten Sie sich sowohl die gezielte Herabsetzung als auch Missmut, Wut und Ärger erspart. In diesem speziellen Fall hätten Sie auch humorvoll antworten können: »Weißt du, wie die Briten den Reservereifen nennen?« Schweigen. »Ich verrate es dir: love handles, Liebesgriffe.«

Aphorismen und andere Motivationsverstärker sind rot gedruckt, damit Sie sie sofort finden, falls Sie einen Durchhänger haben. Sie können Sie auch auf kleine Karteikarten schreiben und überall deponieren: im Portemonnaie, in der Keksdose, am Laptop, am Badezimmerspiegel, an der Werkbank etc. Alle Sprüche und Spruchweisheiten bauen auf oder lassen Sie schmunzeln. Die ohne Namensnennung stammen von mir.

Ich wünsche Ihnen von Herzen viel Erfolg und Vergnügen bei der Verwirklichung Ihrer guten Vorsätze! Dazu Gustav Radbruch:

Geduld gewinnt dem Vergänglichen Dauerwert ab,

sie hält den flüchtigen Augenblick fest,

sie gewinnt den Sieg über die Zeit,

weil sie keine Angst hat, Zeit zu verlieren.

Sie ist an jeder Stelle des Weges zugleich am Ziel

und genießt in der Arbeit schon das Werk, das werden soll.

Sie ist Gleichgewicht, Glaube und Vertrauen.

Sie hat den persischen Teppich geschaffen

und den gotischen Dom.

Sie ist die sanfte Mutter der Kultur.

Sie wissen es, ich weiß es, damit sich auf dieser Welt etwas ändert, muss jeder bei sich anfangen. Eine andere Möglichkeit haben wir nicht. Lassen Sie uns gemeinsam beginnen.

Mit optimistischen Grüßen,

Petra Schmidt-Decker

Vertrag Nr. 1

NICHTS FÜR SELBSTVERSTÄNDLICH HALTEN

Wer alles für selbstverständlich hält,

verlernt das Staunen.

Der Neandertaler und der Stadtneurotiker

unterscheiden sich in dem, was sie für

selbstverständlich halten.

Fröhliche Menschen haben ein Geheimnis:

Sie halten nichts für selbstverständlich.

Mit diesem Vertrag versprechen Sie sich, es ihnen gleichzutun. Das heißt, Sie hinterfragen jeden Schritt Ihres Tagesablaufs. Unmöglich? Nein, so viele Schritte, wie Sie befürchten, sind es nicht.

Sie haben die Wahl: Sie können sich bereits am frühen Morgen darüber freuen, dass Sie Ihren Wecker hören, die Uhrzeit mit den Augen ablesen, sich – hoffentlich – schmerzfrei bewegen können. Vielleicht haben Sie einen Partner, mit dem Sie schon vor dem Frühstück sprechen oder noch ein wenig kuscheln. Sie haben ein Dach über dem Kopf, ein komfortables Bett, Sie können duschen, sich rasieren, die Zähne putzen, sich eincremen, Radio hören etc. Oder Sie schimpfen darüber, dass Sie so früh aufstehen müssen, weil Sie Arbeit haben. Dann halten Sie Dinge für selbstverständlich, die für die meisten Bewohner unserer Erde noch ein unerfüllbarer Traum sind. Große Teile der Weltbevölkerung müssen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen. Viele Menschen wissen nicht, was es heißt, satt zu sein. Ein krasser Widerspruch zum Fettabsaugen. Vor Ihrem Kleiderschrank haben Sie die Qual der Wahl: Was ziehe ich heute an? Allein wählen zu können ist keine Selbstverständlichkeit. Es setzt in jedem Fall eine Alternative voraus. Für viele Menschen ein Luxus.

Sie gehen oder fahren zur Arbeit, die Kinder in den Kindergarten oder in die Schule, weil es Arbeit, Kindergärten, Schulen und Universitäten gibt. Selbstverständlich! Stopp, bitte etwas mehr Bescheidenheit und den Blick über den bundesdeutschen Tellerrand! Aber auch bei uns gibt es leider Millionen verschämter Analphabeten und armer Menschen. Sie gehören nicht dazu? Dann sind Sie ein Glückspilz. Oder wie Paul Hörbiger es formulierte: Das Glück ist meistens die Brille, nach der man vergeblich sucht. Man findet sie nicht, weil man sie schon auf der Nase hat.

Kann es sein, dass Sie sich heute nicht über den morgendlichen Stau ärgern, sondern die bequemen Sitze Ihres Autos genießen, sich darüber freuen, dass Sie unter Ihrem Schirm trocken bleiben? Dann sind Sie dabei, Ihren Vertrag mit sich ernst zu nehmen.

Bis hierhin haben Sie Anstöße erhalten. Ab jetzt sind Sie dran. Ich weiß, dass ich eine Lawine ausgelöst habe, weil Ihr Hirn Ihnen nun eine um die andere Nicht-Selbstverständlichkeit präsentiert. Und leise schleicht sich bei Ihnen ein Gefühl der Dankbarkeit ein. Wann sagen wir »danke«? Wenn uns geholfen, ein Wunsch erfüllt wird, wenn wir ein Geschenk bekommen, eine Anerkennung, ein Lob, ein Kompliment. Das kann ein Satz sein: »Das Blau steht Ihnen sehr gut.« Eine Geste, ein anderer Autofahrer lässt Sie vor, eine SMS: »Hab’ ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe?« Ein fröhliches Guten Morgen etc.

Es ist nicht selbstverständlich, dass Ihr Nachbar Sie fragt, wie es Ihnen geht. Wer so fragt, ist an Ihnen interessiert. Die Mehrzahl fragt: »Geht’s gut?«, eine überflüssige, hohle Floskel, die Desinteresse signalisiert.

Je weniger Sie für selbstverständlich hinnehmen, desto reicher fühlen Sie sich, auch wenn Sie momentan hart zu kämpfen haben. Und diesen Reichtum sieht man Ihnen an: Sie lächeln häufiger, Ihre Ausstrahlung ist gewinnender als sonst. Die Erklärung dafür ist einfach: Niemand kann etwas anderes ausstrahlen als das, was in ihm ist. Da Sie sich eine Woche lang reicher und beschenkt fühlen, weil Sie viele Selbstverständlichkeiten infrage stellen, zählen Sie zu den Gewinnern, und die lächeln häufiger als andere, weil sie Grund dazu haben. Sie wissen doch: Jedes Lächeln ist ein Bumerang. Nutzen Sie diesen Bumerang, werfen Sie ihn, sooft Sie können.

Hiermit verspreche ich,

 ,

mir, nichts mehr für selbstverständlich zu halten.

 

Ort

 

Datum

 

Unterschrift

Vertrag Nr. 2

IN VIER SEKUNDEN GEWINNEN

Ein guter Eindruck öffnet die Türen,

die durch einen schlechten vor der Nase

zugeschlagen werden.

Wenn die Leute wüssten, dass sie nur

vier Sekunden zu ihrer Präsentation haben,

würden sie sich mehr bemühen.

Sie haben genau vier Sekunden Zeit, um einen Menschen für oder gegen sich einzunehmen, stellten Verhaltensforscher fest. Vier Sekunden! Wer sich das klarmacht, wird auf jeden Fall mehr lächeln als bisher, sich täglich so hübsch machen wie möglich, die Alkoholfahne und sonstige nicht allzu einnehmende Düfte vermeiden und andere so behandeln, wie er selbst behandelt werden möchte.

Es gibt Menschen, die schaffen es, sich in dieser kurzen Zeit schlecht zu präsentieren. Dazu einige bewährte Methoden: nicht grüßen, Desinteresse signalisieren, jeden sofort duzen, Verzicht auf bitte, danke und Entschuldigung.

Hiermit verspreche ich,

 ,

mir, ab heute zum Vier-Sekunden-Gewinner

zu werden.

 

Ort

 

Datum

 

Unterschrift

Vertrag Nr. 3

MASSHALTEN

Maßhalten und Exzess sind Brüder.

Menschen, die maßhalten, sind die

natürlichen Feinde von Medizinern.

Maßhalten im Denken ist Mittelmaß,

Maßhalten im Reden oft genial.

Der Bayer denkt beim Maßhalten an die Wies’n.

Maßzuhalten bedeutet nichts anderes als aufzuhören, wenn es am schönsten ist, am besten schmeckt, bevor man vor Müdigkeit und Überanstrengung umfällt. So gesehen ist Maßhalten ein Appell an die Vernunft. Der Mensch besteht aber nicht nur aus Vernunft, und deshalb ist Maßhalten oft die Folge von Exzess.

Zu Silvester so viel Alkohol getrunken, dass der erste Januar der erste Sterbetag des neuen Jahres ist? Dumm gelaufen. Oder doch nicht? Viele Menschen halten nach derlei Exzessen Maß, weil sterben weder witzig ist noch hat man immer einen freien Tag zum Auferstehen.

Ständiger Exzess führt in den meisten Fällen zu bleibenden Schäden, weil er immer ein Zuviel bedeutet. Oft dauert es ein Leben, bis sich alles in Richtung Maßhalten einpendelt. Oder auch nicht.

Der Mensch hat seit Beginn seiner Art schon vieles maßlos übertrieben, was sich oft in Glauben oder Irrglauben manifestierte. Gerade Religionsführer neigen zur Maßlosigkeit. Warum soll alle Welt das Gleiche glauben? Es steht doch jedem frei, sich den ihm genehmen Gott zu wählen oder auf ihn zu verzichten.

Zur Zeit offenbart sich eine neue Dimension der Maßlosigkeit: Rodet die Regenwälder, pflanzt Mais an, schließlich ist Biokraftstoff lebenswichtig für die marode Autoindustrie. Fischt die Meere leer, minimiert die Artenvielfalt, nehmt anderen Kreaturen den Lebensraum, damit der Mensch sich weiterhin vermehren kann. Sechseinhalb Milliarden sind doch viel zu wenig. Hinzu kommen Bürokraten, die sich bekanntermaßen weltweit durch Zellteilung vermehren, bevor sie einen Vorschriften-Kaventsmann nach dem anderen auslösen. Die Wichtel erzeugen Monsterwellen. Warum? Weil keinem Einhalt geboten wird, weil niemand maßhält.

Die weltweite Rezession ist das Ergebnis der Gier weniger, die an den Quellen der ungesicherten Selbstbedienungsläden saßen. Haben, haben! In manchen Kreisen ist Maßhalten das Fremdwort des Lebens.

Worin kann man maßhalten? Im Konsumieren, Kritisieren, Rechthaben, Jammern, Schwarzsehen, Bevormunden, Schuldzuweisen, Essen, Trinken, Arbeiten, Chatten, Mailen, Fernsehen, Domestizieren, Klatschen und und und. Die Liste ist endlos.

Wenn Sie Ihren wunden Punkt noch nicht genau definieren können, hier eine Hilfe: Wenn Ihr Kollege/Partner seinen Satz oft beginnt mit »hör endlich auf …«, so lohnt es sich für Sie, darüber nachzudenken, ob er meint, Sie sollten hierin oder darin maßhalten. »Halt bitte einmal den Mund« ist ebenso eindeutig wie »gib nicht so viel Geld aus«. In beiden Fällen kann es sein, dass – in diesem Fall – Ihr Partner Ihnen genervt rät maßzuhalten.

Es sind häufig Dauerstreitthemen, deren Ursache auf mangelndem Maßhalten beruht.

Wer Skandale bevorzugt, um ins Gerede zu kommen, um Aufmerksamkeit zu erhaschen, kann sich diesen Vertrag sparen. Er ist weder für prügelnde Models noch für Seniorplayboys oder Worthülsen speiende und auf deren tiefe Bedeutung pochende Politiker gedacht. Er ist für Menschen, die sich hinterfragen, weiterkommen und gewinnen wollen.

Hiermit verspreche ich,

 ,

mir, ab heute maßzuhalten im

 .

 

Ort

 

Datum

 

Unterschrift

Vertrag Nr. 4

EIGENMOTIVATION DURCH SICH SELBST ERFÜLLENDE VORAUSSAGEN

Dem Menschen einen Glauben schenken,

heißt seine Kraft verzehnfachen.

– Gustave Le Bon –

Entscheide dich, glaube oder hab Angst,

beides gleichzeitig funktioniert nicht.

Demoskopie ist die Kunst, Dinge

herbeizuführen, indem man sie voraussagt.

– Vance Packard –

Haben Sie schon von self-fulfilling prophecy, einer sich selbst erfüllenden Voraussage, gehört? Wenn nicht, hier die Erklärung mittels Beispiel: Sie belächeln Horoskope, woraus folgt, dass Sie sie nicht lesen. Diese Woche aber machen Sie eine Ausnahme. Sie sind angespannt und unsicher, weil Sie in nur sieben Tagen eine extrem schwierige, für Ihr Weiterkommen aber enorm wichtige Aufgabe zu bewältigen haben. Sie klappen die Zeitung auf, und da steht Schwarz auf Weiß: Ihre Zukunft ist gesichert, wenn Sie am Ball bleiben. Sie werden mehr Erfolg haben als erwartet. Na bitte, Sie haben es doch geahnt! Dieser positive Blick in die Zukunft motiviert Sie, schenkt Ihnen Tatkraft und Energie. Diese gute Nachricht wirkt wie ein Placebo, ein Scheinmedikament. Warum? Weil sie ein Placebo ist. Und das bewirkt, dass in Ihrem Hirn ein wahres Freudenfeuerwerk gezündet wird, das zur Ausschüttung hormoneller und anderer Stimulantien und Aufbaukräften führt, deren Wirkweise schon vor gut 2000 Jahren bekannt war, denn so alt ist folgendes Wort: Der Glaube versetzt Berge. Hierbei ist es völlig irrelevant, woran Sie glauben.

Der religiöse Mensch sucht Halt in den Prophezeiungen seiner Religion, der Gnostiker allein bei Gott, der Atheist bei sich, der Esoteriker bei seiner Geheimlehre, einem Guru, Wahrsager, Astrologen, den Tarotkarten etc. Wieder andere glauben an die Kraft von Amuletten und Steinen. Sind Sie Christ, so reicht es oft, wenn Sie Gebete und/oder Psalmen logisch betonen und nicht herunterleiern wie viele Geistliche. Um den Kopf für Eingebungen freizubekommen, gibt es kaum etwas Wirksameres als das Vaterunser, worin es heißt: Dein Wille geschehe. Dieser Satz macht den – Bittenden – Betenden zum Kind, das die Entscheidung dem Vater überlässt und dadurch selbst loslässt. Sehr hilfreich ist auch folgender Psalm, logisch betont: »Der Herr ist meine Hirte, mir wird nichts mangeln …«

Als Christ wird Ihnen zur Stärkung genauso viel einfallen wie dem Moslem, dem Hindu, dem Juden, dem Buddhisten, anderen Gläubigen und dem Agnostiker. Sind Sie aber Atheist, so liegt es für mich nahe, dass Sie sich mit dem menschlichen Hirn, der Schaltzentrale beschäftigen, die absolut jedem Computer überlegen ist. Gerade die Hirnforschung schreitet in rasantem Tempo voran. So ist für den Atheisten der Glaube an sich Maßstab für sein Handeln. Er kann und will nichts abgeben.

Dem Esoteriker, dem in eine mystische, religiöse oder philosophische Geheimlehre Eingeweihten, empfehle ich, sich nicht zu verzetteln: Mystik + Astrologie + Hellseherei + Tarot + Pendel sind zu viel auf einmal. Dadurch vergeuden Sie Zeit und Energie. Vertrauen Sie Ihrer Lehre, einem Amulett, Stein oder Sonstigem, und lassen Sie sich nicht von einem Haufen Menschen beeinflussen, die, um das allseits bekannte Negativbeispiel Scientology zu nennen, weniger an Ihrem Wohl als an Ihrem Geld interessiert sind.

Bitte denken oder sprechen Sie, wenn möglich, am selben Ort zur gleichen Zeit Ihr Gebet, Ihre Self-fulfilling-prophecy-Formel. Ich möchte durch die Zeit-Ort-Identität in Ihrem Hirn einen Automatismus der Art auslösen, dass Ihnen, sowie Sie sich beispielsweise an Ihren Schreibtisch setzen, Ihre Formel einfällt, und Sie wissen, dass Sie Ihre Aufgabe bewältigen werden.

Du erlebst, was du dir vorstellst.

Was die Ebbe nimmt, bringt die Flut wieder.

– Sprichwort aus Afrika –

Dies Thema betreffend, möchte ich eine Geschichte aus meinem Leben erzählen: Ich arbeitete als Au-pair in London. Es klingelte. Vor der Tür stand eine gebeugte Zigeunerin, die Spitzendeckchen verkaufen wollte. Ich nahm ihr nichts ab, wollte die Tür wieder schließen, als sie mich lange ansah und dann meinte: »Sie werden einmal sehr glücklich werden, aber Sie müssen viel, viel älter werden.«