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628 deutsche Limericks sind mit kleinen Zeichnungen und Fotos aufgelockert. Bei vielen geht es um die Liebe wie hier. Den Fritz und die Inge, ein Brautpaar aus Springe, die fragte der Pfarrer die üblichen Dinge. Da hat sich die Braut schnell noch getraut: Ich will lieber den Toni, wenn das denn noch ginge. Von Zeit zu Zeit spricht der Autor den Leser persönlich an und gibt Hinweise, wie einzelne Limericks entstanden sind. Und er sagt, wie er selbst Limericks schreiben kann wie den hier. Die Braut in ihrer Hochzeitskutsche hat es satt, immer bloß das Geknutsche. Vor ihrem Haus springt sie schnell raus und rennt zum Spielplatz und rutscht auf der Rutsche. Erich Reichl wollte 100 Gedichte auswendig lernen, um die kleinen grauen Zellen im Gehirn etwas zu bewegen. Als er 30 konnte, dachte er, er könne doch eigene Gedichte und Limericks schreiben. Inzwischen sind über 700 Limericks entstanden. Und das nachts, wenn man schon mal eine halbe Stunde lang wach liegt. Am liebsten von allen mag er diesen hier: Ein Baby in seinem Kinderwagen will eine Bratwurst und kann es nicht sagen. Mit Fritten rotweiß und dann noch ein Eis. Statt immer die Pampe. Die verklebt bloß den Magen. Der Leser kann sich auf ein paar vergnügliche Stunden einrichten.
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Seitenzahl: 100
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Lieber Leser,
es geht sofort los.
Richten Sie sich auf ein
paar vergnügliche Stunden ein.
Denn so schnell
kommen Sie hier
nicht wieder weg.
1.
Da fragt ein Bademeister aus Heister
Die junge Frau mit dem Hündchen: Na, beißt er?
Sie drauf: I wo,
Höchstens kurz in den Po.
Da trollt sich der Meister aus Heister.
2.
Ein Himbeerbonbonfabrikant aus Schlafft,
Der hat eine Kuh, die hat es geschafft,
Aus Kästen und Taschen
Die Bonbons zu naschen.
Jetzt gibt sie leckeren Himbeersaft.
Lieber Leser,
ich möchte Sie von Zeit zu Zeit persönlich ansprechen.
Sie erkennen das an dieser kursiven Schrift.
3.
Da sprach so ein Guru von einer Bank
Jetzt steigen die Aktien, dem Himmel sei Dank.
Doch es geht in den Keller
Von Tag zu Tag schneller.
Selbst schuld, wer ihm glaubte – ich bin doch nicht krank.
4.
Da ist ein Schnarchtherapeut in Rottbitze,
Den finden die Schnarcher im Dorf richtig spitze.
Warum?
Na ja drum:
Er hilft nicht sehr viel, doch er kennt viele Witze.
Wenn nur ein Bruchteil von dem Spaß
bei Ihnen ankommt, den ich
beim Schreiben und Zeichnen habe,
dann wird es Ihnen gut gehen..
5.
Ein Fußballschiedsrichter aus Berlin,
Der pfeift auch Spiele in Neuruppin,
Auch in Eutin
Und in Schwerin.
Seine Freundin pfeift jetzt auf ihn.
6.
Da hat ein Schönheitschirurg aus Leoben
Dem Bürgermeister die Nase verschoben
Und etwas verdreht
Und falsch angenäht.
Die Naslöcher schaun jetzt nach oben.
7.
Da hält wer eine Rede in Assen.
Doch man wirft mit Tomaten. Er kann es nicht fassen
Und sucht nach dem Schock
Einen Sündenbock.
Schuld ist sein Fahrer – er ist schon entlassen.
8.
Ihr Lebensgefährte aus Osnabrück
Kam endlich mal wieder, sie strahlte vor Glück.
Er wollte in der Sonne liegen,
Sie wollte ihn zur Arbeit kriegen.
Er fuhr noch am selben Abend zurück.
9.
Ein Stürmer von Berchtesgaden
Hat alle Gegner verladen
Und keiner mehr
Kam hinterher.
Sie hatten zu dünne Waden.
10.
Ein Testpilot aus Fürstenfeldbruck,
Der unternahm einen Hubschrauberflug.
Aber oh je!
Er fiel in den See!
Er hatte etwas zu viel gluck gluck.
Limericks sind nach der
irischen Stadt Limerick benannt.
Ihre Entstehung liegt im Dunkeln.
Vielleicht entstanden sie
als Spottgesänge in den Pups.
11.
Es hat das Mäxchen aus Xanten
Zwei junge Mädchen als Tanten.
Die dürfen nicht fluchen,
Nicht die Jungens versuchen,
Die Tanten sind Ministranten.
12.
Stellt sich ein Münchner, vielleicht aus Freimann,
Bei irgendwas richtig deppert an,
Dann, bitte schön,
Liegt es am Föhn!
Nicht dass einer denkt,
dass der Münchner nichts kann.
13.
Tim Hund, ein Dackelbesitzer aus Peine,
Hat auch so krumme und kurze Beine.
Und weil er Hund heißt,
Weiß man nicht, ob er beißt.
Besser ist, er kommt an die Leine.
14.
Es wusste der Rolfi aus Vogelsang
Stets ganz genau, wo der Hammer hang.
War Fußball drauf,
Passte keiner auf,
Dann zog er dem Dackel die Ohren lang.
15.
Ein Nachbar ist gestorben.
Wir haben noch nie einen Hund
so herzzerreißend weinen gehört.
Ein verblichener steinreicher Witwer aus Peint,
Der hat beim Notar seine Erben vereint.
Sie kennen den Grund. - -
Gebärde des Geldzählens mit Zeigefinger und Daumen
Doch Flocki, sein Hund,
Ist der Einzige, der um ihn weint.
16.
Ein Leichendarsteller aus Roth
Spielt sterbende Menschen in Not.
Den hat man in Essen
Am Drehort vergessen.
Man hielt den Armen für tot.
17.
Ein Bettelstudent aus Theben
Will richtig was Tolles erleben.
Jedoch ohne Moos
Ist leider nichts los.
Nun geht er daheim einen heben.
18.
Die Dorfarztgattin aus Klotten
Kauft immer die schicksten Klamotten.
Zum Hinhängen bloß.
In dem Dorf ist nichts los.
Das freut in Klotten die Motten.
19.
Ein Lottospieler aus Lehr
Der dachte, wie schön es doch wär:
So ein kleiner Gewinn!
Der ist doch mal drin!
Jetzt ist der aus Lehr Millionär.
20.
Graf Kuno verstarb in Cuxhaven.
Drum holte man schnell für den Grafen
Den teuersten Sarg:
Doch das war zu arg:
Der Sargbauer hat drin geschlafen!
21.
Ein Zeitungsverleger aus Lille
Hört auf, so ist halt sein Wille.
Er ist noch gesund
Geht viel mit dem Hund.
Verlegt wird nur manchmal die Brille.
22.
Der Eismann Luigi aus Geiselwind
Verärgert wirklich fast jedes Kind.
Gibt Kirsch statt Zitrone
Und Nuss statt Melone.
Warum? – Ja, Luigi ist farbenblind.
23.
Da fällt ein Stuntman aus Obenhaus
Gekonnt aus dem 13. Stockwerk heraus,
Das klappt – Gott sei Dank!
Doch jetzt ist er krank.
Er rutschte auf einem Kaugummi aus.
24.
Ein Kulissenschieber vom Großen Haus
Schiebt immer die furchtbaren Wolken hinaus,
Lässt die Sonne scheinen,
Wenn die Schauspieler weinen.
Das Publikum dankt ihm mit Sonderapplaus.
25.
Der Captain von einem Kreuzfahrtenschiff
Trank wieder mal Tonic mit sehr viel Pfiff.
Doch in dieser Nacht
Hat es gekracht,
Er setzte das Kreuzfahrtenschiff auf ein Riff.
26.
Da will ein Mathelehrer in Heeren
Den Schülerinnen Pythagoras lehren.
Doch die pflegen ihr Outlook
Und gehen nach Facebook.
Ja, die Schule wär schön, wenn die Lehrer nicht wären.
27.
Da ist ein Kriminologe in Frechen,
Der kennt jetzt das wirklich perfekte Verbrechen.
Und wie die Frau sterbt
Und er sie beerbt,
Denkt jeder, sie tat sich selber erstechen.
Limericks sagen in Zeile 1 WER
Und am Ende WO.
Die Zeile 2 reimt sich auf 1.
Zeilen 3 und 4 sind kürzer.
Zeile 5 nimmt den Reim von 1 auf
Und enthält möglichst
eine überraschende Wendung.
28.
Ein Antiquar aus Siebenhunden
Besitzt einen Schrank, ganz uralt und zerschunden.
Drin hat er ein Schwert,
Das dem Kaiser gehört,
Und ein Foto von Adam und Eva gefunden.
29.
Ein Golfballtaucher aus Hamburg Am Fleet
Vertickt alte Bälle von morgens bis spät.
Jedoch nach einer Feier
Hat er dem Golfer Meier
Drei weiße Mäuse angedreht.
30.
Ein Rutengänger am Rande der Schlei
Soll Süßwasser finden, wie tief es auch sei.
Und tatsächlich im Sand…
Wissen Sie, was er fand!
Eine Leitung mit Bier von der Brauerei.
31.
Ein Truckerfahrer aus Deutz,
Na der hat es mächtig im Kreuz.
Ist halt viel gefahren
In all diesen Jahren.
Jetzt bleibt er daheim und seine Frau freut’s.
32.
Der Bürgermeister von Bacharach
Pfeift immer gern jungen Frauen nach.
Die Opposition
Sagt erst keinen Ton,
Doch dann im Wahlkampf gibt’s richtig Krach.
33.
Da fuhr ein Lausbub aus Hangelar
Ein fremdes Mofa, das klappte sogar.
Doch er konnte nicht halten,
Er fand nichts zum Schalten.
Da fuhr er im Kreis bis der Sprit alle war.
34.
Da war ein Ballonfahrer aus Ahrbrück.
Der hatte erst Pech und dann noch kein Glück.
Dem ist in der Luft
Die Luft weggepufft.
Er fiel in den Schornstein von der Fabrik.
35.
Ein Antiquar aus Neustadt am Wald
Kauft Geigen aus China und trimmt sie auf alt.
Erst eine Amati,
Dann eine Storioni.
Fehlt nur noch ein Trottel, der saftig bezahlt.
36.
Da ließ ein Zauberer aus Stadthagen
Fast alles verschwinden, was Menschen so tragen.
Doch er hat unbedacht
Einen Fehler gemacht.
Er selbst ist verschwunden, und das schon seit Tagen.
37.
Der Abgeordnete Huber aus Lauf
Tritt manchmal in einer Talkshow auf.
Doch wie er dort spricht,
So ist er nicht.
Er spielt Gut-Mensch Huber, und das hat er drauf.
38.
Graf Egbert von Kalkstein aus Dingolfing,
Der nimmt sich plötzlich ein junges Ding
Und hat schon nach Tagen
Nichts mehr zu sagen.
Jetzt fehlt ihm nur noch ein Nasenring.
39.
Ein Nummernkontobesitzer aus Wössen,
Der schaufelte Geld in die Schweiz wie besessen
In blinder Gier.
Doch er lebt von Hartz IV
Sie ahnen es schon, ja, er hat sie vergessen.
40.
Ein greiser Autofahrer aus Kiel
Hat jetzt ein Navi, das nutzt er sehr viel.
Geht’s am Friedhof vorbei,
Macht das Teil ein Geschrei:
Hallooooo, alter Knabe, hier bist Du am Ziel!
41.
Da will sich ein Schönheitschirurg aus Gießen
Vor lauter Stress am liebsten erschießen.
Jede will Silikon,
Er träumt schon davon.
Und außerdem muss er sein Bad damit fliesen.
42.
Es kann eine Stuhlassistentin aus Wehen
Den Namen ihres Berufs nicht verstehen.
Er sagt nicht, was sie tut
Und klingt auch nicht so gut
Auch Stuhl hat sie keinen, sie muss immer stehen.
43.
Eine Dame mit Katze traf neulich in Stade
Einen Herrn mit Hund auf der Promenade.
Sie wollte ein Techtel
Und er gar ein Mechtel.
Doch sie waren wie Katze und Hund. – Das ist schade.
44.
Eine Dame mit Vogel wollte in Essen
Die ewige Einsamkeit endlich vergessen.
Sie traf einen Herrn
Und hatte ihn gern.
Doch der briet ihren Vogel und hat ihn gegessen.
45.
Da fuhr ein deutscher Tourist nach Assen
Und bretterte dort durch die engen Gassen.
Den Assen war klar,
Was mit Ihm war.
Sie schenkten ihm für seinen Schrank ein paar Tassen.
46.
Ein junger Dispatcher dispatchte in Kamen
Sein Liebesleben auf mehrere Damen.
Doch nun ist er betagt
Und nicht mehr gefragt
Und keine der Damen trägt seinen Namen.
47.
Ein Quality Manager ging in Wien
Auch mal zur Bundesregierung hin,
Um sie zu beraten
Bei Ihren Taten.
Doch die wurden sehr grob und er soll sich verzieh‘n.
48.
Ein Feuerschlucker vom Nachbarhaus
Der half mir aus einer Not heraus:
Mein Baum hat gebrannt,
Da kam er gerannt,
Hat kurz mal geschluckt und aus war die Maus.
49.
Da ist eine junge Studentin aus Mücke,
Die wünscht sich, ihr liebes Mütterlein bücke
Für sie einen leckeren Kuchen.
Sie könnte es doch mal versuchen.
Ja das wäre schön, und sie äße fünf Stücke.
50.
Da spielte ein Junge aus Biberach
Am Abend mit seiner Freundin Schach
Und setzte sie glatt
In vier Zügen matt.
Na klar, es gab einen heftigen Krach.
Die ganze Nachbarschaft wurde wach –
Ach Du liabs Herrgöttle vo Biberach!
51.
Da vermachte ein Bettler aus Stralsund
Sein Geld, das Gold, die Pfandbriefe und
Natürlich das Haus
Seinem treuen Freund Klaus.
Und der Klaus ist ein uralter Mischlingshund.
52.
Ein netter Mensch aus Witterschlick
Der ist ja so happy, der strahlt ja vor Glück.
Warum, na ja weil:
Das ist wirklich geil:
Er liest den folgenden Limerick:
53.
Die schlanke Blondine aus Meyerbeer
Gefällt vor allem den Herrn wirklich sehr.
Jedoch ihren Mann
Schaun alle an.
Er läuft nackt in Socken neben ihr her.
54.
Da war meine Urgroßmutter aus Lahr
Was soll ich sagen, na ja, sie gebar
Als Gottesgaben
Zwölf stramme Knaben.
Die Mädchen waren halt damals sehr rar.
55.
Ein Äppelwoitrinker aus Frankfurt am Main,
Der träumte von einem Schnitzel vom Schwein,
Mit ein paar Böhnchen
Und Scheibchen Zitrönchen.
hmmmmh!
Da fuhr er dem Auto vor ihm hinten rein.
56.
Es trank eine Dame mit Hund aus Schwerin
Zu zweit mit dem Gatten Kaffee am Kamin.
Er gab ihn dem Hund.
Aus sehr gutem Grund.
Er roch etwas komisch – fast wie nach Strychnin.
Sie haben sich bestimmt schon gut eingelesen.
Limericks zu lesen, ist ja nicht leicht.
Manchmal gelingt es erst
beim dritten Versuch, dass
ein Limerick nicht holpert.
57.
Ein Rauschgiftfahnder aus Wölfersheim-Södel,
Den hielten alle für einen Dödel.
Doch er hat was gefunden
Mit seinen drei Hunden:
Zwei Eimer mit Gulasch und Knödel.
58.
Ein Fußballverrückter aus Münster am Stein
Fährt überall hin mit seinem Verein.
Doch im Nachbarort Hausen
Erfasst ihn das Grausen,
Sie kriegen zehn Stück und die Kiste kracht ein.
59.
Eine Dame mit Hund aus dem Örtchen Lund
Mit etwas Vermögen und leidlich gesund
Sucht netten Herrn,
Doch dieser bleibt fern.
Man weiß, die Dame aus Lund treibt's zu bunt.
60.
Da lässt der Bauer Max Schell aus Großgottern
Den ehemals prachtvollen Hof arg verlottern.
Doch die Hühner vom Schell
Sind sensationell,
Denn jedes legt Eier mit drei dicken Dottern.
61.
Sakralmarketing
Es hat den jungen Pfarrer in Zossen
Der schlechte Besuch seiner Predigt verdrossen.
Und er hat sich gedacht,
Es macht Spaß, wenn was kracht.
Da hat er mit Schrot in den Beichtstuhl geschossen.
62.
Einem Eisfabrikanten vom Ostalbkreis,
Dem ist der Sommer mal wieder zu heiß.
Plötzlich hat er gelacht.
Wissen Sie, was er macht!!!
Den Swimmingpool voller Himbeereis.
63.
Bei einem Bauern in Elterlein
Brachen an Karneval Diebe ein.
Ein wertvolles Stück
Übersah man zum Glück,
Und zwar vom Opa den Gallenstein.
64.
Ein alternder Fußballspieler aus Ehr
