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Die Erfolgsformel zum Abnehmen: Hafer und Eiweiß Das Dream-Team aus Hafer und Eiweiß spielt die Hauptrolle in der einzigartigen HAWEI-Methode. Deshalb auch »HAWEI«: HAFER und EIWEISS. Entwickelt wurde das Ernährungskonzept vom renommierten Diabetologen und Bestsellerautor Dr. med. Winfried Keuthage auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Der Clou: Es verbindet die blutzuckersenkenden Eigenschaften des Hafers mit dem Sattmacher Eiweiß. So gelingt endlich gesundes und nachhaltiges Abnehmen. So funktioniert die HAWEI-Methode: - Klug starten: Zwei Hafertage zu Beginn senken eine Insulinresistenz - oftmals der Grund, warum es mit dem Abnehmen nicht klappt. - Einfach dranbleiben: Aufläufe, Eintöpfe, Pizza & Co. mit Hafer - die mehr als 60 Hafer-Eiweiß-Gerichte sind nicht nur einzigartig, sondern auch leicht umsetzbar und unfassbar lecker. Und so hilft die HAWEI-Methode beim Abnehmen: - Die Hafertage senken eine Insulinresistenz und reduzieren den Insulinbedarf bei Typ-2-Diabetes. - Das Beta-Glucan im Hafer reguliert den Blutzuckerspiegel. - Hafer hat einen hohen Ballaststoffgehalt und stärkt die Darmflora. - Dank ihres hohen Eiweißgehalts machen die HAWEI-Rezepte lange satt. - Die hohe Eiweißzufuhr verhindert den Muskelabbau und damit den Jo-Jo-Effekt.
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Veröffentlichungsjahr: 2022
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© eBook: 2022 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
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Projektleitung: Stella Schossow
Lektorat: Annette Gillich-Beltz
Bildredaktion: Simone Hoffmann
Covergestaltung: GU/Markus Hauschild (Foto), ki36 (Illustrationen)
eBook-Herstellung: Vicki Braun
ISBN 978-3-8338-8843-4
1. Auflage 2022
Bildnachweis
Coverabbildung: GU/Markus Hauschild (Foto), ki36 (Illustrationen)
Illustrationen: ki36, Pia Bublies
Fotos: GU/Markus Hauschild, JUNI Fotografen/Julia Schmidt & Nikolas Hagele; Foodstyling: Urs Hug; Getty Images; GU/Grossmann.Schürle; GU/Katrin Winner
Syndication: www.seasons.agency
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Die Gedanken, Methoden und Anregungen in diesem Buch stellen die Meinung bzw. Erfahrung des Verfassers dar. Sie wurden vom Autor nach bestem Wissen erstellt und mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für persönlichen kompetenten medizinischen Rat. Jede Leserin, jeder Leser ist für das eigene Tun und Lassen auch weiterhin selbst verantwortlich. Weder Autor noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.
Warum ist Abnehmen so schwer? Das liegt an sieben Gegenspielern: Gehirn, Muskelabbau, Insulinresistenz, Hunger, Stress, eine gestörte Darmflora sowie Alkoholkonsum. Mit der HAWEI-Methode zeigt uns der renommierte Diabetologe und Bestsellerautor Dr. med. Winfried Keuthage eine äußerst effektive Strategie, diesen Gegenspielern entgegenzutreten. Die beiden Stars der HAWEI-Methode: Hafer und Eiweiß.
Die Hafertage senken eine Insulinresistenz und reduzieren den Insulinbedarf bei Typ-2-Diabetes.
Das Beta-Glucan im Hafer reguliert den Blutzuckerspiegel.
Hafer hat einen hohen Ballaststoffgehalt und stärkt die Darmflora.
Dank ihres hohen Eiweißgehalts machen die HAWEI-Rezepte lange satt.
Die hohe Eiweißzufuhr verhindert den Muskelabbau und damit den Jo-Jo-Effekt.
Gewicht zu reduzieren ist schwer. Und Gewicht zu halten noch viel mehr ... Insbesondere wenn es um eine nachhaltige Gewichtsreduktion geht, ist es notwendig, langfristig gesunde Ernährungsmuster im Alltag umzusetzen. Diese müssen schmackhaft und praktikabel sein.
Manche Nährstoffe und Lebensmittel sind dabei besonders hilfreich, wie zum Beispiel pflanzliche Eiweiße und gesunde Inhaltsstoffe wie das im Hafer enthaltene Beta-Glucan sowie weitere Ballaststoffe.
In der HAWEI-Methode sind diese Erkenntnisse umgesetzt. Damit ist dieses Buch eine gute Unterstützung, um nachhaltig abzunehmen.
Berlin, im November 2022
Prof. Dr. med. Diana Rubin
Fachärztin für Innere Medizin, Schwerpunkt Gastroenterologie, Diabetologin DDG, Ernährungsmedizin
Professur an der Christian-Albrechts-Universität Kiel
Vorstand Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin
Chefärztin am Zentrum für Ernährungsmedizin Vivantes Region Nord, Berlin
Zahllose Zeitschriften und Bücher beschäftigen sich mit dem Thema Abnehmen, die beschriebenen Diäten verhelfen angeblich in kürzester Zeit zum persönlichen Wunschgewicht. Lebensmittelkonzerne bewerben zahlreiche Produkte, die das Abnehmen unterstützen sollen. Dennoch ist mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung übergewichtig und die meisten würden ihr Gewicht gern reduzieren. Wie passt all das zusammen?
In meiner Praxis für Diabetes und Ernährungsmedizin in Münster begleite ich seit 20 Jahren Patienten beim Abnehmen. Ich kann Ihnen versichern: Abnehmen erfordert eine dauerhafte Umstellung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens. Kurzfristige Diäten mögen kurzzeitige Erfolge zeigen, langfristig schaden sie jedoch sogar.
Diäten bedeuten für unseren Körper Stress, in dessen Folge er seinen Stoffwechsel runterfährt. Er fällt in eine Art Winterschlaf. Ist die Diät vorbei, bleibt der Körper im Energiesparmodus, er fährt den Stoffwechsel nicht wieder auf das Ausgangsniveau hoch. Es könnte ja jederzeit der nächste Nahrungsengpass – die nächste Diät – kommen. Schon sitzen wir in der Diätfalle. Nach einer kurzfristigen Diät haben wir das verlorene Gewicht schnell wieder drauf – und nicht selten zeigt die Waage sogar mehr Kilo an als vorher. Der sogenannte Jo-Jo-Effekt ist eingetreten. Wie unser Körper das macht? Nun, das ist ein komplexes Zusammenspiel aus Hormonen und Regelkreisen, das im ersten Teil des Buches ausführlich beschrieben wird. Dort lernen Sie auch die sieben Gegenspieler kennen, die Ihnen das Abnehmen so schwer machen.
Der zweite Teil des Buches beschreibt die HAWEI-Methode, die Ihnen beim Abnehmen helfen wird. Dort geht es unter anderem um die Hafertage: Diese haben eine mehr als 100 Jahre lange Tradition und werden von vielen Diabetologen für Menschen mit Typ-2-Diabetes und Insulinresistenz empfohlen. Bei vielen meiner Patienten sinkt infolge der Hafertage nicht nur der Blutzuckerspiegel, sondern auch das Körpergewicht. Auch meine übergewichtigen Patienten ohne Diabetes profitieren von den Hafertagen.
Was kann Ihnen sonst noch beim Abnehmen helfen? Langfristig die besten Erfolge verspricht eine eiweißreiche Ernährung. Wir, das heißt, mein Team aus Ökotrophologinnen, Diätassistentinnen und Ernährungsmedizinern, haben dafür Rezepte entwickelt. Sie erfahren, wie Sie eiweißreiche Mahlzeiten mit natürlichen Zutaten zubereiten und sich gesund und ballaststoffreich ernähren können. Das wird möglich durch die revolutionäre Kombination aus hafer- und eiweißreichen Lebensmitteln.
Im dritten Teil des Buches finden Sie eine große Auswahl an Rezepten, die es Ihnen erlauben, jeden Tag ein oder zwei Hafer-Eiweiß-Mahlzeiten zu essen, ohne dass es geschmacklich eintönig wird. Dafür haben wir bekannte Rezepte variiert, wie zum Beispiel Brot, Quiche oder Pizza, aber auch viele neue Rezepte kreiert.
Machen Sie sich auf einfache und leckere Weise die vielfältigen gesundheitlichen Vorteile des Hafers zunutze. Von diesen profitieren insbesondere Menschen mit einer Insulinresistenz, zum Beispiel mit Typ-2-Diabetes, sowie Menschen mit erhöhten Cholesterinwerten. Aber auch wenn Sie keine gesundheitlichen Probleme haben, tragen die Rezepte dazu bei, dass Sie noch lange gesund bleiben. Probieren Sie es aus!
Münster, im November 2022
Dr. med. Winfried Keuthage
Warum Abnehmen schwerfällt
Viele Menschen wünschen sich nichts sehnlicher, als ihr Wunschgewicht zu erreichen und dauerhaft zu halten. Doch egal, ob dieses 30 Kilo entfernt ist oder drei – häufig klappt es einfach nicht. Der Körper macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Kapitel.
Ob wir zunehmen, abnehmen oder unser Gewicht halten, hängt von der Energiebilanz ab. Dieser Begriff bezeichnet das Verhältnis zwischen der Energie, die wir unserem Körper zuführen, und der Energie, die unser Körper verbraucht. Daran sind viele Faktoren beteiligt, wie die Abbildung > zeigt. Die Einheit für Energie ist die Kalorie, wir reden also von Kalorienzufuhr und Kalorienverbrauch. Korrekt würde es übrigens Kilokalorie heißen, doch ich verwende in diesem Buch den gebräuchlicheren Begriff Kalorie.
Wie viele Kalorien Sie zu sich nehmen, können Sie leicht herausfinden. Führen Sie über einen bestimmten Zeitraum, beispielsweise zwei Wochen, ein lückenloses Ernährungsprotokoll und addieren Sie die aufgenommenen Kalorien. Der Durchschnittswert entspricht Ihrer Kalorienzufuhr.
War in diesem Zeitraum Ihr Gewicht konstant, muss die Kalorienbilanz ausgeglichen gewesen sein – das bedeutet, Sie haben so viele Kalorien zu sich genommen, wie Sie verbraucht haben.
Die Kalorienzufuhr ist von vielen Faktoren abhängig, unter anderem von der Menge und der Kaloriendichte der Lebensmittel, die Sie zu sich nehmen.
Kalorien finden sich in den drei sogenannten Makronährstoffen:
> Kohlenhydrate enthalten 4 Kalorien pro Gramm.
> Eiweiße enthalten 4 Kalorien pro Gramm.
> Fette enthalten 9 Kalorien pro Gramm.
Kein Makronährstoff, aber ein weiterer Energielieferant ist Alkohol, der 7 Kalorien pro Gramm enthält.
Fettreiche Lebensmittel haben die höchste Energiedichte und sättigen – bei vergleichbarer Kalorienmenge – am schlechtesten. Ähnlich ungünstig für die Sättigung sind gezuckerte Getränke. Eine geringe Energiedichte und einen im Vergleich dazu hohen Sättigungsgrad hat eine Kombination aus eiweißreichen und ballaststoff-/wasserreichen Lebensmitteln.
Führen Sie über mehrere Tage ein lückenloses Ernährungstagebuch und ermitteln Sie so Ihre Kalorienzufuhr und Ihren Verbrauch.
ENERGIEBILANZ
Die Energiebilanz ist das Verhältnis zwischen der Energie, die wir unserem Körper zuführen, und der Energie, die unser Körper verbraucht. Dabei spielt es zum Beispiel eine Rolle, was wir essen und wie viel wir uns bewegen. Es gibt aber noch viele weitere Faktoren, wie beispielsweise Gesundheitszustand und Lebensstil.
Um den Kalorienverbrauch zu ermitteln, gibt es verschiedene Rechner, welche meist Alter, Geschlecht, Körpergröße und Alltagsaktivitäten berücksichtigen. Sie bieten einen guten Anhaltspunkt, wenn auch nicht alle Einflussfaktoren berücksichtigt werden.
Hier können Sie Ihren ungefähren Kalorienverbrauch berechnen: www.hawei.online
Der gesamte Kalorienverbrauch unseres Körpers wird als Gesamtumsatz bezeichnet. Er setzt sich zusammen aus Grundumsatz, Leistungsumsatz sowie nahrungsinduzierter Thermogenese.
Gesamtumsatz
GrundumsatzLeistungsumsatzVerbrauch durch AlltagsaktivitätenVerbrauch durch sportliche AktivitätenNahrungsinduzierte ThermogeneseDer Grundumsatz umfasst die Energie, die der Körper in Ruhe benötigt, um die lebensnotwendigen Funktionen aufrechtzuerhalten. Das sind insbesondere die Steuerung der Körpertemperatur, die Zellregeneration, die Atmung, die Verdauung und die Durchführung von Transportprozessen.
Der Grundumsatz beträgt etwa zwei Drittel des Gesamtumsatzes und wird unter anderem beeinflusst vom Geschlecht, Körpergewicht und Alter, von der körperlichen Konstitution, also von Erkrankungen und Entzündungen, sowie von Medikamenten, zurückliegenden Diäten und Hormonen.
Außerdem besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Grundumsatz und der Muskelmasse. Weniger Muskelmasse verbraucht weniger Energie. Oder anders ausgedrückt: Regelmäßiges Krafttraining und körperliche Aktivitäten führen zu einer Erhöhung der Muskelmasse und folglich zu einem höheren Grundumsatz.
Als Leistungsumsatz wird die Summe aus sportlichen und Alltagsaktivitäten bezeichnet. Der Kalorienverbrauch beim Sport ist abhängig von der Intensität sowie vom Trainingszustand und wird insgesamt oft überschätzt. So kann der Kalorienverbrauch im Alltag – also bei nicht sportlichen Aktivitäten wie zum Beispiel Spazierengehen, Treppensteigen und Hausarbeit – am Ende des Tages deutlich höher sein als der Verbrauch bei einer Sporteinheit.
Um die Nahrung im Magen-Darm-Trakt zu verwerten, sie umzuwandeln und zu speichern, benötigt unser Körper Energie. Dieser Prozess wird als Thermogenese bezeichnet: das Aufwenden von Energie, um die Nahrung aufzuschließen und zu verwerten. Für die Verbrennung der verschiedenen Makronährstoffe wird unterschiedlich viel Energie aufgewendet.
> Um Fett zu speichern, werden lediglich zwei bis vier Prozent der aufgenommenen Kalorien benötigt.
> Um Zucker in den Zuckerspeicher Glykogen umzuwandeln, sind fünf Prozent der Kalorien notwendig.
> Die Verwertung von Eiweiß verbraucht 25 bis 30 Prozent der aufgenommenen Kalorien. Mit anderen Worten: Von 100 Kalorien aus Eiweiß werden 25 bis 30 Kalorien direkt verbraucht!
Wer abnehmen will, muss weniger Kalorien zu sich nehmen, als er verbraucht. Dabei geht es nicht darum, weniger zu essen oder gar zu hungern, sondern um die Auswahl der richtigen Lebensmittel mit einer geringen Kaloriendichte. Was so simpel klingt, ist leider in der Umsetzung oftmals sehr schwer. Denn unser Gehirn akzeptiert kein Kaloriendefizit und versucht buchstäblich alles, um es zu vermeiden: Verschiedene Mechanismen sorgen dafür, dass die Kalorienzufuhr erhöht und der Verbrauch gesenkt wird.
Notieren Sie, wie viel Zeit Sie für die verschiedenen Aktivitäten am Tag aufwenden, zum Beispiel Schlafen, Arbeiten oder Fernsehen. Wie viele davon sind mit Bewegung verbunden? Meist lässt sich der Bewegungsanteil deutlich erhöhen.
So werden zum Beispiel Hormone ausgeschüttet, die Heißhunger verursachen, sodass wir mehr und unkontrolliert essen. Und um den Kalorienverbrauch zu reduzieren, werden Grund- und Leistungsumsatz verringert, zum Beispiel indem der Körper dafür sorgt, dass wir uns weniger bewegen.
Auf der Suche nach Energie plündert der Körper zusätzlich seine Zuckervorräte in Muskulatur und Leber (die sogenannten Glykogenspeicher). Reicht das nicht aus, holt er sich Kalorien aus Muskel- und Fettgewebe. In der Folge wird Muskulatur und damit ein wichtiger Kalorienverbraucher abgebaut. All dies geschieht, ohne dass es uns bewusst ist, hormonell gesteuert und mit starken emotionalen Anreizen.
So reagiert unser Körper auf ein Kaloriendefizit
Der Hunger nimmt zu.Zur Energiegewinnung wird Muskeleiweiß benötigt.Muskulatur wird abgebaut.Der Grundumsatz sinkt.Der Leistungsumsatz sinkt.Angenommen, Sie nehmen täglich 500 Kalorien weniger zu sich. Sie nehmen ab, aber der Körper tut alles, um das Kaloriendefizit auszugleichen, bis nach einer Weile die Kalorienbilanz wieder ausgeglichen ist – auf abgesenktem Niveau. In der Folge erreicht Ihr Körpergewicht ein Plateau und stagniert, typischerweise nach drei bis sechs Monaten und durchschnittlich bei fünf bis maximal zehn Prozent unterhalb des Ausgangsgewichtes. Immer vorausgesetzt, Sie bleiben dabei, täglich 500 Kalorien weniger aufzunehmen als zuvor.
Nicht selten ist einige Zeit nach Ende der Diät das Körpergewicht sogar höher als das Ausgangsgewicht. Dieses wissenschaftlich sehr gut untersuchte Phänomen wird Jo-Jo-Effekt genannt.
Wie beschrieben, senkt unser Körper bei einer Diät den Kalorienverbrauch. Ist die Diät vorbei, erhöht er den Verbrauch nicht wieder auf das Ausgangsniveau. Er fürchtet, das Kaloriendefizit könnte sich wiederholen, und er baut sozusagen vor. Das bedeutet aber auch: Essen Sie nach der Gewichtsreduktion wie vorher, führt dies zu einem Kalorienüberschuss. Das Körpergewicht steigt an und landet nicht selten sogar oberhalb des Ausgangsgewichtes. Um den Jo-Jo-Effekt zu verhindern, hilft es, die Muskulatur zu erhalten (siehe Kapitel »Muskelabbau – der Verbrennungsmotor im Ruhemodus«).
TEUFELSKREIS DIÄTEN
Im Zusammenhang mit dem Jo-Jo-Effekt ist auch die Set-Point-Theorie interessant. Sie liefert eine Erklärung dafür, warum nach einer Diät die verlorenen Pfunde oft so schnell wieder drauf sind. Sie besagt, dass unser Körper immer bestrebt ist, das ehemals höchste Körpergewicht zu erreichen – den Set-Point –, unabhängig davon, ob dies wenige Wochen oder viele Jahre zurückliegt. Welche Mechanismen dem Set-Point zugrunde liegen, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Frage nach dem Höchstgewicht ist eine der wichtigsten, die ich meinen Patienten beim ersten Gespräch in meiner Praxis stelle. Wenn sich herausstellt, dass das aktuelle Gewicht niedriger ist als das vorangegangene Höchstgewicht, ist das bereits ein Teilerfolg.
Die interessante Frage, ob sich der Set-Point verändern lässt, ist leider nicht sicher zu beantworten. Ihn in Richtung höheres Gewicht zu verschieben, fällt den meisten Menschen leicht. Eine Verschiebung in Richtung niedrigeres Körpergewicht fällt dagegen schwer – das ist am ehesten durch die Erhöhung der Muskelmasse möglich. Mehr Muskelmasse bedeutet, dass der Grund- und Leistungsumsatz steigt und in Ruhe mehr Kalorien verbraucht werden.
Nehmen Sie sich einen Moment Zeit und denken Sie über Ihre »Diätkarriere« nach: Wie viel haben Sie mit welchen Diäten abgenommen? Wie stark war die Einschränkung? Und wie viele Kilo waren einige Zeit nach der Diät wieder drauf?
Nach all diesen Erklärungen sollte Ihnen klar sein, dass weder Blitzdiäten noch Fasten geeignet sind, um langfristig abzunehmen. Bei dem damit verbundenen extremen Kaloriendefizit, insbesondere dann, wenn die Zufuhr unterhalb des Grundumsatzes liegt (zum Beispiel bei 1000 Kalorien und weniger pro Tag), ist der anfängliche Gewichtsverlust ein Scheinerfolg, da zunächst Wasser verloren geht. Sobald Sie wieder normal essen, wird dieser Verlust wieder ausgeglichen.
Noch wichtiger ist jedoch, dass bei geringer Eiweißzufuhr Energie aus Muskeleiweiß gewonnen wird und sich die Muskulatur abbaut. Erst bei längeren Hungerphasen greift der Körper vorrangig Fettreserven an, da ein zu hoher Muskelabbau lebenswichtige Funktionen gefährden würde.
Während der Abbau von Fettgewebe bei Übergewicht gewünscht ist, mündet der Abbau von Muskelgewebe in einen Teufelskreis. Je weniger Eiweiß während einer Gewichtsabnahme aufgenommen wird, desto mehr Muskelgewebe wird abgebaut. Weniger Muskeln bedeuten wiederum, dass der Körper seinen Grund- und Leistungsumsatz weiter absenkt.
Wenn das Abnehmen nicht so gelingt, wie gewünscht, glauben viele Menschen, dies liege ausschließlich daran, dass sie ihre guten Vorsätze nicht dauerhaft durchhalten. Diese Fälle gibt es natürlich. Die ganze Wahrheit ist aber deutlich komplexer.
GEGENSPIELER BEIM ABNEHMEN
Abzunehmen ist eine bewusste, rationale Willensentscheidung. Wir motivieren uns mit der Erwartung, nach einer Zeit der Entbehrungen endlich schlanker und gesünder zu sein. Doch unsere Entscheidung ruft mächtige Gegenspieler auf den Plan. Der mächtigste – quasi der Kapitän der Mannschaft – ist unser Gehirn. Seine Mitspieler sind Muskelabbau, Insulinresistenz, Hunger, Stress, eine gestörte Darmflora sowie Alkoholkonsum.
Wie die Abbildung > zeigt, stehen die einzelnen Gegenspieler nicht für sich, sondern sie sind miteinander verbunden und beeinflussen sich in verschieden starken Ausprägungen gegenseitig. Je dicker der Pfeil, desto größer ist der jeweilige Zusammenhang. Hätten Sie zum Beispiel gewusst, dass das Gehirn dafür sorgt, dass wir bei Stress generell mehr Hunger – besonders auf kalorienreiche Lebensmittel – verspüren? Oder dass die Darmflora Sie am Abnehmen hindern kann? Wenn wir es mit diesen Gegenspielern aufnehmen wollen, ist es wichtig, sich dieser wechselseitigen Zusammenhänge bewusst zu werden.
In den folgenden Kapiteln nehmen wir die einzelnen Gegner genauer unter die Lupe.
Der Kapitän der Mannschaft, die gegen das Abnehmen ins Feld zieht, ist das Gehirn. Unser Gehirn ist ein komplexes Organ. Es besteht aus verschiedenen Teilen, die untereinander und mit dem gesamten Organismus eng verknüpft sind. Vereinfachend kann man das Gehirn in zwei Bereiche unterteilen:
> Das Bewusstsein stellt den rationalen Teil dar, der für die Willensbildung, für bewusste Entscheidungen verantwortlich ist.
> Das Unterbewusstsein ist für nicht willentliche Vorgänge im Gehirn verantwortlich.
Sitz des Unterbewusstseins ist das limbische System. Hier finden die nicht willentlichen Vorgänge im Gehirn statt, dieser Teil regelt unter anderem das Sättigungsgefühl und die Nahrungsaufnahme. Der Neurowissenschaftler Achim Peters spricht in seinem gleichnamigen Buch vom »egoistischen Gehirn«. Peters hat erforscht, wie das Gehirn als übergeordnetes Organ beim Hungern zuerst sich selbst versorgt und erst an zweiter Stelle die anderen Organe in unserem Körper. Das ist auch gut so, denn wir sind auf unser Gehirn angewiesen, um ernsthafte Energieengpässe zu vermeiden und immer rechtzeitig Essen zu besorgen. In den meisten Zeiten unserer Entwicklungsgeschichte wurde dadurch das Überleben des Menschen sichergestellt. Doch die Zeiten ändern sich. Seit Jahrzehnten stehen in Deutschland Nahrungsmittel überall und jederzeit zur Verfügung, und das zu günstigen Preisen. Auf diese drastisch veränderten Lebensbedingungen konnten sich die Mechanismen der Hunger- und Sättigungsregulation unseres Gehirnes noch nicht anpassen. Solche Veränderungen müssten in unseren Genen erfolgen und brauchen viele Generationen.
Das limbische System funktioniert unbewusst, die Prozesse werden hormonell gesteuert, das geschieht mittels kurzfristiger Belohnungssysteme. Die verschiedenen Belohnungssysteme werden im Kapitel »Hunger ist nicht gleich Hunger« näher beschrieben.
