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Abschied auf vier Pfoten ist ein einfühlsames Begleitbuch für alle, die den Verlust ihres Haustieres verarbeiten möchten. Andreas Berger, verbindet persönliche Erfahrungen mit praktischen Ratschlägen und zeigt Wege, wie man mit Schmerz und Abschied besser umgehen kann. Das Buch beleuchtet die tiefe emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier und erklärt, warum der Verlust eines Haustieres so schmerzhaft sein kann. Mit seiner klaren, einfühlsamen und praxisorientierten Herangehensweise bietet Andreas Berger einen wertvollen Leitfaden für alle, die einen tierischen Gefährten verloren haben. Abschied auf vier Pfoten dient nicht nur als Trostspender, sondern auch als praktischer Ratgeber, um durch die schwierige Zeit der Trauer zu navigieren. Es ergänzt das kostenlose Trauerportal stellanube-animals.at, eine digitale Gedenkstätte für verstorbene Haustiere und begleitet Betroffene behutsam bei der Verarbeitung ihres Verlustes.
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Seitenzahl: 92
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Vorwort
Einleitung
Was bedeutet Trauer
Generelles über Trauer
Arten der Trauer
Elisabeth Kübler-Ross
J.William Worden
Trauerverläufe
Der Einfluss von Trauerprozessen
Komplikationen der Trauer
Strategien während der Trauer
Reinhards Geschichte – Wenn Abschiede verwehrt bleiben
Der Bezug der Trauer um Haustiere
Trauer um Tiere und ihre Besonderheiten
Einschläfern und damit einhergehende Schuldgefühle
Kinder und ältere Menschen in Trauer
Haustiere und Menschen
Menschen und Katzen eine besondere Beziehung
Erwartungen an einen Trauercoach
Rituale im Trauerprozess
Das Trauertagebuch und Hilfestellungen
Resilienz in der Trauerarbeit
Geburtstage und Rituale
Alltag mit dem Verlust
Langfristige Heilung und Seelengespräche
Gastartikel Tatjana Berger, Seelengespräche
Weiterführende Informationen
Am Ende angekommen
Danksagung
Nachwort
Der Tod gehört zum Leben so schwer diese Wahrheit auch wiegt. Früher oder später trifft er uns alle, in der einen oder anderen Form.
Ich glaube fest daran: Es ist nicht der Tod selbst, der schmerzt es ist der Abschied. Für den, der geht, endet etwas. Für jene, die zurückbleiben, beginnt eine Zeit der Leere. Solange wir über den Tod nachdenken, sind wir die Zurückgebliebenen die Liebenden, die Vermissenden. Und dieser Schmerz kennt keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier. Wo Liebe war, ist Trauer. Und wo Trauer ist, war tiefe Verbundenheit.
Der Verlust eines geliebten Haustieres kann ebenso tief schmerzen wie der eines Menschen. Oft stehen uns Tiere sogar näher als manche Menschen. Sie begleiten uns bedingungslos, urteilen nicht, hören zu einfach so, still und treu. Sie sind da, jahrelang, manchmal jahrzehntelang. Wie könnte es einen da nicht treffen, wenn dieses Tier seinen Weg über die Regenbogenbrücke geht hinauf in den Sternenhimmel! Ich selbst musste leider viele Tiere auf diesem letzten Weg begleiten. Jedes Mal habe ich einen tiefen Verlust gespürt und jedes Mal ist ein Stück von mir mitgegangen. Aus meiner eigenen Trauer heraus entstand die Idee zu "Stellanube-Animals", einem digitalen Tierfriedhof, der mir half, unverarbeitete Verluste aufzuarbeiten. Dieses Portal schenkt Raum für Erinnerungen neue wie alte.
Es bietet einen Ort, an dem wir festhalten können, was uns lieb und wichtig war. Doch dieses Buch handelt nicht nur von "stellanube-animals". Es soll vor allem Wege aufzeigen, wie man mit Trauer umgehen kann besonders dann, wenn sie nicht nachlässt und zu einer Belastung wird. Ich möchte Ihnen verschiedene Möglichkeiten der Trauerbewältigung näherbringen und erklären, wie man aus der Tiefe des Schmerzes wieder ins Leben zurückfinden kann. Wir werden gemeinsam versuchen, die Prozesse des Trauerns besser zu verstehen. Denn auch wenn dieses Thema oft vermieden wird Sie sind nicht allein. Viele Menschen erleben ähnliche Gefühle.
Ich wünsche mir, dass dieses Buch ein hilfreicher Begleiter für Sie wird. Wer Trauer versteht, kann leichter mit ihr umgehen. Und vielleicht kann ich Sie mit diesen Zeilen ein wenig unterstützen in Ihrer Trauer, in Ihrem Erinnern und auf Ihrem Weg zurück ins Licht.
Ihr
Andreas Berger
Der Umgang mit der Trauer
Wer schon einmal ein geliebtes Haustier verloren hat, weiß, wie tief dieser Verlust gehen kann. Je enger die Bindung war, desto schwerer fällt das Loslassen. Haustiere sind oft nicht nur Begleiter, sondern Familienmitglieder mit ihnen teilen wir Verantwortung, Alltagsmomente und emotionale Nähe. Wenn sie gehen, hinterlassen sie eine spürbare Leere.
Viele Menschen finden nach einer Phase der Trauer wieder in den Alltag zurück. Doch es gibt auch jene, die in ihrer Trauer stecken bleiben und nicht mehr allein herausfinden. Für sie und vielleicht auch für Sie möchte ich mit diesem Buch eine Stütze sein. Ich gehe darin ausführlich auf das Thema Trauer ein: Was ist Trauer überhaupt? Welche Phasen kann sie durchlaufen? Was macht sie mit uns körperlich, seelisch und sozial? Darüber hinaus zeige ich Wege und Strategien auf, wie man lernen kann, mit dem Verlust umzugehen praktisch und zugleich mit viel Einfühlungsvermögen.
Die Inhalte basieren auf meinen eigenen Erfahrungen, aber auch auf zahlreichen Fachquellen, die ich im Buch an entsprechender Stelle anführe. Eines ist mir dabei besonders wichtig: Trauer braucht Raum, Zeit und Mitgefühl. Es geht nicht um "schnelles Loslassen", sondern um Verstehen, Zulassen und behutsames Weitergehen. Es gibt keinen festen Zeitrahmen, in dem ein Verlust „überwunden“ sein muss. Doch wenn Trauer nicht weniger wird, wenn sie den Alltag dauerhaft überschattet, kann das auf eine sogenannte Trauerstörung hinweisen.
In solchen Fällen ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie sind mit Ihrer Trauer nicht allein. Lassen Sie uns gemeinsam beginnen, dieses schwere Thema besser zu verstehen in Ihrem Tempo, mit offenem Herzen.
Sprechen wir über Trauer
Trauer ist eine der tiefsten und ursprünglichsten Reaktionen des Menschen auf Verlust. Sie ist Ausdruck von Liebe, Verbundenheit und der schmerzhaften Erkenntnis, dass etwas unwiederbringlich vorbei ist. Wer trauert, spürt nicht nur Schmerz er erinnert, er sehnt sich, er versucht zu verstehen. Doch was genau ist Trauer?
Trauer ist mehr als Weinen oder Melancholie. Sie ist ein vielschichtiger seelischer Vorgang, der uns auf körperlicher, emotionaler, geistiger und sogar spiritueller Ebene fordert. Sie kann sich in Tränen zeigen, in Wut, in Erschöpfung oder auch in völliger Leere. Sie kann laut oder still sein, offen oder verborgen, kurz oder lang anhaltend.
Wie wir trauern, ist so individuell wie wir selbst. Unsere persönliche Geschichte, unsere Erziehung, unser Glaube, unsere Lebenserfahrung, all das prägt unseren Umgang mit dem Verlust. Ein Mensch, der bereits viele Verluste erlebt hat, geht womöglich anders mit der Trauer um als jemand, der zum ersten Mal mit dem Tod konfrontiert wird. Und wer mit einem Haustier in tiefer Verbindung gelebt hat, wird diesen Abschied oft ähnlich intensiv empfinden wie den eines nahen Menschen. Auch kulturelle und religiöse Werte spielen eine große Rolle. In manchen Kulturen ist Trauer etwas Öffentliches man weint gemeinsam, spricht darüber, lässt Gefühle zu. In anderen Kulturen wird sie eher still und im Verborgenen durchlebt. Manche Menschen suchen Halt in Ritualen oder im Gebet, andere finden Trost in der Natur, im Schreiben oder in Gesprächen mit Gleichgesinnten.
Keine dieser Arten ist „richtiger“ oder „besser“ – sie sind nur verschieden.
Trauer ist kein Zustand, den man „abschalten“ oder „bewältigen“ kann wie eine Aufgabe. Sie ist ein Prozess, der sich in Phasen zeigen kann Schock, Verleugnung, Wut, Verhandlung, tiefer Schmerz und schließlich langsame Akzeptanz. Doch auch diese Phasen verlaufen nicht bei jedem gleich und nicht linear. Manchmal kehren Gefühle wieder zurück, manchmal bleiben sie lange Zeit ungreifbar.
In diesem Kapitel möchte ich gemeinsam mit Ihnen die Facetten der Trauer erkunden mit offenem Blick und ehrlichem Mitgefühl. Denn nur wer versteht, was Trauer ist, kann beginnen, sie anzunehmen und irgendwann auch zu heilen.
Warum der Verlust eines Haustieres so schmerzhaft ist
Der Verlust eines Haustieres gehört zu den schwierigsten Erfahrungen, die ein Mensch durchleben kann. Für viele Tierhalter sind ihre Haustiere treue Gefährten, die ihnen über Jahre hinweg Freude, Trost und bedingungslose Liebe geschenkt haben. Doch warum genau ist der Verlust eines Haustieres so schmerzhaft? In diesem Kapitel wollen wir die Gründe für diese tiefe Trauer verstehen und den emotionalen Schmerz, den sie verursacht, näher beleuchten.
Haustiere nehmen oft eine zentrale Rolle in unserem Leben ein. Sie sind unsere ständigen Begleiter, unsere Vertrauten und manchmal sogar unsere besten Freunde. Die Bindung, die wir zu ihnen aufbauen, ist stark und tiefgehend. Diese enge Verbindung sorgt dafür, dass ihr Verlust einen erheblichen emotionalen Schmerz verursacht. Ein Haustier kann uns bedingungslos lieben und akzeptieren, etwas, das wir selbst von den engsten menschlichen Beziehungen nicht immer erwarten können. Die Rolle der Routine und Alltagsstruktur Haustiere sind fest in unseren Alltag integriert. Sie sind Teil unserer täglichen Routine vom morgendlichen Füttern bis zum abendlichen Spaziergang oder dem gemeinsamen Kuscheln auf der Couch. Ihr Verlust bedeutet nicht nur den Verlust eines geliebten Gefährten, sondern auch eine erhebliche Änderung unserer täglichen Gewohnheiten und Strukturen. Diese Veränderungen können Gefühle der Leere und Desorientierung verstärken und den Trauerprozess erschweren.
Der Verlust von Trost und emotionaler Unterstützung
Haustiere bieten uns Trost und emotionale Unterstützung in schwierigen Zeiten. Sie sind oft diejenigen, die uns zum Lachen bringen, uns trösten, wenn wir traurig sind, und uns das Gefühl geben, gebraucht und geliebt zu werden. Wenn ein Haustier stirbt, verlieren wir eine wichtige Quelle emotionaler Unterstützung, was den Schmerz des Verlusts noch verstärken kann.
Das Ende einer besonderen Beziehung
Die Beziehung zwischen Menschen und Tier ist einzigartig. Haustiere sind immer für uns da, sie urteilen nicht und lieben uns bedingungslos. Diese besondere Beziehung ist nicht einfach zu ersetzen. Der Verlust eines Haustieres bedeutet das Ende einer besonderen Verbindung, die oft Jahre andauerte. Diese Beziehung kann durch nichts und niemanden vollständig ersetzt werden, was den Trauerprozess besonders schmerzhaft macht.
Gesellschaftliche Missverständnisse und fehlende Anerkennung. Ein weiterer Grund, warum der Verlust eines Haustieres so schmerzhaft sein kann, ist das fehlende Verständnis und die Anerkennung durch die Gesellschaft. Während der Tod eines Menschen allgemein als tiefgreifender Verlust anerkannt wird, wird die Trauer um ein Haustier oft nicht mit der gleichen Ernsthaftigkeit betrachtet. Diese fehlende Anerkennung kann dazu führen, dass sich Trauernde isoliert und missverstanden fühlen, was den Schmerz und die Einsamkeit noch verstärkt.
Der Umgang mit Schuldgefühlen und Selbstvorwürfen
Viele Tierhalter erleben nach dem Tod ihres Haustieres Schuldgefühle und Selbstvorwürfe. Sie fragen sich, ob sie mehr hätten tun können, um das Leben ihres Tieres zu verlängern oder zu verbessern. Diese Gefühle können den Trauerprozess erheblich erschweren und die emotionalen Belastungen erhöhen. Der Umgang mit Schuldgefühlen ist ein wichtiger Aspekt der Trauerarbeit und erfordert oft viel Zeit und Selbstreflexion.
Fazit:
Der Verlust eines Haustieres ist eine tiefgreifende und oft sehr schmerzhafte Erfahrung. Die enge Bindung, die Routineänderungen, der Verlust emotionaler Unterstützung, die besondere Beziehung, gesellschaftliche Missverständnisse und Schuldgefühle sind nur einige der Gründe, warum dieser Verlust so schmerzhaft ist. Indem wir diese Gründe verstehen, können wir besser nachvollziehen, warum die Trauer um ein Haustier so intensiv sein kann, und lernen, wie wir mit dieser Trauer umgehen können.
Eine Ersteinführung, was ist Trauer, wie wird sie wahrgenommen. Welche Formen der Trauer gibt es.
Der Umgang mit Trauer ist eine universelle und schützende Reaktion auf Verluste, unabhängig davon, ob es sich um einen Menschen oder ein Tier handelt. Der dabei angestoßene Prozess umfasst eine Abfolge von verhaltensbezogenen, kognitiven, physischen und emotionalen Reaktionen, die sich mit der Zeit entwickeln. Trotz alledem bleibt Trauer eine einzigartige und sehr intime Erfahrung, die variiert und in direktem Zusammenhang mit der Person, dem Tier, seiner Lebensgeschichte und der Natur der Beziehung zum Verstorbenen steht. Der Begriff "Prozess" ist ein Schlüsselkonzept in der Trauerbewältigung. Trauer ist niemals ein statischer Zustand, sondern vielmehr ein dynamischer Prozess, der in verschiedenen Phasen abläuft. Die emotionalen Phasen wurden wie folgt beschrieben: Schock, Verleugnung, Wut, Verhandlung, Depression und letztendlich Akzeptanz. Diese Phasen, von der Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross beschrieben, sind nicht linear und jeder Mensch durchläuft sie mit eigenem Empfinden und im eigenen Tempo. Der Trauerprozess ist eine Abfolge, die sich dynamisch entwickelt und bei jedem Menschen unterschiedlich verläuft. Es ist wichtig zu erkennen, dass es keine festen Normen oder Zeitrahmen gibt, wie lange die Trauer dauert. Der individuelle Umgang mit Trauer hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die persönliche Beziehung zum Verstorbenen und die eigenen Lebensumstände.
Trauerarbeit:
