ADS. Eltern als Coach. - Elisabeth Dr. Aust-Claus - E-Book

ADS. Eltern als Coach. E-Book

Elisabeth Dr. Aust-Claus

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Beschreibung

ADS bei Kindern erkennen und Herausforderungen meistern Der Kampf gegen das Chaos im Kinderzimmer scheint aussichtslos, Regeln werden scheinbar in der Sekunde wieder vergessen und Hausaufgaben sind ein Kraftakt. Die Diagnose Aufmerksamkeitsstörung macht Eltern von betroffenen Kindern zu Coaches, die ihren Schützlingen besondere Werkzeuge an die Hand geben müssen. In diesem ADS-Buch erhalten Sie wertvolle Tipps für den Umgang mit ADS-Kindern mit und ohne Hyperaktivität. So gelingt ein glückliches Familienleben und Frust und Stress haben keine Chance! - Was Sie als Eltern wissen sollten: das verbirgt sich hinter der Diagnose ADS - Das OptiMind-Konzept: Umfassende Förderung basierend auf neuropsychologischen Grundlagen - Erziehungstipps für Eltern: So gelingt ein harmonischer Alltag ohne Überforderung - Therapie, medikamentöse Unterstützung, praktische Alltagshelfer: Was bei einer Aufmerksamkeitsstörung wirklich hilft - Stressmanagement für Eltern betroffener Kinder: So beugen Sie Überbelastung vor Diagnose ADS: So werden Sie zum besten Coach für Ihr Kind Zeitmanagement, scheinbare Zerstreutheit, Konzentrationsprobleme – die „typischen“ Beschwerden bei einer Aufmerksamkeits-Defizit-Störung sorgen oft für Frustration. Damit Sie Ihr Kind effektiv im Umgang mit ADS coachen können, ist es wichtig, auf Ihr eigenes Stresslevel zu achten. Die Autorinnen Dr. med. Elisabeth Aust-Claus und Dr. Dipl. Psych. Petra-Marina Hammer haben in ihrem Elternratgeber ihr umfassendes Wissen klar und übersichtlich zusammengestellt. Mit dem Buch haben Sie ein praktisches Tool zur Hand, um den Herausforderungen einer ADS-Diagnose zu begegnen und Ihr Kind nachhaltig zu unterstützen und zu stärken. Machen Sie sich die Prinzipien des OptiMind-Konzepts zu Nutzen – für ein erfolgreiches Coaching bei ADS!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Inhaltsverzeichnis

Haben Sie auch ein anstrengendes ADS-Kind? Warum ein ADS-Elterntraining?

Das ADS-Elterntraining und seine 4 Bausteine

1. AufmerksamkeitsDefizitSyndrom: Was verbirgt sich hinter der Diagnose ADS? Was sollten Sie über die Besonderheiten von ADS-Kindern wissen?

ADS mit Hyperaktivität: Max in der Schule

ADS ohne Hyperaktivität: Jule und ihre Besonderheiten

Max und Jule und ihre Probleme zuhause: Eltern sind stark gefordert

ADS – und das Netzwerk unserer Reaktionen

ADS – die neurobiologischen Besonderheiten und die andere Info-Verarbeitung

Das Puzzle: Diagnostik bei ADS

2.Erziehung und Begleitung von ADS-Kindern – eine besondere Herausforderung! Wie können Sie Ihre Rolle als Coach meistern?

Einige „goldene Prinzipien“ in der Erziehung eines ADS-Kindes

Management in der Familie gefragt? - Strategien für den Tagesablauf

Rituale und Regeln sind hilfreich

Der Punkteplan

Stopp und Start: wichtig in der Verhaltenssteuerung

Unterstützung des Selbstbewusstseins - Vergessen Sie nicht zu loben

Hausaufgaben: Stressfaktor Nr.1? – Aussicht auf Besserung

Organisation, Hausaufgabenheft und Wochenplaner müssen sein

Lernstrategien – die Abwehr der Fehlerteufel

3. Medikamente bei ADS und viele Fragezeichen? Was sollten Sie über diesen Therapiebaustein wissen?

Wann sollte man über eine zusätzliche medikamentöse Unterstützung nachdenken?

Welche Medikamente sind hilfreich?

Was verändert sich durch die medikamentöse Behandlung?

ADS-Problematik – gut kompensiert

4. Stressmanagement für ADS-Eltern – die Balance zwischen Muss und Muße

Balance zwischen Muss und Muße – das persönliche Stressprofil

Typische Mega-Stressoren bei ADS-Eltern

Was bewirkt Stress bei uns?

Stress-Killer sorgen für Balance und eine positive Energiebilanz

Haben Sie auch ein anstrengendes ADS-Kind?

Warum ein ADS-Elterntraining?

Liebe Eltern,

ADS-Kinder sind ganz besondere Kinder und für Eltern eine tägliche Herausforderung. Es gibt unterschiedliche Tage. Höhen und Tiefen wechseln sich manchmal in rasender Geschwindigkeit ab. ADS-Kinder können durch ihre tollen Ideen begeistern und Sie mit ihrer Spontaneität und ihrem Witz auch zum Lachen bringen. Aber an manchen Tagen fühlen Sie sich als Eltern vielleicht auch ausgelaugt und sind mit den Nerven fertig. Wahrscheinlich wünschen Sie sich in Ihrer Rolle als Mutter/Vater dann nichts so sehnlich, als dass einmal alles ohne ständigen Druck oder Ermahnungen funktionieren würde.

Wären Sie nicht auch begeistert, wenn

✔Sie nicht alles zwanzigmal sagen müssten

✔nicht jede Anforderung gleich Kampf bedeuten würde

✔Sie keine Predigten mehr darüber halten müssten, warum Hausaufgaben gemacht werden müssen und Vokabeln gelernt werden sollen und, und...

✔nicht das Chaos regiert, und das Kinderzimmer endlich einmal selbständig aufgeräumt würde

✔Sie nicht immer den Geschwisterstreit schlichten müssten

✔es weniger Zeitstress gäbe

✔Ihr Kind sich selbstständig organisieren könnte

✔in der Familie alles etwas ruhiger und harmonischer wäre

✔Sie darauf vertrauen könnten, dass Ihr Kind mit anderen klar kommt, zufriedener ist und seine Schulanforderungen meistert?

Wir können natürlich nicht zaubern. Wir können Ihnen auch nicht versprechen, dass demnächst alles wie von selbst läuft. Tatsache bleibt, dass Ihr ADS-Kind auch weiterhin auf mehr Unterstützung und intensive Hilfen von Ihnen angewiesen ist, als ein Kind ohne das Handicap ADS.

Sie sollten vieles über

die Besonderheiten von

ADS wissen

Aber wir können Ihnen dabei helfen, dass der Alltag mit Ihrem ADS-Kind stressfreier wird!

Lernen Sie, Ihr Kind in seiner Entwicklung verständnisvoll zu begleiten, und freuen Sie sich gemeinsam über die Erfolgserlebnisse. Sie können als Eltern sehr viel dazu beitragen, dass sich die ADS-Problematik gut kompensiert.

Wie finden Sie für sich den richtigen Weg?

Was müssen Sie tun?

Sie sollten zunächst vieles über die Besonderheiten von ADS wissen. Sie können sich dann auf die Herausforderung Erziehung, Coaching beim Lernen und Unterstützung von sozialen Kontakten besser einstellen.

Sie werden täglich immer wieder aufs Neue feststellen müssen, dass manche gut gemeinten Tipps in der Erziehung von ADS-Kindern nicht besonders gut „funktionieren“. Denn ADS-Kinder sind anders! Sie haben leider mehrere Handicaps gleichzeitig! Aufgrund ihrer Aufmerksamkeitsstörung hören sie nicht gut zu und bekommen vieles nicht mit, aber sie sind auch impulsiv und nicht selten eigensinnig. Sie haben es schwer, zuhause oder in der Schule ihre Anforderungen zu meistern.

ADS-Kinder brauchen Rituale, konkrete Hilfen und Stärkung in ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

ADS-Kinder lernen oft weniger durch Einsicht, schon gar nicht durch „Predigten“.

Den Weg dorthin möchten wir Ihnen vorstellen. Seit Jahren beschäftigen wir uns mit dem Thema ADS und haben in zahlreichen Elternseminaren mit den betroffenen Eltern konkrete Problemlösungen für den „Familien- und Schul- alltag“ entwickeln können. Wir möchten Sie einladen, einige Strategien zur Kompensation der ADS-Problematik auszuprobieren und an Ihre Familiensituation anzupassen.

Das ADS-Elterntraining

und seine 4 Bausteine

1. Was verbirgt sich hinter der Diagnose ADS? Was sollten Sie über die Besonderheiten von ADS-Kindern wissen?

Sie lernen nicht nur die typischen Schwierigkeiten von ADS-Kindern mit und ohne Hyperaktivitätkennen, sondern auch die Hintergründe. Sie können sich dann ein Bild über das Zusammenspiel der unterschiedlichen Bedingungen machen, die die ADS-Problematik beeinflussen:

✔ Neurobiologische Besonderheiten bei ADS mit Auffälligkeiten in der Info-Verarbeitung

✔ Erziehung

✔ Entwicklung und Erfahrungen

✔ Lebenssituation mit ihren Anforderungen

Sie als Eltern können dieses Wissen nutzen und effektive Strategien entwickeln, um die ADS-Problematik zu kompensieren und die Entwicklung Ihres Kindes positiv zu beeinflussen.

2. Erziehung und Begleitung von ADS-Kindern - eine besondere Herausforderung!

Wie können Sie Ihre Rolle als Coach meistern?

Sie bekommen Antwort auf die Fragen:

✔ Was ist grundsätzlich bei der Begleitung eines ADS-Kindes zu beachten?

✔ Was ist in der Erziehung besonders hilfreich?

✔ Wie werden alltägliche Regeln automatisiert, damit das Miteinander in der Familie harmonischer wird?

✔ Wie verhindern Sie Stress bei den Hausaufgaben und beim Lernen?

✔ Was ist für die Verhaltenssteuerung besonders wichtig?

✔ Wie kann ich ärztliche, psychologische und pädagogische Hilfen im Alltag miteinander verknüpfen?

3. Medikamente bei ADS und viele Fragezeichen?

Was sollten Sie über diesen Therapiebaustein wissen?

Sie erfahren mehr zu den Fragen:

✔ Wann und warum sind bei einigen ADS-Kindern Medikamente zur Kompensation ihrer Problematik sinnvoll?

✔ Darf ich überhaupt oder muss ich sogar meinem ADS-Kind Medikamente geben?

✔ Was können Medikamente bewirken und was nicht?

✔ Was muss ich bei einer medikamentösen Therapie beachten?

4. Stressmanagement für ADS-Eltern – die Balance zwischen Muss und Muße

Lassen Sie den Mega-Stressoren keine Chance sich breit zu machen. Setzen Sie effektive Stress-Killer ein, und steigern Sie Ihre Energiebilanz und Lebensqualität.

Was kann durch ein ADS-Elterntraining passieren?

✔ Sie werden mehr über ADS und die Besonderheiten Ihres Kindes wissen und damit auch Ihre Ressourcen in der Familie besser nutzen können.

✔ Die Persönlichkeitsentwicklung, Selbstständigkeit und das Selbstbewusstsein Ihres Kindes werden unterstützt und gestärkt.

✔ Die durch ADS bedingten Handicaps können besser kompensiert werden. Damit erhöht sich die Lebensqualität Ihres Kindes und der ganzen Familie.

✔ Die soziale Integration wird optimiert, sowohl in der Familie als auch im sozialen Umfeld Schule, Freunde, Sportverein.

✔ Sie werden kompetenter in Ihrer Rolle als Mutter/Vater. Sie sind Vermittler in der Vernetzung von ärztlicher, psychologischer und pädagogischer Hilfe.

✔ Sie bekommen eine aktive Rolle, fühlen sich in Ihrem Tun sicher und können zielgerichtet Hilfen geben.

✔ Sie können sich in dem Wirrwarr der Informationen über ADS besser orientieren und brauchen nicht jede Schuldzuweisung persönlich nehmen.

✔ Sie reduzieren Stress und freuen sich über eine positive Lebensenergie-Bilanz.

Das ADS-Elterntrainining – eine positive Bilanz

1. AufmerksamkeitsDefizitSyndrom?

Was verbirgt sich hinter der Diagnose ADS?

Was sollten Sie über die Besonderheiten von

ADS-Kindern wissen?

Jeder von Ihnen kennt Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen. Sie haben wahrscheinlich schon viele Diskussionen über unkonzentrierte und anstrengende Kinder gehört. Einigen ist der Begriff ADS (AufmerksamkeitsDefizit-Syndrom) mittlerweile nicht mehr fremd. Vielleicht ist bei Ihrem Kind auch die Diagnose ADS oder ADHS (das H steht für Hyperaktivität) gestellt worden.

Auf jeden Fall sind Sie nicht alleine, wenn Sie ein anstrengendes Kind haben und sich Sorgen machen. Denn ADS ist die häufigste Verhaltens- und Entwicklungsauffälligkeit im Kindesalter. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sind 4 bis 9% aller Kinder betroffen.

Wir laden Sie ein, mit uns hinter die „Fassade Verhalten“ zu schauen, Einblick in die Besonderheiten von ADS-Kindern zu bekommen und die neurobiologischen Bedingungen im Netzwerk der Reaktionen zu verstehen. Sie können dann effektive Hilfen für die Kompensation der ADS-Problematik ableiten. Kinder mit ADS brauchen Verständnis und Hilfen, damit ihr Entwicklungsweg nicht mit vielen Stolpersteinen gepflastert ist.

Es muss nicht jeder diesem Mann nacheifern – Albert Einstein. Es genügt, wenn man seine Fähigkeiten umsetzen lernt und seine Talente nutzt. Dies gilt auch für ADS-Kinder. Obwohl sie clever und phantasievoll sind, wird dies nicht immer registriert. Der Berg der alltäglichen Probleme türmt sich so hoch auf, dass andere Aspekte, individuelle Begabungen und Besonderheiten in der Wahrnehmung dahinter verschwinden.

Aber auch ADS-Kinder wollen erfolgreich und zufrieden sein.

Wenig hilfreich sind Schuldzuweisungen. ADS-Kinder sind nicht dumm, faul oder nur falsch erzogen. ADS ist auch keine neue Erfindung und keine Modeerkrankung in unserer hektischen Zeit. Vielleicht ist es in unserer heutigen Welt nur noch etwas schwieriger als früher mit dem Handicap ADS zurechtzukommen. ADS gab es schon immer und ist eine wissenschaftlich fundierte, international anerkannte Diagnose.

Früher wurden diese Kinder auch schon in ihrem Verhalten beschrieben.

Alle kennen die Darstellungen vom „Zappelphilipp“, „Hanns-Guck-in-die-Luft“ oder dem „Bösen Friedrich“ im Stuwwelpeter, einem Buch aus dem Jahre 1848. Der Arzt H. Hoffmann hat damals typische Verhaltensweisen von unruhigen, impulsiven und anstrengenden Kindern beschrieben. Heute kennen wir die Ursachen dieser Verhaltensweisen und brauchen uns nicht ausschließlich auf deren Beschreibungen wie im „Struwwelpeter“ beschränken. Deshalb sollten wir uns auch von diesen alten Begriffen wie „Zappelphilipp“ etc. trennen und von ADS mit und ohne Hyperaktivität sprechen.

Eine kurze Erklärung zu den verschiedenen Abkürzungen und Begriffen:

Bei dem Thema ADS stoßen Sie unter Umständen auf Bezeichnungen wie

HKS

h

yper

k

inetische

S

törung

ADD

a

ttention

d

eficit

d

isorder

ADHD

a

ttention

d

eficit

h

yperactivity

d

isorder

ADHS

A

ufmerksamkeits

d

efizit

/

H

yperaktivitäts

s

törung

MCD

m

inimale

c

erebrale

D

ysfunktion

(Begriff gehört der Vergangenheit an)

POS

p

sycho-

o

rganisches

S

yndrom

(in der Schweiz gebräuchlich)

Diese Abkürzungen werden anstelle des Begriffes ADS verwendet. ADS gibt es mit und ohne Hyperaktivität. Einige benutzen deshalb beide Begriffe ADS/ADHS nebeneinander.

Die Ursache für die Problematik liegt in einer Aufmerksamkeitsstörung und einer unzureichenden Impulssteuerung.

Die Ursache für die Problematik liegt in einer Aufmerksamkeitsstörung und einer unzureichendenImpulssteuerung. Aber ADS hat viele Facetten, die man erst entdeckt, wenn man hinter die Fassade schaut und verstehen möchte, warum ADS-Kinder anders sind und nicht selten zusätzliche Entwicklungsprobleme aufweisen.

ADS mit seinen verschiedenen Facetten

Max ist nicht nur unaufmerksam und ständig auf dem Sprung. Er hat keine Geduld und alles muss schnell und sofort gehen. Er „rennt durch das Leben“ – so kommentiert seine Mutter die ständige Hektik und Unruhe. Er ist oft zappelig, macht aber auch andere mit seiner Power nervös. Max hat ADS mit Hyperaktivität.

Besonders seine hohe Impulsivität ist für alle sehr anstrengend! Max explodiert sofort beim kleinsten Frust. Er lebt nur im „Hier und Jetzt“ und handelt immer nach „Lust und Laune“. Leider hat er wenig Einsicht und Überblick. Wenn ihm irgendetwas nicht passt, kommt ein kategorisches „Nein“ oder ein genervtes „Gleich“. Er kann sich in alles hineinsteigern, aber auch schnell wieder beruhigen.

Jule dagegen ist sehr schnell traurig und weinerlich. Sie ist öfters verzweifelt und leidet an Kopf- und Bauchschmerzen, die mit ihrem Schulstress zusammenhängen. Sie ist die „Träumerin“, die vieles nicht mitbekommt, manchmal deshalb auch verlacht wird und eigentlich alles besser können möchte. Ihr Selbstbewusstsein ist im Keller und viele denken zu Unrecht, dass sie nicht schlau genug und deshalb in der Schule überfordert sei. Sie kann aber genau so gut logisch denken, wie andere in ihrer Klasse auch. Sie ist allerdings beeinträchtigt durch das Handicap einer Aufmerksamkeitsstörung. Sie hat ein ADS ohne Hyperaktivität und fällt deshalb zunächst nicht auf. Sie ist die Ruhigste in der Klasse, aber leider auch Außenseiterin.

In Verbindung mit ihrer Aufmerksamkeitsstörung und dem impulsiven, oberflächlichen Arbeitsstil entwickeln sich häufig bei ADS-Kindern zusätzlich Entwicklungsprobleme wie z. B. eine Lese-Rechtschreibschwäche. Schreiben mögen sie meistens sowieso nicht, weil es ihnen zu lange dauert oder noch ein weiteres Handicap besteht: eine feinmotorische Koordinationsstörung, aus der eine krakelige, unleserliche Schrift resultiert.

Neben diesen Problemen können ADS-Kinder aber auch durch ihre Begeisterungsfähigkeit, Kreativität und Spontaneität faszinieren. Sie haben tolle Ideen, sind sehr fantasiebegabt und bei guter Motivation klappt vieles sogar besonders gut. Mit dem Thema „Computer“ kennen sie sich oft sehr gut aus. Sie sind dann bei allem, was Spaß macht, kaum zu bremsen.

ADS mit Hyperaktivität: Max in der Schule

Dies ist Max: Er ist 7 Jahre alt und mittlerweile in der zweiten Klasse. Die anfängliche Euphorie für die Schule ist leider von einer Null-Bock-Haltung abgelöst worden. Obwohl Max pfiffig und clever ist, viele Dinge sofort begreift, hat er große Schwierigkeiten. Er hat überhaupt keine Lust auf Lesen und Schreiben und schon gar nicht auf Diktat üben. Es gibt täglich Kampf und Diskussionen. Die Eltern hätten dies nie erwartet, weil Max im Kindergarten sehr engagiert und lustig war. Natürlich hat er manchmal aufgedreht, ist auch im Stuhlkreis nicht sitzen geblieben und hat Malen und Basteln komplett abgelehnt. Dies wurde von den Erzieherinnen aber auch nicht unbedingt verlangt, so dass er in seinem Verhalten zunächst nicht sehr auffiel.

Er war wegen seiner tollen Ideen im Kindergarten sehr beliebt und immer unter den Anführern. Ihm fiel immer etwas ein. Es machte dann auch nicht viel aus, dass er meistens die Chefrolle einnahm und in vielen Rollen- und Actionspielen dominierte. In der 1. Klasse waren dann nicht mehr alle darüber begeistert, dass er immer „Bestimmer“ sein wollte. Jetzt eckt er häufig bei seinen Mitschülern mit diesem Verhalten an. Sein Sozialverhalten wird bemängelt.

Obwohl Max pfiffig und clever ist, viele Dinge sofort begreift, hat er große Schwierigkeiten.

Folgende Beschreibungen und Beurteilungen seiner Lehrerin stehen am Ende der 1.Klasse in seinem Zeugnis:

Zeugnis von Max zum Abschluss der 1. Klasse:

Max fasst Sachverhalte in allen Lernbereichen schnell auf und kann diese in seinen eigenen Worten wiedergeben. Er zeigt anspruchsvolle Transferleistungen...

Leider erledigt Max seine Arbeiten sowohl im Lesen, Schreiben als auch im Rechnen höchst unkonzentriert und lässt sich immer wieder ablenken. Dadurch sind seine Arbeiten fehlerhaft und oberflächlich...

Max hält sich während der Unterrichtsgespräche noch immer nicht an Regeln und Gesprächsordnungen. Er ruft seine Antworten herein und sagt vor, so dass die anderen Kinder sehr wütend und abweisend reagieren...