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Akupressur ist eine sanfte und natürliche Heilmethode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die die Selbstheilungskräfte aktiviert. Dieser Leitfaden vermittelt schnell das nötige Wissen und bietet konkrete Hilfe bei über 65 Beschwerden – von Allergien und Bluthochdruck bis hin zu Schlaflosigkeit und Zahnschmerzen. Dank detaillierter Anleitungen und Fotos lassen sich die heilenden Punkte leicht finden, auch für Anfänger. Ergänzt wird dies durch Behandlungsregeln, Angaben zu Dauer und Intensität der Akupressur sowie Möglichkeiten und Grenzen der Selbstbehandlung. Besonders hilfreich ist Akupressur beim Stressabbau, zur Entspannung und für mehr innere Ruhe.
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Seitenzahl: 131
Veröffentlichungsjahr: 2025
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eBook: © 2025 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Grillparzerstraße 12, 81675 München
GU ist eine eingetragene Marke der GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH
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ISBN 978-3-8338-9741-2
1. Auflage 2025
GuU 8-9741 04_2025_02
DIE BÜCHERMENSCHEN HINTER DEM PROJEKT
Verlagsleitung: Eva Dotterweich
Projektleitung: Franziska Daub
Lektorat: Silke Panten
Bildredaktion: Petra Ender
Covergestaltung: ki36 Editorial Design, München, Sabine Skrobek
eBook-Herstellung: Teresa Klocker
BILDNACHWEIS
Coverabbildung: Stocksy
Illustrationen: Pia Bublies
Fotos: Getty Images, privat, Shutterstock, stock.adobe.com
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WARUM UNS DAS BUCH BEGEISTERT
Mit einer über Jahrtausende bewährten Methode lassen sich zahlreiche Beschwerden per Fingerdruck zu Hause lindern – das ist Gesundheit auf den Punkt gebracht.
Eva Dotterweich, Verlagsleitung
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Die Gedanken, Methoden und Anregungen in diesem Buch stellen die Meinung bzw. Erfahrung des Verfassers dar. Sie wurden vom Autor nach bestem Wissen erstellt und mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für persönlichen kompetenten medizinischen Rat. Jede Leserin, jeder Leser ist für das eigene Tun und Lassen auch weiterhin selbstverantwortlich. Weder Autoren noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.
… Sie mit wirkungsvollen Handgriffen Beschwerden und chronische Erkrankungen lindern wollen.
… Sie Ihren Stresslevel senken und die innere Ruhe zurückgewinnen wollen.
… Sie Begleiterscheinungen bei Alltagsbeschwerden auf natürliche Weise reduzieren möchten.
… Sie Lust auf ein gesteigertes Wohlbefinden und mehr Gelassenheit haben.
… Sie Körper und Geist wieder ins Gleichgewicht bringen möchten.
Jeder kann Akupressur anwenden, der Behandlungserfolg ist an keinerlei Vorkenntnisse gebunden und die Selbstbehandlung ist frei von schädigenden Nebenwirkungen.
DR. FRANZ WAGNER
lehrte bis zu seinem Ruhestand 2018 unter anderem am Institut für Soziologie an der Universität Linz mit den Arbeitsschwerpunkten Bildung und Kommunikation, Medizin und Gesundheit.
Er hat neben zahlreichen Fachpublikationen mehrere Bücher zu den Themen Homöopathie, Akupressur und Reflexzonenmassage geschrieben, welche bisher in 14 Sprachen erschienen sind. Er leitet die Academy of Reflexology Austria und war Mitglied des International Council of Reflexologists, USA.
Die Akupressur ist aus der jahrtausendealten chinesischen Heilmassage hervorgegangen und hat sich in den letzten Jahrzehnten auch in der europäischen Naturheilkunde fest etabliert. Wie andere fernöstliche Heilmethoden spricht sie Körper, Seele und Geist des Menschen an. Beschwerden werden niemals losgelöst von dieser Einheit gesehen, sondern stets im körperlich-seelisch-geistigen Kontext behandelt. Nur wenn wir im harmonischen Fluss mit den in uns wirksamen Kräften sind und Ausgewogenheit zwischen ihnen herrscht, fühlen wir uns wohl. Gerät diese Harmonie aus dem Gleichgewicht, kann das auf Dauer zu Krankheit führen.
Mit der Akupressur haben wir die Möglichkeit, positiv auf unsere Lebensenergie einzuwirken, fehlgeleitete Energien zu steuern und blockierte Energien freizusetzen. Sie benötigt keine technischen Hilfsmittel und kann in nahezu jeder Situation angewandt werden. Sie haben es buchstäblich selbst »in der Hand«, eigenverantwortlich für Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit zu sorgen. Die Akupressur wird Ihnen dabei helfen, Beschwerden und Schmerzen des Alltags auf natürliche Weise zu lindern.
Ich wünsche Ihnen alles Gute!
Akupressur stärkt die Selbstheilungskräfte. Wie genau das vonstattengeht – dazu finden Sie in diesem Kapitel die wichtigsten Fakten.
Im medizinischen Wirken gibt es keine Wunder. Natürlich kommt es vor, dass Heilerfolge die Grenzen menschlicher Vorstellung sprengen. Der Grund dafür ist jedoch meist, dass wir nur ein vorläufiges oder unvollständiges Wissen um das Geschehen in unserem Körper haben.
Gerade die vermeintlichen Wunder jedoch zeigen uns nichts anderes, als dass wir den menschlichen Organismus und die Lebenskraft mit all ihren Finessen und Möglichkeiten unterschätzt beziehungsweise (noch) nicht wirklich durchschaut haben.
Wenn wir unseren eigenen Organismus nur unzulänglich einschätzen können, liegt das unter anderem daran, dass wir verlernt haben, auf die Ausdrucksmöglichkeiten des Lebens zu achten. Wir wissen nicht mehr auf sie einzugehen und sie zu verstehen. Dabei teilt sich uns das Leben auf verständliche Art und Weise mit – wir müssen nur imstande sein, diese Sprache zu entziffern. Ein leichtes Unwohlsein mag schnell wieder vergehen, und so sehen viele Menschen erst einmal darüber hinweg – doch wenn man frühzeitig etwas dagegen unternimmt, kann man langfristige unangenehme Konsequenzen von vornherein vermeiden. So sendet unser Körper immer wieder mehr oder weniger deutliche Signale aus, die uns etwas mitzuteilen haben. Andere Beispiele: Wir verbringen vielleicht zu viel Zeit am Schreibtisch, und in der Folge machen sich Nackenverspannungen bemerkbar. Oder wir geben unserem Schlafbedürfnis nicht nach und bekommen auf Dauer ernsthafte Schlafprobleme (die wiederum auch ein Hinweis auf andere Störungen sein können, etwa Sorgen).
Um unserer Gesundheit willen sollten wir versuchen, diese verlorene Sprache unseres Körpers wieder zu erlernen. Doch das gelingt nicht von heute auf morgen. Dieses Verständnis wächst nur schrittweise, indem wir versuchen, unser Sein wieder ganzheitlich zu begreifen.
Bedeutende Grundlagen für dieses Verständnis von Gesundheit finden wir bereits in der abendländischen Kultur. Schon in der hippokratischen Medizin – nach Hippokrates (etwa 460–370 v. Chr.), dem berühmtesten Arzt der Antike – wird Gesundheit als Kräftegleichgewicht und Krankheit als Störung dieses Gleichgewichts gesehen. Die logische Konsequenz aus dieser Erkenntnis lautet: Wer einen kranken Körper heilen möchte, muss ihn »entstören«, also die Ordnung wiederherstellen. Hippokrates stellte in seinen Schriften die Frage nach dem Urgrund allen Seins und kam zu dem Schluss, dass »der Ausgangspunkt der Medizin […] in der Beschaffenheit der ewigen Dinge [liegt]. Denn man kann unmöglich das Wesen der Krankheiten kennenlernen, das doch den Forschungsgegenstand unserer Kunst bildet, wenn man nicht die Natur selbst und den in ihrer Entwicklung sich manifestierenden Urgrund kennt.«
Paracelsus, einer der bekanntesten Ärzte des Mittelalters (1493–1541), sah die Natur als größte Quelle der Heilung und sprach vom »inneren Arzt«, der in jedem Menschen wirksam sei.
Jede Heilung hat im weitesten Sinne biologische Ursachen. Dem Körper innewohnende Heilkräfte werden freigesetzt und sind in der Lage, das Kräftegleichgewicht wiederherzustellen. Ziel unterstützender Maßnahmen von außen ist daher die Stärkung der Lebenskraft.
Diese Heilkräfte des Körpers sind jedoch oft verborgen, verschüttet, fehlgeleitet. Wir verstehen es nicht mehr, diese natürlichen Kräfte zu mobilisieren – und haben uns teilweise sogar angewöhnt, gegen sie vorzugehen.
Hier muss sich unser Gesundheitsbewusstsein wandeln. Nur dann können wir erneut lernen, mit den körpereigenen Abwehr- und Heilkräften umzugehen, sie zu unterstützen und zu fördern, anstatt sie zu unterdrücken.
In der modernen Medizin fehlen heute vielfach die – wie wir gerade gesehen haben: eigentlich vorhandenen – Grundlagen, um über die rein naturwissenschaftlichen Erklärungen hinaus zu verstehen, warum und wie die Menschen krank werden und wie sie schließlich wieder gesunden. Hier stützten sich Medizin und Wissenschaft lange Zeit auf mechanische, physikalische oder chemische Erklärungen, vergaßen darüber aber die wesentlichen Merkmale lebendiger Prozesse. Durch diese weitgehend naturwissenschaftliche Orientierung wurde der Mensch auf das sinnlich wahrnehmbare Materielle beschränkt. Solches Denken und Verstehen eignet sich hervorragend für technische Zwecke, aber nur bedingt für Erkenntnisse über den Menschen.
Wer Störungen des menschlichen Organismus erklären und begreifen möchte, sollte den Blick nicht nur auf Mechanik, Biophysik und Chemie richten, sondern ebenso auf das »Menschliche« im Menschen. Bei vielen ganzheitlichen Methoden spielen die engen Kriterien der Wissenschaftlichkeit, die in sich sogar oft sehr widersprüchlich sein können, keine Rolle. Das Menschsein sprengt all diese Grenzen. So lässt sich etwa die Körper-Geist-Seele-Einheit rein physikalisch nicht nachweisen.
Unbehagen und Kritik an medizinischen Methoden sind so alt wie die Medizin selbst. Die Kritik in jüngster Zeit jedoch hat eine besondere Qualität: Wie auch die gesellschaftliche Entwicklung stößt die Medizin immer mehr an ihre »natürlichen« Grenzen. In dem Maße ihrer Zerstörung drängt sich die Natur in unser Bewusstsein. Aber nicht nur unsere natürliche Umwelt ist in höchster Gefahr, auch das Verständnis von der Natur des Menschen kommt zu kurz: Mit der Entwicklung der Wissenschaften wurde das Bild vom Menschen immer mehr aufgespalten und zergliedert – und damit seiner Ganzheit beraubt. Das Konzept von der lebendigen Einheit von Körper, Geist und Seele rückte weitgehend in den Hintergrund.
Auch die immensen Möglichkeiten der modernen Medizin haben ihre Grenzen – denn nicht alles, was machbar ist, ist auch im Sinne des Menschen. So gilt es, festgefahrene Standpunkte und Sichtweisen zu überdenken, zu ergänzen und zu erweitern. Bei den meisten der sogenannten alternativen Heilmethoden ist dies bereits geschehen, unter anderem indem man sich auf grundlegende Wahrheiten zurückbesonnen hat, die ihre Gültigkeit auch nach Jahrtausenden nicht verloren haben. Ob mithilfe einer Therapie oder bei der Selbstbehandlung – es ist wichtig, dass Betroffene bereit sind, sich mit ihrer Lebenssituation auseinanderzusetzen. So appellierte bereits der griechische Philosoph Platon (427–347 v. Chr.) in seiner berühmten Schrift »Politeia« deutlich an die Eigenverantwortlichkeit Kranker und forderte vorbeugendes Denken und Handeln. Eine Erfolg versprechende Grundbehandlung, so Platon, bestehe vor allem in der Änderung der Lebensweise. Und er hat schon vor fast 2500 Jahren niedergeschrieben, was für die moderne Medizin mehr denn je Gültigkeit hat: »Die Heilung vieler Leiden ist den Ärzten unbekannt, weil sie keine Kenntnis vom Ganzen haben. Denn ein Teil kann nur gesund sein, wenn das Ganze gesund ist […]. Das ist der Irrtum unserer Tage bei der Behandlung des menschlichen Körpers.«
Wenn Sie das nächste Mal spontan das Bedürfnis spüren, eine schmerzende Stelle am Körper anzufassen, machen Sie dies ganz bewusst: Reiben Sie diese Stelle mit einer Fingerkuppe kreisförmig und sanft und konzentrieren Sie sich beim Atmen darauf, den Schmerz auszuatmen und Wärme und Entspannung einzuatmen. Mit bewusster Atmung bei der Massage können Sie den Energiefluss wirksam lenken.
Naturheilkundliche Maßnahmen sprechen vor allem die selbstregulierenden Kräfte des Organismus an und können so der Vorbeugung, Heilung und Linderung von Krankheiten und Beschwerden dienen. Heilung darf dem Körper nichts aufzwingen, was ihn zusätzlich belasten könnte. Natürliche Heilung versucht deshalb in erster Linie, den Körper empfänglich zu machen – ein Prinzip, das über alle kulturellen Grenzen hinweg gültig ist. Jede soziale Einheit, jeder Stamm kannte im Umgang mit kranken Menschen Rituale, die ein heilsames Umfeld schaffen sollten.
In der ganzheitlichen Heilkunde geht man von der Annahme aus, dass wir mit der Natur, die uns wie alle anderen Formen des Lebens geschaffen hat, eins sind. Das heißt aber auch, dass wir im Normalfall für uns und unsere Beziehungen auf natürliche Weise selbst sorgen können. In diesem Sinne kann Akupressur als Naturheilkunde verstanden werden, die sich als Erfahrungswissen in der Praxis genauso bewähren musste wie jede wissenschaftliche Theorie.
Die Erfolge der Akupressur bei der Behandlung von Alltagsbeschwerden haben in den letzten Jahren auch dazu geführt, dass sich wissenschaftliche Studien vermehrt mit dem Thema »Wirkung von Akupressur« beschäftigen. Zahlreiche Forschungsinstitutionen und fachkundige Abteilungen von Universitätskliniken weisen in ihren Forschungsergebnissen auf die positiven Wirkungen des Einsatzes von Akupressur hin. So konnte nachgewiesen werden, dass die Akupressur etwa bei der Stärkung des Immunsystems, bei der Linderung der Beschwerden durch Nebenwirkungen bei klassischen medizinischen Therapien und zur Schmerzreduktion bei Menstruationsproblemen eine wirksame unterstützende Methode zur Selbstbehandlung wie zur begleitenden professionellen Therapie ist.
Die Österreichische Gesellschaft für Akupunktur veröffentlichte 2020 auf ihrer Homepage verschiedene Empfehlungen für Akupressur zur Stärkung des Immunsystems. Damit waren Interessierte in der Lage, gesundheitliche Belastungen durch mögliche Infektionen mit dem Coronavirus in einer Selbstbehandlung zu lindern. (Sie finden wichtige Punkte zur Stärkung Ihres Immunsystems auf Seite 34 und Seite 86).
Einige ausgewählte Beispiele aus der aktuellen Forschung dokumentieren den erfolgreichen Einsatz der Akupressur bei Alltagsbeschwerden wie der Behandlung von unangenehmen Nebenwirkungen: So gibt es etwa zur Reduktion von Übelkeit bei Reisen, während der Schwangerschaft oder in postoperativen Phasen ein Akupressurarmband, das als medizinisches Produkt ausführlich klinisch getestet wurde. Das SEA-Band wurde in Amerika vom Arzt Dr. Choy erfunden und akupressiert einen Punkt auf der Unterarm-Innenseite. In einer Studie mit 62 Kindern aus Mailand wurde bereits in den 1990er-Jahren festgestellt, dass durch die Akupressur dieses einen Punktes bei fast 90 Prozent der Kinder die Reisekrankheit nicht mehr auftrat.
In verschiedenen Studien konnte zudem nachgewiesen werden, dass die Akupressur Übelkeit und Erbrechen während der Schwangerschaft sowie nach einer Operation lindern kann.
Auch die begleitende Behandlung bei Chemotherapie wirkt sich positiv auf die Übelkeit und den Brechreiz aus: An der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg wurde 2017 eine Studie zur Wirksamkeit von Akupressur zur Reduktion von Übelkeit und Erbrechen bei Brustkrebspatientinnen mit Chemotherapie durchgeführt. In den abschließenden Empfehlungen für die Pflegepraxis wird die Akupressur als gutes prophylaktisches und kuratives Verfahren auf gynäkologisch-onkologischen Stationen beschrieben, und es findet sich dort der Vorschlag, Akupressur durch das Pflegefachpersonal in die Pflegepraxis zu implementieren und den Pflegefachkräften eine Weiterbildung in Akupressur anzubieten, damit sie in der Lage sind, interessierte Patientinnen zur Selbstanwendung anzuleiten.
Das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité-Universitätsmedizin Berlin führte eine wissenschaftliche Studie zur Selbstbehandlung mit Akupressur bei Frauen mit starken Regelschmerzen durch. Das Ergebnis: Nach nur drei Monaten erreichte mehr als ein Drittel der Betroffenen eine Reduktion der Menstruationsschmerzen auf die Hälfte und nach einem halben Jahr reduzierte sich diese Schmerzintensität für fast 60 Prozent der leidenden Frauen.
Die Deutsche Zeitschrift für Akupunktur stellt 2019 die Akupressur als begleitende Behandlung in der Onkologie und Palliativmedizin vor. In der onkologischen und palliativen Versorgung geht es auch darum, einfach anwendbare und rasch wirksame Methoden in den Behandlungsalltag von professioneller Pflege und Angehörigenbetreuung zu integrieren. Akupressur wird in diesem Beitrag in umfassendere Präventions-, Behandlungs- und Betreuungsaspekte integriert und vor allem bei diesen Beschwerden wie Angst, Unruhe, Übelkeit, Verstopfung, Atemnot und Fieberzuständen von geschultem Fachpersonal eingesetzt.
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat andere Grundlagen als die uns vertrauten westlichen Heilsysteme. Trotz aller Andersartigkeit finden sich aber auch in den Ursprüngen der europäischen Medizingeschichte Leitgedanken, die der chinesischen ganzheitlichen Sichtweise sehr ähnlich sind.
