Alles für die Katz? - Geza Horvath - E-Book

Alles für die Katz? E-Book

Geza Horvath

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Beschreibung

"Das Buch der Weisen" handelt von der Wissenschaft, die uns lehrt glücklich und zufrieden zu überleben. Eine Zitatensammlung von Lehren und Weisheiten aus den letzten 3000 Jahren. Eine Fachwissen-Sammlung von Kapazitäten (die "Weisen") aus den unterschiedlichsten Bereichen, wie Psychologie, Ethik, Moral, Gesetz, Politik, Wirtschaft, Religion, Kultur, Erziehung usw. Die Basis der Überlegungen geben uns die Verhaltensforscher und Ethiker, die uns die Natur des Menschen erklären. Unser Glück: Liebe in der Familie und unter Freunden. Unsere Zufriedenheit: Gesundheit, Freiheit, Frieden, finanzielle Sicherheit. Unser Überleben: Einklang mit der Natur, "Welt-Innenpolitik" der Regierungen, keine "Algenstrategie", keine Kriege.

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Seitenzahl: 544

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Geza Horvath

Alles für die Katz?

Buch 2 - Das Buch der Weisen

„Viele Verhaltensmuster, die wir von den Steinzeitmenschen geerbt haben,wirken sich heute verheerend aus“

INFORMATIONEN ÜBER DEN AUTORE-Mail-Adresse: [email protected]: www.allesfuerdiekatz.com

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2.Auflage

Umschlag: Grafik László N. Kertész, Layout Barnabás Bardon, Idee vom Autor

© 2018 Geza Horvath

Verlag und Druck: tredition GmbH, Halenreie 40 – 44, 22359 Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-7469-1724-5

Hardcover:

978-3-7469-1725-2

e-Book:

978-3-7469-1726-9

 

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Danksagung

Für die Mitwirkung an diesem Buch möchte ich folgenden Menschen meine tief empfundene Dankbarkeit aussprechen:

Allen voran möchte ich mich bei den „WEISEN“ bedanken, deren Lehren und Mahnungen – falls die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Medien bereit sind sie endlich anzuerkennen und anzunehmen – eine menschliche Zukunft, das Überleben unserer Gattung ermöglichen könnten. Ihre Lehren sind das Licht, dem wir folgen müssen!

Mein ganz besonderer Dank gilt meiner Frau, die mir in all den Jahren den Rücken frei hielt und auf viele Unternehmungen und gemeinsame Freizeit – öfters sogar auf Urlaub - verzichtete. Sie verbrachte viel Zeit am Computer, um meine ungarisch-deutschen Sätze gerade zu biegen. Ihre vielseitige Hilfe war mir unentbehrlich.

Ein großer Dank geht auch an Dr. Joachim Dalsass, Erika Wieser Berga, Gertraud und Heinz Sparber, Petra Pichler Grumer, Michael Wulfers, Immo Schnabel, Elke und Elmar Brehm.

Für die Unterstützung am Computer danke ich Erich Niedermair, Harald Faller, Alexander Herbst, Günther Pichler und Philip Hofer.

Dank auch für die hervorragenden Graphiken von László Kertész (verst.).

Nicht vergessen möchte ich mich bei all jenen Freunden und Bekannten zu bedanken, die bereit waren bei der Entstehung der Fotos mitzuwirken.

Lobend zu erwähnen wären noch meine beiden „großen Helfer“ Sissi und Baghira, die sich allerdings mehr oder eher weniger geduldig fotografieren ließen.

Widmung

Für meine Frau und alle Menschen, die bereit sind sich für eine bessere Zukunft einzusetzen

WIE ALLES BEGANN

Der 17.05.96 war ein schöner Maitag. Die Sonne schien, Kinder spielten in den Gärten und auf den Straßen der kleinen geschlossenen Wohnsiedlung in Emstek (Norddeutschland). Unsere zwei Katzen, Sissi und Baghira waren auch unterwegs.

Gegen 18.00 Uhr riefen uns Kinder zu einer verletzten Katze, die auf der Straße lag und nicht mehr aufstehen konnte. Es war unsere Sissi, die wir nur zwei Häuser von uns entfernt in schrecklicher Panik fanden. Wir trugen sie nach Hause und der Tierarzt diagnostizierte dann bei ihr eine Schusswunde im Rücken. Jemand hat sie mit einem Luftgewehr angeschossen, nur so, zum Spaß, in unmittelbarer Nähe von spielenden Kindern!

Wir waren entsetzt! Wer kann so etwas tun, wer findet Freude daran, einem unschuldigen Geschöpf so zu schaden?!

Sissi wurde operiert, der Tierarzt entfernte eine Kugel aus der Wirbelsäule. Es war schrecklich zuzusehen, wie das arme Kätzchen ihre leblose hintere Körperhälfte mit den Vorderbeinen voran schleppte, aber Sissi gab nicht auf.

Am 11. Tag nach der Operation stand ich gerade mit der Fotokamera im Garten, als Sissi auf einmal Schwung nahm und sich auf die Beine kämpfte. Dieser Moment wurde verewigt. Die Szene gab mir den letzten Impuls, meine Idee - ein Büchlein mit Bildern für Kinder zu schreiben - in die Praxis umzusetzen: Das Thema sollte die Gewalt und die Aggression sein.

Als erstes wollte ich aber mehr über diese so schädlichen und gefährlichen Eigenschaften erfahren und so las ich das Buch „Das sogenannte Böse“ (Zur Naturgeschichte der Aggression) des weltberühmten Verhaltensforschers und Nobelpreisträgers Konrad Lorenz. Ich war erstaunt, aber auch erschrocken, als ich erfuhr wie sehr der „vernunftbegabte Mensch“, das einzige Wesen auf der Erde, das „Geist“ besitzt, von seinen tierischen Instinkten gesteuert wird und wie wenig ich und die meisten meiner Mitmenschen davon wissen. Meine Neugier für diese Wissenschaft war geweckt und ich las nun auch die Bücher anderer Verhaltensforscher. Dabei stieß ich immer wieder auf die tiefgreifende Aussage, dass das Zusammenleben, sogar das Überleben des Menschen in Frage steht und neben der Aggression auch andere – von den Tieren geerbte Instinkte und Gefühle – die Ursachen sind. Die Lehre der Verhaltensforscher ist: Will der Mensch seine Zukunft erfolgreich gestalten, muss er als erstes sich selbst, das heißt seine psychologische „Programmierung“ kennen, verstehen und damit umzugehen lernen. Schon die alten Griechen kannten diese Wahrheit: „GNOTHI SAU TON“ („Erkenne dich selbst“) Diese Worte standen über dem Eingang der Kultstätte Delphi, wo sich die Ratsuchenden nach ihrer Zukunft erkundigten.

Das Buchschreiben habe ich dann erst einmal zurückgestellt. Ich musste zuerst viel mehr über uns Menschen erfahren, bevor ich zur Tat schreiten konnte, so las ich die Bücher von weiteren weisen Spezialisten in den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen des Menschen, z.B. über Politik, Wirtschaft, Erziehung usw.

Nach über 80 Sachbüchern und unzähligen Zeitungsartikeln sehe ich nun die Welt ganz anders als früher.

Mit d iesem Foto möchte ich meine innere Wandlung demonstrieren:

Dieses Bild habe ich am 05.05.1998 aufgenommen. Ähnliche Bilder könnten heute eigentlich auf allen Kontinenten der Erde entstehen. Was erkennt man alles auf dem Foto? Wahrscheinlich sieht es jeder anders.

Ich sah es damals so: ackernde Pferde, einen Kirchturm, ein Auto, drei Männer, von denen einer mit Handy telefoniert, schönes Wetter, eine heile Welt. Man könnte vielleicht auch die Begegnung der Vergangenheit mit der Zukunft sehen.

Im Juni 2003, als ich das Buch endgültig zusammenstellte, sah ich auch folgendes:

ERDE, sie existiert seit ca. 4,5 Milliarden Jahren.

LEBEN, begann vor ca. 3,5 Milliarden Jahren.

LUFT, sichtbar als blaue Farbe. Sie existiert in der heutigen Zusammensetzung seit ca. 50 Millionen Jahren. Lebewesen, Pflanzen und Tiere haben sie erzeugt und erzeugen sie heute noch, wenn der Mensch sie dabei nicht stört. Dass er das aber tut, kann man schon mit Messungen nachweisen und an den Klimaveränderungen sehen. Wird aber die Zusammensetzung der Luft stark verändert, gibt es bald keine Menschen, vielleicht sogar keine Lebewesen auf der Erde.

MENSCH, ihn gibt es seit ca. 3,5 (oder 6.5) Millionen Jahren.

LANDWIRTSCHAFT, gibt es seit ca. 12 Tausend Jahren.

ACKERBAU mit Pflug und Pferden, seit ca. 5 Tausend Jahren.

Diese KIRCHE in Deutschnofen steht seit genau 500 Jahren.

AUTOS mit umweltverpestendem BENZINMOTOR, seit 100 Jahren.

HANDY, allgemein verbreitet seit ca. 7 Jahren.

Aus dem Begleittext des Bildes wird klar, dass ich in der Zwischenzeit Sorge um die Umwelt bekam. Um das Jahr 1950, als ich in der Grundschule war, stolz unterrichteten uns die Lehrer, dass der Mensch das einzige Lebewesen sei, welches die Natur bezwingen kann. Heute, also nur 50 Jahre später sind weise Menschen anderer Meinung:

Dolomiten, 22.08.2000: „Forscher derNASAkamen zu dem Ergebnis, dass zwischen den 50er und 90er Jahren die Eisdecke über dem gesamten arktischen Becken rund 45 Prozent dünner geworden ist. Der Nordpol ist erstmals seit Millionen von Jahren eisfrei. Der Mensch ist schuld!“

Die Zeit für eine Rettung der globalen Umwelt läuft nach einem „Millennium-Bericht“ der Vereinten Nationen aus.

Aus dem Jahrbuch 1999 des World Watch Institute Report: „Die heutige Generation ist die erste in der Geschichte der gesamten Menschheit, in deren Macht es liegt, über die Bewohnbarkeit unseres Planeten für alle künftigen Generationen zu entscheiden.“

J. Diamond, Verhaltensforscher, Evolutionsbiologe: „Vor unserer Generation brauchte sich niemand darum zu sorgen, ob es für die nächste Generation ein Überleben und einen Planeten, auf dem zu leben sich lohnt, geben würde. Wir sind die ersten, die sich solche Fragen nach der Zukunft unserer Kinder stellen müssen.“

C.F. v. Weizsäcker, Physiker und Philosoph: „Gewiss ist, dass die Menschheit, ohne es zu wissen, die Verantwortung für die Fortdauer des organischen Lebens auf der Erde schon übernommen hat.“

G. Piel, renommierter Wissenschaftsjournalist: „Dreieinhalb Milliarden Jahre lang hing die Zukunft der Biosphäre nur davon ab, dass die Sonne konstant strahlte. Jetzt regiert der Mensch.“

E. Mayr, Verhaltensforscher, einer der bedeutendsten Biologen der Welt: „Die ethische Vorstellung, dass die Menschheit gegenüber der Natur als Ganzes verantwortlich ist, ist offenbar erstaunlich neu.“

Es ist schwer zu glauben, aber es stimmt leider, dass sich die menschliche Existenz in unmittelbarer Gefahr befindet und gerade unserer Generation die Aufgabe zufällt – nach 3,5 (oder vielleicht 6.5) Millionen Jahren menschlichen Lebens – sie abzuwenden. Wie aus den Zitaten ersichtlich ist, werden wir von keiner außerirdischen Macht, sondern durch uns selbst bedroht. Deswegen können wir uns auch nur selbst helfen. Doch ist das überhaupt noch möglich? Ist der Mensch etwa so böse, so schlecht, dass sein Untergang jetzt schon vorprogrammiert ist?

Bereits in der Einführung möchte ich auf einen großen und gefährlichen Irrtum hinweisen, der viele von uns, die Zukunft betreffend, resignieren lässt und pessimistisch stimmt: der Glaube, dass der Mensch grundsätzlich schlecht sei. Die folgenden zwei Fragen habe ich an ca. 30 Personen gestellt:

a) Wie hoch schätzen sie prozentual die Zahl derer, die absolut böse und egoistisch sind, die mit allen Mitteln skrupellos nur ihre Vorteile suchen. Der Durchschnitt der Antworten lag bei 45%.

b) Wie hoch schätzen sie diese Zahl in ihrem Bekanntenkreis (nicht Freundeskreis)? Fast jeder hat die Prozentzahl auf 5 bis 10% reduziert.

Ein junger deutscher Tourist, Psychologe von Beruf, kam an einem Wochenende mit Schmerzen in meine Zahnarztpraxis. Nach der Behandlung haben wir uns lange unterhalten. Ich stellte ihm dieselben zwei Fragen. Seine Antwort war bereits auf die erste Frage: höchstens 5, aber eher 3%.

Konrad Lorenz:„…die natürlichen Neigungen des Menschen sind gar nicht so schlecht. Der Mensch ist gar nicht so böse von Jugend auf, er ist nur nicht ganz gut genug für die Anforderungen des modernen Gesellschaftslebens.“

Anders ausgedrückt, der Mensch entwickelt sich ethisch nicht so schnell, wie er mit Wissenschaft und Technik seine Umwelt verändert.

Im Sommer 1998 haben uns Freunde in Südtirol besucht. Am Ufer des Kalterer-Sees liegend und die Sonne genießend erzählte ich ihnen über meine Erkenntnisse, wie schlecht es schon mit unserer Natur aussieht. Manfreds deprimierte Antwort war: „Abwarten was passiert, wir können sowieso nichts tun!“ Ein anderer bekannte: „Irgendwie war es immer schon, irgendwie wird es auch weitergehen.

Ich glaube, dass es 9 von 10 Menschen genau so sehen. Aber kann diese Aussage stimmen? Ich möchte mit diesem Buch den Lesern auch bewusst machen, dass alles wirkt immer auf alles. ALLES WAS WIR TUN ODER NICHT TUN, OBWOHL WIR ES HÄTTEN TUN MÜSSEN, HINTERLÄSST SPUREN. Die großen Sünden, die die Menschheit begeht, resultieren aus den vielen kleinen Fehlern, die tagtäglich von den Normalbürgern, den Milliarden „Manfreds“ begangen werden.

Wie anfangs schon erwähnt, wollte ich ein Buch für Kinder schreiben. Nun hat sich meine Absicht „etwas“ geändert. Ich möchte mit dem Buch größere Jugendliche und Erwachsene ansprechen.

Das Buch beinhaltet zwei Teile: „SISSIS TAGEBUCH“ und „DAS BUCH DER WEISEN“. Beide kann man getrennt voneinander lesen, jedoch inhaltlich ergänzen sie sich.

„SISSIS TAGEBUCH“: Es ist die Chronik meiner Familie, zu der meine Frau und unsere zwei Katzen Sissi und Baghira zählen. Jede Person ist eine wahre Person mit Originalnamen und auch die meisten Begebenheiten sind wahrheitsgetreu wiedergegeben. Der Kobold, ein Außerirdischer, vertritt meine Ansichten. Die Katzen und Hunde handeln nach den Gesetzen, wie die Verhaltensforscher ihre Natur beschrieben haben. Es ist kein Zufall, wenn all das oft sehr menschlich klingt. Es gibt viele Gemeinsamkeiten in ihrem und in unserem Gefühls- und Instinktleben und gerade das ist meine Absicht, diese Parallelen und Unterschiede zu verdeutlichen.

Es handelt auch um die Geschichte der Menschheit von Mitte 1996 bis Juni 2003. Sie wurde – nach dem Tod der beiden Katzen - bis Ende 2017 ergänzt. Das Geschehen wird diesmal erzählt und kommentiert vom Kobold und Herrchen, der sich nun „Doktor“ nennt. Eine kurze Zusammenfassung des 2. Buches (Das Buch der Weisen) wurde Sissis Tagebuch auch beigefügt. Der Grund ist meine Absicht, den Lesern von den Lehren der Weisen schon in diesem Buch möglichst viel weiter zu vermitteln.

„DAS BUCH DER WEISEN“: Es ist der zweite Teil. Ich suche Antworten auf die Frage, wie wir Menschen zufrieden und glücklich überleben könnten. Dabei helfen mir in erster Linie Wissenschaftler der verschiedenen Fachbereiche, wie Psychologie, Ethik, Politik, Wirtschaft usw., die die „Weisen“ genannt werden. Zum besseren Verständnis mancher Lehren greife ich auf eigene Erfahrungen und Erlebnisse zurück. Ergänzend werden auch aktuelle Informationen aus Tagespresse und TV-Nachrichten verwendet. Beim Schreiben dieses Teils versuchte ich mich an die allgemein gültigen Methoden der Wissenschaft zu halten.

Ich hoffe die Leser überzeugen zu können, dass der Spruch „jeder ist seines Glückes Schmied“ heute mehr Gültigkeit hat denn je. Wie man mit Ehepartnern, Eltern, Kindern, Kollegen, Geschäftspartnern, Nachbarn, Politiker, Manager, Tieren umgeht, oder wie man seine Wohnung, sein Dorf, seinen Stadtteil, sein Land oder die Erde gestaltet – so lebt, SO ÜBERLEBT MAN.

Aldous Huxley:„Als Angehöriger einer Familie, einer religiösen Gruppe, eines Berufs oder aber als Angehöriger einer Menschenmenge. Gruppen können so moralisch und intelligent sein wie die Individuen, aus denen sie bestehen.”

Die wichtigste Aussage des Buches ist, dass jeder Einzelne nur dann überleben kann, wenn das Ganze – die Menschheit – überlebt. In diesem Zusammenhang sollten auch die Begriffe „selbstsüchtig“ und „egoistisch“ auseinander gehalten werden:

Der wahre Egoist kümmert sich um sein Wohl, aber auch um das Wohl der Allgemeinheit, da er den Zusammenhang schon verstanden hat.

Der Selbstsüchtige ist kurzsichtig und unwissend. Er hat nichts begriffen. Er schadet anderen, aber auch sich selbst und das wird er sehr bald merken.

Wenn die Mehrheit der Menschen wirklich egoistisch handelt, werden wir überleben.

Auch gute Politiker haben alleine, ohne die Unterstützung der Bürger, kaum Chancen unsere Zukunft richtig zu gestalten. Deshalb ist es verständlich, wenn einige von ihnen, wie Al Gore oder Romano Prodi, die Menschen auffordern, die Politik aktiv mitzugestalten.

Ich bin überzeugt, dass nur eine ehrliche, wissende, denkende und handelnde Mehrheit der Bürger das wahre Interesse der Menschheit vertreten und durchsetzen kann.

Francis Bacon:„Wissen ist Macht“

Ich hoffe, mit diesem Buch einen bescheidenen Beitrag zur Entwicklung dieser „Wissens-Macht“ leisten zu können, die uns das Überleben und ein glückliches, zufriedenes Leben auf der Erde ermöglichen wird.

Goethe: „Es gibt dreierlei Arten Leser: Eine, die ohne Urteil genießt, eine dritte, die ohne zu genießen urteilt, die mittlere die genießend urteilt und urteilend genießt; diese reproduziert eigentlich ein Kunstwerk aufs neue.“

Die Bücher der „Weisen“ haben mir über unsere Welt eine neue Sichtweise gegeben. Ich wünsche allen Lesern eine ähnliche Erfahrung und hoffe, dass es sich für sie lohnen wird zu der mittleren Gruppe zu gehören.

DIE UMWELT

In diesem Kapitel suche ich Antworten auf folgende Fragen: Braucht der Mensch, um zufrieden, gesund und glücklich leben zu können, eine gesunde Umwelt? Braucht der Mensch, um überhaupt überleben zu können die gesunde Umwelt? Wie sieht es mit unserer Umwelt heute aus und wie sind die Tendenzen?

Konrad Lorenz, Wissenschaftler und Nobelpreisträger, Begründer der Verhaltensforschung schrieb 1963: „Indem die „zivilisierte“ Menschheit die lebende Natur, die sie umgibt und erhält,in blinder und wandalischer Weise verwüstet,bedroht sie sich mit ökologischem Ruin. Wenn sie diesen erst einmal ökonomisch zu fühlen bekommt, wird sie ihre Fehler vielleicht erkennen, aber sehrwahrscheinlich wird es dann zu spät sein.Am wenigsten aber merkt sie, wie sehr sie im Verlaufe dieses barbarischen Prozesses an ihrer Seele Schaden nimmt.“

Seit Konrad Lorenz ist die Zahl der Weisen, der „Wisser“ enorm gewachsen, damit auch die Zahl der Mahnenden. Einer von ihnen ist der Wissenschaftler Eduard O. Wilson.

WWI 1997 –„Der Erhalt der biologischen Vielfalt: Der Harvard-BiologeEdward O. Wilsonrechnet damit, daß die Vielfalt der Organismen jährlich um mindestens 50 000 Arten verringert wird. Ganze tropische Regenwälder und andere natürlich Ökosysteme werden durch expandierende Landwirtschaft und menschliche Siedlungen sowie Wasserentnahmen und Umweltverschmutzung vernichtet. Süßwasserseen, Flüsse, Mangrovenküsten, Korallenriffe und Regenwälder gehören überall auf der Welt zu den am meisten gefährdeten biologischen Systemen. Die Wissenschaftler sind zudem besorgt, daß eine rasche Klimaveränderung in den nächsten Jahrzehnten die schon jetzt gefährlich hohe Rate des Artenverlusts noch beschleunigen könnte. Zum ersten Mal seit dem Bestehen der Erde hat sich eine einzige Art-Homo sapiens zu einer ungeheuer destruktiven ökologischen Kraft entwickelt. Dennoch wurde erst 1992 mit der Artenschutz-Konvention (auch Biodiversitäts-Konvention) ein umfassender Rahmen geschaffen.“

Unsere Umwelt ist der nahezu kugelförmige „blaue Planet“, die Erde. Ihr Radius beträgt am Äquator 6378,16 km. Sie bewegt sich mit einer konstanten Geschwindigkeit von 29,8 km/Sek. um die Sonne. Die Erde ist – von der Sonne gerechnet - der 3. Planet im Sonnensystem. Die mittlere Entfernung zur Sonne beträgt 149,6 Millionen km. Ihre Oberfläche wird von 70 % Wasser und 29 % Land bedeckt.

Wissenschaftler entdeckten in den letzten Jahren Planeten, auf denen die Voraussetzungen für Leben vorhanden sein könnten, aber bislang kennen wir außer der Erde keinen anderen Himmelskörper auf dem mit Sicherheit Leben vorkommt. Nur die Erde verfügt über eine Biosphäre. Diese Biosphäre, die lebende Organismen sind unsere unmittelbare, für unsere Existenz unentbehrliche Umwelt.

DIE BIOSPHÄRE

Unter Biosphäre verstehen wir den von Lebewesen besiedelten Teil der Erde. Dazu gehört eine dünne Schicht des Landes, das Meer und die Binnengewässer.

Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft können wir den Anfang des Lebens auf ca. 3,5 Milliarden Jahre zurück datieren. Zunächst entstanden im Urmeer einfache Einzeller-Lebewesen. Mit der langsamen Abkühlung der Erde wurden die physikalischen Verhältnisse immer günstiger für die weitere Entwicklung des Lebens. Es entstanden immer kompliziertere, höhere Organismen. Heute gibt es außer den Menschen die Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere. Sie alle haben gemeinsam, dass in ihren Körpern C (Kohlenstoff), O (Sauerstoff), H (Wasserstoff), N (Stickstoff), S (Schwefel) und P (Phosphor) vorkommen. Grundlegende Eigenschaft aller Lebewesen ist der Stoffwechsel. Sie nehmen Materialien auf, die sie dann in ihren Körpern einbauen. Bei den Pflanzen nennen wir das Assimilation. Die aufgenommenen Materialien werden zerlegt, währenddessen Energie frei wird: Der Vorgang heißt Dissimilation. Die freigewordene Energie brauchen sie um ihre Lebensprozesse in Gang zu halten. Dabei entstehen Abbauprodukte, die sie an die Umgebung wieder abgeben.

Aus dem Buch Erde im Gleichgewicht von G. Piel: „Lebende Organismen haben die einzigartigen physikalischen Bedingungen geschaffen, bei denen Sonnenenergie in Lebensenergie umgewandelt wird, und sie schaffen sie täglich neu. … Nur die Lebensprozesse selbst können das lebenserhaltende und lebensschützende Gleichgewicht der Gase in der Atmosphäre erzeugen…

Unter heutigen Bedingungen entstünde kein Leben… Vor ungefähr einer Milliarde Jahren schlossen sich die ersten Zellen mit Zellkern und der Fähigkeit, Sonnenenergie zu speichern und zu nutzen, zusammen… vor ungefähr 650 Millionen Jahren hatte die Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre etwa zehn Prozent ihres heutigen Gehaltes erreicht… Bald besiedelten die ersten Landpflanzen und Insekten die Kontinente – luftatmende, auf dem Land lebende Abkömmlinge der erfolgreichen marinen Arthropoden…

Die Lebensprozesse führten vor ungefähr fünfzig Millionen Jahren zur heutigen Atmosphäre aus 21 Prozent Sauerstoff und 78 Prozent Stickstoff. Im restlichen Prozent ist Kohlendioxid mit heute 0,035 Prozent als häufigstes Spurengas vertreten. Endlich stand ausreichend Sauerstoff zur Verfügung, um das hohe Stoffwechseltempo zu ermöglichen, durch das die Körperwärme von Vögeln und Säugetieren bei einer Temperatur um 37 Grad Celsius konstant gehalten werden kann…

Die Biosphäre hat die Erde völlig eingehüllt. Ihre untere Grenze findet man in den Tiefseegräben, 10 000 Meter unter dem Meeresspiegel…

Die größte Masse lebenden Gewebes der Biosphäre befindet sich … zwischen Tiefe und der Baumgrenze der Gebirge in rund 3000 Metern Höhe. Auf der Oberfläche eines Globus mit einem Meter Durchmesser wäre diese Schicht weniger als einen Millimeter dick…

Die Biomasse, die Masse lebenden Gewebes in der Biosphäre, hat ein Trockengewicht (also abzüglich des Wassers, das in ihr vorübergehend enthalten ist, wie in grünem Gras, bevor es zu Heu getrocknet ist) von 1200 bis 1800 Milliarden Tonnen – für menschliche Maßstäbe eine riesige Zahl; sie beziffert aber nur einen winzigen Bruchteil, ein Milliardstel der Erdmasse…

Photosynthese und aerober Stoffwechsel garantieren nicht nur die ständige Erneuerung der Biomasse, sondern auch das Gleichgewicht des Gasgemischs in der Atmosphäre. Das Gasgemisch steuert die Einstrahlung und Abstrahlung von Sonnenenergie, schirmt tödliche Strahlen ab und hält die Temperatur der Erdoberfläche in einem engen, lebensfreundlichen Bereich…

In den tropischen Regen wäldern blicken die Ökosysteme auf mehrere zehn Millionen Jahre Evolution zurück; Entfaltung und Diversifikation (Vielfalt) schufen das dichteste und komplizierteste aller Netze… neunzig Prozent der Arten im Regenwald noch nicht bestimmt sind…

Die Hälfte aller Wälder fiel bislang dem Menschen zum Opfer. Die Biomasse verringerte sich dadurch in historischer Zeit um ein Drittel, mehr als die Hälfte in den letzten eineinhalb Jahrhunderten…

Dreieinhalb Milliarden Jahre lang hing die Zukunft der Biosphäre nur davon ab, daß die Sonne konstant strahlte. Jetzt regiert der Mensch.Menschliches Handeln hat die Größenordnung allerAktivitäten in der Biosphäre erreicht. Das läßt sich leicht daran ablesen, daß eine Bevölkerung von fünf Milliarden zur Ernährung und zu anderen Zwecken fast die Hälfte des jährlichen Biomassenumsatzes braucht. Zu diesem Ergebnis kamen die Ökologen Robert H. Whittaker und Gene E. Likens.“

WWI 1998:„Um es mit dem berühmten Harvard-BiologenE. O. Wilsonauszudrücken: Wir leben auf einem unerforschten Planeten… Wir wissen nicht, wie viele Arten es auf der Erde gibt… Bis heute haben Wissenschaftler ungefähr 1,8 Millionen Tier-, Pflanzen-, Pilz-, Bakterien- und sonstige Organismenarten beschrieben. Die meistenSchätzungen der noch zu leistenden formalen Beschreibungen liegen zwischen 4 und 40 Millionen…Wenn wir nicht einmal wissen, wie viele Arten es gibt, wie können wir uns dann ein Bild von der wirklichen Größenordnung des derzeitigen Artensterbens machen? Wenn wir bei den meisten Arten die ökologischen Beziehungen nicht kennen, wie können wir dann etwas darüber aussagen, was ihr Verlust für die lebenserhaltenden Systeme unseres Planeten bedeutet? Wie die Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren befindet sich die Menschheit derzeit mitten in einem Massensterben von Arten: einem globalen evolutionären Beben, das in der gesamten Geschichte des Lebens seinesgleichen sucht. Doch anders als die Dinosaurier sind wir nicht einfach nur Zeitgenossen eines Massensterbens –wir sind seine Ursache. Der Niedergang von Arten betrifft jeden, denn die Artenvielfalt ist… die Grundlage unserer Existenz.“

Jahrbuch Ökologie 1998: „Der Löwenanteil an biologischer Vielfalt findet sich in den Entwicklungsländern: Korallenriffe und tropische Wälder gehören zu den artenreichsten Ökosystemen. Die Industrieländer beobachten mit Sorge den dramatischen Flächenschwund.“

„Die Industrieländer beobachten mit Sorge… „Eine sehr interessante Formulierung! Und was tun sie sonst noch?! Seit Jahrzehnten warnen Wissenschaftler, dass das Verhältnis zwischen Mensch und Natur immer gestörter wird. Der Mensch greift mit seiner wirtschaftlichen Tätigkeit immer wirkungsvoller und zerstörerischer in die Prozesse des Lebens ein, verändert das Klima, verschmutzt das Wasser, den Boden, die Luft und gefährdet damit seine eigene Existenz. Es gibt allerdings auch Wissenschaftler, die das Gegenteil behaupten. Was ist denn die Wahrheit? Wie steht es wirklich um unsere Erde?

Als objektive Informationsquelle nehme ich Klaus Töpfers „Millennium Bericht“ „Globale Umwelt – Geo 2000“. Er ist Direktor der Umweltbehörde (UNEP) der Vereinten Nationen.

Tageszeitung Dolomiten vom 16.9.1999:„Die Zeit für eine Rettung der globalen Umwelt läuft nach einem „Millennium-Bericht“ der Vereinten Nationen aus - Noch nie zuvor habe die globale Umwelt unter einem solchen Druck gestanden, heißt es in dem Bericht… Fortschritte bei der Bekämpfung von Umweltschäden würden von dem raschen Tempo des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums zunichte gemacht. „Die Zeit für einen vernünftigen und geplanten Übergang zu einer nachhaltigen Entwicklung läuft aus“,warnte Töpfer…

Die„fortdauernde Armut der Weltbevölkerungund dasexzessive Konsumverhalten einer Minderheit“ werden in der Studie als Hauptgründe für die Umweltzerstörung genan nt. In dem von 30 Institutionen und mehr als 800 Experten erstellten Bericht wird eingeräumt, daß die globale Erwärmung nicht mehr aufgehalten werden kann. Die CO2-Konzentration in der Luft habe einen Rekordstand erreicht. Als Folge des „Treibhauseffekts“ nähmen Naturkatastrophen an Häufigkeit und Ausmaß zu…

Katastrophale UN-Umweltbilanz:Wasser, Luft und Boden schwer geschädigt – Düstere Zukunftsaussichten für Milliarden - London (dpa) – Im Bericht „Geo 2000“ des UN-Umweltprogramms (Unep) sind zu den großen Umweltproblemen der Welt unter anderem folgende Feststellungen enthalten:

Wasser:30 Prozent der Weltbevölkerung haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 50 Prozent leben ohne geregelte Abwasserbeseitigung. Verschmutztes Wasser gefährdet die Gesundheit von 1,2 Milliarden Menschen.

Luft:Wegen des Treibhauseffekts wird die Temperatur auf der Erde bis zum Jahr 2100 um 1,0 bis 3,5 Grad ansteigen. Der Anstieg des Meeresspiegels wird Millionen von Menschen aus tief liegenden Gebieten an der Küste und in Flußmündungen vertreiben.

Die Emissionen von Kohlendioxyd (CO2) erreichten 1996 einen Rekordwert von 23,9 Milliarden Tonnen – knapp das Vierfache des Wertes von 1950. Die meisten Treibhausgase werden in Nordamerika produziert (19,9 Mrd. Tonnen), gefolgt von Europa (7,9) und West-Asien (7,3). Zur globalen Erwärmung trägt auch die wachsende Emission von Stickstoff bei. Wichtigster Grund dafür ist ein dramatisch gestiegener Verbrauch von Dünger (135 Millionen Tonnen 1996).

Erde:Die Zerstörung fruchtbaren Erdbodens, der etwa 40 Prozent der Landoberfläche der Welt ausmacht, bedroht etwa eine Milliarde Menschen in ihrem Lebensunterhalt. Es wird geschätzt, daß etwa 1,9 Milliarden Hektar in den vergangenen Jahrzehnten unbrauchbar geworden sind. Gründe sind unter anderem Rodung, Überweidung, Überdüngung und unkontrollierte Abfallbeseitigung.

Wälder:Rund 80 Prozent des Waldes, der ursprünglich die Erde bedeckte, sind schon beseitigt oder schwer geschädigt…

Artenvielfalt:Die Veränderung und Verschlechterung der Umwelt bedroht viele Tier- und Pflanzenarten auf der Erde. 1996 wurden 25 Prozent der 4630 Säugetierarten und elf Prozent der knapp 10.000 Vogelarten als von der Ausrottung bedroht eingestuft.“

WWI 1998:„Die traurige Wahrheit ist, daß die Wirtschaft immer weiter wächst, aber das Ökosystem, von dem sie abhängig ist, nicht weiter wachsen kann. Daraus entsteht einzunehmend gespanntes Verhältnis.“

Aus dem Buch: „Der dritte Schimpanse“ von Jared Diamond: „Unsere Macht droht uns selbst zu vernichten. Wir wissen noch nicht, ob wir uns mit einem Schlag in die Luft jagen werden oder ob unser Ende langsamer eintreten wird, als Folge einer Kombination aus Treibhauseffekt, Umweltverschmutzung, der Zerstörung natürlicher Lebensräume, der wachsenden Zahl hungriger Mäuler bei gleichzeitiger Abnahme der Nahrungsressourcen sowie der Ausrottung der Pflanzen- und Tierarten, die unsere Lebensgrundlage bilden…

…sind wir in der Lage, die Größe einer Ressourcenpopulation in Abhängigkeit vom Nutzungstempo darzustellen und über Ökokatastrophen der Vergangenheit nachzulesen. Dennoch geht unsere Generation weiter unbeirrt auf Walfang und rodet tropische Regenwälder, so als wären nie Moas ausgerottet oder Pinien- und Lärchenwälder abgeholzt worden.War die Vergangenheit ein Goldenes Zeitalter der Unwissenheit, so ist die Gegenwart ein Eisernes Zeitalter vorsätzlicher Blindheit…

Vor unserer Generation brauchte sich niemand darum zu sorgen, ob es für die nächste Generation ein Überleben und einen Planeten, auf dem zu leben sich lohnt, geben würde.Wir sind die ersten, die sich solche Fragen nach der Zukunft unserer Kinder stellen müssen…

Die Zukunftsvision des Schriftstellers Gustave Flaubert, war sozusagen optimistisch. Er schrieb vor 150 Jahren: „Wenn die Gesellschaft so fortfährt, wirdin zweitausend Jahrennichts mehr da sein, kein Grashalm, kein Baum; sie wird die Natur aufgefressen haben.”

Weiter bei Jared Diamond: „Was macht es schon? Unsere Sorge gilt unseren Kindern, nicht irgendwelchen Käfern oder Schnecken. Wen stört es schon, wenn zehn Millionen Käferarten aussterben? … Wie alle Pflanzen und Tiere ist auch unsere Spezies in vielerlei Hinsicht auf andere Arten angewiesen. Sie produzieren den Sauerstoff, den wir einatmen, absorbieren das Kohlendioxid, das wir ausatmen, zersetzen unseren Abfall, dienen uns als Nahrung, erhalten die Fruchtbarkeit unserer Felder und liefern uns Holz und Papier, um nur einige Beispiele zu nennen.“

Dolomiten, 17.06.1998: EU/Ruinöse Exporte:„Die Wüsten breiten sich weltweit aus.Jährlich verschwindet fruchtbarer Boden von der Fläche Deutschlands, sagte Jürgen Gliese vom Forum Umwelt.Laut UNO sind weit über eine Milliarde Menschenund ein Drittel der landwirtschaftlich nutzbarenFlächen der Erdevon der Wüstenbildung betroffen.Einige Ursachen dafür lägen auch in nördlichen Ländern. Als Beispiel nannte der Umweltexperte kontrasaisonale Angebote von Obst und Gemüse im Supermarkt.

In den Entwicklungsländern werden dann aufgrund unserer Ansprüche lebensnotwendige Nahrungsmittel nicht mehr angebaut.Die dortigen Bauern seien gezwungen, auf andere Erzeugnisse umzusatteln wie Baumwolle. Diese Monokultur, die viel Wasser braucht, sei eine Katastrophe für den Boden der Sahelzone.

Zwischen 1970 und 1995 gingen laut WWF rund 30 Prozent der Weltnatur verloren.Basis für diese Aussage ist die „Living Planet Report“. Kernstück dieser Arbeit ist ein„Öko-Pendant“zum Dow-Jones-Index, das den Zustand der wichtigsten Lebensraumtypen im Lauf der Zeit dokumentiert. Daten aus 152 Ländern zeigen die Zusammenhänge zwischen Naturverlust und Konsumdruck auf.“

DIE ZEIT Nr. 6/1999:„Indonesien rodet Wälder mit Feuer, um mehr Palmöl exportieren zu können – AUF ANRATEN DES INTERNATIONALEN WÄHRUNGSFONDS (UNO)!!!Unter den Verursachern des Artenrückgangs rangiert die Landwirtschaft vor der Forstwirtschaft, dem Tourismus, der Rohstoffgewinnung, dem Gewerbe und dem Transport an erster Stelle.“

DAS KLIMA

Im Lexikon steht: „Die Gesamtheit der meteorologischen Erscheinungen, die den mittleren Zustand der Atmosphäre an irgendeiner Stelle der Erdoberfläche kennzeichnen.“

Das klimatische Geschehen wird durch die Sonne bestimmt, die auch die Energiequelle allen Lebens auf der Erde ist. Unter Atmosphäre verstehen wir die Lufthülle der Erde. Ohne diese Lufthülle gäbe es kein Leben. Die unterste Schicht der Erdatmosphäre nennen wir Troposphäre, die ca. 10 km hoch ist. In dieser Schicht spielt sich das Wettergeschehen ab. Darüber erstreckt sich bis 50 km Höhe die Stratosphäre. Sie beinhaltet die Ozonschicht.

Der Treibhauseffekt

Ca. 50% der einstrahlenden Sonnenenergie wird durch die Luftschicht ausgefiltert, so dass nur etwa die Hälfte die Erdoberfläche erreicht. Ein Teil davon wird auch ins All zurückreflektiert. CO2 und Wasserdampf nehmen diese Energie auf und strahlen sie wieder zur Erde zurück. Das nennt man atmosphärische Gegenstrahlung oder Treibhauseffekt. Ohne diesen Effekt wäre die Temperatur auf der Erdoberfläche nur 18 Grad Celsius und das Leben undenkbar. Leider wird aber dieser Effekt durch menschliche Aktivitäten verstärkt. Dadurch steigt permanent die Temperatur auf der Erde.

Anteil an Erwärmungseffekt haben heute: Wasserdampf 62%, CO2 21,8%, bodennahes Ozon 7,3%, Distickstoffoxid 4,2%, Methan 2,4 %, FCKW 2,1%.

Lao Tse: „Ein Wirbelwind währt keinen Morgen lang. Ein Unwetter währt keinen ganzen Tag…“

Der chinesische Weise, Begründer des Taoismus, mag 400 Jahre v. Chr. Recht gehabt haben: Er konnte nicht voraus ahnen, zu welchen „Leistungen“ der Mensch im Jahr 2000 n. Chr. fähig sein wird.

Al Gore antwortet ihm: „Doch anders als bei vorübergehenden Klimaänderungen, die durch Vulkanausbrüche verursacht werden, setzen wir einen Klimawechsel in Gang, der Hunderte oder gar Tausende von Jahren anhalten könnte.“

WWI 1997:„…das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), ein Netzwerk von über 2000 Naturwissenschaftlern und Fachleuten, die sich im Auftrag der Vereinten Nationen zusammengeschlossen haben, um Staaten zu klimapolitischen Fragen zu beraten, kam zu dem Ergebnis, daßsich die Erde durch die Lebensgewohnheiten des Menschen erwärmt. Laut IPCC wird die Erwärmung bis zum Jahr 2100 … zwischen 1 und 3,5 Grad Celsius betragen.“

Gerard Piel:„Änderungen des Klimas und ein Steigen des Meeresspiegels, die von Veränderungen in der Konzentration der atmosphärischen Gase ausgelöst werden könnten, werden wahrscheinlich nichtlinear verlaufen, vielleicht sogar mit katastrophaler Beschleunigung…

Die Folgen der Erderwärmung erkennt man unter anderem durch:

a) Abschmelzen des Eises (Grönland, Antarktis, Inlandeis)

b) Anstieg des Meeresspiegels bis 75 m ist möglich

c) Überflutung dicht besiedelter Gebiete, großer Nahrungsmittel-Anbaugebiete

d) Verlagerung der wichtigsten Anbauzonen nach Norden in Gebiete mit schlechten Böden

e) Verlagerung der Trockenzonen der Erde nach Norden um 400-800 km in die dicht besiedelten subtropischen Gebiete.“

„Jahrbuch Ökologie 1998“: Frage: Wie groß ist die „CO2-Verantwortung“ des Einzelnen? „Ein normaler Privathaushalt in Deutschland verursacht zwischen 10 und 30 Tonnen CO2 pro Jahr…

Wer z.B. im Jahr 35.000 km mit dem Auto fährt und dabei 3500 Liter Benzin verbraucht, ist für zehn Tonnen CO2 verantwortlich…

Die Heizung schlägt in unseren Breiten mindestens mit fünf, nicht selten sogar mit zehn Tonnen CO2 pro Jahr zu Buche (3500 l Heizöl entsprechen 10 t CO2)…

Ein Flug nach Teneriffa mit vier Personen verursacht etwa 6,5 Tonnen CO2…

Diese CO2-Mengen kann man reduzieren. Eine veränderte „Verhaltenskultur“ könnte … Bäume pflanzen…

Ein Hektar zusätzlicher Wald in Mitteleuropa bindet… zehn bis dreizehn Tonnen CO2 jährlich; in den Tropen… erheblich höher. …Privathaushalt etwa zwei bis drei Hektar Wald anlegen lassen und hätte dann sein „CO2-Konto“ neutralisiert… auf die Nutzung eines Teils der fossilen Energien ist in der privaten wie der beruflichen Sphäre zu verzichten. „Doppelschluß“ bedeutet Energie-Sparen plus CO2-Kompensation=Anpflanzung!“

Al Gore:„In den vergangenen 40 Jahren stieg der Chlorgehalt der Luft um 600 Prozent an. Dieser Anstieg ist nicht ausschließlich in denjenigen Ländern zu beobachten, die Fluorchlorkohlenwasserstoffe freisetzen, sondern auch in der Antarktis, über dem Nordpol und über dem Pazifik, wo diese Gase im gesamten Luftraum–von der Erdoberfläche bis hoch hinauf in die Atmosphäre–anzutreffen sind.“

Aus dem Buch „Gute Argumente: Klima“ von H. Gaber / B. Natsch

„Besonders bei Hamburgern heißt Fast food nicht nur schneller essen, auch das Klima wird durch sie zunehmend ungemütlich.In Lateinamerika sind Großviehzüchter für das Niederbrennen von jährlich mindestens 20000 qkm tropischen Regenwaldes verantwortlich, dies entspricht etwa der Fläche von Rheinland-Pfalz. Hierbei werden größenordnungsmäßig 100 Mio. t CO2 und andere Treibhausgase freigesetzt. Zusätzlich entweichen aus den Mägen der auf den Rodungsflächen weidenden Rinder erhebliche Mengen Methan. Das so produzierte Fleisch verringert nicht die Not der in der Dritten Welt hungernden Menschen, sondern wird überwiegend exportiert und z.B. in den USA und Westeuropa zu Hamburgern verarbeitet…

Um das Fleisch zu den Kunden in die Fast Food Restaurants zu bringen, sind Kühlschiffe, -häuser, - fahrzeuge und –truhen notwendig, in deren Kühlaggregaten und Wärmeisolierungen FCKW enthalten sind. Diese leisten früher oder später ihren Beitrag zum Treibhauseffekt und schließlich zur Ozonzerstörung…

Neben Klimaproblemen verursachen die Hamburger weitere Folgeprobleme. Die für die Rinderzucht in Lateinamerika benötigte Weidefläche behindert die Nahrungsmittelproduktion für die dort lebenden Menschen, so daß diese hungern müssen…

Die hungernden Menschen werden zur Brandrodung weiterer Regenwaldgebiete gezwungen.Die Konsumenten in den Industrieländern werden ebenfalls schlecht ernährt, denn Hamburger und andere Fast Food Produkte enthalten zuviel Auszugsmehl und Fett, aber zu wenig Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.“

WWI 1997:„Viele der weltweit für die Land- die Forstwirtschaft und die menschliche Gesundheit gefährlichsten Insekten stammen ursprünglich aus den Tropen oder Subtropen:d.h. sie sind dazu prädestiniert, bei einer globalen Erwärmung in andere Regionen der Erde vorzudringen. Und da Insekten sich sehr rasch verbreiten können, werden viele vermutlich neue Lebensräume erobern, sobald diese zur Verfügung stehen. In Europa dringen Insekten gemeinhin mehr als zwei Kilometer pro Jahr in neues Territorium vor… Bei Insekten ist Mobilität wohl eine weitere Form von „Prä-adaption“ an den Klimawechsel…

DerMaiszünslerist zum Beispiel sowohl in Europa als auch in Nordamerika ein großer Schädling. In den letzten Jahrzehnten hat er seinen Lebensraum auf beiden Kontinenten nach Norden ausgedehnt und die Gebiete vergrößert, in denen er sich im Verlauf eines Jahres mehr als einmal fortpflanzen kann… Klimaberechnungen für Europa legen nahe, daß der Zünsler im Jahr 2020 bis zu 25 Tage früher ausfliegen wird als jetzt und daß er möglicherweisein Gebiete Nordeuropas vordringt,in denen er gegenwärtig selten anzutreffen ist.“

Dolomiten, 9.04.1998, Washington: „Die Erderwärmung läßt nach Darstellung amerikanischer Forscher eine riesige Eisscholle in der Antarktis schrumpfen und zerbrechen. Eine200 Quadratkilometergroße Platte sei bereits vom Schelf Larsen B abgebrochen, sagte der Wissenschaftler Ted Scambos. In der Antarktis stieg die Durchschnittstemperatur seit den vierziger Jahren um 2,5 Grad Celsius.“

Eineinhalb Jahre später:

Dolomiten vom 6.10.1999:„Antarktis/Argentinien/Buenos Aires. B10A rotiert seit über 50 Tagen auf der Stelle, 700 Kilometer vor der Küste Feuerlands –ein Klotz aus Eis von 1750 Quadratkilometern Oberfläche.Auf ihm hätte Hamburg gut zweimal Platz. Im Verlauf eines einzigen Jahres schmolz auf den Landzungen „Wilkins“ und „Larsen B“, an der Südostspitze des antarktischen Kontinents, eine Eisfläche von mehr als 3000 Quadratkilometern. Für die Forscher stand außer Zweifel: Die Eisschmelze war eine klare Folge der Erderwärmung.“

Von El Nino haben bestimmt schon viele Leser gehört. Was das ist, erfahren wir in einer Erklärung von WWI 1999:

„Der Zusammenhang zwischen Meer und Atmosphäre wird bei dem El Nino-Phänomen vielleicht am deutlichsten. Der wegen seiner regelmäßigen Wiederkehr im Dezember nach dem Christkind benannte El Nino-Effekt der Südlichen Oszillation entsteht, wenn die Passatwinde und die Oberflächenströmungen des östlichen und mittleren Pazifik ihre Richtung umkehren. Wissenschaftler wissen nicht, was genau diese Umkehr auslöst, doch die Folgen sind klar: Aufgeheiztes Meeresoberflächenwasser staut sich im Ostpazifik und verdrängt aufsteigendes Kaltwasser. Über Südamerika baut sich ein Tiefdruckgebiet mit Hitze und Feuchtigkeit auf, die sich normalerweise über dem Ozean verteilen würden. Dadurch kommt es zu extremen Wettersituationen - starke Niederschläge, schlimme Überflutungen, Dürre, Feuer und strenge Fröste – mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen in vielen Teilen der Welt.“

Über dieses Phänomen weiß die Wissenschaft, dass es sich um einen natürlichen Vorgang handelt. Die steigende Häufigkeit von El Nino ist aber auf keinen Fall natürlich.

WWI 1998:„In den vergangenen Monaten hatte sich eine Rauchwolke – größer als die Fläche der USA – über Südostasien ausgebreitet, die den Himmel verdunkelte und 20 Millionen Menschen eine giftgeschwängerte Luft einatmen ließ und Hunderten das Leben kostete. Zu den betroffenen Staaten gehörten Brunei, Indonesien, Malaysia, Papua-Neuguinea, die Philippinen, Singapur und Vietnam. Einwohner von Städten wie Bangkok oder Kuala Lumpur sind daran gewöhnt, die Auspuffgase von Autos und Motorrädern einzuatmen. Sie waren aber nicht auf die zusätzliche Belastung durch die verheerenden Wald- und Torfbrände gefaßt, die in diesem Herbst in Borneo und Sumatra ausbrachen und mehr als 1000 Kilometer entfernt liegende Städte mit lebensbedrohendem Smog einhüllten. Die Menschen in der Region waren gezwungen, Schutzmasken zu tragen, und viele ausländische Botschaften schickten ihr Personal und deren Familien nach Hause. Für die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt hatte diese Brandkatastrophe weit mehr und länger andauernde Folgen. Ein Teil der weltweit artenreichsten Tropenwälder ging in Flammen auf…“

Dolomiten, 09.06.1998:„Die Erwärmung der Erdatmosphäre hat in jedem der ersten fünf Monate des Jahres 1998 alle Temperaturrekorde gebrochen. Dies haben Analysen amerikanischer Forscher im Auftrag der US-Regierung in Washington ergeben. 1997 war bereits das wärmste Jahr gewesen, seit etwa Mitte des vergangenen Jahrhunderts mit Messungen der Temperaturen begonnen worden ist.“

US-Vize-Präsident Al Gore forderte nach diesen Alarmsignalen den Kongress in Washington auf, dringend 6,3 Milliarden Dollar für ein Programm gegen die Erwärmung zu verabschieden. Der Kongress hat Al Gores Forderung abgelehnt.

Dolomiten vom 30.10.1998 -Manaos: „Der brasilianische Regenwald wird von der schlimmsten Dürre des Jahrhunderts heimgesucht. Der Regenmangel habe den Wasserstand der Flüsse im Amazonas-Becken deutlich gesenkt und begünstige dadurch auch die Ausbreitung von Bränden.“

ZDF-Abendnachrichten am 23.08.2000 : „Im Westen der USA wüten seit 12 Wochen die schrecklichsten Waldbrände des Jahrhunderts. Die Bürger Montanas reagieren verärgert und aggressiv wegen der unzureichenden Hilfe der Regierung.“

Wer kann aber garantieren, dass solche Katastrophen sich nicht wiederholen? Und falls sie noch schlimmer werden und an mehreren Orten gleichzeitig auftreten? Man kann sogar sicher davon ausgehen, dass die Katastrophen sich häufen werden. Von wem erwarten die Bürger dann Hilfe? In ein paar Jahren sitzen andere Politiker im Weißen Haus und in anderen Regierungsgebäuden, die sich selbstverständlich nicht verantwortlich fühlen werden für die „bösen Fehler“ ihrer Vorgänger. Was passiert dann? Die Bürger selbst fühlen sich weder schuld, noch verantwortlich. Wie sagte es Manfred: „Abwarten, was passiert! Wir können sowieso nichts tun“. Wer denn, wenn nicht wir?! Waren es nicht die Bürger selbst, die in Amerika den weitsichtigen, umwelterfahrenen Politiker Al Gore nicht zum Präsidenten gewählt haben? Er bekam sogar den Spitznamen „Al Bor“ – der Langweiler, weil er oft über die Umwelt predigte!

Der Nähr- oder Mutterboden

Nicht jeder weiß, dass es in der Bodenqualität sehr große Unterschiede gibt. Die Kulturpflanzen des Menschen wachsen nur im sog. Nährboden, wovon - im Verhältnis zu der heutigen Bevölkerungszahl auf der Erde - kaum noch ausreichende Mengen vorhanden sind. Der Mensch ist fähig, auch die Böden zu zerstören und leider macht er es auch.

WWI 1997:„Böden sind weit mehr als nur ein Ort, an dem Pflanzen ihre Wurzeln verankern können.Sie beherbergen eine schier unglaubliche Vielfalt an wertvollen Mikroorganismen,die sich als Arbeiter in der natürlichen „Untertage“ Wirtschaft betätigen. Insekten, Würmer und Mikroorganismen im Boden leisten unschätzbare Dienste beim Abbau organischen Materials. Sie machen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar, kontrollieren Krankheiten und verbessern die Beschaffenheit und wasserspeicherndenKapazitäten des Erdreichs. … Ein Hektar gesunden Bodens enthält einige tausend Kilogramm an Regenwürmern, Insekten, Spinnen, Pilzen, Bakterien, Algen und Protozoen. Unlängst haben Wissenschaftler entdeckt, daß Mikroorganismen tief unten in der Erdkruste (einige Kilometer unterhalb der Erdoberfläche) für die Produktion von Öl und Mineralienablagerungen – zum Beispiel von Gold – verantwortlich sind.“

Aus dem Buch: „Wege zum Gleichgewicht“ von Al Gore: „Der Mississippi schwemmt Millionen Tonnen Ackerkrume von den Farmen im mittleren Westen davon, Boden, der damit unwiederbringlich verloren ist. Iowa zum Beispiel hatte einmal durchschnittlich 48 Zentimeter des besten Mutterbodens der Welt. Heute sind es nur noch 24 Zentimeter; der größte Teil liegt irgendwo auf dem Grund des Golfes von Mexico… Menschen, die Land für kurzfristige Gewinne pachten, denken oft nicht an die Zukunft. Sie beuten den Boden aus und ziehen dann weiter. Und selbst für diejenigen, denen das Land gehört, ist es schwer, auf kurze Sicht mit Farmern zu konkurrieren, die sich über langfristige Folgen keine Gedanken machen.“

Das Wasser

Der Organismus der meisten Lebewesen besteht zu 60-70% aus Wasser. Ohne Wasser gäbe es kein Leben. Auch die Industrie und die Landwirtschaft könnten ohne Wasser nicht existieren. Alles kein Problem!? Schließlich gibt es Wasser genug, es ist das häufigste Element auf der Erdoberfläche. Wasser bedeckt 71% der Erde und ist in Form von Wasserdampf bis zu 4% in der Atmosphäre enthalten. Eigentlich bräuchte man kein Wort über das Thema zu verlieren, aber so einfach ist es nicht!

Aus dem Buch: „Wege zum Gleichgewicht“ von Al Gore: „Ganz besonders sind wir vom Süßwasser abhängig, das nur 2,5 Prozent des gesamten Wasservorrats auf der Erde ausmacht. Der größte Teil davon ist in der Antarktis und in geringerem Maße auf Grönland, am Nordpol und in Gebirgsgletschern als Eis gebunden. Der Rest entfällt vor allem auf das Grundwasser, so daß nur 0,01 Prozent für alle Seen, Bäche, Flüsse, Ströme und Regenfälle verbleibt…

Die erste strategische Bedrohung für den Wasserhaushalt der Erdebesteht also in einer Umverteilung der Süßwasserreserven;die zweiteund vielleicht bekannteste Gefahr droht durch das Ansteigen des Meeresspiegels und die Überschwemmung der niedrig gelegenen Küstengebiete in aller Welt. Da ein Drittel der Menschheit weniger als sechzig Kilometer von der Küste entfernt lebt, wird sich in diesem Fall eine Flüchtlingswelle von noch nie dagewesenen Dimensionen in Bewegung setzen.Eine dritte strategische Bedrohungfür den Wasserhaushalt der Erde geht von den tiefgreifenden Veränderungen der Landnutzung und insbesondere von der Entwaldung aus. Die Zerstörung eines Waldes wird sich auf den Wasserkreislauf (den natürlichen Wasserhaushalt) in einem Gebiet genauso nachhaltig auswirken wie das Verschwinden eines großen Binnensees.In den Wäldern der Erde – vor allem im tropischen Regenwald – ist mehr Wasser gespeichert als in sämtlichen Seen.Die Wälder selbst erzeugen Regenwolken…

…steht mit Sicherheit fest, daß die Regenfälle seltener werden und allmählich ganz aufhören, wenn Wälder zerstört werden… Ein trauriges Beispiel für den Raubbau an den Wäldern und das anschließende Ausbleiben des Wassers zeigt sich in Äthiopien. In den vergangenen vier Jahrzehnten wurde der Waldbestand von vierzig auf ein Prozent reduziert. Gleichzeitig ist die Niederschlagsmenge soweit zurückgegangen, daß die Wüste sich rasch ausbreiten konnte…

In Südamerika wird inzwischen befürchtet, daßdie fortgesetzte, massive Brandrodung im Amazonasgebiet den Wasserkreislauf unterbrechen wird,der die Niederschläge westwärts über das Amazonasbecken nach Peru, Ecuador, Kolumbien und Bolivien trägt; den entwaldeten Regionen drohen in Zukunft Dürrekatastrophen.

Der Schuldendienst treibt eben diese Länder dazu, die noch verbliebenen Wälder abzuholzen,um das Holz und die auf der Rodungsfläche angebauten Erzeugnisse gegen harte Währung zu exportieren; durch dieses Vorgehen wird das Wasser im Land noch knapper.“

Dolomiten, 22.03.1998:Weltwassertag. „Zwei Drittel der Weltbevölkerung droht bis zum Jahr 2025 die Wassernot.Seuchen, soziale Mißstände und schwere wirtschaftliche Einbußen kämen auf wenigstens 45 Nationen zu, sollten die Süßwasservorräte weiter so rapide schwinden wie bisher. In nur 50 Jahren hat sich das Abschöpfen von Flüssen, Seen sowie unterirdischen Quellen vervierfacht.“

WWI 1998:„Wenn beispielsweise der steigende Wasserverbrauch den nachhaltigen Ertrag einer grundwasserführenden Schicht übersteigt, beginnt der Grundwasserspiegel zu sinken. … werden sich besonders stark auf die Nahrungsmittelproduktion in China und Indien auswirken. Diese Länder stehen in der Weltgetreideproduktion an erster und dritter Stelle … In weiten Teilen des Landes sinken die Grundwasserspiegel, weil ca. 6 Millionen Pumpen zur Bewässerung der Felder in Betrieb sind. Im Punjab, Indiens Kornkammer, fällt der Grundwasserspiegel jährlich um ca. 65 Zentimeter. Die Probleme Chinas sind ebenso ernst. In einer Region im nördlichen Zentralchina, die von etwa 100 Millionen Menschen bewohnt wird, ist der Grundwasserspiegel im Laufe der letzen zwanzig bis dreißig Jahre um 30-35 Meter gesunken…

In vielen Ländern hat die Entnahme von Wasser aus Flüssen ein solches Ausmaß erreicht, daß es nicht mehr die Meere erreicht.Der Colorado… wird leergepumpt,um Felder zu bewässern und den Wasserbedarf von Industrie und Privathaushalten in Colorado, Kalifornien und Arizona zu decken. Nur noch selten erreicht er den Golf von Kalifornien, wo er früher ins Meer mündete. Auch derHuang He (Gelber Fluß) in China, der durch acht Provinzen fließt, ist in jedem der vergangenen acht Jahre teilweise ausgetrocknet.Je mehr Wasser die Provinzen stromaufwärts für industrielle und private Zwecke entnehmen, desto länger dauert die Trockenperiode. Im Jahre 1996 trocknete der Fluß mehrere Wochen lang aus, noch bevor er die Provinz Shandong erreichte, die letzte, durch die er auf seinem Weg ins Meer fließt. 1997 trocknete er eine Woche früher aus als im Vorjahr. Ähnliches geschieht auf dem indischen Subkontinent mit dem Ganges. Dieser Fluß, der im Himalaja entspringt und in Nordostindien zur Bewässerung genutzt wird, führt nur noch wenig Wasser, wenn er Bangladesch erreicht, …die Bevölkerung in Bangladesch benötigt dringend Wasser für die Felder und ist durch die zunehmende Verringerung der Süßwassermenge im Fluß mit einem Rückfluß von Meerwasser konfrontiert. Und aus dem Nil, dessen Wasser fast vollständig vom Sudan und Ägypten verbraucht wird, fließt nur eine kleine Menge rückgewonnenen Wassers ins Mittelmeer…

Irgendwann ist der Vorrat an verwendbarem Wasser nicht nur durch tatsächlichen Mangel eingeschränkt, sondern derart stark verunreinigt, daß man es nicht einmal mehr für landwirtschaftliche oder industrielle Zwecke nutzen kann…

Nach Ansicht vieler Experten werden in Regionen, in denen ein akuter Wassermangel droht, beispielsweise dem Nahen und Mittleren Osten, künftige Kriege nicht um Öl, sondern um Wasser geführt.“

Dr. Gschwendt, Ärztin in Südtirol: „In wenigstens 38 der 52 US-Staaten ist das Trinkwasserdurch Pestizide verunreinigt; wieder gereinigt wird es erst in einigen tausend Jahren sein.“

WWI 1997:„Ein anderes Zeichen dafür, daß die Natur weniger strapazierfähig geworden ist, ist die Zunahme an giftigen„Algenblüten“ in Küstennähe,die sich in den letzten zwei Jahrzehnten verdoppelt hat. Diese Organismen können bei Fischen offene Wunden hervorrufen, Toxine in Muscheln akkumulieren lassen und für den Menschen tödlich sein. … Es besteht offenbar ein Zusammenhang zwischen einem durch Überdüngung beziehungsweise durch menschliche und tierische Abfälle übermäßig erhöhten Nährstoffgehalt der Küstengewässer und dem Auftreten dieser Algenblüten. Inzwischen haben das Auftreten von Algenteppichen und die Belastung von Küstengewässern tatsächlich weltweite Dimensionen erreicht.“

Der Wald

Ein bekannter Spruch unbekannter Herkunft: „Mit dem Fällen der ersten Bäume begann die Zivilisation. Mit dem Fällen der Letzten endet sie“

H. Gaber / B. Natsch: „Auf der Erde gab es 1980 noch 11 Mio. km2 geschlossene tropische Regenwälder. Gegenwärtig verschwinden jährlich … 200 000 bis 500 000 km2, dies entspricht annähernd der Fläche der BRD: Wenn dieser Raubbau so wie bisher weitergeht, wird es bis in 30-50 Jahren keinen tropischen Regenwald mehr geben!“

WWI 1999:„Gesunde Wälder erbringen lebenswichtige Ökosystemdienste:Sie verhindern Erosion, sie sorgen dafür, daß in nassen wie in trockenen Zeiten Wasser verfügbar ist, und sie regulieren Niederschläge. Der Ausfall dieser ökologischen Dienste kann zur Verwüstung ganzer Wassereinzugsgebiete führen, wie China 1988 lernen mußte, als Hänge wegen der Abholzung Wasser weniger effektiv zurückhalten konnten: Das Jangtse-Becken wurde dadurch anfällig für die schlimmste Überschwemmung seit 40 Jahren. Wälder bilden auch den Lebensraum für vielfältige Flora und Fauna; sobeherbergen Tropenwälder mehr als 50 Prozent aller Spezies weltweit.Die Folgen eines Verlusts dieser Ökosysteme wurden 1998 unterstrichen, als eine Mehrheit von Wissenschaftlern in den Vereinigten Staaten einhellig die Auffassung vertrat, daßsich die Welt inmitten einer Phase der Massenvernichtung befinde– der ersten seit dem Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren. Der Zusammenhang zwischen diesen Umweltkatastrophen und der stark ansteigenden Nachfrage nach Holz- und Papiererzeugnissen (vor allem in Industrieländern) ist immer schwerer zu übersehen.“

Aus dem Jahrbuch Ökologie 1998:„Individuell gesehen sind wir alle am Mechanismus der Klimaänderung beteiligt, doch nur wenige fühlen sich persönlich verantwortlich. Dabei kann jeder etwas oder sogar sehr viel tun: Energie sparen, intelligente Techniken einsetzen, Solarenergie nutzen und –Bäume pflanzen!Denn mit Hilfe von Bäumen kann CO2 wieder aus der Luft „herausgefiltert“ werden. Bäume stellen – vereinfacht ausgedrückt – gebundenen Kohlenstoff dar. Per Photosynthese entnehmen sie der Luft CO2 und spalten es in Kohlenstoff und Sauerstoff (O2). Der Kohlenstoff… wird gebunden, der Sauerstoff an die Luft abgegeben. Wenn mehr Bäume wachsen, wird auch mehr CO2 aus der Luft gefiltert; ein höchst effizientes und preiswertes Wirkungsprinzip gegen den Treibhauseffekt.“

WWI 1997:„Mangrovenwälder und Feuchtgebiete der Küstenspielen an der Grenze zwischen Land und Meer eine delikate Rolle. Sieschützen Küsten vor den Einflüssen von Stürmen und Erosion,stehen im Dienste des Nährstoffkreislaufs, bilden die „Kinderstube“ für küstennahe und marine Fischgründe und liefern den Landbewohnern wichtige Ressourcen. Eine Haupttriebkraft bei dem beschleunigten Verlust dieser entscheidenden Ökosysteme… besteht in der explosionsartigen Zunahme der intensiven kommerziellen Gewässerbewirtschaftung, vor allem derGarnelenproduktion für den Export.… Die Garnelenproduktion hat sich in den Jahren zwischen 1985 und 1994 mehr als vervierfacht, … nahezu die Hälfte aller Mangrovengebiete einer intensiven Gewässerbewirtschaftung zum Opfer gefallen… Garnelenzuchten haben weltweit nahezu 2,7 Millionen Hektar artenreichster Küstenbiotope verdrängt.“

WWI 1998:„Globalisierung und freier Handel erlauben es großen Konzernen,überall auf der Welt nach immer noch größeren Gewinnchancen im Geschäft mit dem Wald zu suchen. Gewaltige Brände, die sogar vom Weltraum aus zu sehen sind, zerstören riesige Gebiete und machen Millionen von Menschen krank…

Während sich der durchschnittliche globalePro-Kopf-Verbrauch von Papierauf 46 Kilogramm im Jahr beläuft, liegt der US-Durchschnitt bei 320 Kilogramm; dah inter folgen Japan mit 232 und Deutschland mit 200 Kilogramm… Die Waldfläche im Amazonasgebiet, für die asiatische Holzunternehmen Einschlags-Konzessionen besitzen, hat sich allein 1996 auf mehr als 12 Millionen Hektar vervierfacht…

Innerhalb nicht einmal einer Generation wurden in Ländern wie Mauretanien, Äthiopien und Haiti fast die gesamten Wälder abgeholzt, vorwiegend wegen des Eigenbedarfs an Brennholz.“

Tageszeitung Dolomiten vom 07.07.1998:„Flammenmeere in Südeuropa und Florida sind zunehmend unter Kontrolle… Die Kriminellen hätten das Ziel, Wald- und Buschland zu zerstören, damit dieses dann als Bauland ausgewiesen wird. Der Zivilschutz sprach von einem „Geschäft mit dem Feuer“.

Die Umweltgifte

Aus dem Buch: „Leben mit Umweltgiften“ von Dr. Gudrun Gschwendt:„Umweltgifte sind Substanzen, die… den Menschen und sein Umfeld vergiften. Als Krankheitsauslöser sind sie vielfach noch nicht erkannt…Allergien, Neurodermitis, Niesen, Husten, Asthma… Durchfällen, Gelenkschwellungen mit Schmerzen, Gebärmuttererkrankungen und anderem…Täglich kommen wir mit ca. 70.000 Chemikalien in Berührung, von denen nur 296 in ihrer Wirkung abgeklärt sind (NAS)… Jeder siebte US-Bürger ist nachweisbar durch Pestizide oder andere Chemikalien gesundheitlich beeinträchtigt (NAS).“

Wird es bei jedem siebten bleiben, oder kommen bald alle dran? Laut amerikanischen Medizinern ist es sehr wahrscheinlich, dass bis zum Jahr 2010 jede dritte Frau in den USA an Brustkrebs erkranken wird.

WWI 1998: „In der Provinz Shanxi weist der in der Provinzhauptstadt Taiyuan verzehrte Reis enorme Mengen der Schwermetalle Blei und Chrom auf.“ (Die Chinesen haben gerade erst angefangen das Land zu industrialisieren! – der Autor)

Al Gore:„Unsere Jahresproduktion von organischen Chemikalien stieg innerhalb von sechzig Jahren rasant.1930: eine Million Tonnen;… 1990: 450 Millionen Tonnen.Beim gegenwärtigen Tempo verdoppelt sich das Volumen der Welt-Chemieproduktion etwa alle sieben bis acht Jahre. …hat die Menschheit bisher über sieben Millionen verschiedene Chemikalien entdeckt oder hergestellt…“

Weiter bei Frau Dr. Gschwendt:„Der Mensch ist das Endlager aller in die Umwelt eingebrachten Gifte… Umweltgifte sind überall um uns: am Arbeitsplatz, in unserem Wohnbereich, ja sogar in den Kleidern, in Zahnfüllungen, Kosmetika, also in unserer intimsten Umgebung. Chronische Krankheiten und seelische Störungen werden häufig durch Umweltgifte ausgelöst und sind nur mit dem Spürsinn des Patienten diagnostizierbar. … Der Ausweg für jeden von uns liegt im Wissen, mit dem wir Umweltgifte erkennen und vermeiden lernen. In jeder kritischen Situation liegt auch eine Chance…

Die Erde ist ein geschlossenes System. Alles, auch die Umweltgifte bewegt sich in einem Kreislauf, der uns mit den Giften, die wir in die Welt setzen, immer wieder in Berührung bringt…Umweltgifte… können sich nicht in Nichts auflösen. Über das Grundwasser gelangen sie in die Flüsse und schließlich unzersetzt oder als Abbauprodukte (Metabolit) ins Meer. Kleinlebewesen wie das Phytoplankton und das Zooplankton leben von den Inhaltsstoffen des Meerwassers, nehmen damit auch die Schadstoffe auf und reichern sie an. Wasserinsekten wiederum verzehren dieses Plankton und konzentrieren damit auch deren Schadstoffe. Die Nahrungskette setzt sich über Kleinfische und Krebse zu den Speisefischen fort, die auf unseren Mittagstisch zurückkommen…

Seelische Umweltgifte: Trübe Gedanken, Ängste, Konflikte, Streß, Ausgebranntsein können unser Immunsystem wie Umweltgifte belasten.Gedanken, eigene wie fremde, können „Umweltverpester“ für Seele und Laune sein. Versuchen wir wenigstens in unsere Wohnung Gedanken der Ruhe, der Freude, des Friedens und des Lichtes hineinzubringen…

Unser inneres Gleichgewicht kann durch seelisch-geistige Übungen leichter gefunden werden, das Immunsystem wird dadurch auch gegen Umweltgifte stabiler… Ein fast unglaublicherBericht aus Hiroshimamag dies ebenfalls erläutern. Dort wurde 1945 die erste Atombombe abgeworfen.Einkleiner Kreis von Zenbuddhisten meditierte in einem Tempel.Einer von ihnen war ein europäischer Jesuit, Pater Enomiya Lassalle … Er und die Meditierenden blieben wunderbarerweise – trotz extremster Strahlenexposition – am Leben und wurden natürlich von den westlichen und amerikanischen Wissenschaftl ern immer wieder untersucht. Sie überlebten die anderen Hiroshima-Einwohner derselben Zone durchschnittlich um 40 Jahre! Ihr Geheimnis war und ist ganz einfach: Atemkontrolle, einfache vegetarische Kost (mit jodhaltigen Algen, Miso) und vor allem Meditation und Gebet.“

Das Auto

Das gerade zu Ende gegangene Jahrhundert war das Jahrhundert des Verbrennungsmotors und des Autos. Die Eroberung der Welt durch dieses Verkehrsmittel schreitet am Anfang des dritten Jahrtausends ungebrochen weiter.

Aus „Das Jahrhundertbuch“ (ADAC-Verlag): „17. September 1913. Die Universität Berlin belegt in Tierexperimenten die Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Autoabgase… 25. Februar 1915. DerBundesrat verordnet eine Einschränkung des Autoverkehrs.Eine Fahrerlaubnis wird nur noch dann erteilt, wenn daran ein öffentliches Interesse besteht.“

Henry Ford(Ford T-Modell 1908): „Ein vernünftiges Auto soll seinen Besitzer überallhin transportieren – außer auf den Jahrmarkt der Eitelkeit.“

Giacomo Puccini, der berühmte Opernkomponist, schrieb um das Jahr 1910 an seinen Freund Ricardo Schnabel (vom Autor aus dem Ungarischen übersetzt): „Lieber Ricardo! Ich antworte dir verspätet, ich mußte nämlich die Probefahrt meines Lancias abwarten. Lancias sind großartige Autos, wegen meinem mußte ich trotzdem reklamieren, weiles die im Vertrag vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit nicht erreicht hat, die 18 km pro Stunde betragen sollte.Ich habe sofort ein neues bestellt, weil ich selbstverständlich auf diese Geschwindigkeit nicht verzichten kann. Es umarmt dich dein Freund Giacomo Puccini.“

Achtzig Jahre später:

Gero v. Boehm:„Die Durchschnittsgeschwindigkeit für Autos lagin Bangkokbereits Ende der achtziger Jahre beinur noch 2 Kilometern pro Stunde, ein Pkw steht dort, statistisch gesehen,44 Tage eines Jahres im Stau.“

Dolomiten, 3.12.1998:„Motorisierte Italiener vergeuden im Durchschnitt2 Jahre ihres Lebensnur mit Parkplatzsuche. Das ergab eine Untersuchung der Umweltschutzorganisation WWF.“

Mahnungen, Ratschläge der „Weisen“

WWI 1999:„Die Erkenntnis der Absurditätunserer materialintensiven Vergangenheit ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer vernünftigen, nachhaltigen Materialwirtschaft.“

Dolomiten vom 18.08.1998: „DasFahrradist nach Ansicht von US-Umweltexperten das städtische Verkehrsmittel der Zukunft. Es sei billig und helfe gegen Luftverschmutzung und Verkehrsstaus, heißt es in der Zeitschrift des World Watch Institute (WWI), einer US-Denkfabrik für Umweltfragen.“

Aus dem Buch: Gute Argumente: Klima von Gaber / Natsch:„Der mit Abstand größte Luftverschmutzer ist der Verkehr!… 73,7% des Kohlenmonoxides, 60,8% der Stickoxide und 51,6% der organischen Verbindungen haben ihren Ursprung in diesem Sektor…

Ein umwelt- und sozialverträgliches Verkehrskonzept muß unnötigen Verkehr vermeiden. Deshalb solltenmenschliche Lebensbereiche so gestaltet werden, daß die Wege möglichst kurz sind.Das heißt z.B., daß die Arbeitsplätze und Einkaufsmöglichkeiten ohne motorisierte Verkehrsmittel erreichbar sein müssen. Heute finden etwa ein Drittel aller Autofahrten im Entfernungsbereich bis zu 3 km statt.Viele Wege können also zu Fuß oder mit dem Fahrradzurückgelegt werden. Voraussetzung dafür ist, daß Fußgänger und Radfahrer sichere und attraktive Wege vorfinden. Außerdem mußdas öffentliche Nahverkehrsnetz weiter und dichter werden, und Busse und Bahnen müssen häufiger fahren…. Auch beim Güterverkehr müssen unnötige Wege vermieden werden. Nahrungsmittel und andere Güter werden in der EG über große Entfernungen transportiert, obwohl eine dezentralere Vermarktung möglich ist. Wegen den Umweltbelastungen und Risiken sollte derGüterverkehr weitgehend auf die Schiene verlagert werden…Wenn jedem Verkehrsmittel die von ihm ausgehenden ökologischen und sozialen Kosten angerechnet werden, dürften es keine Schwierigkeiten bei der generellen Durchsetzung dieser Techniken geben.“

WWI 1999 erklärt den Begriff „Nachhaltigkeit“ wie folgt: „Ökologisch gesehen ist eine Wirtschaft nur dann tragfähig, wenn sie den Prinzipien der Nachhaltigkeit entspricht. Diese Prinzipien beruhen auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Ökologie. In einer nachhaltigen Wirtschaft überschreitet derFischfangnicht die für den Bestand der Fischgründe tragfähigen Grenzen, dievom Grundwasser entnommenen Wassermengenübersteigen nicht deren Fähigkeit zur Erneuerung, dieBodenerosionvollzieht sich nicht schneller, als sich auf natürliche Weise neuer Boden bildet, es werden nicht mehrBäumegefällt als gepflanzt, und dieKohlenstoffemissionengehen nicht darüber hinaus, was die Atmosphäre an CO2 von Natur aus ertragen kann. Eine nachhaltige Wirtschaft rottet Tier- und Pflanzenarten nicht schneller aus, als neue Arten entstehen.“

C. F. von Weizsäcker, Physiker und Philosoph: „Nur die Hoffnung schafft Kraft, der Gefahr zu begegnen. Keiner pessimistischen Konsequenz ausweichen, nicht auf dem Pessimismus sitzenbleiben… Der zweite Schritt, den wir gehen können, zeigt sich oft erst, wenn wir den ersten Schritt ins Dunkle hinein gewagt haben.“

Vielerorts passiert schon einiges, auch bei uns in Südtirol, wie folgende Beispiele zeigen:

Dolomiten vom 04.08.1998:„Umwelterziehung: Klima verbündet“heißt die Erlebnisausstellung zum Klimaschutz, welche die Landesagentur für Umweltschutz im vergangenen Schuljahr an zehn Südtiroler Gemeinden ausgeliehen hat. Rund 350 Schulklassen wurden von eigens ausgebildeten Referenten durch die Ausstellung geführt.“

Dolomiten vom 09.04.1998:„Südtirol Hand in Hand für Umwelt: Heute wird der „Umweltpakt Südtirol“ gegründet. Wirtschaftsverbände, Banken, Politik und Landesverwaltung reichen sich die Hände, um gemeinsam den U mweltgedanken in der Wirtschaft zu etablieren. „Damit setzen wir einen Meilenstein im betrieblichen Umweltschutz“, meint Landesrat Michl Laimer… Ziele des Paktes sind die Förderung von Umweltmanagementsystemen, die Förderung von Umweltinvestitionen, die Unterstützung von Pilotprojekten, die Erstellung von Branchenleitfäden und Weiterbildungsangebote.“

Robert Müller:„Fälschlicherweise sagen wir: Wir leben auf diesem Planeten. Doch eigentlich müßten wir sagen:Wir sind Teil dieses Planeten,mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele, mit Herz und Verstand, im Leben wie auch im Tod. Wir sind Teil dieses Universums für alle Ewigkeit.“

DIE PSYCHOLOGIE

Dies ist das wichtigste Kapitel in diesem Buch.

Bei der Beantwortung der Titelfrage „Alles für die Katz?“ leisten die Verhaltensforscher den wichtigsten Beitrag: kann der Mensch aus der jetzigen Sackgasse herauskommen und die richtige Zukunftsstrategie wählen, ohne dass er sich selbst, das heißt seine psychologischen Eigenschaften kennt? Wenn z.B. Politiker und andere Verantwortliche davon ausgehen würden, dass der Mensch grundsätzlich schlecht und böse ist, würden sie in der jetzigen schwierigen Situation, als einzige Möglichkeit eine Weltdiktatur sehen und anstreben. Ganz anders würden sie handeln bei der Annahme, dass der Mensch grundsätzlich gut und selbstlos ist und würden ihn deswegen einfach sich selbst überlassen. Beide Male würden sie die falsche Lösung wählen.

Die Menschennatur kennen zu lernen ist nicht einfach. Sein Großhirn ist imstande dem Menschen Fähigkeiten zu geben, zu denen er ursprünglich weder körperlich noch psychisch programmiert war. Er kann z.B. seit ca. 100 Jahren fliegen, heute sogar viel schneller und länger als die größten tierischen Künstler der Lüfte. Andererseits scheint dieses große Hirn und sein Produkt, der menschliche Geist, nicht einmal die von unseren Vorfahren vererbten Instinkte und Gefühle einigermaßen unter Kontrolle zu halten.

Konrad Lorenz schrieb 1963:„Ich glaube, kurz gesagt, an den Sieg der Wahrheit.Ich glaube, daß das Wissen um die Natur und ihre Gesetze mehr und mehr zum Allgemeingut der Menschen werden wird… Ich glaube, daß zunehmendes Wissen den Menschen echte Ideale geben und die ebenfalls zunehmende Macht des Humors ihnen helfen wird, unechte zu verlachen…

…ich ehrlich davon überzeugt bin, daß in einer nahen Zukunft sehr viele, ja vielleicht die Mehrzahl aller Menschen für selbstverständliche und für bereits banale Wahrheit halten werden, was in diesem Buche über die intraspezifische Aggression und über die Gefahren gesagt wurde, die ihre Fehlleistungen für die Menschheit heraufbeschwören.“

Aus seinem zweiten hier zitiertes Buch: „Jede Gefahr verliert viel von ihrer Schrecklichkeit, wenn ihre Ursachen erkannt sind.“

Doch wer hat ihm und seinen Kollegen zugehört und was hat ihr Wissen bisher bewirkt? Ist es verwunderlich, wenn E.O. Wilson, einer der bekanntesten Verhaltensforscher unserer Zeit 1998 schon einen ungeduldigen Ton anschlägt?

DER SPIEGEL Nr. 46/1998: E.O. Wilson:„Strategien, die für Individuen und manche Gruppen nützlich sein können, sind für die ganze Art mitunter fatal.Und viele Verhaltensmuster, die wir von den Steinzeitmenschen geerbt haben, wirken sich heute verheerend aus. Was mich besonders erschreckt ist, daß dies nicht verstanden wird.