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Schnell, einfach, unkompliziert: Heike Grotegut verrät Ihnen, wie Sie Ihre Samtpfote, ob Wohnungskatze oder Freigänger, effektiv auslasten und artgerecht beschäftigen. Katzenhalter wissen: Oft sind es die einfachen Dinge, die unsere Stubentiger am meisten lieben. Lernen Sie, wie und womit sie sich am besten beschäftigen lassen und warum. Erfahren Sie, worauf es bei gekauftem Spielzeug ankommt und wie Sie Katzenspielzeug einfach selber machen können. Lassen Sie sich inspirieren von vielen Spielideen und tollen Bastelanleitungen für Fummelbretter, Reizangeln & Co. Verstehen Sie Ihre Katze noch besser: Spannende Infos über kätzische Verhaltensweisen und Vorlieben runden den Ratgeber ab.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 66
Veröffentlichungsjahr: 2016
Heike Grotegut
Alles für die Katz
88 Katzenspiele einfach selbst gemacht
Ulmer E-Books
Spaß garantiert: Tolles Spielzeug, spannende Spiele und eine Umgebung nach Katzengeschmack lassen Langeweile erst gar nicht aufkommen. Dieses Buch zeigt Ihnen, wie leicht das geht!
Wenn wir uns zu Hause langweilen, lenken wir uns ab, indem wir telefonieren, fernsehen, lesen oder uns in sozialen Netzwerken austauschen. Eine Katze kann das alles nicht. Übergewicht, Markieren in der Wohnung, Aggressionen, Kahllecken und mehr können die Folgen eines langweiligen Lebens sein. Oft sorgt die Samtpfote selbst für spannende Abenteuer: Sie öffnet Türen, um dahinter aufregende Dinge zu entdecken. Sie drückt die Klospülung oder stellt den Wasserhahn eigenständig an. Toiletten- oder Küchenpapierrollen werden gnadenlos und gründlich zerfetzt. Um die Aufmerksamkeit ihres Dosenöffners zu erhalten, miaut sie inbrünstig mitten in der Nacht, kratzt an unerwünschten Stellen oder schubst Dinge vom Regal.
Katzen spielen, weil es Spaß macht. Die Freude daran hängt weder vom Alter noch vom Gesundheitszustand ab. Ältere Silberfelle spielen genauso gern wie kleine Kätzchen, Freigänger ebenso wie Samtpfoten mit körperlichen Einschränkungen oder Haustiger, die mit einem Artgenossen zusammenleben. Spielen ersetzt in der Wohnungshaltung wunderbar das Jagdverhalten, die Katze hält sich spielend fit und trainiert zusätzlich die grauen Zellen. Spielen ist aber viel mehr als „nur“ ein Ersatz für die Jagd oder Training für die Katze: Es stärkt die Bindung zwischen Mensch und Tier, reduziert Angst und Stress und macht schüchterne Katzen selbstbewusster. Kabbeleien zwischen Pelznasen können sich spielend in Wohlgefallen auflösen, um nur einige positive Aspekte zu nennen.
In diesem Buch finden Sie viele Ideen zur Katzenbeschäftigung, die selbst gemütliche Samtpfoten spannend finden werden. Sie werden staunen, wie einfach es sein kann, Katzen wirkungsvoll zu beschäftigen! Viele Spiele können Sie sehr leicht realisieren – auch, wenn Sie wenig Zeit haben oder ganz bequem vom Sofa aus spielen möchten. Das Material dafür fällt praktischerweise zu Hause wie von selbst an oder ist günstig und einfach zu beschaffen.
Training fürs Leben: Kleine Kätzchen lernen im gemeinsamen Spiel den Umgang mit Artgenossen, der Umwelt und noch viel mehr.
Katzen sind Individualisten, deshalb lieben wir sie so. Was bei einer Katze für extremen Spaß sorgt, lässt eine andere völlig kalt. Darum wird nicht jeder Schnurrer jede hier vorgestellte Idee gleichermaßen mitreißend finden.
Lassen Sie sich von diesem Buch inspirieren! Nutzen Sie es als Ideengeber. Entdecken Sie zusammen mit Ihrer Katze, was Ihnen gemeinsam Freude macht.
Ich wünsche Ihnen ganz viel Spaß beim Stöbern, beim Ausprobieren und natürlich beim Spielen!
Wie leicht oder schwer ist eine Spielidee umzusetzen? Diese Info finden Sie bei jeder Anleitung.
Schwierigkeitsgrad:
einfach
mittel
anspruchsvoll
Gelangweilte Katzen werden schnell zu Alleinunterhaltern und gehen buchstäblich die Wände hoch. Das muss nicht sein: Es ist oft verblüffend einfach, die Samtpfote wirkungsvoll zu bespaßen.
Kennen Sie das? Da haben Sie Ihrem Stubentiger gerade supertolle Spielzeuge aus dem Internet bestellt, Sie öffnen neugierig und erwartungsvoll den Karton und präsentieren stolz die neuesten Errungenschaften. Und was macht die Katze? Sie beschnüffelt kurz die neuen Spielzeuge und setzt sich dann ganz gemütlich in die leere Schachtel. Prima. Später fegt sie wie von der Tarantel gestochen mit den Plastiklaschen, die das Paket zusammengehalten haben, durch die Gegend. Die Spielzeuge lässt sie links liegen. Katzen spielen nicht, um uns zu gefallen – sie spielen, weil sie Spaß daran haben!
Spielen ist geprägt von Verhaltensweisen der Jagd: Die Katze lauert, schleicht sich an und erstarrt mitten in der Bewegung, sie springt die Beute an, die sie mit den Pfoten schlägt und festhält. Sie kämpft und beißt, sie pfötelt Beute aus Ritzen und Löchern heraus. Ruhige Bewegungen wechseln sich mit schnellen Aktivitäten ab. Alle Bewegungen des Beutefangens sind angeboren. Eingeübt und spielend perfektioniert werden Treffsicherheit und Bewegungsausführungen.
Wird eine Wohnungskatze richtig ausgelastet, wenn sie längere Zeit hinter einem Spielzeug hin- und herrennt? Nein. Katzen sind für einen Dauerlauf nicht geschaffen, sie sind Sprinter mit geringer Ausdauer. Wer kennt nicht den imponierenden Sprint des Geparden und sein anschließendes Ringen nach Luft? Die schnellste Katze der Welt ist nach der Jagd manchmal so erledigt, dass ihr andere Tiere das hart erarbeitete Futter stehlen können.
Katzen sind Schleichjäger, keine Hetzjäger. Sie können bis zu 30 Minuten „erstarren“, um dann schnell und effektiv zuzuschlagen.
Erinnern Sie sich an „Jurassic Park“? Die Szene, in der Jeff Goldblum von einem heißhungrigen Tyrannosaurus Rex angeschnaubt wird, sich aber keinen Zentimeter rührt. Jede Bewegung ist für den Saurier unwiderstehlich und löst seinen Jagdtrieb aus. Der tapfere Jeff aber bleibt mucksmäuschenstill stehen und wird so vom Saurier-Bewegungssensor übersehen. Was Bewegungen und Geräusche anbelangt, spielen Katzen in einer ähnlichen Liga wie der Dino: Sie reagieren instinktiv auf Objekte in Beutegröße, die schnell und ruckartig aus ihrem Blickfeld fliehen. Kleine Nager suchen ihr Heil in der Flucht, nicht im Angriff. Eine Maus ist etwa daumengroß, toll ist daher ein kleines, höchstens mausgroßes Spielzeug, das sich leicht transportieren lässt und einfach in die Luft geschleudert werden kann.
Katzen jagen nachts und in der Dämmerung, wo alle Farben abgeblendet sind. Diesen Bedingungen hat sich das Katzenauge angepasst. Deshalb ist der Anteil der Zäpfchen, die für Farbe und Schärfe zuständig sind, geringer als bei Menschen. Wichtiger für Katzen ist das Bewegungssehen.
Katzen sind sehr hellhörig: Jedes winzige Geräusch wird registriert und genau geortet, wo sich eine Maus aufhält. Alles, was knistert, fiept, raschelt, kratzt oder sonst wie nach Beute klingt, weckt das Interesse. Wenn Sie mit einer Angel hinter einer Ecke versteckt leise Geräusche machen, schleicht sich Ihre Fellnase garantiert mit riesigen Pupillen an.
Das gute kätzische Gehör vermieste einst dem russischen Geheimdienst den Tag: Die Katzen eines Botschafters kratzten jagdlustig an der Tapete, hinter der sie Mäuse vermuteten. Diese stellten sich als Wanzen heraus, die für die Katzen gut hörbar im Ultraschallbereich arbeiteten.
Die meisten Katzen bevorzugen eine bestimmte Art von Beute. Wissenschaftler vermuten, dass sie durch die Tiere, die die Mutterkatze zum Nest bringt, geprägt werden. Das können – ganz nach Gegend – Mäuse, Blindschleichen, Geckos oder auch kleine Vögel sein. Finden Sie das Beuteschema Ihrer Pelznase heraus. Liebt sie Federn? Steht sie auf Mäuse? Tüftelt sie gern? Machen Sie sich eventuell eine Liste, so finden Sie bestimmt viele Vorlieben Ihrer Katze heraus.
Die feinen Katzenohren orten exakt, wo sich eine Maus aufhält.
Moderne Technik wie ferngesteuerte Mäuse, Laserpointer oder Spiele auf dem Tablet gehört längst zum Leben unserer Pelznasen. Sie verspricht Spiel, Spaß und Spannung für die Katz’ mit geringem Aufwand für uns Dosenöffner. Der Mini-Löwe jagt besessen einen kleinen roten unfangbaren Laserpunkt. Neben der möglichen Verletzungsgefahr fürs Auge löst die erfolglose Jagd auf Dauer einen folgenschweren Kreislauf aus Misserfolg und Frust aus: Problematische Verhaltensweisen können ausgelöst oder verstärkt werden. Gleiches gilt für Spiele auf dem Tablet. Also – Finger weg.
