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Wenn Sie Apfelessig bisher nur aus der Küche kannten, werden Sie begeistert sein zu erfahren, was er noch alles kann. Er ist Reinigungsmittel, Kosmetikum und Medikament in einem und die natürliche – und günstige – Alternative zu vielen industriell hergestellten Produkten. Apfelessig wird durch Gärung von Äpfeln gewonnen, wirkt antibakteriell, pilzhemmend und ist so sanft, dass er den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht angreift. Er hilft gegen Verdauungsbeschwerden, Erkältungen und bei Hautproblemen, kann für Haarspülungen und Deos verwendet werden und ist ein umweltfreundliches Reinigungsmittel zugleich. Mit den Rezepten und Anleitungen in diesem Buch können Sie zahlreiche Hausmittel kostengünstig, plastikfrei und ohne schädliche Zusatzstoffe ganz einfach selbst herstellen.
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Seitenzahl: 87
Veröffentlichungsjahr: 2020
Dr. Penny Stanway
ALLESKÖNNERAPFELESSIG
Dr. Penny Stanway
ALLESKÖNNERAPFELESSIG
Die natürliche und nachhaltige Alternative zu
Medikamenten
Kosmetikprodukten
Reinigungsmitteln
riva
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Wichtige Hinweise
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Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wurde auf eine genderspezifische Schreibweise sowie eine Mehrfachbezeichnung verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen sind somit geschlechtsneutral zu verstehen.
5. Auflage 2025
© 2020 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Türkenstraße 89
80799 München
Tel.: 089 651285-0
Die englische Originalausgabe erschien 2019 bei Nourish, ein Imprint von Watkins Media Limited, unter dem Titel The Natural Apothecary: Apple Cider Vinegar. © 2019 by Dr. Penny Stanway. All rights reserved.
Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Wir behalten uns die Nutzung unserer Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.
Übersetzung: Gerrit ten Bloemendal
Redaktion: Stephanie Kaiser-Dauer
Umschlaggestaltung: Manuela Amode
Umschlagabbildung: Shutterstock.com/VasiliyBudarin, Alexander Ryabintsev, Blan-k
Satz: Ortrud Müller, Die Buchmacher – Atelier für Buchgestaltung, Köln
Druck: CPI books GmbH, Leck
ISBN Print 978-3-7423-1503-8
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-7453-1172-3
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
www.rivaverlag.de
Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de
Inhalt
Einführung
1 Alles über Apfelessig
Apfelsaft
Apfel(schaum)wein
Apfelessig
2 Apfelessig und gesunde Ernährung
Einfache Apfelessigrezepte
Kochtipps
3 Natürliche Gesundheitsmittel
Haut und Haare
Altersbedingte Beschwerden
Verdauung, Ernährung und gute Gesundheit
Detox-Getränke
Atemwegsbeschwerden und Allergien
Verletzungen und Infektionen
Erkältungen und Husten
Allgemeine Gesundheit
Chronische und schwere Erkrankungen
4 Natürliche Schönheitspflege
Apfelessig – das Allzweckmittel im Badezimmer
Apfelessig – wesentliche Zutat für Hautreiniger und Gesichtswasser
5 Natürliche Haushaltsprodukte
Zahlreiche Vorteile
Apfelessig als Lufterfrischer
Apfelessig – der vielseitige Haushaltsreiniger
Apfelessig für Garten und Auto
Apfelessig für Wäsche und Waschmaschine
Seit Jahrtausenden verwenden Menschen Produkte aus der Natur zur Linderung und Behandlung von Schmerzen, zur Schönheitspflege und als Reinigungsmittel. Kräuter und Gewürze, Gemüse, Obst, Nüsse und Beeren (neben Sekundärprodukten wie Olivenöl und Essig) wurden zu Heil- und Hilfsmitteln verarbeitet, die über viele Generationen hinweg Anwendung fanden. Viele dieser Zutaten sind heute Bestandteile von kommerziellen Produkten, wenngleich sie oftmals mit chemischen Zutaten kombiniert werden.
Heute vertrauen wir vor allem auf Apotheken und Drogeriemärkte, die Hunderte verschiedener Produkte für unterschiedlichste Anwendungsbereiche anbieten. Wir nutzen Cremes und Salben zur Behandlung von Schmerzen, nehmen Vitaminpräparate ein und geben eine Menge Geld für Lotionen und Stärkungsmittel für Haut, Nägel und Haare aus. Und die Auswahl an Haushaltsreinigern ist enorm!
Besinnen wir uns jedoch auf die Basics und auf einen natürlichen Ansatz in Bezug auf Ernährung, Gesundheit, Schönheitspflege und Haushalt, erlangen wir wieder Kontrolle darüber, was wir unserem Körper zufügen und womit wir unseren Familien Gutes tun.
Äpfel, Apfelsaft, Apfel(schaum)wein und Apfelessig haben eine lange Geschichte und sind überall auf der Welt beliebt. Alle fördern und schützen sie unsere Gesundheit und stärken unser Wohlbefinden. Darüber hinaus ist Apfelessig eine preisgünstige, effektive Haushaltshilfe.
Laut Archäologen hat der Apfelbaum seinen Ursprung im Gebiet des Kaspischen und des Schwarzen Meeres, wo Menschen bereits 6500 Jahre v. Chr. Äpfel konsumierten. Von dort verbreitete sich der Apfelanbau auch nach Europa. Im 16. Jahrhundert wies der britische König Heinrich VIII. seine Obstgärtner an, sich auf die Suche nach den besten Sorten zu begeben, um in England Apfelplantagen aufzubauen. Später erreichte der Apfelanbau auch die USA, Australien, Neuseeland, Südafrika und Lateinamerika. Heute werden weltweit über 7500 Apfelsorten angebaut, und in zahlreichen Ländern der Welt sind Äpfel – ob aus heimischem Anbau oder importiert – ganzjährig erhältlich.
Wann die Menschen anfingen, Apfel(schaum)wein zu trinken, ist Historikern zufolge zwar nicht eindeutig belegt, aber man weiß, dass Cider bereits im 1. Jahrhundert v. Chr. ein beliebtes Getränk in Großbritannien war. Angenommen wird, dass er im 1. Jahrhundert n. Chr. im gesamten Mittelmeerraum konsumiert wurde. Apfelessig hingegen fand laut archäologischer Forschung schon viel früher Verwendung, wie Spuren in ägyptischen Urnen aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. belegen.
Wortursprung
Das deutsche Wort »Essig« kommt ursprünglich vom lateinischen Wort »acetum« (»acere« bedeutet »scharf, sauer sein«).
Als milde Säure, die sich relativ einfach herstellen lässt, hat Essig als Mittel zur industriellen, medizinischen und häuslichen Verwendung eine lange Geschichte. Essig ist eine Flüssigkeit, die überwiegend aus Essigsäure und Wasser besteht. Er dient als Beiz- und Korrosionsschutzmittel und ist auch als Reinigungsmittel sehr nützlich. Essig ist preisgünstig und überall erhältlich und lässt sich auch leicht selbst herstellen.
Die meisten Essige werden aus Obst oder Getreide bzw. Reis hergestellt oder aus alkoholischen Getränken wie Apfelwein, so zum Beispiel:
Obstessig
Balsamicoessig
Zuckerrohressig
Getreideessig wie Reisessig oder Malzessig
Branntweinessig wie Weinessig oder Sherryessig
Seit jeher wird dem Essig eine positive gesundheitliche Wirkung zugeschrieben, und tatsächlich eignet sich Apfelessig für die Behandlung überraschend vieler Alltagsbeschwerden (siehe Seite 44–96).
Essig hat antibakterielle Eigenschaften und kann zur Körperpflege verwendet werden. Apfelessig ist so mild, dass er den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht beeinträchtigt (siehe Seite 97).
Zudem erweist sich Apfelessig als nützliche Hilfe im Haushalt und hält unterschiedlichste Flächen frisch, sauber und glänzend. Und nicht zuletzt ist er sehr wirksam gegen Ungeziefer! Weitere Anwendungsmöglichkeiten für dieses umweltfreundliche und ungiftige natürliche Reinigungsmittel finden Sie auf Seite 113–124.
Bezeichnungen
Was in Großbritannien als Cider und in den USA als Hard Cider bezeichnet wird, heißt in Frankreich Cidre und im deutschen Sprachraum Apfelschaumwein, saurer Most oder Mostheuriger. Der Unterschied zum Apfelwein (in Hessen auch »Eppelwoi« in unterschiedlichen Schreibweisen) besteht darin, dass Cider nicht so lange vergoren ist und daher noch sprudelt.
Die Herstellung von Apfelessig erfolgt mithilfe zweier einfacher Gärungsmethoden: Zuerst wird bei der Gärung von Apfelsaft der darin enthaltene Zucker in Alkohol verwandelt. Das Ergebnis heißt Apfelwein. Anschließend wird der Apfelwein vergoren, wobei der Alkohol in Essigsäure umgewandelt wird und Apfelessig entsteht. Dieser Prozess wird auch »Veressigung« genannt. Apfelessig hat eine leicht braungelbe Farbe und kann naturtrüb oder klar sein. Außerdem ist Apfelessig pasteurisiert, also frei von Mikroorganismen, oder unpasteurisiert erhältlich. Im letzteren Fall enthält der Essig eine gewisse Menge an Gärungsbakterien, »Essigmutter« genannt, die sich als wolkige Masse am Boden absetzt.
Bevor wir Apfelessig etwas genauer unter die Lupe nehmen, betrachten wir zunächst das Ausgangsprodukt: das Obst, aus dem er hergestellt wird. Wer einen Apfel isst, verzehrt nicht nur 50 Kalorien aus dem Fruchtzucker, eine kleine Menge an Ballaststoffen und etwas Vitamin C, sondern nimmt dabei auch einen regelrechten Schatz an sonstigen gesundheitsfördernden Stoffen auf – manche sogar in Mengen, die in nur wenigen anderen Lebensmitteln zu finden sind. So sind Äpfel beispielsweise reich an Pektinen und Quercetin. Das erklärt, warum Äpfel schon seit jeher und mehr noch als jedes andere Obst mit einem verringerten Risiko für chronische Krankheiten wie Herzerkrankungen, Krebs und Diabetes in Verbindung gebracht werden. Und es erklärt auch, wieso der Verzehr von Äpfeln, Apfelsaft und Apfelessig eine solch positive Wirkung auf unsere Gesundheit und auf unser Wohlbefinden haben kann.
In manchen englischsprachigen Ländern wie in den USA oder Kanada wird Apfelsaft »Apple Cider« (Apfelcider) genannt. In diesen Ländern muss mit Wasser verdünnter oder mit Zucker gesüßter Apfelsaft als Apfeldrink oder Apfelsaftgetränk deklariert werden. Apfelsaft entsteht beim mechanischen Entsaften von Äpfeln und hat zunächst eine trübe Konsistenz. Danach findet oftmals eine weitere Behandlung statt, häufig in Form von Filtrierung und Pasteurisierung.
Filtrierung: Hierbei werden die gröberen Bestandteile wie etwa Cellulose, Pektine oder Eiweiß aus dem Saft herausgefiltert, und es entsteht ein klarer Saft.Pasteurisierung: Diese verhindert, dass im Saft enthaltene Enzyme den safteigenen Zucker in Alkohol verwandeln, und unterbindet das Wachstum von Schimmel und/oder Bakterien im Saft. Pasteurisierter Apfelsaft hat eine Haltbarkeit von etwa zwei Jahren, während unpasteurisierter Apfelsaft so schnell wie möglich getrunken werden sollte.Je naturbelassener der Apfelsaft, desto geringer ist der Verlust an Nährstoffen und anderen wertvollen sekundären Pflanzenstoffen. Naturtrüber (unfiltrierter) Saft enthält etwas mehr Ballaststoffe als klarer (filtrierter) Saft und ist deutlich reicher an wertvollen Phenolverbindungen. So weist naturtrüber Apfelsaft eine deutlich größere Menge des Antioxidans Proanthocyanidin auf. Während naturtrüber Apfelsaft immerhin noch etwa die Hälfte der in Äpfeln vorhandenen Phenolverbindungen enthält, weist filtrierter Saft nur noch etwa ein Drittel jener Menge auf.
Apfel(schaum)wein ist ein alkoholisches Getränk, das bei der Gärung von Apfelsaft entsteht. Im Gegensatz zu Apfelschaumwein oder Apfelcider (Cidre ist die französische Bezeichnung, Cider die englische) enthält Apfelwein keine Kohlensäure. Der Alkoholgehalt von Apfelschaumwein variiert je nach Herkunftsland: Cidre doux aus Frankreich enthält 3 Volumenprozent, traditioneller englischer Cider bis zu 8,5 Volumenprozent. Auch der Geschmack wechselt, und zwar je nach verwendeten Apfelsorten. Gleiches gilt für die Farbe, die von blassgelb (»white cider«) bis goldbraun variiert. Heutzutage wird Apfel(schaum)wein teilweise aus lediglich einer einzelnen Apfelernte einer einzelnen Apfelsorte hergestellt. Der Geschmack eines solchen Weins spiegelt die Mischung an flüchtigen sekundären Pflanzenstoffen dieser speziellen Apfelsorte wider.
Im Prinzip ist zwar jede Apfelsorte geeignet, doch viele Hersteller verwenden eine Mischung, in der auch typische Apfelwein- bzw. Cidre-Sorten enthalten sind. Der Grund dafür ist, dass diese Äpfel mehr Tannine, Apfelsäure und andere natürliche Säuren enthalten als süße Tafeläpfel und dem Wein bzw. Cidre seinen charakteristischen Biss verleihen.
Cidre-Äpfel werden aufgrund ihres Geschmacks in vier Kategorien eingeteilt:
Bittersüß: Diese Äpfel haben einen hohen Zuckergehalt und ermöglichen einen höheren Alkoholgehalt des Endprodukts. Da sie aber auch reich an Tanninen sind, hat der Wein eine leicht bittere Note.Bitterscharf: Solche Äpfel sind sehr reich an Tanninen und Fruchtsäuren (wie etwa Apfelsäure), was dem Wein einen relativ bitteren und scharfen Geschmack verleiht.Süß: Süße Äpfel enthalten viel Zucker und ermöglichen so einen höheren Alkoholgehalt des Endprodukts. Sie sind aber arm an Tanninen und Fruchtsäuren, sodass der Wein weniger bitter und scharf schmeckt.Scharf: Solche Äpfel enthalten sehr viel Säure, was sich im Geschmack des Weins niederschlägt. Sie enthalten zudem wenig Zucker und Tannine, sodass der Wein weniger Alkohol enthält und weniger bitter ist.