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Die Allgäuer Alpen: ein Gebirge voller Gegensätze! Zwischen Füssen und Bodensee erstrecken sich sanfte Grasberge und schroffe Felsgipfel. Hier kommt wirklich jeder auf seine Kosten, vom Genusswanderer bis zum Klettersteig-Freund. Ob der mächtige Hochvogel oder die bizarre Graspyramide der Höfats, ob Mindelheimer Klettersteig oder die Gipfel der Nagelfluhkette – erkunden Sie die Vielfalt der Allgäuer Berge!
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Seitenzahl: 271
Veröffentlichungsjahr: 2022
Gerstruben – ein ehemaliges Walserdorf oberhalb von Oberstdorf in schönsten Herbstfarben. Im Hintergrund erkennen wir den wohl berühmtesten Gipfel der Allgäuer Alpen, die Höfats.
Heinrich Bauregger
Die 70 schönsten Gipfeltouren zwischen Füssen und Bodensee
Exklusiv für Sie als Leser:
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unter: gps.bruckmann.de
Einleitung
Tannheimer Berge
1Aggenstein (1985 m)5 Std.
Markanter Grenzgipfel zwischen Bayern und Tirol
2Breitenberg (1838 m)5 Std.
Der Gipfel-Hüttenberg über Pfronten
3Vilser Kegel (1831 m)5.45 Std.
Auf einen stillen Aussichtsgipfel über der Ostallgäuer Seenplatte
4Läuferspitze (1956 m) und Schartschrofen (1968 m)3.30 Std.
Kurze Gipfelabstecher und eine lange Abstiegsrunde
5Rote Flüh (2108 m)8.45 Std.
Aus dem Reintal über die Gelbe Scharte
6Gimpel (2173 m)5.15 Std.
Der schönste Gipfel der Tannheimer Berge
7Hahnenkamm (1938 m)2.30 Std.
Ein schnell erreichbarer Bergbahngipfel
8Gaichtspitze (1986 m)5.00 Std.
Aussichtsreicher Randgipfel über dem Lechtal
9Große Schlicke (2059 m)4.45 Std.
Großartiger Ausblick auf die Tannheimer Nordwände
10Köllenspitze (2238 m)6.45 Std.
Höchster Gipfel der Tannheimer Berge
11Gehrenspitze (2163 m)8.45 Std.
Frei stehender Felsgipfel mit großartiger Rundsicht
12Einstein (1866 m)4.30 Std.
Einzelgänger im Tannheimer Tal
Vilsalpseeeberge
13Ponten (2045 m) und Bschießer (1998 m)6.15 Std.
Zwei Grenzgipfel und zwei Genussalpen
14Geishorn (2247 m)6.00 Std.
Aussichtsbalkon über dem Vilsalpsee
15Rauhhorn (2241 m)8.00 Std.
Aus dem Hintersteiner Tal über den Nordgrat
16Lachenspitze (2126 m)7.00 Std.
Ein Highlight über dem Tannheimer Tal
17Leilachspitze (2274 m)8.00 Std.
Höchster, aber versteckter Gipfel in den Vilsalpseebergen
18Schochenspitze (2089 m) und Sulzspitze (2069 m)6.00 Std.
Leichte Gipfeleinlagen mit großartiger Aussicht
19Steinkarspitze (2067 m) und Rote Spitze (2130 m)10.00 Std.
Zwei reizvolle Gipfel über der Landsberger Hütte
20Litnisschrofen (2068 m)5.45 Std.
Wilder Gipfel über sanften Alp-Revieren
21Krinnenspitze (2000 m)4.30 Std.
Logenplatz über dem Haldensee
Allgäuer Hauptkamm
22Imberger Horn (1655 m)4.30 Std.
Auf den Hausberg der Hindelanger
23Breitenberg (1893 m) und Rotspitze (2034 m)6.00/8.15 Std.
Ein zahmer und ein wilder Gipfel
24Rubihorn (1952 m)6.00 Std.
Auf den Hausberg von Oberstdorf
25Großer Daumen (2280 m)7.00 Std.
Vom Nebelhorn über den Hindelanger Klettersteig
26Nebelhorn (2224 m)5.30 Std.
Nordwandsteig und Abstieg ins Oytal
27Laufbacher Eck (2178 m)6.30 Std.
Allgäu-Klassiker mit leichtem Gipfel
28Hochvogel (2593 m)13.30 Std.
Der formschönste Gipfel – aber nicht der höchste
29Höfats (2259 m)9.30 Std.
Graskletterei auf das Allgäuer Wahrzeichen
30Rauheck (2384 m) und Kreuzeck (2367 m)9.30 Std.
Zu zwei berühmten, aber abgelegenen Allgäuer Grasbergen
31Muttlerkopf (2368 m)7.30 Std.
Auf den Hausberg der Kemptner Hütte
32Großer Krottenkopf (2656 m)13.00 Std.
Auf den höchsten Gipfel der Allgäuer Alpen
33Plattenspitze (2489 m)8.30 Std.
Mächtiger Gipfel in der Hornbachkette
34Jöchelspitze (2226 m) und Rothornspitze (2393 m)6.15 Std.
Paradegipfel am Lechtaler Panoramaweg
35Bretterspitze (2608 m) und Urbeleskarspitze (2632 m)8.15 Std.
Ein massiger Berg und eine kühne Pyramide
36Klimmspitze (2664 m)7.00 Std.
Eleganter Gipfel hoch über dem Lechtal
37Mädelegabel (2644 m)11.00 Std.
Der mittlere Gipfel des Allgäuer Dreigestirns
38Hohes Licht (2651 m)11.00 Std.
Auf den zweithöchsten Gipfel der Allgäuer Alpen
39Biberkopf (2599 m)5.30 Std.
Auf den formschönsten Gipfel der Allgäuer Alpen
Walsertaler Berge
40Besler (1679 m)4.00 Std.
Ein kleines alpines Abenteuer
41Hoher Ifen (2230 m)6.15 Std.
Auf den bizarrsten Gipfel der Allgäuer Alpen
42Walmendinger Horn (1990 m)3.15 Std.
Geologisch und botanisch interessanter Aussichtsgipfel
43Großer Widderstein (2533 m)8.30 Std.
Auf das Wahrzeichen des Kleinwalsertals
44Walser Geißhorn (2366 m)7.30 Std.
Schöner Aussichtsgipfel über dem Gemsteltal
45Fellhorn (2038 m)2.30 Std.
Familientour in einem Blumenparadies
46Kanzelwand (2059 m)2.45 Std.
Grenzgipfel über dem Kleinwalsertal
47Schafalpenköpfe (2302 m)12.00 Std.
Auf einem Klettersteig über eine zerklüftete Berggruppe
48Kemptner Kopf (2191 m)7.00 Std.
Aussichtsreicher Gipfel am Wegesrand
Nagelfluhkette
49Immenstädter Horn (1489 m)3.30 Std.
Auf einen Eckpfeiler des Prodelkamms
50Mittagberg (1451 m) und Steineberg (1660 m)6.00 Std.
Ins Naturparadies Nagelfluhkette
51Stuiben (1749 m)7.00 Std.
Großartiger Aussichtsberg über der Alpe Gund
52Rindalphorn (1821 m)4.15 Std.
Formschönster Gipfel der Nagelfluhkette
53Hochgrat (1834 m)2.30 Std.
Auf den höchsten Gipfel der Nagelfluhkette
54Falken (1561 m) und Hochhädrich (1566 m)4.30 Std.
Aussichtsberge in der westlichen Nagelfluhkette
55Siplingerkopf (1746 m)4.30 Std.
In die Welt der Nagelfluhfelsen
56Höllritzereck (1669 m) und Bleicherhorn (1669 m)5.00 Std.
Romantischer Tobel und zwei leichte Gipfel
57Riedberger Horn (1787 m) und Großer Ochsenkopf (1662 m)4.30 Std.
Zwei Grasgipfel und eine gemütliche Hütte
58Über die Hörner (1665 m)3.30 Std.
Panoramatour mit und ohne Gipfeleinlagen
Allgäuer Voralpen
59Edelsberg (1630 m) und Alpspitze (1575 m)4.00 Std.
Auf die Hausberge von Nesselwang
60Sorgschrofen (1636 m) und Zinken (1613 m)5.00 Std.
Doppelgipfel mit scharfen Zacken über Jungholz
61Schönkahler (1688 m)4.15 Std.
Einsamer Gipfel aus dem Engetal
62Falkenstein (1268 m) und Zirmgrat (1293 m)5.45 Std.
Eine »königliche« Ruine und ein aussichtsreicher Gratweg
63Reuter Wanne (1542 m)3.30 Std.
Grüner Hügel und eine Alpe mit vielen Tieren
64Grünten (1738 m)5.30 Std.
Auf den »Wächter« des Allgäus
65Kleiner Hirschberg (1500 m)4.15 Std.
Durch den Hirschbachtobel
66Großer Hirschberg (1644 m)3.30 Std.
Brotzeit- und Gipfelvergnügen am Oberjoch
67Iseler (1862 m) und Kühgundkopf (1907 m)1.45/3.45 Std.
Felsige Hausberge über dem Oberjoch
68Spieser (1651 m)4.00 Std.
Beschaulicher Gipfel, gemütliche Brotzeitalpen
69Hündlekopf (1112 m)3.00 Std.
Erlebnisberg für die ganze Familie
70Pfänder (1064 m)5.00 Std.
Bodensee- und Rheintalblicke par excellence
Alle Gipfel auf einen Blick
Alle Hütten auf einen Blick
Register
Impressum
Blick über die Vilsalpseeberge hinweg ins Herz der Allgäuer Alpen.
Die Otto-Mayr-Hütte im Reintal ist Basis für den Anstieg zur Roten Flüh (Tour 5) und zur Großen Schlicke (Tour 9).
Tiefblick vom Anstieg zur Lachenspitze (Tour 16) auf den Traualpsee; davor erkennen wir die Landshuter Hütte.
Die Krinnenspitze (Tour 21) über Nesselwängle gehört zu den beliebtesten Zielen in den Vilsalpseebergen, da ihre Ersteigung mit einem Sessellift unterstützt wird und zusätzlich drei Einkehrmöglichkeiten bestehen.
Schon durch seine wuchtige Form beeindruckt der Große Widderstein (Tour 43); seine übliche Ersteigung erfolgt über die Südseite, wo uns mit der Widdersteinhütte eine gute Berghütte als Stützpunkt dient.
Beim Hochhädrich (Tour 54) endet die Nagelfluhkette im Westen, und so dürfen wir an einigen Stellen noch etwas »Hand anlegen«.
Am Oberjoch gibt es einige Gipfel im Angebot, doch den schnellsten Aufstieg schaffen wir auf den Iseler (Tour 67) – von dem wir einen großartigen Ausblick auf den Allgäuer Hauptkamm haben.
PIKTOGRAMME ERLEICHTERN DEN ÜBERBLICK
leicht
mittel
schwer
Gehzeit
Höhenunterschied
Weglänge
mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar
Seilbahn
ZEICHENERKLÄRUNG ZU DEN TOURENKARTEN
Wandertour mit Laufrichtung
Tourenvariante
Ausgangs-/ Endpunkt der Tour
Wegpunkt
Bahnlinie mit Bahnhof
S-Bahn
Tunnel
Seilbahn, Gondelbahn
Bushaltestelle
Parkmöglichkeit
Hafen
Autofähre
Personenfähre
Flugplatz
Kirche
Kloster
Burg/Schloss
Ruine
Wegkreuz
Denkmal
Turm
Leuchtturm
Windpark
Windmühle
Mühle
vorgestellte Hütte
Hütte oder (Berg-) Gasthaus mit Übernachtungsmöglichkeit
Einkehralm, Jausenstation, Hütte ohne Übernachtung
Unterstand
Grillplatz
Jugendherberge
Campingplatz
Information
Museum
Bademöglichkeit
Bootsverleih
Sehenswürdigkeit
Ausgrabung
Kinderspielplatz
schöne Aussicht
Aussichtsturm
Klettersteig/Steig mit Sicherungen
Wasserfall
Randhinweispfeil
Maßstabsleiste
Die Lachenspitze im Abendlicht. Auf der Terrasse der Landshuter Hütte sind wir dieser gewaltigen Felsenflucht bereits sehr nahe. Mitten hindurch führt ein beliebter Klettersteig. Wir Normalbergsteiger müssen jedoch rechts herum gehen und den Gipfel von der anderen Seite her »anpacken«.
Die Allgäuer Alpen – sie sind ein Teil der Bayerischen Alpen – stehen für eine alpine Landschaft, die in ihrer Harmonie, aber auch in ihrer Schroffheit ihresgleichen sucht; sie reichen von Füssen bis zum Bodensee. Im Osten werden sie von den steilen Fluchten der Tannheimer Berge, im Südosten vom Lechtal, im Südwesten von der Bregenzer Ache begrenzt. Also nicht nur Bayern, auch die Nachbarländer Tirol und Vorarlberg machen ihren Anteil geltend. In den Allgäuer Alpen – in Nähe des Haldenwanger Ecks – befindet sich auch der südlichste Punkt Deutschlands. Den Allgäuer Hochalpen vorgelagert sind bewaldete Vorberge, die durch große Alpweiden aufgelockert werden. Der Allgäuer Hauptkamm befindet sich im südöstlichen Teil der Allgäuer Alpen, auf dem sich auch die höchsten Gipfel dieses Gebirges herausgebildet haben; von diesem Hauptkamm gehen zahlreiche Nebenkämme ab, die ebenfalls über hohe Gipfel verfügen. Im westlichen Teil der Allgäuer Alpen besteht kein solcher Hauptkamm, sondern es haben sich »nur« dem Hauptkamm vorgelagerte Gebirgskämme ausgebildet. Lediglich die Tannheimer Berge nehmen eine isolierte Stellung ein, was sich auch in ihrem geologischen Aufbau ausdrückt, daher wurden sie lange Zeit nicht zu den Allgäuer Alpen gerechnet.
Teile der Allgäuer Alpen sind als Schutzgebiete ausgewiesen, das größte Naturschutzgebiet sind die Allgäuer Hochalpen mit 20 724 Hektar, das zweitgrößte das Naturschutzgebiet Vilsalpsee mit 18 204 Hektar.
Jedem Wanderer und Bergsteiger sind die steilen Grasberge mit ihrer Blumenpracht, für die stellvertretend die Höfats steht, ein Begriff. Die Flora der Allgäuer Alpen gehört zur vielfältigsten in den gesamten Alpen – bedingt durch seinen dafür günstigen geologischen Aufbau und die zahlreichen Niederschläge, die höchsten in ganz Deutschland. Die Gipfel der Allgäuer Alpen erreichen im Großen Krottenkopf mit 2656 Metern ihren Höhepunkt, er befindet sich bereits auf Tiroler Gebiet. Doch die berühmtesten und beliebtesten Gipfel haben andere Namen: Grünten, Hochgrat, Hoher Ifen, Fellhorn, Großer Widderstein, Mädelegabel und Hochvogel. Die Ersteigung vieler Gipfel ist durch die Erschließung mit zahlreichen Bergbahnen erleichtert. Die von der letzten Eiszeit geformten Täler und Gipfel weisen mit der Schwarzen Milz sogar noch einen letzten Gletscher auf.
In den Allgäuer Alpen finden wir auch die größten Unterkunftshütten der Alpen für Wanderer und Bergsteiger, was alleine schon den Rang als Wanderparadies aufzeigt. Ein dichtes Wanderwegenetz – verbunden mit zahlreichen aussichtsreichen Höhenwegen, auf denen wir tagelang wandern können, ohne ins Tal absteigen zu müssen – verbindet die zahlreichen Hütten und Gipfel.
In diesem Band »Allgäuer Hausberge« werden die 70 schönsten und attraktivsten Gipfeltouren in den Allgäuer Alpen vorgestellt. Bei einigen Tourenvorschlägen wurden die Nachbargipfel gleich mitgenommen, sodass mehr als 85 Gipfel beschrieben werden. Einsamkeitssucher kommen dennoch auf ihre Kosten, denn sie müssen dieses Buch nur gegen den Strich lesen, heißt all die Gipfel ansteuern, die hier nicht genannt sind. Bevorzugt beschrieben werden die Normalwege – also die am wenigsten schwierigen Routen – auf die Allgäuer Gipfel, das heißt die klassischen Wege, die bereits vor langer Zeit entdeckt, verbessert und von den Alpenvereinen neu angelegt wurden und daher überwiegend gut ausgeschildert und markiert sind. Wo sinnvoll, werden auch Varianten beschrieben, sodass sich bei zahlreichen Wandervorschlägen reizvolle Rundtouren ergeben.
Und noch eine Besonderheit: Im Osten der Allgäuer Alpen verläuft auch eine Sprachgrenze – der bayerische Dialekt gleitet hinüber ins Alemannische, was wir etwa bei der Benennung der topographischen Namen, bei der Benennung der Speisen und im Gespräch bald merken werden.
Die klassische Alpenblume: der Enzian; natürlich ist er auch an vielen Stellen in den Allgäuer Alpen anzutreffen.
Großartiger Fernblick von der Lachenspitze auf die den gesamten Allgäuer Hauptkamm dominierende Felsgestalt des Hochvogels.
Das Bergwandern und Bergsteigen wurde bereits vor dem Massenansturm auf die Alpen gepflegt. Zuerst waren es natürlich Hirten und Jäger, die diese Berge bestiegen. Dann kamen im 19. Jahrhundert die Landvermesser und die ersten Alpenentdecker, die meist mit einheimischen Führern unterwegs waren. Allmählich entdeckten auch die Talbewohner diese Leidenschaft und erstiegen »ihre« Hausberge. Und da diese mangels Mobilität nicht überall hinkamen, wanderte man immer wieder auf die Berge der Umgebung, also auf den dem Haus am nächsten gelegenen Berg.
Die Auswahl der Gipfel und Routen wurde auch dahingehend zusammengestellt, dass an den meisten Routen eine Unterkunftshütte oder zumindest eine Einkehrstelle zu finden ist. Über zwei Drittel der Touren sind für den durchschnittlichen Bergwanderer und Bergsteiger gedacht, und nur etwa ein Drittel richtet sich an den erfahrenen Bergsteiger, der neben Ausdauer, Orientierungssinn, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit auch über eine gewisse Kletterfertigkeit verfügt (sie gehen nicht über den Schwierigkeitsgrad II der alpinen Skala hinaus). Eine Übersicht der zu erwartenden Schwierigkeiten bei den einzelnen Gipfelzielen wird am Ende des Buches (siehe »Alle Gipfel auf einen Blick« auf Seite 180 ff.) gegeben; sie soll eine Hilfe bei der Auswahl der jeweils geeigneten Tour – hinsichtlich Kondition, Erfahrung und zur Verfügung stehender Zeit – sein.
Die jeweiligen Tourenbeschreibungen sind so aufgebaut, dass man quasi auf einen Blick alle wichtigen Informationen erhält: Talorte, Ausgangspunkte mit Wanderparkplätzen, Gehzeiten und die Anforderungen an den Bergwanderer und Bergsteiger hinsichtlich Kondition und Wegbeschaffenheit, und nicht zuletzt die Hütten und Einkehrmöglichkeiten entlang der Routen (eine detaillierte Zusammenstellung der Hütten und Einkehralmen findet sich dann ebenfalls am Ende dieses Buches, Seite 184 ff.). Ein brauchbarer Kartentipp rundet das Informationsangebot ab. Die jeweiligen Gipfelziele werden mit einem Einführungstext kurz umrissen, der uns wichtige Merkmale unserer Tour in griffiger Weise nahebringen soll, die Tourenbeschreibung selbst ist nach Abschnitten gegliedert, sodass wir bereits vor Antritt deren Verlauf gut überblicken können.
Und damit unsere Ausflüge in die »Allgäuer Hausberge« ein volles Erlebnis werden, haben wir zahlreiche zusätzliche Informationen zusammengestellt, die Sie bei der Planung und Durchführung der Bergtour unterstützen sollen.
Die Karstfläche mit dem sogenannten Schrattenkalk am Hohen Ifen und besonders am vorgelagerten Gottesackerplateau macht diesen Berg besonders und auch unverwechselbar.
• Nur die Ausrüstung einpacken, die der geplanten Tour entspricht (also auch nicht zu viel); aber grundsätzlich notwendig sind immer die Knöchel schützende, feste Bergschuhe, sogenannte Trekkingschuhe, mit Profilgummisohle (in keinem Fall Turnschuhe), bei einigen wenigen Hochtouren, die vielleicht bereits im Frühjahr angesteuert werden, also wenn noch Schnee und Eis anzutreffen sind, evtl. Steigeisen (dann aber mit richtigen steigeisenfesten Bergschuhen) oder Grödel mitnehmen, auch Teleskopstöcke sind hilfreich, bei den Klettersteigen eine komplette Klettersteigausrüstung, dazu ein Anorak, evtl. ein Biwaksack, Proviant und Getränke, ein Erste-Hilfe-Set, Wäsche zum Wechseln, eine Mütze und je nach Jahreszeit auch Handschuhe, eine Signalpfeife (und das Handy), Sonnencreme sowie eine Taschenlampe/Stirnlampe an den kurzen Tagen im Jahr
• Realistische Einschätzung des eigenen Körpers und der bisher gemachten Erfahrungen (keine schwere Tour als Auftakttour zu Beginn der Bergsaison); möglichst nicht alleine gehen; immer eine Nachricht über das Tagesziel hinterlassen (z. B. Eintrag ins Hüttenbuch)
• Auch bei bestem Wetter widrige Verhältnisse oder gar einen Wetterumschwung in Betracht ziehen
• Bei Gewitter Drahtseile, Eisenleitern, Gipfel, Grate, frei stehende Bäume meiden
• Gefahren besser überschätzen, als sie nur einmal zu unterschätzen
• Ohne Leistungszwang die Berge genießen
Der Aufstieg zum Litnisschrofen findet am markanten Kreuz sein Ende; dort genießen wir den Blick zu den höchsten Gipfeln der Allgäuer, aber auch bis hinein in die Lechtaler Alpen.
Vor Aufbruch sollten wir noch Informationen zum Wetter sowie die Öffnungszeiten der anzusteuernden Hütten und Almen einholen. Es gibt dazu die entsprechenden Informationsportale im Internet: z. B. www.alpenvereinaktiv.com; auch viele der privaten Hütten und Almen besitzen bereits eigene Internetseiten.
Die Allgäuer Alpen, die in der Regel von Norden her angesteuert werden, sind leicht erreichbar. Die längste deutsche Autobahn, die A 7, endet im Allgäu. Aber auch mit der Bahn sind die wichtigsten Orte, z. B. Pfronten, Oberstdorf, Immenstadt und Oberstaufen, schnell erreichbar.
Viele Täler und Orte der Allgäuer Alpen sind mittlerweile autofrei. Der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ist jedoch weit fortgeschritten, sodass wir auch ohne eigenes Fahrzeug alle wichtigen Ausgangspunkte mit Wanderbussen problemlos erreichen können. Dafür empfiehlt sich der Erwerb der Allgäu-Walser-Card, die für Bahn & Bus, Bergbahnen und Museen erhebliche Rabatte ermöglicht.
Bei jedem Tourenvorschlag werden hilfreiche Hinweise zu Bahnverbindungen und Anschlussverbindungen mit dem Bus gegeben.
Wer sich also ausreichend Zeit nimmt, wird in den Allgäuer Hausbergen ein vielfältiges Betätigungsfeld finden, das für eine ganze Lebensspanne reicht.
Glückliche und erlebnisreiche Bergtage wünscht Ihnen
Ihr
Heinrich Bauregger
In Einödsbach ist das Ende. Von dort an geht es dann bald nur noch steil bergauf; im Hintergrund die Allgäuer Klassiker – Trettachspitze, Mädelegabel und Hochfrottspitze.
Südöstlich des Haldensees ragen Rote Flüh und Köllenspitze auf.
Über den Friedberger Klettersteig geht es hinauf zur Hohen Flüh.
Die Ostlerhütte auf dem Breitenberg.
Beliebte Stützpunkte in den Tannheimern: die Füssener Hütte und die Otto-Mayr-Hütte.
Der Aggenstein ist der beherrschende Gipfel des Westkammes der Tannheimer Berge. Vor allem nach Westen und nach Norden fällt er steil ab und bietet Kletterern ein weites Betätigungsfeld. Im Gegensatz zu den anderen großen Gipfeln dieser Gebirgsgruppe weicht er geologisch von diesen ab, denn er besteht aus Hauptdolomit wie der Allgäuer Hauptkamm, wohingegen die prominenten Gipfel der Tannheimer Berge aus Wettersteinkalk bestehen. Der Aggenstein lässt sich – ungeachtet der Kletterwände – von geübten Bergwanderern von drei Seiten besteigen. Wir wählen in diesem Fall den leichten und aussichtsreichen Zustieg vom Füssener Jöchl.
TALORT
Grän (1138 m)
AUSGANGSPUNKT
Bergstation der Füssener-Jöchl-Bahn (1821 m)
ANFAHRT
a) mit dem Auto: Über Pfronten bzw. Reutte ins Tannheimer Tal nach Grän. Auf der Ostseite des Ortes zur Talstation der Füssener-Jöchl-Bahn; dort großer, gebührenfreier Parkplatz
b) mit Bahn/Bus: Mit der Bahn bis Reutte, dann mit Bus nach Grän (bis Tourist-Information; von dort 10 Minuten zu Fuß zur Talstation der Bergbahn. Oder von Pfronten mit dem Tälerbus bis Ortsmitte Grän
BERGBAHN
Die Füssener-Jöchl-Bahn ist nahezu ganzjährig in Betrieb, in der Sommersaison von ca. 20. Mai bis Allerheiligen täglich von 8.45 – 16.30 Uhr. www.lifte-graen.com
GEHZEITEN
Vom Füssener Jöchl zur Bad Kissinger Hütte 2.15 Std., Gipfelabstecher zum Aggenstein 1 Std.; Abstieg nach Enge und Rückkehr zur Talstation der Füssener-Jöchl-Bahn 2.15 Std.; Gesamtgehzeit 5 Std.
SCHWIERIGKEIT
Der Übergang vom Füssener Jöchl zur Bad Kissinger Hütte erfolgt auf einem Teilstück des »Tannheimer Höhenwegs«; es ist im Prinzip ein leichter Höhenweg, der aber bei einigen Passagen durchaus Trittsicherheit erfordert. Der Anstieg auf den Aggenstein ist dann jedoch nur Geübten zu empfehlen (einige Seilsicherungen am Gipfelaufbau). Der Abstieg nach Enge erfolgt auf einem Bergsteig und Forstweg
HÜTTEN/EINKEHR
Bad Kissinger Hütte (1792 m), AV-Hütte, bewirtschaftet von Anfang Mai bis Ende Oktober, 34 Betten und 27 Lager; Tel. 0043/676/373 11 66
KARTE
Topographische Karte 1:50 000 »Füssen« (LDBV)
Auf einem Felsabsatz des Aggenstein-Ostgrats befindet sich erfreulicherweise ein Alpenvereinshaus. Nur knapp 200 Höhenmeter trennen die Bad Kissinger Hütte, wie sie mittlerweile heißt, vom Hausgipfel. Im Jahre 1889 wurde dort oben – nach einem kleinen Vorgängerbau – eine große Blockhütte errichtet. Seitdem ist sie Alpenvereinshütte und bekam den Namen Pfrontner Hütte. 1921 brannte sie ab, eine Nothütte trat an ihre Stelle, 1962 wurde ein Neubau errichtet, der mehrmals erweitert wurde. Dank seiner prominenten Lage bietet er ein großartiges Panorama der Allgäuer und Lechtaler Alpen.
Der Aggenstein von seiner »schwachen Seite« aus gesehen; im Vordergrund die unbewirtschaftete Sebenalm, »Futter« gibt es nur für die Kühe.
Auf dem Tannheimer Höhenweg zur Bad Kissinger Hütte Mit der Kabinenseilbahn geht es von Grän hinauf zum Füssener Jöchl (1818 m). An der Bergstation halten wir uns links und folgen dem zu Beginn noch breiten »Tannheimer Höhenweg« (Mark.-Nr. 414) zur latschenbesetzten Westschulter der Sebenspitze, einem besonders schönen Aussichtspunkt. Dort wandern wir hinab auf steinigem Steig zur unbewirtschafteten Sebenalpe (1620 m), dem niedrigsten Punkt unserer Höhenwanderung, die in einem nach Westen offenen Kessel liegt (dort könnten wir auf einer Variante unseren Anstieg abkürzen, sollte das Wetter sich ändern, und direkt nach Enge hinabwandern). Jetzt in gerader Linie weiter und in leichtem Auf und Ab, teilweise durch die bewaldete Südflanke des Brentenjochs, hinauf zur aussichtsreich gelegenen Bad Kissinger Hütte, die sich 200 Meter unterhalb des Aggensteins auf dem breiten Ostgrat befindet.
Gipfelabstecher auf den Aggenstein Direkt hinter dem Alpenvereinshaus beginnt der Steig, der uns zunächst in einer langen Querung unterhalb des Aggenstein-Ostgipfels durch freies Gelände gleichmäßig ansteigend bis an die Gipfelfelsen heranführt. Anschließend steigen wir über steile Serpentinen hinauf zu einem Sattel an der Ostschulter des Hauptgipfels. Links haltend leiten uns Drahtseile und Sicherungsmittel über eine steile Felspassage hinauf zum Gipfel mit seinem massiven Kreuz. Anschließend geht es auf gleichem Weg wieder hinab zur Bad Kissinger Hütte.
Rückkehr über Enge nach Grän Von der Alpenvereinshütte steigen wir in Kehren über die freien Bergmatten auf gutem Bergsteig (Mark.-Nr. 411) hinab zum Waldrand. Wir queren ein Bachtal und dann den nahezu quer verlaufenden Seebach. Knapp unterhalb stoßen wir auf einen Wirtschaftsweg, dem wir nun zuerst über ein paar Kehren, dann in gerader Linie durch Wald und über einige freie Flächen talwärts folgen (es bieten sich dabei ein paar Abkürzungsmöglichkeiten). Ab einer Schranke geht es auf Teerweg weiter hinab zum Weiler Ende, den wir auf seiner Seite streifen. Links haltend weiter zum Weiler Lumberg, wo sich das Ortssträßchen nach rechts zur Verbindungsstraße Grän–Pfronten wendet. Kurz links an diesem entlang in den Ort Grän, dann dem Wegweiser zur Talstation der Füssener-Jöchl-Bahn folgend zurück zu den Parkplätzen an der Talstation.
Die Wege sind sehr gut ausgeschildert – mit Wegnummern und Gehzeiten
Am schrofigen Gipfelaufbau des Aggensteins
Die Bad Kissinger Hütte steht an aussichtsreicher Lage über dem Tannheimer Tal; von dort ist es nur ein kurzer Anstieg zum Gipfel des Aggensteins.
Der breit hingestreckte Breitenberg – wie sein Name schon ausdrückt – riegelt das Pfrontener Talbecken nach Süden hin ab. Üblicherweise wird der Breitenberg mit Seilbahnunterstützung von dort aus angesteuert. Wir wollen diesmal jedoch dem Seilbahnbetrieb entkommen und starten unsere Tour an seinem westlichen Bergfuß, in der Nähe des Gasthauses Fallmühle. Der Gipfel des Breitenbergs kann nicht nur mit einer stattlichen Höhe von 1840 Metern punkten, denn direkt auf seinem Gipfel steht auch die gut besuchte Ostlerhütte.
TALORT
Pfronten (853 m)
AUSGANGSPUNKT
Wanderparkplatz beim Gasthaus Fallmühle (920 m) bzw. am Beginn des Hüttenweges (948 m)
ANFAHRT
a) mit dem Auto: Von Kempten oder über Marktoberdorf bzw. über Füssen nach Pfronten-Steinach; dort rechts haltend weiter in Richtung Grän; Wanderparkplatz beim Gasthaus Fallmühle bzw. kleiner Wanderparkplatz direkt beim Beginn des Wirtschaftsweges zum Tiroler Stadel
b) mit Bahn/Bus: Mit der Bahn bis Pfronten-Steinach. Busverbindung von Pfronten nach Grän, aussteigen beim Gasthaus Fallmühle
GEHZEITEN
Vom Wanderparkplatz zum Tiroler Stadl 1.30 Std.; weiterer Anstieg zur Ostlerhütte auf dem Breitenberg 1,5 Std.; Abstieg von der Ostlerhütte über das Brenteneck zur Fallmühle 2 Std.; Gesamtgehzeit 5 Std.
SCHWIERIGKEIT
Bis zum Tiroler Stadl Wirtschaftsweg, dann Bergsteig (eine Seilsicherung) bis zur Ostlerhütte. Abstieg über das Brenteneck überwiegend auf Bergsteig, zuletzt wieder auf Wirtschaftsweg
HÜTTEN/EINKEHR
Ostlerhütte (1838 m), privat, nahezu ganzjährig bewirtschaftet, von Anfang November bis Weihnachten und eine Woche nach Ostern bis Christi Himmelfahrt geschlossen, Montag Ruhetag, außer zu den bayerischen Ferienzeiten sowie an Feiertagen, 42 Betten und Lager; Tel. 08363/424 oder 6615
KARTE
Topographische Karte 1:50 000 »Füssen« (LDBV)
Die Ostlerhütte ist eine echte Gipfelhütte – höher geht es nicht mehr. Das kürzlich rundum erneuerte Berghaus hat dadurch jedoch nicht seine Gemütlichkeit verloren – denn innen wie außen dominiert Holz. Dazu gehört auch die Allgäuer Küche, die von Omas Rezepten inspiriert wird. Geführt wird die Hütte seit 2016 von Andrea Heiligensetzer. Die Ostlerhütte wurde in den Jahren 1928/29 auf Privatinitiative erbaut und nach dem Bau der Breitenbergbahn im Jahr 1951 saniert und erweitert. Den Namen erhielt die Hütte nach dem Spender des Bauholzes für dieses mittlerweile sehr beliebte Ausflugsziel.
Die kürzlich umgebaute Ostlerhütte liegt direkt auf dem höchsten Punkt des Breitenbergs. Rechts geht der Blick hinab nach Pfronten, links zum Aggenstein.
Der Aufstieg von Fallmühle Gegenüber dem Parkplatz an der Straße nach Grän beginnt der markierte und ausgeschilderte Bergweg. Als Startpunkt eignet sich auch das Gasthaus Fallmühle (hierher über Steg und auf schmalem Wanderweg). Der schattige Wirtschaftsweg (Wegweiser und Info-Tafeln) führt zunächst relativ steil ansteigend über mehrere Kehren durch Nadelwald bis zu einer Wegverzweigung. Dort halten wir uns links und steigen nur mehr weniger steil durch die weiterhin bewaldete Nordflanke des Breitenbergs an, bis der Schotterweg endet. Anschließend über zwei Bachgräben auf gutem Bergsteig hinauf zum Tiroler Stadl, der aussichtsreich über Pfronten liegt. Der weitere Gipfelaufstieg führt uns nun rechts der schönen, ganz aus Holz gebauten Hütte vorbei bergwärts. Ein unmarkierter, zunächst wenig ausgeprägter Steif führt uns zunächst über steile (bei Nässe rutschige) Bergwiesen hinauf zum Waldrand. Nur ein kurzes Stück, dann erreichen wir die Latschenzone. Unser Anstieg führt dabei in ziemlich direkter Linie über zahlreiche kurze Serpentinen höher. Auf dem letzten Wegstück müssen wir noch eine Felsstufe überwinden (gut gesichert) und bald sind wir auf dem Gipfel des Breitenbergs, auf dem auch die viel besuchte Ostlerhütte sich befindet. Auf der großen, südwärts gelegenen Hüttenterrasse genießen wir den Ausblick auf das Tannheimer Tal, insbesondere auf den direkt vor uns aufragenden Aggenstein.
Der Abstieg über das Brenteneck Von der Ostlerhütte halten wir uns nach Westen und bleiben dabei immer auf der mit Latschen bewachsenen Kammhöhe. Links und rechts fallen die Bergflanken steil ab. Auf unserem leicht fallenden Steig durchwandern wir Latschen und auch Alpenrosenflecken, einige knorrige Bergkiefern, die dem Wetter getrotzt haben, sind auch dabei. Bei Punkt 1561 erreichen wir den felsbedeckten Westrücken, das Brenteneck. Von dort geht es in steilen, kurzen Serpentinen durch Wald hinab, bis wir weit unten auf eine Forststraße treffen. Diese überqueren wir und treffen dann auf unseren Schotterweg, der uns zu Beginn unserer Tour zum Tiroler Stadl leitete. Auf diesem nun weiter talwärts, bis wir wieder am Ausgangspunkt angelangt sind.
Der Vilser Kegel macht seinem Namen durchaus Ehre und gibt von Norden aus gesehen eine gute Figur ab. Da dieser Berg den bedeutenderen Gipfeln der Tannheimer Berge vorgelagert ist, lassen ihn die Besucher häufig links liegen, da er nicht an den häufig begangenen Anstiegsrouten liegt. Der Normalweg führt über die Vilser Alpe und das Hundsarschjoch. Auf dem Gipfel erwartet uns dann ein großes, futuristisch anmutendes Metallkreuz.
TALORT
Vils (826 m)
AUSGANGSPUNKT
Wanderparkplatz (872 m) oberhalb von Vils bzw. für Variante Parkplatz (900 m) beim Eisplatz, südlich von Vils
ANFAHRT
a) mit dem Auto: Über die A 7 von Kempten kommend oder über Marktoberdorf bzw. über Füssen (A 7, Grenztunnel) nach Vils. In der Ortsmitte etwa 200 Meter weiter in Richtung Pfronten, dann folgen wir links dem Wegweiser »Vilser Alm«. Der geteerte Fallweg endet nach 1,2 km bei einem Holzlagerplatz (Wanderparkplatz).
b) mit Bahn/Bus: Mit Außerfernbahn von Kempten bzw. von Garmisch über Reutte nach Vils (von dort 15 Min. zur Ortsmitte)
GEHZEITEN
Von Vils-Ortsmitte zum Wanderparkplatz 20 Min., zur Vilser Alpe 1.20 Std., Aufstieg zum Hundsarschjoch 1 Std., Gipfelanstieg 0.30 Std. Abstieg ins Tal 2.30 Std.; Gesamtgehzeit 5.45 Std. – Anstiegsvariante: Aufstieg 3 Std., Abstieg 2 Std.; Gesamtgehzeit 5 Std.
SCHWIERIGKEIT
Wirtschafts- bzw. Almfahrweg bis zur Vilser Alpe. Zum Hundsarschjoch Bergwanderweg bzw. Bergsteig; der Gipfelanstieg erfolgt dann auf steilem Bergsteig (einige steilere Passagen). Trittsicherheit und Schwindelfreiheit an wenigen Stellen erforderlich. Im Talbereich Wirtschaftswege. Anstiegsvariante: Zu Beginn Wirtschaftswege, dann Bergsteige; einige steile Passagen
HÜTTEN/EINKEHR
Vilser Alpe (1228 m), von Anfang Mai bis Anfang November bewirtschaftet (Montag/Dienstag Ruhetag), 16 Betten; Tel. 0043/676/511 12 63.
KARTE
Topographische Karte 1:50 000 »Füssen« (LDBV)
Wer Bergeinsamkeit sucht, ist mit diesem Tourenziel gut bedient; obwohl es nicht weit von der Bergstation der Füssener-Jöchl-Bahn liegt. Doch kaum jemand will erst einmal hinabsteigen in den Kessel der Vilser Alpe, die meisten wandern hinüber ins Reintal. Von seinem Gipfel bietet sich ein großartiges Panorama der Ostallgäuer Seenplatte, die direkt hinter dem Zirmgrat – der wesentlich niedriger ist – liegt. Auf seiner Südseite gibt es beeindruckende Nahblicke auf die wilde und ursprüngliche Nordflanke der Großen Schlicke. Und vielleicht noch besser: Am Anstiegsweg liegt die bewirtschaftete Vilser Alpe, in der wir sogar übernachten könnten.
Der zum Teil recht schrofige Vilser Kegel ist den hohen Gipfeln der Tannheimer Berge vorgelagert. Von seinem Gipfel hat man einen großartigen Tiefblick nach Norden auf den Ort Vils, im Süden beeindruckt die gewaltige Große Schlicke.
Der Aufstieg von Vils zur Vilser Alpe Von der Ortsmitte von Vils (falls wir öffentlich angereist sind) zunächst ein kurzes Stück der B 309 in Richtung Pfronten, bis links ein Schild zur Vilser Alpe weist. Ein geteerter Fahrweg führt uns diagonal über die ansteigenden Wiesen an einer Baumreihe entlang zum Bergfuß. Dort geht der Wirtschaftsweg in einen Schotterweg über und passiert einen kleinen Wanderparkplatz (siehe Anfahrt mit Pkw) der Vilser Alpe, der bereits in einem Waldgebiet liegt. Linker Hand befindet sich der Zugang zu einem Kalksteinbruch, der auch heute noch genutzt wird und der auch vom Anstiegsweg aus einsehbar ist. Ab hier folgen wir dem schattigen Alpfahrweg, queren eine Brücke und wandern – vorbei am Alpstrudelwasserfall des Kühbachs – durch das Alptal hinauf zu den Weiden der Vilser Alpe, die in einer großen Senke liegt. Unser Anstiegsweg ist Teil des Geopfades, der von Pfronten über die Bad Kissinger Hütte und die Vilser Alpe nach Vils führt.
Der Gipfelanstieg über das Hundsarschjoch Von der Jausenstation folgen wir dem Bergwanderweg in Richtung Osten über Bergwiesen, bis uns nach wenigen Minuten ein lichter Bergwald aufnimmt. Wir passieren eine Jagdhütte und steigen anschließend steil in kurzen Serpentinen durch Latschengebüsch zum Hundsarschjoch (1600 m) an, das den Vilser Kegel vom Wildböden trennt. Dort halten wir uns links und steigen über einem etwas unangenehmen Gratweg steil, passieren einige bizarre Felsformationen und verlassen dann die Grathöhe nach rechts. Zuletzt geht es über eine steile, schrofige Gipfelwiesen zum höchsten Punkt mit dem Gipfelkreuz.
Anstiegsvariante aus dem Ranzental Diese Anstiegsvariante ist nur spärlich ausgeschildert und führt vom Parkplatz am Eisplatz zunächst auf einem Wirtschaftsweg oberhalb des Hundsarschbaches bergwärts. Wir queren dann den Bach und folgen einem Pfad bergwärts. Wir erreichen die Wiesen der aufgelassenen Hundsarschalpe und steigen dann steil zum Hundsarschjoch an; weiter wie oben. Fasst man die beiden Routen zusammen, ergibt sich auch eine Rundtour.
Die Tannheimer Berge gehören geologisch zu den Allgäuer Alpen und sind nicht nur ein beliebtes Klettergebiet, sondern bieten für Wanderer einige einfache Gipfelziele. Mit dem Schartschrofen und der Läuferspitze wagen wir uns in die Nähe der Klettergebiete von Roter Flüh und Gimpel. Vielleicht können wir durch das Fernglas auch eine Seilschaft am Gimpel beobachten.
TALORT
Grän (1138 m)
AUSGANGSPUNKT
Talstation der Füssener-Jöchl-Bahn (1205 m)
ANFAHRT
a) mit dem Auto: Über Pfronten bzw. Reutte ins Tannheimer Tal nach Grän. Auf der Ostseite des Ortes zur Talstation der Füssener-Jöchl-Bahn; dort zwei große, gebührenfreie Wanderparkplätze
b) mit Bahn/Bus: Mit der Bahn bis Reutte, dann mit dem Bus nach Grän (bis Tourist-Information; von dort 10 Minuten zu Fuß zur Talstation der Bergbahn)
BERGBAHN
Die Füssener-Jöchl-Bahn (1205 m – 1821 m) ist nahezu ganzjährig in Betrieb, in der Sommersaison von Anfang Juni (davor auch an schönen Maiwochenenden) bis Allerheiligen. www.lifte-graen.com
GEHZEITEN
Von der Bergstation zur Läuferspitze 1 Std., Übergang zum Schartschrofen 1 Std.; Abstieg zur Talstation 1.30 Std.; Gesamtgehzeit 3.30 Std.
SCHWIERIGKEIT
Leichte Bergwanderwege und Bergsteige von der Bergstation bis hinüber zum Schartschrofen; am Gipfelaufbau der Läuferspitze sind Drahtseile angebracht (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich). Übergang von der Läuferspitze zum Schartschrofen auf Bergpfaden. Am Gipfel jedoch Vorsicht, dort fallen die Felsen beinahe senkrecht nach Süden und Südosten ab (Beginn des Friedberger Klettersteigs). Der Abstieg vom Hallergernjoch über die Gessenwangalpe zur Talstation erfolgt auf einem Bergpfad.
HÜTTEN/EINKEHR
Sonnenalm (1821 m), an der Bergstation der Füssener-Jöchl-Bahn, bewirtschaftet während der Betriebszeiten
KARTE
Topographische Karte 1:50 000 »Allgäuer Alpen« (LBDV)
