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Von wann bis wann dauerte der Dreißigjährige Krieg? Welches ist das zweitkleinste deutsche Bundesland und welches der höchste Berg Europas? Kennen Sie die sieben Weltwunder der Antike und können Sie die Namen aller ehemaligen Bundeskanzler fehlerfrei aufzählen? Der Gedächtniscoach Peter Kürsteiner zeigt, wie man Allgemeinwissen tief im Langzeitgedächtnis verankert, sodass man es nie wieder vergisst – und dabei auch noch viel Spaß hat.
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Veröffentlichungsjahr: 2012
Mehr über unsere Autoren und Bücher:
www.piper.de
Vollständige E-Book-Ausgabe der im Piper Verlag erschienenen Buchausgabe
1. Auflage Januar 2013
ISBN 978-3-492-95893-6
© Piper Verlag GmbH, München 2013
Umschlaggestaltung: Bauer + Möhring, Berlin
Umschlagabbildung: iStockphoto
Datenkonvertierung E-Book: Kösel, Krugzell
Haben Sie sich manchmal gewünscht, Sie hätten mehr Allgemeinwissen? Am besten natürlich, ohne dafür größeren Lernaufwand betrieben zu haben! Haben Sie schon häufiger andere dafür bewundert, dass sie Daten und Fakten mit Leichtigkeit gleichsam aus dem Hut zauberten?
Trifft dies zu, dann haben Sie genau zu dem richtigen Buch gegriffen. Es hat den Anspruch, Ihnen wertvolles und interessantes Allgemeinwissen zu vermitteln, und – ganz nebenbei – möchte ich Sie bei dieser Aufgabe auch noch unterhalten.
Vielleicht fragen Sie sich, was überhaupt zum Allgemeinwissen zählt? Die sieben antiken Weltwunder? Die letzten zehn Bundeskanzler? Hauptstädte von Europa oder sogar die Staaten der USA? Und was ist mit Sport? Gehören die Länder, die in den vergangenen Jahren Fußballweltmeister wurden, zum Allgemeinwissen?
Wahrscheinlich sind Sie sich selbst nicht ganz sicher. Bei einigen Fragen werden Sie vermutlich mit einem Ja geantwortet haben, bei anderen mit einem Nein. Bei der Auswahl habe ich mich danach gerichtet, welche Themen bei der Recherche immer wieder auftraten, welche Anregungen ich von meinen Seminarteilnehmern erhielt oder was mir selbst sehr gut gefallen hat. Die Inhalte wurden so ausgesucht, dass Sie als Leser ein überdurchschnittliches Allgemeinwissen erlangen werden.
Das Besondere an diesem Buch ist die Methode, die ihm zugrunde liegt. Der Text besteht größtenteils aus unterhaltsamen Geschichten, und die Aneignung von Wissen passiert praktisch ohne Anstrengung. Seit über zwanzig Jahren praktiziere ich diese Technik, Tausende von Seminarteilnehmern haben davon profitiert. Auf den ersten Blick erscheinen manche Geschichten umständlich und teils sehr merkwürdig, die Nebenwirkung ist aber, dass wir uns damit Wissen schneller und tiefer in unserem Gedächtnis verankern können.
Diese Methode funktioniert durch das kreative und völlig unlogische »Zusammenkleben« von Informationen, die man sich ansonsten nicht merken kann, weil es bei ihnen keinen logischen Zusammenhang gibt. So haben Namen von Bundeskanzlern, höchsten Bergen oder längsten Flüssen keinerlei Bezug von einem zum nächsten Namen. Also hilft am besten eine Eselsbrücke. Und bei großen komplexen Lerninhalten hilft eine Geschichte, die aus mehreren Eselsbrücken besteht. In der Gedächtniskunst, der Mnemotechnik, wird diese Strategie der systematischen Merkhilfen auch Kettenmethode genannt. Durch die Geschichte werden bei Ihnen im Kopf Bilder erzeugt, und diese Bildgeschichten prägen sich nachweislich viel besser und langfristiger ein als reine Informationen oder Listen.
»Das ist ja ein Umweg!«, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Ja, das ist es, aber es ist ein Umweg, der sich rentiert. Würden Sie diese Schleife nicht machen, würden Sie die Informationen nicht so gut behalten – und auch nicht so schnell.
Die Kettenmethode mit ihren Geschichten ist aber nicht die einzige Gedächtnistechnik. Es gibt auch die der Merksätze. Dabei bildet man aus den Anfangsbuchstaben der einzuprägenden Inhalte einen Satz. N-O-S-W für die Himmelsrichtungen Norden, Osten, Süden und Westen wird für Kinder, die es lernen wollen oder sollen, zu: Nie Ohne Seife Waschen. Vermutlich kennen Sie diese Methode und auch einige vergleichbare Merksätze. Ihre Schwierigkeit besteht darin, die Merksätze ins Langzeitgedächtnis zu befördern. Dabei helfen dann wieder leicht kuriose oder verrückte Geschichten, in die die Merksätze eingebettet werden – und natürlich ihre regelmäßige Wiederholung.
Für das Merken von Zahlen gibt es mehrere Methoden. Damit es leicht und schnell funktioniert, habe ich in diesem Buch zwei Methoden ausgewählt, die die Zahlen in Bilder umwandeln. In der ersten Methode wird aus 3 beispielsweise ein Dreirad. Aus 7 die 7 Zwerge und aus 8 die Achterbahn. Die zweite Methode wandelt Ziffern in Buchstaben um. Daraus werden einprägsame Wörter, Eselsbrücken und Geschichten als Merkhilfen gebildet. Diese Methode ist besonders gut für große Zahlenmengen geeignet.
Das Buch ist so aufgebaut, dass Sie es nach den einführenden Abschnitten nach Belieben weiterlesen können, wo es Sie gerade interessiert. Sinnvoll ist es natürlich, mit dem ersten Kapitel anzufangen, weil hier der Schwierigkeitsgrad stufenweise steigt und Sie durch die ersten Erfolge Vertrauen in die Methode bekommen. Danach können Sie sich auf die komplexeren Darstellungen und Geschichten leichter einlassen.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit den Methoden und eine Bereicherung Ihres Allgemeinwissens.
Ihr Gedächtniscoach
Peter Kürsteiner
Wichtig ist, dass Sie zunächst dieses Kapitel lesen, bevor Sie sich an die anderen Hauptkapitel wagen. Schrittweise will ich Sie an die wichtigste Methode der Gedächtniskünstler heranführen, an die Mnemotechnik. Dabei werden Informationen in bildhafte Geschichten umgewandelt, weil wir uns, wie gesagt, diese Art von Geschichten viel leichter und schneller merken können als abstrakte Informationen. Auf den ersten Blick erscheinen sie zwar unlogisch, dennoch folgen sie einer klaren Struktur, damit sie sich direkt und so tief wie möglich in unserem Gedächtnis verankern.
Einer der wichtigsten Aspekte ist der »Auslöser«. Das ist das Stichwort, welches als Zünder für den Rest der Informationen dient. Wollen wir uns die Präsidenten von Amerika merken, ist ein Begriff wie »Weißes Haus« ein guter Auslöser. Lernen wir etwas über Paris, könnte das Wort »Eiffelturm« als Auslöser dienen. Wer die längsten Flüsse behalten will, nimmt sich das »Boot« vor, bei Namen von Bergsteigern könnte »Reinhold Messner« dienlich sein. Damit Sie sofort auf den jeweiligen Auslöser kommen, habe ich sie so einfach wie möglich gewählt. Auch habe ich darauf geachtet, dass jeder Auslöser nur ein einziges Mal vorkommt.
Neben dem Auslöser ist die Technik der Verknüpfung ein maßgeblicher Garant für den Merkerfolg. Damit sich Geschichten gut einprägen und problemlos auch wieder in Erinnerung kommen, ist entscheidend, wie wir mehrere Gegenstände miteinander verketten. Ein Gegenstand sollte immer nur mit dem nächsten verbunden werden, also vom ersten Gegenstand sollte es zum zweiten gehen, vom zweiten zum dritten, vom dritten zum vierten und so weiter. Logischer erscheint es manchmal, diese Reihenfolge zu verlassen. Doch die strikte Vorgehensweise hat sich in der Praxis bewährt. Die Geschichten sind längerfristiger in der richtigen Reihenfolge abrufbar.
Das klingt jetzt vielleicht etwas kompliziert, ist es aber nicht. Es ist einfach ungewohnt.
Was Sie selbst bei der Methode beachten sollten: Die Geschichten prägen sich sofort im Kurzzeitgedächtnis ein, das heißt, nach ein paar Stunden, ja, sogar nach ein bis zwei Tagen haben Sie diese noch präsent. Sollten Sie sie nach dieser Zeitspanne aber nicht mehr wiederholen, werden sie aus Ihrem Gedächtnis verschwinden. Es ist daher ganz wichtig, dass Sie die Geschichten mit den Merkinhalten, die Ihnen wichtig sind, öfter wiederholen. Zum Beispiel, indem Sie Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte mit Ihrem Wissen begeistern.
Prüfen Sie aber vorher, wem Sie – neben dem neuen Wissen – auch die Eselsbrücken erzählen, die »merkwürdigen« Geschichten. Diese werden den meisten ohne Vorwarnung doch etwas sonderbar vorkommen. Nicht, dass man Sie am Ende etwas befremdlich anschaut. Konzentrieren Sie sich daher bei der Weitergabe lieber auf die Fakten. Dann sparen Sie sich komplizierte Erklärungsversuche und komische Blicke.
Ungeübten Lesern, die auf diese Weise ihre Kreativität nur wenig trainiert haben, erscheint eine derartige Herangehensweise erst einmal umständlich. Das liegt daran, dass die bildhafte Verknüpfung wenig trainiert wird, auch nicht häufig in Schulen. Alle Gedächtniskünstler verwenden jedoch solche Methoden, und genauso können Sie damit Ihr Allgemeinwissen vergrößern.
Folgende Methoden habe ich ausgewählt, um Ihnen das Allgemeinwissen leichter zu vermitteln:
Am häufigsten wird die Kettenmethode verwendet. Lassen Sie sich auf alle Methoden ein, und bei den »verrückten Geschichten« denken Sie erst später darüber nach, was für einen Sinn sie haben könnten. Genießen Sie die Unterhaltung mit der »Nebenwirkung Allgemeinwissen«.
Wir steigen ein mit der Merksatz-Methode, bei der aus mehreren Wörtern die Anfangsbuchstaben zu einem Merksatz zusammengesetzt werden. Dieser Merksatz prägt sich schneller und leichter ein als die Informationen selbst. Versuchen Sie es an diesem Beispiel:
Ein ostfriesischer Reiseleiter begrüßt die Touristen mit der Frage: »Welcher Seemann liegt bei Nanni im Bett?« Alle Touristen wundern sich über diese seltsame Begrüßung, doch keiner der Angesprochenen reagiert. Der Reiseleiter wiederholt: »Welcher Seemann liegt bei Nanni im Bett?« Erneut erhält er keine Antwort. Dann beginnt er, die Besonderheiten der einzelnen Ostfriesischen Inseln zu erläutern. Er fängt an mit Wangerooge, danach kommt Spiekeroog, schließlich Langeoog, und so weiter. Erst am Ende löst der Reiseleiter auf, dass alle Anfangsbuchstaben seiner Begrüßungsfrage mit den Ostfriesischen Inseln korrespondieren.
Die Tatsache, dass bei Juist etwas gemogelt wurde, störte keinen der Touristen.
Die gleiche Methode funktioniert bei unserem Planetensystem. Der Merkur ist dem Sonnenrand am nächsten, am weitesten entfernt ist der Neptun. Dazu gibt es einen Merksatz, den man einfach nicht vergessen kann:
Auch hier ist wichtig, dass Sie den Satz so bald wie möglich wiederholen, wenn Sie die Planeten im Kopf behalten wollen.
Weiter geht es mit der Auslösermethode. Wir verwenden im nächsten Beispiel die fünf Finger einer Hand als Auslöser, was funktioniert, wenn jeder Finger in einer gewissen Haltung eine andere Bedeutung hat:
Beim samstäglichen Einkaufsbummel erregte ein Obst- und Gemüseverkäufer die Aufmerksamkeit einer Marktbesucherin. Der Mann sprang aufgeregt an seinem Stand herum und stellte mit seiner Hand eindrucksvolle Posen dar. Er streckte vor seinem Marktstand mit frischen Produkten aus der Region seinen Daumen nach oben und sagte: »Gute Produkte«, danach deutete er mit dem Zeigefinger auf die Leute im Umfeld und behauptete, auch sie seien für seine Gesundheit verantwortlich. Mit erhobenem Mittelfinger betonte er, dass man sich Zeit für Entspannung nehmen sollte und deshalb dem Stress ruhig mal den Mittelfinger zeigen dürfe. Den Ring vom Ringfinger hielt er sich an die Stirn,als würde er gerade an etwas Schönes denken, und abschließend demonstrierte er eindrucksvoll, dass man den kleinen Finger kaum alleine bewegen kann. Danach lüftete er das Geheimnis, dass er nun alle Finger einer Hand mit den wichtigsten Säulen der Gesundheit nach Hippokrates verbunden hatte.
Die Marktbesucherin war verwundert, als sie noch nach zwei Tagen die Säulen der Gesundheit wusste, wenn sie auf ihre einzelnen Finger schaute. Wie von selbst entstanden in ihrem Kopf immer wieder die Bilder vom Marktschreier und seinen Gesten.
Es folgt nun die Kettenmethode. Dabei werden die wichtigsten Stichwörter zu einer Kette zusammengesetzt. Je weniger Sie über den Sinn nachdenken und sich einfach auf die Geschichte einlassen, umso leichter prägen sich die Geschichte und die damit verbundenen Lerninhalte ein:
In ihrem Urlaub besuchte ein Ehepaar die Pyramiden von Gizeh nahe Kairo. Unglaublich riesige Bauwerke waren das, die schon vor rund 2500 Jahren vor Christus entstanden waren. Aus dem Staunen kamen sie kaum heraus. Und wie klein müssen die Menschen früher gewesen sein – die Gänge waren nur gebückt begehbar.
In der darauffolgenden Nacht hatte die Ehefrau einen seltsamen Traum:
Sie befand sich zwischen den Pyramiden, und auf einmal stand ein riesiger Kerl vor ihr. Ein richtiger Koloss. Dieser wuchs aber noch weiterhin und wurde zu einer zwölf Meter hohen Bronzestatue, die ganz hell strahlte, wenn die Sonne sich in ihr spiegelte. Der Gigant sprach zu ihr und behauptete, er sei ein Abbild des Sonnengottes Helios und sei 305 vor Christus errichtet worden, nachdem Helios Rhodos vor der Eroberung bewahrt habe. Man nenne ihn seitdem den Koloss von Rhodos. Dann sprang er mit einem riesigen Satz direkt in die stufenweise angeordneten Gärten, die im Irak beheimatet waren und als »hängende Gärten« bezeichnet wurden. In einem dieser Gärten befand sich eine Statue von Zeus, die plötzlich zum Leben erwachte, da sie immer wieder von einem Licht geblendet wurde. Es war das Licht eines Leuchtturms, eines riesigen Leuchtturms, der in Ägypten seine Heimat hatte, in der Nähe von Alexandria, auf der Insel Pharos. Mit einer Lanze in der Hand stolzierte die zwölf Meter große Statue des Zeus zum Leuchtturm und löschte mit der Waffe das Licht. Der Leuchtturm fiel daraufhin auf den Tempelder Jagdgöttin Artemis. In der größten Tempelanlage der Antike fand gerade eine Treibjagd statt, und alle, die die Jagd nicht überlebten, wurden in das Grab des Königs Mausolos gebracht – eine Grabstätte, wo die Mäuse los (Mausolos) waren. Die Ehefrau schaute sich um und stellte auf einmal fest, dass sie sich in der heutigen Türkei befand.
Als sie erwachte, wunderte sie sich über die verrückte Geschichte, die nochmals flüchtig an ihr vorbeihuschte. Angefangen hatte es bei der Pyramide, dann trat der Koloss in Erscheinung, der in die Gärten sprang, danach kam die Statue von Zeus mit der Lanze ins Spiel, weiter die Lanze, die den Leuchtturm zum Einsturz brachte. Der wiederum fiel auf den Tempel, und von dort wurden die Toten zu der Grabstätte gebracht.
Als sie ihrem Ehemann ihren Traum erzählte, machte er große Augen. Er hatte sofort begriffen, dass diese verrückte Geschichte alle sieben antiken Weltwunder enthalten hatte:
Die Ehefrau war begeistert von ihrem neu erlangten Allgemeinwissen. Der Reiseleiter wies noch darauf hin, dass von den sieben Weltwundern die Pyramiden von Gizeh am besten erhalten sind und alle anderen nur als Ruinen oder sogar überhaupt nicht mehr existieren.
Konnten Sie sich die Geschichte gut merken? Ich habe die Reihenfolge der sieben antiken Weltwunder gegenüber der üblichen Auflistung in der Literatur geändert, weil die Pyramiden ein guter Auslöser sind. Wichtiger als die korrekte Reihenfolge war mir, dass Sie sich sofort an den Auslöser erinnern und die Geschichte leichter merken können. Zur Speicherung im Langzeitgedächtnis bitte an die rechtzeitige Wiederholung denken.
Um die Kettenmethode zu festigen, folgt jetzt ein Beispiel mit einer etwas längeren Verknüpfungskette. Wichtig ist, dass Sie sich beim Einprägen dieser einzelnen Kettenglieder voll auf die Geschichte konzentrieren und die Bilder vor Ihrem geistigen Auge sehen – so als würden Sie selbst einen Film drehen wollen und hätten das Drehbuch schon im Kopf ausgearbeitet. Je bildhafter Ihre Vorstellung, umso leichter wird sich Ihnen die Geschichte einprägen. Nach dem ersten Einprägen kann es ein, zwei Lücken geben. Dann ist wichtig, dass Sie diese nicht nur wahrnehmen, sondern die Kette an der jeweiligen Stelle durch erneutes Vorstellen der Verbindung »reparieren«:
Tim kommt nach Hause. Er ist genervt, weil er sich alle Bundesländer für die Schule merken soll. Seine Mutter, der er von dieser lästigen Aufgabe erzählt, weiß, dass Tim gern Geschichten hört. So verpackt sie einfach die sechzehn Länder der Bundesrepublik in eine spannende und total verrückte Geschichte. Tim ist völlig erstaunt, dass er sich die Namen der Länder sofort merken konnte, schon nach dem ersten Hören der Geschichte. Am nächsten Tag berichtet er voller Begeisterung seinen Mitschülern, die sich trotz intensiver Lernanstrengungen die Bundesländer bisher einfach nicht vollständig merken konnten, von dieser Erfahrung. Jeder will nun die Geschichte von Tims Mutter hören.
»Es fängt an mit einer Landkarte«, erklärt Tim. »Wichtig ist, dass ihr jetzt nur zuhört und erst später die Zuordnung der Bundesländer herstellt. Sonst seid ihr abgelenkt, und es funktioniert nicht mehr so gut. Wenn ihr euch die Sachen auch noch bildhaft ausmalt, statt nur die Ohren zu spitzen, prägen sie sich ganz von selbst ein.
Also, stellt euch einfach eine Landkarte vor, die ihr in Händen haltet. Diese gebt ihr einer Frau im Dirndl, so wie ihr sie vom Oktoberfest her kennt. Diese Frau setzt sich jetzt nieder und will baden. Dann schaut sie nach Norden und entdeckt eine Burg, die brennt. Aus der brennenden Burg kommen auf einmal Leute heraus, die alle meckern. Ist ja klar, wenn die Burg brennt, aber sie meckern auch, weil sie etwas essen wollen. Sie rufen: ›Wir wollenessen! Wir wollen essen!‹ Plötzlich halten sie an, weil ein Anhalter da steht. Er sagt: ›Schauen Sie bitte in diesen Fluss, den Rhein rein!‹, was alle bereitwillig machen. Dort schwimmen lauter Sachen. Große und kleine Sachen. Eine solche Sache ist eine Tür. Sie holen diese Tür aus dem Wasser und stellen fest, dass dort ein hohler Stein eingebaut ist. Durch diesen kann man wie durch einen Spion schauen. Alle schauen nun durch und sehen ein Land. Jemand fragt: ›Was hast du gesehen?‹ – ›Ich sah das Land!‹, hört man alle im Chor rufen. Auf dem Land wächst auf einmal ein riesiger Berliner, was schon sehr erstaunlich aussieht. Und danach erscheint jemand, schneidet den Berliner auf, legt eine Scheibe Fleisch zwischen beide Hälften und behauptet: ›Jetzt ist es ein Hamburger!‹ Den Hamburger bekommt ein vorbeiziehender Stadtmusikant! Der freut sich, bedankt sich und zieht weiter.«
»Das ist aber eine verrückte Story!«, bemerken die Mitschüler, nachdem Tim seine Ausführungen beendet hat. »Und was soll diese Geschichte mit den Bundesländern zu tun haben?«
»Bevor ich euch das verrate, will ich zunächst mal wissen, ob ihr die Geschichte auch richtig verstanden habt«, antwortet Tim.
Die Schüler machen große Augen, doch dann wiederholen sie gemeinsam die Geschichte in Stichworten:
»Es fängt an mit einer Landkarte, Frau im Dirndl, setzt sich nieder, will baden, schaut nach Norden, da brennt eine Burg, Leute meckern, wollen essen, Anhalter, schauen in den Rhein, dort schwimmen Sachen, Tür, hohler Stein, sah das Land, großer Berliner, Hamburger, Stadtmusikant.«
Tim hat die Begriffe in Form einer Tabelle flink an das Whiteboard geschrieben. Alle sind vollkommen erstaunt, dass sie sich die Geschichte so schnell merken konnten. Jetzt wollen sie die Auflösung! Gemeinsam gehen sie die Stichworte durch und ordnen diese den Bundesländern zu:
Zum Schluss verrät Tim seinen Klassenkameraden, dass die Bundesländer auch noch der Größe nach geordnet sind, es beginnt mit dem größten Bundesland Bayern und endet beim kleinsten Land, nämlich Bremen.
Wollen Sie die Landeshauptstädte der sechzehn deutschen Bundesländer in wenigen Minuten lernen? Dann habe ich für dieses Unterfangen hier einige Merkhilfen für Sie. Die Länder dienen als Auslöser, und die Merkhilfe liefert die Landeshauptstadt. Haben Sie sich die Eselsbrücken eingeprägt, können Sie die Richtung natürlich auch umdrehen: Sie kommen dann von der Landeshauptstadt leicht auf das Bundesland:
Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie sich die Landkarte bildhaft einprägen, um die Bundesländer vom Norden Deutschlands bis in den Süden, Westen in den Osten (oder umgekehrt) richtig zuzuordnen. Im zweiten Schritt können Sie die Hauptstädte hinzunehmen.
Die sechzehn Länder der Bundesrepublik Deutschland
Nach dem folgenden Kapitel werden Sie nicht nur wieder die Zehn Gebote präsent haben, sondern wissen auch noch, welches Gebot an welcher Stelle steht.
Dafür ist notwendig, dass Sie die Zahlen 1, 2, 3 … bis 10 in klare Auslöserbilder umwandeln. So verwenden wir beispielsweise die 5 Finger einer Hand für das Auslöserbild »Hand« als 5. Auslöser. Mit der Hand können Sie dann die Kerninformation des 5. Gebots: »Du sollst nicht töten!« verbinden. Sie können sich auf diese Weise vorstellen, dass jemand die Hand zur Faust schließt, um jemanden zu töten – natürlich nur zum Einprägen des Fünften Gebots.
Viele Erwachsene haben die Zehn Gebote längst vergessen, auch wenn sie Christen sind. Vielleicht möchten Sie sich diese aber einfach nur wieder in Erinnerung rufen, weil sie zur christlichen Kultur gehören – oder Sie haben eine Tochter oder einen Sohn, die/der die Gebote im Konfirmandenunterricht lernen muss. Daraus ergibt sich gleich die nächste Geschichte:
Der Pfarrer trat vor seine Konfirmanden, begrüßte sie und meinte, dass sie in dieser Stunde die Zehn Gebote behandeln würden. Und um sich diese zu merken, gäbe es eine besondere Technik. Zunächst erklärte er den Jugendlichen, was Auslöserbilder sind, dann gab er ihnen für die Zahlen von 1 bis 10 solche an die Hand, damit sich die Konfirmanden diese einprägen konnten.
Nach einer kurzen Wiederholung, um sicherzustellen, dass die Konfirmanden die Auslöser im Kopf hatten, ging es weiter mit »Kurzgeschichten« zum Einprägen der Zehn Gebote. Das Lernen des richtigen Wortlauts wurde bewusst auf den nächsten Schritt verschoben, um die volle Aufmerksamkeit für die Gebote zu haben.
Die zehn »Kurzgeschichten« des Pfarrers:
1. Ihr seht ein Siegerpodest – und dort steht nur ein einziger Sieger drauf.
2. Ihr seht Zwillinge herumlaufen, die große Namensschilder tragen und die man nicht verwechseln darf.
3. Ihr sitzt auf einem Dreirad und macht damit einen Ausflug am Feiertag.
vier Augen von Vater
Ende der Leseprobe
