Alpengold 396 - Bärbel Tanner - E-Book

Alpengold 396 E-Book

Bärbel Tanner

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Beschreibung

Im Urlaub lernen sie sich kennen, die junge Franziska Böhme aus dem Rheinland und der fesche Traunseefischer Uli Höllerth. Sie verleben einige Tage voller Glück und Zärtlichkeit miteinander und genießen den Zauber des Verliebtseins. Doch dann kommt der Tag des Abschieds, und beide beschließen, dass das gemeinsame Glück nur eine schöne Erinnerung bleiben soll. Ein Wiedersehen im Alltag, so sagen sie sich, darf es nicht geben.
Tage vergehen, und schon bald erkennt Uli, dass er ohne Franziska nicht mehr leben kann. Aber wie soll er sie finden? Denn alles, was er von ihr weiß, ist ihr Name ...


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Seitenzahl: 101

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Inhalt

Cover

Am Traunsee fanden sie ihr Glück

Vorschau

Impressum

Am Traunsee fanden sie ihr Glück

Hinreißender Heimatroman für glückliche Stunden

Von Bärbel Tanner

Im Urlaub lernen sie sich kennen, die junge Franziska Böhme aus dem Rheinland und der fesche Traunseefischer Uli Höllerth. Sie verleben einige Tage voller Glück und Zärtlichkeit miteinander und genießen den Zauber des Verliebtseins. Doch dann kommt der Tag des Abschieds, und beide beschließen, dass das gemeinsame Glück nur eine schöne Erinnerung bleiben soll. Ein Wiedersehen im Alltag, so sagen sie sich, darf es nicht geben.

Tage vergehen, und schon bald erkennt Uli, dass er ohne Franziska nicht mehr leben kann. Aber wie soll er sie finden? Denn alles, was er von ihr weiß, ist ihr Name ...

Der junge Mann unterbrach seine Tätigkeit und richtete sich auf.

Er stand in einer Fischerplätte und war gerade dabei, die Netze, die er gestern Abend ausgelegt hatte, wieder einzuholen.

»Hat da nicht jemand um Hilfe gerufen?«, murmelte er vor sich hin. Er lauschte gespannt, konnte aber nichts mehr hören und setzte seine Arbeit fort.

Ulrich Höllerth war zweiundzwanzig Jahre alt. Er hatte den Fischereibetrieb von seinem Vater übernommen und den Beruf von ihm erlernt. Es war nicht immer leicht. Als Arbeiter in einem Großbetrieb hätte Ulrich wahrscheinlich mehr verdient, seine geregelte Arbeitszeit gehabt und nicht bei jedem Wetter und zu jeder Tages- und Nachtzeit auf den manchmal sehr stürmischen Traunsee hinausfahren müssen. Aber Ulrich Höllerth, Uli genannt, liebte seine Heimat, und er liebte den herrlichen Traunsee.

»Hiiilfe!«

Uli unterbrach wieder seine Arbeit und sah aufmerksam seine nähere Umgebung ab.

Es war erst fünf Uhr morgens, die Frühnebel lagen noch über dem See, und Ulis scharfe Augen konnten nur mit Mühe den Uferstreifen ausmachen, obwohl er sich nicht einmal sehr weit vom Ufer entfernt befand.

Nur verschwommen sah er die Umrisse des Kalkwerkes und hörte gedämpft die Geräusche der Maschinen aus dem Werksgelände, aber er konnte niemanden entdecken, der um Hilfe hätte rufen müssen.

»Hiiilfe!«

Jetzt hatte er den Hilferuf ganz deutlich gehört. Er war nicht vom Wasser gekommen, sondern von oben, von den Bergen. Also befand sich jemand in Bergnot.

Die Umrisse des Traunstein-Massivs waren im Frühnebel nur undeutlich zu erkennen. Von hier aus wirkte es abweisend und kaum besteigbar, doch Uli wusste nur zu gut, dass es für die Bergsteiger wahre Genüsse bereithielt. Aufstiegsrouten aller Schwierigkeitsgrade gab es hier, vom harmlosen Naturfreundesteig bis zur gefährlichen Westwand und dem ebenso gefährlichen Ostgrat.

Und vor dem Massiv des Traunsteins ragte ein Felsfinger in die helle Morgenluft. Das war der Adlerhorst, der Klettergarten der Jungalpinisten, wo auch Uli seine ersten Kletterversuche unternommen hatte.

»Hiiilfe!« Wieder erscholl der Hilferuf.

Das muss aus dem Gebiet des Adlerhorstes gekommen sein, dachte Uli und nahm den Feldstecher zur Hand, um die Gegend besser überblicken zu können.

Als er nun durch die scharfe Optik blickte, glaubte er den Felsen zum Greifen nahe zu sein. Sein Blick glitt von der Spitze des Adlerhorstes nach unten, blieb einen Augenblick am Einstieg hängen, um dann weiter unten zu suchen.

Auf einmal kam ein menschliches Wesen in Ulis Blickfeld. Richtig, da stand jemand und ruderte mit den Armen in der Luft herum. Uli konnte nicht unterscheiden, ob es sich um eine Frau oder um einen Mann handelte, aber er hörte nun wieder den Hilferuf, lang gellend und verzweifelt.

Uli überprüfte schnell, wo sich der in Bergnot Geratene befand. Er stand auf dem vierten Streifen, oder besser gesagt Ring, der sogenannten Häferlstelle, die sich aus dem Waldgürtel emporhob und aus der der Adlerhorst zu wachsen schien. Die Häferlstelle war bekannt für die schönen Alpenrosen, die dort wuchsen und die immer wieder Spaziergänger und Touristen anlockten.

Markierte Wege zogen sich durch die Ringe der Häferlstelle, und wer auf diesen blieb, dem konnte kaum etwas zustoßen. Aber jedes Jahr kam es vor, dass sich Spaziergänger nicht an diese Vorschrift hielten und dann in Bergnot gerieten.

Während Uli darüber nachdachte, hatte er aber auch schon zu handeln begonnen. Mit kurzen, kräftigen Ruderschlägen hatte er die Plätte ans Ufer gebracht und sie festgebunden.

Jetzt lief Uli bereits über die Uferstraße, und gleich darauf war er in dem schmalen Waldgürtel verschwunden, der sich vom Seeufer bis zu den Felsen hinaufzog. Er erreichte bald die Stelle, wo sich der Weg unterhalb des ersten Ringes der Häferlstelle hinzog. Etwa hundert Meter über seinem Platz sah er jetzt wieder den winkenden Menschen, und nun konnte man sich schon durch lautes Rufen miteinander verständigen.

An der Stimme merkte Uli, dass es ein Madl sein musste, das da um Hilfe gerufen hatte.

Er verließ wieder den Weg und kletterte nun in der Falllinie nach oben. Das war nicht ungefährlich, doch für Uli waren die Schwierigkeiten nicht so groß, denn er war ein erfahrener und gut geübter Bergsteiger. Darum kam er jetzt auch schnell voran, und bald war er auf dem Ring, wo das Madl in Bergnot geraten war. Er lehnte sich an die Wand und glitt dann zu der Stelle hin, wo sie auf ihn wartete.

Uli konnte sich nicht erklären, wieso dieses Madl schon um diese frühe Stunde hier heraufgekommen war. Es schien auch noch ziemlich gut bei Kräften zu sein, was Ulis Verwirrung nur noch erhöhte. Steht heroben und schreit einfach nach Hilfe, dachte er, anstatt sich selber einen Weg nach unten zu suchen.

»Guten Morgen«, wünschte die junge Frau nun mit lauter Stimme.

Natürlich erwiderte Uli den Gruß freundlich.

»Sie hätten aber einen besseren Morgen, wenn Sie heute in Ihrem Hotelzimmer geblieben wären«, fügte er hinzu.

»Woher wollen Sie denn wissen, dass wir in einem Hotelzimmer wohnen?«, fragte sie.

»Weil Sie keine Einheimische sein können, wenn Sie in diesem Aufzug und zu dieser Stunde hier herumkraxeln«, meinte Uli nicht ohne Spott und warf einen Blick auf ihr Schuhwerk, worauf sie schuldbewusst nickte. »Ich bin übrigens der Ulrich Höllerth«, fügte er schnell hinzu.

»Ich heiße Franziska Böhme, bin aus Köln und wohne hier im ›Seegasthof‹«, stellte sie sich nun vor. »Und ich bin nicht heute Morgen da heraufgekraxelt, sondern schon gestern Abend, oder genauer, schon gestern am Nachmittag.«

»Was«, meinte Uli, »schon gestern Abend?«

»Ja, wir wollten Alpenrosen suchen und sind deshalb hier heraufgestiegen, weil man uns unten sagte, dass man hier diese herrlichen Alpenblumen finden könne. Wir haben auch welche gefunden, aber dann ...«

»Wer ist wir?«, wollte Uli wissen.

»Meine Freundin Ingrid und ich«, sagte Franziska, und dann wies sie in die Richtung, in der ein überhängender Felsen eine kleine, natürliche Höhle gebildet hatte. Dort hockte ein vermummtes Menschenbündel und sah Uli entgegen. Man sah nur große blaue Augen, die einen ängstlichen Ausdruck zeigten.

Uli ging auf Ingrid zu.

»Was haben Sie denn?«

»Ich bin gestern ausgerutscht und wäre beinahe abgestürzt. Im letzten Augenblick konnte ich mich noch irgendwo festhalten. Dabei habe ich mir aber den Knöchel verstaucht, und so konnten wir weder vor noch zurück.« Die Zähne der jungen Ingrid schlugen aufeinander. Kein Wunder, wenn sie hier die ganze Nacht gehockt war.

»Da haben Sie ja ein ganz schönes Abenteuer hinter sich«, sagte Uli und sah die beiden Urlauberinnen neugierig, aber auch eine Spur unwillig an. »Wären Sie auf dem Weg geblieben, und hätten Sie geeignete Schuhe an, dann hätte Ihnen gar nichts passieren können. Können Sie aufstehen?«, fragte er sodann Ingrid.

»Ich denke schon«, meinte diese und versuchte es auch gleich, doch mit einem Schmerzenslaut fiel sie wieder zurück.

»Da wird mir nichts anderes übrig bleiben, als Sie zu tragen«, sagte Uli. »Können Sie wenigstens auf eigenen Füßen gehen?«, fragte er dann Franziska.

»Natürlich«, erwiderte sie und setzte sich auch schon in Bewegung. Sie wollte gleich den nächsten Weg nach unten einschlagen.

»Halt!« schrie Uli. »Hinter mir, wenn ich bitten darf. Setzen Sie Ihre Füße nur dorthin, wo ich eben gestanden bin, ist das klar?«

»Ja«, sagte Franziska eingeschüchtert.

»Also, dann gehen wir los«, befahl Uli, schwang sich die zarte Ingrid über die Schulter und ging zu der Stelle zurück, wo er auf den Felsring getreten war. Hier gab es gute Möglichkeiten, wo man sich an den Latschenzweigen festhalten, und auch gute Tritte, wo man seinen Fuß hinsetzen konnte.

Franziska hatte gleich erfasst, worauf es ankam, und so hatten die drei bald den Weg erreicht, wo man noch besser ausschreiten konnte.

Ingrid schien wirklich ein zartes Persönchen zu sein, wenn sie auch jetzt mit ihrer Vermummung eher plump wirkte. Jedenfalls spürte Uli ihr Gewicht kaum, und er konnte sogar noch bei schlechteren Stellen Franziska die Hand reichen und ihr behilflich sein.

Als sich zum ersten Mal ihre Hände trafen, sprang dieser berühmte Funke von einem zum anderen, von dem immer behauptet wurde, er entzünde das schönste Feuer, das es auf dieser besten aller Welten gäbe. Aber so weit waren die beiden jetzt natürlich noch lange nicht. Jetzt waren sie nur bestrebt, so schnell es die Umstände zuließen, die Seestraße zu erreichen, um dann mit einem Fahrzeug die verletzte Ingrid zum »Seegasthof« zu bringen.

Uli ging mit seiner leichten Last auf seinen Kahn zu, bettete Ingrid auf den Boden und half auch Franziska beim Einsteigen.

»Ich fahre euch jetzt gleich zum Gasthof hinaus«, sagte er, »damit ihr etwas Warmes zum Trinken und auch zum Anziehen bekommt. Ihr müsst doch total durchgefroren sein.« Ingrid nickte bekümmert.

»Es geht schon noch«, bemerkte Franziska dagegen ein wenig von oben herab. »Wir sind ja schließlich nicht aus Zucker!«

Uli hatte schon eine heftige Entgegnung auf den Lippen, unterdrückte sie aber, als er in Ingrids klägliches Gesicht sah.

Sie schien wirklich am Ende ihrer Kraft und ihrer Nerven zu sein, stellte Uli für sich fest.

Vom Kalkwerk bis zum Gasthof hatte man mit der Plätte etwa zehn Minuten zu fahren. Die Sonne stand nun schon ziemlich hoch am Himmel, und ihre Strahlen wärmten bereits ganz schön.

Uli, der wie alle Traunseefischer stehend und nur mit seinem Ruder seine Plätte vorwärtsbewegte, machte ein ziemlich ernstes Gesicht. Da hatte er durch den bodenlosen Leichtsinn der beiden Urlauberinnen seine ganze Morgenarbeit versäumt. Er hatte den Teil des Netzes, den er schon aus dem Wasser ins Boot gezogen hatte, wieder achtlos in den See geworfen.

So ein Blödsinn, dachte er, jetzt kann ich wieder von vorne beginnen mit der Arbeit.

Franziska sah den Ausdruck in seinem Gesicht und deutete ihn richtig.

»Sie sehen aus, als möchten Sie uns am liebsten in den See werfen«, stellte sie fest.

»Davon hätte ich jetzt auch nichts mehr, aber ich hoffe, es wird Ihnen eine Lehre sein und Sie werden sich nicht mehr leichtsinnig in Gefahr begeben«, bemerkte er trocken.

»Was ziehen Sie denn da für ein Spielzeug hinter sich im Wasser her?«, fragte sie hochnäsig, als sie das Ding entdeckte, das wie ein Miniaturboot aussah und am rückwärtigen Ende der Plätte befestigt war.

»Das ist kein Spielzeug«, belehrte Uli sie, »sondern der Fischkalter.«

»Und was ist ein Fisch... Wie heißt das Ding?«

»Fischkalter! Und er dient dazu, die gefangenen Fische lebend, das heißt fangfrisch, zum Verbraucher zu bringen.«

»Ah, Ihr Hobby ist also das Fischen«, stellte Franziska fest. »Stundenlang am Ufer sitzen, ins Wasser starren und doch nichts fangen«, spottete das hübsche Madl.

Dass sie hübsch war, hatte Uli noch gar nicht bemerkt, weil er sie auch noch gar nicht richtig angesehen hatte. Und das wurmte Franziska sehr. Sie bemerkte, dass ihre Schönheit auf ihn noch keinen Eindruck gemacht hatte. Und welche Evastochter wurmte das nicht.

Ein fesches Madl, dachte Uli in diesem Augenblick, aber da das weibliche Geschlecht auf den zweiundzwanzigjährigen Jungfischer noch keinen besonderen Eindruck machte, ließ er den Blick wieder von Franziska und konzentrierte sich auf die Landung, weil er eben am Bootssteg vom »Seegasthof« angekommen war.

***

Geschickt manövrierte Uli das schwerfällige Boot zum Anlegeplatz, schlang die Kette um einen Pfahl und half dann den beiden Urlauberinnen beim Aussteigen. Das alles schien vom Gasthof aus beobachtet worden zu sein, denn eine gut aussehende Blondine kam aus dem Haus gelaufen.

»Gut, dass Sie endlich kommen, Frau Böhme«, rief sie schon von Weitem. »Mein Mann wollte schon die Bergwacht verständigen.« Die Blondine war die Wirtin vom »Seegasthof«, und der wiederum war einer der bekanntesten Unterkünfte am Traunsee. Jetzt bemerkte die Wirtin, dass die Freundin von Frau Böhme humpelte, und sie nahm sich sofort fürsorglich des zarten Geschöpfes an.