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Alternative zum Chaos, Wege einer neuen Weltordnung.
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Seitenzahl: 164
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Vorwort – Warum dieses Buch?
Einleitung
Wie wir sein möchten und wie wir sind
Europa als Einheit
Globalisierung
Digitalisierung und Industrie 4.0
Wachstumskorrektur
Umwelt
Eine neue Bescheidenheit
Wege einer neuen Weltordnung
Nachwort
Dieses Buch zeigt Sichtweisen auf wünschenswerte Veränderungen unserer bestehenden Weltordnung oder, um bei der Realität zu bleiben, unserer zurzeit bestehenden »Weltunordnung«.
Betrachtet werden spektakuläre Ereignisse aus der Vergangenheit bis in unsere Gegenwart, mit der Hoffnung, dass die erlangten Erkenntnisse in eine wünschenswerte positivere Entwicklung umgesetzt werden.
Eine Entwicklung, die in naher Zukunft die realistische Chance hätte, in eine neue, bessere Weltordnung zu münden.
Dabei darf kein zukunftsweisender Änderungsgedanke Absolutheitsanspruch erheben, sondern sollte stets offen bleiben und weitere neue Erkenntnisse, die dem Fortschritt dienen, zulassen.
Die vorgestellten Sichtweisen sind bewusst auf ein Notwendiges beschränkt, die ausführlichere Betrachtung wird anderen, nicht namentlich genannten Autoren und Philosophen der Gegenwart sowie den aktuell berichtenden Journalisten mit ihrer jeweils eigenen Interpretation überlassen.
Damit sollte eine offene Diskussionsgrundlage für die Gestaltung einer lebenswerteren Weltordnung entstehen, in der mit Fairness, Diplomatie und Balance die Grundlagen für eine gerechtere, liberalere, demokratischere und hassfreie Gesellschaftsordnung geschaffen werden, die für jeden erstrebenswert und annehmbar erscheint.
Es gilt für jeden, den eigenen Egoismus auf tolerierbare Grenzen zu beschränken, sollen diese Ziele erreichbar werden.
Offensichtlich vorhandene Missstände sollen hier ohne unnötig übertriebene »politische Korrektheit« offen und direkt benannt werden.
Intention dieses Buches ist es, einen roten Faden zwischen den angesprochenen Themen aus dem Spektrum unseres Zeitgeschehens zu knüpfen, um alle Interessierten zu einer vorwärtsgewandten Denkweise anzuregen.
Es gilt, alle negativen Sichtweisen erkennbar zu machen, die ein friedliches Zusammenleben der Menschen einschränken oder verhindern und die darum schnellstens auf dem Müllhaufen der Geschichte zu entsorgen sind.
Jeder sollte versuchen, die Begrenztheit der eigenen Weltsicht zu erkennen und diese, frei von obskuren Ideologien, positiv zu einer aufgeklärten Sichtweise zu verändern.
Die oberste Prämisse ist immer, eine Balance der Fairness für alle uns tangierenden Lebensbereiche möglichst nur mit Hilfe der Diplomatie erreichbar zu machen.
Das Buch will anregen, an einer neuen Weltordnung mitzugestalten, in der primitiver Hass, Neid und Missgunst unbekannt sind und das Miteinander im Vordergrund steht.
Finden alle Menschen zu der Einsicht, jedes Gegeneinander auszuschließen, dürfte es Kriege in der Zukunft nicht mehr geben. Dieses Ziel muss dann auch mit unbegrenzter Diplomatie verteidigt werden. Es gilt, eine lebenswertere und gerechtere Welt, die für den größten Teil der Menschen akzeptabel und wünschenswert wäre, zu schaffen und dann auch zu erhalten. Eine Welt, in der kein Mensch im Abseits bleiben darf.
Mit Sicherheit sind das fromme und wohl auch naiv klingende Wünsche, aber ihre Umsetzung sollte einen Versuch wert sein, angesichts der zu erwartenden unausweichlichen Veränderungen vor allem durch die Digitalisierung und die damit einhergehende Elektrifizierung und Automatisierung bis hin zu einer sich daraus entwickelnden »künstlichen Intelligenz«, die unser gesamtes Leben grundlegend und massiv verändern wird.
Wir sind schon mittendrin in dieser Entwicklung, und sie lässt sich auch nicht mehr verhindern, der Zug ist bereits abgefahren.
Es ist alternativlos, eine lebenswertere Welt wenigstens annähernd für den größten Teil aller Menschen erreichbar zu machen.
Es werden viele Menschen mit ähnlichen Zielvorstellungen und einem in Maßen gehaltenen Egoismus nötig sein, um diese Wunschwelt für jeden erreichbar machen zu können.
Die zurzeit tätige politische Klasse mit überzeugenden Argumenten in diese Richtung zu bewegen, könnte sicherlich hilfreich sein, um aus utopisch klingenden Zielen realistische und erreichbare Ziele zu machen.
Mit den angestrebten Zielen vor Augen gilt es, über den eigenen Schatten zu springen, sich über eine festgefahrene und oft mit Zukunftsangst besetzte Lebenseinstellung hinwegzusetzen, statt mit Unentschlossenheit, Ängstlichkeit und Egoismus jeden am Horizont sichtbar werdenden Fortschritt noch vor seiner Verwirklichung wieder auszubremsen.
Letztlich handelt es sich bei dem Bestreben, diese Ziele zu erreichen, um eine Art der Überlebensstrategie.
Grundvoraussetzung für heute und morgen ist das Streben nach der Gleichheit aller Menschen und die Anerkennung einer absoluten rechtlichen Gleichstellung von Frau und Mann, die auf Augenhöhe – ob in Partnerschaft oder jeder für sich – selbstbestimmt sein sollen und kein Eigentum irgendeiner verkorksten Gesellschaftsordnung oder auch nur irgendeiner verkorksten Einzelperson sein dürfen.
Die Selbstbestimmung gilt solange, wie sie im Einklang mit den zum Teil schon bestehenden und weltweit von jedem anzuerkennenden Menschenrechten ist, wie sie die persönlichen Rechte und die körperliche und psychische Unversehrtheit anderer Menschen nicht beeinträchtigt.
Nicht vergessen sollte man die zurzeit noch utopisch erscheinende Vorstellung: Alle Menschen sollten in der Zukunft ein »bedingungsloses Grundeinkommen« erhalten.
Jeder sollte für sich das Für und Wider einer Machbarkeit in Betracht ziehen, ob ein Grundeinkommen also gerecht und auch realistisch vertretbar durchgesetzt werden kann und mit welchen Konsequenzen.
Die bevorstehenden weltweiten Veränderungen unserer privaten und beruflichen Lebenswelt durch den massiv wirkenden Einfluss der Digitalisierung in fast allen Lebensbereichen werden zwingend neue Gesellschaftsmuster erforderlich machen.
Ist es also wirklich so abwegig, einen vorerst noch fiktiven Versuch in der Theorie auszuarbeiten und dann auch eine Umsetzung zu wagen?
Oder aber man muss nach vergleichbaren Alternativen suchen, um ein ausgefülltes, gerechteres Leben für alle möglich zu machen.
*
Intention des Buches ist, alle Themen des Zeitgeschehens aus der Vergangenheit, der Gegenwart und einer möglichen Zukunft gleichermaßen als Kernthemen zu betrachten und sie wie an einem roten Faden miteinander zu verbinden.
Ohne den Anspruch auf Absolutheit sollten wir alle vertrauten und vorhandenen Denkmuster kritisch hinterfragen, um im eigenen Interesse unsere persönliche Sichtweise in Richtung eines faireren, humaneren Denkens und Handelns für eine wünschenswerte, gerechtere Welt zu sensibilisieren.
Unter Kernthemen werden alle Themen verstanden, bei denen die Chance besteht, ein friedlicheres, faireres, respektvolleres und toleranteres Miteinander für alle Menschen zu erreichen.
Hierzu gehört eine Befreiung von allem Müll der Geschichte, vor allem von den verschiedenen Ideologien und Religionen. Gerade Letztere werden oft mit einem Glaubensverständnis praktiziert, das noch ihrem Gründungszustand entspricht, der oft Jahrhunderte oder gar Jahrtausende zurückliegt, sie werden bis heute oft kritiklos und ohne jede Veränderung durch eine längst überfällig gewordene Aufklärung in ihrem ursprünglichen Sinn weiter praktiziert – bis hin zu den extremsten Abarten der ursprünglichen Lehre.
Die Auffassungen religiöser Lehren werden oft menschenfeindlich ausgelegt und führen trotz ihres gemeinsamen Ursprungs zu blutigen Feindschaften innerhalb gleicher Glaubensgemeinschaften – ein enttäuschendes Ergebnis, das Zweifel an den verschiedenen praktizierten Lehrmeinungen hervorgebracht hat.
Entstanden und vorhanden sind also nicht nur Feindschaften zwischen den verschiedenen Religionen, sondern auch innerhalb der einzelnen Religionen, mit den verschiedensten Auslegungsvarianten und fast immer aus purem Egoismus und Besserwisserei der angeblich von ihrem jeweiligen Gott auserwählten Religionsführer.
Das Ziel sollte sein, trotz der Bürde der noch fehlenden Aufklärung und einer nicht bewältigten Vergangenheit gemeinsam mit diesen Glaubensgemeinschaften eine erstrebenswerte, friedlichere Zukunft zu gestalten.
Es gibt unzählige Mitmenschen, die ähnliche Wünsche und Ziele für eine neu zu gestaltende Zukunft haben.
Ein großer Teil dieser Menschen in der sogenannten aufgeklärten westlichen Welt hat aufgrund ihres erreichten Aufklärungsstandes auch die Möglichkeit, sich in neue Lebensmuster einzudenken, um die Voraussetzungen für ein friedlicheres, faireres und toleranteres Miteinander als ein unverzichtbares und gerechteres Kernziel für alle Menschen verständlich und erreichbar zu machen.
Anspruch und Wirklichkeit finden jedoch selten zueinander.
Der Glaube, alleine recht zu haben, ist vermessen, da es immer verschiedene Sichtweisen geben wird, die wiederum nur tolerierbar sein dürfen, solange keine Personen durch sie zu Schaden kommen. Solange das nicht so ist, muss man andere Sichtweisen auch akzeptieren, dabei sollte jeder den persönlichen, stets vorhandenen Egoismus in verträglichen Grenzen halten.
Es fehlt vielen die Toleranz gegenüber Menschen, die sich in unseren Gesellschaften abgehängt und vom Leben betrogen fühlen. Dass die sozialen Unterschiede immer größer werden, ist wohl mit ein Hauptgrund für eine zunehmende Unzufriedenheit bis hin zu dem daraus entstehenden Hass und der Feindseligkeit gegenüber allen Andersdenkenden in unserer vielschichtigen, globalisierten Welt. Und die Unzufriedenheit wird weiter wachsen.
Dies aber begünstigt die Missgunst gegenüber anderen Menschen, die Abneigung und Intoleranz gegenüber vielen zurzeit bestehenden Gesellschaftsmodellen. Aber auch die in alten religiösen Mustern denkenden und darin verharrenden fundamentalistischen Gruppen schüren den Hass gegen alle Andersglaubenden.
Dass das immer wieder zu terroristischen und anderen Gräueltaten führt, ist heute in den verschiedensten Regionen unserer Welt als Fakt auch nicht mehr übersehbar.
Menschen können dadurch das Menschsein verlieren.
Beispiele hierfür gibt es täglich neu in den Nachrichten aus aller Welt.
Die vielen unaufhaltsamen Flüchtlingsströme scheinen völlig sinnlos, hervorgerufen durch zunehmende Benachteiligung oder Ausgrenzung ganzer Volksgruppen, was oft in einem blutigen Bürgerkrieg endet, der dann wiederum Fluchtgründe verursacht.
Mit der Zerstörung weiter Landstriche in den Bürgerkriegsregionen, dem nach Umsturz oder Beseitigung der bestehenden Staatsform herrschenden Chaos, dem wachsenden religiös motivierten Terrorismus – der von dort in die gesamte Welt exportiert wird – ist ein angstfreies Leben für die in diesen Regionen lebenden Bürger für sehr lange Zeit unmöglich geworden.
Ein »Weiter so« muss mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindert werden.
Es gilt, diese negativen Tendenzen inklusive der weiter wachsenden Terrorgefahr abzuschwächen, mit allen unseren Möglichkeiten daran zu arbeiten, eine Umkehr zu einem toleranteren, faireren und respektvolleren Miteinander zu schaffen.
Dies kann nicht alleine mithilfe konsequenter Aufklärung gelingen, sondern muss vorrangig mit einer deutlich größeren und effektiveren sogenannten Entwicklungshilfe geleistet werden, flankiert von fairen Handelsbeziehungen, die diesen Staaten die Chance lassen, ihr kleines Pflänzchen von Wirtschaftswachstum gedeihen zu lassen, statt mit unfairen Handelsverträgen diese Entwicklung schon im Keim zu ersticken.
Für diese gefährdeten Staaten wäre immer die »Hilfe zur Selbsthilfe« die beste Lösung, um die dort vorhandene Wirtschaft zu fördern. Voraussetzung ist natürlich wie überall, dass die Wege des Geldes kontrolliert bleiben und keiner Korruption einer Cliquen- oder Clanwirtschaft zum Opfer fallen, was eine permanente Überwachung und nötigenfalls ein konsequentes Einschreiten der fördernden Staaten zur Folge haben müsste.
Was die verschiedenen politischen und religiösen Ideologien betrifft, so darf keine Richtung akzeptiert werden, in der der Grundsatz, dass der Mensch im Mittelpunkt steht, nicht als schützenswert wahrgenommen wird.
Eine hiervon abweichende, nicht akzeptable Sichtweise wäre zum Beispiel, dass es Menschen gebe, die »nicht lebenswert« seien, nur weil sie einen anderen Glauben praktizieren. Ansichten wie diese sind in jeder anzustrebenden toleranten Gesellschaftsordnung strikt abzulehnen.
Zu den nicht verhandelbaren Werten gehört auch die rechtliche Gleichheit von Mann und Frau, die rechtliche Gleichheit aller Menschen.
Eine liberale, demokratische und säkulare Staatsform ist die Grundvoraussetzung für diese Art einer gewünschten Gesellschaft, in der alle Menschen mit gleichen Rechten miteinander ihr Leben gestalten können, solange sie sich in den gesetzlichen Rahmenbedingungen bewegen.
Einen anderen Menschen bewusst zu verletzen oder zu töten ist als Ausnahme einzig und alleine in einer Notwehrsituation, zum Schutz des eigenen Lebens, zu rechtfertigen.
Kriege zwischen Gesellschaften sind nur bei feindlichen Übergriffen auf den eigenen, bestehenden Staat, als eine erweiterte Art der Selbstverteidigung, zu rechtfertigen.
Eine ergänzende Ausnahme wäre die Abwehr gegen eine Gruppierung, die offensichtlich auch vor einem Völkermord nicht zurückschrecken würde.
Diese Abwehr dürfte jedoch nur dann erfolgen, wenn alle vorangegangenen intensiven diplomatischen Bemühungen gescheitert sind. Erst jetzt sollte es möglich sein, durch eine autorisierte »dritte Macht« auch mit Waffengewalt einzuschreiten.
Das wäre etwa dann der Fall, wenn man mit einer Gruppe konfrontiert wäre, die radikales, fanatisches und menschenverachtendes Gedankengut in die Tat umzusetzen bereit ist und bei der es nach allen diplomatischen Bemühungen keine Aussicht auf Änderung geben wird.
Ein obskurer Pseudo-Staat wie der »IS« dürfte ein schlagendes Beispiel dafür sein. Von dessen Anhängern wird nur dem, der der ihrer Ansicht nach einzig wahren Islamauslegung zustimmt, das Menschsein zugebilligt; alles andere wird als nicht lebenswert betrachtet und soll nach dieser fanatischen und krankhaften Sichtweise vernichtet werden.
IS-Anhänger schrecken nicht davor zurück, ihre eigenen Kinder im Sinne einer Doktrin zu erziehen, nach der das Töten Andersgläubiger zur Normalität gehört. Diesen oft auch als Soldaten missbrauchten Kindern kommt so frühzeitig jedes Menschsein abhanden und damit fast jede Hoffnung.
Es gibt kein schlimmeres Verbrechen an Kindern. Ohne eine dauerhafte psychologische Betreuung haben diese missbrauchten Kinder kaum eine Chance, wieder ein normales Leben zu führen und ihre Empathiefähigkeit wiederzuentdecken, um dann für ihren weiteren Weg gerüstet zu sein.
Es dürfte fast unmöglich sein, das erlebte Martyrium in der Erinnerung erträglich oder gar in der Zukunft vergessen zu machen.
Es ist aber trotzdem dringend notwendig, auch diesen Kindern die Chance auf ein normales Leben danach zu geben.
Nach dem Verständnis einer zivilisierten Weltanschauung ist das Genannte eines der schwersten Verbrechen und eine pure Gotteslästerung. Von aufgeklärten Menschen darf eine derartig erbärmliche Erziehung dieser im ursprünglichen Sinne noch unschuldigen Kinder nicht toleriert werden.
Grundsätzlich müssen wir beginnen, jeden »gedanklichen Müll« aus allen vorhandenen Weltanschauungen und Religionen auszufiltern und ihn als ein nicht akzeptables verbrecherisches Gedankengut wegzuwerfen. Die Verbrechen im Namen solcher Ideologien sind international als solche zu benennen und konsequent zu verfolgen.
Nach Gründung noch jeder Ideologie oder Religion treten früher oder später Nachfolger oder Erben auf den Plan, die die ursprüngliche Lehre auf radikalste und intoleranteste Weise auslegen, mit katastrophalen Folgen.
Keine Nachsicht darf walten, wenn Ideologen sich bei ihrer Glaubensauslegung auf die Gründerzeit ihrer Religion berufen, in der die Gesellschaft noch einen völlig anderen Entwicklungs- und Kenntnisstand hatte, bestimmt von den damaligen Notwendigkeiten des Überlebens. Aus heutiger Sicht kann diese Zeit ohne jede Überheblichkeit als tiefstes Mittelalter oder gar als Steinzeit bezeichnet werden.
Eine Aufklärung ist für von solchen Ideologien geprägte Gesellschaften dringend vonnöten, wollen sie sich unserer modernen Zeit anpassen und in ihr auch bestehen.
Sicher gab es zu jeder Zeit auch immer kluge Köpfe, die Koran, Bibel und andere Glaubensschriften passend zu ihrer jeweiligen Gegenwart ausgelegt haben. Alle auch noch so guten Ideen dürfen nicht zum Dogma erklärt werden, ein hierdurch entstehender fanatischer Radikalismus gehört nicht in eine wünschenswerte friedvolle Welt, in der alle Menschen – Frauen und Männer – schützenswert und gleichberechtigt sein sollten.
Unter aufgeklärten Menschen des 21. Jahrhunderts dürfen kein Fanatismus und keine Ausgrenzungen toleriert werden.
Es gibt auf allen Themengebieten durch die permanent fortschreitenden Entwicklungen neue Erkenntnisse, die berücksichtigt und genutzt werden sollten.
Der Mensch hat als höchstes Gut seiner Existenz einen Verstand mitbekommen, der zur Nutzung für sein Dasein vorgesehen ist und der aus ihm erst den gewünschten, humanen und toleranten Menschen der Zukunft machen kann.
Er sollte diesen Verstand vor allen Dingen mäßigend, gegen ein überzogenes Ego, zum Einsatz bringen und jede aufkommende Gier, jeden Neid und jeden Hass verbannen.
Die weltweit zunehmende soziale und inhumane Schieflage hat zur Folge, dass die Spannungen zwischen den Religionen mit den dazugehörenden Wirtschaftssystemen sich auf einem kaum mehr vermeidbaren Crashkurs befinden, was von der sogenannten aufgeklärten »freien, westlichen Welt« im eigenen Interesse, zum Teil oft wissentlich, zum Teil aufgrund echter »Blindheit«, geleugnet wird.
Dass alle sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländer von den westlichen und anderen wirtschaftlich höher entwickelten Staaten ausgebeutet werden: Diese Tatsache zu erkennen und rücksichtsvoll mit einem fairen Handel zu beginnen, wäre vielleicht einer der wirksamsten Schritte auf dem anzustrebenden Weg und eine Basis für den Beginn einer hoffentlich friedlicheren Zeit.
Alle Gesellschaften sind verpflichtet, humane Wertesysteme für ein friedliches Miteinander zu erschaffen, so wie es von den ursprünglichen Müttern und Vätern aller Ideen- und Glaubensrichtungen sicherlich auch gewollt war, was nicht ignoriert werden darf.
Gefährliche gesellschaftliche Entwicklungen entstehen oft durch die hartnäckige Ignoranz allzu konservativer oder orthodoxer Nachfolger der Ideenstifter und durch die Missdeutungen der Propheten aller Glaubensrichtungen – durch größenwahnsinnige und machtgierige Personen, die sich selbst für auserwählt halten und ihre Ideologie mit einem intoleranten Absolutheitsanspruch vertreten, auch wenn ihre Ansichten im dunkelsten Teil des sogenannten Mittelalters ihren Ursprung haben und einer dringenden Aufklärung und Anpassung an unsere Zeit bedürfen.
Das Ungleichgewicht in den Gesellschaften ist die Folge der Inkonsequenz politischer Akteure, die alle vorhandenen Gesellschaften beeinflussen können und das allzu oft aus egoistischen Gründen auch nur in ihrem eigenen Sinne tun und vor keiner Art des Machtmissbrauchs haltmachen.
Verantwortlich sind Politiker, die für offensichtliche Fehlentwicklungen blind sind oder sich gegen den Einfluss von Lobbyisten, die nur im Sinne ihrer persönlichen Auftraggeber handeln, nicht konsequent zur Wehr setzen.
Schuldig machen sich alle, die bei einer beginnenden Schieflage nicht rechtzeitig gegensteuern, bevor es für eine Umkehr zu spät ist.
Wie könnte es sonst möglich sein, dass die Kluft zwischen oben und unten in etwas mehr als einem halben Jahrhundert so riesig werden konnte?
Es ist die alles zerstörende Profitgier unserer aus der Balance geratenen Finanz- und Wirtschaftssysteme, gelenkt durch Personen, die wiederum blind sein wollen und die Vernichtung ganzer Kulturen betreiben und so ursächlich mitschuldig sind an den weltweiten Flüchtlingsströmen von Menschen, die ohne jede Perspektive sind und sich ihrer Zukunft beraubt fühlen.
Dieses geschieht sowohl durch Auseinandersetzungen mit kriegerischen Mitteln wie auch aus wirtschaftlichen Gründen, und beide Richtungen ergeben eine wachsende »Weltunordnung«, die für alle sichtbar wird.
Eine kleine Minderheit von Personen besitzt und verwaltet den größten »Wertebestand« auf unserem Planeten, mit zunehmendem Abstand zuungunsten der immer ärmer werdenden Menschen auf der anderen Seite dieses ungerechten und missratenen Verteilungssystems.
Gerade ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt circa die Hälfte des Weltvermögens, die anderen 99 Prozent der Weltbevölkerung müssen sich das teilen, was für sie übrig bleibt.
Es ist nicht der persönliche Leistungsvorsprung der sogenannten Leistungsträger, der das verursacht. Ursprung ist eine inkonsequente, fahrlässige und lückenhafte Gesetzgebung, die das Ungleichgewicht in der Verteilung aller vorhandenen Ressourcen und jeder Art von Gewinn zugunsten weniger Privilegierter zulässt.
Ein verkorkstes Steuerrecht ist in vielen Ländern eine zusätzliche gravierende Ursache für die gewaltige Spreizung der Vermögen.
»Ehrliche Steuerzahler« dürften vornehmlich Personen in einem sogenannten Angestelltenstatus sein, deren Betrugsmöglichkeiten im Vergleich zu allen anderen Einkommensbeziehern minimal sind und zurzeit einer fast lückenlosen Kontrolle unterliegen. Durch das überholte, aber noch immer praktizierte Steuergeheimnis, das von Interessierten glühend verteidigt wird, bleibt das Steuerverhalten dieser anderen Einkommensbezieher undurchschaubar, was die hieraus resultierende Unfairness gegenüber dem größten Teil aller Menschen zementiert.
Dank »Steueroasen« überall auf unserem Planeten wird diese Ungerechtigkeit potenziert und vermehrt den unverdienten Reichtum einer davon allein profitierenden Minderheit.
Ein Vergleich mit dem Raubrittertum oder der Piraterie wäre eine schlichte Verharmlosung dieser wachsenden Ungleichverteilung und des dubiosen Zugewinns, wie er aus zweifelhaften und undurchsichtigen Quellen entsteht.
Von einem sozialen Gewissen ist hier weit und breit nichts mehr zu sehen, Leibeigenschaft und Sklaverei sind dagegen immer noch gegenwärtig oder entstehen wieder neu.
Die meisten Reichen selbst dürften ihren Reichtum meist als persönlichen Verdienst verklären und gerecht empfinden.
Bei objektiver Betrachtung kommt man zu dem Schluss, dass es allein mit Hände- oder Kopfarbeit unmöglich ist, Millionär oder gar Milliardär zu werden.
Trotz größten Engagements und Arbeitseinsatzes wird es weltweit immer weniger Menschen möglich, auch nur einen überschaubaren Wohlstand zu erreichen.
Reichtum entsteht in erster Linie durch Erbschaften. Ein zu vererbendes Vermögen kann durch die verschiedensten Wege und aus den dubiosesten Quellen entstanden sein, oft auch mit ungeklärten Ursprüngen.
Bei adeligen Familien reicht die Entstehung von Reichtum und Macht oft bis zum »Raubrittertum« als einem möglichen Ursprung zurück.
Oft wird von Generation zu Generation mit fortlaufendem Zuwachs weiter vererbt – manche heiraten sich auch vorteilhaft in Familien ein –, und das sich vermehrende Vermögen bleibt so stets in einem engen Kreis.
Die Ungleichverteilung des Reichtums hat also so nachvollziehbare wie inakzeptable Ursachen, die dringend einer Änderung bedürften. In der Gegenwart wird Vermögenszuwachs zudem auch vermehrt durch hochgradig spekulative Finanzgeschäfte begründet.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat die gesamte Finanzwirtschaft Züge angenommen, die einem Monopolyspiel gleichen: Wer zur richtigen Zeit das richtige Feld besetzt, der wird ohne klassisches Arbeiten die Früchte ernten können.
Die erlangten Vorteile werden im Weiteren durch spekulative Einsätze unter Ausnutzung aller vorhandenen gesetzlichen Lücken genutzt, um die auf zweifelhafte Art erzielten Gewinne weiter zu vermehren, ohne jedes Unrechtsbewusstsein.
Scham entsteht nicht, denn Geld regiert die Welt und verleiht uneingeschränkt auch den Menschen Ansehen, die es haben.
Die Mischung von Interessen der Lobbyisten und der gewählten Politiker ist eine unheilige Allianz, durch die jede Demokratie und jede Volkswirtschaft Schaden nehmen kann und die für jeden aufkommenden Radikalismus den besten Nährboden darstellt.
Aber: Das Kind ist in den Brunnen gefallen, um eine alte Redensart zu bemühen.
Selbst bei sofortigem Umsteuern wird es selbst bei gutem Willen aller Regierenden mehrere Jahrzehnte dauern, bis die entstandenen Ungerechtigkeiten auf einen erträglichen Stand zurückgefahren sind, wenn es denn überhaupt je gelingen sollte.
