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Dreh Dein Leben auf 11!
Amplify Your Life ist dein zuverlässiger Tourbegleiter für ein selbstbestimmtes Leben. Hier verschmelzen bewährte Achtsamkeitstechniken, smarte Life-Hacks und kraftvolle Rockstar-Routinen mit der puren Energie des Rock’n’Roll.
Jana Solvejg und Uwe Lerch zeigen dir, wie du deine Lebensfreude dauerhaft auf 11 drehst. Mit der exklusiv entwickelten Rockstar-Roadmap kommst du direkt in die Umsetzung – für dein Leben auf voller Lautstärke!
Mit einem Vorwort von Holger Hübner, dem Co-Gründer des Wacken Open Air, und ultimativen Praxistipps von Stars der Rock- und Metalszene:
Andy Brings (Ex-Sodom), Chris Caffery (Savatage, Trans-Siberian Orchestra), Danny Vaughn (Tyketto), Doro Pesch (Doro), Eva Marie (Eva Under Fire), Gerre (Tankard), Glenn Hughes (Ex-Deep Purple, Black Country Communion), Hannes Braun (Kissin’ Dynamite), Hans Ziller (Bonfire), Hansi Kürsch (Blind Guardian), Jarvis Leatherby (Night Demon), Joey Tempest (Europe), Mat Sinner (Primal Fear), Michael Kiske (Helloween), Michael Rhein (In Extremo), Mille Petrozza (Kreator), Ralf Scheepers (Primal Fear), Rudolf Schenker (Scorpions), Schmier (Destruction), Tarja Turunen (Tarja, Ex-Nightwish), Tobias Sammet (Avantasia), Udo Dirkschneider (U.D.O., Dirkschneider), Wolf Hoffmann (Accept).
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 413
Veröffentlichungsjahr: 2025
Zum Buch:Dreh dein Leben auf 11!
Du springst mit dem Klingeln des Weckers energiegeladen aus dem Bett und startest in den Tag. Job, Beziehung und Freizeit integrierst du perfekt in deine 24 Stunden, und abends fühlst du dich wie ein gefeierter Rockstar nach dem Gig. Und das jeden Tag!
Amplify Your Life ist die Sammler-Edition schlauer Lebenslösungen. Hier werden Achtsamkeitstechniken und Life Hacks mit den kraftvollen Elementen des Rock’n’Roll kombiniert, damit du mentale Stabilität und frische Kraft gewinnst.
Bekannte Musiker der Szene offenbaren in O-Tönen ihre Strategien zur Bewältigung des Rockstar-Alltags: Hannes Braun (Kissin‘ Dynamite), Andy Brings (Ex-Sodom), Chris Caffery (Savatage), Udo Dirkschneider, Andreas ›Gerre‹ Geremia (Tankard), Wolf Hoffmann (Accept), Glenn Hughes, Michael Kiske (Helloween), Hansi Kürsch (Blind Guardian), Jarvis Leatherby (Night Demon), Eva Marie (Eva Under Fire), Doro Pesch, Mille Petrozza (Kreator), Michael Rhein (In Extremo), Tobias Sammet (Avantasia), Ralf Scheepers & Mat Sinner (Primal Fear), Rudolf Schenker (Scorpions), Schmier (Destruction), Joey Tempest (Europe), Tarja Turunen, Danny Vaughn (Tyketto) und Hans Ziller (Bonfire).
Mit einem Vorwort von Holger Hübner, dem Co-Gründer des Wacken Open Air.
Zu den Autoren:
Jana Solvejg und Uwe Lerch sind bereits seit ihrer Jugend Rock’n’Roll- und Metalfans und haben aus ihrer Leidenschaft einen Beruf gemacht. Jana ist Mentaltrainerin und leitet in Unternehmen individuelle Trainings mit dem Spirit des Rock’n’Roll für Führungskräfte und Teams. Uwe ist seit über 40 Jahren in diversen Funktionen für verschiedene Medien innerhalb des Rock- und Metal-Business tätig. 2022 kreuzten sich ihre Wege. Beide sind Mitglieder bei Metality e. V. und fanden für die gemeinsame B-Seite in ihrem Leben als Power-Paar zusammen.
JANA SOLVEJG & UWE LERCH
AMPLIFY
YOUR
LIFE
ENTDECKE DIE KRAFTVOLLE VERBINDUNG VON ACHTSAMKEIT UND HEAVY METAL
DEIN POWERBUCH FÜR MENTALE GESUNDHEIT
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Im folgenden Text haben wir uns meist für die Verwendung des grammatischen, generischen Maskulinums entschieden. Nichtsdestotrotz sind, soweit nicht eindeutig anders angegeben, in allen Personengruppen und Bezeichnungen weibliche, männliche, non-binäre und fluide Personen mit eingeschlossen.
Copyright © 2025 by Ariston,
in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH,
Neumarkter Straße 28, 81673 München
(Vorstehende Angaben sind zugleich
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Alle Rechte vorbehalten.
Redaktion: Desirée Šimeg
Coverdesign: Nele Schütz Design unter Verwendung einer Abbildung von Shutterstock/Arctera
Herstellung: Monika Weiher
Satz und E-Book Produktion: Satzwerk Huber, Germering
ISBN 978-3-641-33410-9V001
Inhalt
Vorwort von Holger Hübner, Co-Founder W:O:A
Intro: For Those About to Read
TEIL 1 ROCKYOURMIND
Achtsamkeits-Basics für ein entschleunigtes Rockstar-Leben
I Won’t Back Down – Tom Petty: Durch Achtsamkeit zu mehr »Bewusst-Sein«
Right Now – Van Halen: Die kraftvolle Verbindung zwischen Achtsamkeit und Heavy Metal
Peace Of Mind – Boston: Die Relevanz von mentaler Gesundheit
Stay Hungry – Twisted Sister: Appetit auf ein gesünderes Leben
Achtsamkeit in der Kommunikation – innen und außen
Communication Breakdown – Led Zeppelin: Achtsam im Miteinander
Inner Self – Sepultura: Wohlwollende innere Monologe
Angry Again – Megadeth: Friedvolle Dialoge in Beziehungen
Achtsamkeit für mehr Widerstandsfähigkeit
Unstoppable – Eva Under: Fire Deine Glaubenssätze – deine Überzeugungen
Here I Go Again – Whitesnake: Die Macht der Werte erkennen, leben und lieben
Master Of Puppets – Metallica: Auswirkungen deiner Gedanken und Gefühle auf deine Ausstrahlung
Breaking The Chains – Dokken: Energieräuber und Energiebooster in deinem Leben
Into The Sun – Tarja Turunen: Achtsamer Umgang mit Selbstzweifeln
You Make Me Feel – Bonfire: Emotionale Ordnung in deiner Lebenswelt
Achtsamkeit für die größeren Zusammenhänge im Rockstar-Leben
Symmetry – Savatage: Auf der Suche nach dem Sinn im Leben
Time – Pink Floyd: Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft – Du
The Crown – Shiraz Lane: Die Power von Fokus und Energie
It’s My Life – Bon Jovi: Dein Leben – Die Kraft des Widerstands
Achtsamkeit im Umgang mit Emotionen
Hold On Tight – Electric Light Orchestra: Ausdauer stärken mit der Kraft der Musik
Imaginations From The Other Side – Blind Guardian: Negativität durchbrechen – von der Dunkelheit ins Licht
Music – John Miles: Die Energie in deiner Playlist
Not The End Of The Road – Kissin’ Dynamite: Über das Sichtbare hinaus
Enlighten – Black Country Communion: Die Magie der Gehirnwellen
Für immer – Doro: Tiefe Verbundenheit durch Musik
TEIL 2 ROCKYOURSELF
It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock’n’Roll) – AC/DC: Entdecke die Superkräfte von Rockstar-Routinen
Rockstar-Routinen für den Morgen
T.N.T. – AC/DC: Entzünde dein inneres Dynamit für einen explosiven Start
Let’s Get Rocked – Def Leppard: Finde deine Work-out-Routine als Opener
Take It Easy – Eagles: Starte mit Leichtigkeit und Gelassenheit in den Tag
Running Down A Dream – Tom Petty: Lass die Welt deinen Beat spüren
Don’t Stop Me Now – Queen: Sei endlos motiviert durch eiskalten Kick
Bulletproof – Godsmack: Bulletproof-Coffee als Frühstück der Sieger
Rockstar-Routinen für den Arbeitstag
Working Man – Rush: Sei der Frontman auf deiner Working Stage
Eye Of The Tiger – Survivor: Bleib laserscharf fokussiert
Sleeping My Day Away – D-A-D: Nutze Powernaps als Verstärker zum Start in den Nachmittag
Walk The Earth – Europe: Genieße deine Runde nach der Schicht
Rockstar-Routinen für den Abend
Don’t Stop Believin’ – Journey: Mach deine Träume sichtbar
Passion Rules The Game – Scorpions: Wecke die Leidenschaft in dir
(Empty) Tankard – Tankard: Lass den Krug auch mal leer
Enter Sandman – Metallica: Schlafe wie ein Rockstar
TEIL 3 ROCKYOURAGE
Midlife Crisis – Faith No More: Deine Rock’n’Roll-Rebellion in der Lebensmitte
Life Is A Highway – Tom Cochrane: Der Reifeprozess – dein persönlicher Roadtrip
Don’t Give Up – White Lion: Die Stärke deines Rockstar-Mindsets
Forever Young – Tyketto: Ewig jung mit Rockstar-Feeling
It’s Good To Be King – Tom Petty: »Selbst-bewusst« ins Alter – dein Jungbrunnen
Celebrate Youth – Rick Springfield: Die Jugend feiern – auch im Alter
Outro: We Salute You
Dein digitaler Backstage-Bereich
Special Thanks
Quellen
Vorwort von Holger Hübner, Co-Founder W:O:A
Das Wacken Open Air ist mehr als nur ein Festival – es ist eine Bewegung. Eine Bewegung, die von der Leidenschaft, Freiheit & dem Herzblut für Heavy Metal getrieben wird und Menschen aus aller Welt zusammenbringt. Als Co-Founder dieses Events habe ich gesehen, wie es von einer Kneipenidee, einer kleinen Dorfparty zu einem globalen Phänomen heranwuchs. Es ist ein Ort, an dem die Energie der Musik & Gemeinschaft die Menschen verbindet und inspiriert. Das Buch Amplify Your Life teilt diesen Geist. Es zeigt, wie du die Energie des Rock’n’ Roll nutzen kannst, um dein Leben zu verbessern. Wie du das richtige Gleichgewicht zwischen »Laut« und »Leise« findest – mal voll aufdrehst, um die wilde Freiheit zu spüren, mal die leisen Töne anschlägst, um die Stille zu genießen. Die Balance ist entscheidend, um mentale Stabilität & Kontinuität und frische Kraft zu gewinnen.
Ich denke manchmal gerne an die Anfänge von Wacken vor 35 Jahren zurück. Wir hatten eine verrückte Idee, die wir mit viel Leidenschaft und klarer Vision (»EINFACHMACHEN!«) Wirklichkeit werden ließen. Genauso kannst du deine eigenen Träume auch leben – mit einer Mischung aus Mut, Entschlossenheit, Kreativität, Spaß und unermüdlichem Einsatz. Wie auf einer Bühne, wo jeder Moment zählt, helfen dir mentale Klarheit, Ausdauer und Fokus, das Beste aus dem Tag zu holen. Die Routine ist dann der Verstärker, der den Sound deines Lebens auf die 11 bringt. Und so sind es am Ende die vielen kleinen täglichen Schritte, die dich stark und bereit machen, jede Bühne zu rocken – egal ob Hinterhof oder XXL-Arena. Das Schöne an der ganzen Sache: Es ist völlig egal, wie alt du bist! Unsere Heldinnen und Helden auf der Bühne zeigen uns ja jedes Mal, dass Leidenschaft, Spielfreude und Begeisterung kein Alter kennen. Und das gilt natürlich auch abseits der Bühne, um dein Leben mit der gleichen Kraft, Ausdauer und Freude zu gestalten wie ein Headliner.
Dieses Buch ist definitiv nicht nur für Fans von Heavy Metal und Rock gedacht, sondern für alle, die ihr Leben auf ein neues Level heben möchten. Es zeigt, dass jeder zu jeder Zeit die Möglichkeit hat, seine Lautstärke nachhaltig zu regulieren und dabei gleichzeitig die innere Power zu maximieren. Hol dir also seitenweise Inspiration, dreh endlich auf und lass dich von den Autoren mitnehmen und inspirieren auf eine Reise zu mehr Klarheit, Freude und Power. Oder wie wir in Wacken sagen: Faster, Harder, Louder – aber immer schön mit Herz! See you in Wacken – rain or shine!
Im Juli 2025
Holger Hübner
Intro: For Those About to Read
Dein Powerbuch für mentale Gesundheit, die rockt!
Dieses Buch bringt zusammen, was auf den ersten Blick gegensätzlich erscheint: Achtsamkeit und Heavy Metal. Es trägt bewusst den Titel Amplify Your Life, auf Deutsch: Verstärke dein Leben. Wir meinen damit symbolisch einen Gitarrenverstärker, der standardmäßig bis Stufe 10 aufgedreht werden kann, wollen aber gemeinsam mit dir den Regler auf 11 drehen. Wir möchten dir das Leise im Laut aufzeigen und dein Leben verstärken. Wir laden dich ein, bewusst in die Welt von Musik und Klang, aber auch in die Welt der Energie einzutauchen. Denn du bist mit deiner puren Energie der Schöpfer deiner Realität, die im Hier und Jetzt erfüllend gelebt werden will. Mit einer kraftvollen Mischung aus mentaler Stärke, individuellen Rockstar-Routinen und der unbändigen Power des Rock’n’Roll wirst du zum Star, der die Bühne des Lebens rockt!
In der heutigen Zeit findet ständig Veränderung statt, sodass viele Menschen sich danach sehnen, etwas Vertrautes zu haben, zu dem sie stets zurückkehren können. Musik ist immer für uns da, sie fängt uns auf und empfängt uns, ganz gleich wie wir drauf sind oder welches Genre wir bevorzugen. Amplify Your Life ist unsere Einladung an dich, Musik und Frequenzen zu nutzen, um dich bewusster, gesünder, stärker und erfüllter zu fühlen. Aus markanten Songs der besten Rock- und Metal-Bands haben wir eine Setlist erstellt, die nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Fühlen, Erleben und Umsetzen einlädt. Wir, das sind Jana Solvejg, Mentaltrainerin und zertifizierter spiritueller Business-Coach mit Schwerpunkt Achtsamkeit, und Uwe Lerch, Marken-, Medien- und Rock-Experte. Unsere gemeinsame Geschichte begann im Herbst 2022. Nur wenige Wochen später entstand aus dieser Verbindung ein neues Magazinkonzept, das unsere Expertisen vereint: SOLVEJG – Das Mindful Metal & Rock Magazin.
Im ersten Teil, Rock Your Mind, zeigt dir Jana, wie du mit Achtsamkeit und Heavy Metal die Lautstärke in deinem Leben nachhaltig regulierst, und ermöglicht dir tiefe Einblicke in achtsame Kommunikation (auch mit dir selbst) sowie den Umgang mit mentalen Widerständen. Im zweiten Teil, Rock Your Self, stellt Uwe viele seiner täglichen Gewohnheiten vor und zeigt dir, wie du mit eigenen Rockstar-Routinen dein Leben mit mehr Energie und Achtsamkeit rockst. Im dritten Teil, Rock Your Age, beschäftigen wir uns gemeinsam mit Heavy Metal und dem Jungbleiben beim Älterwerden. On top erwarten dich in allen Kapiteln O-Töne von echten Rockstars – tiefe persönliche Einblicke, ihre Mentalmethoden und ihre Rockstar-Routinen.
Die Rockstar-Roadmap am Ende jedes Kapitels ist der Übergang zum digitalen Backstage-Bereich und einem Workbook mit themenbezogenen Reflexionsfragen und Handlungsaufforderungen. Vertiefe dich in deine Gedanken- und Gefühlswelt, bevor du tatkräftig und energiegeladen in die Umsetzung gehst. Entwickle damit dein Rockstar-Mindset weiter und werde die beste Version deiner selbst. Es ist unsere Aufforderung, ja vielleicht der nötige liebevolle Arschtritt, damit du endlich in die Umsetzung für ein verrockteres und zugleich entschleunigteres Leben kommst. Dieses Workbook findest du in unserem exklusiven Backstage-Bereich. Scanne dazu den QR-Code als deinen Backstage-Pass und entdecke dort außerdem eine Playlist mit allen Songs der Kapiteltitel sowie weitere Achtsamkeitsinstrumente.
Hier ist dein digitaler Backstage-Pass:
https://qrco.de/bfr9lF
Nimm dir nach jedem Kapitel mindestens 15 bis 30 Minuten Zeit für die Rockstar-Reflexion, um deinen Weg Richtung Rampenlicht fortzusetzen, gern auch länger oder mehrmals mit etwas Abstand dazwischen. Sei dabei geduldig mit dir, denn es ist wie im echten Rockstar-Leben: Es ist ein Prozess. Deine Transformation braucht neben deinem Burning Heart auch Zeit und Kontinuität. Also, bleib dran! Der lange, achtsame Atem wird dir helfen, durchzuhalten und deine Mainstage zu entern.
Jana über Jana
Liebevoll und mit ökologischem Bewusstsein bei meiner Mutter aufgewachsen, fand ich mit 16 Jahren über meinen ersten Freund mit Blind Guardian, Gamma Ray und Slayer zu meiner
ewig währenden tiefen Musikliebe. Meine Reise zu Achtsamkeit und Selbstbewusstsein – genauer: mir meiner Gedanken und Emotionen bewusst zu sein – begann jedoch 2011. Denn nach der Geburt meines zweiten Sohnes konnte ich endlich mal wieder auf ein Festival gehen, das Keep-It-True-Festival im baden-württembergischen Lauda-Königshofen. Kurz vor dem Auftritt meiner heiß ersehnten Bands Enforcer und Metalucifer bekamen mein damaliger Mann und ich einen Anruf: »Die Kinder verlangen nach euch, kommt bitte sofort nach Hause.« In Sekundenbruchteilen wichen Verbundenheit, Freude, Leichtigkeit, Losgelöstheit und meine Dankbarkeit, endlich wieder »leben« zu dürfen, den negativen Gefühlen, nämlich Verzweiflung, Hilflosigkeit, Traurigkeit, Wut. Wir vereinbarten, direkt nach beiden Bands, die zum Glück nur mit einer Band Abstand hintereinander spielten, abzufahren.
Als Enforcer loslegten, dachte ich zwar positiv »Ich lebe hier und jetzt!«, doch unbewusst gab ich mich den negativen Gefühlen hin und war emotional aufgelöst etwa anderthalb Stunden exzessiv am Headbangen. Seit meinem 16. Lebensjahr hatte ich dafür eine tolle Technik entwickelt, sodass ich normalerweise nur minimalen Nackenmuskelkater bekam. Doch an diesem Abend sollte mein letztes Mal Headbangen stattfinden. Mit den letzten Klängen von Metalucifer ging ich zu Boden, weil mir schwindelig wurde. Von Übelkeit geplagt, setzte ich mich ins Auto, und auf der rund dreistündigen Rückreise wurden einzelne Finger beider Hände taub. Statt nach Hause zu fahren, steuerten wir direkt das Krankenhaus in Trier an. Dort wurde via MRT das Schlimmste ausgeschlossen, doch letztlich verbrachte ich knapp zwei Wochen im Krankenhaus, ausschließlich ruhig auf dem Rücken, mit anschließender Physiotherapie gegen den extremen Schwindel, der mich anderthalb Jahre lang begleiten sollte.
Das war die schlimmste Zeit meines Lebens, in der ich Todesangst hatte, meine beiden kleinen Kinder vernachlässigen musste, sowieso schon Zerrissenheit aufgrund zweier Kinder spürte und nun nicht für sie da sein konnte. Ein MBSR-Kurs (Mindfulness Based Stress Reduction) ebnete mir den Weg zu meinem heutigen Leben. Ich begann, mich neben körperlicher Gesundheit (Healthset) auch mit ganzheitlicher Persönlichkeitsentwicklung für Geist (Mindset), Seele (Soulset) und Herz (Heartset) sowie mit mentaler Gesundheit in Form von Emotionskontrolle, mit Hochsensibilität (die auf mich zutrifft, wie ich herausfand) und vielem mehr zu beschäftigen, Weiterbildungen zu machen, um zertifizierter spiritueller Business-Coach zu werden und schließlich auch als Mentaltrainer Menschen Achtsamkeits- und Kommunikationstechniken mit auf den Weg zu geben. Ich rief zudem einen Podcast mit wertvollen Tipps namens Achtsamkeit Rocks ins Leben, der mittlerweile jedoch nur sporadisch mit neuen, zeitlosen Folgen gefüllt wird.
Uwe über Uwe
Seit über vier Jahrzehnten bestimmt die Magie der Gitarrenriffs mein Leben. Alles begann im Teenageralter, als mich Bands wie AC/DC, Deep Purple und Kiss begeisterten. Anfang der 1980er-Jahre überrollte mich die New Wave Of British Heavy Metal, und ich tauchte tief ein in eine fast schon elitäre Szene: den Austausch von Demokassetten per Post – das »Social Media« der damaligen Zeit. Gemeinsam mit meinem Grundschulfreund Holger Stratmann baute ich ein internationales Netzwerk auf, das uns im Sommer 1983 dazu führte, das Magazin Rock Hard zu gründen. Wir standen in der ersten Reihe der aufblühenden Metal-Szene, trafen aufstrebende Bands wie Metallica, Slayer, Anthrax oder Overkill bei ihren ersten Europa-Shows und erlebten hautnah die Explosion der deutschen Metal-Szene mit – bekannt als die Teutonic Revolution. Nach vier aufregenden Jahren in dieser Pionierzeit entschied ich mich, mein Studium abzuschließen, und startete 1990 meine Karriere bei CBS, später Sony Music, in der Musikindustrie. Aufgrund meiner Begeisterung für Rockballaden wurde ich schnell verantwortlich für die bereits existierende Compilation-Reihe KuschelRock. In den 1990er-Jahren durfte ich diese Serie zur erfolgreichsten Sampler-Reihe der Welt ausbauen – über 30 Millionen verkaufte Einheiten in etwas mehr als einem Jahrzehnt sprechen für sich. Später führte mich mein Weg in die Welt des digitalen Musikfernsehens. Viele Jahre lang stand ich vor und hinter der Kamera für den Sender iMusic1. Seit 2019 teile ich meine Leidenschaft für Rockmusik als Podcaster mit The Blog Of Rock, der auf allen Plattformen und in der App des Rock-Radiosenders Radio BOB! verfügbar ist. Ich habe das große Glück, mein Hobby zu meinem Beruf gemacht zu haben, und bin unendlich dankbar für all die Erfahrungen und Begegnungen, die ich dadurch erleben durfte.
Mitte 2022 warf ein schwerer Schicksalsschlag mein Leben komplett aus der Bahn – ohne jede Vorwarnung. Wochenlang fühlte ich mich orientierungslos und kraftlos, meine gesamte Planung für die Festivalsaison fiel ins Wasser. Das Schlimmste dabei: Ich hatte keine Lust mehr, Musik zu hören – dabei war sie für mich immer eine Quelle der Energie und Freude gewesen. In dieser düsteren Phase lernte ich Jana kennen. Sie lud mich zu ihrem Onlineseminar Rock Your Mind ein. Die Themen Achtsamkeit, Fokus, Positive Energie waren mir zwar bekannt, aber Jana brachte sie in die Sprache des Rock’n’Roll. Das war etwas Besonderes! Sie forderte uns sogar auf, während des Seminars ein Band-Shirt zu tragen. Neugierig und in einer meiner schwersten Stunden ließ ich mich darauf ein – mit einem Lynyrd-Skynyrd-Shirt als Begleiter.
Dann geschah etwas, das ich bis heute als »magisch« bezeichne: Durch Janas Coaching, weiterführende Gespräche, vertiefende Begleitvideos und tägliche Achtsamkeitskommunikation über WhatsApp fand ich allmählich ins Hier und Jetzt zurück. Ich bekam mein Leben wieder in den Griff und schwenkte aus meinem inneren Blues wieder auf den Rock um. Mein Rock’n’Roll-Lebensgefühl, mein Rockstar-Feeling, kehrte zurück und mit ihm meine Leidenschaft für Musik. In dieser Phase begegneten mir im Radio Be Good To Yourself von Journey und Here I Go Again von Whitesnake – zwei tausendfach gehörte Songs, doch jetzt wurde ich von den bedeutsamen Texten so gecatcht, dass ich wieder anfing, mich gezielt und achtsam um mich zu kümmern, vor allem um meinen Körper. Mit jeder Laufeinheit, jedem Liegestütz und jedem Sit-up, aber auch jeder bewussten mentalen Verschnaufpause in Form von Meditation oder persönlicher Weiterentwicklung zum Hören wurde ich zu einem kleinen Biohacker, der das Optimum aus Körper und Geist herausholen wollte. Es war, als hätte bei mir der AC/DC-Blitz eingeschlagen, der mich energetisierte – und mir zudem die Inspiration zu diesem Buch gab. Ich wollte schon länger einen Ratgeber über meine täglichen Routinen machen, da mich immer öfter Leute angesprochen haben, warum ich mit meinen mittlerweile 60 Jahren immer noch so fit und jugendlich wirke.
Werde vom Opener zum Headliner deines Lebens!
Amplify Your Life ist dein zuverlässiger Tourbegleiter für ein achtsameres, selbstwirksames Leben. Dieses Buch ist für dich die beste Wahl, wenn du Rockfan bist und dein Leben auf unkonventionelle Weise managen willst: mit Achtsamkeit. Nutze deinen Backstage-Pass und entdecke mit Selbstreflexion deinen inneren Rockstar. Lerne, dich zu fokussieren, um den richtigen Takt für dein Leben zu finden. Bring mehr Spaß, Leidenschaft und eine Prise Rebellion in deinen Alltag, um die Bühne deines Lebens selbstbewusst mit rockigen Klängen zu erobern. Nutze achtsame Kommunikation, um Beziehungen zu vertiefen, deine Ausstrahlung zu stärken und deine Performance zu optimieren. Verabschiede dich von deinen Selbstzweifeln, und entwickle Selbstvertrauen, um in Zukunft jeder Herausforderung mit der Gelassenheit eines Rockstars zu begegnen.
Dass es funktioniert, können wir mit doppelter Power bestätigen: Wir haben zahlreiche Methoden in schwierigen Lebensphasen getestet – sei es im schnelllebigen Musikgeschäft oder in persönlichen Krisen. Die Kombination aus strukturierten Rockstar-Routinen, mentalen Techniken und der Power des Rock’n’Roll hat uns geholfen, gestärkt daraus hervorzugehen, und hilft uns weiterhin täglich, gemeinsam noch intensiver und bewusster auch unsere Beziehung zu leben. Unsere Erfahrungen und Erkenntnisse teilen wir gerne mit dir, damit du auf deiner Mainstage noch heller strahlst und deinen größten Gig voller Energie rocken und genießen kannst. Denn: Das Leben ist zu kurz für leise Musik– entdecke jetzt die kraftvolle Verbindung von Achtsamkeit und Heavy Metal! Wir helfen dir als erfahrene Tourmanager hinter den Kulissen, deinen eigenen Sound zu finden und deine persönliche Setlist für ein achtsames, energiegeladenes Leben zu gestalten.
Jana & Uwe
TEIL 1
ROCK YOUR MIND
Exzessiv, rebellisch und hedonistisch, so war das Leben vieler Rockstars vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren, ganz nach dem Motto »Sex, Drugs and Rock’n’Roll«. Viele Musiklegenden ließen nichts aus, schafften es mit Alkohol- oder Drogenexzessen und durchfeierten Nächten auf die Titelseiten der Klatschpresse – und viel zu viele wurden deshalb leider auch Mitglied im »Club 27«. Musiker wie Jimi Hendrix starben an den Folgen ihres exzessiven Lebensstils, andere wie Kurt Cobain zerbrachen an psychischen Krisen.
Während Exzesse früher zum Image gehörten, stehen viele Rockstars heute für ein anderes Lebensmodell, um mit dem Druck in der Musikbranche und dem Tourstress besser umzugehen. Sie sprechen offen über frühere Alkohol- oder Drogenprobleme und leben abstinent, sie reden über mentale Herausforderungen wie Depressionen oder Burn-out, ernähren sich gesundheitsbewusst, halten sich körperlich und geistig fit und betonen, wie wichtig ihnen Ausgeglichenheit und seelische Gesundheit sind. Achtsamkeit ist für sie kein Fremdwort, sondern eine Lebenseinstellung.
Okay, nicht jeder von uns steht Nacht für Nacht auf der großen Bühne, aber das heißt nicht, dass unser Alltag weniger laut, intensiv oder anspruchsvoll ist. Und wir müssen in verschiedenen Lebensbereichen performen. Hand aufs Herz: Das Leben fühlt sich oft wie eine endlose Zugabe an, oder? Achtsamkeit hilft dir, klarer, fokussierter und entspannter zu leben – ganz ohne Esoterik-Kitsch, wenn das nicht dein Ding ist. Finde deinen eigenen Rhythmus und entwickle ein nachhaltiges Rockstar-Mindset!
Achtsamkeits-Basics für ein entschleunigtes Rockstar-Leben
I Won’t Back Down – Tom PettyDurch Achtsamkeit zu mehr »Bewusst-Sein«
Manche Dinge, die uns widerfahren, können wir nicht beeinflussen, und oft genug haben wir das Gefühl, dass die Welt uns gnadenlos herumschubst. Doch es gibt zahlreiche Dinge, die wir in der Hand haben – und die einzig und allein wir ändern können. »Hey baby, there ain’t no easy way out«, singt Tom Petty, doch wenn du geduldig und beharrlich bleibst, wird sich die Welt so für dich verändern, dass du dein Rockstar-Feeling spüren und dein Rockstar-Leben nach deinen Vorstellungen gestalten kannst!
ROCKFACT
Tom Petty hatte mit seiner Band The Heartbreakers bereits sieben vor allem in den USA erfolgreiche Alben veröffentlicht und galt als einer der besten Songwriter der Branche. Und als einer mit einem ganz starken Rückgrat. Bereits nach dem zweiten Album focht er einen ungleichen Kampf gegen die Windmühlen der Plattenfirma aus, die ihm vorher mit einem windigen Vertrag seine Rechte abgeluchst hatte. Petty gewann den Prozess und setzte damit ein starkes Zeichen für alle Künstler, die nach ihm kamen.
1989 veröffentlichte Tom Petty mit Full Moon Fever sein erstes Soloalbum – unter Mitwirkung prominenter Mitstreiter: Im Video zu I Won’t Back Down sieht man die »halben« Beatles mit Ringo Starr am Schlagzeug und George Harrison an der Gitarre sowie den Co-Produzenten des Albums, Jeff Lynne – den Boss des Electric Light Orchestra. Der Hintergrund des Songs ist krass: Kurz vorher hatte ein Brandstifter das Haus der Pettys angezündet, als Tom am Geburtstag seiner Frau mit der Familie beim Frühstück saß. Es brannte komplett ab – bis auf den Keller, wo das Aufnahmestudio war. Als Antwort darauf schrieb Tom diesen Song und signalisierte damit dem Täter, der leider nie gefasst wurde: »Ich lasse mich nicht unterkriegen!« Dennoch zog er es vor, das Wort »fire« nicht mehr in seinen Texten zu verwenden.
Ich liebe diesen Song, denn er spricht mir aus der Seele: »Well I know what’s right / I got just one life / In a world that keeps on pushin’ me around / But I’ll stand my ground and I won’t back down«. Bei mir ist es beispielsweise so, dass ich oft intuitiv spüre, was richtig oder falsch für mich ist, und je nachdem, wie ich mich entscheide, breitet sich ein extrem ungutes oder aber ein absolut wohliges Gefühl in mir aus.
Mit 22 Jahren traf ich eine Entscheidung, die von meinem Umfeld sehr kritisch gesehen wurde, doch ich habe sie nie bereut: Ich kündigte mein Arbeitsverhältnis, weil mein Urlaubsantrag für das Wacken Open Air nicht genehmigt wurde. Okay, das war nicht der einzige, aber einer der ausschlaggebenden Gründe. Ich fühlte mich in dieser Firma schon länger nicht mehr wohl. Meine Konsequenz war, diesen Zustand nicht länger hinzunehmen, sondern meinem Herz, meinem Bauchgefühl zu folgen. Glücklich und beseelt, fuhr ich nach Wacken, hatte eine tolle Zeit – und bald darauf einen neuen Job. Besser geht’s doch nicht! Wäre ich nicht gegangen, wäre ich im Unzufriedenheitsmodus geblieben. Damals hatte ich noch keine Ahnung von Achtsamkeit, Selbstbewusstsein und Selbstreflexion. Rückblickend wäre ich in so vielen Situationen unendlich dankbar für mein heutiges Wissen gewesen! Daher möchte ich dir so viel wie möglich mitgeben, sodass du ein neues Instrument nutzen kannst, um dein Leben zu verschönern: die Achtsamkeit.
Das Großartige an der Achtsamkeit ist, dass sie dich bei allem, was du tust, beschenkt, indem sie dich zurück in die Gegenwart bringt. Sie ermöglicht dir mentale Inseln der Ruhe und des Friedens im hektischen Alltag und lässt dich alle Sinneseindrücke noch intensiver erleben – allein, aber auch gemeinsam mit anderen, zum Beispiel auf Konzerten und Festivals. Michael Kiske von Helloween kleidet diesen Grundgedanken in schöne Worte: »Präsent im Moment zu sein ist Voraussetzung dafür, überhaupt in der Wirklichkeit zu leben. Die letzte Sekunde ist vergangen, die nächste noch nicht da, also noch nicht real. Wenn wir dieses Jetzt verschlafen, leben wir gar nicht wirklich.«
Musik ist weit mehr als Unterhaltung – sie begleitet uns in allen Lebenslagen, gibt uns Halt, verstärkt Gefühle oder hilft uns, Emotionen zu regulieren (mehr dazu im Kapitel Music). Ein extrem gutes Gefühl stellt sich auch bei vielen Musikern nach stundenlangem Üben ein, das einer Belohnung gleichkommt, weil sie zum Beispiel schwierige Stücke meistern konnten. Laut Studien konnte eine erhöhte Dopaminausschüttung nicht nur beim Spielen eines Instruments, sondern schon beim Hören bestimmter musikalischer Passagen beobachtet werden. Dopamin spielt als sogenanntes Glückshormon eine entscheidende Rolle für die Neuroplastizität im Gehirn und beeinflusst maßgeblich das Gedächtnis. Musizieren und gemeinsames Hören von Musik hat einen positiven Effekt auf unser Wohlbefinden und bringt Menschen zusammen.1 Musik wird sogar bei medizinischen Behandlungen eingesetzt und ermöglicht, Sorgen und Gefühle der Angst zu reduzieren. Sie ist heute im klinischen Bereich keine Seltenheit mehr.2
Vielleicht hast du es selbst schon erlebt: Ein bestimmter Song läuft, und plötzlich fühlst du dich energiegeladen, melancholisch oder total entspannt. Bei mir ist das definitiv so! Musik ist wie ein emotionaler Verstärker, der uns mit Erinnerungen, Sehnsüchten und inneren Bildern verbindet. Doch allzu oft läuft sie nur nebenbei, begleitet uns beiläufig durch den Tag. Was passiert, wenn du dir wirklich Zeit nimmst, in einen Song oder ein Album einzutauchen? Wenn du bewusst hinhörst, statt Musik nur im Hintergrund zu konsumieren? Musik kann zu einer tiefen Erfahrung werden – sogar eine Reise in dein Innerstes, wenn du es zulässt.
Deine Lieblingsmusik kann eine große Hilfe sein, um einen klaren Kopf zu bekommen und dich von negativen Gedanken zu befreien, indem du genüsslich deinen Topalben lauschst, in andere Welten abdriftest und auf deren Wellenlänge mitschwingst. So kannst du abschalten beziehungsweise umschalten. Klar, das löst dein aktuelles Problem nicht, denn sobald das Album oder die Playlist durchgehört ist, kommt der Alltag wieder – und mit ihm all die Herausforderungen, denen du dich derzeit stellen musst. Nur wenn du dich gut kennst, kannst du für dich einstehen und deinem Burning Heart leidenschaftlich und beharrlich folgen. Achtsamkeit hilft dir, das störende Knistern und Rauschen von der Schallplatte deines Lebens zu entfernen und deine wahren Songs wieder glasklar zu hören und zu genießen.
Falls du regelmäßig Musik hörst (wovon ich einfach mal ausgehe), führe mal eine Woche lang ein Musik-Tagebuch. Schreib auf, welche Songs du gehört hast, in welcher Stimmung du warst und ob und inwiefern sich deine Laune dadurch verändert hat – oder eben nicht. Dies hilft dir dabei, Muster zu erkennen und Musik gezielt zur Emotionsregulation einzusetzen. Wie das genau geht, erfährst du im Kapitel Music. Erst mal geht es ums bewusste Wahrnehmen.
ROCKSTARROADMAP
Feel the Sound – Als einzelner Fan oder gemeinsam in der Crowd
Ich lade dich ein, Musik einmal anders zu erleben: achtsam und voller Neugier. Vielleicht wirst du überrascht sein, welche Emotionen in dir aufsteigen, welche Erinnerungen wach werden oder welche Botschaften du in den Texten entdeckst, wenn du tief in dich hineinhörst. Also: Lehn dich zurück, drück auf »Play« und lass dich auf den Wellen der Musik treiben!
Schnapp dir deine Lieblingsplatte und hör aufmerksam die einzelnen Songs durch. Lass die Melodien, die Rhythmen, aber auch die Worte auf dich wirken.
Was macht der Song auf emotionaler Ebene mit dir? Spürst du Freude, Gelassenheit, Sehnsucht, Melancholie oder innere Unruhe?Was macht der Song auf körperlicher Ebene mit dir? Klopfst du unbewusst mit dem Fuß mit? Wippt dein Kopf? Spürst du, wie dein Herzschlag sich verändert? Hast du Gänsehaut?Gibt es Momente, in denen du dich entspannter oder angespannter fühlst? Welche sind das, und woran könnte es liegen?Was bedeutet der Songtext für dich? Gibt es eine Zeile, die dich besonders berührt oder dir aus der Seele spricht? Schreib sie dir als Zitat auf!Tauchen Erinnerungen vor deinem geistigen Auge auf? Denkst du an eine bestimmte Lebensphase, an Menschen oder Orte? Notiere deine Assoziationen und überlege, warum gerade dieser Song diese Flashbacks hervorruft.Falls du mit einem oder mehreren Menschen zusammenlebst, könnt ihr regelmäßig einen Schallplatten- oder Musikabend veranstalten wie ein kleines Ritual. Jeder bringt seine aktuelle Lieblingsplatte mit – egal welches Genre –, und ihr hört bewusst zu, tauscht euch darüber aus und entdeckt neue Klänge über euren Schallplattenrand hinaus.
Fang am besten gleich an, lerne die Achtsamkeit und dich besser kennen und: »Catch that magic moment. Right Now!«
Right Now – Van HalenDie kraftvolle Verbindung zwischen Achtsamkeit und Heavy Metal
Uwe und ich sehen eine starke Verbindung zwischen Achtsamkeit und Metal – und damit sind wir nicht alleine. Mille Petrozza von Kreator sagt dazu: »Achtsamkeit bedeutet für mich, achtsam mit mir selbst und meiner Umgebung umzugehen. Mich selbst und andere für das, was sie sind, zu respektieren. Mehr Metal geht für mich eigentlich nicht.« Und Danny Vaughn von Tyketto meint: »Viele von uns müssen lernen, besser auf ihren Körper aufzupassen, das ist bestimmt eine gute Idee. Ich weiß nicht, wo das alles hinführt, aber Achtsamkeit hält endlich Einzug in den Rock’n’Roll. Wir haben diese negativen Beispiele immer wieder gesehen – bei Elvis, Amy Winehouse und vielen anderen.«
Van Halens Song Right Now thematisiert beispielsweise Achtsamkeit, denn Sammy Hagar besingt, dass wir im Hier und Jetzt leben sollen: »Catch that magic moment / And do it right here and now / It means everything.«
ROCKFACT
Right Now vom 1991er-Album For Unlawful Carnal Knowledge ist mehr als ein weiterer erfolgreicher Track einer der herausragendsten US-Rockbands aller Zeiten – der Song ist ein Manifest für das Leben! Der Augenblick ist alles, was zählt. Dieser Track markierte einen Wendepunkt in der Bandgeschichte hin zu mehr Tiefgang. Das Video war vollgepackt mit Botschaften persönlicher und politischer Art und gewann mehrere Preise bei den MTV Music Awards. Sammy Hagar bezeichnete den Text später als einen der besten, den er je geschrieben habe. Er wollte keinen Song mehr über Sex schreiben, er wollte eine nachhaltige Message. Die Pianomelodie hatte Eddie Van Halen bereits in den 1980er-Jahren komponiert, aber dem ursprünglichen Van-Halen-Frontman David Lee Roth hatte diese »Klaviermusik« nicht gefallen.
Right Now war ein Weckruf für eine Generation, die gerade den partylastigen Hair und Melodic Metal der 1980er-Jahre hinter sich gelassen hatte (wobei Van Halen hier auch ordentlich Gas gegeben hatten) und zum Start in die 1990er-Jahre mit dem schwermütigeren und nachdenklicheren Grunge aufwartete. Das energiegeladene Piano und Sammy Hagars leidenschaftliche Stimme unterstrichen den Aufruf und den Drang nach Veränderung. Die Message: »Hör auf, auf morgen zu warten, dein Leben passiert jetzt!«
»Achtsamkeit ist eine Liebesbeziehung, die Einladung, das Leben so zu leben, als wäre es in jedem zeitlosen Moment wirklich wichtig – und das ist es auch, mehr, als man denkt …«, formuliert es Jon Kabat-Zinn auf seiner Website.3 Wer aktiv werden und Veränderungen einleiten möchte, dem empfehle ich einen MBSR-Kurs nach Jon Kabat-Zinn, mit dessen Hilfe auch ich meinen schönen Weg gefunden habe. Dabei lernst du, deine Körperempfindungen und mentalen Zustände bewusst wahrzunehmen und nachhaltig Stress abzubauen und dein Wohlbefinden zu steigern. Um den Begriff Achtsamkeit zu erklären und sofort von dem uralten Klischee der Yogi-Teebeutelwerfer, Räucherstäbchenanzünder und Klangschalentrommler und all dem Esoterik-Kitsch wegzukommen: Achtsamkeit bedeutet, gänzlich wertfrei im gegenwärtigen Moment zu sein. Nicht mehr, nicht weniger. Das bedeutet, du bist in deiner neutralen Zone und frei von Emotionalität. All deine Sinne sind ausschließlich zum Wahrnehmen, nicht zum Bewerten da. Probier es gleich mal aus, wenn du magst!
Schallplattenhören im Achtsamkeitsmodus
Stell dich vor dein Plattenregal. Zieh intuitiv eine Schallplatte heraus oder such dein aktuelles Lieblingsalbum aus.
Sieh dir das Plattencover mit seinen Schriftzügen und dem farbigen Cover-Aufdruck ganz genau an. Was siehst du?
Schnuppere an der vielleicht schon etwas in die Jahre gekommenen Plattenhülle und an deinem Vinyl und tauche tief in die Geschichte deiner Schallplatte ein.
Fühle die transparente Hülle, die deine LP schützt, streiche mit den Fingerspitzen darüber. Zieh dann behutsam das Album aus der Plastikhülle. Nimm den Material- und den Temperaturunterschied wahr. Als Plattenliebhaber ziehst du weiche Schutzhandschuhe an, um die Schallplatte aus der Innenhülle zu nehmen. Doch auch damit spürst du etwas, zum Beispiel den zarten Druck und das Gewicht der Platte – vielleicht ist es ja sogar eine 180-Gramm-Vinyl –, während du sie auf den Plattenspieler legst.
Höre all die verschiedenen Geräusche, die deine Aktionen erzeugen. Insbesondere, wenn die Platte auf dem Plattenteller liegt und du alle Regler hochdrehst und nach dem ersten Rauschen und Knacksen die ersten Klänge vernimmst.
Lausche bewusst und aufmerksam den Liedern, achte dabei auch eine Weile einzeln auf die Instrumente, fokussiere dich auf eines nach dem anderen.
Alternativ kannst du die Musik jetzt einfach nur genießen und dir während dieser Musikpause achtsam ein Getränk einschenken. Nimm die Temperatur deines Getränks an den Lippen und im Mund wahr, während du deine Augen schließt und dich nach der wertfreien Achtsamkeitszeit genüsslich auf deinen Lieblingsplatz setzt und dich mit all deinen erfüllenden Gefühlen der Musik hingibst. Lass dir den vollen Geschmack auf der Zunge zergehen und sei im Hier und Jetzt.
Achtsamkeit in der Stille
Im Alltag gibt es jede Menge Möglichkeiten, Achtsamkeit zu üben und mit ihrer Hilfe die Wahrnehmung zu schärfen. Bleib beim nächsten Spaziergang im Grünen ganz bewusst stehen. Nun kommen deine Sinne einzeln zum Einsatz:
Schließ die Augen, um äußere Reize erst mal auszuschalten und deinen Fokus ausschließlich auf deine übrigen Sinne zu richten.Atme die frische, klare Luft bewusst und tief ein – nimm dabei auch die Temperatur und den Fluss dieses Lebenselixiers in deinem Körper wahr. Was riechst du? Vielleicht blühen Bäume oder Blumen in deiner Nähe? Nimm ein paar Blätter oder ein bisschen Erde in die Hand und schnuppere daran.Lausche, welche Geräusche dich umgeben. Sind Vögel, Autos, das Rauschen eines Baches oder menschliche Stimmen zu vernehmen?Untersuche mit deinen Händen oder Füßen das, was dich unmittelbar umgibt: Steine, Blätter, Baumrinde, Sträucher, Erde etc. Fühlt es sich kalt, warm, rau, weich, schleimig oder pelzig an?Öffne nun die Augen und beobachte ganz bewusst deine Umgebung: Was siehst du? Achte auf Einzelheiten und heb deinen Blick auch Richtung Himmel. Wie sehen die Baumkronen aus? Bewegen sich die Blätter im Wind? Siehst du Wolken, Sonne, ein Flugzeug oder Vögel?Alle Sinne für mehr Achtsamkeit
Selbst in einer extrem lauten Umgebung wie auf einem Rockkonzert oder Festival kannst du im Hier und Jetzt mit allen Sinnen präsenter sein:
Betrachte die Metal-Logos auf den T-Shirts oder die Patches auf den Kutten.Achte auf die einzelnen Instrumente der Band, die gerade spielt.Rieche die Dixi-Klos, den Wacken-Matsch, wenn die Sonne daraufscheint.Schmecke das kühle – oder schon warme – Bier.Fühle, wie du im Moshpit mit anderen Headbangern körperlich in spürbarem Kontakt bist, deine Kumpels umarmst oder deine blauen Flecken begutachtest.Spüre die Zusammengehörigkeit der Community in deinem Herzen.Indem du diese »sinn-vollen« Übungen umsetzt, beschenkst du dich. Du findest in diesen gegenwärtigen Momenten nicht nur mit deinem Körper Ruhe, auch dein Geist hat Urlaub, konzentriert sich auf die Gegenwart und ermöglicht dir Frieden.
Ralf Scheepers von Primal Fear hat seinen Weg gefunden, um Achtsamkeit zu leben: »Wenn es um das Thema Achtsamkeit mit mir selbst geht, nutze ich mein fast tägliches Training, um dies umzusetzen. Deswegen habe ich beim Sport auch einen Gehörschutz an und bin in meinem Tunnel. Ich höre keine Musik (da ich ja den ganzen Tag Musik mache, ob das nun laut oder in einer angenehmen Lautstärke ist), schalte alles um mich herum ab und fokussiere mich auf mein Training. Dies ist mein täglicher Ausgleich, und damit fahre ich ganz gut.«
Achtsamkeitsübungen wie die Konzentration auf deine Sinne und die kontrollierte Atmung helfen dir nicht nur kurzfristig im hektischen Alltag, um dich zu entschleunigen und zu beruhigen, sondern auch bei lang anhaltenden Stressphasen. Um deinen Körper, der ständig unter Druck steht, zu schützen, kannst du mit bewährten Mentaltechniken entgegenwirken, langfristig Stress reduzieren und beanspruchenden Phasen gegenüber Resilienz aufbauen. Denn ständige Hochs beanspruchen deinen Körper ebenso wie ständige Tiefs. Wenn du beispielsweise deine Arbeit total gerne machst, dich positiv getrieben fühlst und deshalb keine Pausen machst und vergisst zu essen, kann das auf Dauer für deinen Körper belastend sein.
Mehr Ruhe in stressigen Situationen
Dis-Stress (»schlechter« Stress) und Eu-Stress (»guter« Stress) sind sich in den körperlichen Reaktionen sehr ähnlich. Die Adrenalinausschüttung bewirkt in beiden Fällen, dass sich unter anderem die Herzfrequenz erhöht und der Blutdruck steigt. Der feine Unterschied ist, dass bei gutem Stress auch Serotonin ausgeschüttet wird und somit Glücksgefühle ausgelöst werden.4 Hält Stress nur kurz an, verkraftet dein Körper das ganz gut, vergleichbar damit, wie du bei einem energiegeladenen Konzert im Moshpit abgehst. Bleibst du aber länger im »Moshpit-Zustand« – über Tage, Wochen oder gar Monate oder Jahre –, kannst du dich irgendwann vom Moshpit-Boden abkratzen lassen.
Um diesen Zustand möglichst zu verhindern, kannst du in akuten Stresssituationen beispielsweise mit einer tiefen Bauchatmung mit langsamem, tiefem Atmen den körperlichen Entspannungsmodus einleiten. Auch die mehrmalige Wiederholung der 4–7–8-Atmung (vier Sekunden einatmen, sieben Sekunden halten, acht Sekunden ausatmen) oder das Box-Breathing (vier Sekunden einatmen, vier Sekunden halten, vier Sekunden ausatmen,vier Sekunden halten) sind gute Methoden, um deinen Körper und dein Nervensystem bewusst zu beruhigen und deinen Geist ins Hier und Jetzt zurückzubringen. Eine weitere Möglichkeit ist, dich nicht für einen Fehler zu verurteilen, sondern dich wie einen guten Freund zu behandeln und dich in Selbstmitgefühl statt in Selbstkritik zu üben. Helfen kann auch ein positives Zukunftsbild, das du dir mit den dazugehörigen Gefühlen vorstellst, also visualisierst, wie du eine stressige Situation erfolgreich meisterst (mehr dazu im Kapitel Don’t Stop Believin’).
Du kannst natürlich immer einen Mix aus verschiedenen Mentaltechniken nutzen, je nachdem was du in dem Moment gerade brauchst, um dein Stresslevel zu reduzieren und die Stressursachen erfolgreich anzugehen.
ROCKSTARROADMAP
Mentaler Moshpit – das Line-up deiner Gedanken und Gefühle
Im echten Moshpit lässt dich – zumindest nach meiner Erfahrung – niemand liegen, es gibt zahlreiche helfende Hände, die dich unterstützen. Im Gegensatz dazu können deine Gedanken und Gefühle im unbewussten Zustand eine gefährliche Eigendynamik entwickeln – und sie treiben dich immer weiter, bis dein Körper und dein Geist irgendwann nicht mehr können. Du kannst deine eigene helfende Hand werden, indem du dir deiner gefühlt Tausenden negativen Gedanken bewusst wirst und sie nach und nach besänftigen lernst, um wieder unbeschwerter abrocken und dein Leben mit mehr Leichtigkeit leben zu können.
Stell dir eine Woche täglich die folgenden Fragen und notiere zunächst deine negativen und positiven Gedanken und Gefühle:
Was in deinem Leben empfindest du als Last, Stress oder Druck – egal in welchem Kontext?Wie häufig am Tag fühlst du diesen Schmerz und Druck?Welches sind deine häufigsten belastenden Gedanken am Tag?Welche Gedanken würdest du gerne loslassen, um dich leichter zu fühlen?Was ist notwendig, um diese Gedanken loszulassen?Was lässt dich Leichtigkeit und Freude empfinden?Welche Gedanken würdest du am liebsten ständig denken?Deine Antworten steigern dein »Selbst-bewusst-Sein«. Du hast deine schlimmsten Stressauslöser identifiziert und darüber nachgedacht, was dir Glücksgefühle beschert. Das ist der erste Schritt zur Veränderung!
Überlege nach dieser Woche, wie du deinen Zustand zum Besseren verändern kannst. Wenigstens ein bisschen. Welcher kleine Schritt ist heute möglich, um deinem Rockstar-Feeling näherzukommen?
Right Now beginnt deine Reise zum Peace Of Mind, um dir dauerhaft mehr Ruhe und Harmonie in dieser lauten Welt zu schenken.
Peace Of Mind – BostonDie Relevanz von mentaler Gesundheit
Boston vermitteln in ihrem Song Peace Of Mind: »Lots of people have to make believe they’re livin’ / Can’t decide who they should be.« Damit du sein kannst, wer du wirklich sein möchtest, ist es wichtig, dein Leben nach deinen Herzenswünschen und Sehnsüchten auszurichten. Doch um zu hören, wonach dein Herz sich sehnt, brauchst du Ruhe und inneren Frieden statt Hektik und Stress.
ROCKFACT
Die Band Boston aus Boston, Massachusetts, ist (oder war) in erster Linie Gitarren-Mastermind Tom Scholz mit einer langen Liste beteiligter Musiker. Peace Of Mind war eine Hommage an das Verlangen nach einer Balance zwischen beruflichem Erfolg und persönlicher Erfüllung, ja fast schon eine Art Rockmeditation über die Suche nach innerem Frieden.
Der Track gehört zu den Highlights von Bostons Debutalbum von 1976. Scholz schrieb ihn in seinem Kellerstudio, noch bevor er einen Plattenvertrag hatte. Zu dieser Zeit arbeitete er als Ingenieur bei der Film- und Kamerafirma Polaroid und entschied sich dann, seiner Leidenschaft für Musik und Perfektion an der Gitarre zu folgen. Er träumte von einer aufregenden Künstlerkarriere statt von einer langweiligen Business-Laufbahn. Sein Traum wurde wahr – auch wenn wir uns noch viel mehr Musik von ihm gewünscht hätten.
Ob die Band aktuell noch existiert, ist unklar, denn die Homepage wurde seit 2017 nicht mehr aktualisiert. Allerdings gab es immer wieder Gerüchte um ein neues Album. Doch ihre Songs mit den kraftvollen Harmonien durch die doppelten Leadgitarren, die Scholz mittels eines eigens entwickelten Effektgeräts namens Rockman erzeugte, werden noch lange den Test of Time überstehen.
Stell dir vor, deine Lieblingsband soll bald in deiner Stadt spielen. Du sitzt total aufgeregt vor dem Rechner oder am Smartphone, denn bald geht der Ticketverkauf live. Auch deine Freunde kleben an den Bildschirmen und wollen Eintrittskarten ergattern. Wie cool wäre es, wenn ihr wieder mal gemeinsam auf ein Konzert gehen könntet! Euch ist natürlich klar, dass die Tickets heiß begehrt sind. Jetzt ist es so weit: Es ist 10 Uhr. Der Ticketverkauf ist eröffnet. Juhu! Aber dann passiert der Worst Case: Die Shop-Seite ist überlastet, und du fliegst aus dem System! Adrenalin schießt durch deinen Körper, und dein Puls geht hoch. Hektisch lädst du die Seite mehrmals neu – ohne Erfolg. »Shit!«, fluchst du laut. Was jetzt? Du kontaktierst sofort die anderen und fragst, ob es bei ihnen klappt und ob dir jemand eine Karte mitbestellen kann.
Puh, beim Schreiben dieser Zeilen bin ich doch leicht nervös geworden … Da kamen einige Erinnerungen hoch, weil es mir schon mehrfach genauso ergangen ist.
Was ich dir damit sagen möchte: Selbst wenn du nur an eine Situation aus der Vergangenheit denkst, geschieht in der Gegenwart etwas mit deinem Körper. Im Klartext heißt das, dass in dem Moment das sympathische Nervensystem aktiviert ist, das für die Leistungssteigerung des Körpers zuständig ist, wie ein Verstärker, der ohne dein Wollen auf volle Lautstärke gedreht wird und die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Cortisol veranlasst. Adrenalin erhöht den Herzschlag, und die Atmung wird beschleunigt, wodurch die Muskeln mit mehr Sauerstoff versorgt werden. Das Cortisol bewirkt, dass Glukose im Blut freigesetzt wird, um Energie für die Kampf-oder-Flucht-Reaktion bereitzustellen. Zeitgleich geschieht etwas, das du, wie im Beispiel verdeutlicht, intensiv wahrnehmen kannst: Dieses unangenehme, beengende, knotige Gefühl in der Magengegend kommt auf. Dieses Gefühl entsteht durch die Aktivierung des Solarplexus (Sonnengeflecht/Bauchgefühl) und geht mit Empfindungen von Angst, Übelkeit oder auch Wut einher. Du spürst die Auswirkungen deiner Gedanken umgehend in Form dieser emotionalen Energie. Deine »E-motionen« sind Energie in Bewegung und beeinflussen deinen Körper unmittelbar.
Jeder Gedanke erzeugt Energie, die – je nach Empfindung – in bestimmte Regionen des Körpers gelenkt wird. Den menschlichen Körper kannst du auch in sogenannte Energiezentren aufteilen. Ich möchte im Folgenden grob erklären, was im Körper passiert, damit du die Vorgänge und Reaktionen besser nachvollziehen kannst. Maßgeblich beteiligt ist die Amygdala im Gehirn. Als Teil des limbischen Systems ist sie an der Furchtkonditionierung beteiligt und spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren. Die Amygdala ist also eine zentrale Verarbeitungsstation für externe Impulse und deren vegetative Auswirkungen; sie wird als diejenige Hirnstruktur betrachtet, die für die emotionale Einfärbung von Informationen zuständig ist.5 In den Hypothalamus können emotionale Komponenten (über das limbische System eingebracht) mit vegetativen Funktionen verknüpft werden (»beim Anblick einer Speise schon satt sein«, »Kummerspeck anessen«, »Angstschweiß«, vor einer Prüfung »kalte Füße« bekommen).6 Er bestimmt zudem, welche Hormone/Stoffe in welche Bereiche im Körper gesendet werden sollen.
Der Regler für deine innere Lautstärke
Versuche, bei der nächsten Aufregung kurz innezuhalten und wahrzunehmen, wie sich dein Bauch zusammenzieht, dein Herz plötzlich schneller schlägt und deine Hände zu schwitzen beginnen. Nimm mit Achtsamkeit die Unterstützung deines Atems an, um dich wieder zu erden und ins Hier und Jetzt zurückzubringen. Die einfache Konzentration auf deinen kontrolliert immer ruhiger werdenden Atem und die tiefe Bauchatmung können dir helfen, dich zu zentrieren. Nutze dein Bewusstsein, um die Atmung wie einen Regler herunterzudrehen und die innere Lautstärke so einzustellen, bis du dich wieder ruhiger fühlst.
Schließ die Augen, um äußere Reize auszublenden. Nimm ein paar bewusste tiefe Atemzüge, die durch die Luftröhre und den Brustraum bis in den tiefen Bauchraum reichen. Halte die Luft kurz an und atme dann langsam die komplette Luft durch den Mund aus. Wichtig hierbei ist, dass du länger ausatmest, als einzuatmen. Mach am besten so lange weiter, bis du neben der Entspannung im Körper auch die Stille in deinem Geist wahrnehmen kannst. Falls du eine Pulsuhr trägst, kannst du sofort den Beleg sehen, dass sich dein Körper beruhigt. Mehrere Studien belegen bereits die positiven Auswirkungen auf Gehirn und Körper: Durch kontrollierte Atmungsprozesse lassen sich autonome Körperprozesse steuern und in eine gesundheitlich positive Richtung lenken.7
Nutze diesen Moment, um deine Körperspannung wahrzunehmen (wo du eine Verkrampfung fühlst) und welche Gedanken dir gerade im Kopf herumgeschwirrt sind. Das gibt dir Aufschluss über die Zusammenhänge deines Geistes mit deiner körperlichen Verfassung.
Ich mache diese »Me-Times«, wie ich sie nenne, seit Jahren mehrmals täglich. Zu Beginn reicht aber einmal am Tag vollkommen aus, bis du diese neue gute Angewohnheit in deinen Alltag eingebunden hast. Nach ein paar Wochen solltest du einen nachhaltigen Effekt wahrnehmen können – in Form von mehr Gelassenheit und innerer Ruhe. Me-Times helfen dir dabei, dein »Selbst-bewusst-Sein« zu trainieren und deine Gedanken in Verbindung mit der körperlichen Befindlichkeit wahrzunehmen. Sobald du mithilfe der Achtsamkeit zurück in der neutralen Zone, in der Gegenwart, bist, fokussiere dich auf etwas Positives. Du kannst zusätzlich körperlich in Aktion treten und dich bewegen, um deinen Körper aus dem Stillstand zu befreien, und somit deinen Gedanken ermöglichen, den physischen Reaktionen zu folgen.
Hans Ziller von Bonfire meditiert gerne alleine, doch auch mit seiner Liebsten: »Wenn zu viel in meinem Kopf abgeht, ist es schwierig für mich, Entspannung zu finden. Ich mache mit Pia Meditationen, was mir sehr guttut.«
Jarvis Leatherby von Night Demon und seine Liebste sind in transzendentaler Meditation ausgebildet und meditieren allein und auch oft gemeinsam: »Es ist anders, wenn man alleine ist, und es ist anders, wenn man mit jemand anderem zusammen ist. Aber, ja, wir haben uns daran gewöhnt. Und manchmal vergesse ich, dass sie im Zimmer ist. Also, wir versuchen nicht, uns gegenseitig zu ›channeln‹. Wir sind einfach der Meinung, dass es eine Disziplin ist, die wir gemeinsam ausüben.«
ROCKSTARROADMAP
Tune Out, Tune In – neu eingestimmt mit deinem Sound of Silence
Musik hat die Kraft, dich von Chaos auf Klarheit umzuswitchen – sie kann dein Nervensystem beruhigen, Stress abbauen und dir helfen, wieder in deinen Rhythmus zu finden. In dieser Übung nutzt du Stille und Musik, um von der Anspannung wieder in Entspannung zu kommen.
Setz dich nach einer stressigen Situation an einen ruhigen, ungestörten Ort und starte mit Stille. Keine Ablenkung (Flugmodus beim Smartphone aktivieren!), nur du und dein Atem. Nimm ihn für ein paar Minuten einfach nur wahr. Was passiert gerade mit deiner Atmung? Ist sie flach, stockend oder gehetzt? Atmest du in den Bauchraum oder eher in den Brustbereich bei deinen Schultern? Stress zeigt sich immer körperlich – und je bewusster du das wahrnimmst, desto besser kannst du gegensteuern.
Wenn du gerade wütend, frustriert oder einfach gestresst bist, spüre in dich hinein, wo sich Anspannung in deinem Körper manifestiert. Eher in den Schultern, die du verkrampft nach oben ziehst? Im Kiefer, weil du die Zähne zusammenbeißt? Ballst du die Hände zu Fäusten? Oder hast du einen heißen Knoten der Wut im Magen? Du kannst auch kurz in deine Gedankenwelt hineinlauschen: Welche negativen Lyrics schwirren dir gerade im Kopf herum? Nimm wertfrei wahr, was alles in dir vorgeht, und löse dich dann wieder davon.
Richte die Aufmerksamkeit stattdessen auf deinen Atem. Beobachte eine Weile, wie er ganz natürlich über die Nase in deinen Körper strömt. Verfolge den Luftstrom in Ruhe weiter, bis du wieder ausatmest.
Wenn du magst, kannst du jetzt Kopfhörer aufsetzen und einen Song starten, den du besonders entspannend und beruhigend findest. Das kann eine sanfte Akustik-Nummer, ein orchestrales Stück oder ein Song sein, der dich emotional groundet. Fokussiere dich auf die Klänge, folge jedem Instrument für eine Weile und atme dabei ruhig weiter. Lass die Musik »in dich hineinströmen«, bis du ihre Schwingung, ihre Frequenz aufnimmst. Spüre, wie sich die Anspannung langsam löst. Sobald der Song endet, kehrt Stille ein – hoffentlich auch in dir. Dein Geist wird ruhiger sein als zuvor, du hast dich neu eingestimmt.
