Anfeinden mit System - Wolfgang Vogel - E-Book

Anfeinden mit System E-Book

Wolfgang Vogel

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Beschreibung

Mobbing – das ist mehr als schlechtes Betriebsklima, schlimmer als gelegentlich ungerechte Vorgesetzte, belastender als Flurfunk. Mobbing ist massiver Psychoterror. Die Betroffenen sind über einen längeren Zeitraum gezielt Anfeindungen unterschiedlicher Art ausgesetzt. Sie haben wenig Chancen, sich ohne fremde Hilfe aus diesem Teufelskreis zu befreien. Psychosomatische Störungen sind die Folge – Schlaflosigkeit, Magen- und Darmstörungen, depressive Verstimmungen. Als letzte Lösung bleibt die Flucht in Krankheit oder Kündigung. Hier erfahren Sie aus der Praxis eines Beratenden heraus Informationen zu Ursachen von Mobbing und mögliche Wege aus dem Teufelskreis. Die Tipps sind in der Praxis erprobt und durch langjährige Erfahrung belegt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Wolfgang Vogel

Anfeinden mit System

Wege zur Konfliktbearbeitung und Mobbingbekämpfung am Arbeitsplatz

Inhaltsverzeichnis

Anfeinden mit System

Viele Namen – ein Übel

Kritik muss man üben!

Ein Hoch auf den Konflikt! – HÄ?!

Ich bin halt ein bissl direkt!

Selbst Schuld

Unmöglichkeit ist eine Illusion

Jetzt tut doch einer mal etwas!

Ein Hoch auf den Konflikt! (sic!)

Anhang

Hilfreiche Literatur

Internet

Kontakt zum Autor

Weitere Literatur vom Autor

Impressum

Wolfgang Vogel

Anfeinden

mit System

Wege zur Konfliktbearbeitung und

Mobbingbekämpfung am Arbeitsplatz

Hinweise aus der Praxis

Titelfoto: ohmydearlife, Pixabay

Anfeinden mit System

Laut einer repräsentativen Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA, Mobbing-Report) werden derzeit drei von hundert Beschäftigten am Arbeitsplatz drangsaliert, gedemütigt und schikaniert, also gemobbt. Bei zirka 45 Millionen Erwerbstätigen sind das über 1,3 Millionen Menschen. Im Gesundheits- und Sozialwesen gehen Fachleute von einem siebenfach höheren Risiko aus, Mobbingopfer zu werden. Dies hängt auch mit dem dort seit langem betriebenen Personalabbau bei gleichzeitig steigendem Arbeitsvolumen zusammen. (ergo-online.de) Aktuellere Erhebungen machen deutlich, dass rund 30 % aller Erwachsenen schon einmal Mobbingerfahrungen gemacht haben. Andere Studien zeigen, dass Mobbingbetroffene ein dreifach höheres Suizidrisiko haben als Menschen ohne Mobbingerfahrungen.

Hohe Kosten

Mobbing verursacht hohe betriebswirtschaftliche und gesellschaftliche Kosten. Ein Fehltag kostet ein Unternehmen zwischen 100 und 400 Euro. Der Deutsche Gewerkschaftsbund beziffert den mobbingbedingten volkswirtschaftlichen Schaden auf jährlich bis zu 25 Milliarden Euro.

Mobbingbetroffene fehlen zunehmend wegen psychosomatischer Beschwerden oder sie fliehen vor der belastenden Situation. Mobbing verursacht Kosten unter anderem durch Störungen, Kündigungen und Einarbeitungen sowie Imageschäden für die Firmen in der Öffentlichkeit. Neben dem menschlichen Leid und den betrieblichen Kosten entstehen hohe finanzielle Belastungen für die Gesellschaft. Kranken- und Rentenversicherungsträger müssen für medizinische Heilverfahren, Medikamente, Psychotherapien, Kuren und Rehabilitationsmaßnahmen aufkommen. Hohe Ausgaben entstehen außerdem durch Arbeitslosigkeit, Erwerbsunfähigkeit und Frühverrentungen.

Was erwartet Sie hier?

In dieser Broschüre möchte ich näher darauf eingehen, was Sie bei Mobbing tun können. Dabei konzentriere ich mich hauptsächlich auf die Mechanismen, auf die wir als einzelne Personen Einfluss haben. Weiter werde ich von meinen Erfahrungen als Mobbingbeauftragter in einem großen Krankenhaus zu den Ursachen vieler unbewältigter Konflikte oder unfairer Attacken berichten und Möglichkeiten aufzeigen, sich vor Mobbing zu schützen.

Doch was ist Mobbing überhaupt?

Sehen wir uns in den sozialen Medien um, begegnet uns ein schier inflationärer Gebrauch des Wortes Mobbing. Der Natur der Medien nach ist vor allem Cybermobbing ein Thema. Daneben gibt es vielfache Inhalte zu Mobbing in Schulen. Ich beziehe mich hier auf Mobbinghandlungen am Arbeitsplatz.

Mobbing ist ungleich Konflikt und eine unfaire Attacke ist mehr als eine stressbedingte schnippische Antwort. Allerdings können Konflikte, wenn sie lange unter der Decke gehalten werden, zu Mobbing ausarten. Dasselbe gilt für unfaire Attacken durch Kollegen und Führungskräfte. Mobbing bezeichnet das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Menschen durch andere Menschen. In der Sache geht es schlicht um gezielten Psychoterror am Arbeitsplatz. Mobbinghandlungen sind vielgestaltig. Sie lassen sich vereinfacht in folgende Bereiche einteilen (Leymann, 1993):

Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen

z.B. ständige Unterbrechungen, Beanstandungen, Abwertung

Angriffe auf zwischenmenschliche Beziehungen

z.B. soziale und räumliche Isolation, „wie Luft behandeln“

Angriffe auf das persönliche Ansehen

z.B. Verleumdung, Kränkung, lächerlich machen

Angriffe auf Qualität und Sicherheit der Berufs- und Lebenssituation

z.B. unter- oder überfordernde, verwirrende, sinnlose bzw. keine Aufgabenstellung

Angriffe auf die seelische und körperliche Gesundheit

z.B. psychische/körperliche Gesundheitsschädigung, sexuelle Belästigung

Daneben gibt es einen Katalog von Mobbinghandlungen von Wolmerath und Esser (AiB 2000 S. 388, 389).

Mobbing arbeitsrechtlich definiert

Das Landesarbeitsgericht Erfurt versuchte in seinem Urteil vom 10.04.2001 (AZ: 5 Sa 403/2000) die Ergebnisse der Mobbingforschung juristisch zu fassen. Es handele sich um „fortgesetzte, aufeinander aufbauende (…), der Anfeindung, Schikane oder Diskriminierung dienende Verhaltensweisen, die (…) in ihrer Gesamtheit das allgemeine Persönlichkeitsrecht oder (…) Ehre oder die Gesundheit des Betroffenen verletzen. Ein vorgefasster Plan ist nicht erforderlich. (...)“. Einer bestimmten Dauer bedarf es nicht, vielmehr kann Mobbing innerhalb kürzester Zeit zu schwerwiegenden Folgen führen. Nicht immer muss die Beendigung des Arbeitsverhältnisses des Opfers verfolgt werden. Maßgeblich ist die Verletzung des Persönlichkeitsrechtes.

Seitdem sind eine Vielzahl von Urteilen gesprochen worden. Dabei ist zu beachten, dass es sich immer um Einzelfallentscheidungen handelt. Doch die höchstrichterlichen Urteile des Bundesarbeitsgerichts lassen eine verallgemeinernde arbeitsrechtliche Beurteilung durchaus zu.

Viele Namen – ein Übel

In der Fachwelt wurden eine Reihe Begriffe etabliert, die verschiedene unfaire Handlungen von unterschiedlichen Tätern bezeichnen. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, das Gegenüber systematisch klein zu kriegen und zum Aufgeben - sprich zur Kündigung oder dem Verlassen des Systems, des Teams, der Gruppe - zu bewegen und Schaden zuzufügen.

Mobbing

Leitet sich vom englischen „mob“ (Pöbel) ab. Heinz Leymann, Begründer der modernen Mobbingforschung, beschrieb damit systematische Vorgänge in der Arbeitswelt, die auf das Schikanieren von Mitarbeitenden hinausliefen, um diese fertig zu machen und aus der Organisation zu drängen.

Bossing

Damit werden systematische unfaire Attacken von Vorgesetzten gegen abhängig Beschäftigte bezeichnet. Druck wird ausgeübt, um Anpassung oder Unterwürfigkeit zu erzwingen beziehungsweise diese aus der Stelle zu drängen.

Bullying

Das Wort leitet sich von bully (brutaler Mensch, Tyrann) ab. Das sind besonders rüde und rücksichtslose Aktionen gegen einzelne oder Gruppen, häufig Arbeitnehmer untereinander oder von Kindern gegen Kinder (z.B. im Internet). Ziel ist die Terrorisierung und Einschüchterung bis zur Vertreibung der Attackierten. Dieser Begriff wird im Englischen verwendet, um Mobbing zu beschreiben.

Chairing

Hierbei handelt es sich um Attacken von Führungskräften gegen konkurrierende Führungskräfte (Chairmen). Das am anderen Stuhl sägen.

Defaming

Die Herabsetzung und Diskriminierung von Einzelnen, Gruppen oder Organisationen durch Gerüchte (Fama).

---ENDE DER LESEPROBE---