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Machen Sie einen Traum wahr - Gestalten Sie Ihr eigenes, einmaliges Aquascape - Zwölf Beispielaquarien zum Nachmachen - Die besten Praxistipps zur Gestaltung, Hardscape, Pflanzen und Pflege Schritt für Schritt und an exklusiv bebilderten Beispielen – die meisten davon in Nano-Cubes – führt Sie das Buch von der Planung, Gestaltung, Technik, Einrichtung und Bepflanzung bis hin zum fertigen Scape. Finden Sie den Schlüssel, wie Sie ein Landschaftsaquarium stets im biologischen Gleichgewicht halten! Erfahren Sie alles über Nährstoffkreisläufe, mikrobielle Vorgänge und Düngungsmethoden im stark bepflanzten Aquarium. Erkennen Sie die Unterschiede in der Pflege eines Aquascapes gegenüber einem fischdominierten Becken. Erfahren Sie, wie Sie richtig auf Veränderungen reagieren. Ganz besonders geht das Buch hierbei auf Algenwachstum ein und es zeigt überraschend wirksame Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen.
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Seitenzahl: 162
Veröffentlichungsjahr: 2013
Wolfgang Dengler
Aquascapes
gestalten, einrichten, pflegen
Haupttitel
Aquascaping – Der neue große Aquarientrend
Gestaltungsschulen und Wettbewerbe
Einrichtungs- und Gestaltungsregeln
So gestalten Sie eine faszinierend schöne Aquarienlandschaft
Die schönsten Aquascapes zum Selbereinrichten
Kleine Baumwiese
Am Waldrand
Felsenschlucht
Alte Bäume
Weg zum See
Drachenfelsen
Waldlichtung
Savannenbaum
Rote Felsen
In den Hochalpen
Afrika
Schilf am See
Einrichtung und Pflege
Ein Landschaftsaquarium gestalten
Welche Technik brauche ich?
Das Hardscape
Mikroflora und -fauna
Wasser
Die Pflanzen
Die Hauptnährstoffe der Aquarienpflanzen
Tiere im Aquascape
Ungeliebte Nützlinge, die Algen
Auf einen Blick:die Einrichtung des Aquascapes
Service
Literatur
Bildquellen
Haftungsausschluss
Impressum
Gestaltungsschulen und Wettbewerbe
Es gibt große internationale Aquascaping-Fotowettbewerbe, bei denen unglaublich naturgetreue Landschaftsnachbildungen unter Wasser gezeigt werden, und es ist ein frappierender Anblick, wenn etwa im Hochgebirge zwischen den Felsen ein Schwarm Fische seine Bahnen zieht.
Ein Aquascape wird oft auch als Naturaquarium bezeichnet. Gemeint ist damit, dass es nach dem Vorbild einer Landschaft in der Natur gestaltet wurde. Natürlicher als andere Aquarien ist es nicht, es braucht die gleiche Technik, also Beleuchtung, Heizung oder Filter, um funktionieren zu können.
Aquascaping ist pflanzenbezogene Aquariengestaltung. Davor gab es die Holländische Pflanzenaquaristik, bei der für Wettbewerbe strikte Regeln galten. So mussten Pflanzen in Gruppen von genau definierter Größe gesetzt werden. Der Aufbau ging meist terrassenförmig ansteigend nach hinten, die Bepflanzung war ebenfalls vorn niedriger und hinten höher. Eine schöne Tiefenwirkung wurde zum Beispiel durch eine ‚Straße‘, eine von vorne schräg nach hinten verlaufende auffällige Pflanzengruppe erzeugt.
Die Auswahl an Vordergrundpflanzen war zu damaliger Zeit begrenzt. Vor allem die sehr niedrigen, teppichartig wachsenden Pflänzchen wie Hemianthus callitrichoides cuba, das Zwerg-Perlkraut, (HCC) oder Glossostigma elatinoides, das Australische Zungenblatt, waren in der Aquaristik noch nicht ‚angekommen‘. Genau diese sind es aber, die die oft erstaunlichen Effekte der internationalen Spitzen-Aquascapes hervorrufen.
Einrichtungs- und Gestaltungsregeln
Im Aquascaping gibt es keine starren Vorgaben bezüglich der Anordnung des Hardscapes, der Steine und Wurzeln also, oder der Platzierung der einzelnen Pflanzengruppen. Es existieren allerdings sehr hilfreiche Einrichtungs- und Gestaltungsregeln. Einige davon sind bekannt, andere werden recht selten angewandt. Die wirkungsvollsten Gestaltungsregeln sind:
1. Der Goldene Schnitt
2. Die Insel oder der Hügel
3. Die Dreiergruppe
4. Der Weg oder zwei Berge und ein Tal
5. Die Harmonischen Linien oder Beziehungslinien
6. Der freie Raum
1 – Der Goldene Schnitt
Teilungslinien des Goldenen Schnitts. Vor allem die Schnittpunkte sind gute Stellen für Wurzeln, Steine und andere markante Objekte des Hardscapes.Setzen Sie dominierende Steine oder Wurzeln nie genau auf eine Mittellinie, denn dies wirkt langweilig und künstlich. Der Blick des Betrachters kann dann nicht wie in einem interessant eingerichteten Becken wandern. Die ungünstigste Stelle überhaupt ist der Punkt, an dem sich die beiden Mittellinien treffen.
Der Goldene Schnitt ist nicht nur im Aquascaping eine sehr bekannte Gestaltungsregel, schon früh wurde er in Malerei und Architektur eingesetzt. Dem Goldenen Schnitt zugrunde liegt die Teilung einer Strecke im Verhältnis von rund 1/3 zu 2/3 (genaues Verhältnis der Proportionen: 61,8% zu 38,2%).
Dieses Teilungsverhältnis lässt sich auf mehrere Linien im Aquarium, längs, quer oder diagonal anlegen. Dadurch entstehen verschiedene Bereiche, wobei sich der kleinere zum größeren so verhält, wie der größere zum gesamten. Wichtige Blickpunkte für den Betrachter werden nicht beliebig irgendwo im Raum, sondern bevorzugt auf den Teilungslinien des Goldenen Schnitts angebracht.
In der Mitte des Aquariums sollte freier Platz sein, an dem kein dominierendes Hardscape und nur niedrig wachsende Pflanzen stehen. Die Mitte bietet einen weiten, offenen Schwimmraum für die Aquarienfische. Sehr gute Stellen für Hardscape, solitäre Pflanzengruppen, auffällige Gewächse und überhaupt jeden Blickfang, sind die Kreuzungspunkte der vier Linien des Goldenen Schnitts.
Alle vier roten Felsen befinden sich auf den Kreuzungspunkten des Goldenen Schnitts.
Möchten Sie zum Beispiel ein Iwagumi – eine Felsenlandschaft – einrichten, könnten diese vier Kreuzungspunkte oder drei davon die Standorte für hohe Berge sein. Dazwischen würde sich ein kleines Tal, ein Weg oder ein Bach gut einfügen. Hier wäre dann darauf zu achten, dass Tal, Weg oder Bach etwas seitlich oder diagonal verlaufen.
Auch eine große Wurzel auf der einen Seite und eine hohe Pflanzengruppe auf der anderen wären denkbar, beide Blickfänge platziert auf den zwei hinteren Kreuzungspunkten. Die vorderen Kreuzungspunkte könnten durch etwas niedrigere Pflanzengruppierungen betont werden.
2 – Die Insel oder der Hügel
Die Insel besteht meist aus einem Steinmassiv oder einer dominierenden Wurzelgestaltung, etwas hinter der Mitte des Beckens angebracht. Höher wachsende Pflanzen sind direkt auf der Insel zu finden, darum herum höchstens niedrige Bodendecker, Kies, Sand oder ganz kleines Hardscape.
Die Insel- oder Hügelgestaltung eignet sich ganz hervorragend für eher kubische und hohe Aquarien. Bei der Einrichtung nach dieser Vorlage sollte der höchste Punkt der Insel nicht den Kreuzungspunkt der Längen- und Breitenmittellinien des Beckens bilden. Dies würde genau der geometrischen Mitte entsprechen. Platzieren Sie den dominierenden Punkt eher etwas weiter hinten (2/3-Verhältnis), so entsteht vorn etwas mehr freier Raum.
›››Gut zu wissen
Alle Gestaltungsregeln sind Hinweise und Vorschläge, manchmal bringen auch die Abweichungen davon sehr gute Ergebnisse.
3 – Die Dreiergruppe
Die Dreiergruppe kann aus einem großen Stein, einer bestimmenden Wurzel, auffallenden Pflanzengruppe oder hervorstechenden Solitärpflanze bestehen. Um diesen zentralen Punkt werden zwei weitere kleinere Akzente gesetzt, sodass ein Dreieck entsteht, bei dem der höchste Punkt stets hinten liegt.
Eine klassische Dreiergruppe in diesem Aquascape eröffnet dem Betrachter einen Blick ‚über den Horizont‘.
Auch bei der Dreiergruppe sollte keines der Gestaltungselemente direkt auf dem Kreuzungspunkt der Mittellinien stehen, am wenigsten das erste, dominierende Element. Mit der ‚Dreiergruppe‘ lassen sich interessante Aquascapes gestalten, vor allem, weil sie sich sehr gut mit der Gestaltungsregel ‚Der freie Raum‘ kombinieren lässt.
4 – Der Weg oder Zwei Berge und ein Tal
Aquascapes nach dieser Gestaltungsregel sind ziemlich weit verbreitet.
5 – Die Harmonischen Linien oder Beziehungslinien (auch Sichtlinien)
Lassen Sie die Augen in der Unterwasserlandschaft wandern. Sie erreichen dies, indem Sie gleiche oder ähnliche Gestaltungsmerkmale so anordnen, dass sie auf einer gedachten, meist halbkreisförmigen Linie liegen.
6 – Der freie Raum
Der freie Raum symbolisiert das Prinzip von Fülle und Leere. Dieses Gestaltungskonzept lässt sich unter anderem sehr gut mit den Harmonischen Linien oder Beziehungslinien verbinden.
Mit der Weg- oder Zwei Berge und ein Tal-Gestaltungsregel lassen sich sehr ansprechende Landschaften zaubern. Meist werden die zwei Berge durch Steine dargestellt, es können aber auch zwei passende Wurzelhölzer verwendet werden.
Es kann sich bei den die Harmonischen Linien markierenden Objekten um Steine, Wurzelholz, schöne Solitärpflanzen oder auch um ganze Gruppen von Pflanzen handeln. Wichtig ist nur, dass alle Gestaltungselemente von gleicher Art sind: etwa wie in der Skizze fünf gleiche Steine, fünf gleichartige Wurzeln oder fünfmal die gleiche oder sehr ähnliche Pflanzenart. Wenn Sie den Rest des Aquascapes, am besten mit Bodendeckern, bepflanzen, wird das Auge den Beziehungslinien immer wieder folgen.
Lassen Sie zwischen dominanten Steinen oder Hölzern einen freien Raum im Mittenbereich, der höchstens mit Wurzelstückchen oder kleinen Steinen bestückt wird. Hier sollen auch nur sehr niedrig bleibende Pflanzen wachsen.
Beispiel für die Anwendung der Gestaltungsregel der harmonischen Linien.
›››Weitere hilfreiche Regeln
Der zentrale Punkt oder Fokuspunkt
Dieser ist nicht der geometrisch zentrale Punkt des Beckens, sondern vielmehr der wichtigste Blickfang, das bestimmende Element der Gesamtgestaltung. Der zentrale Punkt kann ein Stein, eine Wurzel oder eine ganz außergewöhnliche Pflanzengruppe sein. Er wird oft auf einer 2/3-Kreuzungslinie des Goldenen Schnitts platziert.
Die ungerade Anzahl
Verwenden Sie 3, 5, 7 oder eine andere ungerade Anzahl an Elementen. Der Gesamteindruck wird auf diese Weise harmonischer. Diese Regel hat besonders für dominante, große Steine Gültigkeit.
Mischen Sie nicht zu viel Hardscape
Nehmen Sie möglichst nur eine Art von Gestein oder Wurzelsorte. In der Natur wird es selten eine Landschaft mit mehreren verschiedenen Gesteinen auf engerem Raum geben. Hölzer verschiedener Sorten und Herkunftsgebiete wirken schnell zusammengewürfelt und disharmonisch.
Lernen Sie von der Natur
Was macht eine schöne Landschaft aus? Warum sind ein Tal, ein Bachlauf oder genau dieses Waldstück so außergewöhnlich? Finden Sie es heraus und versuchen Sie, diese Wirkung auch im Aquarium zu erzielen.
Wie machen es die guten Aquascaper?
Betrachten Sie die Bilder von den Spitzenaquascapes, die bei den Wettbewerben vordere Plätze einnehmen. Finden Sie heraus, welche Details oder Gestaltungselemente die Faszination dieser Kunstwerke ausmachen. Nutzen Sie sie, um eigene Ideen zu verwirklichen. Denken Sie aber auch daran, dass die Wettbewerbsscapes für die Fotoaufnahme genau auf den Punkt getrimmt und alle im Alltagsbetrieb ganz oder teilweise sichtbare Technik wie Filter, Heizer, Thermometer, CO2-Eingabegerät, CO2-Dauertest und so weiter entfernt werden.
So gestalten Sie eine faszinierend schöne Aquarienlandschaft
Das Wichtigste zuerst
Betrachten Sie die Gestaltungsregeln als Planungshilfen, lassen Sie aber Ihrer eigenen Kreativität bei der Einrichtung freien Lauf. Die Gestaltung, Bepflanzung, die Pflege und das Beobachten sollen vor allem Spaß machen. Das fertige Ergebnis wird oft von der Planung abweichen, muss aber nicht weniger gelungen sein.Im weiteren Verlauf ist es die immerwährende Veränderlichkeit in diesem künstlich geschaffenen und doch nach natürlichen Regeln funktionierenden kleinen Lebensraum, die viel Freude und Einsichten in Zusammenhänge und Abläufe der Natur bringt.Standort des Aquascapes
Sie wollen Ihr Aquarium gut sehen und beobachten können und Ihr Werk genießen. Ein Aquarium hat Gewicht, besonders wenn es vollständig ausgestattet ist. Der Standort muss also von der Statik her geeignet sein. Der Standort sollte nicht zu hell, das heißt, direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermeiden, und im Sommer nicht zu heiß sein.
Das Becken muss außerdem stabil stehen. Zwischen Bodenscheibe und Unterlage, etwa einem Schrank, sollte um Unebenheiten auszugleichen, eine Matte, dicke Wellpappe oder Ähnliches angebracht werden. In gefülltem Zustand darf das Aquarium nicht mehr bewegt werden! Das Aquarium sollte leicht zugänglich sein, denken Sie an Pflegearbeiten und Wasserwechsel!
Machen Sie einen Einrichtungs- und Gestaltungsplan
Fertigen Sie zwei Skizzen an. In die erste zeichnen Sie die technischen Geräte ein. Planen Sie alle technischen Geräte so, dass sie stets leicht zugänglich sind, versuchen Sie aber, die Technik hinter Hardscape oder Pflanzengruppen zumindest teilweise zu verstecken.
Die zweite Skizze stellt alle Wurzeln, Steinaufbauten und die Bepflanzung dar:
Bestimmen Sie, wo freie Flächen belassen werden sollen. Suchen Sie in Fachliteratur oder aus Ihren eigenen Erfahrungen die für dieses Scape passenden Pflanzen heraus. Bedenken Sie dabei immer Endgröße und Wuchsgeschwindigkeit. Achten Sie darauf, dass Bodendecker und niedrig bleibende Vordergrundpflanzen später nicht von schnell wachsenden Pflanzen überwuchert werden. Pflanzen Sie lichtbedürftige Arten in die besser beleuchteten Areale. Vergessen Sie nicht, die Einrichtung auch an die Bedürfnisse der späteren tierischen Mitbewohner anzupassen.Sie können sich ein Aquascape sehr pflegeleicht einrichten, indem Sie eher langsam wachsende Pflanzen verwenden, denn ständiges Zurückschneiden und Zurechttrimmen sehr schnell wachsender Stängelpflanzen beansprucht viel Zeit.
›››Gut zu wissen
Legen Sie sich vor der eigentlichen Einrichtung die gewünschte Technik zu und probieren Sie diese genau aus!
Detaillierte Anleitungen wie Sie Schritt für Schritt Ihr eigenes Scape einrichten und pflegen, dazu eine Vielzahl an Hintergrundinfos, Tipps zur Vermeidung von Fehlern und Problemen finden Sie im Kapitel „Einrichtung und Pflege“.
Lassen Sie sich nun aber zuerst von den folgenden zwölf Beispielaquarien inspirieren.
Einrichtungsplan
– Wo sollen Filter und Heizung installiert werden? – Welche Beleuchtung soll zum Einsatz kommen?– Ist eine CO2-Anlage geplant? Bio-CO2 oder eine Druckgasflasche? – Wie soll das CO2 im Wasser verteilt werden?
Gestaltungsplan
1 – hohe Rosettenpflanze2 – hohe Stängelpflanze3 – grasartige Vordergrundpflanzen4 – kleinblättriger Bodendecker
Die schönsten Aquascapes zum Selbereinrichten
Zwölf Aquascapes zeigen, wie bestimmte Landschaften nachempfunden werden können und mit welchen Einrichtungselementen wie Steinen, Wurzeln und Pflanzen dies verwirklicht wurde.
Erfahren Sie die grundlegenden Gestaltungsregeln für jedes einzelne Aquascape. Sämtliche Scapes sind in relativ kleinen Becken, oft sogar Nano-Cubes entstanden.
Kleine Baumwiese
Inmitten einer dicht bewachsenen Wiese stehen zwei niedrige Bäume nebeneinander. Hohe Sträucher umsäumen sie, sodass der blaue Himmel im Hintergrund kaum noch zu sehen ist.
Die Pflanzen
Die Wiese besteht aus verschiedenen Moosen, hauptsächlich Javamoos, Taxiphyllum barbieri, die hier selbst unter recht starkem Licht völlig algenfrei wachsen. Dies ist den vielen Zwerggarnelen zu verdanken, die ständig auf der Suche nach Futter, vor allem Algen und Mikroorganismen, das Becken durchstreifen.
Die Stängelpflanzen um die Bäume herum bestehen aus Hygrophila polysperma, dem Kleinen Wasserfreund, einer bewährten Aquarienpflanze. Siefindet in diesem gut beleuchteten Aquascape Idealbedingungen und wächst sehr schnell. Sie muss öfter zurückgeschnitten werden und ließe sich auch durch eine etwas langsamer wachsende Pflanze ersetzen.
Auf der linken Seite findet sich die Graspflanze Lilaeopsis brasiliensis, die sich sehr gut an die verschiedensten Wasserwerte und Lichtverhältnisse anpassen kann. Aus dem Moos heraus wächst eine Kolonie des ‚Kleinen Sterns‘ Pogostemon helferi, eine in der Aquaristik recht neue, interessant aussehende Pflanze.
Das ‚Blätterdach‘ der Bäume besteht aus dem schwimmenden Moos Riccia fluitans, zwischen die Äste gesteckt und dort mit Nähfaden leicht festgebunden. Riccia war lange Zeit nur in ihrer eigentlichen biologischen Funktion als Schwimmpflanze bekannt, bevor Takashi Amano sie in seinen außergewöhnlich schönen Aquarien, auf Steinen festgebunden, als bodenbedeckende Pflanze nutzte.
Hier hat die Riccia einen weiteren aquaristischen Lebensraum gefunden – als Baumbegrünung. Dieser Standort kommt ihrem Naturell entgegen, sie wächst am besten mit Kontakt zur Wasseroberfläche. Bei guter Beleuchtung betreibt sie intensiv Photosynthese und bildet Sauerstoff, mit dem sie in Form kleiner Bläschen über und über bedeckt ist.
Damit die Riccia-Büschel nicht zu groß werden und von innen her absterben, weil nicht mehr genügend Licht eindringen kann, schneidet man sie zurück oder zupft einen Teil weg. Sonst bleibt nur die Außenhülle grün.
Gestaltungsregeln
Die ‚Bäume‘ aus Moorkienwurzeln stehen auf den beiden hinteren Kreuzungslinien des Goldenen Schnitts. Der etwas nach außen gerückte Standort des rechten Stammes vergrößert die freie Fläche zwischen und vor den ‚Bäumen‘. Außerdem verdeckt er einen Teil der direkt dahinter angebrachten Technik.
›››Tipp
Als Hintergrund für dieses kleine, sehr dicht bepflanzte Aquascape wurde eine teildurchsichtige Folie mit blauem Himmelsmotiv verwendet.
Technische Details
Dieses Scape wird mit zwei 11 Watt-Kompaktleuchtstofflampen und einer 23 Watt-Vollspektrum-Energiesparlampe, beide mit Reflektor, sehr gut beleuchtet. 45 Watt treffen auf ein 27 Liter-Cube. Das ist ein extremes Starklichtbecken, da es das Verhältnis Wattzahl zu Liter Wasserinhalt von 1 : 1 deutlich übersteigt. Allerdings haben die Lampen zum Wasserspiegel 20 cm Abstand, was wieder etwas abschwächend wirkt. Die Tempera-tur wird auf 24 bis 25°C gehalten. Bio-CO2 aus Hefegärung wird per Mini-Flipper zugeführt.
Die wichtigsten Wasserwerte
Gesamthärte (GH): 12 Karbonathärte (KH): 9 pH: 7 Nitrat: 8 mg/lPhosphat: 0,5 mg/l Kalium: 5 mg/l Eisen gesamt: 0,1 mg/lCO2: etwa 20-25 mg/l (Dauertest dunkelgrün)Natürlich schwanken die meisten Wasserwerte im Tagesverlauf teilweise stark. Die angegebenen Werte wurden kurz nach der morgendlichen Aufdüngung gemessen.
Pflege
Das ‚Blätterdach‘ muss ab und zu ausgelichtet werden. Man kann wegschneiden, besser ist wegzupfen, dann schwimmen keine Reste auf dem Wasser. Das Moos und Pogostemon helferi werden etwa einmal im Monat zurückgeschnitten. Einzig Hygrophila polysperma hat sich für die geringe Wasserhöhe als etwas schnellwüchsig erwiesen.
Der ausschließlich mit mittelfeinem Schaumstoff bestückte Filter wird alle vier Wochen in Aquarienwasser gleicher Temperatur ausgewaschen, das gesamte Filtergehäuse kurz gesäubert, auch das Turbinenrädchen. Die Hefegärung wird alle 14 Tage neu angesetzt, bei längerer Gärzeit lässt die CO2-Menge rasch nach. Beim Teilwasserwechsel, 25% der Wassermenge alle zwei Wochen, wird auch die Vorderscheibe gesäubert. Algenfläume auf Rück- und Seitenscheiben weiden die fünf Hörnchenschnecken (Clithon) ab. Man darf nicht penibel putzen, die Tierchen brauchen diese Nahrung, sie gehen kaum an Ersatzfutter.
Einrichtung von Becken und Hardscape
Beginnen Sie damit, den Bodengrund und das Hardscape nach der Schritt-für-Schritt-Anleitung einzurichten.
Achten Sie unbedingt auf Stabilität. Beim Wassereinlassen kommt leicht manche Schieflage zustande, weniger bei Hölzern, aber bei Steinen!
Wasser einlassen
Damit Bodengrundteilchen mit dem steigenden Wasser nicht aufschwimmen, sollte der Nährboden gut vorgewässert und die Kiesdeckschicht nass oder feucht eingebracht werden. Das Wasser kann man auf komplizierte oder einfache Weise einfüllen:
Kompliziert heißt, mit einem kräftigen Schwall aus der Gießkanne alles ordentlich durcheinander zu wirbeln, dass sich Kies und Nährboden vermischen und man einige Tage die Rückscheibe des Beckens nicht mehr sieht. Eleganter ist es, das Wasser über einen Teller oder einen Plastikbehälter einlaufen zu lassen.
Haben Sie die Möglichkeit, einen großen wassergefüllten Kanister – den Sie später beim Teilwasserwechsel noch gut gebrauchen können – oberhalb des Aquariums anzubringen, lässt sich von dort aus das Aquarium bequem mit einem 9/12 oder 14/16 mm-Schlauch langsam und kontrolliert befüllen, garantiert ohne Bodengrundverwirbelung.
Der vorgewässerte Nährboden wird in einer Höhe von etwa 2 cm eingebracht. Legen Sie schon hier in der Grundschicht eine leichte Steigung nach hinten an, damit später von vorn möglichst wenig vom Bodengrund zu sehen ist.
Um den Bodengrund sofort mit nützlichen Bakterien zu aktivieren, wird zwischen Nährboden und Kiesdeckschicht etwas Startersubstrat ausgestreut oder EM-Gewässer eingebracht. Diese verschiedenartigen Mikroorganismen beschleunigen im Aquarium vielerlei wichtige Umwandlungen.
Der mehrmals gewaschene Kies wird als Deckschicht in einer Höhe von etwa 3 cm eingebracht. Die Körnung sollte 1 bis 2, höchstens 2 bis 3 mm ausmachen, um auch kleinere Bodendecker mit empfindlichen Wurzeln gut einpflanzen zu können.
Das Hardscape kommt an die dafür vorgesehenen Stellen. Zwei Wurzeln sind schnell im Cube. Bei größeren Aufbauten, vor allem mit Steinen, kann es länger dauern, bis genau die richtigen, stimmigen Positionen gefunden sind. Nun können Sie das Wasser einfüllen.
Tücken der Technik
Bringen Sie die Technik übersichtlich und leicht zugänglich an! Denken Sie daran, dass Sie einen Innenfilter zum Reinigen herausnehmen müssen. Probieren Sie dies vor der Bepflanzung des Beckens aus. Geht es nicht ganz leicht, wird das Wasser später beim Herumhantieren mit einer braunen Mulm- und Schlammwolke aus dem Filter eingenebelt.
Nicht alle Reglerheizer stellen die Temperatur genau ein und einige müssen am Anfang ständig nachjustiert werden. Auch entspricht die tatsächliche Temperatur oft nicht der am Regler eingestellten, es ist auf jeden Fall noch ein gutes Aquarienthermometer nötig.
Zu Beginn ist es wichtig, ein Präparat mit Bakterienkulturen einzubringen, die organisches Material wie Ausscheidungen der Fische, Futterreste und Ähnliches in Pflanzennährstoffe umwandeln.
›››Gut zu wissen
