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So wie wir atmen, leben wir
Der Atem ist deine Superpower, die du in jedem Moment deines Lebens nutzen und einsetzen kannst. Dieser ultimative Guide bietet Orientierung und praktischen Rat zum Thema Atmen. Er zeigt, wie eine bewusste Atmung etwa bei Stress, Burn-out, negativen Verhaltensmustern oder Schlafproblemen helfen und zur Entfaltung des persönlichen Potenzials und der Selbstheilungskräfte beitragen kann. Christine Schmid ist seit vielen Jahren eine der führenden Atemexpertinnen im deutschsprachigen Raum. Anhand ihres großen Erfahrungsschatzes und aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse zeigt sie, wie bewusstes Atmen dir hilft, Krisen und Probleme zu meistern, dein Leben zu transformieren und dich im Hier und Jetzt zu verankern. Und mit den Top-12 Atemübungen – inklusive MP3-Downloads – lässt sich das Wissen sofort praktisch umsetzen.
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Seitenzahl: 284
Veröffentlichungsjahr: 2023
Atme.Jetzt.
Bewusstes Atmen für innere Ruhe,Lebensfreude und Kreativität
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Dank»Ich danke von Herzen allen Mitwirkenden an diesem Buch. Durch eure wertvolle Unterstützung und euer Engagement ist es mir möglich, tieferen Frieden und Heilung meiner Vergangenheit zu erfahren. Das befähigt mich in der Gegenwart ein Stück weit mehr meinen Wesenskern zu leben. Jeder von euch hat einen unverzichtbaren Beitrag geleistet und meine Vision zum Leben erweckt. Eure Beiträge und eure Wertschätzung haben mich ermutigt und tief inspiriert. Danke für alles!«
BildnachweisAlle Illustrationen: Aletta Wetterstrand, BerlinCoverfotografie: Frederico MartinsRetusche: Lalaland StudiosHaare/Makeup: Patrícia Lima
© 2023 by Irisiana Verlag, einem Unternehmen der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München
Layout: Aletta Wetterstrand, BerlinRedaktion: Dr. Ulrike Kretschmer, Catrin Meyer, Conni BiesalskiSatz: Nadine Thiel, kreativsatz, BaldhamProjektleitung: Sven BeierBildredaktion: Sabine KestlerUmschlaggestaltung: Aletta Wetterstrand, Berlin, unter Verwendung eines Motivs von Frederico Martins
978-3-641-30515-4
Christine Schmid
Schön, dass du da bist und sich unsere Wege kreuzen.
Für dich!
Inhalt
1
Der Atem – ein vielseitiges Werkzeug
Ein Atembuch – für dich
Welche Bedürfnisse hast du?
Was dein Blickwinkel mit dem Atem zu tun hat
Kreativität bereichert dein Leben
Dankbarkeit und Atem: Ein echtes Dream-Team
Wie Sprache wirkt – und wie du sie einsetzen kannst
So kannst du dieses Buch nutzen
2
Dein Einstieg in die Welt des Atmens
Was ist Breathwork?
Mit dem Atem in Verbindung gehen
Nutze den Atem für ein selbstbewusstes Leben
Was deine Haltung mit dem Atem zu tun hat
3
Dein Körper und der Atem
Die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff
Energie – das Wunder des Lebens
Das Nervensystem: Unsere Schaltzentrale
Hormonsystem und Atmung
Gefühle und Wohlbefinden
Traumata – die Wunden der Vergangenheit
4
Atemtechniken und Atemmuster
Was heißt »richtig« atmen?
Funktionale versus dysfunktionale Atmung
Nasenatmung versus Mundatmung
Bauchzwerchfellatmung versus Brustatmung
5
Von der Theorie in die Praxis
Welcher Atemtyp bist du?
Teste deine Atemkapazität
Regulierende und aktivierende Atemtechniken
Transformierende Atemtechniken
Atemübungen: Qualität statt Quantität
Vom Kopf in den Körper
6
Lebe deinen Atemflow
Integriere die Atempraxis in dein Leben
Nutze die Macht der Intention
Stell dir deine Routine zusammen
Komm in den Flow
Du hast ein ganzes Schlüsselbund
Eine:n passende:n Atemlehrer:in finden
Management Summary
Dank & Quellen
Hi, schön, dass du da bist. Mein Name ist Christine. Wir kennen uns vielleicht noch nicht persönlich, und doch habe ich dieses Buch für dich geschrieben. Warum? Es ist im Grunde ganz einfach: Ich möchte mein Wissen und meine Begeisterung für das Thema Atem mit dir teilen. Im deutschsprachigen Raum gibt es dazu zwar einiges, doch wirst du nur wenige Menschen finden, die sich ausschließlich damit befassen.
Mit diesem Buch hast du ab sofort deine ganz persönliche Toolbox zum Atem an der Hand, die du jederzeit nutzen kannst. Es schenkt dir:
Ordnung im Chaos von Begriffen, Methoden und Übungen
Aufklärung und Erklärungen rund um das Thema Atmen
Praktische Atemübungen zur Selbstregulierung und Heilung im Alltag
Die Fähigkeit, deine persönliche Entwicklung bewusst zu gestalten
Ich hätte früher nie geglaubt, dass mir ein Thema so viel Lebensfreude schenken würde. Wie ich zum bewussten Atmen gefunden habe? Es hat mich gefunden, und seitdem praktiziere ich es.
Es ist Januar 2013, ein Sonntagabend, als ich vom Bahnhof nach Hause komme. Ich schließe die Tür meiner Wohnung im vierten Stock eines Hauses in Hamburg auf und ertappe mich bei dem Gedanken: »Ah, morgen ist um 9 Uhr Morgenkonferenz, und ich muss in der Redaktion sein.« Eigentlich kein ungewöhnlicher Gedanke – käme er nicht ein Jahr nachdem ich meinen Job als Ressortleiterin bei der Brigitte, einem Frauenmagazin im Verlag Gruner + Jahr, gekündigt habe.
2012 nahm ich ein Sabbatical, ein Jahr unbezahlten Sonderurlaub. Ich wollte zur Ruhe kommen. Als ich im Mai 2012 in meinen Kalender blickte, stellte ich jedoch fest, dass er ähnlich prall gefüllt war wie zu meinen Redaktionszeiten – nur nicht mit Konferenzen, Teambesprechungen und dergleichen mehr, sondern mit Terminen für meine Ausbildungen, einen Spanischkurs und das Triathlontraining. Hinzu kam, dass ich wie wild Yoga und Meditation praktizierte, malte und schrieb. Meine Tage waren unfassbar voll, die Tagesstruktur beinahe identisch mit der, als ich noch in der Redaktion arbeitete. Nur die Inhalte waren andere. Diese Erkenntnis bedeutete einen echten Wendepunkt für mich und bildete gleichzeitig die Basis für eine tiefgreifende Transformation.
Tatsächlich hatte ich in meinem Leben zu diesem Zeitpunkt schon so viel verstanden, dass ich wusste, was ich ändern wollte. Warum in aller Welt dauerte es nur so lange? Meinem Kopf war klar, dass ich seit Monaten einen anderen Alltag lebte. Allerdings erinnerte sich mein Körper noch sehr gut an die vorige Alltagsstruktur mit 70-Stunden-Woche, unzähligen Terminen, ständiger Erreichbarkeit, einer Wochenendbeziehung und Freizeitgestaltungsstress. Diese Körpererinnerung hatte ich über viele Jahre geprägt. Mir wurde immer klarer: Wenn ich mir einen neuen Lifestyle wünschte, konnte ich ihn nicht einfach in die alte Struktur integrieren. Dafür bedurfte es einer tiefgreifenden und nachhaltigen Transformation.
Heute weiß ich, dass das keine Seltenheit ist: Wir sind in ein Alltagsleben verstrickt und wünschen uns eigentlich mehr Freizeit, Ruhe, Gelassenheit und Flexibilität. Wir haben Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse. Vielleicht haben wir auch Vision Boards, auf denen wir sie bildlich festhalten – das Leben im Haus am Meer oder mehr Zeit für Familie und Freunde. Wir wollen endlich eine bestimmte Ausbildung oder ein neues Hobby beginnen, wünschen uns mehr Lebensfreude, finanzielle Freiheit und Beweglichkeit für einen gesünderen Lifestyle. Wir möchten nicht mehr durch das Leben hetzen, wir möchten es vereinfachen und zugleich auf nichts verzichten müssen.
Fragst du dich, ob das alles möglich ist? So ging es mir damals. Ich hatte schon über zehn Jahre mit Workshops zur Persönlichkeitsentwicklung, Gesprächstherapie, Coachings und diversen Weiter- und Fortbildungen hinter mir. Meine Ausbildungen zum Holistic Life Coach und Energy Healer waren fast abgeschlossen. Und doch fühlte es sich an wie eine Ewigkeit, bis wirkliche Veränderung und Transformation in meinem Leben möglich waren. Zu viel blieb in diesen Jahren in meinen Gedanken und auf Mood Boards haften – bis ich verstand, wie wichtig es ist, meine Wünsche und Bedürfnisse auch auf körperlicher Ebene zu spüren und so zu verändern. Es war erst der bewusste Atem, der mein Leben auf dem Weg zu innerem Frieden, Verbundenheit und Freiheit wirklich und nachhaltig verändert hat.
Diese radikale Veränderung fand statt, als ich 2013 mit meiner Atemausbildung begann. Auf der Matte meiner Atempraxis lernte ich ein wundervolles Werkzeug, das mich schon viele Jahre im Yoga begleitet hatte, ganz neu kennen. Nun waren die Atemübungen der Schlüssel zu kraftvollen Veränderungen in meinem Leben. Vieles kam in den Fluss, ging einfach und zeitnah. Ich durfte erfahren, was es heißt, mein Leben in Leichtigkeit zu gestalten. Das bedeutet nicht, dass ich vor bestimmten Entwicklungsschritten keine Angst mehr hatte. Aber ich hatte jetzt ein Werkzeug, das ich jederzeit nutzen konnte, das mir half, mit allen Gefühlen umzugehen und tief aufs Leben zu vertrauen. Mein Atem, den ich rund um die Uhr bei mir habe, unterstützt mich dabei, Schöpferin meines Lebens zu sein.
Ich erkannte, dass der Atem uns dabei helfen kann, unsere Strukturen und Verhaltensmuster zu ändern. Mit ihm können wir ein Bewusstsein schaffen, das uns ermöglicht zu entscheiden, wie wir unser Leben gestalten wollen. Leider sind wir Menschen häufig nur bereit, uns zu verändern, wenn wir persönlich oder im nahen Umfeld Krankheit, Schmerz oder Verlust erfahren. In solchen Phasen öffnen wir uns oft für neue Wege. Ich habe 2012 für mich entschieden, dass ich diese heftigen Zeichen vom Leben nicht mehr länger will. Ich bin bereit, in meine Selbstverantwortung zu gehen und das Leben mitzugestalten. Und das Tag für Tag aufs Neue.
Vielleicht bist du auch gerade an diesem Punkt. Eventuell hast du in der Vergangenheit schon viel ausprobiert und Selbsterfahrungen gesammelt. Oder du weißt schon, dass dein bewusster Atem dein Leben bereichert.
Bei Schmerzen und anderen Problemen neigen wir oft dazu, Hilfe im Außen zu suchen. Auch ich habe mich früher auf die Liege meiner Physiotherapeutin gelegt und sie gebeten, mich von den Schmerzen zu befreien – bis ich irgendwann verstand, dass ich mir den Schmerz selbst mache. Ich erkannte, dass wir für unsere Entscheidungen selbst verantwortlich sind. Mein Atem ist dabei mein Guru, mein Navigationssystem und meine Kraft, um mit mir in Verbindung zu gehen.
Ich verstehe mich als Aktivistin des Atems. Die Basis meiner Arbeit bilden meine Ausbildungen ebenso wie meine eigenen Erfahrungen. Ich sage immer, ich bin meine beste Klientin, weil ich durch so viele Ups and Downs im Leben gegangen bin, so viele Hindernisse und Blockaden aus der Vergangenheit kenne. Das ermöglicht mir, Menschen abzuholen und zugleich mein Wissen auf verständliche Weise weiterzugeben. Es war nie mein Plan, Menschen das Thema Atmen zu vermitteln. Es ist ein inneres Calling, geleitet von meiner Schöpferkraft und meiner Intuition.
Heute gebe ich Menschen den Raum, sich selbst zu entwickeln, ihre Antworten zu finden und zu erfahren, dass alle Weisheit in ihnen liegt. Bei meiner Arbeit geht es also um Verkörperung, Selbstverantwortung und Selbstermächtigung – ich unterstütze meine Klient:innen dabei, in ihre eigene Kraft und Energie zu kommen. Wir beginnen unser Leben mit dem ersten Atemzug und verlassen unseren Körper mit dem letzten. Alles, was wir dazwischen erfahren, liegt in unserer Verantwortung.
Das Mantra: »Lokah Samastah Sukhino Bhavantu« aus dem Sanskrit und seine Interpretation aus dem Jivamukti Yoga bringen meine Intention und meine Werte auf den Punkt. Übersetzt heißt es: »Mögen alle Wesen glücklich sein. Mögen alle meine Worte, Taten und Gedanken in irgendeiner Form zu diesem Glück und zu dieser Freiheit beitragen.« Das Mantra wird dir übrigens ein paar Seiten weiter noch einmal begegnen. Denn: Ich habe in jedem Kapitel ein Zitat eingefügt, das mir viel bedeutet, und lade dich ein, dort beim Lesen kurz innezuhalten und durchzuatmen.
Bist du oft gestresst, fühlst du dich gefangen in deinem Alltag und tust dich schwer, zur Ruhe zu kommen? Hast du manchmal das Gefühl, dass das Leben an dir vorbeizieht und du ihm nur dabei zusiehst, ohne es wirklich zu leben? Im größten Stress, in tiefgreifenden Phasen der Veränderung, in allen Situationen, in denen das Gefühl von Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein oder Verlorenheit aufkommt, ist dein Atem dein ständiger Begleiter! 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche.
Wenn du dich wieder frei und lebendig fühlen und das Leben deiner Träume kreieren möchtest, hast du vermutlich bereits einiges an Persönlichkeitsentwicklung, Büchern und Seminaren hinter dir. Aber fehlt dir noch etwas? Vielleicht brauchst du einen Ruhepol, um neue Kraft zu schöpfen, Klarheit zu gewinnen und dann mit Leichtigkeit das zu erschaffen, das du dir wünschst.
Dein Atem ist dein direkter Zugang zum Unterbewusstsein. Von dort aus werden Wiederholungsschleifen im Leben gesteuert. Du kannst deinen Stress nicht mit dem gleichen Handeln und den gleichen Gedankengängen ändern, mit denen er entstanden ist. Sobald du vom Kopf in den Körper kommst, wirst du in Leichtigkeit, frei von Hektik und Stress, dein Leben verändern. Wir können dort alte Glaubenssätze, Blockaden, Emotionen und vieles mehr lösen. Deine regelmäßige Atempraxis hilft dir innerhalb eines kurzen Zeitraums schon, dein Leben so zu verändern, dass du deine Bedürfnisse besser wahrnehmen kannst.
Wenn du dich regelmäßig mit deinem Atem verbindest, wird sich dein Leben in vielerlei Hinsicht zum Positiven wenden:
Du findest Antworten auf deine Lebensfragen.Du lebst selbstverantwortlich das Leben deiner Träume.Du kannst deine Visionen, Potenziale und Träume lebendig im Alltag gestalten.Blockierende Emotionen und Anspannungen im Körper werden harmonisiert.Du kommst vom Kopf in den Körper.Durch den Atem erfährst du mehr Selbstliebe und Selbstakzeptanz.Deine Gefühle lassen sich besser regulieren.Du kannst besser mit Stress und Ängsten umgehen.Innere Ruhe kann leichter in dein Leben integriert werden.Schlaf und Gesundheit verbessern sich.Du gelangst zu mehr Energie, Fitness und Fokus.Es wird dir gelingen, mehr Lebensfreude, Kreativität und Authentizität zu leben.Früher wollte ich die Welt retten und mehr Frieden schaffen. 2012 erkannte ich, dass es zunächst um meinen eigenen inneren Frieden und meine Ruhe geht. Nachdem ich mich intensiv über viele Jahre mit gravierenden persönlichen Themen auseinandergesetzt hatte, konnte ich meinen Blick wieder nach außen richten. Heute weiß ich, dass du und auch die Welt nicht gerettet werden müssen.
Allerdings haben wir alle die Möglichkeit und Fähigkeit, eine friedvolle Welt zu schaffen. Alle Lebewesen – ganz egal, wo auf der Welt sie sich befinden – sind mit dem Atem verbunden, unabhängig von Ort, Sprache, Herkunft, Geschlecht und dergleichen mehr. Ist das nicht wundervoll? Alles beginnt in dir. Der Atem, dieser kraftvolle Schlüssel in dir, ermöglicht es dir, in Verbindung zu gehen – mit dir selbst, deiner Einzigartigkeit und deiner Leidenschaft. Außerdem kannst du auch in Verbindung mit anderen Menschen und dem großen Ganzen treten. Wir als Menschen sind Teil der Erde, ihrer Zyklen und Rhythmen. Das Bewusstsein und der Atem schenken uns die Selbstermächtigung und Selbstverantwortung für das Leben. So kannst auch du dein Leben nach deinen Bedürfnissen und Wünschen gestalten und hast die Fähigkeit, deinen einzigartigen Beitrag in der Welt mit uns zu teilen.
Vielleicht hört es sich für dich merkwürdig an, dass ich überzeugt bin, dass Atmen die Welt verändert. Ich weiß, was die regelmäßige Praxis bei mir und unzähligen meiner Klient:innen verändert hat. Und was im Kleinen geht, geht auch im Großen. Innerhalb kürzester Zeit durfte ich diese Veränderung erfahren, die mir jahrelanges Coaching und Therapie nicht geben konnten. Ich weiß, es ist eine große und reale Chance. Du hast keine Zeit zu verlieren. Das Leben und die Erde sind so kostbar, dass es schade wäre, auch nur einen Tag hier mit etwas zu verschwenden, das du eigentlich gar nicht mehr willst.
Wenn du fühlst, wenn du Körpererinnerungen erkennst und dann bereit bist, dein Leben zu verändern, kommen dein Strahlen, deine Energie und deine Kraft von innen heraus. Du gehst deinen authentischen Weg und folgst deiner Wahrheit – und damit bist du Teil vom großen Ganzen. Wir werden immer mehr Menschen, die in ihre Kraft kommen, indem sie ihren authentischen Weg gehen und ehrlich mit sich selbst sind.
Ich habe viele Erfahrungen damit gemacht, wie Atmen das Leben positiv beeinflussen kann. Dieses Wissen möchte ich mit dir teilen. Ich weiß, dass du Sehnsucht danach verspürst, eine tiefere Verbindung mit deinem Körper aufzubauen und dich noch besser kennenzulernen – einfach zu spüren, was deine Bedürfnisse sind. Woher ich das weiß? Bei den allermeisten Menschen, die mir begegnen und mehr über das Atmen erfahren möchten, ist das so. Und ich vermute stark, dass wir als Trainer:innen und Lehrer:innen die Menschen anziehen, die auch etwas mit uns selbst zu tun haben.
Ich sehe dich und bin nicht hier, um dich zu verändern. Ich bin hier, weil du danach gefragt hast. Ich sehe dich in allem, wie du bist. Du hast einen weiteren Schritt zu dir und zu einem selbstbestimmten und selbstwirksamen Leben gemacht, indem du dir und auch mir vertraust, indem wir uns hier begegnen und verbinden können. Und genau darum geht es in diesem Buch: Du entscheidest. Liest du jetzt weiter oder legst das Buch kurz beiseite und verbindest dich mit deiner Atmung? Wenn du es nicht jetzt machst, findest du auf vielen Seiten immer wieder die Gelegenheit dazu. Nutze dieses Buch gern als Wegbegleiter. Nimm es immer wieder zur Hand, wenn du vielleicht in einer Lebenssituation feststeckst oder Fragen hast. Ich lese Bücher auf ganz unterschiedliche Weise, etwa indem ich sie eine Zeit lang neben mein Bett lege und ab und zu aufschlage. Genau diese Zeilen sind dann richtig für mich.
Außerdem beginne ich oft Bücher zu lesen, indem ich ganz nach hinten blättere – deshalb habe ich für diejenigen, die das auch so handhaben, auf der letzten Seite eine Nachricht hinterlassen. Ich bin mir sicher, wir werden eine gute Zeit haben und uns vielleicht mal online oder offline persönlich begegnen.
In diesem Buch habe ich für dich alles zusammengefasst, was du zum Atmen wissen solltest. Auf der Basis meiner umfassenden Ausbildung und Erfahrungen, aber auch anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse zeige ich dir, wie wichtig das Thema Atmen ist und wie sehr es in Zukunft unser Leben beeinflussen wird. Ich habe, zum Teil gemeinsam mit anderen Expert:innen, die Essenz des Wissens herausgefiltert und teile sie mit dir. Entstanden ist die ultimative Zusammenfassung, die ich mir selbst am Anfang meiner eigenen Reise in ein bewusstes und gesundes Leben gewünscht hätte.
Vielleicht fragst du dich nun noch, warum dieses Buch Atme. Jetzt. heißt. Für mich bedeuten diese Worte, dass ich mich auf den gegenwärtigen Moment konzentriere und die Aufmerksamkeit auf meinen Atem lenke. So kann ich meine Gedanken beruhigen und mich im Hier und Jetzt präsent fühlen. Sie erinnern mich aber auch daran, wie wichtig es ist, tief und vollständig zu atmen, um meinen Körper mit Sauerstoff zu versorgen und so meine Gesundheit und mein Wohlbefinden zu verbessern. Durch bewusstes Atmen kann ich Stress und Anspannung abbauen und meine Energie und Kreativität steigern. Schließlich sind sie für mich ein metaphorischer Ausdruck, der uns darauf hinweist, dass unser Leben ebenso flüchtig und kurzlebig sein kann wie ein einziger Atemzug. Er erinnert uns daran, dass das Leben kostbar ist. Genauso wie wir jeden Atemzug bewusst und tief inhalieren können, sollten wir auch unser Leben bewusst und vollständig leben.
Und warum die Punkte bei Atme. Jetzt.? Je nach Sichtweise bietet ein Punkt viele Interpretationen: Er ist Symbol der Ganzheit. Dinge auf den Punkt zu bringen ist ein Ausdruck von Klarheit. Der Punkt steht für mich aber auch zur Erinnerung, sich nicht im Tun zu verlieren, sondern im Streben nach Einheit immer wieder neu auszurichten. Schließlich kann der Punkt als Ausdruck der Einfachheit und des Minimalismus betrachtet werden. In einer Welt, die von Ablenkungen und Überstimulation geprägt ist, ist der Punkt eine einfache und klare Botschaft, die uns an das Wesentliche erinnert: den Atem im Hier und Jetzt. Daher steht der Punkt jeweils für das Ein- und das Ausatmen.
Über den Untertitel »Bewusstes Atmen für innere Ruhe, Lebensfreude und Kreativität« habe ich lange nachgedacht. Er enthält meine Botschaft für mehr Lebensqualität. Die darin genannten drei Qualitäten sind für mich in der neuen Zeit, in die wir gemeinsam eintreten, besonders wichtig, um ein friedliches, respektvolles und empathisches Miteinander gestalten zu können:
Innere Ruhe
In der Ruhe liegt die Kraft, um im Chaos gelassen zu bleiben und auch inneren Frieden zu finden. Ebenso geht es um Vertrauen, ein Gefühl von Sicherheit und die Fähigkeit zur Selbstregulation.
Lebensfreude
Freude ist Expansion, Lachen, Ausdruck des Selbst – das Dasein im Hier und Jetzt. Wer in der Freude ist, ist entspannt in seiner Leichtigkeit, in der Verbindung mit sich und anderen. Lebensfreude ist ansteckend für dich und dein Umfeld.
Kreativität
Kreativität ist für mich die gefragte Fähigkeit dieser Zeit. Wenn ich kreativ bin, kann ich mich immer wieder auf neue Lebensumstände einstellen, aus den Erfahrungen schöpfen und Neues gestalten. Mehr Inspiration dazu findest du einige Seiten weiter.
Bevor wir nun loslegen und tiefer ins Thema Atmen eintauchen, möchte ich dir noch ein paar Dinge mitgeben, die mir am Herzen liegen – sie sind für meine Arbeit wichtig und inspirieren möglicherweise auch dich. Viel Freude beim Lesen und Praktizieren!
Lange Zeit hatte ich den Wunsch, es anderen recht zu machen, um weiter in einer vermeintlich sicheren Verbindung bleiben zu können. Das Verhaltensmuster wird auch als People Pleasing bezeichnet. Ich konnte mich ganz leicht nach den Bedürfnissen anderer richten, weil ich meine eigenen viel zu leise oder gar nicht wahrgenommen habe. Das zu erkennen und zu ändern hat Jahre gedauert. Heute habe ich Menschen in meinem Leben, die ähnlich ticken wie ich. So wurde es über die Jahre immer leichter, mein Leben nach meinen Bedürfnissen zu gestalten.
Bedürfnisse sind Wünsche oder Anforderungen, die wir haben, um uns wohl und erfüllt zu fühlen. Sie können physischer, emotionaler oder geistiger Natur sein und variieren je nach Person und Lebenssituation. Einige Beispiele sind körperliche Gesundheit, emotionale Unterstützung, innere Ruhe, Selbstverwirklichung, Sicherheit, Kreativität, Lebensfreude, Verbindung zu sich und anderen und die damit verbundene Zugehörigkeit. Wenn wir unsere Bedürfnisse ignorieren oder unterdrücken, können Frustration, Unzufriedenheit und Stress die Folge sein. Wenn wir uns jedoch darüber im Klaren sind, was uns wichtig ist und was wir brauchen, können wir Entscheidungen treffen und unser Leben so gestalten, dass es uns erfüllt und glücklich macht.
Es kann schwierig sein, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu akzeptieren. Wenn wir uns ihnen widmen, fühlen wir uns möglicherweise schuldig oder egoistisch. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es nicht nur in Ordnung ist, für die eigenen Bedürfnisse einzustehen, sondern auch notwendig, um ein erfülltes Leben führen zu können. Kümmern wir uns um unsere Bedürfnisse, sind wir besser in der Lage, anderen zu helfen und für sie da zu sein.
Ein weiterer wichtiger Aspekt hinsichtlich unserer Bedürfnisse ist deren Kommunikation. Wir dürfen lernen, unsere Bedürfnisse klar und respektvoll zu äußern, um sicherzustellen, dass unsere Beziehungen auf einer gesunden und unterstützenden Basis aufgebaut sind. Anderenfalls kann es passieren, dass wir uns unverstanden oder ungeliebt fühlen. Ich selbst hatte lange Zeit das Gefühl, nicht gesehen und gehört zu werden. Bis ich irgendwann verstand, dass der erste Schritt darin besteht, mich selbst zu hören und zu sehen!
Es ist wichtig zu beachten, dass Bedürfnisse individuell und kontextabhängig sind. Sie können sich im Laufe des Lebens ändern und variieren je nach den spezifischen Umständen, den kulturellen Normen und den sozialen Bedingungen einer Person. Bedürfnisse können befriedigt oder unerfüllt sein, und das Streben nach ihrer Erfüllung kann einen starken Einfluss auf das Verhalten, die Entscheidungen und die Lebensqualität eines Individuums haben.
Mit diesem Buch möchte ich dich dabei unterstützen, dich mithilfe der bewussten Atmung selbst zu hören, zu fühlen und zu sehen. Sie ist ein Schlüssel zu deinem Körper und verschafft dir Zugang zu deinem Innersten. Gleichzeitig erleichtert sie dir, in Verbindung mit anderen zu gehen. Auf all das werde ich in diesem Buch genauer mit dir eingehen. Schon jetzt möchte ich dir ein Modell aus der Psychologie vorstellen, das dir auf deinem Weg vielleicht nützlich sein kann – bei mir zumindest war es so.
Früher ist es mir sehr schwergefallen, meine Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen. Was ich damit meine, kann ich dir an einem simplen Beispiel zeigen: Hätte man mich gefragt, wie ich meine Eier am liebsten esse, ob hart oder weich gekocht, als Omelett oder doch eher Ei-Ersatz, wäre meine Antwort definitiv gewesen: Ich mag alles gern. Was noch heute irgendwie stimmt – und gleichzeitig esse ich am liebsten Tofu-Rührei. Was mir geholfen hat, mein Leben leichter nach meinen Bedürfnissen auszurichten? Unter anderem die Bedürfnispyramide des US-Psychologen Abraham Maslow, die ich vor einigen Jahren kennenlernte.
Die Maslowsche Bedürfnispyramide hat fünf Stufen oder Kategorien von Bedürfnissen, die von den Grundbedürfnissen des Körpers bis zu den höheren, spirituellen Bedürfnissen reichen. Maslow ging davon aus, dass man erst eine Stufe der Pyramide erreicht haben muss, bevor man zur nächsten Stufe übergehen kann. Das bedeutet, dass erst einmal die einfachsten körperlichen Bedürfnisse erfüllt sein müssen, bevor man sich um Freunde oder Erfolg kümmern kann. Die Bedürfnispyramide von Maslow hilft uns zu verstehen, was Menschen motiviert; sie wird in verschiedenen Bereichen verwendet, etwa in der Psychologie oder im Management.
Kürzlich steckte ich wieder mal fest. Dann fielen mir die Fährausflüge mit meiner Omi in der Kindheit ein. Wir gingen häufig zusammen spazieren. Unterwegs kaufte sie mir meist Gummibärchen beim Bäcker, die in einer kleinen Papiertüte verpackt waren. Die Süßigkeiten aßen wir zusammen auf einer Bank am Mainufer und schauten auf die andere Uferseite. Manchmal entschieden wir spontan, in die Fähre zu steigen und ins Dorf gegenüber zu fahren. Meine Omi sagte dann immer: »Oh ja, lass uns mal wieder die Perspektive wechseln.«
Wie wichtig es ist, immer mal wieder den Blickwinkel zu verändern und die Dinge in ein anderes Licht zu rücken, ist mir erst im Erwachsenenalter bewusst geworden. Und wie weise es von meiner Omi war, diese Worte mit einer körperlichen Erfahrung zu verknüpfen, verstand ich noch besser über meine Körper- und Atempraxis. Es geht darum, nicht nur im Geist oder in einem Gespräch die Perspektive zu wechseln, sondern den anderen Blickwinkel mit dem Körper zusammen – sprich: somatisch – zu erfahren.
Während das Denken eine abstrakte und distanzierte Form des Erlebens ist, beinhaltet die somatische Erfahrung eine direkte Verkörperung der Handlungen. Die Atmung kann uns dabei unterstützen, beide Aspekte des Erlebens miteinander zu verbinden. Das hängt wiederum mit dem Aufbau unseres Nervensystems zusammen – mehr darüber erfährst du in Kapitel 3. Was ich dir an dieser Stelle mitgeben möchte, ist Folgendes: Wenn wir mit allen Sinnen und auch somatisch unsere Erfahrungen machen, fällt es manchmal leichter, die Perspektive zu wechseln und Abstand zu den Dingen zu gewinnen. Wichtig Geglaubtes kann so bedeutungsloser werden und umgekehrt. Für neue Erkenntnisse und Gefühle reicht manchmal eine kurze Fahrt ans andere Ufer. Und ein paar bewusste Atemzüge.
Offenheit, Neugierde und der Mut, den nächsten Schritt zu gehen, sind wichtige Voraussetzungen für einen Perspektivwechsel. Wenn wir uns darauf einlassen, können wir unser Leben bereichern, uns selbst weiterentwickeln und neue Erfahrungen machen. Die Basis für einen Perspektivwechsel könnte folgender Satz sein: »Ich weiß, dass ich nichts weiß.« Die Welt so mit anderen Augen sehen und gewohnte Denkpfade verlassen. Schon Albert Einstein wusste: »Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.«
Dass du dieses Buch liest, zeigt mir deine Offenheit dafür, die Perspektive zu wechseln: Du erlaubst dir, mit mir in meine Atemwelt einzutauchen. Ich wünsche mir von Herzen, dass ich deine Welt ein Stück bunter und lebendiger mitgestalten kann. Vielleicht versuchst du es in puncto Perspektivwechsel mal mit den folgenden Dingen:
Mit der Fähre fahren
Kopfstand machen, Rad schlagen oder Purzelbaum machen – ohne Perfektionsanspruch
Einen Hügel, Baum oder Berg erklettern
Auf den Tisch oder einen Stuhl steigen
Einen Fernseh-, Kirch- oder Leuchtturm erklimmen
»Lokah Samastah Sukhino Bhavantu – Mögen alle Wesen glücklich sein. Mögen meine Worte, Taten und Gedanken in irgendeiner Form zu diesem Glück und zu dieser Freiheit beitragen.«
Sanskrit Mantra
Manchmal sitze ich einfach da, ganz ruhig, und atme. Das sind die Momente im Leben, in denen meine Kreativität und Lebensfreude spürbar sind. Interessant ist doch, dass viele von uns nach Glück, Freiheit, Leichtigkeit und Kreativität streben, wir uns aber nur wenige Augenblicke am Tag die Zeit und den Raum nehmen, um zu fühlen. Früher fiel es mir leichter, mich im Schmerz und in der Schwere sicher und wohl zu fühlen. Das Wohlfühlen im Zustand des Seins, in der wahren Freude und Leichtigkeit, musste ich erst üben. Mehr und mehr habe ich gelernt, mich darin auszudehnen, mich für das Leben zu öffnen und zu expandieren.
Kreativität ist für mich die Fähigkeit, neue Ideen zu generieren, Probleme auf innovative Weise zu lösen und Dinge auf eine einzigartige und originelle Art zu schaffen. Kreativität erfordert die Verbindung und Kombination von Gedanken und Emotionen. Sie kann in vielen Bereichen wie Kunst, Musik, Literatur, Technologie und Business eingesetzt werden und ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Potenzials. Kreativität entsteht aus Entspannung heraus. Für mich ist Kreativität die gefragte Fähigkeit unserer Zeit. Wir stehen vor großen Herausforderungen, um unser Leben hier auf der Welt zu gestalten. Dafür braucht es neue Lösungen, Offenheit, Diversität und eben auch Kreativität.
Jutta Kallies-Schweiger hat mich in ihrem Podcast »Juttas Zukunftskompetenzen« zum Thema Kreativität befragt. Im Folgenden findest du Auszüge aus unserem Gespräch. Vielleicht hast du Lust, dir diese Fragen einmal selbst zu stellen.
Wie kreativ bist du?
Auf einer Skala von 1 bis 10 (1 bedeutet gar nicht kreativ und 10 sehr kreativ) würde ich mich selbst als 10 bezeichnen. Meine Kreativität zeigt sich in meinem gesamten Leben, meiner Art zu leben, meiner Arbeit, meinem Denken, meiner Malerei, im Umgang mit anderen Menschen und sogar beim Kochen. Ich liebe es zu gestalten, und daher findet Kreativität in allen Bereichen meines Lebens statt. Kreativität ist das Fundament meines Lebens und mein Herzschlag.
Welche Eigenschaften verbindest du mit kreativen Menschen?
Freiheit, »Thinking out of the Box«, Bewusstsein, Vielfalt, Offenheit, Innovation, Authentizität, Selbstbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Flexibilität, Wissbegierde, Lebendigkeit, Weisheit, Experimentierfreude, Neugierde und Verbundenheit.
Welche Eigenschaften davon besitzt du?
Keine, da ich generell nichts besitze. Aber: Ich verkörpere alle davon. Ich übe mich täglich darin, mehr Tiefe und Weisheit in jeder Eigenschaft zu erforschen, darin zu experimentieren und mich auszuprobieren.
Was ist ein kreatives Produkt? Was macht ein Produkt kreativ?
Ein kreatives Produkt ist für mich nachhaltig und intelligent. Vor allem zeitlos und gleichzeitig zeitgemäß, das heißt, es passt sich der aktuellen Zeitqualität, in der wir leben, an. Und: Ein Produkt ist für mich kreativ, wenn es sich an der Intelligenz der Natur und deren Rhythmen orientiert, den »Cradle to Cradle«-Gedanken innehat und/oder besonders langlebig ist.
Wie können Menschen ihre Kreativität nutzen und anwenden?
Es ist meiner Erfahrung nach wichtig, dass Menschen sich sicher fühlen – in sich und auch in ihrem Lebensumfeld. Hier spielt aus meiner Sicht ein reguliertes Nervensystem eine große Rolle. [Anmerkung: Mehr darüber erfährst du in Kapitel 3.] Wenn wir die meiste Zeit im Leben im sogenannten Fight-or-Flight-Modus sind, erzeugt das Unsicherheit, Stress etc. Kreativität entsteht in der Entspannung, aus der inneren Ruhe und Kraft heraus. Klar, es gibt auch Menschen, die im größten Stress kreativ sind. Dies ist jedoch auf lange Sicht und im Hinblick auf ein ganzes Leben nicht realisierbar, da es an einem bestimmten Punkt dann in den meisten Fällen in chronische Krankheiten u. Ä. kippen kann. Es ist wichtig, dass ein Mensch sich gut kennt und Ressourcen zur Selbstregulierung hat.
Mein Bedürfnis ist es, ein kreatives Leben zu führen, deshalb widme ich mich täglich meiner Atem- und Meditationspraxis, mache Sport, treffe bewusste Entscheidungen für meine Lebensumstände, habe Auszeiten, lebe in der Natur, bewege mich, mache Sport und nähre meinen Körper mit Nahrung, die gut für mich ist. Das heißt, ich gestalte mein Leben und meinen Lifestyle so, dass ich entspannt und damit kreativ bin. Aus diesem Grund muss ich heute gar nicht mehr darüber nachdenken, wie ich meine Kreativität anwenden kann – sie ist in mir verkörpert und fließend.
Welche Atmosphäre begünstigt Kreativität?
Meine Erfahrung ist, dass eine Atmosphäre der Entspannung und ein Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen Kreativität begünstigen. Auch Lebensfreude ist für mich ein wichtiger Punkt. Damit meine ich ein tiefes und anhaltendes Gefühl von Glück, Zufriedenheit und Freude am Leben. Es ist ein Zustand des Wohlbefindens, der uns das Gefühl gibt, dass das Leben lebenswert und erfüllend ist. Lebensfreude kann durch viele Dinge wie Liebe, Freundschaft, Familie, Erfolg, kreative Entfaltung und viele weitere positive Erfahrungen in unserem Leben genährt werden. In Bezug auf Kreativität kann Lebensfreude uns helfen, unsere kreativen Potenziale zu entfalten und unsere Ideen und Visionen auf eine Weise auszudrücken, die uns und anderen Freude bereitet. Die Verbindung von Kreativität und Lebensfreude kann auch zu einem Gefühl von Sinnhaftigkeit und Erfüllung in unserem Leben beitragen.
Dankbarkeit ist ein tiefes Gefühl der Wertschätzung und des Glücks für die Geschenke, die das Leben uns bietet. Es trägt wesentlich zu einem erfüllten Leben bei und gilt in vielen Kulturen und Traditionen als wichtige Tugend. Für manche Menschen ist die Dankbarkeit ein alter Hut, gleichzeitig kann man sich meiner Erfahrung nach gar nicht genug darin üben, das Gefühl von Dankbarkeit zu verkörpern. Dankbarkeit ermöglicht es uns, unsere Aufmerksamkeit auf das Positive in unserem Leben zu lenken und es uns bewusst zu machen. Doch wie können wir Dankbarkeit und Atem miteinander verbinden?
Eine tägliche Atempraxis kann uns dabei helfen, unsere Dankbarkeit zu stärken. Der Atem ist eine kraftvolle Verbindung zwischen unserem Körper und unserem Geist. Er ist stets bei uns und begleitet uns in jedem Moment. Wenn wir unseren Atem beobachten und uns auf die Ein- und Ausatmung konzentrieren, können wir auch unseren Geist beruhigen und zur Gegenwart zurückkehren. In diesem Zustand fällt es uns leichter, uns bewusst zu machen, wie reich wir auch ohne materiellen Reichtum beschenkt sind und wie glücklich wir sein können. Wir können uns für die kleinen Dinge im Leben öffnen und die Fülle um uns herum erkennen. Indem wir uns bewusst Zeit nehmen, um tief und vollständig zu atmen, verbinden wir uns mit dem Leben
