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"Magic Cleaning" für das Familienleben: Der New-York-Times-Besteller zeigt, wie sich Hausarbeit fair verteilen lässt. Die meisten Paare wünschen sich heute eine gleichberechtigte Beziehung, ein harmonisches Zusammenleben und einen fair verteilten Haushalt. Spätestens wenn die Kinder da sind, ist es aber oft vorbei mit den guten Absichten, und auf einmal stecken wir wieder fest in der klassischen Rollenverteilung: Sie schmeißt ganz selbstverständlich den Haushalt und fährt den Nachwuchs zum Sport, während er immer wichtige Termine im Büro hat. Fair Play sieht anders aus. Bestsellerautorin Eve Rodsky zeigt, wie sich anhand dieser vier Regeln alle Aufgaben rund um Haushalt und Familie gerecht verteilen lassen: 1. Die Zeit jedes Partners ist gleich viel wert. 2. Sie haben ein Recht darauf, interessant zu sein. 3. Beginnen Sie jetzt und heute. 4. Legen Sie gemeinsam Regeln und Standards fest. Ein Buch, das den Alltag vieler Familien revolutionieren wird, denn: Auch Männer können bügeln.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 402
Veröffentlichungsjahr: 2020
Eve Rodsky
Mit Fair Play gehen Familie und Haushalt wie von selbst
Aus dem amerikanischen Englisch von Ulrike Becker und Anne Lauenroth
Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG.
»Magic Cleaning« für das Familienleben
Meist endet spätestens mit der Geburt der Kinder die Gleichberechtigung an der Waschmaschine. Während sie ganz selbstverständlich den Haushalt schmeißt, den Nachwuchs zum Sport bringt, den Kindergeburtstag organisiert und nebenher im Job Überstunden schiebt, hat er immer wichtige Termine im Büro. Unzufriedenheit, Vorwürfe und dicke Luft sind da vorprogrammiert. Doch damit ist nun Schluss: Das Fair-Family-Prinzip hilft Müttern und Vätern, alle Aufgaben rund um Haushalt und Familie gerecht zu verteilen. Damit die Zeit mit der Familie endlich wieder unbeschwert und glücklich ist.
Widmung
Teil I Das Problem
1. Der Fluch der automatischen Zuständigkeit
Fallbeispiel: Die fehlenden Blaubeeren
Fallbeispiel: 30 Anrufe und 46 Nachrichten
Fair Play als System
2. Der Preis dafür, alles alleine zu machen
Fallbeispiel: Der Mann im Flugzeug
Alte Geschichte. Neue Lösung.
Sorgen Sie dafür, dass es zählt
Alle Karten auf den Tisch
Teil II Die Lösung
3. Regel Nummer 1: Alle Zeit ist gleichwertig
Fallbeispiel: Die Jacke des Betrunkenen
Schädliche Zeitbotschaften
Fallbeispiel: Verwarnungen und orange Pampe
Fallbeispiel: Der seltsame Fall verlorener und gefundener Zeit
Fallbeispiel: Die schlechte Pediküre
Zurück zur Jacke des Betrunkenen
4. Regel Nummer 2: Sie haben ein Recht darauf, interessant zu sein
Fallbeispiel: Die vergessenen Skier
Das Recht einfordern, interessant zu sein
Finden Sie sich wieder
5. Regel Nummer 3: Fangen Sie da an, wo Sie gerade sind
Ein echter Game-Changer
Die Fair-Play-Karten
Mein Fair-Play-System besteht aus [...]
6. Regel Nummer 4: Gemeinsame Werte und Standards festlegen
Ihre Werte festlegen
Der Mindeststandard beim Fair Play
Was ist vernünftig?
Was ist Ihr »Warum«?
Fallbeispiel: Das Katzenklo
Teil III Wie man mit dem Fair-Play-System gewinnt
7. Die 100 Fair-Play-Karten
Das Set für zu Hause
Das Außer-Haus-Set
Das Betreuungs-Set
Das magische Set
Die Ereigniskarten
Einhornzeit
8. Das Spiel spielen
Das Spiel beginnt!
Schritt 1: Die Grundregeln festlegen
Schritt 2: Den Kartenstapel anpassen (wertorientiert spielen)
Überprüfen Sie die Karten
Ihr Kartenstapel
Schritt 3: Den Einstieg vorbereiten
Schritt 4: Die Karten verteilen (um das EPA spielen)
Schritt 5: Einen Mindeststandard festlegen
Schritt 6: Die eigene Einhornzeit einfordern
Schritt 7: Ein neues Versprechen geben
FAQs des Fair-Play-Systems
9. Die Karten neu mischen
Das immens wichtige Check-in
Schritt 1: Einen Termin für das Check-in vereinbaren
Schritt 2: Bestandsaufnahme machen
Schritt 3: Die Karten neu vergeben oder behalten
Schritt 4: Vorausplanen
10. Die 13 häufigsten Fehler, die Paare machen – und die jeweilige Fair-Play-Lösung
1. Das Break-up des EPA
2. Die Wanzenpest
3. Das EPA-Double-up
4. Das Veto in letzter Minute
5. Zu weit gehen
5a. Heldenversagen
6. Die Standards lassen nach
7. Das Haus zu Fall bringen
8. Schädliche Zeitbotschaften
9. Der Glaube, dass Systeme keinen Spaß machen
10. Erbsenzählerei
11. Mit barer Münze heimzahlen
12. Ablehnung des Glückstrios
13. Die Wertebestimmung auslassen
Bonusrunde: Fürs Leben spielen
11. Die Einhornzeit nutzen
Die eigene Einhornzeit einfordern
Fallbeispiel: Lampenfieber
Schlusswort
Wie Rosita ihre Einhornzeit fand
Glossar
Literaturverzeichnis
Dank
Für Seth:
Mit niemandem sonst auf der Welt würde ich das Spiel des Lebens lieber spielen. Danke, dass du mir erlaubst, unsere Geschichte zu erzählen … Du bist mein Seelenverwandter, und ich bin so stolz auf uns, weil wir jeden Tag gemeinsam wachsen. Ich liebe dich.
Für Zach, Ben und Anna:
Dieses Buch habe ich für euch geschrieben.
Für meine Mutter Terry:
Danke, dass du in unserer kleinen Drei-Personen-Familie alle Karten in der Hand hattest … Mag sein, dass dabei einiges auf der Strecke geblieben ist, aber mit deiner Liebe hast du uns nie im Stich gelassen. Und du hast mir beigebracht, dass ein lohnendes Leben bedeutet, alles zu tun, um das Leben anderer besser zu machen. Danke.
Das Spiel ist abgekartet.
Meine Cousine Jessica und ich waren am Flughafen JFK in New York und warteten auf den Beginn des Boardings für unseren Inlandsflug nach Los Angeles. Während wir am Gate in der Schlange standen, erzählte ich ihr von der »Sch**ß, den ich mache«-Liste, die ich zusammenstellte, um die viele unsichtbare und ungewürdigte Arbeit von Frauen sichtbar zu machen. Ich berichtete ihr von einer neueren Studie über frischgebackene Mütter. »Sie erwarten, dass ihre Männer mehr mit anpacken, dass sie ›fortschrittlicher‹ sind, aber die Wirklichkeit sieht offenbar ganz anders aus.«
»Mit anderen Worten« – Jessica stieß mich in die Rippen –, »›Überraschung! Windeln wechseln mach ich nicht.‹«
Beim Einsteigen wandte sich Jessica dann ihrer eigenen To-do-Liste zu. Ich hörte mit, wie sie schnell noch den Babysitter anrief: »Ich habe ganz vergessen, dir zu sagen, dass Noah heute zum Fußballtraining muss«, sagte sie entschuldigend. »Kannst du ihn bitte jetzt gleich hinbringen? Ich ruf den Trainer an und sag Bescheid, dass ihr unterwegs seid.« Während Jessica ihren Brand zu Hause löschte, bemühte ich mich, ein Feuer bei mir zu Hause möglichst im Keim zu ersticken. Ich hatte vor sechs Monaten die Installation von DIRECTV in Auftrag gegeben, und ausgerechnet heute war der Termin, an dem die Installateure kamen, um die Satellitenschüssel anzubringen. Hatte ich total vergessen. Sie waren jetzt bei mir zu Hause und wussten nicht, wo genau sie die Schüssel festmachen sollten, daher bemühte ich mich, wenigstens virtuell anwesend zu sein, und gab ihnen Anweisungen via FaceTime.
»Mir egal. Wo Sie wollen. Nur gehen Sie bitte nicht wieder weg«, flehte ich.
»Tut mir leid, Ma’am«, sagte der Installateur ernst, »aber da Sie nicht hier sind, können wir die Schüssel erst anbringen, nachdem Sie auf der Firmenwebsite Ihr Passwort eingegeben haben, um den Auftragstermin zu bestätigen.«
Wie? Aber ich wollte mich nicht streiten. Stattdessen winkte ich die Flugbegleiterin heran. »Entschuldigung, können Sie mir mit dem WLAN-Zugang helfen?«, flüsterte ich mit dringlicher Stimme. »Ich muss unbedingt sofort ins Internet.«
»Zuerst müssen Sie Ihren Platz einnehmen.« Sie lächelte schmallippig.
Jessica zeigte auf unsere Sitzplätze. So schnell ich konnte, zwängte ich mich mitsamt dem Handgepäck, einer Tüte mit Geschenken für die Kinder und meinem Chicken-Caesar-Wrap zum Mitnehmen in Reihe 20 auf Platz C. »Moment noch«, sagte ich zu den Satelliten-Typen. »Sind Sie noch da?« Auf meinem Handy blinkte jetzt die Anzeige »Batterie fast leer«. »Bitte nicht auflegen«, bat ich und klemmte mir das kleine Display zwischen Ohr und Schulter. Als ich meinen Laptop hervorzog, um an mein Passwort zu gelangen, wurde Jessica plötzlich blass. »Oh nein … wo ist meine Laptoptasche?«
Ein kurzer Blick auf die Sachen zwischen uns bestätigte, dass eine Tasche fehlte.
»Ich muss sie am Gate vergessen haben.« Sie schaute mich panisch an.
Wortlos sprangen wir auf, schoben uns im Gang an den hereinströmenden Passagieren vorbei und riefen beide immer wieder: »Bitte lassen Sie uns raus!« Kaum hatten wir uns nach vorne durchgedrängelt, rannte Jessica los. Ich hielt Wache, so als könnte ich allein verhindern, dass das Flugzeug ohne sie abhob.
»Wo will sie denn hin?«, rief die Flugbegleiterin, die gerade Bloody Marys für die erste Klasse mixte. »In fünf Minuten schließen wir die Türen.«
»Mach schnell!«, brüllte ich Jessica hinterher, während sie die Gangway hinunterrannte. Innerhalb von Minuten war sie wieder an der Tür, Laptop in der Hand, außer Atem, aber maßlos erleichtert. Als wir zum zweiten Mal ins Flugzeug einstiegen, wichen wir den Blicken der anderen Passagiere aus, die zweifellos dachten: Also bitte,Ladys – reißen Sie sich zusammen!
Zu Hause war es noch nicht mal Mittagszeit und – wie viele Frauen, die nach der Geburt der Kinder ihre wöchentliche Arbeitszeit um 21 Stunden erhöht haben – waren wir jetzt schon erschöpft. Aber natürlich waren wir an diese alltägliche Hetzerei inzwischen gewöhnt.
»Ich glaube kaum, dass Noah rechtzeitig zum Training gekommen ist«, stöhnte Jessica, als wir abhoben und in die Wolken eintauchten.
»Die Typen von DIRECTV sind jetzt definitiv nicht mehr da.«
Während ich mir im Geiste notierte, die Installation der Satellitenschüssel unter der Überschrift Elektronik und Internet auf meine immer länger werdende »SCh**ß, den ich mache«-Liste zu schreiben und einen neuen Termin mit den Handwerkern zu vereinbaren, fiel mir der Mann auf der anderen Seite des Gangs auf. Ich stieß Jessica an. Er trug einen smarten, anthrazitfarbenen Anzug und einen Ehering, und er schien nur mit seinem Laptop zu reisen. Während wir zwischen allem möglichen Zeug eingeklemmt saßen, streckte er bequem die Beine aus, schob sich Kopfhörer in die Ohren und klappte seinen Computer auf. Vom Bildschirmschoner lächelten ihn eine hübsche Brünette und drei Kinder an, die er mit einem Klick zum Verschwinden brachte und durch eine PowerPoint-Präsentation ersetzte. Die nächsten zwei Stunden verbrachte dieser Mann, wie es aussah, damit, eine Verkaufspräsentation durchzuarbeiten. Dann machte er ein Nickerchen. Danach schaute er sich einen Film an. In der letzten Stunde des Fluges schien er auf seinem Computer Rechenaufgaben zu lösen. Zum Spaß, nahm ich an.
Spionierte ich ihn aus? Und ob. Jessica und ich waren von unserem Sitznachbarn total fasziniert. Er wirkte cool, strahlte Ruhe, Gelassenheit und Kompetenz aus. Auf unserer Seite des Gangs ging es hingegen entschieden uncool zu. Während wir, immer noch aufgekratzt von unserem Kampf mit Serviceleuten, Babysittern und Trainingsplänen der Kinder direkt vor dem Abflug, jetzt anfingen, neue To-do-Listen für die Tage nach unserer Rückkehr nach Hause anzufertigen, schien der Mental Load dieses Mannes vergleichsweise leicht zu sein. Er wirkte geradezu
