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Ein besonderes Reisetagebuch, geschrieben mit viel Witz und Emotionen. In zwei Monaten bereisen der luxusverwöhnte Unternehmensberater und die ängstliche Erbsenzählerin mit dem Rucksack den Südamerikanischen Kontinent. Das deutsch-russische Paar trifft auf südamerikanische Lebensart. Sie nehmen uns mit durch Peru, Bolivien, Teile Ecuadors, Panama City und Nicaragua. In kleinen, liebevoll geschriebenen Geschichten und Anekdoten teilen die Beiden ihre anfänglichen Ängste und Sorgen, sowie persönlichen Highlights und Erlebnisse. Tipps, Empfehlungen und tägliche Erkenntnisse animieren den Leser zum Losreisen. Kleine und größere persönliche Macken, ab und an auftretende Rückschläge und ein nerviger Darmparasit werden in eine ironische, aber von Herzen kommende Erzählung verpackt. Ein etwas anderes Reisetagebuch, das Spaß und kribbelige Füße macht, sodass man sofort selbst die Tasche packen und losfahren will.
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Seitenzahl: 248
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Auf den Rucksack fertig los!
Oder auch: Wie ein deutscher Angsthase, ein russischer Vielfraß und ein Darmparasit den südamerikanischen Kontinent bereisen
Jana Ludwig
Copyright © 2017 Jana Ludwig
All rights reserved.
Widmung
Für meinen liebsten Reisegefährten, Partner, besten Freund und Lebensretter!
Just the two of us, we can make it if we try
Alles beginnt mit einem handfesten Streit zwischen mir und meinem Freund.
Wir sind: Dmitriy (meist Dima genannt), 33 Jahre alt, in Sankt Petersburg geboren, in Ungarn aufgewachsen und durch einen Schulaustausch in Deutschland gelandet. Seitdem ist er nur noch für Urlaube nach Russland zurückgekehrt. Beruflich als Unternehmensberater unterwegs und privat ein Sportfreak. Er kann an keinem guten Essen vorbeigehen und hat ständig Hunger. Muskulös gebaut, Grübchen im Gesicht, blonde Haare und die typisch slawischen Gesichtszüge einschließlich flachem, russischem Hinterkopf machen ihn für mich zum schönsten Mann der Welt. Durch seine Arbeit als Berater ist er viel auf Reisen und ein bisschen luxusverwöhnt – Business Lounge, Priority Check-In und vier Sterne Hotels. Backpackerunterkünfte und Economy Flüge betrachtet er eher mit Skepsis. Vom Charakter her ist er ein sehr entspannter Typ und immer überlegt. Nichts bringt ihn aus der Ruhe und er lenkt das Chaos, welches ich von Zeit zu Zeit anrichte.
Ich bin Jana, 32, in einer deutschen Kleinstadt geboren und aufgewachsen. Ich arbeite als Finance Manager in einem internationalen Konzern, mag auch Sport, aber nicht so verrückt wie mein Liebster. Für mich ist es kein Problem mal Fünfe gerade sein zu lassen. Ich bin ein eher ängstlicher Typ und leicht aus der Ruhe zu bringen. Vor allem mag ich keine Höhe: Sobald sich der Boden mehr als nötig von meinem Blickfeld entfernt schnürt sich in mir alles zusammen und mein Körper ist geradezu bewegungsunfähig. Stur bin ich auch noch dazu und ich setze gerne meinen Kopf durch: Ich will immer alles und das sofort. Auch ich mag gutes Essen, bin jedoch eher wählerisch was Qualität und Herkunft angeht.
Trotz dieser unterschiedlichen Mentalitäten und Charaktereigenschaften sind wir schon ein paar Jahre zusammen und glücklich (falls vorangegangener Text das Gegenteil vermuten lässt). Nicht verheiratet aufgrund fehlenden Antrages von russischer Seite und sturer Haltung auf deutscher, da das ja wohl Männersache ist. Trotzdem haben wir erst kürzlich in eine gemeinsame Wohnung in Berlin investiert – der Grundstein ist also gelegt und für das Nest ist gesorgt.
Und hier sind wir auch schon beim Streitthema: Während ich extreme Wanderlust verspüre und bereits den nächsten mehrwöchigen Urlaub plane, ist mein Liebster der Meinung jetzt erstmal ein bisschen Geld sparen zu wollen und in der neuen Wohnung anzukommen, da sich der Kredit ja nicht alleine abzahlt. Natürlich hat er damit Recht, dennoch sehe ich es noch nicht so ganz ein auf den alljährlichen Urlaub zu verzichten, da mir persönlich ein Minus auf dem Konto lieber ist, als ein verpasstes Abenteuer. Den Grund für die Abenteuerlust sehe ich darin, dass wir beide relativ geradlinig in unseren jetzigen Positionen gelandet sind: Studium in Regelzeit, im Anschluss direkt der erste Job und auch während der Semesterferien, den Eltern zur Freude, immer brav Praktika gemacht oder gejobbt. Das Reisen ist bei uns immer zu kurz gekommen. Die Karriere stand im Vordergrund und nun hat sich bei mir in den letzten Jahren einiges angestaut. Jedes lange Wochenende und jeder noch so kurze Urlaub müssen genutzt werden, um mein nervöses Gemüt ruhig zu stellen.
Zurück zum handfesten Streit. Dieser verläuft mit einigem Hin und Her, etlichen Diskussionen und ordentlich Argumenten Schlagabtausch. Sturheit schlägt Vernunft und tadaaaa - plötzlich ist aus dem zweiwöchigen Sommerurlaub der Plan entstanden, sich auf eine zweimonatige Reise zu begeben. Schließlich können wir in dieser Zeit die Wohnung vermieten und den Kredit trotzdem abbezahlen. Gesagt getan, eine Woche später einigen wir uns auf ein Ziel, welches ziemlich einstimmig auf Südamerika fällt. Jeder stellt spontan eine Liste mit seinen Top Drei zusammen und bei Beiden steht Südamerika ganz oben. Unsere (ganz persönlichen) Argumente sind die folgenden: Ich kann ganz gut Spanisch sprechen, es hat Abenteuercharakter und ist daher einfacher zu zweit (Australien, Neuseeland, USA kann man auch mit Nachwuchs machen), wir hoffen auf weniger Backpacker als in Südostasien, es ist günstig und es ist Sommer im Dezember/Januar.
Nun müssen wir noch die Chefs überzeugen. Bei Dmitriy ist das ziemlich einfach: Als Berater lässt er sich einfach für eine gewisse Zeit nicht disponieren, während ich in der Finanzabteilung eines internationalen Konzerns sitze. Hier müssen härtere Kaliber aufgefahren werden. Eine lange Liste mit Argumenten und eine strategisch gut durchdachte Rede werden vorbereitet. Dima und ich üben zuhause verschiedene Szenarien ein, in die das Gespräch gelenkt werden könnte, bevor ich anschließend einen Termin mit meinem Boss vereinbare.
Der finale Dialog im Chefbüro sah dann letztendlich folgendermaßen aus:
Jana: „Heute muss ich unbedingt mit Ihnen über eine private Angelegenheit sprechen. Ich habe es hier noch niemanden gesagt, weil ich wollte, dass Sie es zuerst erfahren...“
Chef rutscht unruhig auf dem Stuhl hin und her, kleine Schweißperlen bilden sich auf seiner Stirn.
Jana: „Ich bin ja jetzt bereits fünf Jahre hier im Unternehmen und über dreißig bin ich auch. Da muss man sich ja irgendwann mal Gedanken machen was man im Leben will und ob man nicht mal was für sich tun sollte...“
Chef ist jetzt ganz weiß im Gesicht.
Jana: „Mein Partner und ich haben beschlossen, dass wir eine kleine Auszeit von unseren Jobs brauchen und wollen zwei Monate durch Südamerika reisen.“
Chef sieht irgendwie auf einmal entspannter aus.
Ich werfe noch ein paar gute Argumente in den Raum, dass ich danach wieder voller Energie sein werde und mit neuen Ideen und frischer Motivation dem Unternehmen viel mehr Mehrwert bieten kann. Außerdem erläutere ich ihm auch meinen Plan der Arbeitsaufteilung mit den Kollegen und was ich vorbereiten werde. Nach all der Dramatik ist seine Reaktion gar nicht so negativ wie erwartet. Er ist sichtlich erleichtert, dass ich „nur“ verreisen will und nicht schwanger bin. Meine Aussage war auch keine Frage, sondern eine Konfrontation vor vollendete Tatsachen. Er hatte also so schnell keine Möglichkeit mit einem einfachen „Nein“ zu antworten. Ich war so überzeugt davon, dass ich diese Reise unbedingt machen muss, dass er viele Argumente gebraucht hätte, um mich davon anzubringen. Zudem muss ich dazu sagen, dass ich das Gespräch bereits acht Monate vor der Reise suchte und somit genug Zeit hatte Vorbereitungen zu treffen und Übergaben zu machen. Es folgen ein paar Absprachen im Team und dem Urlaub steht nichts mehr im Wege. Da wir keinen unbezahlten Urlaub nehmen können, fahren wir von Dezember bis Januar und nutzen jeweils zwanzig Tage Urlaub aus dem aktuellen und die anderen zwanzig aus dem neuen Jahr.
Wir haben nun acht Monate Zeit zu sparen, uns impfen zu lassen, einen Zwischenmieter für unsere Wohnung zu finden und eine grobe Reiseroute zu erarbeiten. Wer schon mal eine Reise durch Südamerika geplant hat, dem fällt auf, dass zwei Monate eigentlich lächerlich wenig sind. Nach langer Recherche und Abwägen was in unseren Zeitplan passt soll unsere grobe Route dann die folgende sein: Start in Panama, danach ein Abstecher nach Ecuador, inklusive der Galapagosinseln, anschließend ein Trip durch Bolivien und Peru und Ausklang in Costa Rica oder Nicaragua, was zum Planungszeitpunkt noch unklar ist. Wir haben uns für Panama City als Anflug- und Abflugziel entschieden, da es das perfekte Drehkreuz zwischen Süd- und Zentralamerika ist und die Flüge im Planungszeitraum sehr günstig waren.
Da wir „nur“ acht Wochen Reisezeit haben und unsere Wunschländer zum Teil weit auseinanderliegen, haben wir auf Empfehlung einige Flüge vorgebucht. In Südamerika fliegen nur die „Reichen“ und spontane länderübergreifende Flüge sind somit teuer. Außerdem kosten die Tickets für Ausländer mehr als für die Einheimischen. Für die Impfungen haben wir uns im Tropeninstitut beraten und auch immunisieren lassen. In einige Länder darf man angeblich ohne eine Gelbfieberimpfung nicht einreisen. Wir wurden am Ende zwar nie kontrolliert, als wichtig erachte ich diese dennoch – auch wenn das hier nur meine persönliche Empfehlung ist. Ausrüstung haben wir uns sehr wenig zugelegt, da wir uns sicher sind, auch ohne die teuren Outdoor-Markenprodukte und ohne Partnerlook gut voran zu kommen. Sogar auf Wanderstiefel verzichten wir. Die guten alten Turnschuhe tun es hoffentlich auch. Schließlich ist die Bevölkerung vor Ort auch nicht in Jack Wolfskin und Co unterwegs und überlebt trotzdem. Außerdem sehe ich irgendwie keinen Sinn darin Unmengen an Geld in diese Produkte zu investieren und dann auch noch auszusehen wie einer unter Tausenden anderer Touristen. Das meiste Geld haben wir für einen Reiserucksack für Dima ausgegeben, der am Ende jeden Cent wert ist. Während ich alles von oben in einen geliehenen Treckingrucksack stopfen muss, hat mein Liebster immer alles ordentlich gefaltet und ohne Fluchen parat. Es ist mein erster Rucksackurlaub und ich bin nervös, wie ich mit nur wenigen Sachen auskommen soll, da mein Kleiderschrank im wahren Leben doch eher einer Lagerhalle gleicht.
Nichtsdestotrotz nach etlichen Monaten des Wartens ist endlich der neunundzwanzigste November und wir können starten. Die Wohnung ist vermietet und Zeit das Konto etwas zu füllen, hatten wir auch. Das Packen ging Dank ein paar hilfreicher Bloggertipps relativ einfach von der Hand und unsere Rucksäcke wiegen wirklich nur zwölf bis vierzehn Kilogramm. Tatsächlich hat es nur das Nötigste in unser Gepäck geschafft. Die Bedenken alles auf meinem doch eher schmalen Rücken schleppen zu müssen waren größer als die Angst vor einer inkompletten Garderobe.
Über Paris geht es heute endlich nach Panama City. Dank Entertainmentprogramm im Flieger vergehen die zwölf Stunden relativ schnell. Endlich hat Dima die Chance alle Actionfilme zu schauen, die er in den letzten Jahren verpasst zu haben scheint. Wenn ich ihn so beobachte, wie er wild kaugummikauend auf den Bildschirm starrt, überlege ich mir ihn öfter mal übers Wochenende alleine zu lassen – fast ein bisschen apathisch mein Liebster. Nicht mal die ständigen Ansagen, die den Film jedes Mal unterbrechen, aufgrund von Turbulenzen, Duty-Free Verkäufen oder Fluginformationen, scheinen ihn zu stören. Gut, dass wir noch einen Rückflug haben – dann müsste er alle Filme geschafft haben. Ich hingegen verbringe die Zeit mit meinen Reiseführern, die ich aufgrund zu hohen Arbeitspensums vorher nicht lesen konnte. Dank diesen bin ich nun einiges an Paranoia reicher und weiß jetzt was wir in Südamerika alles NICHT machen und essen werden.
Wir landen nach Mitternacht in Panama City – IM DUNKELN. Gerade habe ich noch gelesen, dass in Panama City im Dunkeln überhaupt nicht gut Munkeln ist. Das fängt ja gut an. Das Gepäck ist da und nachdem wir von den unfreundlichen Zollbeamten unsere Stempel bekommen haben, dürfen wir auch Einreisen. Wir satteln die Rucksäcke und machen uns auf die Suche nach unserem Taxifahrer, den uns das Hostel schicken wollte. Nach Verlassen des Flughafengebäudes kommt es uns vor, als wären wir im Berliner Tropenhaus gelandet. Hitze und Luftfeuchtigkeit sind enorm und verwandeln unsere Shirts binnen Minuten in nasse Lappen – Hitzeschock extrem. Wir drehen diverse Runden sowohl in der Ankunftshalle als auch am Taxi- und Busterminal, um dann fünfundvierzig Minuten später festzustellen, dass der Shuttle Service wohl nicht funktioniert hat. Nach einer kurzen Verhandlung mit einem anderen Fahrer machen wir uns selbst auf den Weg. Endlich im Panama Hat Hostel angekommen unterziehen wir uns einer langwierigen Anmeldeprozedur, die von Anil geleitet wird. Anil ist ein kleiner, etwas fülliger, freundlich grinsender Panamaer. Er sitzt an der Rezeption des Hostels und begrüßt uns sehr freudig. Es scheint als hätte er heute noch nicht allzu viele Menschen getroffen, da er munter in einem schnellen Spanisch drauf los erzählt. Hierbei merke ich, dass mein Spanisch doch etwas eingerosteter ist als gedacht. Ich lächele und nicke mehr, als dass ich antworten kann. Anil beginnt das Einchecken - mit dem Ein-Finger-Tipp-System. Alles ganz langsam und gewissenhaft. Müsste ich wetten, würde ich sagen, es ist sein erster Tag heute. Immer wieder fragt er dieselben Fragen und das Anmeldeformular in seinem Computer scheint endlos lang zu sein. Ich wiederhole meine Passnummer, dann Dimas, dann wieder meine, dann nochmal buchstabieren, dann eine Kopie vom Ausweis und unsere Adressen – und so weiter und so fort.Der Flug, das Wetter und der Gedanke, dass ich ab jetzt zwei Monate frei habe, machen mich gleichgültig und überaschenderweise geduldig. Ich bin ganz entspannt und schaue voller Vorfreude auf das, was kommen mag. Von meiner Reisebegleitung neben mir kann man das nicht gerade behaupten. Ich spüre förmlich das Blut in seinem Körper rauschen. Mit jedem weiteren Buchstaben, den Anil mit dem Zeigefinger in den Computer drückt, stöhnt er lauter. Ich säusele ihm ein paar beruhigende Worte ins Ohr und hoffe, dass das Prozedere bald vorbei ist. Nach einer gefühlten Unendlichkeit ist es geschafft und wir bekommen die Zimmerschlüssel. Jetzt ist es also soweit - der hotelverwöhnte Dima betritt das Hostelzimmer: Weiße Fliesen, ein Metallschrank und Neonröhren. Nicht sonderlich gemütlich, aber sauber mit bequemen Betten. Er wirkt nun entspannter und auch ein wenig erleichtert. Ich glaube, er hat sich sein erstes Hostel schlimmer vorgestellt.
Obwohl es schon mitten in der Nacht ist, will er nochmal raus, weil er natürlich Hunger hat – es gab ja schließlich nur zwei Mahlzeiten und ein paar Snacks im Flieger. Ich bin unsicher und versuche ihn mit meinem neuerlernten Wissen zu überzeugen, dass wir im Dunkeln nicht mehr rausgehen und auch nicht alles essen sollten. Ich will nicht. Nach dem was ich gelesen habe, wartet hinter jeder Ecke ein fieser Gangster, der uns ausrauben will. Ich fühle mich ungewohnt fremd, die ganzen Warnungen haben mich unruhig und paranoid gemacht. Im Nachhinein weiß ich wie dämlich das war, aber zu diesem Zeitpunkt bin ich hysterisch und eine ziemlich nervige Reisebegleitung. Da ich aber auch nicht alleine im Zimmer bleiben will, machen wir uns doch auf und gehen eine Runde um den Block – mein mutiger Russe mit suchendem Blick nach etwas Essbaren und ich, mit suchendem Blick nach hinten um Verfolger rechtzeitig zu erkennen. Unsere beiden Augen erspähen nicht das Gesuchte. Anscheinend ist es sowohl für Verbrecher als auch für Essen schon zu spät. Tatsächlich haben wir nicht einen Menschen gesehen, auch keine Banditen, Fieslinge oder andere Halunken. Nach der Rückkehr in unser Zimmer, fallen wir dennoch in einen Tiefschlaf, ich erleichtert und Dima hungrig.
Erkenntnisse des Tages: Wir müssen irgendwie ganz schnell mehrere Gänge zurückschalten. Mein Spanisch ist blöderweise doch nicht so gut, wie ich dachte. Auch mit Ein-Finger-Tipp-System kann man sehr gut klarkommen.
Frisch und ausgeruht starten wir in den Tag. Mein immer noch hungriger Liebster drängt sofort zum Frühstück. Dort erwartet uns schon ein mürrisches Gesicht aus der offenen Küche und fragt, was wir essen wollen. Es gibt entweder Rührei oder Cornflakes. Es kommt zum ersten Problem des Tages: Dima möchte Beides! Nachdem die Köchin eingesehen hat, dass mit einem russischen Hüngerchen nicht zu spaßen ist, bekommt er seine doppelte Frühstücksportion. Derweil bin ich gespannt, wie es hier die nächsten drei Tage weitergehen wird mit dem Frühstücksproblem.
Wir beschließen eine Runde auf der Panama Promenade zu flanieren. Direkt am Wasser mit Skyline im Rücken, spazieren wir unter Palmen den kilometerlangen Fußgängerweg entlang. Überall blühen bunte, farbenprächtige Blumen, das Gras ist gemäht und alles ist sehr gepflegt. Es gibt viele Sportplätze, Basketballkörbe und Spielplätze. Nur Menschen sehen wir nicht – keinen einzigen weit und breit. Was ist denn los? Wo sind sie denn alle? Haben wir irgendetwas verpasst, einen Katastrophenalarm oder so? Nach wenigen Minuten fällt es uns wie Schuppen von den Augen beziehungsweise merken wir es an den bereits nassen Shirts – es sind vierzig Grad im Schatten, die Luftfeuchtigkeit ist bei gefühlten hundert Prozent und kein normaler Mensch würde bei dem Wetter auf die Idee kommen irgendeine Strandpromenade entlang zu flanieren. Kein Einheimischer und auch kein Tourist haben sich an diesem späten Vormittag auf die Straße gewagt. Wir ziehen dennoch weiter, zu groß ist die Neugier auf Panama City. Natürlich haben wir auch kein Wasser dabei und da ja niemand hier unterwegs ist, gibt es auch keins zu kaufen. Wäre ja auch zu intelligent gewesen, eine Flasche einzupacken. Nach zehn Minuten spüren wir völlige Erschöpfung, nach zwanzig geht nichts mehr. Wir haben Durst und die Strandpromenade erscheint uns auf einmal endlos. Die Sonne brennt und wir sind komplett durchgeweicht. Es ist Anfang Dezember und ironischerweise passieren wir einige bunt behängte, leuchtende und riesige grüne Weihnachtsbäume aus Plastik. Das lässt die ganze Situation dann doch irgendwie witzig erscheinen. Den Durst lindert es aber nicht - zum Glück gibt es keinen Glühwein. Wie eine Fata Morgana taucht plötzlich der Mercado de Marisco vor uns auf – der Fischmarkt von Panama City. Hin- und Hergerissen vom Fischgeruch, der sich zwischen unglaublich lecker und kurz vorm Erbrechen bewegt, betreten wir die große Halle. Ich sehe nichts anderes als den Wasserverkäufer mit seiner kostbaren Ware und kaufe ihm schnell zwei Liter ab. Nachdem ich meinen Durst gestillt habe, drehe ich mich um und sehe wie Dima sich schon den ersten rohen Fisch einverleibt. Das heißt in allen Ländern Süd- und Lateinamerikas Céviche und ist Fisch oder Meeresgetier (Oktopus, Scampi oder Muscheln) in Limettensaft, Chili und Zwiebeln mariniert. Eine wahnsinnig leckere Spezialität, die wir auch schon das ein oder andere Mal beim Peruaner in Berlin gegessen haben. Ja richtig in Berlin, wo das Gesundheitsamt regelmäßig Kontrollen durchführt und die Kühlkette im Normalfall gut funktioniert. Daran scheint Dima jedoch nicht zu denken während er genüsslich den rohen Fisch aus einem Plastikbecher löffelt. Den Durst scheint er vergessen zu haben – den Geruch um uns herum anscheinend auch. Panisch erörtere ich ihm die akute Salmonellengefahr, doch mit dem Essen in der Hand hört er gar nichts. Mit einem glücklichen Gesichtsausdruck lässt er sich seine Errungenschaft schmecken. Gut, dann bleibt mir nichts Anderes übrig als auch zu probieren – wenn es nur einem von uns schlecht geht ist ja auch doof. OHHHH und es schmeckt himmlisch: Saurer Geschmack vermischt mit Chili und frischem Fisch (hoffe ich zumindest) verzaubern unsere Geschmacksnerven. Erfrischend und kühlend ist der Céviche eine wahre Geschmacksexplosion. Mit dem Fisch im Bauch, die Reserven mit Wasser aufgefüllt sieht die Welt schon wieder ganz anders aus und wir sind bereit wieder in die Hitze hinaus zu ziehen. Am Hafen beobachten wir die vielen Pelikane, die immer wieder versuchen den Fischern die Beute abzujagen. Das laute Gekrächze der Vögel und das Geschrei der Fischer werden von lateinamerikanischer Musik untermalt, die aus alten Radios aus allen Richtungen dröhnt. In kleinen Fischerbooten aus Holz bringen die Fischer ihre Waren zum Markt, während sich die an Land gebliebenen an den farbenfrohen Ständen mit Lebensmitteln eindecken oder sich in den kleinen Cafés mit kalten Getränken erfrischen. Der Hafen von Panama City ist lebhaft und laut und steht im völligen Widerspruch zu der dahinter auftauchenden Skyline. Die Kombination aus stahlglänzender Moderne und einfachem Leben ist beeindruckend und bunt. Es scheinen keine weiteren Touristen unterwegs zu sein – zumindest nicht hier am Hafen. Zwei Gringos allein unter Latinos, die völlig durchnässt das quirlige Treiben bestaunen. Gringo ist ein südamerikanisches Wort, welches von den Einheimischen für einen hellhäutigen Menschen benutzt wird. Wir zwei Bleichgesichter sind schnell identifiziert.
Uns zieht es ins alte Zentrum von Panama City und ich möchte gerne ins Kanalmuseum um ein wenig in den Genuss einer Klimaanlage zu kommen und was über den berühmten Panamakanal zu lernen. Nur schade, dass heute Montag ist und das Museum geschlossen ist.
Noch nachdenkend, wie es weiter im Tagesablauf geht, sehen wir sie. Irgendwo mussten sie sich ja verstecken: Touristengruppen, sonnenverbrannte, helläugige Menschen mit großen Panamahüten, alle im Partnerlook, in grauen Allwetterhosen und in Wanderstiefeln. Wie Ameisen scharen sie sich um die Souvenirstände und strömen in die Geschenkeläden, um Hüte, Schmuck, T-Shirts, Magnete und andere Mitbringsel einzukaufen. Stöhnend und schnaufend, klagend über die unerträgliche Hitze probieren sie Hüte auf und bunte T-Shirts an. Schnell suchen wir das Weite und verstecken uns in einem kleinen Café, um über den weiteren Tag zu beratschlagen. Da wir nicht allzu viel Zeit in Panama City haben, und dennoch so viel wie möglich sehen wollen, lassen wir uns dazu hinreißen einen Hop-on-Hop-off-Bus zu nehmen. Auch wenn wir Gefahr laufen dem Tross da draußen wieder über den Weg zu laufen, recherchieren wir die Abfahrtszeiten der Busse. In nur zwanzig Minuten soll schon einer abfahren - Startpunkt Multiplaza. Schnell bezahlen wir die Rechnung und nehmen ein Taxi. Da ich ja alle Regeln und Gefahrenquellen auswendig gelernt habe, suchen wir uns eins mit dem obligatorischen weiß-roten Streifen und handeln den Fahrpreis aus, weil es keine Taxameter gibt. Als alles zu meiner Zufriedenheit erfüllt ist, geht es los. Obwohl das Auto gefühlt dreißig Jahre alt ist, rast unser Fahrer hupend und rufend durch die Stadt. Fünf Minuten vor Abfahrt des Busses kommen wir am vermeintlichen Ziel an und sehen „Nichts“: keine Haltestelle und keinen roten Bus. Wir beraten uns mit dem Fahrer, soweit das mit unseren hervorragenden Spanischkenntnissen möglich ist und stellen fest, dass wir nicht zum Multiplaza, sondern zum Multicentro müssen. Wir beglückwünschen uns zu unseren hervorragenden Lesekenntnissen und die rasante Taxifahrt geht weiter. Ich drücke mich einfach in meinen Sitz und hoffe, dass wir sowohl lebend aus dem Taxi wieder rauskommen als auch nicht entführt werden (man hört und liest ja immer weiß Gott was alles). Die unterdrückte deutsche Paranoia lässt grüßen. Aber tatsächlich kommen wir am richtigen Platz an, wo schon der rot angezogene Ticketverkäufer mit seinen Stadtplänen und den Tickets steht. Wir rennen los, als würde es um unser Leben gehen. Hektisch und drängend kaufen wir die Billets um dann pünktlich an der Haltestelle zu stehen und auf den Bus zu warten. „Tranquiiiiiilllllo („ganz ruhig“), der kommt erst in circa zwanzig Minuten“, lässt uns das rote Männchen wissen. Völlig verstört gucken wir uns an und lachen los – wir müssen definitiv den Drill aus uns rausbekommen. Dreißig Minuten später ist dann auch der Bus da und wir holpern los (anders kann man das leider nicht nennen). Als er nach einer Weile in eine abgelegene Straße einbiegt und vor einer großen Lagerhalle anhält, kommen meine Entführungsängste wieder hoch. Panisch schaue ich mich um und beobachte die Reaktion der anderen Leute im Bus, aber denen scheint das alles ziemlich egal zu sein. Ich überlege, ob es schon mal Entführungen von diesen Hop-on-Hop-off-Bussen gegeben hat, kann mich aber nicht erinnern der gleichen jemals gelesen zu haben. Falls jemand damit Erfahrungen gemacht hat, will ich es jetzt auch nicht mehr wissen. Dima liest meine Gedanken und meint ich solle nicht lächerlich sein. Ich frage mich, ob er Recht hat oder zu wenig Reiseführer und Nachrichten liest. Nach ein paar Minuten unruhigem Hin- und Her rutschen auf meinem Plastiksitz (an dem sich meine nackigen Beine schon ganz festgesaugt haben), dröhnt die Ansage aus dem Lautsprecher: „Bitte in den anderen Bus steigen - Dieser Bus muss repariert werden“. Gesagt, getan, weiter geht die Fahrt. OK, vielleicht habe ich doch wieder etwas überreagiert. Anscheinend gab es und wird es keine Entführung von roten Doppeldeckerbussen geben.
Die Erklärungen aus den Lautsprechern sind weder auf Spanisch noch auf Englisch zu verstehen – egal, wir gucken einfach ein bisschen aus dem Bus. Am Endziel angekommen steigen wir aus und stehen nun direkt am berühmten Panamakanal an der Miraflores Schleuse, den wir nur aus dem Fernseher und aus Erzählungen kennen. Ich kann es kaum fassen, dass ich hier bin. Da der aber ziemlich klein aussieht, vergewissere ich mich mehrfach bei Dima, ob das auch wirklich DER Panamakanal ist. Ja, scheint der Fall zu sein. Wir schauen wie ein Schiff hinein fährt und ich muss zugeben, dass es schon beeindruckend ist, wie so ein riesiger Frachter in diese kleine Schleuse passt. Wenn ich an meine Parkkünste denke, scheint mir was ich dort sehe fast unmöglich. Doch es funktioniert, und mit Hilfe von Schleppern schafft es der Kapitän das Monstrum durch die winzige Öffnung zu bugsieren. Nachdem wir uns auch das dazugehörige Museum angeschaut haben, welches sehr interessant und lohnenswert ist, fahren wir mit dem roten Bus wieder ab. Im Zentrum angekommen, haben wir Hunger. Es startet eine Diskussion, die uns von nun an die nächsten Wochen begleiten wird. Was essen wir? Ich, paranoid und ständig auf die Gefahr vor Bakterien, Salmonellen und anderen Krankheiten lauernd und Dima, der alles essen will, was ihm über den Weg läuft. Wir entscheiden uns für die Calle Uruguay, die auchals Restaurant und Barmeile im Reiseführer angepriesen wird. Was wir aber vor Ort finden, sind jede Menge Burgerläden, Fast-Food-Ketten, Irish Pubs und American Diners. Alles weniger lateinamerikanisch. Da der Hunger jedoch größer ist, als die Lust sich auf die Suche nach etwas Authentischerem zu begeben, entscheiden wir uns für das am wenigsten touristisch aussehende Restaurant – ein Arabisches. Das Essen ist lecker, aber teuer. Ich schiebe alle rohen, salatähnlichen Sachen von meinem Teller, während Dima natürlich nichts liegen lässt. Ich bin gespannt, wie lange sein Bauch das aushält oder ich es schaffe meine Prinzipien auch bei ihm durchzusetzen. Wir essen Vorspeise, Hauptgericht, Nachspeise, trinken ordentlich Wein und beenden das Essen mit einem Espresso. Zum Schluss diskutieren wir, dass wir uns so ein Essen nicht täglich zwei Monate lang leisten können. Diese Diskussion hört sich ungefähr so an:
Jana: „Baby, das können wir uns aber nicht jeden Abend leisten. Dann sind wir nach zwei Wochen pleite.“
Dima: „Aber dafür haben wir doch fast das ganze Jahr gespart, dass wir es uns jetzt richtig gut gehen lassen können.“
Jana: „Ja, aber wir haben auch ein Budget aufgestellt, und ein tägliches Drei-Gänge-Menü ist darin nicht enthalten.
Dima: „Ja, aber dafür übernachten wir doch in günstigen Hostels.“
Jana: „Das haben wir auch so im Budget kalkuliert.“
Na das kann ja heiter werden – Berater argumentiert mit Finanzabteilung. Ich sehe uns schon Gläser spülen, irgendwo in Bolivien.
Erkenntnisse des Tages: Russischer Drill und deutsche Pünktlichkeit müssen definitiv abgelegt werden. Maulige, Partnerlook tragende Rentner gibt es überall. Salat ist böse, böser als roher Fisch in Limettensaft.
Unser zweiter Tag startet bereits um sieben Uhr morgens, was sehr ungewöhnlich für uns beide ist. Hierbei muss es sich wohl noch um den Jet Lag handeln. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Panama uns in kürzester Zeit zu Early Birds gemacht hat. Am zweiten Tag kann Dima nun aber nicht mehr an sich halten - das Sportprogramm startet – russischer Ehrgeiz trifft auf meine Müßigkeit. Ich gucke ihm bei Liegestütz, Sit-ups und irgendwelchem Gehopse zu und freue mich über meinen schönen Mann. Die Auswirkungen der Luftfeuchtigkeit auf den Frühsport möchte ich hier lieber nicht weiter ausführen. Nachdem er alles rausgeschwitzt hat was geht, begeben wir uns zum Frühstück und da ja heute gesportelt wurde, reicht nun auch die doppelte Portion für Dima nicht mehr. Das kann nur eines bedeuten: Die nächsten zwei Stunden ist schlechte Laune angesagt. Wenn es etwas gibt, was ihn aus der Ruhe bringt, dann ist es schlechtes oder zu wenig Essen. Wie oft schon konnte ich ihn nur mit einer leckeren, selbst gekochten Mahlzeit aufheitern. Wenn man mit Dima in ein Restaurant geht, wo das Essen nicht gut oder die Portionen zu klein sind, kann man den Rest des Abends eigentlich vergessen. Er redet dann nicht mehr und in der Mitte seiner Stirn bildet sich eine vertikal verlaufende tiefe Furche. Hier helfen dann auch keine beruhigenden Worte meinerseits, dass wir später noch was anderes Essen können oder witzige Sprüche, um die missliche Lage zu retten. Da ich mich mit dieser Situation ja schon auskenne, lasse ich ihn rummuffeln. Die nächste Essgelegenheit in Form von Supermarkt, Imbissbude, Céviche, Café, Restaurant kommt hoffentlich schnell.
Erstmal aber wieder in den roten Bus. Das noch gültige vierundzwanzig Stunden Hop-on-Hop-off Ticket führt uns nach Panama Viejo, die ursprüngliche Stadt, die von Piraten zerstört wurde. Es besteht aus Ruinen und liegt im Armenviertel von Panama City. Dieses Mal haben wir Wasser mit, aber dennoch ist das extrem warme Klima drückend. Vor zwei Tagen hatten wir schließlich noch deutschen Winter. Heiß, heißer, unglaublich heiß. Wir schleppen uns über große Steine, klettern auf einen Aussichtsturm und überschauen das alte Panama, von dem nicht wirklich viel übergeblieben ist. Der Ausblick ist aber dennoch absolut fabelhaft und die nicht allzu vielen Stufen auf den einzigen Turm in der Gegend lohnen sich. Ein Bimmelbähnchen bringt uns zum Ausgangspunkt zurück. Wo war das eigentlich auf der Hinfahrt? Zur Abkühlung gehen wir in das angrenzende Museum um etwas mehr über das alte Panama zu erfahren. Ein naheliegender Souvenirmarkt mit allerlei Kunsthandwerk darf natürlich auch nicht fehlen. Es gibt ein paar interessante und ausgefallene Sachen, die allerdings nicht in einen Backpacker Rucksack passen. Von Hüten, Kunsthandwerk, Schmuck und Geschirr ist alles dabei.
Anschließend warten wir wieder auf den roten Bus, der nach einer Stunde Verspätung dann auch kommt. Das Geld für diesen Bus wäre definitiv besser in Mojitos investiert gewesen. Ich würde beim nächsten Mal auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen oder auf ein Taxi – da kommt man auf jeden Fall günstiger und auch schneller voran. Langes Warten in der Hitze ist definitiv etwas, worauf wir verzichten können. Vielleicht sind wir hier aber auch zu pingelig – in Berlin und Moskau beschweren sich die Leute, inklusive uns, schon wenn sie vier Minuten auf eine U-Bahn oder auf den Bus warten müssen.
Auf dem Rückweg halten wir an einem Supermarkt an und endlich kann Dima sich aussuchen was er möchte. Er packt sich den Wagen voll: Obstsalat, Thunfisch, Joghurt, Wein, Käse, Wurst, Oliven, Brot (das ist nur das woran ich mich erinnern kann). Auf meine Frage, wann er das alles essen will, meint er nur „man kann ja nie wissen“. Während mein hungriger Freund den Laden leer räumt, habe ich Zeit mich umzusehen und finde meinen Lieblingswein aus Argentinien im Regal. Ich stelle jedoch fest, dass dieser hier, obwohl er auf demselben Kontinent geblieben ist, viel teurer ist als bei uns in Deutschland. Globalisierung lässt grüßen.
