Auf der Überholspur - Sophia Flörsch - E-Book

Auf der Überholspur E-Book

Sophia Flörsch

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Beschreibung

Sophia ist 15 Jahre alt und hat schon eine Kart-Karriere hinter sich. Auch in Zukunft wird sie die Rennstrecken aufmischen - und irgendwann vielleicht in der Formel 1 fahren. In ihrem Buch zeigt sie, wie jeder es schaffen kann - auch unter Extrembedingungen - 100 % Leistung zu bringen, sich auf den Punkt zu konzentrieren und dafür täglich neu zu motivieren. Das Buch verbindet Methoden zur Verbesserung der mentalen und körperlichen Fitness. Diese Kombination ist im Rennsport unabdingbar, aber auch im Alltag nützlich.

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Seitenzahl: 125

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Sophia Flörsch mit Klaus-Eckhard Jost

Auf der

Sophia Flörsch mit Klaus-Eckhard Jost

Auf der Überholspur

Mit mentaler und körperlicher Fitness zur absoluten Spitzenleistung

Inklusive 8-Wochen-Fitnessplan von Personal-Trainerin Katrin Böning

Originalausgabe

1. Auflage 2016

© FaszinationFitness, Verlag Komplett-Media GmbH

2016, München/Grünwald

www.FaszinationFitness.de

ISBN Print: 978-3-8312-0428-1

ISBN E-Book: 978-3-8312-5763-8

Hinweis: Das vorliegende Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autoren noch Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

Umschlaggestaltung: Marco Slowik

Satz: Daniel Förster, Belgern

Druck: Neografia a. s., Slowakei

Foto Titelseite: © Toby Seifinger – www.Toby.Seifinger.de

eBook-Herstellung und Auslieferung: HEROLD Auslieferung Service GmbHwww.herold-va.de

Bildnachweis: © Toby Seifinger: S. 9, S. 20, S. 25, S. 35, S. 57, S. 67–162

Illustrationen: S. 60 shutterstock, S. 84, S. 94, S. 104, S. 110, S. 115 istock

Dieses Werk sowie alle darin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrecht zugelassen ist, bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Verlages. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Speicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen sowie für das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung.

INHALT

VORWORT

DAS BIN ICH

DER EINSTIEG IM KART

MEINE ERSTE SAISON IMAUTO

DER SPAEAT – SCHULE UND MOTORSPORT.

MENTALE FITNESS

TALENT – WAS IST DAS EIGENTLICH?

ALLES EINE FRAGE DER PERSPEKTIVE

VORSTELLUNESREEULATIONEN

SCHRITTE ZUM MENTALEN TRAINING

DER FLOW-ZUSTAND

ENTSPANN DICH!

KÖRPERLICHE FITNESS

TRAININE FÜR RENNFAHRER

DIESE MUSKELN TRAINIERST DU!

STEHEN WIE EIN CHAMPION – DIE PERFEKTE KÖRPERHALTUNG

MOBILISIERUNG UND MOVEMENT

KRÄFTIGUNG

CORE-STABILITÄT

STARKE BEINE

STARKE SCHULTERN UND ARME

STARKE HANDGELENKE – MIT MEHR WRIST STRENGTH INS ZIEL

STARKER NACKEN

AUSDAUER

REGENERATION

8- WOCHEN-FITNESSPLAN

WOCHE 1 UND 2

WOCHE 3 UND 4

WOCHE 5 UND 6

WOCHE 7 UND 8

DANKSAGUNG

QUELLENHINWEISE

DIE AUTOREN

VORWORT

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Sophia Flörsch. Ich bin 15 Jahre alt und habe in der vorletzten Saison meine Karriere im Kart erfolgreich beendet. 2016 starte ich in der Formel 4. Mein klares Ziel lautet: Formel-1-Weltmeisterin!

Ganz schön selbstbewusst, denken jetzt sicher viele. Aber wenn man sich in einem männerdominierten Sport im zarten Alter von 15 Jahren durchsetzen will, darf man nicht zart besaitet sein.

Als Leistungssportlerin verwende ich die unterschiedlichsten Strategien, um erfolgreich zu sein. Ich finde es immer wieder beeindruckend zu erfahren, was ich alles aus mir herausholen kann, von dem ich nie gedacht hätte, dazu in der Lage zu sein. Gerade die Methoden des mentalen Trainings haben mich bei diesen Höchstleistungen unterstützt. Aber nicht nur im Sport kamen sie mir zugute. Auch in der Schule bei Prüfungen oder sonstigen schweren Aufgaben habe ich sie erfolgreich angewendet.

Viele dieser Wege kannst auch du nutzen, um deinen Alltag besser zu meistern. Gerade wenn du unter Prüfungsangst leidest, schnell nervös wirst oder unter großem Druck die Flinte ins Korn wirfst, können die Methoden der Sportpsychologie eine Lösung für dich sein.

Damit wir uns erst einmal ein bisschen besser kennenlernen, erzähle ich dir im ersten Kapitel, wie meine Motorsport-Karriere überhaupt begann – von meiner ersten Testfahrt in einem Kart im zarten Alter von fünf Jahren bis hin zu meinen letzten Rennen in der englischen Ginetta Junior Championship im Jahr 2015.1

Im zweiten Kapitel widme ich mich dann voll und ganz den Methoden des mentalen Trainings. Gemeinsam mit dem Sportjournalisten Klaus-Eckhard Jost habe ich mich bemüht, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge so aufzubereiten, dass sie auch für Leser, die selten mit dieser Materie zu tun haben, interessant und nachvollziehbar sind. Außerdem habe ich nur die Methoden verwendet, die mir besonders geholfen haben und die sich meiner Meinung nach sehr gut in den Alltag integrieren lassen. Hier handelt es sich also keinesfalls um ein wissenschaftlich vollständiges Konzept. Vielmehr ist die Auswahl der Übungen als Anregung zu verstehen.

Vielleicht nutzt du ja bereits die eine oder andere Methode unbewusst. Bestimmt sagt dir die eine mehr zu, die andere weniger. Suche dir die Strategien heraus, die für dich nützlich und Erfolg versprechend sind. Wichtig dabei ist nur, dass du konsequent bist und die Übungen über einen längeren Zeitraum kontinuierlich anwendest. Nur dadurch, dass du verstanden hast, wie es geht, ist noch kein Fortschritt erreicht.

Im dritten Kapitel übergebe ich das Wort an meine Personal-Trainerin Katrin Böning. Denn die mentale Fitness ist natürlich nur die halbe Miete. Bekanntlich wohnt ein fitter Geist auch in einem fitten Körper. Studien belegen: Wer regelmäßig zum Fitness geht, Ausdauersport oder einen anderen Sport betreibt, der macht am Schreibtisch nicht so schnell schlapp. Wenn du dich fragst, welches Training das richtige für dich ist, kann ich dir nur das meiner Personal-Trainerin Katrin Böning ans Herz legen. Sie hat dir im letzten Kapitel die wichtigsten Übungen sowie einen 8-Wochen-Trainingsplan zusammengestellt, der dir für Job, Studium oder Schule das richtige Fundament bietet. Du wirst sehen, wenn du die Fitnessübungen regelmäßig anwendest, fallen dir auch die Übungen für die mentale Fitness viel leichter und du bist für jede Prüfung perfekt gewappnet.

Einer besseren Lesbarkeit zuliebe verzichte ich im Text weitestgehend auf

die getrennte Nennung der weiblichen und männlichen Form.

1 Da mich mein Vater, Alexander Flörsch, sehr eng auf meinem Weg in den Motorsport begleitet, kommt er in diesem Kapitel an der einen oder anderen Stelle selbst zu Wort.

DER EINSTIEG IM KART

An meine erste Sitzprobe in einem Kart kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Mein Vater dafür umso besser. Er erzählt die Geschichte meines ersten Kart-Erlebnisses heute noch gerne. Ich war etwa vier Jahre alt, als er mich auf die Kart-Bahn in Garching mitnahm und mich in ein Kinderkart setzte. Ich soll schon in diesem Moment recht unglücklich dreingeschaut haben. Als dann auch noch der Motor laut aufzuheulen begann, habe ich mich richtig gefürchtet und heftig zu weinen begonnen. Erst auf dem Arm meines Vaters beruhigte ich mich langsam. So etwas nennt man wohl einen Fehlstart.

Die anfängliche Angst wandelte sich jedoch schnell in reges Interesse und die Motorengeräusche wurden Teil meines Alltags. Das Gelände an der Robert-Bosch-Straße wurde so etwas wie eine zweite Heimat für meine Familie. Mein Vater trainierte dort regelmäßig zum Ausgleich vom stressigen Job. An den Wochenenden nahm er sogar manchmal an Rennen teil.

Ich hab mich da draußen immer wohlgefühlt. Wir Kinder konnten richtig rumtoben. Weil immer dieselben Leute auf der Kart-Bahn waren, haben sich schnell Freundschaften entwickelt. Vor allem mit Saskia, der Tochter der damaligen Pächter des Restaurants, unternahm ich viel. Wir waren ein cooles Team und hatten jede Menge Spaß. Wenn ich hungrig war, durfte ich sogar einfach in die Küche gehen und mir einen Kuchen oder eine Paprika nehmen. Das war natürlich toll.

Im Winter waren meine Eltern mit mir oft beim Skifahren am Arlberg in Lech. Mit fünf Jahren haben sie mich dort im Skiklub angemeldet. Bei den Rennen schlug ich mich recht ordentlich, weshalb das Skifahren zunächst viel näher lag als der Motorsport. Mein Hang zur Geschwindigkeit war offenkundig bereits im zarten Alter von fünf Jahren stark ausgeprägt.

Meine Eltern haben sich daraufhin ein wenig umgehört, um zu erfahren, welches Training im Sommer eine gute Vorbereitung für das Skifahren bietet. Motocross wurde ihnen empfohlen – das schult den Gleichgewichtssinn und stärkt die Beinmuskulatur. Sie kauften mir ein günstiges Monkey Bike, eines der kleinsten und schwachmotorigsten Räder, die es gibt. Diese Suzuki PW 50 war so klein, dass sogar ich Pimpf mit den Füßen bis zum Boden kam.

Während mein Vater weiter zum Kartfahren nach Garching strebte, übte ich mit meiner Mutter auf der Crossstrecke in Hallbergmoos. Auf die Suzuki folgte später eine KTM. Mit der war es schon schwieriger, sich mit den Füßen abzustützen. Vor allem war die Maschine wesentlich schneller. Zweimal hat es mich ordentlich geschmissen. Zum Glück ist bis auf ein paar blaue Flecken nichts passiert.

Die Reaktionen auf das weibliche Geschlecht beim Kartfahren haben mich von Anfang an fasziniert. Beispielsweise, wenn ich beobachtete, wie ein Mädchen nach dem Training den Helm abnahm und es nun klar war, wer gerade die Jungs hinter sich gelassen hatte. Die Menschen waren begeistert und in höchstem Maße überrascht. Genau diese Reaktionen waren es, die mich motivierten. In diesen Momenten wusste ich: Das will ich auch! Und so begann ich, hart zu trainieren.

Es war von Anfang an mein eigener Wunsch, diese für Mädchen ungewöhnliche Herausforderung zu suchen. Meine Eltern haben mir natürlich aufgrund ihres eigenen Interesses diesen Sport nähergebracht. Aber es gab keine Erwartungen, keinen Druck. Ganz im Gegenteil. Mein Ehrgeiz, die Schnellste sein zu wollen, war früh geweckt. So wurde der Motorsport nicht nur bloßes Hobby, sondern eine Passion.

Mit sieben Jahren durfte ich meine ersten Klubrennen in Garching fahren. Ich war natürlich die Jüngste, aber zu den Langsamsten gehörte ich nie. Und mit jedem Rennen wurde ich schneller und besser. Der Spaßfaktor hat sich natürlich drastisch erhöht, wenn ich die Jungs aus meinem Jahrgang hinter mir lassen konnte.

Anfangs war mein Vater noch mein Mechaniker, doch schnell merkten wir, dass das nicht gut für unsere Beziehung ist. Nach manchen Rennen gab es die eine oder andere Diskussion auch noch zu Hause. Einmal habe ich in der Aufwärmrunde ein Rad verloren. Entweder hatte er die Schraube nicht richtig zugedreht oder sie ganz vergessen. Ich war ziemlich stinkig. Daraufhin hat mein Vater entschieden, dass wir uns ein Team suchen. Gefunden hat er es in Bad Grönenbach im Allgäu – Ebert-Motorsport. Das Besondere daran war, dass neben Stefan Ebert auch immer seine Frau Margit dabei war.

Alexander Flörsch:

»Dass mit Margit eine Frau zum Team gehörte, war super für Sophia. Denn wir wollten, dass Sophia ein Mädchen bleibt und nicht durch diesen von vielen Jungs geprägten Sport ihre weibliche Ader verliert. Insofern war uns eine Frau als Bezugsperson wichtig. Wir hätten eher den Sport aufgegeben, als das zu vernachlässigen.«

Vier erfolgreiche Jahre haben wir mit Ebert-Motorsport zusammengearbeitet und mehrere Siege gefeiert. Gefahren sind wir die Süddeutschen Meisterschaften, die Bambini-Meisterschaft, den Goldpokal von Deutschland und die ADAC-Bundesmeisterschaften. Das Finale, oder ADAC-Bundesendlauf, konnte ich in Hahn gewinnen.

Nach diesen Erfolgen wollten wir uns aber weiterentwickeln und den nächsten Schritt nach vorne gehen. Von unterschiedlichsten Seiten bekamen wir den Rat, in Italien weiterzumachen. Zum Beispiel auch von Martin Frasnelli. Der Südtiroler aus Bozen ist ein absoluter Kart-Spezialist. Sein Argument war, dass sich die internationale Kart-Szene auf einem höheren, professionelleren Niveau befindet.

Also sind wir 2009 und die folgenden zwei Jahre in seinem Team »Emilia Kart« in Italien angetreten. Zum Start bin ich sowohl in der Easykart-Serie wie auch in der offenen italienischen 60-ccm-Kategorie gefahren. Da sind dann schon Jonathan Cecotto junior oder Michael Waldherr mitgefahren. Diese Jungs sind mittlerweile in der Formel 4 in Deutschland am Start. Dafür habe ich eine Sonderlizenz gebraucht, denn eigentlich ist ein Mindestalter von zehn Jahren vorgeschrieben. Ich war aber noch neun Jahre alt. Also bekam ich erst einmal eine Ausnahmelizenz. Ich bin auch nicht die komplette Saison in Italien gefahren. Die Rennen haben immer schon freitags begonnen. Das bedeutete, wir mussten spätestens donnerstags anreisen. Doch ich musste ja noch in die Schule. Damit ich nicht so viel fehlte, bin ich als Kompromiss eben nicht alle Rennen gefahren. Vierte bin ich trotzdem in der Gesamtwertung geworden.

Mein erstes internationales Rennen war gleich die Europameisterschaft in Miedziana Góra (Polen). In meiner Klasse waren 47 Fahrer gemeldet. Ich hab mich mit der zweitbesten Trainingszeit qualifiziert. Was für ein Wahnsinn. Wieder mal habe ich für großen Jubel gesorgt. Es war ja auch zu lustig anzusehen: Ich war blond, klein und hatte Ärmchen wie dünne Äste. Neben mir standen ein paar Russen. Das waren schon richtige Brecher. Aber schneller war eben ich.

Nur Mattia Drudi aus Italien zog an mir vorbei. Vierter, und damit in der Startaufstellung direkt hinter mir, war mein alter Konkurrent Michael Waldherr. Klar war ich nervös vor dem Start. Europameisterschaft, volle Tribünen. Wer wäre das nicht? Drudi, der mittlerweile im Porsche-Carrera-Cup fährt, anscheinend nicht. Der hat mich beim fliegenden Start voll gelinkt. In der Einführungsrunde ist er ganz langsam gefahren. Heute weiß ich, dass ich den Vergaser hätte zuhalten müssen, damit der Motor nicht verfettet. Da ich so etwas noch nie erlebt hatte, habe ich es leider nicht getan. Und als er plötzlich Gas gab, hat er mich zusätzlich überrascht. Dann ist die ganze rechte Reihe an mir vorbeigeschossen. Auf Platz 15 war ich, als ich in die erste Kurve einbog. Michael Waldherr war hinter mir, denn er durfte nicht überholen. Noch heute schimpft er, wenn wir uns sehen: »Du hast uns die ganze EM versaut.« Ich war mit meinem elften Platz trotzdem zufrieden, schließlich war ich die jüngste Fahrerin im Feld.

Im folgenden Jahr hatte ich nicht nur durch dieses Erlebnis mehr Erfahrung. Die habe ich dann voll ausgespielt. Ich hätte keinen besseren Einstand in die neue Saison und eine stark besetzte Serie haben können. In Viterbo bei Rom gewann ich gleich das erste Rennen. Bei der Siegerehrung bekam ich eine Gänsehaut, auch weil die Italiener eine Mordsstimmung verbreiteten, mich hochwarfen und sich mit mir freuten. Und das lag nicht nur daran, dass ich ein blondes Mädchen war. Denn ich hatte durch eine coole Aktion in der vorletzten Runde zu diesem Begeisterungssturm beigetragen. Ich sehe die Szene immer noch genau vor mir: Ich war als Dritte hinter Cecotto und dem in der Meisterschaft Führenden, als diese sich heftig vor einer Kurve beharkten. Im Zweikampf haben sie ein wenig die Ideallinie verloren. Diese kleine Lücke nutzte ich und fuhr innen vorbei. Auch die Rennkommissare kamen hinterher zu mir und gratulierten zu diesem Manöver. Dabei war ich zu diesem Rennen wegen meines Alters erst nach eingehenden Tests und einem Gutachten durch eine Ausnahmegenehmigung zugelassen worden. Nach diesem Erfolg erhielt ich problemlos eine reguläre Lizenz.

Alexander Flörsch

»Die ganzen Reaktionen auf Sophias Manöver und ihr Erfolg haben mir als Vater natürlich gefallen. Ich war wahnsinnig stolz. Und ich habe zum ersten Mal gemerkt, was das alles auslösen kann, wenn ein Mädchen oben auf dem Podest steht.«

Bei der Europameisterschaft habe ich mich ans Jahr davor erinnert. Doch ich hatte dazugelernt. Dieses Wissen habe ich dann voll eingesetzt. Der Kroate Luka Grobenski war schon 12 Jahre alt und galt als ein ausgebuffter Taktierer. Ich wollte ihm keine Angriffsfläche bieten und habe mich deshalb auf keine Spielchen eingelassen. Ich hing ihm einfach das ganze Rennen an der Stoßstange.

In der letzten Kurve gab ich dann früher Gas, kam direkt neben ihn und zog an ihm vorbei. Zwei Tausendstelsekunden war ich vorne. Und Europameisterin.