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Ist die Menschheit zu Hass, Gewalt und Armut verdammt? Wo liegt heute die Macht und wieso scheint die Gesellschaft zunehmend polarisiert und extremistisch? Gibt es einen Weg, endlich Freiheit, Sicherheit und Wohlstand für alle zu schaffen? Wie sieht eine Zukunft aus, für die es sich zu kämpfen lohnt? Ein Versuch, Antworten zu geben - Einordnung, Weltbild und Anleitung.
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Seitenzahl: 87
Veröffentlichungsjahr: 2021
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Anfänge
Höhere Mächte
Macht und Kapital
Menschliche Abgründe
Zusammenhänge
Rettung
Willkommen in Utopia
Kontakt: [email protected]
Es war einmal vor Millionen von Jahren in Afrika. Der Mensch erhob sich von den Primaten, um mehr zu werden als ein Tier. Er erschuf Werkzeuge mit Händen und Hirn, er kämpfte gemeinsam mit seinem Stamm stets ums Überleben. Mit aufrechtem Gang begab er sich seit jeher auf eine Reise, nur wohin? Er wird getrieben von seinem Geist, stets seine Urinstinkte und Altlasten tragend. Die Zivilisation befreite von vielen natürlichen Zwängen und machte aus der Menschheit, was sie nun ist – eine riesige, dysfunktionale Familie. Sie haben sich auseinandergelebt, obwohl sie im Kern dasselbe wollen. Sie kämpften in der Natur und eroberten sie letztendlich. Sie fühlen sich übernatürlich aber sind es nicht. Nun kämpfen sie gegeneinander, ihr Weg ist gezeichnet von Tod und Leid. Wohin soll die Menschheit gehen und was hält sie auf? Um endlich wahren Frieden und Freiheit zu erlangen, muss sie wieder zusammenfinden und der größte Stamm der Geschichte werden.
Was ist wahr? Warum herrscht noch so viel Leid auf der Welt und wie kann ein Gott das zulassen? Was ist der Sinn des Lebens? Halten wir aus Angst an der Vergangenheit fest oder kämpfen wir mutig für eine bessere Zukunft? Dies wird ein Versuch, solche großen Fragen zu beantworten, Lösungen für die Probleme unserer Zeit aufzuzeigen und eine Vision für die Zukunft zu skizzieren. Um dieses Weltbild anschaulich zu begründen, zunächst ein paar Gedanken zur Rolle der Götter für den Menschen und die Gesellschaft.
Seit Anbeginn der Zeit brauchte der Mensch eine Medizin gegen Sinnlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Angst, Ungewissheit und Unwissenheit. Menschen suchen Struktur, Sinn und vor allem Halt in dieser komplexen und gefährlichen Welt. Seit Urzeiten erschuf man Glaubenssysteme, welche das bieten konnten.
Ein System angeboten zu bekommen, womit man die schwierigen Fragen nicht komplett für sich selbst begründen muss, ist sehr verlockend. Gläubige bildeten schnell Gruppen, wo man sich gegenseitig bestätigte und einander Halt gab. Da man an die richtige Gottheit glaubt, ist man besser als andere und ein Ebenbild Gottes. So entstand organisierte Religion. Manche Anhänger wurden dann aggressiv, als kritische Stimmen ihren tiefgehenden Glauben, ihre liebgewonnenen Antworten, reflektierten. Sie versuchten, ihre Religion als die einzig wahre darzustellen und andere Gläubige aufzuhetzen, um abweichende Ansichten zu unterdrücken. So konnte sich in den meisten Kulturen eine Religion durchsetzen, mit der „gottgegebene“ Regeln eingeführt wurden.
Der Mensch nimmt, wie Wasser oder elektrischer Strom, den Weg des geringsten Widerstands. Es fühlt sich doch gut an, Andersgläubige zu verurteilen, um sich selbst besser zu fühlen. So entstand die Institution Religion, die zur Machtausübung diente. Von Gott oder den Göttern gewollte Gesetze haben mehr Durchschlagskraft und sind schwerer veränderbar. Mit Organisationen göttlicher Legitimierung entstand ein nützlicher Machtapparat, mit dem Andersdenkende verfolgt, gefoltert oder getötet werden konnten. Man konnte effektiv verhindern, dass die Leute die wahren Ursachen ihrer Probleme bekämpften. Stattdessen sollten sie sich dem Willen Gottes unterwerfen - Stabilität in den Köpfen und Sicherung von Macht. Glaubenssysteme, die ursprünglich dazu dienten, für sich persönlich Antworten und inneren Frieden zu finden, wurden so seit jeher immer wieder missbraucht.
Institutionalisierte Religionen verbindet meistens vieles. So wird immer in Gut und Böse, in „Wir gegen die anderen“, unterteilt. Sei „gut“ und gläubig, um in das Paradies zu kommen oder Wunder zu erfahren. Bist du es nicht, wird dir schlimmes geschehen und dein Leben nach dem Tod wird grausam. Unterwirf dich der höheren Macht, sonst bist du der Feind. Feinde müssen bekehrt oder zerstört werden. Ängstliche Menschen sind leichter zu beherrschen. Die Naivität von ansonsten unvoreingenommenen Kindern wird ausgenutzt, um den Glauben tief in die Seele zu verwurzeln. Damit die Gesellschaft funktioniert, gibt es in der heiligen Schrift Regeln, die die Macht Gottes schützen, dem gesunden Menschenverstand entsprechen oder willkürlich sind.
Religiöse Weltbilder versuchen die großen Fragen zu beantworten und zu prophezeien. Sie beanspruchen die Wahrheit für sich, haben ihre Wurzeln aber meistens in Zeiten, wo man die Wahrheit nicht wissen konnte – keine solide Grundlage. Sie bestehen oft nur aus ein paar alten Überlieferungen und Schriften der „Anfangszeit“, die auch noch durch Übersetzungen und Fehlern vor dem Buchdruck verfälscht wurden. Generell lassen heilige Bücher sehr viel Raum zur Interpretation und widersprechen sich oft selbst, was sich bei Hinterfragen offenbart. Wenn etwas auf so viele verschiedene Weisen interpretiert werden kann, ist es dann deutlich genug, um zur Bestimmung aller Lebensaspekte geeignet zu sein? Ist die Mehrdeutigkeit aus heiligen Schriften nicht nur ein einfaches Mittel, alles zu rechtfertigen?
Der Mensch hat offensichtlich ein Bedürfnis an etwas, woran er glauben kann, vor allem wenn vieles Ungewiss ist. Welche Kraft steckt hinter den Naturgewalten, denen wir ausgesetzt sind? Warum werden manche krank und manche nicht? Was sollen uns die Sterne sagen? Wir suchen etwas, was Halt in einer komplizierten, einsamen und scheinbar trostlosen Welt bietet. Wer den Mut hat, die mentale Stabilität einer klassischen Religion zu verlassen, findet dieses Etwas vielleicht in Esoterik, einer Sekte, einem Kult, dem „aufdecken“ von Verschwörungen oder politischer Ideologie.
Im Idealfall begibt sich aber jeder Mensch auf einen persönlichen, unvoreingenommen Selbstfindungsprozess. Moral muss aus Sinn, Einsicht und Empathie kommen und nicht, weil religiöse Autorität sie diktiert. Besiege das Dogma und finde Göttliches für dich selbst.
Der Mensch hat offensichtlich ein Bedürfnis, Dinge zu hinterfragen und neugierig zu sein. Die Gedanken trotzten immer wieder der Unterdrückung und brachen aus alten Denkmustern aus. Wenn ein Glaubenssystem sich nur durch Indoktrinierung von Kindern und Zwang halten kann, ist es wohl unvollkommen. So gab es immer Freigeister, die hinterfragten und die wissenschaftliche Methode schufen. Sie war eine radikal neue Methode, die Wahrheit herauszufinden anhand von Beweisen und Logik.
Grob erklärt wird eine Studie wie folgt erstellt: Zunächst beobachtet man ein Phänomen, was ergründet werden soll. Man recherchiert dann bestehende Theorien und Studien, die das Phänomen erklären könnten. Dann wird eine Hypothese erstellt, welche mit einem Experiment getestet wird. Daraus erstellt man eine Schlussfolgerung, welche entweder eine alte Theorie widerlegt, bestätigt oder eine neue formuliert. Viele solcher Theorien bilden den wissenschaftlichen Konsens. Er gilt als Wahrheit, bis er widerlegt wird. Interessenskonflikte, falsche Daten, Voreingenommenheit und Manipulation können Studien verfälschen, weshalb unabhängige Experten sie überprüfen müssen. So entsteht kollektives Wissen, was aufeinander aufbaut und in einem fortlaufenden Prozess die Wahrheit ergründet.
Wissen und Glauben sind grundverschieden, was nicht heißt, dass Spiritualität und Vertrauen in die wissenschaftliche Methode unvereinbar sind. Noch kann die Wissenschaft nicht alle Phänomene erklären, aber die meisten, mehr als es je eine Religion geschafft hat. Alles passiert aus einem Grund und Wissenschaft ist die hellste Lampe, die Licht ins Dunkle bringt. Einige Aspekte des Glaubens werden wohl durch die Wissenschaft nie erklärt werden können, wie manch ethische Frage. Dennoch leitet der deutlich robustere Prozess der Wissenschaft näher zur Wahrheit als religiöse Autoritäten.
Auf veralteten Vorstellungen zu beharren, trotz neuen Erkenntnissen, ist falsch. Um Probleme zu lösen, sind nachweislich falsche Vorstellungen zu verwerfen oder der Realität anzupassen. Neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft haben uns Wahrheiten über die Erde und das Universum gebracht, uns Wohlstand mit Technologie beschert, uns von unzähligen Krankheiten geheilt und vieles mehr. Dasselbe kann man nicht von einem ignoranten „Gott will es so und es darf sich nichts verändern“ behaupten.
Beruhigung und Trost kann uns die Wissenschaft leider nicht spenden. Auch Technologie wird uns nicht vor uns selbst retten, sie ist verantwortlich für die moderne Medizin, aber ebenso für die Atombombe. Auf der Suche nach Sinn und Halt muss sich am Ende jeder selbst begeben und dabei sich sowie das Universum kennenlernen. Es wäre beruhigend, eine Göttin zu haben die auf die Welt herabschaut, einen liebt und einen Plan für einen hat. Sollte es sie geben, interveniert und erscheint sie jedoch nicht. Sie versteckt sich, lässt Menschen leiden und Ungläubige existieren. Sind die vielen heiligen Bücher ihr Wort, oder doch Abbildungen von Wahnvorstellungen, Missinterpretationen und Machtinteressen? Sollte es sie geben, gab sie ihre Schöpfung in unsere Hände, um zu beobachten, was wir damit machen.
Du kannst ewig auf ein Zeichen deiner Gottheit warten, oder Frieden mit der Realität finden. Wir bestimmen unser Schicksal selbst und können, wie die Zeit, nur vorwärts gehen. Deine Existenz ist signifikant, denn du beeinflusst andere. Dein Leben ist das, was du daraus machst. Sich mit einem aufgezwungenen Weltbild abzufinden ist eine Verschwendung von menschlichem Intellekt.
Gibt es Gott, lässt sie die Menschheit ihr Schicksal offenbar selbst bestimmen. Aber entscheidet dann über unser Schicksal? Welche Macht steuert die die Welt?
Wirtschaft bestimmt sehr viel in unserem Leben und war schon immer ein Motiv für Veränderung. Der Lauf der Geschichte bewegte sich meistens vorwärts mit sich weiterentwickelnden Konflikten zwischen Klassen. Aus Sklave-Sklavenhalter wurde Feudalherr-Leibeigner, nun steht eine diffusere, schwerer abzugrenzende, besitzende und bestimmende Klasse allen anderen entgegen. Entweder begehrte die unterdrückte Klasse auf oder die Herrschende versuchte, mehr Macht und Kapital zu erlangen, wodurch neue Gesetze, Steuern oder Krieg nötig waren. Seit der Neuzeit sind Technologie und Wissenschaft darüber hinaus eine treibende Kraft des Wandels. Die Revolution von Jäger und Sammler zum Ackerbau brachte die Entstehung der ersten Zivilisationen. Nun haben die industriellen Revolutionen und die digitale Revolution erneut unser Verhältnis zueinander und zur Natur grundlegend verändert.
Ökonomie ist sicherlich kompliziert, daher ein vereinfachtes Bild, um die Machtverhältnisse aufzuzeigen, speziell im allgegenwärtigen Neoliberalismus. Wirtschaft ist die Verteilungsfrage und die Marktwirtschaft eine mögliche Antwort darauf. Es müssen Ressourcen wie Boden, Umwelt, Kapital, Personal und Information aufgewendet werden, um die für das Wirtschaften entscheidende Nachfrage zu befriedigen. Wie kann sich eine Gesellschaft organisieren, um das erforderliche Angebot zu schaffen und die endlichen Ressourcen gerecht zu verteilen? Welche Resultate will man als Gesellschaft erzielen? Dies darf bei aller Theorie und abstrakten Überlegungen nie vergessen werden. Wenn eine Gesellschaft etwas will und die Ressourcen dafür vorhanden sind, ist alles möglich.
In der freien Marktwirtschaft ist die Angebotsseite privat und will möglichst viel zu möglichst hohen Preisen verkaufen. Wettbewerb und die Perspektive, dass private Akteure sich bereichern können, sollen für stetige Verbesserungen für Konsumenten sorgen. Die Mittel, Profit zu erzielen, spielen keine Rolle, ebenso wenig wie soziale oder ökologische Nachhaltigkeit des Wirtschaftens. Wenn Führungspersonen nur für einige Jahre über ein Unternehmen bestimmen, müssen selbst unternehmerische Entscheidungen nicht richtig oder nachhaltig sein, sondern nur kurzfristige Profite erwirtschaften, damit sich die Kapitalisten bereichern können - das Management hat gute Arbeit geleistet und wird dafür belohnt.
