Erhalten Sie Zugang zu diesem und mehr als 300000 Büchern ab EUR 5,99 monatlich.
Der 1970 geborene Autor lebt in einer langjährigen Beziehung, als er 2001 seine Tumor-Diagnose bekommt. Ein cervicales Astrozytom am Rückenmark seiner Halswirbelsäule. Plötzlich und unerwartet, durch mehrere Operationen gelähmt, ist Falkenstein von nun an auf fremde Hilfe und einen Rollstuhl angewiesen. Falkenstein beschreibt dieses Erlebnis als Tod seiner bisherigen Existenz. Welche psychischen Herausforderungen auf Betroffene mit plötzlichen Lähmungen und deren Angehörige zukommen und welche Phasen diese durchleben, beschreibt Falkenstein in seinem Ratgeber.
Sie lesen das E-Book in den Legimi-Apps auf:
Seitenzahl: 26
Veröffentlichungsjahr: 2021
Das E-Book (TTS) können Sie hören im Abo „Legimi Premium” in Legimi-Apps auf:
Stephan Falkenstein
Aus dem Leben gerissen
Gelähmt! Psychische Herausforderungen für Betroffene und deren Angehörige
Dieses ebook wurde erstellt bei
Inhaltsverzeichnis
Titel
Vorwort
Die Ausgangssituation
Tag des Erwachens
Phasen des Sterbens
Persönliche Verarbeitung
Nach der Rehabilitation
Die Selbstfindungsphase
Die eigene Psyche
Impressum neobooks
Aus dem Leben gerissen
Psychische Herausforderungen
für Betroffene und Angehörige
Es gibt viele Möglichkeiten, die einem Menschen das Gefühl geben, aus dem Leben gerissen worden zu sein. Für einige reicht die Beendigung einer Beziehung, eine Scheidung oder die Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Andere fühlen sich am Boden zerstört, ihnen die Wohnung gekündigt wird. Es kommt immer auf die jeweilige Lebenseinstellung und auf den Blickwinkel auf das Leben eines jeden Individuums an. Egal welche neue Situation sich in relativ kurzer Zeit ergibt, für den Einzelnen kann es die Katastrophe des Lebens sein. Man wird aus seiner bisher vertrauten und gewohnten Lebenssituation heraus gerissen und es wird oft nicht gleich klar, wie es weiter gehen soll.
Die Menschen um die es hier geht haben mit sehr hohen psychischen und physischen Belastungen kämpfen. Menschen, die durch einen Unfall oder nach einer Operation querschnittsgelähmt sind.
Nehmen wir an, man käme heute in ein Krankenhaus und kurze Zeit später erwacht man aus der Narkose und stellt fest, dass nichts mehr so ist wie es für einen bislang normal war. Plötzlich gelähmt!
Als nicht Betroffener kann man sich kaum vorstellen, wie gravierend so ein existenzieller Einschnitt im Leben ist.
Hier möchte ich verständlich erklären und verdeutlichen, wie Betroffene und deren Angehörige auf so eine Situation reagieren und in einem lang andauerndem Prozess versuchen, dieses Ereignis zu bewältigen.
Ein junger, berufstätiger Mensch, in einer Partnerschaft lebend, evtl. mit Kind, erhält von seinem Hausarzt einen Zufallsbefund, der durch weitere Untersuchungen abgeklärt werden soll. Es folgen Besuche beim Neurologen. Dieser wird seinen Patienten später in ein Krankenhaus einweisen um eine aussagekräftige Diagnose stellen zu können. Denken sie daran, dieser Patient fühlt sich gesund, in top Form und ist immer noch ziemlich entspannt und unbesorgt. Niemand denkt in diesem Moment daran, dass ein gravierender Einschnitt in seinem Leben bevorsteht.
Dieser Patient bekommt nach einigen Tagen seine Diagnose. Ihm wird erklärt, dass eine Operation mit einigen Risiken notwendig ist. Hier sind nicht nur die Risiken die während einer OP auftreten können gemeint. Der Patient wird in einem Aufklärungsgespräch darüber informiert, dass er nach seiner Operation mit Lähmungen rechnen muss. Über die Schwere kann und wird in den meisten Fällen keine Angabe gemacht. Das ist im Voraus von den Ärzten nur schwer kalkulierbar.
In diesem Moment bricht für den Patienten das erste Mal seine Welt zusammen. Er wird sich fragen, weshalb er sich überhaupt operieren lassen soll, wenn er danach als Gelähmter aufwachen wird. Spätestens jetzt wird ihn der Arzt darüber aufklären, was mit seinem Körper passiert wenn er sich nicht operieren ließe. Vielleicht könnte der Patient noch einige Wochen oder Monate ohne Ausfallerscheinungen so weiter leben. Am Beispiel eines Tumors im Rückenmark würde dieser über die Zeit weiter wachsen. Es kommt zu ersten Lähmungserscheinungen. Erst eine Hand, ein Arm, dann die
