Aus der Tiefe wächst das Morgen - Markus Weller - E-Book

Aus der Tiefe wächst das Morgen E-Book

Markus Weller

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Beschreibung

Dieses Buch ist ein leiser Begleiter für dunkle Zeiten. Es richtet sich an Menschen, die mit Verlust, Schmerz oder innerer Leere ringen und jenen Moment kennen, in dem nichts mehr Halt zu geben scheint. In poetischen Texten und stillen Bildern schenkt es Raum für das Zerbrechliche, öffnet Wege zu neuer Zuversicht und lädt dazu ein, sich selbst neu zu begegnen. Ohne zu erklären, spendet es Trost. Ohne zu benennen, erinnert es an das, was in uns wirkt, auch dann, wenn wir es nicht spüren. Die Texte öffnen Türen zur Stille, zu Selbstfürsorge und zur tiefen Verbindung mit dem Leben, der Natur und dem, was größer ist als wir. Mit begleitenden Übungen lädt dieses Buch nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Innehalten ein. Es ist eine Einladung, dem eigenen Weg wieder zu vertrauen: sanft, achtsam und offen für Wandlung.

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Seitenzahl: 54

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Für Varvara

die Schwester eines lieben Freundes,

deren Leben gerade

aus den Fugen gerät

Inhalt

Ein stilles Wort zu Beginn

Übung: Das leise Schreiben

Wenn alles zerfällt

Übung: Raum für das Zerbrechliche

Die Stille, in der etwas spricht

Übung: Eine Minute bewusster Stille

Du bist getragen

Übung: Der unsichtbare Strom

Die Flamme in Dir

Übung: Das innere Licht berühren

Der Ruf der Wandlung

Übung: Die Schwelle benennen

Das Licht am Morgen

Übung: Das leise Aufleuchten

Ein stiller Segen

Ein stilles Wort zu Beginn

Wenn Worte schwerfallen und das Herz schweigt, braucht es manchmal keine laute Antwort, sondern nur ein stilles Dasein. Dieses Buch will kein Ratgeber sein, kein Lösungsbuch, kein Wegweiser mit festen Regeln. Es ist ein Begleiter – nicht mehr, aber vielleicht auch nicht weniger. Es tritt an deine Seite in einer Zeit, in der vieles zu viel ist und anderes zu fehlen scheint. In der Menschen sprechen und du nichts sagen willst. In der Ratschläge wie Steine auf der Brust liegen und selbst der Trost in wohlmeinenden Worten an dir vorbeifließt, als wären sie nicht für dich bestimmt.

Dieses Buch will nicht erklären. Es will dich nicht überzeugen, nichts von dir fordern. Es ist da, wie eine kleine Flamme, die nicht wärmt, aber erinnert, dass es Wärme gibt. Vielleicht ist da ein Teil in dir, der sich nach Ruhe sehnt – nach einem Gedanken, der nicht laut ist, sondern weich. Nach einem Gefühl, das nicht überwältigt, sondern trägt. Genau diesem Teil ist dieses Buch gewidmet. Es spricht nicht die lauten Stimmen in deinem Kopf an, nicht die, die alles ordnen oder kontrollieren wollen. Es spricht die leise Stimme an, die darunter liegt – die, die weiß, dass auch Dunkelheit ein Teil des Weges ist. Und dass es nicht darum geht, sie zu besiegen, sondern ihr zu begegnen.

Vielleicht bist du gerade in einem Abschnitt deines Lebens, in dem du dich fremd fühlst in der Welt. Vielleicht hast du etwas verloren, das dir Halt gegeben hat. Vielleicht stehst du an einem Punkt, an dem du nicht weißt, wie es weitergeht. Und vielleicht stellst du dir Fragen, auf die es keine klaren Antworten gibt. Dieses Buch wird sie dir nicht geben – aber es kann dich daran erinnern, dass es nicht immer Antworten braucht. Manchmal genügt es, einen Raum zu öffnen, in dem du still sein darfst. Ohne Druck. Ohne Richtung. Einfach so.

Denn da ist in dir etwas, das mehr weiß als dein Verstand. Etwas, das nicht laut denkt, sondern still fühlt. Etwas, das nicht erklärt, sondern versteht. In diesem Etwas liegt eine Weisheit, die dich tragen kann – auch wenn alles andere zu wanken scheint. Dieses Buch ist ein Versuch, dich in Kontakt mit diesem inneren Wissen zu bringen. Nicht durch Lehren, sondern durch Bilder. Nicht durch Dogmen, sondern durch Erinnerung.

Wenn du magst, beginne mit einem tiefen Atemzug. Nicht, weil er etwas ändert. Sondern weil er dich für einen Moment mit dir selbst verbindet. Vielleicht wirst du beim Lesen spüren, dass du nicht allein bist. Nicht, weil jemand neben dir sitzt, sondern weil du erkennst: Es gibt in allem, was lebt, eine Strömung, die trägt. Auch dich. Gerade dich. Und vielleicht ist das genug für den ersten Schritt.

Dieses Buch ist kein Ziel. Es ist ein Pfad, der sich mit jedem Umblättern weiter entfaltet. Du musst ihn nicht in einem Zug gehen. Geh ihn in deinem Tempo. Pausiere, wo du möchtest. Kehre zurück, wenn dir danach ist. Und vergiss nicht: Auch wenn du es nicht spürst – du gehst nicht allein. Manche Wege sind still. Aber es sind dennoch Wege, die dich führen.

Und so sage ich Dir: „Willkommen!“. Willkommen auf deinem Weg des Trostes. Möge er Dir Erleichterung und Hoffnung bringen, da, wo Du sie brauchst.

Dein Markus

Übung „Das leise Schreiben“

Diese Übung ist eine Einladung, dem eigenen Inneren in stiller, urteilsfreier Weise zu begegnen. Es geht nicht darum, etwas „Schönes“ oder „Sinnvolles“ zu schreiben, sondern vielmehr darum, Worte fließen zu lassen, wie sie kommen – als Zeichen dessen, was in dir lebt, ohne dass du es analysierst oder veränderst. Es ist ein Moment der Verbundenheit mit dir selbst, ganz still und geschützt.

Was du brauchst:

Einen ruhigen Ort, an dem du ungestört bist

Ein Blatt Papier (idealerweise handschriftlich, kein digitales Gerät)

Einen Stift, den du gern in der Hand hältst

Die Anleitung

1. Zur Ruhe kommen

Setze dich an einen ruhigen Platz, lege das Papier vor dich und halte den Stift bereit. Wenn du möchtest, zünde eine kleine Kerze an – als Zeichen dafür, dass du dir selbst nun einen bewussten Moment schenkst. Schließe für einen Moment die Augen. Atme tief ein und aus. Spüre, wie du in diesem Moment ganz bei dir ankommst.

2. Die innere Tür öffnen

Stelle dir nun vor, dass in dir ein stiller Raum existiert – ein Ort jenseits von Lautstärke, Hektik und Anforderungen. Dort wohnt alles, was dich gerade bewegt: Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, vielleicht auch eine tiefe Stille. Sage dir innerlich: „Ich erlaube allem, da zu sein.“

3. Beginne zu schreiben

Öffne die Augen. Setze deinen Stift auf das Papier – und schreibe einfach. Ohne Plan, ohne Ziel. Du kannst mit einem Wort beginnen, einem Satz, einem Bild, das in dir aufsteigt. Schreibe ohne nachzudenken. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Du darfst in der Ich-Form schreiben oder ganz frei. Wenn dir nichts einfällt, dann schreibe: „Ich weiß nicht, was ich schreiben soll…“ und beobachte, was danach kommt.

4. Halte den Fluss

Schreibe mindestens fünf Minuten, gerne auch länger. Versuche in dieser Zeit, nicht abzusetzen oder zu überlegen. Lasse deinen Stift die Gedanken führen – als würden deine Hände das sprechen, wofür dein Kopf keine Worte findet.

5. Beende das Schreiben bewusst

Wenn du spürst, dass dein Inneres ruhiger wird oder dass deine Hand von selbst innehält, lege den Stift behutsam zur Seite. Schließe erneut kurz die Augen. Atme tief ein. Nimm wahr, wie du dich jetzt fühlst – ohne zu bewerten.

6. Das Geschriebene ruhen lassen

Lies den Text nicht sofort. Falte das Blatt zusammen oder lege es unter ein Buch. Es geht nicht darum, was dort steht, sondern darum, dass du dich geöffnet hast. Vielleicht wirst du es nie lesen – das ist in Ordnung. Vielleicht wirst du es später in die Hand nehmen und erkennen, dass es ein stiller Zeuge deines inneren Weges war.

Abschluss