Australien – Queensland – Süden - Michaela Urban - E-Book

Australien – Queensland – Süden E-Book

Michaela Urban

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Beschreibung

Von der Grenze New South Wales im Süden bis zum Südlichen Wendekreis bei Rockhampton im Norden stellt dieser außergewöhnliche Reiseführer 50 Destinationen abseits der ausgetretenen Pfade im Süden Queenslands vor. Es geht in feuchte Regenwälder, trockene Halbwüsten, tiefe Schluchten, auf hohe Berge und an traumhafte Strände. Besonders Naturliebhaber werden in den zahlreichen vorgestellten Nationalparks auf ihre Kosten kommen und einmalige Begegnungen mit der vielfältigen Tierwelt haben. Stilvolle Zugreisen und Weintouren wechseln sich mit wilden Geländewagenabenteuern, Edelsteinsuchen im Outback und faszinierenden Tauchgängen ab. Selbst bei schon bekannteren Highlights zeigt Michaela Urban, wie man sie abseits der ausgetretenen Pfade genießen kann. Somit ist dies der perfekte Reiseführer für all jene, die gern abseits von Menschenmengen auf Entdeckungsreise gehen, und diejenigen, die meinen, sie hätten schon alles in Süd-Queensland gesehen. Inkl. Leserspecials für Rabatte auf viele Touren und Unterkünfte!

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Seitenzahl: 202

Veröffentlichungsjahr: 2018

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IMPRESSUM

Australien

Queensland – Süden

50 Highlights abseits der ausgetretenen Pfade

Michaela Urban

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über dnb.dnb.de abrufbar.

© 2018 360° medien gbr mettmann I Marie-Curie-Straße 31 I 40822 Mettmann www.360grad-medien.de

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Redaktion und Lektorat: Christine Walter

Satz und Layout: Serpil Sevim-Haase, Lucas Walter

Gedruckt und gebunden:

Himmer GmbH Druckerei & Verlag I Steinerne Furt 95 I 86167 Augsburg

www.himmer.de

Bildnachweis: siehe Seite 232

ISBN: 978-3-947164-58-5

Hergestellt in Deutschland

www.360grad-medien.de

Michaela Urban

AUSTRALIENQUEENSLAND – SÜDEN

50 Highlights abseits der ausgetretenen Pfade

Vorwort

Australien ist trotz seiner Abgeschiedenheit schon lange kein Geheimtipp mehr. Besonders Backpacker lieben den Fünften Kontinent, und auch zunehmend mehr Touristen aus dem asiatischen Raum leisten sich einen Urlaub dort.

Zu einem der populärsten Bundesstaaten für Besucher aus dem Aus- und Inland zählt ohne Frage Queensland, welcher von Vielseitigkeit nur so strotzt. In der südlichen Hälfte lockt die Hauptstadt Brisbane als lebhafte Metropole und Schmelztiegel der Kulturen, an der benachbarten Gold Coast und Sunshine Coast kann man die Seele in der Sonne an zahllosen Sandstränden mit glasklarem Wasser baumeln lassen, und im nahen Hinterland findet man leicht erreichbare Nationalparks mit Regenwäldern wie aus dem Bilderbuch.

Eigentlich gibt es also keinen Grund diese Ecke zu verlassen, wo doch alles so schön kompakt beisammen liegt – und tatsächlich verbringen die meisten Besucher ihre Urlaubszeit in genau dieser Region. Verlassen sie sie doch einmal, so klammert sich der Großteil an die Hauptstraße namens Bruce Highway, als wäre sie die einzige geteerte Straße in ganz Queensland.

Dabei sollte man nicht nur dafür um die halbe Welt geflogen sein. Man lernt den Bundesstaat nämlich erst so richtig kennen, wenn man vom Bruce Highway abfährt und die zahllosen kleinen – tatsächlich manchmal auch ungeteerten – Straßen erkundet. Mit einer Fläche von fünfmal der Größe Deutschlands bietet Queensland einen schier unermesslichen Reichtum an Sehenswürdigkeiten, der in die wenigsten Reiseführer Eingang findet.

Sie müssen ja nicht gleich bis in die Wüste des Outbacks fahren (auch wenn ich in diesem kleinen Buch einen Trip an den Rand der Simpson Desert bei Birdsville vorschlage), doch zwischen dieser und der Küste befinden sich unendliche Quadratkilometer voll Abenteuer, die nur darauf warten, dass man sich in sie stürzt.

Haben Sie zum Beispiel schon einmal nach Gold und Fossilien geschürft oder nach Saphiren und Opalen gesucht? Oder wie wäre es mit Tauchgängen zu einem versunkenen Wrack und Riffs, die sich vor dem weiter nördlich gelegenen Great Barrier Reef in keinster Weise zu verstecken brauchen? Zahlreiche verborgene Wasserfälle und erfrischende Felsenbecken im dichten Regenwald warten nur darauf, auf kleineren oder größeren Wanderungen entdeckt zu werden, und wer mit dem Geländewagen unterwegs ist, wird herausfinden, wo er wie ein echter Aussie über endlos lange Sandstrände und unwegsames Gelände mit Flussüberquerungen fahren kann.

Gemütlich geht es durch Queenslands eigene Weinregion oder paddelnd durch die zweitgrößten Everglades der Welt. Ich gebe Ihnen Tipps, wie Sie auf Tuchfühlung mit der einzigartigen Tierwelt der Region gehen können (von kleinen Schnabeltieren über Koalas und Meeresschildkröten bis hin zu Buckelwalen), und wo man am besten Surfen lernt. Und natürlich zeigen ich Ihnen auch, wie Sie an beliebten Spots wie der Gold Coast und Sunshine Coast Land und Leute ohne Touristenmassen kennenlernen können.

Jede vorgeschlagene Destination kommt mit einer detaillierten Beschreibung, großformatigen Bildern und einer hilfreichen Infobox, die Ihnen die Planung erleichtert, damit Sie Ihre Zeit in vollen Zügen genießen können. Das einzige, was Sie nach der Lektüre dieses außergewöhnlichen Reiseführers bereuen werden, ist, dass sie wahrscheinlich nicht genug Zeit haben werden, alles zu machen – aber man soll ja bekannterweise nie versuchen alles zu sehen, um einen Grund zu haben, wiederzukommen.

In diesem Sinne: Viel Spaß bei der Erkundung Süd-Queenslands abseits der ausgetretenen Pfade!

Michaela Urbanwww.michaelaurban.com

Inhaltsverzeichnis

Outback

 1.  Birdsville: Viel Trubel im Nichts

 2.  Diamantina National Park: Unverfälschter Outbackgenuss

 3.  Longreach: Geschichtstour der anderen Art

 4.  Welford National Park: Outbacklandschaft wie aus dem Bilderbuch

 5.  Hell Hole Gorge National Park: Auszeit im Outback

 6.  Eromanga: Auf den Spuren von Dinosauriern und Megafauna

 7.  Quilpie: Auf der Suche nach versteinerten Regenbögen

Central Highlands und Capricorn Coast

 8.  Sapphire Gemfields: Edelsteinsuche im Outback

 9.  Mount Etna Caves National Park und Capricorn Caves: Höhlenabenteuer für Unerschrockene

10. Blackdown Tableland National Park: Willkommene Abkühlung in luftiger Höhe

11. Minerva Hills National Park: Raststopp mit Aussicht

12. Cania Gorge National Park: Höhlenkunst à la Mutter Natur

13. Salvator Rosa Section (Carnarvon National Park): Eine Landschaft wie gemalt

14. Mount Moffatt Section (Carnarvon National Park): Auf dem Dach Queenslands

15. Carnarvon Gorge Section (Carnarvon National Park): Erfrischend grünes Schluchtenabenteuer

Fraser Coast und Hinterland

16. Mount Walsh National Park: Unterschätzte Wildnis

17. Mon Repos: Meeresschildkröten hautnah erleben

18. Hervey Bay: Im Walkindergarten Australiens

19. Fraser Island: Geländewagenabenteuer auf der größten Sandinsel der Welt

20. Wolf Rock: Adrenalinrausch in der Tiefe

Sunshine Coast und Hinterland

21. Great Beach Drive: Spritztour über einen Highway aus Sand

22. Noosa Everglades: Paddeln auf Wolken

23. Noosa Heads: Surfspaß für Anfänger und Profis

24. Noosa National Park: Koalas und Feenbecken

25. Mapleton National Park und Mapleton Falls National Park: Kontrastprogramm für Strandurlauber

26. Conondale National Park: Ein bisschen fernwandern

27. Kondalilla National Park: Auszeit im Dschungel

28. HMAS Brisbane Wrack: Vom Kriegsschiff zum Korallenriff

29. Mooloolaba: Schnorcheln mit Buckelwalen

30. Caloundra Coastal Pathway: Immer der Küste entlang

Brisbane und Umgebung

31. Bunya Mountains National Park: Botanische Schatzkiste

32. Crows Nest National Park: Klein, aber fein

33. D’Aguilar National Park: Vom Großstadtdschungel in den richtigen Urwald

34. Spirit of the Outback: Zugreise von der Küste ins heiße Zentrum

35. Beenleigh Artisan Distillery: Australiens älteste Rumdestillerie

36. North Stradbroke Island: Sandspielplatz vor den Toren Brisbanes

37. Moreton Island: Abenteuerspielplatz mit ernster Vergangenheit

38. Flinders Reef: Tauch- und Schnorchelparadies vor Moreton Island

Gold Coast und Hinterland

39. Tamborine National Park: Queenslands Erster

40. Surfers Paradise: Villen-Sightseeing beim Stand-up-Paddeln

41. Springbrook National Park: Geheimnisvolle Lichter im Dschungel

42. Binna Burra Section (Lamington National Park): Erstklassige zweite Wahl für Regenwaldliebhaber

43. Green Mountains Section (Lamington National Park): Wasserfallparade im dichten Regenwald

Darling Downs

44. Sundown National Park: Schluchtenabenteuer im Grenzgebiet

45. Girraween National Park: Steingarten der Riesen

46. Granite Belt: Berauschende Tour durch Queenslands Weinmekka

47. Warwick: Eldorado für Goldsucher

48. Condamine Gorge: Nasser Offroad-Fahrspaß

49. Mount Barney National Park: Erfrischende Talwanderungen

50. Main Range National Park: Wanderparadies mit Geschichte

Info

Einige der im Buch erwähnten Tour-Anbieter und Unterkünfte bieten sogenannte Leser-Specials, die von einer kostenlosen Tour über vergünstigte Angebote bis hin zu Naturalien reichen können. Sie sind mit einem speziellen Rabatt-Symbol in den Infoboxen der jeweiligen Kapitel markiert und auf Seite 230 und 231 noch einmal zusammen gefasst. Dort gibt es auch weitere Infos, wie man die Leser-Specials bekommt.

Outback

Inka-Kakadu im Flug

1.Birdsville: Viel Trubel im Nichts

2.Diamantina National Park: Unverfälschter Outbackgenuss

3.Longreach: Geschichtstour der anderen Art

4.Welford National Park: Outbacklandschaft wie aus dem Bilderbuch

5.Hell Hole Gorge National Park: Auszeit im Outback

6.Eromanga: Auf den Spuren von Dinosauriern und Megafauna

7.Quilpie: Auf der Suche nach versteinerten Regenbögen

1. Birdsville: Viel Trubel im Nichts

Mitten im Nirgendwo hat sich der nur ungefähr 100 Bewohner zählende Ort Birdsville im Laufe der Jahre einen Ruf erarbeitet, der weit über seine Grenzen hinweg durchs Outback schallt. Seien es die ­roten Sanddünen der Simpson Desert, die legendären Birdsville Races, das Big Red Bash-Musikfestival oder einfach das viele Nichts – am besten man findet selbst heraus, was diesen Ort so besonders macht.

Die roten Sanddünen der Simpson Desert charakterisieren den Westen von Birdsville.

Seit 1882 finden in Birdsville einmal jährlich Pferderennen statt, die heutzutage unter dem Namen Birdsville Races bekannt sind. Sie werden von Jahr zu Jahr größer und sind mittlerweile so berühmt, dass sie auch „der Melbourne Cup des Outbacks“ genannt werden, bei dem Jockeys vor einem Publikum von mehreren Tausend Besuchern um Preisgelder von über 200.000 Australische Dollar kämpfen.

Dieses Event, das immer am ersten Wochenende im September stattfindet und Australier aus allen Ecken des Kontinents anlockt, dreht sich mittlerweile um viel mehr als darum, welches Pferd als Erstes durchs Ziel kommt. Hitze und kühles Bier in Strömen tragen zu einer ausgelassenen Karnevalsstimmung bei, die sich teilweise in kreativen Verkleidungen zeigt und zu einem vielfältigen Showprogramm wie Peitschenknall-Demonstrationen, kostümierten Wettrennen und Boxkampf für jedermann geführt hat.

Basierend auf dieser Erfolgsgeschichte gibt es seit einigen Jahren im Juli drei Tage lang Big Red Bash, das sich selbst stolz „das abgelegenste Musikfestival der Welt“ nennt und australische Stars auf die Bühne holt. Wer sieht, wie hier inmitten der Wüste westlich von Birdsville wie aus dem Nichts eine Zeltstadt errichtet wird, dem kommen unweigerlich Bilder des weltbekannten Burning Man-Festivals in Nevadas Wüste in den Sinn – auch wenn es hier in Australien deutlich weniger künstlerisch und psychedelisch angehaucht und bodenständiger zugeht und das Publikum aus allen Altersschichten stammt.

Das Musikfestival Big Red Bash zieht jährlich mehr und mehr Besucher an.

Doch selbst wenn man nicht zu diesen Zeiten des Trubels nach Birdsville kommt, gibt es während der nicht so heißen Monate von Mai bis September hier einiges Kurioses zu erkunden. Da wäre zum einen die lokale Bäckerei, die exotische Gerichte wie Kamel-Curry- und Känguru-Rotwein-Pasteten anbietet und als wahrscheinlich einzige des ganzen Kontinents Wein und Bier ausschenken darf; zum anderen der natürliche Birdsville Billabong am Rande des Orts, der zum Schwimmen, Kajaken, Fischen und Wandern einlädt, oder die zwölf Kilometer südlich gelegenen, bis zu 1000 Jahre alten Waddi-Bäume – eine seltene Akazien-art, die es nur noch an drei Flecken in Australien gibt und deren Holz so hart ist, dass es nicht brennt und sogar eine Axt kaputt machen kann.

Die Birdsville Bakery bietet ungewöhnliche Pasteten und sogar Alkoholausschank.

Auf keinen Fall verpassen sollte man die Dünen des Munga-Thirri National Park, ehemals bekannt unter dem Namen Simpson Desert. Dieses über eine Million Hektar große Schutzgebiet ist das größte Australiens und darf wegen der extrem hohen Sommertemperaturen von bis zu 50 Grad Celsius nur von Mitte März bis November besucht werden. Über 1000 parallele Dünen erstrecken sich über die Wüste in einem je nach Sonneneinstrahlung blassen Orange oder tiefen Rot. Die mit 40 Metern angeblich höchste dieser Erhebungen wird Big Red oder auch Nappanerica genannt und befindet sich nur 38 Kilometer von Birdsville entfernt, am östlichen Rand der Dünenlandschaft. Sie ist ganzjährig zugängig, und vor allem zu Sonnenaufgang und -untergang hat man von ihrem höchsten Punkt aus einen sensationellen Panoramablick über die unendliche Weite des Outbacks.

Die Big Red Sanddüne befindet sich am östlichen Rand der Simpson Desert.

Ein perfekter Platz, um Sonnenauf- und -untergänge zu genießen: die Big Red

Info

Lage: 170 km südlich von Bedourie und 400 km nordwestlich von Eromanga

Anfahrt:

•Birdsville erreicht man von Windorah im Osten über die Diamantina Development Road und die Birdsville Developmental Road, aus dem Norden von Bedourie aus über die Diamantina Development Road und Eyre Developmental Road, aus dem Süden von Marree aus über den Birdsville Track und die Eyre Developmental Road.

•Zum offiziellen Aussichtspunkt auf der Big Red nimmt man ab Birdsville die Birdsville Simpson Desert National Park Road im Westen des Ortes, bis sie nach 37 km auf die QAA Line trifft, welcher man noch einen knappen Kilometer nach rechts folgt.

Achtung: Aufgrund einer fehlenden, durchgängigen Teerdecke auf allen Zugangsstraßen nach Birdsville und zur Big Red ist ein Geländewagen nötig.

Öffnungszeiten: immer (jedoch sind einige Geschäfte in der heißen Sommerhitze von November bis März geschlossen)

Eintritt: nichts (außer für die Birdsville Races und das Big Red Bash-Musikfestival)

Aktivitäten: Geländewagen fahren, Pferderennen, Musikfestival, Wüsten-Tour, Baden

•Birdsville Races: Donnerstag, Freitag und Samstag des 1. Septemberwochenendes; Tagestickets für die Rennen ab 35/0 AUD Erwachsener/Kind; Birdsville Race Club, Birdsville (3 km südöstlich vom Ort); www.birdsvilleraces.com; Tel.: +61 7 4656 3300

•Big Red Bash: dreitägiges Musikfestival im Juli; Tickets ab 477/67/1020 AUD Erwachsener/Kind 12-17 J./Familie (inkl. 4 Nächte Camping vor Ort); Birdsville Simpson Desert National Park Road, Birdsville (bei der Big Red); www.bigredbash.com.au

Unterkünfte:

•Birdsville Hotel: 27 Motelzimmer im Zentrum des Orts (im alten, historischen Gebäudenachbau befindet sich nur noch der Pub); Zimmer ab 145 AUD; 66 Adelaide Street, Birdsville; www.birdsvillehotel.com.au; Tel.: +61 7 4656 3244

•Birdsville Caravan Park: idyllisch gelegener Campingplatz am Birdsville Billabong; Camping ab 35 AUD und Zimmer ab 100 AUD; 1 Florence Street, Birdsville; www.birdsvillecaravanpark.com; Tel.: +61 7 4656 3214

2. Diamantina National Park: Unverfälschter Outbackgenuss

Eine fast wüstenartige Landschaft erwartet einen im abgelegenen Diamantina National Park, der mit über einer halben Million Hektar Fläche einer der größten in Queensland ist. Weite Grasebenen, sandsteinerne Tafelberge und ein Netz an temporären Flüssen sowie permanenten Wasserlöchern und rote Dünen formen eine spektakuläre Landschaft, die Outback-Feeling pur aufkommen lässt.

Trotz seinem auf den ersten Blick kargen Anschein bietet der Diamantina National Park einer großen Palette an Pflanzen ideale Bedingungen und zahlreichen, teilweise extrem raren Tiere eine Heimat. So finden sich zum Beispiel der jahrzehntelang als ausgestorben gegoltene Nachtsittich und der Kaninchennasenbeutler unter den Parkbewohnern. Zwar wäre es bei diesen seltenen und nachtaktiven Tieren eine kleine Sensation sie zu sehen, doch dafür sind zahlreiche andere Papageienarten, Kängurus, Dingos und Emus deutlich weniger scheu und zeigen sich auch tagsüber.

Für einen grandiosen Blick über den Park führt kein Weg an Janets Leap Lookout vorbei. Der einfach vier Kilometer lange Abstecher dorthin beginnt entlang der Diamantina River Road nach Winton, acht Kilometer nördlich der Rangerstation. Von der natürlichen Felsenplattform aus hier kann man sehen, wie sich die vielen kleinen Arme des Diamantina River treffen, um durch das enge Diamantina Gate zwischen der Hamilton Range und der Goyder Range zu fließen.

Auf keinen Fall verpassen sollte man auch den 90 Kilometer langen Warracoota Circuit Drive, entlang dessen man gute Chancen hat, Spinifex-tauben mit ihrer lustig anzuschauenden Federhaube zu sehen. Und wer noch mehr gefiederte Exemplare verschiedenster Art sehen möchte, der sollte eine Pause am Lake Constance und Warracoota Waterhole einlegen und sie zu nutzen, um die Bäume und das Wasser nach Rußbauchsäblern, Schwarzen Falken, Regenpfeifern und anderen Vögeln abzusuchen. Im westlichen Teil der Rundfahrt bietet sich zudem die Möglichkeit, die Warracoota-Ruinen zu erkunden. Dazu stellt man den Wagen am ausgeschriebenen Parkplatz am Fuße eines kleinen Hügels ab und wandert etwas bergauf. Es gibt keinen offiziellen Pfad, was jedoch die Suche nach den verschiedenen Steinruinen der Pioniere vergangener Tage nur noch interessanter macht.

Den Tag lässt man im Diamantina National Park am besten unter dem unglaublichen Sternendach ausklingen. Hunderte Kilometer von bedeutenden Siedlungen entfernt, erlebt man hier einen Sternenhimmel, wie man ihn nur aus Bilderbüchern kennt.

Kängurus in der Halbwüste des Diamantina National Park

Die Trockenzeit lässt Flüsse zu Wasserlöchern schrumpfen.

Info

Lage: 245 südwestlich von Winton und 250 km nordwestlich von Windorah.

Anfahrt:

•Von Winton aus geht es auf der Jundah (Lark Quarry) Road 95 km nach Süden zur Cork Connection Road. Auf diese biegt man nach rechts ab, fährt 18 km und nimmt dann die Old Cork Mail Road linker Hand. Nach 170 km auf dieser Straße erreicht man die Parkgrenze, und weitere 42 km bringen einen zur Rangerstation.

•Von Boulia aus geht es über die Kennedy Development Road (Min Min Byway) nach Osten, bis man nach 22 km nach rechts auf die Springvale Road abbiegt. Dieser folgt man 135 km lang in den Park und weitere 36 km, um die Rangerstation zu erreichen.

•Von Windorah aus nimmt man die Diamantina Development Road nach Nordwesten und fährt nach 151 km nach rechts auf die Davenport Road. Nach weiteren 150 km erreicht man den Park und 31 km später die Rangerstation.

•Von Bedourie aus nimmt man die Eyre Developmental Road nach Süden und biegt nach 23 km nach links auf die Diamantina Development Road ab. 50 km später fährt man nach links auf die Coorabulka Road, über die man nach 101 km die Springvale Road beim Coorabulka Homestead erreicht. Hier biegt man nach rechts ab und nimmt nach 47 km die Springvale Diamantina Lakes Road nach rechts. Nach 20 km erreicht man die Parkgrenze und nach weiteren 32 km die Rangerstation.

Öffnungszeiten: immer

Achtung: Nur für Geländewagen mit viel Bodenfreiheit geeignet. Extratreibstoff benötigt. Schon leichter Regen kann zu temporären Parkschließungen führen. Gatter so hinterlassen, wie sie vorgefunden wurden. Aufgrund der Abgeschiedenheit ist gute Ausrüstung (d. h. genügend Wasser, Essen, Treibstoff, Erste-Hilfe-Set, Autoersatzteilen, UHF-Radio und Satellitentelefon) essentiell.

Eintritt: nichts

Aktivitäten: Geländewagen fahren, Wandern, Tierbeobachtungen

Unterkünfte:

•QPWS Campingplätze Gum Hole und Hunters Gorge: sehr einfache und nur teilweise schattige Plätze im Park ohne Strom und Wasser, aber mit Toiletten an ganzjährigen Wasserlöchern; jeweils 6,55 AUD p. P. (ab 5 J.); Onlinebuchung: www.qld.gov.au/camping ⇨ camping

Achtung: Keine Einkaufsmöglichkeiten im Park, d. h. Besucher müssen alles Nötige wie Essen, Wasser, etc. selbst mitbringen. Mitgebrachter Müll muss wieder mitgenommen werden. Aufgrund von Tagestemperaturen bis zu 50° C im Sommer und einer erhöhten Regen- und damit einhergehenden Flutgefahr empfiehlt sich ein Besuch von April bis September.

3. Longreach: Geschichtstour der anderen Art

Das Outback-Zentrum Longreach bietet neben der typischen Landschaft überraschend viel Kultur. Man kann auf den Spuren der Outback-Pioniere zu Land und in der Luft wandeln, einen Einblick in das Leben von Schülern auf abgelegenen Farmen erhalten und abends einen ereignisreichen Tag entspannt beim Sonnenuntergang am Thomson River ausklingen lassen.

Qantas Founders Museum

Egal, ob man mit dem Flugzeug, dem Zug oder dem Auto nach ­Longreach kommt, den Besuch des Flughafens von Longreach sollte man auf ­keinen Fall verpassen. Hier befindet sich nämlich das Qantas Founders Museum, welches der Geschichte der Fluglinie und des Flugverkehrs in Australien seinen Tribut zollt. Longreach wurde wenige Monate nach der Gründung 1920 im (für australische Verhältnisse) nahe gelegenen Winton für fast zehn Jahre Hauptsitz von Qantas, bevor die Gesellschaft nach Brisbane zog. Hier wurde der erste richtige Landeplatz für kommerzielle Flüge gebaut, und der Hangar von einst ist heute denkmalgeschützt und noch immer in Betrieb. In ihm findet man ein erstklassiges Museum mit zahlreichen, originalen Ausstellungsstücken, inklusive mehrerer Flugzeuge wie dem ersten Jet der Fluglinie (eine Boeing 707), eine legendäre Boeing 747 sowie eine Nachbildung des ersten Qantas-Fliegers, einer Avro 504k Dyak.

Man mag es kaum glauben, doch selbst Queen Elizabeth II. hat bereits Longreach besucht – 1988, als sie die Australian Stockman’s Hall of Fame and Outback Heritage Centre offiziell eröffnet hat. So sperrig der Name, so unprätentiös waren und sind die Menschen, um die es hier geht. Der Zweck dieser Einrichtung ist, die Geschichte und Kultur des Lebens im ländlichen Australien zu porträtieren, und zwar aus der Sicht von Entdeckern, Pionieren, Viehhütern, Aborigines, Farmbesitzern und vielen mehr. Die Ausstellung beinhaltet einen vielseitigen Mix an ­Objekten, Fotografien und audiovisuellen Präsentationen, welche die Besucher in das Leben im Outback eintauchen lassen. Auch hier findet sich ein Bereich, der sich der Luftfahrt widmet, genauer gesagt dem legendären Royal Flying Doctor Service. So sieht man in einer Nachbildung in Originalgröße, wie eines ihrer Flugzeuge mit medizinischem Equipment ausgestattet ist, und kann sogar im Cockpit Platz nehmen. Bei dieser Liebe zum Detail ist es kein Wunder, dass Besucher aller Altersgruppen Stunden in der Stockman's Hall of Fame verbringen können.

Australian Stockman's Hall of Fame and Outback Heritage Centre

Wer immer schon fasziniert war, wie in einem so riesigen Land wie Australien der Unterricht für Kinder auf abgelegenen Farmen abläuft, sollte unbedingt bei der Longreach School of Distance Education (ehemals Longreach School of the Air) vorbei schauen. Dieses größte Klassenzimmer der Welt hat einen Einzugsbereich von 420.000 Quadratkilometern – und trotzdem nur um die 250 Schüler. Als Besucher kann man interessanten Präsentationen zur Arbeitsweise der Lehrer lauschen und live einer Unterrichtsstunde zuhören.

Auf der Wing Walk Tour geht es auf den Flügel einer Boeing 747.

Info

Lage: 170 km südöstlich von Winton und 400 km westlich von Emerald

Anfahrt: In Winton nimmt man den Landsborough Highway 176 km nach Südosten. Von Emerald aus fährt man den Capricorn Highway nach Westen, bis er zum Landsborough Highway wird, und erreicht nach insgesamt 413 km Longreach.

Öffnungszeiten / Eintritt

•Qantas Founders Museum: täglich von 9–17 Uhr (bis 16 Uhr von Dezember bis Februar); Museum Februar); Museum 28/18 AUD, + Jet Tour 63/43 AUD, + Jet Tour + 747 Wing Walk 128/98 AUD, nur 747 Wing Walk 65/55 AUD Erwachsener/Kind 5–14 J.; 1 Hudson Fysh Drive, Longreach; www.qfom.com.au; Tel.: +61 7 4658 3737

•Australian Stockman’s Hall of Fame and Outback Heritage Centre: täglich von 9–17 Uhr; 32/15 AUD Erwachsener/Kind ab 5 J.; Landsborough Highway, Longreach; www.outbackheritage.com.au; Tel.: +61 7 4658 2166

•Longreach School of Distance Education: 1-stündige Touren von Mitte Februar bis Ende Oktober, montags bis freitags um 9 und 10:30 Uhr; 12/8 AUD Erwachsener/Kind ab 5 J.; 10349 Lands­borough Highway, Longreach; www.longreacsde.eq.edu.au; Tel.: +61 7 4658 4232

Aktivitäten: Museumsbesuche

Unterkünfte:

•Saltbush Retreat: stilvolle Unterkunft gegenüber dem Qantas Founders Museum; Hütte ab 180 AUD; 63/65 Ilfracombe Road, Longreach; www.saltbushretreat.com.au; Tel.: +61 7 4658 3811

•Apex Riverside Park: einfaches bushcamping am Thomson River 3 km außerhalb der Siedlung mit Duschen neben dem Besucherzentrum; 3 AUD (zu bezahlen im Besucherzentrum); 99 Eagle Street (Qantas Park), Longreach, Tel.: +61 7 4658 4150

•Longreach Tourist Park: sonniger Platz im Osten der Stadt; Camping ab 28 AUD und Hütte ab 115 AUD; 12 Thrush Road, Longreach; www.longreachtouristpark.com.au; Tel.: +61 7 4658 1781

4. Welford National Park: Outbacklandschaft wie aus dem Bilderbuch

Rote Sanddünen bedeckt mit silbernem Spinifexgras, weißgrüne Eukalyptusbäume und typisches Buschland unter tiefblauem Himmel – so stellt man sich das Outback vor. Genau diese Landschaft findet man im Welford National Park, in dem sich eine vielfältige Tierwelt entlang des Barcoo River angesiedelt hat.

Schon bei der Anfahrt sollte man seine Augen aufhalten, da die ­weite Grasebene ein beliebter Aufenthaltsort von Emus, Wallaroos sowie ­Roten und Grauen Riesenkängurus ist. Was auch gleichzeitig heißt, dass man besonders zur Dämmerung auf Tiere achten muss, die die Straße kreuzen. Doch im Welford National Park ist ohnehin der Weg das Ziel, und man sollte sich genug Zeit lassen, um die großen und kleinen Wunder entlang der Staubpisten zu entdecken.

Die beste Art, die Gegend zu erkunden, ist die drei selbstgeführten scenic drives zu machen. Um dabei so viel wie möglich von der Tierwelt zu sehen, sollte man sich am besten früh am Morgen oder spätnachmittags aufmachen und auch öfters mal aus dem Fahrzeug aussteigen.

Auszeit am Barcoo River

Der 22 Kilometer lange und mit drei Stunden angesetzte Desert Drive beginnt nördlich vom einzigen Campingplatz am Little Boomerang ­Waterhole, an der Abzweigung nach Westen. Nach kurzer Fahrt erreicht man das Desert Waterhole, an dem meist eine Vielzahl an Vögeln wie Honigfresser und Kakadus zu finden ist. Der Track bringt einen anschließend in eine rote Sandlandschaft mit stacheligem Spinifexgras, welche trotz ihrer auf den ersten Blick unwirtlichen Bedingungen nur so von Leben zu strotzen scheint – zumindest verraten einem das die zahlreichen Tierspuren im Sand. Der Höhepunkt der Strecke sind die farbigen Sanddünen (die östlichsten Queenslands), von denen aus man nach einer kleinen Wanderung mit einem traumhaften 360-Grad-Blick über die Umgebung belohnt wird.

Auf dem zwölf Kilometer langen River Drive geht es nördlich vom Little Boomerang Waterhole nach Osten entlang des Ufers des Barcoo River, das sich wunderbar zum Beobachten von Pelikanen, Kranichen, Schwarzen Schwänen und Sittichen eignet. Auch wenn der Fluss während der Trockenzeit nur aus mehreren billabongs besteht, so lässt sich anhand des Treibguts in den Bäumen erkennen, welche beeindruckenden Pegelstände er erreichen kann.