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Vom Südlichen Wendekreis bei Rockhampton bis zum Cape York im Norden stellt dieser außergewöhnliche Reiseführer 50 Destinationen abseits der ausgetretenen Pfade im Norden Queenslands vor. Es geht zu den besten Tauchplätzen am Great Barrier Reef, auf einsame Inseln, durch üppigen Regenwald und karge Savanne bis ins trockene Outback. Naturfreunde werden traumhafte Nationalparks entdecken, die selbst Einheimische kaum kennen, und einer exotischen Tierwelt begegnen, die es so nur in Queensland gibt. Dabei geht es durch Höhlen und Schluchten, zu Wasser und zu Land, von einem einmaligen Erlebnis zum nächsten. Selbst bei schon bekannteren Highlights zeigt Michaela Urban, wie man sie abseits der ausgetretenen Pfade genießen kann. Somit ist dies der perfekte Reiseführer für all jene, die gerne weit ab von Menschenmengen auf Entdeckungsreise gehen, und diejenigen, die meinen, sie hätten schon alles in Queenslands Norden gesehen. Inkl. Leserspecials für Rabatte auf viele Touren und Unterkünfte!
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Seitenzahl: 206
Veröffentlichungsjahr: 2018
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IMPRESSUM
Australien
Queensland – Norden
50 Highlights abseits der ausgetretenen Pfade
Michaela Urban
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek
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Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.
Redaktion und Lektorat: Christine Walter
Satz und Layout: Serpil Sevim-Haase, Lucas Walter
Gedruckt und gebunden:
Himmer GmbH Druckerei & Verlag I Steinerne Furt 95 I 86167 Augsburg
www.himmer.de
Bildnachweis: siehe Seite 232
ISBN: 978-3-947164-59-2
Hergestellt in Deutschland
www.360grad-medien.de
Michaela Urban
AUSTRALIENQUEENSLAND – NORDEN
50 Highlights abseits der ausgetretenen Pfade
Trotz oder gerade wegen seiner Abgeschiedenheit reißt die Beliebtheit des Fünften Kontinents bei Reisenden aus aller Welt nicht ab. Der Sunshine State Queensland rangiert dabei ganz weit vorn, was vor allem an seinem tropischen und relaxten Flair liegt. In der nördlichen Hälfte lockt das Inselparadies der Whitsundays mit traumhaften Stränden und türkisblauem Wasser, die Stadt Cairns dient als Sprungbrett zum weltbekannten Great Barrier Reef, Port Douglas erfüllt mit seinen hervorragenden Restaurants und Boutiquen das Ferienort-Klischee schlechthin und Cape Tribulation bietet mit dem umliegenden Daintree einen als Weltkulturerbe gelisteten Regenwald.
Kein Wunder also, dass die meisten Besucher ihre Urlaubszeit in Nord-Queensland genau an diesen Orten verbringen. Verlassen sie sie doch einmal, dann oft nur, um auf den Küstenhighways von einem zum anderen zu gelangen. Dabei ist eine Reise zum anderen Ende der Welt eigentlich viel zu schade, um nur diesen schmalen Küstenstreifen zu sehen.
Viel intensiver lernt man den Bundesstaat kennen, wenn man von der Hauptstraße abfährt und die zahllosen kleinen Nebenrouten erkundet, die manchmal nur Staubpisten sind und tief ins Inland führen. Dafür wird man mit einer unglaublichen Vielfalt an Sehenswürdigkeiten belohnt, die in den wenigsten Reiseführern erwähnt werden.
Sie müssen ja nicht unbedingt bis in die heiße Einöde des Outbacks fahren (auch wenn ich in diesem kleinen Buch einen Ausflug in den Untergrund von Mount Isa vorschlage), doch zwischen dieser und der Küste befindet sich ein riesiger Abenteuerspielplatz, der nur darauf wartet, erkundet zu werden.
Haben Sie zum Beispiel schon einmal nach Topasen geschürft oder sind Sie durch unterirdische Lavaröhren gewandert? Oder wie wäre es mit Tauchgängen zu einem versunkenen Schiffswrack sowie einem Teil des Great Barrier Reef, der vor Korallen nur so strotzt und einmalige Begegnungen mit Zwergwalen und Riesenzackenbarschen bietet? Vor allem, wenn die Strände wieder einmal wegen Krokodilen oder Quallen gesperrt sind, kommen die vielen Tipps zu verborgenen Wasserfällen und Felsenbecken im dichten Regenwald gerade recht. Und wer mit dem Geländewagen unterwegs ist, wird herausfinden, wo er wie ein echter Aussie über unwegsame Tracks und Flüsse brausen kann.
Höhlen voll von Tropfsteinen und uralten Felsenmalereien, oasengleiche Schluchten, traditionelle Jagdausflüge mit Aborigines und die südseegleiche Torres Strait sind nur einige weitere Geheimnisse, die ich Ihnen in diesem Buch offenbare. Zudem gebe ich Ihnen Tipps, wie Sie die einzigartige Tierwelt der Gegend entdecken können (von Schnabeltieren über Baumkängurus und Helmkasuaren bis hin zu Salzwasserkrokodilen) und wo man wie Robinson Crusoe Zeit auf einer einsamen Insel verbringen kann. Und natürlich zeige ich Ihnen auch, wie Sie beliebte Spots wie zum Beispiel die Whitsunday Islands ohne Scharen an Touristen kennenlernen können.
Jede empfohlene Destination kommt mit einer ausführlichen Beschreibung, anregenden Fotos und einer nützlichen Infobox, die Ihnen die Planung erleichtert, damit Sie das meiste aus Ihrer Urlaubszeit herausholen können. Spätestens nach dem Lesen dieses außergewöhnlichen Reiseführers werden Sie sich wundern, wie manche Leute auf die Idee kommen können, ganz Australien in vierzehn Tagen sehen zu wollen – wenn Sie allein für das nördliche Queensland schon mehrere Wochen veranschlagen könnten.
In diesem Sinne: Viel Spaß bei der Erkundung Nord-Queenslands abseits der ausgetretenen Pfade!
Michaela Urbanwww.michaelaurban.com
Outback
1. Mount Isa: Geschichtstour im Untergrund
2. Boodjamulla National Park: Outback-Oase
3. Gregory River: Willkommene Erfrischung
4. The Gulflander: Zugreise von Nirgendwo nach Nirgendwo
5. Chillagoe-Mungana Caves National Park: Kühles Höhlenabenteuer in der heißen Savanne..
6. O’Brien‘s Creek: Topassuche im Outback
7. Undara Volcanic National Park: Im Inneren eines alten Lavastroms
8. Cobbold Gorge: Schluchtenschönheit in der Savanne
9. Porcupine Gorge National Park: Queenslands kleiner Grand Canyon
Whitsunday Coast und Hinterland
10. Eungella National Park: Auf Schnabeltiersuche im Regenwald
11. Cape Hillsborough National Park: Frühstück mit Kängurus
12. Conway National Park: Regenwaldidyll auf dem Sprung zu den Whitsundays
13. Ngaro Sea Trail (Whitsunday Islands): Auf den Spuren der Ngaro-Aborigines zu Land und zu Wasser
Townsville und Umland
14. S.S. Yongala Wrack: Tauchen am größten historischen Schiffswrack Australiens
15. Alligator Creek (Bowling Green Bay National Park): Wo der Name nicht Programm ist
16. Townsville Town Common und Cape Pallarenda Conservation Parks: Vogelparadies im ständigen Wandel
17. Paluma Range National Park: Verstecktes Regenwaldjuwel am Highway
Cassowary Coast
18. Wallaman Falls Section (Girringun National Park): Mehr als nur Australiens höchster Wasserfall
19. Thorsborne Trail (Hinchinbrook Island National Park): Inselabenteuer für Fernwanderer
20. Cardwell Forest Drive: Abwechslungsreiche Spazierfahrt durch den Staatsforst
21. Bulgan Creek: Kajaktour mit Aborigines
22. Djiru National Park: Auf der Suche nach Helmkasuaren
Tablelands
23. Innot Hot Springs: Wellness im Flussbett
24. Mount Hypipamee National Park: Am Kraterabgrund
25. Doongan Section (Wooroonooran National Park): Wasserfallsymphonie im Regenwald
26. Millstream Falls National Park: Australiens breitester Wasserfall
27. Atherton Tablelands: Wo Kängurus auf Bäume klettern
Cairns und Umland
28. Babinda Creek: Paddeltour im eigenen Takt
29. Goldfield Trail (Wooroonooran National Park): Auf den Spuren alter Goldsucher durch den Regenwald
30. Russel Island: Einmal Robinson Crusoe spielen
31. Behana Gorge: Gumpenhüpfen auf australisch
32. Emerald Creek: Natur-Badepark der Einheimischen
33. Davies Creek National Park und Dinden National Park: Von allem ein bisschen
34. Redlynch Valley: Regenwald- und Wasserfallparadies vor den Toren von Cairns
35. Barron Gorge National Park: Abseits vom Touristenzirkus
Tropical North
36. Spring Creek: Immer am Fluss entlang
37. Cooya Beach: Auf Mangrovenkrabbenjagd mit Aborigines
38. Mossman River: Queenslands schönster Fluss
39. Daintree River: Auge in Auge mit Salzwasserkrokodilen
40. Mount Sorrow: Wo der Regenwald auf das Riff trifft
41. Mackay Cay und Undine Cay: Schnorchelausflug zu einsamen Riffinseln
42. Bloomfield Track: Abenteuerliche Abkürzung nach Cooktown
Cooktown und Umland
43. Cooktown: Barramundi-Fischen in Mangrovenflüssen
44. Quinkan Country: Freiluftgalerie mit historischer Aboriginekunst
45. Rinyirru National Park: Feuchtgebiet voll Leben
46. Äußeres Great Barrier Reef: Wo das Weltwunder noch seine ganze Pracht zeigt
Cape York Peninsula und Torres Strait
47. Old Telegraph Track: Berühmt-berüchtigte Piste zum Cape York
48. Heathlands Resources Reserve: Nasse Wüste
49. Cape York: Am nördlichsten Punkt des australischen Festlands
50. Torres Strait Islands: Melanesisches Inselparadies
Info
Einige der im Buch erwähnten Tour-Anbieter und Unterkünfte bieten sogenannte Leser-Specials, die von einer kostenlosen Tour über vergünstigte Angebote bis hin zu Naturalien reichen können. Sie sind mit einem speziellen Rabatt-Symbol in den Infoboxen der jeweiligen Kapitel markiert und auf Seite 230 und 231 noch einmal zusammen gefasst. Dort gibt es auch weitere Infos, wie man die Leser-Specials bekommt.
Kanufahren im Boodjamulla National Park
Outback
1.Mount Isa: Geschichtstour im Untergrund
2.Boodjamulla National Park: Outback-Oase
3.Gregory River: Willkommene Erfrischung
4.The Gulflander: Zugreise von Nirgendwo nach Nirgendwo
5.Chillagoe-Mungana Caves National Park: Kühles Höhlenabenteuer in der heißen Savanne
6.O’Brien‘s Creek: Topassuche im Outback
7.Undara Volcanic National Park: Im Inneren eines alten Lavastroms
8.Cobbold Gorge: Schluchtenschönheit in der Savanne
9.Porcupine Gorge National Park: Queenslands kleiner Grand Canyon
Auf dem Weg von Queensland in das Northern Territory durchqueren die meisten Reisenden unweigerlich die Outback-Stadt Mount Isa. Auf den ersten Blick scheint sie keinen Stopp wert zu sein, doch unter Tage bieten einzigartige Attraktionen eine willkommene Abwechslung und Abkühlung auf der langen, heißen Reise von Ost nach West.
In den 1920er-Jahren stieß in der kargen Einöde des Outbacks an der heutigen Stelle von Mount Isa ein einsamer Prospektor mithilfe eines ansässigen Aborigines auf eine der reichhaltigsten Ansammlungen von Kupfer, Silber und Zink weltweit. Der Fund zog innerhalb kürzester Zeit Glücksritter aus dem ganzen Land an, und schon nach wenigen Jahren waren hier inmitten von Nichts einige extrem profitable Minen entstanden.
Hard Times Mine
Auch heute noch sind die reichen Bodenschätze das Rückgrat der 22.000 Einwohner zählenden Stadt, und die Mount Isa Mines, welche eine Kombination von Blei, Silber, Kupfer und Zink fördern, zählen zu den ertragreichsten Minen weltweit. Den Schornstein des Bleihüttenwerks sieht man schon aus 40 Kilometer Entfernung und er gilt als Wahrzeichen der Siedlung.
Um einen Einblick in das Leben der Minenarbeiter in einem der größten Outbackzentren Australiens zu bekommen, sollte man unbedingt die Hard Times Mine besuchen. Hier wird man in einer echten Bergarbeiter-kluft von einem ehemaligen Minenarbeiter mit einem Lift in die Tiefe befördert und erfährt aus erster Hand Wichtiges über das Leben unter Tage. In den Tunneln angekommen, geht es teilweise zu Fuß, teilweise auf der Ladefläche eines Geländewagens voran. Es lässt sich ohne Licht kurzzeitig absolute Dunkelheit erleben, und man bekommt eine Schutzkapsel gezeigt, in die sich Minenarbeiter bei Notfällen zurückziehen können. Eines der Highlights der Tour ist, dass man sogar selbst Hand anlegen und alte Maschinen ausprobieren darf, die heute längst durch moderne Praktiken ersetzt wurden. Spätestens wenn man dann von allgegenwärtigem Lärm und Staub umgeben ist und die enorme Wucht der Arbeitsgeräte spürt, weiß man, warum Minenarbeit oft sehr gut bezahlt wird.
Das Underground Hospital
Ähnlich interessant, doch deutlich leiser und sauberer geht es beim Underground Hospital zu. Dieses wurde 1942 als Reaktion auf die japanischen Luftangriffe auf Darwin binnen kürzester Zeit konstruiert und bestand aus vollausgestatteten Männer-, Frauen-, Kinder- und Entbindungsstationen sowie einem OP-Saal. Einmal wöchentlich fand während des Zweiten Weltkriegs im Pazifik eine Luftangriffsübung statt, bei der Krankenschwestern weniger ernsthaft kranke Patienten den steilen Kieselweg zum Eingang rollen mussten. Glücklicherweise jedoch kam es nie zum Ernstfall, und das unterirdische Krankenhaus wurde später nur als Schlafplatz für Krankenschwestern in heißen Sommernächten und zur Lagerung von medizinischen Materialien verwendet. Ende des 20. Jahrhunderts verfiel es allmählich, und Feuer sowie Einstürze zerstörten das Interieur. Erst zwischen 1997 und 2011 restaurierte man mit liebevoller Hingabe zum Detail und basierend auf alten Fotos aus der Gründerzeit einen Teil des Underground Hospital für Besucher.
Möchte man noch tiefer in die Geschichte Mount Isas einsteigen, so gibt es nebenan im Beth Anderson Museum Erinnerungsstücke der Stadt und ihrer Einwohner von der Gründung bis heute sowie das Tent House, welches denkmalgeschützt ist und zeigt, wie die ersten Minenarbeiter untergebracht waren.
Info
Lage: 105 km westlich von Cloncurry und 170 km südöstlich von Camooweal
Anfahrt: Von Cloncurry aus fährt man 121 km auf dem Barkly Highway nach Westen bis nach Mount Isa. Von Camooweal nahe der Grenze zum Northern Territory aus erreicht man die Stadt nach 189 km auf dem Barkly Highway nach Osten.
Öffnungszeiten / Eintritt: nichts
•Hard Times Mine: 3 h Minentour ganzjährig täglich um 9 und 13 Uhr (bis zu 3 zusätzl. Touren in der Hochsaison von Juni–September); 79/35 AUD Erwachsener/Kind (Mindestalter 7 J.); 19 Marian Street (Besucherzentrum „Outback at Isa“), Mount Isa; www.mietv.com.au/Outback-at-Isa/Hard-Times-Mine.aspx; Tel.: +61 7 4749 1555
•Underground Hospital: April–September täglich 10–14 Uhr; 16/0 AUD Erwachsener/Kind; Joan Street, Mount Isa; www.undergroundhospital.com; Tel.: +61 7 4749 0281
Achtung: Für den Besuch der Hard Times Mine sind Socken zu tragen und Kameras sind nicht erlaubt.
Aktivitäten: Geschichtstour, Museumsbesuch
Unterkünfte:
•Sunset Tourist Park Mount Isa: familiengeführter Campingplatz mit schattigen Stellplätzen und Pool; Camping ab 27 AUD, Zimmer ab 85 AUD und Hütte ab 99 AUD; 14 Sunset Drive, Mount Isa; www.sunsettop.com.au; Tel.: +61 7 4743 7668
•Spinifex Motel: privat geführtes und modernes Motel im Stadtzentrum; Zimmer ab 175 AUD; 79–83 Marian Street, Mount Isa; www.spinifexmotel.com.au; Tel.: +61 7 4749 2944
Rote Sandsteinklippen, smaragdgrünes Wasser und saftig grüne Vegetation bilden die Kulisse eines der malerischsten, aber auch abgelegensten Parks in Queensland. Zahlreiche Wanderwege und die Möglichkeit, eine eine atemberaubend schöne Schlucht per Kanu zu erkunden sowie eine der wichtigsten Fossilienfundstätten der Welt zu entdecken, machen es trotzdem lohnenswert, dieses Prachtstück an der Grenze zum Northern Territory zu besuchen.
Blick auf die Lawn Hill Gorge
Der Boodjamulla (ehemals bekannt als Lawn Hill) National Park besteht aus mehreren Sektionen, von denen allerdings nur zwei zugänglich sind. Eine davon, Riversleigh, liegt von Süden kommend direkt neben der Straße auf dem Weg zum Hauptteil, der Lawn Hill Gorge, und ist die wichtigste Fundstätte von Säugetierfossilien in ganz Australien. Der einzig öffentlich zugängliche Teil hier nennt sich D Site und kann auf einem kurzen Spaziergang erkundet werden. Bis zu 25 Millionen Jahre alt werden die Fossilien von Schildkröten, Fischen, Echsen, Vögeln und anderem Getier geschätzt, die hier gefunden wurden. Die meisten davon sind heute in Museen, doch es gibt noch ein paar versteinerte Knochen flugunfähiger Vögel und des größten, bekannten Süßwasserkrokodils zu sehen.
Staubige 55 Kilometer weiter nördlich liegt die Lawn Hill Gorge, durch die sich der gleichnamige Fluss windet. Laut einer Legende der Ureinwohner wurde die Schlucht von Boodjamulla (der „Regenbogenschlange“) geformt – und wenn man die unglaubliche Schönheit der Landschaft hier betrachtet, erwischt man sich tatsächlich bei dem Gedanken, dass bei ihrer Kreation Magie im Spiel gewesen sein muss.
Mit ihren bis zu 60 Meter hohen, rötlichen Klippen und dem blau-grünlich erscheinendem Wasser ähnelt die Schlucht dem berühmten Nitmiluk National Park im Northern Territory. Sieben Wanderwege führen durch die einzigartige Landschaft, wobei fünf davon im Norden des Campingplatzes hinter dem Kanuverleih starten. Zu diesen zählen die mit zwei Stunden angesetzte Wanderung auf den kleinen Plateauberg Island Stack, der lockere Spaziergang zu den ein Kilometer entfernten Cascades und der 45 Minuten dauernde Weg zu Wild Dog Dreaming, wo man alte Felsmalereien und -gravuren bestaunen kann. Geht man die Schlucht hier noch etwas weiter, kommt man zum Lower Gorge Lookout, von dem aus sich oft sonnende Süßwasserkrokodile beobachten lassen. Mit drei Stunden und einigen Höhenmetern etwas anspruchsvoller, aber ideal um einen wunderschönen Sonnenauf- oder -untergang zu erleben, ist die Wanderung auf die Constance Range. Wem das zu lange dauert, der kommt beim Duwadarri Lookout schneller auf Höhe. Hier erreicht man bereits nach kurzen – wenn auch schweißtreibenden – 15 Minuten den höchsten Punkt und wird mit einem traumhaften Blick über die Schlucht belohnt.
Das absolute Wander-Highlight ist der fast vier Kilometer lange Rundweg zu den Indarri Falls, der auch am Duwadarri Lookout vorbei und in den Süden des Campingplatzes führt. Unterhalb der niedrigen Wasserfälle kann man hier in traumhafter Umgebung baden und exotische Vögel in den Bäumen entdecken. Die mit dreieinhalb Stunden längste und nur für erfahrene Wanderer geeignete Tour bringt einen noch weiter südlich zur Upper Gorge, von wo aus man in einer Schlaufe entlang des Flusses mit ein paar Badestopps wieder zurückgehen kann.
Ein ganz besonderer Blick auf die Schlucht und ihre tierischen Bewohner bietet sich bei einer Kanutour. Die Boote kann man sich nahe der day use area ausleihen, um dann die mittlere und obere Schlucht auf eigene Faust zu erkunden. Dabei muss man beachten, dass man die Kanus bei den Indarri Falls um die Wasserfälle herumtragen muss, um den fragilen Kalktuff nicht zu beschädigen.
Paddeln in der Lawn Hill Gorge
Info
Lage: 140 km nördlich von Camooweal
Anfahrt: 70 km östlich von Camooweal bzw. 115 km nordwestlich von Mount Isa fährt man vom Barkly Highway auf die Thorntonia Yelvertoft Road, die nach 57 km kurz vor der Mündung in die Gregory Downs Camooweal Road zur Staubpiste wird. Nach weiteren 61 km nimmt man links die Riversleigh Road, auf der man nach 39 km an der D Site vorbeikommt. 41 km später fährt man an der T-Kreuzung nach rechts zur 2 km entfernten Adels Grove oder nach links zur 8 km entfernten day use area des Parks. Von Gregory Downs aus nimmt man die teilweise asphaltierte Gregory–Lawn Hill Road und biegt nach 73 km scharf nach links ab, um nach 15 km zu Adels Grove und 10 km später zum Park zu kommen.
Achtung: Nur für Geländewagen mit speziellen Off-Road Anhängern geeignet. Besonders in der Regenzeit (Oktober–April) sollte man gut ausgerüstet und mit genügend Vorräten anreisen, da plötzlich anschwellende Flüsse den Weg abschneiden können.
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: nichts
Aktivitäten: Wandern, Tierbeobachtungen, Baden, Kanu fahren
•Adels Grove: Kanuverleih und geführte Touren; Kanuleihe 1 /2 h 54/27 AUD pro Zweisitzer, 1 h 35 AUD pro Dreisitzer; 50 min Solarboottour durch die Schlucht 37,50/27,50 AUD Erwachsener/Kind 4–15 J., 4,5 h Fossilientour zu Riversleigh; Lawn Hill National Park Road, Lawn Hill; www.adelsgrove.com.au; Tel.: +61 7 4748 5502
Unterkünfte:
•QPWS Campingplätze Lawn Hill Gorge und Miyumb: Standardplätze in beiden Sektionen des Parks neben Flüssen ohne Strom, aber mit Toiletten (Lawn Hill Gorge mit Wasser und kalten Duschen); jeweils 6,55 AUD p. P. (ab 5 J.); Onlinebuchung: www.qld.gov.au/camping ⇨ camping
•Adels Grove: Campingplatz am Fluss vor dem Eingang zur Lawn Hill Gorge; Camping ab 18/10 AUD Erwachsener/Kind 5–14 J., Safarizelt ab 150 AUD und Zimmer ab 160 AUD; Lawn Hill National Park Road, Lawn Hill; www.adelsgrove.com.au; Tel.: +61 7 4748 5502
Achtung: Mitgebrachter Müll muss wieder mitgenommen werden. Fossilien von Riversleigh dürfen auf keinen Fall entfernt werden.
Trockene Graslandschaft, niedrige Bäume und große Termitenhügel charakterisieren die Savannenlandschaft des Gulf Country. So schön dies auch für eine Weile ist, vermisst man in der staubigen Trockenheit doch irgendwann saftiges Grün und frisches Wasser. Da kommt der Gregory River bei der kleinen Siedlung Gregory Downs gerade richtig, um sich die Spuren der Reise abzuwaschen und neue Energie zu tanken.
Als einer der wenigen Flüsse der Gegend, die das ganze Jahr über Wasser führen, ist der Gregory River ein wahrer Schatz. Zur Regenzeit breiten sich seine braunen Wassermassen gerne weit in die umgebende Landschaft aus, doch die meiste Zeit des Jahres fließt er als kristallklarer Fluss durch die Savanne und bietet eine willkommene Erfrischung für Reisende in dieser abgelegenen Gegend. Zahlreiche große Bäume spenden willkommenen Schatten vor der sengenden Sonne des Outbacks und das dichte Laubwerk lockt zahlreiche Vögel an. Der Ursprung des Großteils seines Wassers liegt angeblich hunderte Kilometer weiter westlich bei einer riesigen artesischen Quelle im Northern Territory, doch so ganz genau weiß es niemand.
Bei der kleinen, nur 40 Einwohner zählenden Ortschaft Gregory Downs finden sich einige der schönsten und zugänglichsten Plätze entlang des Flusses, wobei der beliebteste direkt westlich der Brücke Richtung Boodjamulla National Park liegt. Hier führt eine Staubpiste hinunter auf eine Sandbank am Flussbett, auf der man kostenlos campen kann; zwar ohne jegliche Annehmlichkeiten der Zivilisation, doch ist man nur wenige Meter von der Siedlung mit ihrem Pub, einem kleinen Geschäft und einer öffentlichen Toilette entfernt. Zur Hauptreisezeit kann es schon einmal vorkommen, dass hier mehr Leute als im Ort wohnen, da der Platz als Insidertipp unter „Grauen Nomaden“ (den reiselustigen Rentnern Australiens) gilt. Doch meistens halten sich die Besucher in Grenzen und man kann hier eine erholsame Zeit verbringen.
Besonders viel Spaß am Wasser lässt sich haben, wenn man eine Luftmatratze, einen Reifenschlauch oder Ähnliches dabei hat. Dann nämlich kann man sich von der teilweise recht schnellen Strömung ein gutes Stück durch die Fluss-Oase treiben lassen. Dabei sollte man jedoch vor allem in Kurven aufpassen und versuchen, rechtzeitig zu lenken, um nicht hilflos in der Vegetation hängen zu bleiben. Doch auch wenn man ohne Ausrüstung nur zum Schwimmen herkommt, wird einem das kristallklare Badevergnügen hier mitten in der Savanne in Erinnerung bleiben.
Seerosen auf einem ruhigen Abschnitt des Gregory River
Grüne Idylle am Gregory River
Wem der Platz bei der Brücke zu voll ist, der findet noch mehr, nicht ausgeschilderte Zugangs- und Campingmöglichkeiten auf der Südostseite des Gregory River bis zu ungefähr 30 Kilometer weiter flussaufwärts, Richtung Camooweal. Hier führen einige kleine Zufahrtspisten zu traumhaften Plätzen am Wasser mit kleinen Stromschnellen oder ruhigen Becken, die man oft ganz für sich allein hat.
Ist man hier am ersten Sonntag vor Labour Day (dem ersten Montag im Mai), sollte man sich jedoch nicht wundern, wenn einem mehr als hundert Kanufahrer mit ihren landbasierten Unterstützungsteams begegnen. Dann nämlich findet das alljährliche Gregory Race statt, bei dem sich Laien und Profis auf einem 33 Kilometer langen Flussabschnitt von The Knobbies bis nach Gregory Downs einen mehr oder weniger ernst genommenen Wettkampf liefern.
Info
Lage: 180 km nordöstlich von Camooweal und 105 km südlich von Burketown
Anfahrt: Aus dem Süden kommend, fährt man 70 km östlich von Camooweal bzw. 115 km nordwestlich von Mount Isa vom Barkly Highway auf die Thorntonia Yelvertoft Road, die nach 57 km kurz vor der Mündung in die Gregory Downs Camooweal Road zur Staubpiste wird. 130 km später erreicht man Gregory Downs. Aus dem Norden nimmt man von Burketown die Will Developmental Road 119 km lang, und aus dem Osten, von der Burke & Will Junction kommend, folgt man der Burketown Road und späteren Will Developmental Road 147 km lang. Der beliebteste Bade-/Campingplatz am Gregory River liegt hinter der Brücke im Westen von Gregory Downs gleich links. Weitere Zugänge zum Fluss finden sich 400 m, 3,3 km, 6,5 km, 9,5 km, 16,6 km, 20,2 km, 22,7 km, 27,3 km und 32,1 km entlang der Gregory Downs Camooweal Road südlich des Ortes.
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: nichts
Aktivitäten: Baden, Tierbeobachtungen
Unterkunft:
•Gregory River Free Camp: kostenloses, einfaches bush camping ohne irgendetwas (öffentliche Toiletten ggü. des Gregory Downs Hotel 500 m weiter), direkt auf der Sandbank im Flussbett bei der Brücke hinter dem Pub von Gregory Downs; Zufahrt erfolgt über eine kleine Straße im Westen der Brücke
Achtung: Es sollte in dem Fluss aufgrund seines klaren und flachen Wassers keine gefährlichen Salzwasserkrokodile geben, doch empfiehlt es sich immer, vor Ort bei Einheimischen noch einmal nachzufragen. Seifen sowie Sonnencreme dürfen nicht direkt im Fluss verwendet werden, da er auch als Trinkwasserressource für einige Anlieger dient.
Die denkmalgeschützte Zuglinie von Normanton nach Croydon führt – wie die locals so schön sagen – von „nowhere to nowhere“; eine Anspielung darauf, dass sie niemals an das Schienennetz Queenslands angeschlossen wurde und einsam in der Savanne des Gulf Country liegt. Das tut ihrer Beliebtheit bei Zugenthusiasten, die in historischen Zügen in die Vergangenheit reisen möchten, jedoch keinen Abbruch.
Einmal pro Woche fährt The Gulflander auf der Schmalspur von Normanton nach Croydon und am nächsten Tag wieder zurück – genau wie schon vor über 100 Jahren. Für die 152 Kilometer lange Strecke braucht man fünf Stunden, die einen von der ehemals geschäftigen Hafenstadt am Norman River durch außergewöhnliche Sumpf-Szenerie, Grasebenen und wunderbare Savannenlandschaft zu den ehemals reichen Goldfeldern im Inland bringen. Der Großteil der Strecke, die sich meist entlang der Gulf Development Road zieht, besteht noch aus Originalbauteilen von 1891, und ein schon damals raffiniertes und weltweit einzigartiges System aus hohlen Eisenschwellen trotzt auch heute noch den Termiten und erlaubt den Fluten in der Regenzeit ohne Schaden anzurichten über die Gleise zu strömen.
Diese nostalgische Reise ist perfekt, um mehr über eine Gegend zu erfahren, die reich an Pioniergeschichten und stolz auf ihre Vergangenheit ist. Der Guide und der Fahrer unterhalten einen während der ganzen Fahrt mit interessanten und spannenden Geschichten zur Vergangenheit der Zuglinie, den ersten Siedlern der Gegend, der Landschaft und ihren tierischen Bewohnern. Wer noch mehr wissen möchte, kann sich im denkmalgeschützten Bahnhof von Normanton das Museum und auf dessen Gelände alte Lokomotiven sowie Waggons anschauen.
Über 30 Jahre lang fuhr auf der Strecke exklusiv eine Dampflokomotive, bis sie ab 1922 nach und nach in Folge von Sparmaßnahmen von einer Kleinlokomotive abgelöst wurde, die ab 1930 komplett übernahm. Ein solches Exemplar mit dem Modelnamen RM93 von 1950 zieht den Tross auch heute noch und ist ein faszinierender Teil Industriegeschichte, da es zu einem Teil Lastwagen, zum anderen Teil Eisenbahn ist. Je nach Sitzplatz kann man in ihm einen hervorragenden Blick nach vorn haben, nur sollte man daran denken, dass dieser Zugteil einen wirklich Jahrzehnte zurückversetzt – auch in Bezug auf den Sitzkomfort. Wer vorher schon Bandscheibenprobleme hatte, sollte lieber im zweiten Wagen (dem commissioners carriage) Platz nehmen, der weniger ruckelig ist.
Great Barrier Reef Drive © Tropical North Queensland
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Unterwegs im Gulflander
