Autogenes Training für Fortgeschrittene - Gisela Eberlein - E-Book

Autogenes Training für Fortgeschrittene E-Book

Gisela Eberlein

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Beschreibung

Mit «Gesund durch Autogenes Training» hat Gisela Eberlein einen sensationellen Erfolg erzielt. In sechs Unterstufenübungen führte sie in die Technik der konzentrativen Selbstentspannung ein, die unseren Organismus den Alarmreaktionen auf Alltagsstreß entziehen hilft. Hier nun, mit den Oberstufenübungen des Autogenen Trainings, zeigt sie erprobte Wege zur Selbsterkenntnis und Selbstentfaltung auf: der Abstand zu Problemen wird vergrößert, die Ruhe vertieft, die Erlebnisfähigkeit gesteigert. Ergänzt durch psychotherapeutische Gespräche kann das Autogene Training für Fortgeschrittene von Situationsneurosen und Alltagsängsten befreien und die Entwicklung der Persönlichkeit fördern.

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EPUB

Seitenzahl: 85

Veröffentlichungsjahr: 2017

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Gisela Eberlein

Autogenes Training für Fortgeschrittene

Ihr Verlagsname

Über dieses Buch

Mit «Gesund durch Autogenes Training» hat Gisela Eberlein einen sensationellen Erfolg erzielt. In sechs Unterstufenübungen führte sie in die Technik der konzentrativen Selbstentspannung ein, die unseren Organismus den Alarmreaktionen auf Alltagsstreß entziehen hilft. Hier nun, mit den Oberstufenübungen des Autogenen Trainings, zeigt sie erprobte Wege zur Selbsterkenntnis und Selbstentfaltung auf: der Abstand zu Problemen wird vergrößert, die Ruhe vertieft, die Erlebnisfähigkeit gesteigert. Ergänzt durch psychotherapeutische Gespräche kann das Autogene Training für Fortgeschrittene von Situationsneurosen und Alltagsängsten befreien und die Entwicklung der Persönlichkeit fördern.

Über Gisela Eberlein

Dr. med. Gisela Eberlein, in Hannover geboren, legte 1944 ihr Staatsexamen in Freiburg ab. 1960 wurde sie mit dem Hufeland-Preis ausgezeichnet.

Inhaltsübersicht

Was gibt mir das Autogene Training für Fortgeschrittene?Die formelhafte VorsatzbildungDie AbstandsgewinnungPositive EinstellungDie Schnell-UmschaltungKonzentrative EinstellungKonzentration auf einen GegenstandKonzentration auf einen RaumKonzentration auf einen MenschenKonzentration auf FarbeMusik im Autogenen TrainingBilderlebenNeuroseDer Weg aus der NeuroseAngstDer Weg aus der AngstMeditationMeditation – die tiefe VersenkungBild- und Farberlebnisse in der MeditationAbstrakte BegriffeZusammenfassung

Was gibt mir das Autogene Training für Fortgeschrittene?

Wenn Sie die Unterstufe des Autogenen Trainings, also die Schwere-, Wärme-, Herz-, Atem-, Sonnengeflechts- und konzentrative Kopfübung erlernt haben, steht Ihnen der Weg offen für eine Weiterführung des Autogenen Trainings. Sie haben sicherlich schon während der sechs Unterstufenübungen gespürt, daß «etwas» in Ihnen vor sich geht. Diese Spur gilt es mit Hilfe der Übungen für Fortgeschrittene zu verfolgen, denn sie führt Sie auf den Weg zu sich selbst. Wie Sie und ob Sie Ihr Selbst finden, hängt von Ihrer Persönlichkeit und der Intensität ab, mit der Sie die weiterführenden Übungen in Ihr Leben einbauen. Sie versenken sich in-sich-selbst, und Sie können durch diese Innenschau eine Persönlichkeitsreifung durchmachen. Dadurch wird Ihnen Schweres leichter werden, Kleinigkeiten berühren Sie nicht mehr, und Negatives wandelt sich in Positives um. Sie gewinnen durch diese Arbeit an sich selbst an Verständnis und Güte. Sie werden sich auch Ihrer Grenzen bewußt – eine Voraussetzung für ein glückliches Leben.

Sie finden sich selbst, entwickeln Ihre volle Persönlichkeit und bekommen durch die bewußte Lebensform eine positive Lebenseinstellung. Die nachfolgenden Übungsbeispiele geben Ihnen ein plastisches Bild vom Training für Fortgeschrittene, dem Sie sich jedoch erst nach einer ärztlichen Vorbesprechung widmen sollten.

Die formelhafte Vorsatzbildung

Die Abstandsgewinnung

Auch in der Weiterführung arbeiten wir mit den Begriffen der konzentrativen Vorstellung und der konzentrativen Einstellung. Nur über die Vorstellung erlangen wir die richtige Einstellung; je intensiver die Vorstellung gelingt, desto größer wird der Abstand zur Außenwelt – eine Voraussetzung für das dann von selbst kommende Innenerlebnis. Der erste Erfolg im Autogenen Training für Fortgeschrittene ist die Vergrößerung der Abstandsgewinnung, der zweite die Vertiefung der Erlebnisfähigkeit mit einer Bereicherung an geistigen Kräften, die intuitiv und schöpferisch wirksam werden. Es gibt so vieles, was wir ändern möchten. Wir haben so viele Wünsche. Wir wollen ein Examen bestehen, im Beruf weiterkommen, Konflikte mit anderen Menschen lösen und dergleichen mehr.

Sie haben die Unterstufe des Autogenen Trainings erlernt, und Sie wissen um die Möglichkeiten der konzentrativen Hilfen.

So können Sie auf der Basis der 6. Übung, der Kopfeinstellung, sich mit dem Vorsatz «Ich stehe über der Situation» eine Hilfe schaffen, die es Ihnen erlaubt, Situationen zu bewältigen, vor denen Sie bisher Angst hatten oder vor denen Sie gar kapitulierten.

Eine solche Formel können Sie nun vertiefen.

Jetzt intensivieren Sie die konzentrative Einstellung, d.h., Sie lassen sich in Ihren Vorsatz hineinfallen – vollkommen hineinfallen. Damit wird die Ruhe vertieft. Ruhe und Gelassenheit sind die Kennzeichen eines Menschen, der über der Situation steht. Er atmet tief, ruhig, entspannt, gelöst und konzentriert sich wiederum auf seinen Vorsatz: «Ich stehe über der Situation.»

Ganz gleich, über welcher Situation Sie stehen wollen, Sie schaffen es, einen klaren Blick zu behalten und richtige Entscheidungen zu treffen. Ich halte diesen hier als Beispiel gewählten Vorsatz für einen der wichtigsten, den man im Autogenen Training einbauen kann. Er paßt individuell in die verschiedenen Situationen, beruhigt und entspannt uns, hebt das Selbstvertrauen und gibt Kraft zur Bewältigung der Aufgaben – gleich welcher Art.

Je klarer, offener und freudiger wir an die Lösung von Problemen herangehen, desto leichter haben wir es, unsere Aufgaben zu erledigen. Was nützt uns der tägliche Ärger über die im Hause wohnende Tante oder Schwiegermutter, den Nachbarn oder Berufskollegen. Der Ärger verstärkt sich dadurch, daß wir eine negative Haltung zu dem betreffenden Menschen einnehmen. Es ist zumindest möglich, unsere Haltung positiv umzuwandeln, auch wenn wir einen starrköpfigen anderen Menschen nicht mehr ändern können – auch wenn er uns auf die Nerven geht, kann man durch eine positive Einstellung mit konzentrativen Vorsatzhilfen ein erträgliches Leben herbeiführen.

«Ich sehe den Andern» ist z.B. eine Formel, die einem hilft, sich selbst zurückzustellen, den Andern zu sehen, ohne daß man zum stereotypen «Jasager» wird und ohne daß man seine Eigeninitiative verliert. Das gilt vor allem auch für die Lösung von Berufskonflikten und für die Vermeidung solcher Konflikte und Schwierigkeiten. Ein Mensch, der immer mit Angst ins Büro kommt, weil er mit Menschen zusammentrifft, die ihm nicht liegen, die er nicht verträgt, gegen die er allergisch ist, kann mit dem Autogenen Training einen Wandel herbeiführen, der erstaunlich ist.

«Ich erkenne meinen Chef, ich verstehe ihn» – und die ärgerliche Einstellung wird positiv umgeformt, zugleich bessern sich Ihre Konzentrationskraft und Ihr Leistungsvermögen. Gerade im beruflichen Leben hängt die Leistung vom Betriebsklima ab, von den Menschen, mit denen man täglich umgeht. Bin ich in leitender Stellung, habe ich eine Verantwortung und die Pflicht, meine Mitarbeiter zu verstehen. Bin ich einer dieser Mitarbeiter, muß ich mich fügen lernen, ohne mich selbst dabei aufzugeben, denn das Leben im Beruf sollte ein Miteinander, aber nicht ein Gegeneinander sein.

«Ich äußere meine Gedanken in der richtigen Form» war der Vorsatz eines Menschen, der lange Jahre an ein und demselben Platz tätig war und gerne weiterkommen wollte. Man hatte ihn jedoch übersehen. Mit Hilfe des neuen Vorsatzes ging er zu seinem Chef, um ihn um weitere und andere Einsatzmöglichkeiten zu bitten; was man nicht geglaubt hatte, gelang: Er kam weiter und konnte seine Fähigkeiten entfalten. Er baute in sein Autogenes Training ein:

«Ich gehe meinen Weg»;

«Ich bewältige meine Aufgaben»

und später dazu

«Ich erreiche mein Ziel».

 

Wenn wir die richtige innere Einstellung zu den Problemen unseres Lebens haben, so können wir diese auch lösen. Dies ist möglich, wenn wir unser Selbst entwickeln und den Mut zur Wahrheit finden.

«Ich erkenne mich selbst. Ich habe den Mut zur Wahrheit.»

Mit diesen beiden Vorsätzen, die immer und immer wieder in die Übung eingebaut werden, erreichen wir unser Ziel. Wir stellen unsere Fehlhaltungen ab und befinden uns auf dem Weg vom «Ich» zum «Selbst».

Unsicherheit, Kontaktschwierigkeiten, Angst, Aggressivität, all diese Geißeln, die den Menschen einengen, die ihn an der Entfaltung seiner Persönlichkeit hindern, werden im Autogenen Training erkannt und durch die Kraft des eigenen Selbst bewältigt. «Ich sehe das Gute; ich bewältige den Tag; ich löse mein Problem; ich bin mutig, sicher und frei; ich erkenne meine Aufgabe; ich bewältige mein Leben; ich lebe bewußt» sind solche «Anrufe», die allgemeine Gültigkeit haben und darüber hinaus individuell gezielt als besondere Hilfen entwickelt werden können: «Ich stelle mich meinen Eltern gegenüber positiv ein; ich kläre meine Situation mit dem Chef; ich gestehe meine Fehler ein; ich sage meinem Lehrer meine Meinung in der richtigen Form.» Das sind positive Einstellungen, die zum Erfolg führen. Diese inneren Einstellungen, die «Anrufe an das innerste Selbst», sind in das AT (die Abkürzung wird für Autogenes Training verwandt) einzubauen. Dabei sind folgende Regeln zu beachten:

Man nehme nur einen Anruf in 14 Tagen.

Das Wörtchen «nicht» sollte vermieden werden.

Der unbedingte Wille – die Befehlsform – sollte vermieden werden.

Nicht «ICH WILL», sondern «es geschieht». Sie sollten möglichst immer den gleichen Wortlaut benutzen, und er sollte daher so gewählt sein, daß Sie ihn gut behalten.

All diese Formeln helfen uns Probleme zu lösen, Abstand vom Alltag zu gewinnen. Nun kann unser Selbst ganz zum Tragen kommen, unsere Persönlichkeit reift – das Ziel der Weiterführung des ATs.

Positive Einstellung

Ein Beispiel:

«Ich bin zum Autogenen Training gekommen, weil ich immer so aufgeregt, so verkrampft war», berichtet Ilse. «Ich habe viel gelernt, ich bin ruhiger geworden und merke, daß mir das AT gut tut. Aber im Beruf bin ich trotzdem noch sehr unsicher. Hoffentlich gelingt es mir noch, eine gute Lehrerin zu werden. Die Kinder sollen doch freudig lernen. Ich bin einfach zu pedantisch, ich bin unfrei. Wie kann mir das AT helfen?» Ilse kam regelmäßig zum Kursus für Fortgeschrittene.

«Ich bin sicher, mutig und frei! Ich stehe über der Situation!» lauteten die stetigen konzentrativen Einstellungen. Als 22jährige war sie von einem Mann, den sie sehr liebte, enttäuscht worden; diese Sehnsucht hatte sie überwunden, nicht aber die Sehnsucht nach Mann und Kind. Diese Erkenntnis folgte in der Innenschau; im Fortgeschrittenentraining sprang diese Tür zum Inneren auf. Erst die Klarstellung und Formung ihrer Wünsche ließ sie einen neuen Weg – eine positive Einstellung – finden, der sich naturgemäß nur langsam abzeichnete. Ein solcher Reifungsprozeß braucht Zeit, oft Jahre.

Ilse, die in den Ferien gern im Hochgebirge kletterte, gab folgendes Bild von ihrer Innenschau: «Jedesmal, wenn ich den Gipfel fast erreicht habe, hindert mich ein großer Vogel – ein Adler – am Weiterklettern. Ich sehe seine spitzen Krallen, seinen krummen Schnabel und bin im gleichen Augenblick schwer wie Blei, unfähig, mich auch nur zu rühren.

Ich spüre meine Verkrampfung und ‹nehme dann schnell zurück›. Bei fortschreitendem Üben gelingt es mir, höher zu kommen, und schließlich fliegt der Adler auf. Anschließend steige ich unbehelligt auf den Berggipfel, sehe das weite Tal und freue mich, da oben zu stehen.»