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Der neue Baedeker Deutschland stellt das ganze Land in einem Buch vor. Er ist ein kompaktes Standardwerk für die Urlaubsreise im eigenen Land ebenso wie für Ausflüge vor der Haustüre.
Im Kapitel "Natur, Kultur und Geschichte" werden Deutschlands Naturräume, seine wichtigsten geschichtlichen Daten und kulturellen Errungenschaften vorgestellt. Das weitaus größte Kapitel "Reiseziele von A bis Z" beschreibt, was in deutschen Städten und Regionen sehenswert ist und was man dort unternehmen kann. Ausgewählte und kommentierte Restaurants und Hotels bringt das Kapitel "Praktische Informationen". Das neue Kapitel "Was die Deutschen mögen!" stellt in 15 Hitlisten die Vorlieben der Deutschen vor - von den Lieblingsspeisen über fanfreundliche Bundesliga-Stadien bis zu den beliebtesten Zoos. Das Kapitel "Lust auf" macht Vorschläge, wie man Deutschland einmal auf ganz andere Weise kennenlernen kann.
36 Infografiken, 15 3D-Darstellungen und 4 Textspecials visualisieren und vertiefen als "Baedeker Wissen" eine ganze Bandbreite von Themen rund um Deutschland.
Dieses E-Book basiert auf: 12. Auflage 2015
Die Zusatzfunktionen im E-Book:
- Einfaches Navigieren durch praktische Links
- Weblinks führen direkt zu den Websites der Tipps
- Offline-Karten (ohne Roaming)
- Zoomen ermöglicht eine Detailansicht von Karten und Bildern
- Durchsuchen Sie das E-Book in sekundenschnelle mit der praktischen Volltextsuche
Unser Special-Tipp:
Erstellen Sie Ihren persönlichen Reiseplan durch Lesezeichen und Notizen.
Bitte beachten Sie: Nicht alle Lesegeräte unterstützen unsere E-Book Feature wie z.B. Internetlinks, Zoombarkeit von Karten. Auch können je nach Reader die Ladezeiten variieren. Wir bitten Sie, dies vor dem Kauf zu berücksichtigen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 1329
Veröffentlichungsjahr: 2016
www.baedeker.com
Verlag Karl Baedeker
HINTERGRUND
Ein As im Ärmel
Fakten
Natur
! Infografik: Deutschland extrem
Bevölkerung · Politik · Wirtschaft
! Infografik: Deutschland auf einen Blick!
Geschichte und Kultur
Ur- und Frühgeschichte
Mittelalter
Vom Humansimus zur Aufklärung
! Infografik: Wider den Ablasshandel
Von Napoleon bis zur Märzrevolution
! Infografik: Goethe in Weimar
Kaiserreich
Weltkriege
! Infografik: Kurze Geschichte mit Langzeitwirkung – das Bauhaus
Geteiltes Deutschland
! 3D: Berliner Mauer
Vereintes Deutschland
Berühmte Persönlichkeiten
! Infografik: August der Starke
WAS DIE DEUTSCHEN MÖGEN
Lieblingsgerichte
Aus Küche und Teller
Volksfeste
Vergnügen mit Tradition
Fußball
Fußball ist unser Leben
Bier
Hopfen und Malz ...
Sehenswertes
Nicht nur Heidelberg
Museen
Schatzkammern
Ferienregionen
Urlaub zu Hause
Kinderspaß
Wozu nach Florida fliegen?
Cafés
Eine Sünde wert
Nationalparks
Ursprünglich und wild
Shopping
Bloß Einkaufen war einmal
Zoos
Möglichst naturnah
Radwandern
Der Weg ist das Ziel
Open-Air-Festivals
Spaß unter freiem Himmel
REISEZIELE VON A BIS Z
Aachen
Ahrtal
Allgäu
Altenburg
Altmark
Altmühltal
Ammersee · Starnberger See
Ansbach
Aschaffenburg
Augsburg
Baden-Baden
Bad Reichenhall
Bamberg
Bautzen
Bayerische Alpen
Bayerischer Wald
Bayreuth
Berchtesgaden
Berlin
! Infografik: Die Mauer ist weg!
! Infografik: Berlin von oben und unten
! 3D: Reichstagsgebäude
Bernburg
Bielefeld
Bochum
Bodensee
! 3D: Hohentwiel
! Infografik: Fliegende Schiffe
Bonn
Brandenburg
Braunschweig
Bremen
Bremerhaven
! Infografik: Von Bremerhaven in die Welt
Celle
Chemnitz
! 3D: Burg Kriebstein
Chiemsee · Chiemgau
Coburg
Cottbus
Cuxhaven
! Infografik: Frisch auf den Tisch
Darmstadt
Dessau · Roßlau
Deutsche Weinstraße · Pfälzerwald
! Special: Weine von Weltklasse
Dinkelsbühl
Donautal
Dortmund
Dresden
! 3D: Residenzschloss
! 3D: Frauenkirche
! Infografik: Der Untergang Dresdens
Duisburg
Düsseldorf
Eichsfeld
! Infografik: Das Grüne Band
Eifel
Eisenach
! Infografik: Das Genie aus Eisenach
Emsland
Erfurt
Erzgebirge
Essen
Esslingen am Neckar
Fehmarn
Fichtelgebirge
Fischland · Darß · Zingst
! Infografik: Zwischen-stopp am Bodden
Flensburg
Frankfurt am Main
Frankfurt (Oder)
Fränkische Schweiz · Veldensteiner Forst
Freiberg
Freiburg im Breisgau
Fulda
Füssen
! 3D: Neuschwanstein
Garmisch-Partenkirchen
Gera
Gießen · Wetzlar
Görlitz
Goslar
Gotha
! Infografik: Glück auf – 1000 Jahre Bergbau
Göttingen
Greifswald
! Infografik: Fliegen wie ein Vogel
Güstrow
Halle an der Saale
Hamburg
! Infografik: Die Sturmflut 1962
! 3D: Michaeliskirche
! Infografik: Schiffe begrüßen in Willkommhöft
Hameln
Hannover
Harz
! Infografik: Die Rückkehr der Luchse
! Infografik: Der Brocken
! Infografik: Harzer Romanik
Heidelberg
Heilbronn
Helgoland
Hessisches Bergland
Hildesheim · Leinebergland
Hochrhein
Hohenlohe · Taubertal
Holsteinische Schweiz
Hunsrück · Naheland
Husum
! Infografik: Sonne, Mond und Meer
Ingolstadt
Inntal
Jena
! Infografik: Präzision aus Jena
Kaiserslautern
Karlsruhe
Kassel
Kempten
Kiel
! Infografik: Der Nord-Ostsee-Kanal
Kleve
Koblenz
! Special: Der getreue Eckhardt der Reisenden
Köln
! 3D: Kölner Dom
! Special: Kölle Alaaf!
Konstanz
Lahntal
Landshut
Lauenburgische Seen
Lausitz
! Infografik: Strom aus Braunkohle
Leipzig
Lübeck
Ludwigsburg
Lüneburg
Lüneburger Heide
Lutherstadt Wittenberg
Magdeburg
Maintal
Mainz
Mannheim
Marburg an der Lahn
Mecklenburgische Seenplatte
Meiningen
Meißen
! Infografik: Das weiße Gold
Memmingen
Merseburg
Minden
Mönchengladbach
Moseltal
Mühlhausen
München
! 3D: Frauenkirche
! Infografik: Das größte Fest der Welt
! Special: Oans, zwoa, gsuffa!
Münster · Münsterland
Naumburg
Neubrandenburg
Nürnberg
Oberpfalz
Oberschwaben
Oberstdorf · Kleinwalsertal
Odenwald · Bergstraße
Oldenburg
Osnabrück
Ostfriesische Inseln
Ostfriesland
Paderborn
Passau
Pirmasens
Potsdam
Quedlinburg
Ravensburg
Regensburg
Rheinsberg
Rheintal
Rhön
Rostock
! Infografik: Parade der Großsegler
Rothenburg ob der Tauber
Rottweil
Rügen · Hiddensee
! Infografik: Gold der Ostsee
! Infografik: Der Strandkorb
Ruhrgebiet
Saaletal
Saarbrücken · Saarland
Sächsische Schweiz
Sauerland
Schleswig
Schwäbische Alb
! 3D: Bärenhöhle
! Infografik: Eine Quelle für Millionen Menschen
Schwäbisch Hall
Schwarzwald
! 3D: Kloster Maulbronn
Schwerin
Siegen · Siegerland
Soest
Speyer
Spreewald
Stade
Stralsund
! Infografik: Gebrannte Größen
Straubing
Stuttgart
Sylt · Nordfriesische Inseln
! Infografik: Leuchtzeichen am Horizont
Taunus
Teutoburger Wald
Thüringer Wald
! Infografik: Das »Blaue Gold« Thüringens
Torgau
Trier
Tübingen
Uckermark
Ulm
Usedom
! Infografik: Geteilte Insel
! Special: Silber des Meeres
Vogtland
Waldecker Land
Weimar
! Infografik: Das Konzentrationslager Buchenwald
Wernigerode
Weserbergland
Westerwald
Wiesbaden
Wismar
! Infografik: Die »Gleichgesinnten«
Wolfenbüttel
Wolfsburg
Worms
Wuppertal · Bergisches Land
Würzburg
! 3D: Fürstbischöfliche Residenz
Xanten
Zittau
Zwickau
PRAKTISCHE INFORMATIONEN
Auskunft
Hotels
Restaurants
atmosfair
Verzeichnis der Karten und Grafiken
Impressum
Kurioses Deutschland
… zeigt mehr von Deutschland, etwa seine Extreme, welcher Fußball-Bundesligist das statistisch gesehen fanfreundlichste Stadion besitzt, wer den Reiseführer erfunden hat und wieviel Hendl auf dem Oktoberfest verspeist werden.
Deutschland extrem
Der höchste Kirchturm, der kälteste Ort, die kleinste Schule, die wohlhabendste Stadt.… siehe >>
Fußballstadien
Welches Bundesliga-Stadion hat den prozentual höchsten Anteil an Stehplätzen? Borussia Dortmund ist es nicht. siehe >>
Neuschwanstein
An König Ludwigs Märchenschloss führt kein Weg vorbei … siehe >>
Fliegen wie ein Vogel
Otto Lilienthal aus Anklam studierte den Flug der Vögel und konstruierte dementsprechende Flugapparate. siehe >>
Die Erfindung des Reiseführers
Der Koblenzer Verlagsbuchhändler Karl Baedeker verfasste die ersten Reiseführer, die diesen Namen auch verdient haben. siehe >>
Kölle Alaaf!
Die fünfte Jahreszeit der Kölner ist eine ausgelassene Liebeserklärung an ihre Stadt und für Fremde eher ein eruptives Ereignis. siehe >>
Das größte Fest der Welt
... ist natürlich das Oktoberfest in München, was sich auch mit vielen Zahlen belegen lässt. siehe >>
Kloster Maulbronn
Was Zisterziensermönche in der Abgeschiedenheit des Salzachtals schufen, ist einmalig und scheint für die Ewigkeit geschaffen – kein mittelalterliches Kloster nördlich der Alpen ist vollständiger erhalten. siehe >>
Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual. Bei der Auswahl an Sehens- und Erlebenswertem, das Deutschland zu bieten hat, ist das keine bloße Redewendung: die Top-Ziele von Baedeker.
** Rügen
Kilometerlange weiße Sandstrände, leuchtende Kreidefelsen, attraktive Badeorte und geschichtsträchtige Stätten finden sich auf der größten Insel Deutschlands. siehe >>
** Lübeck
Durchs mächtige Holstentor in die denkmalgeschützte Altstadt, vorbei am eindrucksvollen Rathaus zum Buddenbrookhaus siehe >>
** Hamburg
Hafen, Speicherstadt und Reeperbahn verleihen der Stadt kosmopolitisches Flair. siehe >>
** Mecklenburgische Seenplatte
In den rund tausend Seen des mecklenburgischen Binnenlandes können Sie Wasserwandern, Baden oder Boot fahren. siehe >>
** Berlin
Deutsche Geschichte und neue Architektur erlebt man hautnah in der Hauptstadt. siehe >>
** Potsdam
Hier haben sich die preußischen Könige architektonisch verewigt, vor allem freilich mit Schloss Sanssouci. siehe >>
** Quedlinburg
Die herrliche Altstadt ist eine Musterschau des Fachwerkbaus aus mehreren Jahrhunderten, der Domschatz einer der wertvollsten Deutschlands. siehe >>
** Harz
In dem waldreichen Mittelgebirge stößt man überall auf Sagen, Mythen, Märchen und lokales Brauchtum. siehe >>
**Görlitz
Die östlichste Stadt Deutschlands hat den Krieg fast unbeschadet überstanden. Zahlreiche Bauten aus Mittelalter und Renaissance sind erhalten. siehe >>
**Weimar
Goethe, Schiller, Herder, Wieland: Mit ihrem Aufenhalt schufen sie die »Stadt der deutschen Klassik«. siehe >>
**Dresden
Weltberühmte Baudenkmäler, allen voran der Zwinger, sowie reiche Kunstsammlungen haben der Hauptstadt Sachsens den Beinamen »Elbflorenz« eingebracht. siehe >>
**Sächsische Schweiz
Wer Wander- und Natur- urlaub in einer äußerst vielfältigen Landschaft mit reicher Fauna und Flora plant, ist hier richtig. siehe >>
**Erzgebirge
Weihnachten mal so richtig märchenhaft erleben? Nirgends geht das so gut wie in dem Mittelgebirge an der tschechischen Grenze. siehe >>
**Köln
Kölner Dom und Kölner Karneval – nur zwei von vielen Gründen, die Kunstmetropole am Rhein zu besuchen siehe >>
**Aachen
Im Dom wurden über 30 deutsche Kaiser und Könige gekrönt. siehe >>
**Rheintal
Der sagenumwobene »Vater Rhein« ist die »urdeutsche« (Burgen-)Landschaft. siehe >>
**Frankfurt am Main
»Mainhattan«: Spaziergang zwischen Deutschlands höchsten Hochhäusern mit anschließender Ebblwoi-Probe siehe >>
**Bamberg
Bau- und Braukunst sind in der alten fränkischen Kaiser- und Bischofsstadt zu Hause. siehe >>
**Heidelberg
Vom schönen Schloss hoch über der romantischen Altstadt haben die Kurfürsten über die Pfalz regiert. siehe >>
**Nürnberg
Meistersinger und Dürer, Spielzeug und Christkindlmarkt, Lebkuchen und Bratwürste: vielseitige Frankenmetropole siehe >>
**Rothenburg o .b. T.
Die ehemalige fränkische Reichsstadt ist Inbegriff deutscher Romantik: Fachwerk- und Giebelhäuser in engen gepflasterten Gassen! siehe >>
**Regensburg
Patrizierhäuser und Kirchen aus dem 13. und 14. Jh., die an italienische Städte erinnern siehe >>
**Stuttgart
Nicht nur die Einheimischen profitieren von dem hochkarätigen Kulturangebot in der Schwabenmetropole zwischen Wald und Reben. siehe >>
**Schwarzwald
Hier wird viel für sportliche Naturen geboten: Wandern, Skifahren, Kajaktouren... siehe >>
**Freiburg im Breisgau
Wer in eines der Freiburger »Bächle« der Freiburger Innenstadt tritt, kommt von der Stadt nicht mehr los. siehe >>
**München
Hochkarätige Kunst, monarchische Repräsentationsarchitektur und das größte Volksfest der Welt siehe >>
**Bodensee
Das »Schwäbische Meer«, Süddeutschlands Obstgarten, lockt mit herrlichem Klima und Alpenpanorama. siehe >>
**Allgäu
Ferienparadies zwischen Bodensee und Lech siehe >>
**Bayerische Alpen
Die mächtigen Berge und ihre tief eingeschnittenen Täler sind ein Paradies für Wanderer und Skiläufer. siehe >>
**Berchtesgaden
… und das Berchtesgadener Land: Alpenlandschaft wie aus dem Bilderbuch siehe >>
… moderne Architektur ohne Gigantomanie? Auf die deutsche Unterwelt, auf Spielereien, auf Theater in kleinen Residenzen?? Entdecken Sie Deutschland ganz nach Ihren persönlichen Interessen.
• Granitzentrum Steinwelten in Hauzenberg Naturgranit trifft bearbeiteten Granit. siehe >>
• IKMZ Cottbus Artefakt ohne Maßstab mit Farborgie im Treppenhaus siehe >>
• Gedenkstätte Hinzert Angemessene Architektursprache für einen Schreckensort siehe >>
• Kolumba Kunstmuseum in Köln »Sakralbau in den Dimensionen eines Museums« siehe >>
• Literaturmuseum der Moderne in Marbach Akropolis der Literatur siehe >>
• Berlin Neue Synagoge, Jüdisches Museum und Friedhof Weißensee, der größte jüdische Friedhof Europas siehe >>, siehe >>, siehe >>
• Neue Synagoge in Dresden Erster Synagogenneubau in den neuen Bundesländern und archi- tektonisches Glanzlicht siehe >>
• Mikwe in Köln Einziger Rest des jüdischen Köln siehe >>
• Jüdisches Museum in Michelstadt Über die Odenwälder Juden siehe >>
• Judenhof in Speyer Seit 1084 urkundlich verbürgt siehe >>
• Jüdisches Viertel und Friedhof in Worms Ältester jüdischer Friedhof Europas siehe >>
• Gläserne Manufaktur in Dresden Beim Bau des VW-Topmodells zuschauen siehe >>
• Automobile Welt Eisenach Von BMW zu Wartburg zu Opel siehe >>
• Opel Live in Rüsselsheim Führungen im Werk siehe >>
• Deutsches Auto-Museum in Langenburg Oldtimer seit 1873 siehe >>
• Audi museum in Ingolstadt Von Horch zu Audi siehe >>
• BMW-Welt München Museum und Abholung siehe >>
• Hymer Museum in Bad Waldsee Wohnwagen früher und heute siehe >>
• Deutsches Straßenmuseum in Germersheim Straßenbau vom Trampelpfad bis zur Hightech-Autobahn siehe >>
• Mercedes und Porsche in Stuttgart Gottlieb Daimlers Werkstatt, Mercedes-Benz-Museum und Porsche-Museum siehe >>
• Autostadt und AutoMuseum in Wolfsburg Alles über VW siehe >>
• August-Horch-Museum in Zwickau Klingende Namen: Horch, Auto-Union, DKW und – Trabant siehe >>
• Marienglashöhle bei Gotha Schaubergwerk, Kristallgrotte, Höhlensee siehe >>
• Schlossberghöhlen bei Homburg/Saar Die größten künstlichen Buntsandsteinhöhlen in Europa siehe >>
• Feengrotten bei Saalfeld Schillernde Mineralien im Alaunschieferbergwerk siehe >>
• Dechenhöhle bei Iserlohn Tropfsteinhöhle mit Höhlenkundemuseum siehe >>
• Attahöhle bei Attendorn Eine der schönsten deutschen Tropfsteinhöhlen siehe >>
• Bärenhöhle auf der Schwäbischen Alb Tropfsteine, Urmenschen und Bärenknochen siehe >>
• Hutmuseum in Lindenberg Wie man im Allgäu Hüte macht. siehe >>
• Deutsches Goldschmiedehaus in Hanau Mit historischer Goldschmiedewerkstatt siehe >>
• Geigenbaumuseum in Mittenwald Streichinstrumente aus den Bayerischen Alpen siehe >>
• Glockengießerwerkstatt in Laucha Handwerkliche Schwerstarbeit von 1732 bis 1911 siehe >>
• Elfenbeinmuseum in Erbach Das Zentrum der deutschen Elfenbeinschnitzerei siehe >>
• Fleischereimuseum in Böblingen Das Fleischerhandwerk seit dem 14. Jahrhundert siehe >>
• Markneukirchen: Musikinstrumentenmuseum 450 Jahre Tradition im vogtländischen Musikwinkel siehe >>
• Spielkartenmuseum in Altenburg Alles über Spielkarten und natürlich über Skat siehe >>
• Augsburger Puppenkiste Zum Theater gehört auch ein Museum. siehe >>, siehe >>
• Museum der deutschen Spielzeugindustrie in Neustadt Herstellung von Puppen und Puppensammlung siehe >>
• Seiffen Ein ganzes Spielzeugdorf siehe >>
• J. F.-Schreiber-Museum in Esslingen Legendäres Papierspielzeug siehe >>
• Nürnberger Spielzeugmuseum In der deutschen Spielzeughaupstadt siehe >>
• Deutsches Spielzeugmuseum in Sonneberg Glanzstück: die »Thüringer Kirmes« siehe >>
• Schiffshebewerk Niederfinow Stahlgigant von 1914 siehe >>
• Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Duisburg Schiffsbau, Umschlagtechniken, Leben an Bord siehe >>
• Nord-Ostsee-Kanal Seeschiffe im Binnenland siehe >>
• Elbschifffahrtsmuseum in Lauenburg Auch der Raddampfer »Kaiser Wilhelm« gehört dazu. siehe >>
• Schiffshebewerk Scharnebeck Bei Eröffnung 1974 das größte der Welt siehe >>
• Wasserstraßenkreuz Magdeburg Ein Jahrhundetrprojekt siehe >>
• Raddampfer »Mannheim« Binnenschifffahrt auf Neckar und Rhein siehe >>
• Wasserstraßenkreuz Minden Der Mittellandkanal überquert in 13 m Höhe die Weser. siehe >>
• Ludwigsburg Die Schlossfestspiele betreiben noch die einzige original barocke Bühnenmaschinerie Deutschlands. siehe >>
• Schwetzingen Das Rokokotheater ist ebenfalls Schauplatz von Schlossfestspielen. siehe >>
• Meiningen »Theaterherzog« Georg II. förderte in seiner Residenz die Schauspielkunst. siehe >>
• München Schönstes Rokoko-Logentheater: das Cuvilliés-Theater siehe >>
• Friedhof der Märzgefallenen in Berlin Die Opfer der Barrikadenkämpfe von 1848 siehe >>
• Hambacher Schloss Hinauf Patrioten, hinauf zum Schloss! siehe >>
• Frankfurter Paulskirche Wo das erste deutsche Parlament tagte siehe >>
• Allstedt Hier hielt Thomas Müntzer 1524 seine »Fürstenpredigt«. siehe >>
• Bauernkriegsmuseum in Mühlhausen Der Bauernkrieg in Thüringen siehe >>
• Freiheitsmuseum in Rastatt Die Revolution von 1848 in Baden siehe >>
• Bauernkriegsmuseum in Böblingen Der Bauernkrieg in Schwaben siehe >>
Nordseestrand und Alpengipfel, Kölner Dom und Dresdener Frauenkirche, Goethe, Einstein und Karl Baedeker, Reformation und Reichstagsbrand – ein kulturhistorischer Grundkurs über Deutschland
Das beliebteste Urlaubsland der Deutschen ist nicht Spanien oder Italien. Sondern ein Ziel, das nicht mit Palmenstränden punktet und ewig blauem Himmel, dafür aber mit Historie, mit spannenden Städten, klaren Seen, schroffen Bergen, urwüchsigen Festen und eigenwilligen Menschen, mit weltberühmten Kunst- und Kulturevents, Bauwerken, Burgen, Schlössern und Denkmälern. Ein klarer Fall, den die Zahlen der Tourismusstatistiker Jahr für Jahr belegen: Das beliebteste Urlaubsland der Deutschen heißt, mit einem Marktanteil von über 30% an allen Reisen: Deutschland.
Deutschland hat tatsächlich ein As im Ärmel: seine Vielfalt. Sonnenverwöhnte Urlauber etwa aus den Vereinigten Arabischen Emiraten spotten, in Deutschland könne man tatsächlich alle vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag im April erleben. Wenn es nur die Jahreszeiten wären! Genauer betrachtet hat jeder Gast die Qual der Wahl, kann z. B. aus mehr als 150 »Ferienstraßen« diejenige auslesen, die ihm am interessantesten erscheint. Lieber auf der Käsestraße durch Schleswig-Holstein fahren, die Niedersächsische Milchstraße entdecken oder die Badische Spargelstraße für einen Schlemmerzug nutzen? Und: Welche Landschaft darf’s überhaupt sein? Im Norden zwei Meere, die Nordsee mit mondänen Urlaubsinseln wie Sylt, Familienparadiesen wie St. Peter Ording, die Ostsee mit der bezaubernden Insel Rügen. In der Mitte verwunschene Mittelgebirge wie Harz, Sauerland, Taunus, Hunsrück; kristallklare Seen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Oder große Flusslandschaften – das Rheintal mit schiefergedeckten Häusern und wuchtigen Burgen, die Elbe mit kühn emporragenden Felsen, die Mosel mit rebenbewachsenen Steilhängen und den wild mäandernden Moselschleifen. Dann wieder die sanften Hügel Frankens, bald darauf die Steilkanten der Schwäbischen Alb, des Schwarzwalds und die endlos scheinenden Wälder des Bayerischen Waldes, sowie der klimatisch begünstigte Bodensee. Und gewissermaßen als Krönung einer Nord-Süd-Reise im Zeitraffertempo: die Alpen mit dem höchsten Berg Deutschlands, der Zugspitze. Alles hautnah zu erleben – bei einer Wanderung, einer Radtour, einem Spaziergang.
Fast schon bizarr: die Sächsische Schweiz
So außerordentlich vielfältig wie die Landschaften sind auch Historie und Tradition jeder Region. Mit 40 UNESCO-Welterbestätten hat das Land in der Mitte Europas überdurchschnittlich viel zu bieten. Allenthalben gibt es berühmte Bau- und Kulturdenkmäler zu entdecken, kulinarische Besonderheiten kennen zu lernen. Städte wie Hamburg, Berlin, München, Köln, Dresden, Stuttgart legen Zeugnis ab von bewegter Vergangenheit und lassen den Besucher eintauchen in das aufregende urbane Leben von heute. So kann man mittlerweile mehr als 5000 Kunst- und Ausstellungshäuser besuchen. Zu den architektonisch reizvollsten zählen die Galerie der Gegenwart/Hamburger Kunsthalle, das Museum Dieselkraftwerk Cottbus, das Museum der Bildenden Künste Leipzig, Schloss Moyland und Kurhaus Kleve, die Kunsthalle Weishaupt in Ulm, das Felix-Nussbaum-Haus, das Kolumba-Kunstmuseum Köln oder das Museum Brandhorst in München. Deutschland besitzt auch ein einzigartiges großes musikalisches Erbe: Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Johannes Brahms oder Richard Wagner sind nur einige der ganz großen, weltweit gespielten deutschen Komponisten. Auch die moderne Musikszene sorgt mit zahllosen Jazzclubs, Musicaltheatern und Pop-Rock-Events für eine lebendige Musikkultur. Ob Blue Notes, das große Jazzfestival in Frankfurt oder JazzNights Baden-Baden, ob Musicals in Hamburg oder Stuttgart, ob Opernfestspiele München oder Ringfest in Köln mit allen Größen aus Pop, Reggae, Rock oder HipHop – die Veranstaltungskalender der deutschen Städte und Gemeinden halten jeden Urlauber auf Trab, auch wenn – wohl der einzige Makel am Urlaubsland Deutschland – mal das Wetter nicht mitmacht.
Zusammenspiel von Kunst und Architektur im Dieselkraftwerk Cottbus
Majestätisch ragt im Berchtesgadener Land der Watzmann auf.
Obwohl Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten eher klein ist, zeigt es eine überraschende landschaftliche Vielfalt. Weite Ebenen und hohe Gebirge, Beckenlandschaften und Senken, Hügelzonen und Seenplatten wechseln sich ab.
Das Norddeutsche Tiefland erstreckt sich zwischen Nord- und Ostsee und der ca. 170 bis 250 km weiter südlich ansteigenden Mittelgebirgsschwelle. Seine Gestalt erhielt es im Eiszeitalter als gewaltige Inlandeismassen aus dem skandinavischen Raum vorstießen und enorme Schutt- und Geröllmassen ablagerten. Das Eiszeitalter begann vor ca. 600 000 Jahren, der letzte große Eisvorstoß kam vor ca. 22 000 Jahren südlich von Berlin zum Stehen. Nur an einzelnen Stellen treten ältere Gesteinspakete in Erscheinung, etwa der im Erdaltertum gebildete Gips und Kalk des Hügels von Bad Segeberg, die berühmten Kreidefelsen auf der Insel Rügen, der Buntsandstein auf Helgoland und der Muschelkalk im Berliner Raum.
In Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern tauten die die letzten größeren Eisreste erst vor ca. 10 000 Jahren ab. Wie Girlanden legen sich von den Gletschern zurückgelassene Landrücken und Moränenhügel um das Ostseebecken. Aus einstigen Schmelzwasserrinnen und Gletscherzungenbecken sind an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste »Förden« (Meeresbuchten) entstanden. Das küstennahe und sehr flache Land von Mecklenburg und Vorpommern ist nach der letzten Eiszeit überflutet worden und es bildeten sich weite und ziemlich seichte Buchten, die »Bodden«. Attraktiven Erholungsraum bietet das Hinterland der Ostseeküste dar, sowohl das schleswig-holsteinische Hügelland als auch der aus teils bemerkenswert hohen Hügeln bestehende Nördliche Landrücken in Mecklenburg-Vorpommern. Einstige Gletscherzungenbecken, Schmelzwasserrinnen und früher mit Eis gefüllte Senken präsentieren sich heute als Seenplatten, wie z. B. die Mecklenburgische.
An der Nordsee haben Ebbe und Flut die Wattenküste mit den vorgelagerten Ostfriesischen und Nordfriesischen Inseln und tief ins Land eindringenden Trichtermündungen von Elbe, Weser und Ems entstehen lassen. Wo der Küstensaum sehr flach ist sowie entlang der Flussmündungstrichter sind durch Anschwemmung von Sand und Schlick fruchtbare Marschen entstanden, die Deiche schützen.
An den Nördlichen Landrücken schließt nach Süden die weite Märkische Tiefebene an,, in etwa der Raum um Berlin: Oderbruch, Havelland, Prignitz, Mittelmark und Spreewald.
Halbmondförmig erstreckt sich westlich und südlich von Berlin die wenig fruchtbare, sandige Landschaft des Südlichen Landrückens. Hier wechseln unterschiedlich mächtige Sandschichten mit feuchten, zu Acker- und Grünland umgewandelten Flächen ab. Zum Südlichen Landrücken zählen die Hellberge der Altmark (bei Stendal), der bis zu 200 m hohe Fläming (nördlich von Wittenberg) mit seinen Kieferbeständen sowie die Heideflächen der Niederlausitz (bei Cottbus).
Den südlichen Abschluss der Norddeutschen Tiefebene bildet ein unterschiedlich breiter Gürtel sehr fruchtbarer und deshalb schon seit frühester Zeit besiedelter Börden und Tieflandsbuchten: die Niederrheinische Bucht, die Westfälische Bucht, die Soester Börde, die Magdeburger Börde und die Leipziger Tieflandsbucht.
Südlich des topfebenen Tieflands wölben sich die etwa 400 km weit nach Süden bis zur Donau reichenden Mittelgebirge auf. Sie zeigen sich als buntes Mosaik waldbestandener Gebirgszüge, durchschnittlich 450 bis 1000 m hoch, und fruchtbarer Beckenlandschaften. Der Rhein und seine Nebenflüsse Neckar, Main und Mosel, die Weser mit ihren Quellflüssen Fulda und Werra, die Elbe und ihr Nebenfluss Saale sowie die Donau und ihr Nebenfluss Altmühl haben in den Mittelgebirgen überaus reizvolle Durchbruchstäler geschaffen. Naturseen und Talsperren bereichern das Landschaftsbild u.a. in der Eifel, im Westerwald, im Hessischen Bergland, im Sauerland, im Thüringer Wald, im Harz und im Schwarzwald.
Die ältesten Massive der Mittelgebirgszone sind vor etwa 300 Mio. Jahren entstanden. Gesteine aus dem Erdaltertum findet man u. a. im Schwarzwald, im Fichtelgebirge und im Bayerischen Wald. In einigen Mittelgebirgszügen bildeten sich reiche Erz- und Mineraliengänge, die später z. B. im Harz, im Erzgebirge, im Thüringer Wald und im Schwarzwald lukrativen Bergbau ermöglichten. Am Nordrand der Mittelgebirgszone entstanden Kohlelagerstätten, Grundlage für den Aufbau des Industriereviers Rhein-Ruhr.
Im Tertiär, vor etwa 65 bis 5 Mio. Jahren, zerbrach die Erdkruste in einzelne Schollen, die, wie im Thüringer Wald und im Thüringer Becken, unterschiedlich stark herausgehoben bzw. abgesenkt wurden. An den tektonischen Störungslinien kam es zu heftigem Vulkanismus (u. a. Siebengebirge, Eifel, Vogelsberg, Rhön). Gleichzeitig »nagten« Wind und Wetter an den neu entstandenen Höhenzügen und füllten die jungen Beckenlandschaften allmählich auf. Auch der südliche Mittelgebirgsraum veränderte sich stark: Das Gebiet zwischen Basel und Mainz wölbte sich auf, der Oberrheingraben brach vor ca. 65 Mio. Jahren ein und hob westlichen Randgebirge Vogesen und Pfälzer Wald sowie die östlichen Randgebirge Schwarzwald, Odenwald und Spessart heraus.
Der Einbruch des Oberrheingrabens und die bis heute anhaltende Auffaltung der Alpen lösten nicht nur zahlreiche Erdbeben, sondern auch vulkanische Tätigkeit aus. Zu heftigen Eruptionen kam es am Kaiserstuhl, im Hegau und auf der mittleren Schwäbischen Alb. Ein soclher Erdbebenherd ist auch gegenwärtig noch im Bereich der westlichen Schwäbischen Alb bei Hechingen häufig aktiv.
Vor ca. 15 Mio. Jahren ereignete sich eine Katastrophe besonderer Art, als ein Meteorit auf dem Schwäbischen Jura aufschlug und den Rieskrater aussprengte, das heutige Nördlinger Ries zwischen Schwäbischer und Fränkischer Alb.
Deutschlands »Nationallandschaft«: das Mittelrheintal, besonders schön bei Bacharach
Im Nordwesten breiten sich das Weserbergland und das Leinebergland mit Teutoburger Wald, Wiehengebirge, Deister, Ith und Solling als waldreiche Gebirgszüge aus. Wie eine Insel ist der für sein besonders raues Klima bekannte Harz mit dem 1142 m hohen Brocken dem eigentlichen Mittelgebirge vorgelagert.
Den Kernbereich der Mittelgebirgsschwelle bilden das Rheinische Schiefergebirge mit Eifel, Hunsrück, Taunus, Westerwald und Sauerland, das Hessische Bergland mit Meißner, Knüllgebirge, Vogelsberg und Rhön, der Thüringer Wald mit dem Thüringer Schiefergebirge, der Frankenwald, das Elstergebirge, das Erzgebirge, das Elbsandsteingebirge mit der Sächsischen Schweiz und schließlich – ganz im Osten – das Lausitzer Bergland. Zentraler Gebirgsknoten ist das Fichtelgebirge, von dem aus alle großen Gebirgszüge Mittel- und Ostdeutschlands ausstrahlen.
Zum südlichen Mittelgebirgsraum zählen die Randgebirge des Oberrheingrabens: im Westen das Saar-Nahe-Bergland und den Pfälzerwald, im Osten Spessart, Odenwald und Schwarzwald mit dem Feldberg (1493 m ü. d. M.) sowie das Süddeutsche Stufenland mit den Schwäbisch-Fränkischen Keuperwaldbergen und der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Typisch für die Alb sind die weit ins Vorland hinausragenden Felsbastionen. Im Innern des stark verkarsteten Kalkgebirges befinden sich weit verzweigte Systeme von Tropfsteinhöhlen. Zwischen den Mittelgebirgen erstrecken sich fruchtbare, im Muschelkalk angelegte Gäuflächen. Neckar und Main sowie deren Nebenflüsse Kocher, Jagst und Tauber haben Täler geschaffen, an deren steilen Hängen Wein- und Obstgärten emporklettern.
Zum geologisch alten Gebirgssystem des Böhmischen Massivs bzw. des Böhmerwalds gehören der Oberpfälzer und der Bayerische Wald mit dem Großen Arber (1456 m ü. d. M.). Die Donaunebenflüsse Naab, Waldnaab und Regen winden sich durch romantische Täler.
Zwischen der Donau im Norden und der Alpenkette im Süden erstreckt sich das Alpenvorland, zu dem u.a. der Bodensee und das Allgäu zählen. In seinem westlichen Teil steigt die Schwäbisch-Bayerische Hochebene in Richtung Alpen an, eine von Eiszeitgletschern geformte, hügelige Landschaft mit Wäldern und Wiesen. Weiter im Osten durchschneiden Iller, Lech, Isar und Inn die deutlich flachere, mitunter feuchte Landschaft. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch der Erdgeschichte erstreckt sich südlich von München mit Bergen, Wäldern, Wiesen und berauschendem Blick auf die Alpen. Auch hier haben die Gletscherzungen tiefe Becken ausgehobelt, die nach dem Abschmelzen der Eismassen zu Seen wurden, z. B. Ammersee, Starnberger See und Chiemsee.
Ganz im Süden hat Deutschland Anteil an den Alpen, dem größten Hochgebirge Europas. Das vergleichsweise junge Faltengebirge wächst seit der Tertiärzeit durch den Aufprall der afrikanischen Kontinentalplatte gegen die eurasische seit etwa 60 bis 70 Mio. Jahren heran. Dieser tektonische Prozess dauert noch immer an, sodass die Alpen weiter aufsteigen. Da Wind und Wetter sie gleichzeitig abtragen, ändert sich ihre Höhe aber nicht wirklich. Der höchste Berg Deutschlands ist die Zugspitze (2962 m ü. d. M.).
Die meisten und größten natürlichen Seen Deutschlands liegen in den eiszeitlich überformten Landschaften des Nordens und des Südens, also einerseits in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, andererseits in Bayern und Baden-Württemberg. Besonders beliebt sind der Plöner See in der Holsteinischen Schweiz, die Müritz im Bereich der Mecklenburgischen Seenplatte, in Süddeutschland sind es der Bodensee sowie in Oberbayern Ammersee, Starnberger See und Chiemsee.
Das größte Einzugsgebiet hat der Rhein, der zusammen mit seinen Nebenflüssen Neckar, Main und Mosel den größten Teil Süd- und Westdeutschlands entwässert. Für große Gebiete Nord- und Ostdeutschlands ist die Elbe mit ihren beiden Nebenflüssen Havel und Saale der wichtigste Fluss, für Deutschlands Mitte sind es hauptsächlich die Weser und deren Nebenflüsse. Den Südosten sowie das Alpenvorland und die Alpen entwässern die Donau und ihre Nebenflüsse Iller, Lech, Altmühl, Isar und Inn. Ganz im Osten strebt die Oder der Ostsee zu, deren riesiger Einzugsbereich weit nach Ostmitteleuropa hineinreicht.
Die stille Welt der Müritz
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Praktisch überall kommt der deutsche Charakterbaum schlechthin vor, die Eiche. Im größten Teil Deutschlands findet man sommergrüne Eichen-Buchen-Mischwälder als natürliche Vegetation, insbesondere in den Mittelgebirgen. In deren klimatisch ungünstigeren Hochlagen, z.B. im Schwarzwald, im Bayerischen Wald, im Erzgebirge und im Harz, wachsen vorwiegend Tannen und Fichten. Auf den nährstoffarmen Sandböden des Norddeutschen Tieflands gedeihen lediglich anspruchslose Nadelhölzer wie Kiefern und Fichten, oder es dehnen sich Heideflächen aus. In den noch vorhandenen Moorgebieten wachsen Birken und Kiefern. Auf den Kalkböden in Süddeutschland gedeihen normalerweise Laubmischwälder, doch vielerorts sind sie durch rasch wachsende Fichtenwälder ersetzt worden – was sich angesichts der Zunahme starker Stürme oft als fatal herausgestellt hat. Typisch für Kalkböden sind Linden und Hainbuchen; in den Flussauen gehören Erlen, Pappeln, Birken und Weiden zu den am häufigsten vorkommenden Baumarten.
Die Waldzustandsberichte der Bundesländer von 2012 attestieren dem deutschen Wald zwar eine leichte Erholung, doch die nüchterne Zahl von gerade 38% gesunder Bäume zeigt, wie dramatisch die Lage immer noch ist. Der Zustand von Buche, Fichte und Kiefer hat sich gebessert, doch ist die Hälfte des Eichenbestands krank. Dafür sind nicht nur Schadstoffemissionen verantwortlich, sondern auch Fraßschäden von Schmetterlingsraupen.
Die starke Inanspruchnahme der Landschaft durch den Menschen hat den Lebensraum der heimischen Tierwelt erheblich eingeschränkt. Rehe, Hirsche, Wildschweine, Füchse, Dachse, Marder, Wiesel, Hasen und Kaninchen kommen noch in größerer Zahl vor. Der lange verschwundene Luchs hat im Bayerischen Wald, im Pfälzer Wald, in Hessen, im thüringischen Nationalpark Hainich und im den Schwarzwald wieder Spuren hinterlassen; im Nationalpark Harz wurde 1999 ein erfolgreiches Luchswiederansiedlungsprogramm gestartet. Auch der Wolf ist wieder da: In der Oberlausitz lebt ein anzes Rudel, in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind Einzeltiere oder Paare beobachtet worden.
Auch die ursprüngliche Artenvielfalt der Vogelwelt ist in vielen Teilen Deutschlands stark reduziert. Störche, die früher einmal in allen Feuchtgebieten Deutschlands vorkamen, trifft man heute in größerer Zahl vor allem in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt; ihr Bestand hat sich deutlich erholt. Ähnliches gilt für manche Greifvogelarten wie Adler und Wanderfalken. Die Gewässerverschmutzung hat zu einem dramatischen Rückgang der Fischarten geführt. Nur ganz langsam stellt sich eine Erholung ein, wie die Zunahme des Bestands an Bachforellen zeigt.
Für den Erhalt der letzten noch vorhandenen »Urlandschaften« werden große Anstrengungen unternommen. Bislang sind 14 Nationalparke, 101 Naturparke und 15 Biosphärenreservate ausgewiesen.
Die attraktivsten Ferienlandschaften Deutschlands sind: Nordseeküste und vorgelagerte Inseln, Ostseeküste und -inseln, Holsteinische Schweiz, Mecklenburgische Seenplatte, Lüneburger Heide, Münsterland, Spreewald, Oberlausitz, Harz, Sauerland, Weserbergland, Eifel, Mittleres Rheintal, Moseltal, Nahetal, Hessisches Bergland, Thüringer Wald, Erzgebirge, Elbsandsteingebirge mit Sächsischer Schweiz, Schwarzwald, Neckarland, Schwäbische Alb, Fränkische Alb, Bayerischer Wald, Oberschwaben, Bodensee, Allgäu und Oberbayern.
Der größte Teil Deutschlands liegt in der kühl-gemäßigten Klimazone, in der Feuchtigkeit bringende Winde aus westlichen Richtungen vorherrschen. Ausgesprochen ozeanisch ist das Klima in Nordwest- und Norddeutschland. Die Winter sind dort relativ mild, die Sommer verhältnismäßig kühl. Im Osten weist das Klima bereits deutlich kontinentale Züge auf. Hier kann es im Winter über längere Perioden sehr kalt und im Sommer recht warm werden. Außerdem werden hier des öfteren länger anhaltende Trockenperioden registriert. In der Mitte und im Süden herrscht Übergangsklima vor, das – je nach Großwetterlage – eher ozeanisch oder kontinental geprägt ist. Höhenzüge, Täler, Becken und Senken sowie die Verteilung von Wäldern, landwirtschaftlichen Nutzflächen und Siedlungen bewirken deutliche klimatische Unterschiede auf relativ engem Raum.
Im Norddeutschen Tiefland werden durchschnittlich 500–700 mm Niederschläge pro Jahr gemessen werden; in den Mittelgebirgen liegen diese Werte je nach Exposition zwischen 700 und 1500 mm pro Jahr. Im Süden, d. h. im Nordstau der Alpen, aber auch in ungünstigen Mittelgebirgslagen, werden weit höhere Niederschlagsmengen erreicht: An einigen Stellen im Allgäu misst man über 2000 mm pro Jahr!
Die mittlere jährliche Durchschnittstemperatur liegt im Norddeutschen Tiefland bei + 9 °C, im höheren Bergland bei + 2 °C. Im Winter liegt sie im Norddeutschen Tiefland bei knapp + 2 °C und im Gebirge bei - 6 °C; im Sommermonat Juli steigt das Thermometer im Norddeutschen Tiefland auf durchschnittlich + 18 °C erreicht, in den »Sonnenstuben« des Südens sind es sogar + 20 °C. Etwas aus dem Rahmen fallen drei Landschaften: der Harz mit kühlen Sommern und schneereichen Wintern, der Oberrheingraben mit seinem ganzjährig sehr milden, örtlich fast schon mediterranen Klima und die Alpen bzw. das Voralpengebiet, wo nicht selten mit Föhneinbrüchen zu rechnen ist.
Die Deutschen werden weniger und älter. Verantwortlich dafür ist der demografische Wandel: Die Lebenserwartung steigt, zugleich nimmt die Geburtenrate ab.
Über 22 Mio. Bundesbürger (27,1 %) sind älter als 60 Jahre, dagegen gibt es nur 15,5 Mio. (19,1 %) unter 20-Jährige. Das Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre ist nicht mehr den Geburten, sondern der Zuwanderung zu verdanken: 16,6 Mio. Deutsche (20,5 %) haben einen Migrationshintergrund (2013).
Nur wenig bekannt ist, dass auch in Deutschland Minderheitenmit garantierten Sonderrechten – z. B. Schulunterricht in der eigenen Sprache – leben. Es handelt sich dabei um die slawischen Sorben (ca. 60 000) in der Lausitz in Sachsen und Brandenburg, die dänischen Südschleswiger (ca. 50 000) im Norden Schleswig-Holsteins und um die Friesen im schleswig-holsteinischen Nordfriesland und im niedersächsischen Saterland (zus. ca. 50 000).
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratisch-parlamentarischer Bundesstaat. Träger des föderalen Gedankens sind die 16 Bundesländer. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident. Er wird alle fünf Jahre von der Bundesversammlung (= Bundestag vergrößert um die entsprechende Anzahl von Ländervertretern) gewählt und hat im Wesentlichen repräsentative Aufgaben. Oberstes gesetzgebendes Bundesorgan ist der alle vier Jahre gewählte Bundestag. Er wählt aus seiner Mitte den Bundeskanzler. Der Bundesrat als Vertretung der Länder wirkt bei Gesetzgebung und Verwaltung des Bundes mit. Seine Mitglieder werden von den einzelnen Bundesländern bestellt.
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Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist Deutschland nach den USA, China und Japan die viertgrößte Wirtschaftsmacht der Erde. Die deutsche Wirtschaft ist stark exportabhängig, als rohstoffarmes Land zugleich aber auf Importe angewiesen. Die Rangfolge der Exportländer ist Frankreich, USA, Niederlande, Großbritannien und China, die wichtigsten Importpartner sind die Niederlande, China, Frankreich, die USA und Italien. Bislang war jährlich ein Handelsbilanzüberschuss zu verzeichnen. Exportweltmeister ist Deutschland allerdings nicht mehr: China und die USA haben überholt.
Deutschland besitzt wenig Rohstoffe, sieht man von den Steinkohlevorkommen (Ruhrgebiet, Aachener Revier, Saarland) ab. Deren Ausbeutung ist heute aber nicht mehr rentabel und wird nur noch dank staatlicher Unterstützung am Leben erhalten. Dennoch sind Stein- und Braunkohle zusammen der wichtigste Energieträger in Deutschland, mittlerweile gefolgt von den erneuerbaren Energien. Der Ausstieg aus der Kernenergie ist beschlossen.
Die Landwirtschaft ist in Deutschland seit Jahrzehnten im Rückgang begriffen. Schlechte Verdienstmöglichkeiten und Unrentabilität ließen vor allem mittlere und kleine Betriebe aufgeben. Hauptanbauprodukte sind Getreide, Zuckerrüben und Kartoffeln; bei der Erzeugung von Milch und Milchprodukten sowie Fleisch steht Deutschland an sechster Stelle der Weltstatistik.
Wie in anderen großen Wirtschaftsnationen geht auch in Deutschland der industrielle Sektor zugunsten der Dienstleistungsbranche zurück. Mehr als die Hälfte des Gesamtexports ist der Nachfrage nach Investitionsgütern zu verdanken. Kraftfahrzeuge (mit Volkswagen hat der drittgrößte Automobilproduzent der Erde seinen Sitz in Deutschland), Maschinen und elektrotechnische Anlagen gelten immer noch als Inbegriff »deutscher Wertarbeit«. Weitere wichtige Industriezweige sind Grundstoffe (weltweit siebtgrößter Rohstahlproduzent, Platz 1 in der EU), Produktionsgüter vor allem der chemischen Industrie sowie Verbrauchsgüter. Unter den 30 größten Unternehmen der Erde nach Umsatz finden sich mit VW, Eon, und Daimler drei deutsche Firmen.
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Baden-Württemberg
Hauptstadt: Stuttgart
Fläche: 35 751 km²
Bevölkerung: 10,73 Mio.
(300 Einw./km²)
Niedersachsen
Hauptstadt: Hannover
Fläche: 47 614 km²
Bevölkerung: 7,98 Mio. (167 Einw./km²)
Freistaat Bayern
Hauptstadt: München
Fläche: 70 547 km²
Bevölkerung: 12,49 Mio.
(177 Einw./km²)
Berlin
Fläche: 891km²
Bevölkerung: 3,4 Mio.
(3815 Einw./km²)
Brandenburg
Hauptstadt: Potsdam
Fläche: 29 476 km²
Bevölkerung: 2,55 Mio. (87 Einw./km²)
Nordrhein-Westfalen
Hauptstadt: Düsseldorf
Fläche: 34 080km²
Bevölkerung: 18,0 Mio. (530 Einw./km²)
Rheinland-Pfalz
Hauptstadt: Mainz
Fläche: 19 847 km²
Bevölkerung: 4,05 Mio. (204 Einw./km²)
Saarland
Hauptstadt: Saarbrücken
Fläche: 2570 km²
Bevölkerung: 1,04 Mio. (404 Einw./km²)
Freistaat Sachsen
Hauptstadt: Dresden
Fläche: 18 412km²
Bevölkerung: 4,25 Mio. (230 Einw./km²)
Sachsen-Anhalt
Hauptstadt: Magdeburg
Fläche: 20 446 km²
Bevölkerung: 2,44 Mio. (119 Einw./km²)
Schleswig-Holstein
Hauptstadt: Kiel
Fläche: 15 764 km²
Bevölkerung: 2,83 Mio. (179 Einw./km²)
Freistaat Thüringen
Hauptstadt: Erfurt
Fläche: 16 171 km²
Bevölkerung: 2,31 Mio. (143 Einw./km²)
Freie Hansestadt Bremen
Fläche: 404 km²
Bevölkerung: 664 000
(1643 Einw./km²)
Freie und Hansestadt Hamburg
Fläche: 755 km²
Bevölkerung: 1,75 Mio.
(2317 Einw./km²)
Hessen
Hauptstadt: Wiesbaden
Fläche: 21 114 km²
Bevölkerung: 6,07 Mio. (287 Einw./km²)
Mecklenburg-Vorpommern
Hauptstadt: Schwerin
Fläche: 23 171 km²
Bevölkerung: 1,69 Mio.
(73 Einw./km²)
Rund um die Uhr in Betrieb: Hamburgs Containerhafen
Bereits einen Tag nach der Grenzöffnung rückten die »Mauerspechte« der Berliner Mauer zuleibe.
Es waren die Kelten, die dem später »Deutschland« genannten Raum eine erste kulturelle Blüte brachten. Ihre östlichen und nördlichen Nachbarn, die Germanen, griffen erst sehr viel später ins Geschehen ein.
bis 5000 v. Chr.Jäger und Sammler durchstreifen das Land.um 5000 v. Chr.Die Menschen werden sesshaft, betreiben Ackerbau und Viehzucht.um 2000 v. Chr.Bronze löst Stein als Werkstoff ab.ab 800 v. Chr.Blüte der Kultur unter den Kelten9 n. Chr.Schlacht im Teutoburger Wald gegen die Römer375 n. Chr.Die Völkerwanderung beginnt.Im badischen Mauer bei Heidelberg fand sich der berühmte Kiefer des Homo heidelbergensis, der vor rund 500 000–100 000 Jahren im Altpaläolithikum lebte: der früheste Nachweis eines Menschen nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Mitteleuropa. Er wurde vom Neandertaler (Homo sapiens neanderthalensis) abgelöst.
Im Jungpaläolithikum (35 000–8000 v. Chr.) wird der heutige Mensch, der Homo sapiens sapiens, erstmals archäologisch greifbar. Das tägliche Leben der Jäger und Sammler erreichte einen gewissen Grad an Organisation, und es entstanden erste Kultobjekte wie Venusfigürchen oder Felsenbilder. Das mildere Klima wandelte auch die Lebensweise in der Mittleren Steinzeit (Mesolithikum, 10 000/ 8000–5000 v. Chr.), als kleinere Verbände sesshaft wurden. Diese Tendenz setzte sich in der Jungsteinzeit fort, als um 5000 v. Chr. völlig neues Know-how aus dem Vorderen Orient kam: das Wissen um Ackerbau und Viehzucht zusammen mit frühen Getreidesorten wie Einkorn und Emmer sowie Gerste und Haustiere wie Schaf und Ziege. Die Gebrauchsgegenstände und kunsthandwerklichen Produkte nahmen an Vielfalt zu, doch noch immer bestehen alle Geräte dieser ersten Bauern aus Stein. Die Funde ortsfremder Rohstoffe wie Bernstein und Feuerstein unterstreichen, dass schon zu dieser Zeit ein weit reichendes Handelsnetz existierte.
Mit einer Verzögerung von etlichen hundert Jahren gelangte die Kenntnis der Metallherstellung um 2000 v. Chr. aus dem mediterranen Raum und aus Skandinavien nach Mitteleuropa. Schmuck und Gebrauchsgegenstände werden jetzt aus Bronze gefertigt, »erfunden« wird auch das Schwert. Eine Sensation ist die 1999 gefundene »Himmelsscheibe von Nebra« (Sachsen-Anhalt). Datiert auf die Zeit um 1600 v. Chr., ist sie die älteste Darstellung des Kosmos, die weltweit existiert. Der Handel mit Kupfer, Salz und anderen Gütern zeitigte erstmals auch sichtbaren materiellen Erfolg: Die erhaltenen Fürstengräber zeugen von Reichtum und einer beginnenden sozialen Gliederung. Stämme und Völker bildeten sich heraus: Aus der großen Familie der Indogermanen siedelten auf deutschem Gebiet die Kelten in Süd- und Südostdeutschland und die Germanen in Norddeutschland. Um 800 v. Chr. endet die Bronzezeit, denn es gelingt, ein sehr viel besseres Material herzustellen: Eisen.
In der Eisenzeit entstanden wirtschaftliche Zentren, die Gesellschaft differenzierte sich weiter in Bauern, Handwerker und Händler. Zwei wichtige Kulturen brachte diese Epoche hervor: Das Zentrum der Hallstattkultur (800–400 v. Chr.) lag in den Ostalpen und in Süddeutschland, doch erstreckten sich ihre Einflüsse bis in den norddeutsch-jütländischen Raum. Als ihre Träger elten die frühen Kelten. Charakteristisch sind ihre »Fürstengräber«, die eine Zentralisierung der Macht an wichtigen Handelsplätzen belegen. Ein unversehrtes und deshalb eines der reichhaltigsten keltischen Fürstengräber fand man im baden-württembergischen Hochdorf an der Enz (siehe >>).
Die Jüngere Eisenzeit fällt mit der La-Tène-Kultur (500 v. Chr. bis Christi Geburt) zusammen, benannt nach einem Fundplatz am Neuenburger See in der Schweiz. Die nun von antiken Geschichtsschreibern erstmals erwähnten Kelten drangen im 4. und 3. Jh. v. Chr. bis nach Britannien vor, dehnten sich nach Spanien und Portugal aus sowie ins südliche Niedersachsen und Böhmen, wo sie an die Gebiete der Germanen stießen. Sie vermittelten dabei mediterrane Einflüsse und nutzten als erste Kultur nördlich der Alpen Eisenpflug und Töpferscheibe.
Das erste Skelett eines Neandertalers wurde 1865 bei Düsseldorf gefunden? Diese Urzeitmenschen besiedelten rund 200 000 Jahre lang Europa und starben vor 30 000 Jahren aus. Der Neandertaler war im Schnitt 1,60 groß, stämmig, ging aufrecht und war in keiner Hinsicht der tumbe Keulenschwinger, als der er heute noch gerne hingestellt wird.
Gaius Julius Caesar (um 100–44 v. Chr.) berichtet in seinem »De bello gallico« (»Vom gallischen Krieg«) als erster Römer über die Germanen, mit denen er in den Jahren 58 bis 51 v. Chr. während der Eroberung Galliens in Kontakt kam. Alle linksrheinischen Gebiete waren romanisiert, die Grenze durch Kastelle gesichert. So wuchsen u. a. die Städte Trier, Köln und Mainz aus römischen Lagern hervor.
Unter Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) drang das römische Heer in den Jahren 12 bis 9 v. Chr. bis zur Elbe vor, konnte aber nicht Fuß fassen, denn schon 9 n. Chr. besiegten die Germanen unter Arminius in der Schlacht nördlich des Teutoburger Waldes drei römische Legionen. Die Römer zogen sich daraufhin hinter Rhein und Donau zurück. Hundert Jahre später errichteten sie mit dem obergermanisch-rätischen Limes eine befestigte Grenze zum germanischen Herrschaftsgebiet. Damit war die mittelalterliche Entwicklung vorgegeben: Im römischen Germanien (Germania Romana) vollzog sich der soziale, staatliche und kulturelle Fortschritt schneller als im freien Germanien (Germania libera), das jedoch durch Handelsbeziehungen ebenfalls von der römischen Kultur beeinflusst wurde. Die Germanenstämme waren in Gaue und Sippen gegliedert, die Gesellschaft setzte sich aus einem Adel sowie aus Freien, Halbfreien und Sklaven zusammen. Aus der Verschmelzung des sakralen Königsrangs mit dem Amt des Herzogs, dem gewählten Führer des Heerzugs, entstand das Königtum des frühen Mittelalters.
Der Einfall der Hunnen in die Gebiete der Ostgoten löste 375 die Völkerwanderung aus. Nach den jahrhundertelangen Wirren dieser umfassenden Migrationsbewegung etablierten sich in Mitteleuropa die Stämme der Alamannen, Hessen, Franken und Baiern.
Im Mittelalter entsteht der erste deutsche Staat: Aus dem Frankenreich geht das Deutsche Reich hervor, dessen Könige und Kaiser europäische Politik betreiben. Die städtische Bürgerschaft erwacht zum Selbstbewusstsein. Zum Ende des Mittelalters deutet sich der Niedergang der alten Ordnung an.
Frankenkönig Chlodwig (482–511) einigte die unter zahlreichen Gaukönigen aufgeteilten Frankenstämme politisch. Der wichtigste Schritt zur Einheit des Frankenreichs war aber sein Übertritt zum Christentum: Wohl 498 in Reims getauft, leitete er damit die Sakralisierung des Königtums ein. Bis 539 dehnte sich das Frankenreich von Mittelmeer- und Atlantikküste bis über die Elbe in thüringisches und alamannisches Gebiet aus. Nach Chlodwigs Tod teilten seine vier Söhne das Reich unter sich auf. Auseinandersetzungen führten jedoch dazu, dass der Adel 561 durchsetzte, das Reich unter jeweils einem Majordomus (Hausmeier) dreizuteilen. Von den Germanen waren um diese Zeit nur noch die Sachsen unabhängig.
Als literarisches Zeugnis sind aus heidnisch-germanischer Zeit die Merseburger Zaubersprüche erhalten. Zwischen 500 und 700 christianisierten iroschottische Mönche die Bevölkerung. Klöster wurden gegründet, u. a. bei Würzburg, in Regensburg und auf der Insel Reichenau. Von herausragender Bedeutung war das Benediktinerkloster St. Emmeram in Regensburg. Es wies die typische mittelalterliche Anlage mit Kreuzgang auf, die im St. Galler Klosterplan festgehalten ist, der Anfang des 9. Jh.s entstand. In Kathedral- und Klosterschulen entstand eine erste Blüte der Buchmalerei.
Im 8. Jh. gelang es dem Hausmeier Karl Martell, die fränkische Oberhoheit über das ganze ursprüngliche Reich zu erneuern sowie auf die Länder der Baiern, Alamannen und Friesen auszudehnen. Er verdankte diese militärischen Erfolge schwer bewaffneter Reiterkrieger, die sich ihm Hausmeier verpflichtet hatten. Das Lehnswesen hat in diesem Dienst- und Treueverhältnis seinen Ursprung: Den sog. Vasallen wurde gegen die Verpflichtung, für ihren Herrn ins Feld zu ziehen, Land widerruflich zur Verfügung gestellt.
Der angelsächsische Missionar und spätere Erzbischof Winfried Bonifatius (672 / 673–754, »Apostel der Deutschen«) gründete Klöster in Fritzlar und Fulda und schuf u. a. die Bistümer Erfurt, Würzburg, Regensburg und Freising. Im Kloster St. Denis erzogen, stellten Karl Martells Söhne Karlmann und Pippin schließlich auch die weltliche Gewalt in den Dienst der von Bonifatius organisierten Kirchenreform, die die neuen Bistümer an Rom band. Als 751 Pippin von Bonifatius in dessen Eigenschaft als päpstlicher Legat in Soissons zum König gekrönt wurde, hatten die Karolinger die Nachfolge der Merowinger angetreten.
Pippins Sohn Karl (768–814) bekräftigte die königliche Schutzherrschaft über den Papst. Er betrieb imh Osten eine expansive Politik und festigte seine Landgewinne durch Pfalzen und neue Bistümer (Bremen, Paderborn, Verden, Münster, Osnabrück und Minden). Der 30 Jahre anhaltende Widerstand der Sachsen gegen die gewaltsame Christianisierung schwand erst mit dem Übertritt ihres Herzogs Widukind zum Christentum im Jahre785. Nach Feldzügen gegen Slawen und Awaren erstreckte sich das Frankenreich von der Ostsee bis an die Adria. Am Weihnachtstag des Jahres 800 krönte Papst Leo III. Karl in Rom zum Kaiser und erkannte damit ihn und nicht mehr den byzantinischen Basileus als Oberherrn an.
Auch kulturell knüpften die Karolinger mit der karolingischen Renaissance an das weströmische Kaiserreich und die spätantik-frühchristlichen Traditionen. Zentrum der Künste und Gelehrsamkeit war der Hof in Aachen mit der programmatischen Pfalzkapelle, die antike Spolien und Zitate germanischer Bauten architektonisch vereinte. Mit der karolingischen Minuskel besaß das Reich Karls des Großen erstmals eine einheitliche Schriftform, die die Basis der modernen lateinischen Schreibschrift werden sollte. In der Buchmalerei wurden für das ganze Mittelalter gültige Formen geprägt. Der Benediktiner Walahfrid Strabo führte das Kloster auf der Bodenseeinsel Reichenau als Abt seit 838 zu einem einflussreichen Zentrum in der Dicht- und Buchkunst. Erste Zeugnisse althochdeutscher Dichtung sind u.a. das Wessobrunner Gebet und das »Muspilli«, beide Anfang des 9. Jh.s aufgezeichnet.
Der Krönungsthron der deutschen Kaiser im Aachener Dom
Die Nachfahren Karls teilten das Frankenreich auf. Es entstanden das Westfrankenreich unter Karl dem Kahlen, das heutige Frankreich, und das Ostfrankenreich unter Ludwig dem Deutschen. Aus diesem entwickelte sich im 10. Jh. das eigentliche Deutsche Reich.
Als der Franke Konrad I. 919 starb, erhoben Sachsen und Franken den Sachsen Heinrich I. zum König. Er eroberte weitere slawische Gebiete im heutigen Brandenburg und Sachsen. Die fünf von Herzögen geführten Stämme der Franken, Sachsen, Schwaben, Bayern und Lothringer bildeten das Reich, nun erstmals als »Deutsches Reich« (Regnum Teutonicorum) bezeichnet. Die Stammesfürsten wählten 936 in Aachen Heinrichs Sohn Otto I. (der Große) zum König. Er regierte 936 bis 973 und stärkte die Königsgewalt gegenüber dem Adel, indem er Bischöfe und Äbte als Reichsfürsten einsetzte. Dieser Akt war gleichbedeutend mit der Gründung der Reichskirche. Im Jahr 962 wurde Otto I. in Rom zum Kaiser gekrönt.
Die Kunst jener Epoche zeichnete sich durch Ausdrucksstärke und Verfeinerung aus. Großen Anteil daran hatten die Frauen: Adelheid, die zweite Frau Ottos I., unterstützte die Klosterreform von Cluny; die hochgebildete, mit Otto II. verheiratete Theophanu vermittelte byzantinische Einflüsse; Hrotsvit von Gandersheim schuf die ersten Lesedramen des Mittelalters. Nicht mehr die abgeschlossene Werkstätte der Hofschule Karls des Großen schuf die Kunst der Zeit, sondern einzelne Klöster stiegen zu bedeutenden Kunstzentren auf. Die erlesensten Kunstwerke ottonischer Malerei kamen von der Insel Reichenau, wo in den Jahrzehnten um 1000 zahlreiche Handschriften und Fresken entstanden. Das Perikopenbuch Heinrichs II. (Bayer. Staatsbibliothek, München) gibt einen Eindruck von der Virtuosität, mit der damals geistige Inhalte dargestellt wurden.
1024 gelangten mit Konrad II. die Salier auf den Kaiserthron. Auch sie strebten danach, ihre Position gegenüber den mächtigen Herzögen auszubauen. Als Heinrich IV. (reg. 1056–1106) 1073 vom sächsischen Adel bedroht wurde, begab er sich in den Schutz der aufstrebenden Reichsstädte – eine erste Aufwertung städtischen Einflusses. Der zweite große Konflikt war die Auseinandersetzung zwischen Papst und Kaiser um die Unabhängigkeit des Papsttums und die Vorherrschaft im Abendland, die im Investiturstreit kulminierte. Als Heinrich IV. trotz Verbot Bischöfe einsetzte, verhängte Papst Gregor VII. den Bann über ihn. Das kam einer Absetzung gleich und löste einen Krieg gegen die aufständischen süddeutschen Herzöge. aus Heinrichs Bußgang nach Canossa im Jahr 1077 nötigte den Papst aber, den Bann zunächst wieder aufzuheben. Ein zweiter Bann traf 1080 einen inzwischen gefestigten König, der den Gegenkönig besiegt hatte und die meisten Bischöfe, den niederen Adel und die Bürger der rheinischen Städte hinter sich wusste. Vom Gegenpapst Clemens III. ließ sich der selbstbewusste Heinrich 1084 in Italien zum Kaiser krönen.
Erst Heinrich V. (reg. 1106–1125) verzichtete 1122 im Wormser Konkordat auf das Recht der Investitur mit Ring und Stab, konnte die Bischöfe aber weiterhin durch ein Lehnsverhältnis an den König binden. Damit waren die Bischöfe dem weltlichen Adel gleichgestellt, dessen Interessen derart gestärkt waren.
Im 11. Jh. wurde der Dom zu Speyer die kaiserliche Grablege. Er ist wie die Kaiserdome in Worms und Mainz ein monumentales Zeugnis der Hochromanik. Erstmals in Deutschland wurde eine neue Bautechnik (u. a. Einwölbung unter Erhalt der großen Fensterreihen) angewandt. Weitere Merkmale der romanischen Baukunst sind der Gruppenbau, die Erweiterung des Raumprogramms (z. B. durch den Bau mehrschiffiger Krypten und die Anlage von Westchören) und die Gliederung des Außenbaus durch Turmfassaden und bauplastischen Schmuck.
An den europäischen Höfen entwickelte sich im 12. Jh. der Minnesang als an einem Ideal ausgerichtete Liebeslyrik war. Ein meisterhafter Vertreter war Walther von der Vogelweide, der aber auch wie in seinem »Philippston« politisch Stellung bezog. Wie im Minnesang, orientierten sich auch im höfischen Epos die Helden an ritterlichen Idealen. In »Abenteuergeschichten« wie dem Nibelungenlied oder dem »Parzival« Wolframs von Eschenbach war eine erzieherische Wirkung auf die höfische Jugend beabsichtigt. Die Wissenschaft entdeckte insbesondere durch die Scholastik Aristoteles wieder. Sie setzte sich kontrovers mit der Strömung der Mystik (Bernhard von Clairvaux, Hildegard von Bingen) auseinander.
»Ich sâz uf einem steine...«: Walther von der Vogelweide
Mitte des 12. Jh.s entbrannte der Machtkampf um den Königsthron zwischen Staufern und Welfen. Die deutschen Fürsten wählten 1152 Herzog Friedrich von Schwaben – aus staufischem Haus und Sohn einer Welfin – zum König. Ihm gelang es, den Konflikt beizulegen. Durch geschickte und zielstrebige politische Manöver gewann der 1155 zum Kaiser gekrönte Friedrich als Friedrich I. Barbarossa (reg. 1152–1190) die weitreichende Machtstellung der ottonischen Kaiser zurück. Er führte den Terminus »Heiliges Römisches Reich« ein, um den gleichberechtigten Rang des deutschen Kaisers neben dem Papst zu behaupten, doch die europäischen Könige und viele Bischöfe widersetzten sich entschieden dem Streben nach uneingeschränkter kaiserlicher Macht.
Zwar ließ sich der christliche Herrschaftsgedanke mit den Kreuzzügen des 12. und 13. Jh.s nicht einlösen, dennoch wirkte die Kreuzzugsbewegung sehr auf das Abendland: Geistliche Ritterorden entstanden, der Ritterstand bildete sich heraus und es kam zu einem vielfältigen Kultur- und Handelsaustausch mit dem Orient. Auf dem dritten Kreuzzug 1190 starb Friedrich I. Sein Sohn, Heinrich VI. (reg. 1190–1197), heiratete die Normannenprinzessin Konstanze, wodurch das Deutsche Reich nun auch Sizilien gewann, das es jedoch nach Heinrichs Tod wieder verlor. Die wieder aufbrechende Rivalität zwischen Welfen und Staufern nutzte Papst Innozenz III., um seine Machtposition und den Kirchenstaat auszubauen. Friedrich II. (reg. 1212–1250), der Sohn Heinrichs VI., setzte sich später jedoch in einem großen Krieg durch und wurde 1215 in Aachen gekrönt. Der in Sizilien aufgewachsene König versuchte, das von Innozenz III. unter kirchenstaatliche Lehnsherrschaft gebrachte Land wieder dem Deutschen Reich anzuschließen.
Bereits 1159 hatte Heinrich der Löwe Lübeck gegründet und damit die Voraussetzung für die deutsche Vormacht an der Ostsee geschaffen. Der zunehmende Handel stärkte das städtische Bürgertum, das sich teilweisel auch aus der Herrschaft des Klerus befreite. Zeichen dieses Aufstiegs sind die monumentalen Bürgerkirchen, die wie z. B. in Lübeck die Bischofskirchen an Größe und Pracht weit übertreffen konnten. Das Stadtwesen entwickelte sich mit seiner bürgerlichen Freiheit, der Marktordnung und den Zünften. In diese Zeit fällt auch der erste Versuch, Recht zu kodifizieren: Um 1230 verfasste Eike von Repgow den »Sachsenspiegel«, das älteste deutsche Rechtsbuch und Vorbild späterer, ähnlicher Codices.
Die staufische Architektur gewann gegenüber der romanischen an Differenziertheit. Die Kirche St. Aposteln in Köln ist ein gutes Beispiel dafür, wie neue architektonische Kleinformen die schwereren romanischen Formen gliederten. In Straßburg, Magdeburg und Naumburg entstanden die frühen gotischen Dome Deutschlands, in Trier (Liebfrauenkirche) und Marburg (St. Elisabeth) die ersten einheitlichen Pfarr- und Wallfahrtskirchen nach dem neuen architektonischen Muster. Die Auseinandersetzung mit französischer Kathedralplastik lässt sich deutlich an der Skulptur der Trierer Liebfrauenkirche, dem Münster in Straßburg und dem Bamberger Dom nachvollziehen. Im Rheinland und insbesondere im Rhein-Maas-Gebiet blühte eine Kunstlandschaft außerordentlichen Ranges.
Das Kräftemessen zwischen König, Fürsten und Städten kennzeichnete das deutsche Spätmittelalter. Die Königswahl führte 1257 erstmals ein festes Gremium durch, die Kurfürsten. Nach der Zeit des Interregnums seit 1256 kam 1273 mit Rudolf I. von Habsburg nach den Staufern wieder ein machtvoller Herrscher auf den deutschen Königsthron. Seine Nachfolger strebten wieder nach dem Titel des Römischen Kaisers. Karl IV. (reg. 1346–1378) verschaffte sich eine souveräne Stellung im Reich und in Bezug auf das Kräftespiel zwischen Kurfürsten und Papst: In der Goldenen Bulle ließ er 1356 die wichtigsten Elemente der Reichsverfassung und des Reichsrechts zusammenfassen und das Kolleg der sieben Kurfürsten festlegen, dem nun einzig die Erzbischöfe von Mainz, Köln und Trier, der Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen, der Markgraf von Brandenburg und der König von Böhmen angehöretn.
Nur Papst und Kaiser verantwortlich, etablierte sich im 13. Jh. erder Deutsche Orden als Träger einer Missions-, Siedlungs- und Expansionsstrategie. Sein Zentrum und Sitz des Oberhaupts, des Hochmeisters, war die Marienburg in Westpreußen. Zahlreiche Stadtgründungen im 13. Jh. gehen auf seine Aktivitäten zurück.
Der bedeutendste Städtebund des Mittelalters, die Hanse, formierte sich 1358 und stellte bald eine Wirtschaftsmacht dar. Einige Städte spielten eine Sonderrolle: Köln war z. B. Zentrum der Goldschmiede und Goldschläger, Braunschweig die Stadt der Messingproduktion. Bereits im 15. Jh. neigten sich die Städtebünde zugunsten einzelner Gesellschaften ihrem Ende zu, so z.B. der Ravensburger Handelsgesellschaft. Die Hanse büßte einen großen Teil ihrer Macht ein: Bankhäuser in Familienhand wie das der Fugger in Augsburg wurden zu potenten wirtschaftlichen und – als Finanziers der Fürsten – auch zu politischen Faktoren.
Auch die Kirche bot kein einheitliches Bild mehr. Ausufernde Heiligenverehrung und Ketzerverfolgung durch die Inquisition standen zeitgleich neben dem Aufstieg der Bettelorden wie den Dominikanern seit 1216 und den Franziskanern seit 1223. Das 14. Jh. war das Jahrhundert der Mystik, die neben dem herausragenden Meister Eckhart und seinen Schülern Johannes Tauler und Heinrich Seuse maßgeblich von Frauenklöstern getragen wurde wie dem Zisterzienserinnenkloster Helfta bei Eisleben. Die Juden hatten kaum Rechte und mussten eine hohe Steuerlast tragen. Trotz Absonderung in Ghettos, vielfacher Verfolgung und Pogromen – besonders zu Zeiten der Pestepidemien – wuchsen bedeutende jüdische Siedlungen in Mainz, Köln, Worms und Frankfurt.
Die Zerrüttung der Kirche führte 1378 zum so genannten Großen Schisma, der Wahl zweier Päpste und damit zur Spaltung Europas in zwei Lager, im Deutschen Reich zu vielfältigen und wechselnden Bündnissen von König, Fürsten und Städten. Schließlich kam 1414 das Konzil von Konstanz zustande, das die Kirchenspaltung beendete. Jan Hus, der tschechische Reformator, wurde 1415 in Konstanz als Ketzer verbrannt. Sein Märtyrertod löste die Erhebung der Hussiten gegen die Deutschen aus, die in die erst 1436 beendeten Hussitenkriege mündete.
Wandernde Bauhütten verbreiteten die Fortschritte in der Bautechnik. Wesentlich war dabei die Erfindung der seriellen Fertigung: Man konnte die Bauten höher und lichter aufführen, die vertikale Gliederung betonter und differenzierter gestalten und durch Glasmalerei ergänzen. Ein hervorragendes Beispiel für solche filigrane Architektur ist das Turmoktogon des Freiburger Münsters (Anfang 14. Jh.). Bereits 1248 wurde mit dem Bau des Kölner Doms begonnen, ein Meisterwerk der Hochgotik. Im Norden Deutschlands entfaltete sich eine ganz eigene Spielart der Baukunst, die Backsteingotik. Die imponierenden Kirchen von Lübeck, Stralsund und Greifswald, die Marienburg und die Rathäuser von Lübeck und Stralsund zeugen davon.
Während in Italien die Kunst der Frührenaissance aufblühte, datieren aus dem 14. Jh. die ersten Tafelbilder und Flügelaltäre in Deutschland. Noch ganz mittelalterlichen Formen sind etwa die Werke des Meister Bertram und des Meister Francke (beide Kunsthalle Hamburg) verpflichtet. Im Kölner Raum entstanden nur wenige Jahre später viel subtilere Gemälde der so genannten Internationalen Gotik. Stellvertretend für die Kölner Schule sei Stephan Lochner (um 1400–1451) genannt. Konrad Witz (um 1400 bis um 1445) vollzog einen revolutionären Schritt, als er zum ersten Mal den imaginären Bildhintergrund durch das Abbild einer in der Natur existierenden Landschaft ersetzte. Als Architekten und Bildhauer wirkte vor allem die Familie der Parler stilbildend.
Aristoteles’ Schriften bestimmten die Wissenschaften und verdrängten platonisches, neuplatonisches und augustinisches Gedankengut. In Köln trat Albertus Magnus (um 1200–1280) hervor, der die aristotelische Philosophie systematisierte und den Naturwissenschaften den Boden ebnete. Universitäten wurden gegründet: 1386 die Heidelberger als erste Hochschule Deutschlands, 1409 die Leipziger. Johannes Gensfleisch aus Mainz, genannt Gutenberg (um 1400–1468), der seit ca. 1445 mit beweglichen Drucklettern experimentierte, druckte 1453 die Bibel. Schriftliche Erzeugnisse verbreiteten sich somit rasch. Allmähich begannen auch humanistische Ideen zu kursieren; die Scholastik verlor an Einfluss.
Die erste Medienrevolution: die Erfindung des Buchdrucks – Gutenbergbibel von 1455
Die augenfälligste Tendenz des Spätmittelalters ist die soziale Differenzierung. Die Bevölkerung wuchs stark, und es bildeten sich an den Kreuzungen der wichtigen europäischen Handelsstraßen Großstädte wie Köln, Hamburg, Lübeck und Nürnberg heraus. Sie entwickelten eine eigene Kultur und eigenes Recht.
Mitte des 14. Jh.s brach die Pest über Europa herein. Sie sowie Hungersnöte, Kriege und Naturkatastrophen dezimierten die Bevölkerung Europas bis Ende des 14. Jh.s um fast die Hälfte. Diese Ereignisse und die Landflucht führten zu »Wüstungen«, Verwahrlosung weiter Agrarflächen und zu einer Krise der Landwirtschaft.
Am Beginn der Neuzeit steht mit der Reformation ein Ereignis von weltpolitischem Rang; nicht minder umwälzend waren die Gedanken der Aufklärung. Dazwischen blickte Deutschland im Dreißigjährigen Krieg in den Abgrund.
Im 16. Jh. entwickelten sich Augsburg, Hamburg und Danzig zu Umschlagplätzen des europäischen Handels. Politisch verloren die großen Städte gegenüber den weltlichen Fürsten jedoch an Bedeutung. Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern, die wegen ihrer zentralistischen Organisation dem Absolutismus zustrebten, glich das Heilige Römische Reich Deutscher Nation einem Flickenteppich aus weltlichen und geistlichen Herrschaftsgebieten. Ausgehend von ihren österreichischen Stammlanden verstanden es die Habsburger im 16. Jh., ihren Besitz durch Heirats- und Erbverträge zu mehren und wuchsen zu einer europäischen Großmacht heran. Als Karl V. (reg. 1519–1556) mit der Wahl zum deutschen König auch automatisch zum Römischen Kaiser gewählt wurde, herrschte das Haus Habsburg über Deutschland, Österreich, Böhmen, Ungarn, Burgund und Spanien samt dessen Eroberungen in Amerika und Asien und war damit so groß geworden, dass Schiller in »Don Carlos« vom Reich sprechen konnte, »in dem die Sonne nicht untergeht«.
Die geistesgeschichtlichen Strömungen des frühen 16. Jh.s bereiteten den Boden für die Reformation. Der auch in Basel und Freiburg wirkende Erasmus von Rotterdam (1466–1536) propagierte eine auf dem Neuen Testament fußende, unbefangene Einstellung zu Welt und Kirche. Die Bildung der Menschen nahm zu, und in den Städte sprosen die humanistischen Zirkel.
Herausragende Künstlerpersönlichkeit dieser Zeit war der Nürnberger Albrecht Dürer (1471–1528). Neben Gemälden von abgeklärter psychologischer Intensität, Zeichnungen und Aquarellen zeugen vor allem seine grafischen Arbeiten von hoher Meisterschaft. Sein Schüler Matthias Grünewald (um 1480 bis vor 1532), brachte jenseits der intellektuellen Kunst Dürers ein ganz anderes Element zur vollkommenen Darstellung: den leidenschaftlichen Ausdruck. Tilman Riemenschneider (um 1460 bis 1531) schuf im fränkischen Raum Schnitzaltäre und Skulpturen, die bereits das ideale Schöne betonen.
1517 formulierte der Augustinermönch Martin Luther 95 Thesen gegen Ablasswesen und päpstliche Selbstherrlichkeit. Dass er sich der deutschen und nicht der lateinischen Sprache bediente, erklärt die ungeheure Resonanz seiner Streitschrift. Trotz des 1520 verhängten Banns konnte er sich auf dem Reichstag zu Worms 1521 vor Karl V. erklären, wurde aber im Wormser Edikt von 1521 als Ketzer mit der Reichsacht belegt. Er erhielt Asyl auf der Wartburg und übersetzte das Neue Testament in die ihm geläufige kursächsisch-meißnische Kanzleisprache.
Die evangelische Bewegung wurde in den folgenden Jahrzehnten zu einer ganz Europa verändernden Kraft (Baedeker Wissen siehe >>). In Deutschland schöpften auch soziale motivierte Bewegungen wie der Ritterkrieg des Franz von Sickingen von 1522/1523 und der blutig niedergeschlagene Bauernkrieg 1524/1525 einen Teil ihrer Hoffnungen aus den Gedanken der Reformation.
Nach und nach bekannten sich viele Landesherren zur Reformation, nicht zuletzt auch, weil ihnen die Neuordnung der Kirchen- und damit vieler Machtstrukturen gelegen kam. Als Haupt der Gegenreformation sah Karl V. die Wiederherstellung der Glaubenseinheit als eine seiner wichtigsten Aufgaben. Die protestantischen Reichsstände schlossen sich 1530 zum Schmalkaldischen Bund zusammen, unterlagen aber dem Kaiser 1546/1547 im Schmalkaldischen Krieg.
Auf dem Augsburger Reichstag 1555 konnten die protestantischen Fürsten politische Autonomie und Religionsfreiheit durchsetzen. Das Volk hingegen musste die Religion annehmen, die ihr Landesherr gewählt hatte (»cuius regio, eius religio«). Zum Ende des 16. Jh.s hatten sich im Ringen von Reformation und Gegenreformation die Gewichte verteilt: Mittel- und Norddeutschland waren fast gänzlich protestantisch, West- und Süddeutschland überwiegend katholisch.
Auch in den Künsten setzte sich der Glaubenskrieg fort: Bilder konnten theologische Pamphlete sein, Gedichte und Lieder dogmatische Inhalte transportieren. Im Gegensatz zur bald bilderfeindlichen evangelischen Kirche zelebrierte der Katholizismus mit dem aufblühenden Barock seine Regeneration und bezog die Künste bewusst in den Kult mit ein.
Im ausgehenden 16. Jh. verdrängte zunächst die Profanarchitektur den Sakralbau von seiner tonangebenden Stellung. Schlösser, Stadtpaläste und Rathäuser stellten die wichtigste Bauaufgabe nachgotischer Zeit dar. Ein Stilzusammenhang bildete sich allerdings nur im deutschen Nordwesten: Den Wohlstand der Bürger und des Adels im Wesergebiet zwischen Hann. Münden und Minden begleitete von etwa 1530 bis 1630 die »Weserrenaissance«.
Ein Vorläufer der idealistischen Landschaftsmalerei war der Frankfurter Maler und Radierer Adam Elsheimer (1578–1610). Martin Opitz’ (1597–1639) 1624 erschienenes »Buch von der deutschen Poeterey« blieb stilbildend für die Barockliteratur bis ins 18. Jh. hinein. Die erste deutsche Oper (»Dafne«) komponierte 1627 Heinrich Schütz (1585–1672) nach einem von Opitz übertragenen Libretto,das allein von diesem Werk erhalten ist.
Bahnbrechendes leistete der Theologe, Mathematiker und Astronom Johannes Kepler (1571–1630) mit seinen Gesetzen zur Planetenbewegung.
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Unter dem Vorwand der Verteidigung des wahren Glaubens verfolgten Fürsten und Stände eigennützige Interessen und fanden sich in Schutzbündnissen zusammen. Der Gründung der protestantischen Union von 1608 folgte 1609 die Katholische Liga. Zu ersten Kämpfen kam es in Böhmen, wo die überwiegend evangelischen Landesstände 1619 Ferdinand II. als König absetzten. Der folgende Krieg, in den Dänen, Spanier, Schweden und Franzosen eintraten, verwüstete weite Landstriche Deutschlands; ein Drittel der Bevölkerung starb, Bürger wie Bauern verarmten. Ein eindrückliches Zeugnis dieser Schreckensjahre ist der 1669 erschienene Roman »Der abenteuerliche Simplizissimus« von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (um 1622–1676).
1644 begannen die langwierigen Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück, die 1648 mit dem Westfälischen Frieden
